Schwanger – der erste Monat

Das „Vorwort“:

Bevor man Eltern wird, weiß man ja grundsätzlich, wie das Bienchen-Blümchen-Dingens funktioniert. Man hat mal gelernt, dass es weibliche X- und männliche Y-Chromosomen gibt und, dass eine Frau „in der Regel“ (haha, das lass ich mal so stehen) ein Mal im Monat eine befruchtungsfähige Eizelle an den Start schickt. Ach, und man hat vielleicht auch schon mal etwas davon gehört, dass eine Schwangerschaft eigentlich nicht – wie im Volksmund üblich – 9, sondern 10 (Mond-)monate dauert. Soweit, so gut.
Beschäftigt man sich im Vorfeld einer Schwangerschaft genauer mit den Abläufen im eigenen Körper, begegnen einem plötzlich mysteriöse Kürzel wie ZT (Zyklustag), ES (Eisprung), MS (Mittelschmerz), LH (Luteinisierendes Hormon – zeigt den bevorstehenden Eisprung an), NMT (Nächster Menstruations-Termin), ZS (Zervixschleim), NFP (Natürliche Familien-Planung, sprich: Temperatur messen), VL (die gefürchtete Verdunstungslinie – auf einem Schwangerschaftstest, davon kann ich ein Lied singen), hCG (humanes Choriongonadotropin – das Schwangerschaftshormon) usw. Und als wäre das nicht genug, kommt dann der Frauenarzt, der an die freudige Nachricht „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger…“ gleich noch ein „…übrigens in der Sechsplusvier“ anhängt. Weil man in den meisten Fällen den genauen Zeitpunkt der Empfängnis nicht genau bestimmen kann, geht man bei der Berechnung der Schwangerschaftswochen vom Tag der letzten Regel aus. In einem Bilderbuchzyklus findet der Eisprung und damit die Befruchtung etwa 14 Tage später statt, man ist also schon 2 Wochen schwanger, in denen man davon erstens noch nicht mal etwas ahnt und zweitens, rein biologisch auch noch gar nicht schwanger ist. Am Ende kommt man dadurch auf eine Schwangerschaftsdauer von 40 Wochen, also 38 „echten“ und zwei geschenkten. Handelsübliche Schwangerschaftspipitests könnten etwa schon 10-12 Tage nach der Befruchtung das schwach-positive Ergebnis anzeigen. Wenn man also erfährt, dass man zu zweit unterwegs ist, ist man auf dem Papier etwa 3 Wochen und eine bestimmte Anzahl an Tagen schwanger, das entspricht der 4. Schwangerschaftswoche (3+4 = 4.SSW, 7+2 = 8.SSW usw) und damit auch dem Ende des 1. Monats. Das ging ja schnell…

Nach geschlagenen 19 Monaten, zahlreichen Arztbesuchen, der Diagnose Insulinresistenz und einer traurigen Erfahrung letzten Sommer achtet man jeden Monat ganz genau auf die Zeichen seines Körpers und entwickelt ganz besonders feine Antennen für dessen Signale. Und weil es süchtig macht, bestellt man sich die im Einzelhandel schweineteuren Schwangerschaftstests als 50er-Großpackung in der Billigversion für zu Hause. Auf Los geht’s los.

Der erste Monat:

Am Tag des Eisprungs (ES) notierte ich in meiner Zyklus-App: „Yay, es hat geklappt! Ich weiß es einfach.“ Was danach geschah, liest sich für mich inzwischen wie ein Krimi, bei dem man schon weiß, wie es ausgeht und trotzdem jedes Mal mitfiebert. Vom (zu) frühen Testen raten die meisten übrigens ab, weil auch eine befruchtete Eizelle noch mit der normalen Blutung abgehen kann, wenn bei der Zellteilung etwas schief gegangen ist oder die Einnistung nicht richtig funktioniert hat oder oder. Ich konnte es allerdings nicht lassen und wollte so früh wie möglich bescheid wissen…

ES+2: „Mir ist schlecht.“
ES+3: „Gestern Abend schlecht, heute Morgen schlecht. Und eine mikroskopische Menge hellrotes Blut. Hä?“
ES+5: „Gestern war Zumba und ich war soo k.o., fix und fertig schon nach 15 min, dass ich die Bewegungen kaum noch richtig ausführen konnte! Musste nach 40min schon gehen und dachte, ich schaffe es zu Hause die Treppe nicht hoch. Meine Mama: „Du hast so ein schmales Gesicht. Bist du schwanger?“ Oha!“
ES+6: „Gestern Abend schlecht, heute Morgen schlecht. Einbildung?“
ES+7: „1 Uhr nachts, ich will ins Bett gehen, aber es ist nicht zum Aushalten: meine ganze Haut J-U-C-K-T furchtbar. Überall. So einen Anfall hatte ich noch nie. Aaaaahhhh!“
ES+7, die Zweite: „Beim Einkaufen war eine ältere Frau vor mir am Kassenautomaten mit einem aufdringlichen Parfüm. Musste durch den Mund atmen. Uäh.“
ES+9: „Unglaublichen Appetit auf KÄSEKÄSEKÄSE. Am liebsten diesen stinkigen Bonbel in Scheiben, dazu Weintrauben. Mmhh. Habe heute getestet, könnte man da mit geschultem Auge einen Schatten erkennen? Zu wenig zum Fotografieren und erst nach ca. 20min. Hm.“
ES+10: Es ist 7 Uhr 52. Ich sitze am Frühstückstisch und muss immer wieder gucken gehen zu meinem Test. Erst kam nichts in endlos langen Minuten, dann ein kleines bisschen vielleicht, ähnlich wie gestern. Aber 2 Verdunstungslinien sind doch recht unwahrscheinlich oder? Gestern Abend wieder großes Jucken überall. Was ist das? Blöd: Brustwarzenhaut kann man nicht kratzen!
ES+11: „Ist da was oder ist da nix? Ich kann gar nicht denken vor Überforderung. Gut, dass ich heute lange und viel arbeiten muss. Ich geh am Stock! Müsste der Strich – wenn ja – nicht schon viel sichtbarer sein nach 2 Tagen? Nach meinen Brüsten zu urteilen, muss ich übrigens schwanger sein. Die tun soo weh, das kenne ich gar nicht, wie 2 große blaue Flecken!“
ES+11, 21.45 Uhr: „OH MEIN GOTT! ICH BIN TATSÄCHLICH SCHWANGER!!! Habe heute außerplanmäßig einen Frühtest für 7,00€ (autsch!) gekauft und ihn abends noch gemacht. Neugierig, ob ein zartes Strichlein vielleicht auch auf einem Test einer anderen Marke zu sehen ist. Und dann die große Überraschung: nach wenigen Sekunden ein ausgewachsener zweiter Strich im Ergebnisfenster! Nicht eingebildet und nicht nur im richtigen Licht, sondern ganz real und gut sichtbar. Scheißescheißescheiße, das gibt’s nicht! Ich bin schwaaaaaaaaaaaaaaaaaanger. YES!“

…to be continued…
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Best-Of Juni

Wenn ich nicht regelmäßig jeden Monat Fotos für das Best-Of sortieren und archivieren würde, wäre ich in der Menge an Bildern wohl schon längst untergegangen und würde überhaupt nicht mehr durchsehen. Bevor Fiona auf der Welt war, gab es einfach handfeste Ordner wie „Urlaub 2006“ oder „Abschlussprüfung 2009″auf dem Laptop. Mit der Geburt eines Kindes beginnt fototechnisch eine neue Zeitrechnung, die man am Besten von Anfang an systematisiert. Bei der Fülle an Daten bin ich inzwischen dazu übergegangen, den Ordner „FIONA“ in diverse Unterordner aufzuteilen, z.B. „ab 2“, „ab 3“, „ab 4“. Diese sind dann (dank Best-Ofs) jeweils noch mal unterteilt nach Monaten. Wie machen das nur Familien mit vielen Kindern?!? Dennoch: ein Hoch auf die Technik! Wenn wir all die Bilder in analog im Schrank stehen hätten, bräuchten wir definitiv eine größere Wohnung.
Ein paar Bilder aus unserem Juni gibt es hier für euch, viel Spaß!

Wir waren Anfang des Monats mit unseren jüngeren Musikschülern 3 Tage am Werbellinsee im Probenlager, haben Ende des Monats mit den Allerjüngsten (1./2.Klasse) vor einem ausverkauften Theatersaal das Schuljahresabschlusskonzert erfolgreich über die Bühne gebracht und auch sonst viel Musik gemacht 🙂 Der kleine Künstler in unserem Haus entwickelt einen gesunden Ehrgeiz an seiner Melodica und möchte eigentlich nur Eines: auf die Bühne!

Als der Sommer ein paar Tage über Pfingsten seinen Gastauftritt in Berlin hatte, sind wir zum Badesee gefahren und haben ein bisschen Urlaubsfeeling getankt. Einen längeren Fußmarsch und 2 Blasen später hat sich das Thema „Flip-Flops“ nun wohl erst mal erledigt…

 Fußball guckt bei uns eigentlich niemand, aber wenn das ganze Land im WM-Fieber ist, lässt man sich eben doch anstecken. Ich wurde von meinem Kind sogar dazu genötigt, Spiegelsocken und eine Fahne für’s Auto zu kaufen! Die Deutschland-Torte gab’s (nach einer Idee von http://cena-culinaria.blogspot.de) zu unserem Public Viewing, das unglücklicherweise mit einer wichtigen Gesamtprobe „kollidierte“. Wir haben uns dann kurzerhand dazu entschlossen, in der Halbzeitpause zu proben und vorher gemeinsam zu gucken.

Fiona und ich waren diesen Monat bei den Tollas zu Gast, durften einen bunten Vormittag im kreativen Chaos des Tollabox-Büros verbringen, beim Mini-Material-Mittwoch helfen und im Tonstudio bei einer Aufnahme für die August-Box mitwirken (noch streng geheim!). Es hat mal wieder unglaublich viel Spaß gemacht! Die Sprüche-Lampe, die mich jedes Mal auf’s Neue beeindruckt, hat hier ein eigenes Bild verdient! Fiona dagegen war übrigens viel beeindruckter von der Tatsache, dass im gesamten Büro verteilt Tolla-Augen an Wänden und Türen klebten ^^

Ist man im Urlaub auf einem Städtetrip, ist eine Sight-Seeing-Tour ganz selbstversständlich. Da fährt man im Bus durch die Metropolen dieser Welt, hat aber die schönsten Ecken vor der eigenen Haustür noch nicht gesehen. Um das zu ändern, ging es vorletztes Wochenende im Doppeldeckerbus durch Potsdam. Eine neue große Liebe haben wir auch mitgebracht: das Krümelmonster!

30 Jahre verheiratet – meine Eltern nehmen’s mit Humor, haben zum Feiern geladen und sich sichtlich gefreut über die vielen Gäste, das gute Essen, das musikalische Programm und die Hochzeitsjubiläumszeitschrift mit dem Titel „JA! – ICH WOLLTE“ 🙂

Der Zitate-Monat Juni war wieder sehr ergiebig, ich kam mit dem Mitschreiben kaum hinterher. Besonders schön sind ihre Gedanken zum Thema „Nachwuchs“, aber lest selbst:

Fiona ist 4 Jahre und 8 Monate alt.
„Eine eigene Kamera? Toll, dann kann ich ja jetzt mein Essen fotografieren!“
(reif für social media, würde ich sagen)
„Da war’s so dunkel, dass sogar Blitze aus der Kamera gekommen sind!!“
„Nono, wir bekommen ein Baby!“
– „Echt?! Zeig!“
(Ich zeige ihr ein Ultraschallbild)
„Höhö, sieht ja aus wie ein Elefant!“
„Jetzt noch ein Hörspiel? Schläfst du dabei auch wirklich ein?“
– „Ja, Mama, ich vertraue dir!“
„Gehen wir heute zu Indiana?“
(unsere Friseurin heißt Diana…)
„Nachtisch ist mein Lieblingsessen.“
„Was gab es heute Mittag in der Kita?“
– „Puffermus.“
(Kartoffelpuffer mit Apfelmus)
(Sie sieht mich mit hohen Schuhen laufen)
„Hey, Mama, du kannst ja damit laufen! 
Warst du etwa beim Hackenschuh-Unterricht?“
„Ich weiß nicht, was das für ein Käfer ist, Noni.“
– „Vielleicht kann ich das im großen Naturbuch googeln!“
„Zeig mal deinen Bauch“
(…)
„Oh, der ist ja schon ein bisschen dick. Halb Essen und halb Baby.“
„Guck, Mama, hier in der Mitte ist die Fruchtblase und drum herum das Essen.“
(Ich wecke Fiona eines Morgens. 
Sie schlägt die Augen auf und fragt völlig unvermittelt)
„Möchtest du, dass ich dir bei Sasa eine Schafgarbe pflücke?“
„Heute fängt die WM an! Frag doch, ob ihr in der Kita auch Fußball spielt.“
– „Aber ich bin doch ein Mädchen, Mädchen spielen keinen Fußball.“
„Doch, klar! Es gibt sogar richtige Frauenmannschaften!“
– „Hm, aber ich hab noch nie einen Ball getroffen….“
„Ein Baby entsteht, wenn Mama und Papa sich ganz doll lieb haben, stimmt’s?“
– „Äh…ja.“
„Ok, und wann habt ihr euch eigentlich lieb gehabt?“
„Wow, du kannst das Lied aber schnell spielen!“
– „Ja, meine Finger sind schneller als ein Schmetterling fliegt!“
„Im Radio haben sie Hitzewelle gesagt. 
Oh nein. Wenn es Hitze gibt, wird dein Lenkrad bestimmt wieder sehr heiß, Mama.“
„Bist du böse auf mich?“
– „Nein.“
„Gut, wir sind ja auch gefreundet. Und außerdem bist du ja meine Mama.“
(Sonntag Morgen, vor meinem Bett)
„Mama, können wir heute ausschlafen?“
– „……ja…..“
„Ich möchte aber nicht ausschlafen.“
„Mit meiner Katzi kann man immer ganz schnell einschlafen.“
– „Sowas möchte ich auch!“
„Aber Mama! Ihr Erwachsenen braucht sowas nicht. Ihr schlaft doch immer sofort von selber ein, wenn ihr die Augen zu macht!“
„He, du hast mein Fahrgestell demoliert!“
„Diese Tapete haben wir lange nicht mehr betrachtet.“
– „Betrachtet?! Woher kennst du denn solche schweren Wörter?“
„Ich weiß das einfach!“
„Mama, Dingsbums sagt man nicht! 
Das ist ein Name für welche, die nicht so attraktiv sind und nicht so klug.“
(wtf?!)
(in der musikalischen Früherziehung)
„Wisst ihr noch, wie ihr euch das Wort „Spinne“ auf Englisch gemerkt habt? Da gibt es so einen Film…“
Kind: „Ich weiß! STAR WARS!“
Wir wünschen euch einen tollen Start in den Juli!