18 Monate kleines F

Anderthalb Jahre – du bist jetzt schon 2x so lange auf der Welt, wie du in meinem Bauch warst! Wenn mir in den vergangenen Wochen immer mal wieder Neugeborenenbilder in die Twitter-Timeline Bilder gespült wurden, konnte ich den Anblick gar nicht so richtig verarbeiten. Immerhin sehe ich dich immer noch als mein Baby („as long as I’m living, my baby you’ll be“), aber im direkten Vergleich muss ich zugeben, dass du irgendwie doch schon ganz schön groß bist!

Gerade in den vergangenen 3 Monaten hast du dich wahnsinnig entwickelt, Kindergarten sei Dank! Über unseren steinigen Weg der Eingewöhnung habe ich ja hier schon geschrieben. Inzwischen bist du angekommen in deinem neuen Alltag und du liebst es, im Garten mit den anderen Kindern zu spielen, zu malen, zu klecksen, zu buddeln und ein Teil der Gruppe zu sein!

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Speziell deine Sandkasten-Skills hast du enorm ausgebaut: du backst jetzt Kuchen, hantierst souverän mit der Schippe, füllst die Förmchen, kippst sie auf dem Rand um und klopfst drauf. Dass der Rand bei unserem Muschel-Sandkasten im Gegensatz zu dem in der Kita nur wenige Zentimeter breit ist, ignorierst du dabei gekonnt. Schlimmer noch, bis vor ein paar Wochen hatten wir gar keinen funktionierenden Sandkasten in unserem Garten, weil der alte aus den Vorjahren Opfer einer Überschwemmung und inzwischen zu einem Biotop geworden war. Eltern kennen das Problem. In Ermangelung an Alternativen hast du dich einfach auf die Terrasse gesetzt und mit übriggebliebenem Sandspielzeug schwarze Erde auf dein helles Kleid geschaufelt. Wir sind noch am gleichen Tag in den Baumarkt gefahren ^^

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Aus einem Bauchgefühl heraus habe ich vor einigen Wochen einen Termin beim HNO vereinbart, obwohl unsere Kinderärztin mir nicht dazu geraten hat („Alles ganz normal, Late-Talker“, etc.). Irritiert hat mich, dass du absolut kein Late Talker bist, sondern von Anfang an sehr viel gesprochen hast, nur eben nicht Deutsch. Und tatsächlich: der Hörtest hat ergeben, dass du Schleim hinter beiden Trommelfellen hast und deshalb in Etwa so hörst, als wenn wir uns die Ohren zuhalten. Also du hörst zwar, aber alles nicht so genau und deutlich. Und so klingt auch dein Reden. Inzwischen sagst du neben „Mama“ und „Papa“ hauptsächlich (und sehr deutlich!) „ja“ und „nein“ und „heißßß“ und „(k)alt“. Wenn man davon ausgehen kann, dass dein Wortschatz nach Wichtigkeit geht, wundert mich nicht, dass „Eis!“ bei den Vokabeln auch weit vorne mit dabei ist. Bei „Nana“ sind wir uns nicht ganz sicher, ob das der Spitzname für deine Schwester (FioNA), „neinnein“ oder sogar besitzanzeigend: „meiner?“ sein soll. Aber meistens trifft es eh gleichzeitig auf alles drei zu, haha. Du verstehst alles, kannst komplexen Aufforderungen folgen und weißt genau, was du willst. „Die!“ ist übrigens momentan das Universal-Wort für „das da“. Morgens frage ich immer, welche Schuhe du anziehen möchtest. Ich halte sie hoch und sage: „Die? .. oder die?“. Das hast du übernommen und sagst jetzt, wenn du auf etwas zeigst, das du haben (essen/trinken) möchtest, ebenfalls „die!“. Dieser Gag funktioniert übrigens am besten, wenn wir in Gesellschaft sind, ich dich rittlings auf den Schoß nehme, du mit deinem kleinen Zeigefinger auf meine Brust tippst und dazu laut „Die! Die!“ rufst. Für euch getestet.

(Ja, ich stille abends/nachts tatsächlich immer noch und hätte mir das nie träumen lassen. Aber solange ich das Gefühl habe, dass du „die“ noch brauchst, um runterzukommen und dich von dem Tag zu erholen, behalten wir das auch so bei. We don’t care what people say.)

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Vor deiner Geburt habe ich oft gelesen, dass das zweite Kind dann einfach mitlaufe, in seinen Platz in der Familie hineingeboren werde und so unkompliziert sei. Das kann ich so nicht unterschreiben. Du bist zu einer richtigen kleinen Persönlichkeit geworden und denkst nicht daran, einfach irgendwo mitzulaufen! Du hast dir deinen Posten in der Familie hart erkämpft und wirst den Thron nicht so schnell aufgeben! Mit „Ziegenbockaugen“, also stark gerunzelter Stirn, vertrittst du in Babynesisch deinen Standpunkt und brüllst auch mal aus heiterem Himmel los, wenn etwas nicht so läuft, wie du es dir vorstellst! Einfach aus Bock! Und wenn man dann das Gefühl hat, dass du NUR meckerst und man dir einfach nichts recht machen kann (und du ja auch noch nicht sagst, was los ist) – das sind die Momente, in denen ich ganz sicher bin, dass meine Kraft nie für mehr als 2 Kinder reichen würde…

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Deine Schwester soll dich möglichst nicht anfassen, denn du willst alles A-L-L-E-I-N-E machen. Es sei denn, sie funktioniert als Handlanger für Dummheiten, das ist dann etwas anderes. Abends sagt ihr euch Gute-Nacht mit „Küsschen, Ei, Winkewinke“, also – eigentlich selbsterklärend – Kuss, streicheln und winken. Awww! Geschwisterplüsch gibt es nicht soo oft, aber wenn, dann läuft beinahe mein Herz über. Euch zwei Lieblingsmenschen so zu sehen und zu wissen, dass ihr euch immer haben werdet, weil Blut dicker ist als Wasser, ist eines der schönsten Gefühle, die es gibt ❤ ❤ ❤ (und dann sind auch die Gedanken von weiter oben irgendwie wieder relativ, hihi)

Dass du Musik magst, ist ja schon hinlänglich bekannt. Inzwischen hast du ein eindeutiges und unangefochtenes Lieblingslied: „Baby Shark“! Das singe ich mit meinen Kita-Kindern in der Früherziehung und als ich es zu Hause mal angemacht habe, hielt es dich nicht mehr auf deinem Stuhl. Erst wird mit Daumen und Zeigefinger der „Baby Shark“ gezeigt, danach mit beiden Händen (als Maul) „Mommy Shark“, dann die gleiche Bewegung in groß als „Daddy Shark“ usw. Du tanzt dabei so, dass deine Moves dich regelmäßig umwerfen, und zwar ganz wortwörtlich. Zuckersüß! Und wenn du mit Daumen und Zeigefinger Baby Shark zeigst, schmelze ich. Hach…

Außerdem telefonierst du mit allem. Ja, wirklich mit allem. Egal, ob mit dem Deckel der Cremedose, mit meinem Autoschlüssel oder kürzlich mit einem Stück Kuchen, das du dir ans Ohr gehalten hast. „Ja?“

Für Puppen hat sich deine Schwester nie wirklich interessiert. Du dagegen fährst täglich mit dem kleinen klapprigen Puppenwagen über den Hof, veranstaltest Teepartys und zeigst deiner Püppi die Welt.

 

Mit deinem Lieblingsbuch („Das Orchester der Tiere“) haben wir schon ganze Arztpraxen erheitert. Man stelle sich vor, peinliche Stille in einem überfüllten Wartezimmer: die einen gucken zu Boden, die anderen in ihr Smartphone, die nächsten füllen gerade den Anamnesebogen aus. Und mittendrin schlägst du dein Buch auf, drückst auf einen Knopf und schon spielt das ganze Orchester aus dem „Karneval der Tiere“. Und weil es so schön war, gleich noch mal… Bücher müssen bei dir ja immer ziemlich leiden, und so hat auch dieses mittlerweile schon einige Seiten gelassen.

 

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Es ist so schön, dir beim Großwerden zuzusehen und dich auf deinem Weg in die Welt zu begleiten; zu sehen, wie du dich freust, wie du strahlst, wie du staunst und (nicht zuletzt) wie du schläfst.

Happy one-and-a-half birthday, mein Schatz!

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Beim Zweiten ist alles anders

…und auch, wenn man beim zweiten Kind an viele Dinge entspannter rangeht, heißt das nicht, dass man alles schon kennt oder weiß, wie alles abläuft. Das beste Beispiel ist unsere Kita-Eingewöhnung #2.

Rückblick

Fiona kam kurz nach ihrem 1. Geburtstag (2010) in den Kindergarten. Der war ein ganzes Stück weg von unserem Zuhause und ich erinnere mich, wie ich beim Bäcker gegenüber, wo ich die täglichen 30 min „ohne Mama“ verbracht habe, nach ein paar Tagen eine volle Kaffee-Stempelkarte hatte und einen umsonst bekam. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob meine Erinnerung an diese Zeit ein bisschen löchrig ist oder ob es wirklich so unkompliziert war, wie ich es im Kopf habe… Sie ist mit 12 Monaten noch nicht gelaufen. Als ich zum ersten Mal für 10 min draußen war und wieder rein kam, saß sie noch an der Stelle, an der ich sie abgesetzt hatte und beim ersten Mittagessen habe ich neugierig durch’s Schlüsselloch geguckt und stolz mein großes Mädchen beobachtet.

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Im Vorschuljahr hat Fiona die Kita gewechselt und ging nun in Lauf- oder zumindest Fahrradentfernung in den Kindergarten bei uns um die Ecke, in dem ich in grauer Vorzeit schon gewesen bin. Zu dem Zeitpunkt war ich hochschwanger und meldete schon Geschwisterbedarf an für unser 2014er „Dezemberchen“. Einen Platz bekamen wir trotzdem wegen fehlender Kapazitäten erst im April 2016, also mit einer fast 16-Monats-Felice.

Zu Hause bei mir machte sie nur noch Dummheiten: schnappte sich Fionas Stifte und verschönerte unseren Wohnzimmertisch, warf meine Kiste mit den Stecknadeln runter (das war besonders toll), riss sämtliche CD aus Papas Regal und holte sie aus den Hüllen, zerriss Noten, schrieb in meine Partituren und war einfach mit der Gesamtsituation unzufrieden. Sie liebt andere Kinder, sie liebt raus gehen, sie liebt malen – und ich zählte die Tage rückwärts, bis sie das alles endlich im Kindergarten machen konnte…!

 

Woche 1: Juchu, es geht los!

 

Das sog. „Berliner Modell“ zur Eingewöhnung sieht vor, die erste Woche für ca. 1 Std komplett mit Mama in der Kita zu bleiben. In der zweiten Woche dann 15min Trennung, 30min und langsam steigern auf 1,5 Std. In der dritten Woche mit Mittagessen und in der 4. Woche mit Mittagsschlaf. Soweit in der Theorie.

Da ich in der gleichen Kita musikalische Früherziehung unterrichte, fragte ich, ob es am zweiten Tag möglich sei, dass ich 1 Stunde im Haus Musik mache während sie im Buddelkasten bei den anderen bleibt. Es klappte wunderbar, sie spielte in aller Ruhe und ich war glücklich.

Um keinen „Rückschritt“ zu machen, behielten wir die Trennung bei. Am 4. Tag war dann die Verabschiedung schon ein bisschen holprig und sie wollte zurück auf meinen Arm. Am 5. Tag, als ihr scheinbar wirklich bewusst wurde, dass das jetzt „ihr täglicher Job“ ist, dicke Tränen und keinen Schritt ohne mich, „Das wird heute nichts mit gehen, Mama. Haben Sie noch etwas Zeit?“.

Woche 2: Tränen, Schreien, Rotz & Wasser

In der darauffolgenden Woche hat sie sich immer so ins Weinen reingesteigert, dass niemand sie beruhigen konnte. Und dieses Kind hat Ausdauer! Alles, was sie sonst gerne macht, interessierte sie nicht die Bohne! Malen, rausgehen, singen, spielen – keine Chance! Wir entschieden uns für einen „Cut“: einen Tag komplett Pause und dann starteten wir einfach noch mal von vorne.

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Neue Woche, neues Glück – Kitaeingewöhnung Tag 6: nachdem ich ca 25min mit im Raum war und sie keinen Schritt von meiner Seite gewichen ist, hat die Erzieherin die Instrumentenkiste geholt und ich bin unauffällig gegangen für 1 Std. Beim Abholen war sie auf dem Arm und hatte schon ganz rote Augen vom Weinen. Mensch, Hasi! 😢 sie hat wohl immer so 10min gespielt und dann ist es ihr wieder eingefallen, hat aber auch mit der Erzieherin gekuschelt. Das ist ein gutes Zeichen! 👍 Jetzt ist sie völlig übermüdet eingeschlafen 💤. Hoffentlich wird sie nicht krank… Und morgen dann ein neuer Versuch, tschakka 🍀 #babygirl #15monatealt #kita #eingewöhnung #kindergarten #kindergartenkind #woche2 #instakids #playing

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Woche 3: noch mal von vorne

In der dritten Woche der Kitaeingewöhnung also alles auf Anfang! Kind spielt, Mama bleibt mit dabei. Blumen im Garten angucken, Blüten auf’s Papier kleben und Lieder singen, aber alles nur, wenn ich direkt hinter ihr stehe…

Einen klitzekleinen Teilerfolg gab es dann am nächsten Tag, wo sie mit der Erzieherin 5min im Sandkasten Muscheln gebacken hat, ohne sich nach mir umzudrehen.

An den darauffolgenden Tagen sollte ich mich unauffällig hinter dem Gartenhaus verstecken, während sie im Sandkasten saß. Es dauerte meistens nur wenige Sekunden, bis ich die „Sirene“ hörte. Leider ließ sie sich auch von niemandem beruhigen und wir „erlösten“ sie nach ein paar Minuten Weinen. Vom wirklichen Verlassen des Kindergartens waren wir also zu dem Zeitpunkt noch weit entfernt. Dass mein Mamaherz blutete, wenn ich mein Kind weinen hörte, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Kraft gab mir die Tatsache, zu wissen, dass sie nicht weinte, weil ihr etwas weh tat, sondern aus purem Bock, weil es eben anders lief, als sie es gerne gehabt hätte. Es geht ihr nicht schlecht und sie ist in liebevollen Händen, hat allerdings mit knapp anderthalb einfach schon sehr klare Vorstellungen. Mäh. Eine befreundete Kinderpsychologin der Erzieherin gab den Rat, die Bezugsperson jetzt nicht zu wechseln und ihr locker 6 Wochen Zeit zu geben.

Woche 4: Erste kleine Erfolge

Wie immer: Tränen beim Abgeben, aber als ich nach 15min wieder kam: STILLE! Ich guckte von Weitem ungläubig ins Fenster und die Erzieherin zeigte mir den „Daumen hoch“. Ich konnte es kaum glauben! Der wütende Brüllkäfer hat sich beruhigen lassen! Der große alte Telefonhörer und die Computertastatur hatten sie so fasziniert, dass sie auch an den Folgetagen ausdauernd gespielt hat. Yay! Ooohh, bin ich happy gewesen!

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Kitaeingewöhnung Tag 15: nachdem es letzte Woche keine Neuigkeiten zum Trennungsverhalten mehr gegeben hat (brüllte in der Sekunde, in der sie mich nicht mehr sah und ließ sich nicht beruhigen),begann der heutige Tag auch wieder ganz entspannt, so lange ich dabei war. Ich sollte für 15min gehen und hörte sie schon weinen, als ich die Tür noch nicht ganz hinter mir geschlossen hatte… Als ich nach 15min wiederkam, war es wider Erwarten still im Raum 🎉🎉🎉 sie hat zwar gebrüllt, hat sich aber dann doch beruhigen lassen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung! Jetzt bin ich doch ganz schön erleichtert. Morgen das Gleiche noch mal und täglich ein bisschen länger ohne Mama. #Kita #eingewöhnung #kindergarten #kindergartenkind #woche4

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Wir steigerten die Ohne-Mama-Zeit täglich um 15 min, bis wir bei 1,5 Std angekommen waren. Die ersten Tage saß ich wie paralysiert zu Hause am Schreibtisch und wusste vor lauter Ruhe gar nicht, was ich zuerst machen soll. So fühlte es sich also an, alleine zu Hause zu sein? Immer ein Auge auf dem Handy, falls die Kita mit schreiendem Kind anruft. Aber sie rief nicht an. In der Garderobe konnte ich beim Abholen bestaunen, was sie „gemalt“ hatten. Und da hing tatsächlich ein Farbklatsch-Bild mit dem Namen meines Kindes an der Wand. Was für ein aufregender Moment, das erste Kita-Bild zu sehen! Die Erzieherin hat auch „Beweisfotos“ gemacht, um mir zu zeigen, wie gut Felicia gespielt und mitgemacht hat. Man, fiel mir da ein Stein vom Herzen!

Woche 5: Nudeln mit Käsesahnesoße

Das erste Mal 2 Stunden dort inklusive Mittagessen! Als ich kam, saß sie mit am runden Tisch zwischen 7 anderen Lätzchenträgern, hat mit gutem Appetit gegessen und (das ist neu!) alleine aus einem Becher getrunken. Es klappt! Und das, obwohl ich es in der zweiten Woche nicht für möglich gehalten hätte! Von den winzigen Kinderstühlen, in denen man so toll sitzen kann, war sie von Anfang an fasziniert. Keine Frage also, dass sie eines besonders gerne macht: am Tisch sitzen. Sie isst alles, was es so gibt, kann nur Süßspeisen wie Milchreis o.ä. nicht leiden (Nanu? Und das soll mein Kind sein?!). Als es einen Tag Schokopudding zum Nachtisch gab, hat sie einen Löffel davon in den Mund gesteckt, in einer bühnenreifen Show zuerst Würgegeräusche gemacht und anschließend ca. 5min lang immer wieder mit der Hand ihre Zunge abgewischt, haha. Am nächsten oder übernächsten Tag wollten wir den Mittagsschlaf in der Kita probieren, doch dazu kam es nicht…

 

Woche 6 & 7: Tschüss Kindergarten, Hallo Bronchitis

Dass Kinder nach Kitastart öfter krank sind, weil sie sich in der „Virenbörse“ etwas mitnehmen, kennt man ja vom Hörensagen. Auch in dieser Hinsicht sind wir bei Fiona damals weitestgehend verschont geblieben. Natürlich hat sie Scharlach, Rotze und Husten mitgebracht, aber dauerhaft krank war sie nicht. Felicia hat ja schon in der ersten Woche zu kränkeln angefangen, wo ich es noch auf die Windpockenimpfung geschoben hatte. Gefühlt alle Kinder ihrer Grupe trugen einen Schnupfen im Gesicht, also war das nur eine Frage der Zeit bei uns. Aus Schnupfen und Husten wurde eine hartnäckige Angelegenheit mit nächtlichen Hustenanfällen mit Erbrechen (vom Hustenreiz!), fehlendem Schlaf, Atemnot, nur abends hohem Fieber, Herumtragen auf dem Balkon um 2.30 Uhr und letztendlich noch eitrig-verklebten Augen und einer entsprechenden Laune. Die wöchentlich 2x erfolgten Besuche beim Kinderarzt ergaben nach einiger Zeit die Diagnose: obstruktive Bronchitis und eben allerhand „Kleinkram“, der sich so dazu gesellt, wenn man eh schon angeschlagen ist. Das Thema „Kindergarten“ hatte sich also vorerst erledigt und wir standen vor ganz anderen Problemen, nämlich Nasentropfen, Augentropfen, Hustensaft und nachts Hustenstiller in ein Kind zu kriegen, das den Kopf rhythmisch hin und her wirft, mit Armen und Beinen rudert und den Mund zusammenpresst. Ihre koordinatorischen Leistungen in der Medikamentenverweigerung stellten uns Eltern vor logistische Herausforderungen und nicht selten benötigten wir die Hilfe der großen Schwester, wenn mal wieder einer der gefühlten 8 Arme unseres Okto-Babys ausgebüxt war und mit einem gezielten Schlag die Pipette mit den Nasentropfen entfernen wollte…

 

Woche 8: noch mal von vorne???

Wider Erwarten klappte der Einstieg in den Kitaalltag nach 2 kranken Wochen zu Hause erstaunlich gut! Wir begannen wieder mit 9 – 11.15 Uhr, inklusive Mittagessen und schon am zweiten Tag ging sie ohne Tränen in den Raum. Ganz ohne! Ich sagte: „Bis nachher, mein Schatz“, ging aus dem Raum und schloss die Tür. Stille. Ich blieb noch einen Moment ungläubig in der Garderobe stehen, bis ich sie miteinander spielen und lachen hörte. Mein Baby war da drin und es machte keinerlei Anstalten, mir hinterher zu weinen. Yesss!!!!

 

Am dritten Tag in Woche 8 wollten wir es endlich wagen: Mittagsschlaf in der Kita. Weil der lange Schlafanzug, den ich vor 8 Wochen mitgebracht und in ihr Fach gelegt hatte, inzwischen zu warm war, sollten wir einen kurzen mitbringen, den ich spontan einen Tag vorher extra dafür nähte. Der sollte ja etwas Besonderes sein. Die Verabschiedung klappte erneut ohne einen Mucks und wir verblieben so, dass die Erzieherin mich anrufen würde, wenn sie nach dem Schlafen wach wird. Zu Hause aßen wir ganz pünktlich Mittag und ich saß quasi auf meinem Telefon, jeder Zeit in Erwartung des Kita-Anrufs, der nicht kam. Als ich staunend wie verabredet um 2 in der Kita ankam, schlief sie noch immer und wurde just in dem Moment wach. Mein großes Mäuschen! Ich bin so stolz! Diese Woche also 9 – 14 Uhr und ab nächster Woche ist die Eingewöhnung offiziell vorbei und mein Mädchen ist ein ganz reguläres Kindergartenkind! Nach dem schweren Start habe ich nicht daran geglaubt, dass es irgendwann so funktionieren würde, wie jetzt. Wir haben es geschafft!

 

Wie war das bei euch und euren Kindern?

Völlig problemlos oder auch eine herzzerreißende Angelegenheit? Ich bin gespannt!

Best-Of April

Unser April in Insta-Bildern, hier ist er:

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#Ostsee #Binz #möwe

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Und hier noch die gesammelten Zitate aus dem April

Fiona ist 6 Jahre und 6 Monate alt

 

„Bei dem Gestank muss ich versuchen, nicht unmächtig zu werden.“

 

„Da war so ein Käfer mit Zangen an den Füßen!!“

 

„Wann kommt das Paket?“

– „Kommt drauf an, ob es mit Hermes oder DHL kommt. DHL liefert meistens nachmittags, Hermes immer erst abends.“

(etwas später)

„Na hoffentlich kommt es nicht mit Herbert.“

 

„Gut, dass du heute nur einen Rucksack hast statt der schweren Mappe!“

– „Ja, hast du weniger zu tragen, Mama.“

 

My little Pony. Ich verwechsele die Pferdenamen, Fiona lacht.

„Dass du die Ponys verwechselt hast, hat mich wirklich in Lust versetzt!“

 

„RÄUM. JETZT. ENDLICH. DEIN. ZIMMER. AUF!“
– „Ok, ok, aber du musst nicht gleich mit der kritischen Stimme sprechen!“

 

„Magst du sie nicht mehr?“

– „Ein Mal kam es zum Streit, dann waren wir keine Freunde mehr und jetzt nehme ich auch ihre Stifte nicht mehr. So ist das unter Mädchen!“

 

„Hältst du bitte Messer und Gabel richtig herum?“

– „Ich bin zu Hause und kann essen wie ich will.“

„Aber nicht, wenn ich es dir sage!“

– „Du bist nicht Frau XY! (Hortnerin)“

„Schlimmer! Ich bin deine Mutter!“

 

Sie spielt mit dem Kater und seinem Spielzeug an der Schnur.

„Ich hab so gezogen, dass ihm das Ding von der Kralle gerutscht ist.“

 

Sie liegt abends im Bett, streckt sich und sagt:

„Guck mal, bis wohin meine Füße gehen! So lang sind die. Das ist auch der Grund, warum ich sie manchmal nicht so gut kontrollieren kann.“

 

„Du hast keine rosa Jacke, Nono.“

Sie kramt in ihrer Kiste, hält mir eine rosa Jacke unter die Nase und sagt:

„Und was bitte ist das hier?!“

 

 

Wir wünschen euch einen guten Start in den Mai!

#12von12 im April

Eigentlich war gestern ein Tag für die Tonne – die Kitaeingewöhnung läuft inzwischen mehr als holprig (siehe Bild 6/12) und nimmt mich als Mama verständlicherweise ganz schön mit. Außerdem wird die kleine Madame wohl krank und ist dementsprechend drauf. Ich konnte gestern ungelogen keine 2min vor dem Computer sitzen und wenigstens darüber n a c h d e n k e n, was ich arbeiten sollte. Das ist frustrierend. Es heißt ja, Selbstständige arbeiten selbst und ständig, aber ich konnte mich gestern darauf verlassen, dass sie sich im Minutentakt irgendwo gestoßen oder Dummheiten gemacht hat, etwas haben wollte oder quengelig war, weil sie einfach mit der Gesamtsituation unzufrieden gewesen ist. Kennt ihr das? Statt wie sonst um 4 sind wir dann schon um 3 die große Schwester von der Schule abholen gegangen, weil wir es drinnen einfach nicht mehr ausgehalten haben. Nun ja, 12 schöne Bilder haben wir trotzdem gemacht, hier sind sie:

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[6] aus #12von12 Kitaeingewöhnung Tag 7: ganz großer Mist. So gut, wie es letzte Woche angefangen hat, so schwierig ist es heute. Während ich mit den Großen oben Musik gemacht habe, war sie unten in ihrer Gruppe und hat sich nach kurzer Zeit wieder so reingesteigert ins Weinen, dass nichts geholfen hat. Wollte nicht malen, nicht raus gehen, nicht trinken, nicht Keks essen, nicht bauen, nichts. Die Erzieherin sagt, sie weiß nicht, womit sie sie "kriegen" kann und was sie gerne macht. Und genau das ist es: eigentlich macht sie all das gerne, was die Erzieherin ihr vorgeschlagen hat 😞 nach einer Stunde hat eine Kollegin mein Kind auf dem Arm mit raus genommen. Aber auch da – nur am Schluchzen, ganz rote Augen. Nun ein neuer Plan: morgen einen Tag "Pause" und ab Donnerstag fangen wir noch mal von vorne an, also ich bleibe mit drin und auch nur 1h pro Tag… Jetzt ist sie ohne Meckern sofort eingeschlafen. Bin mir nicht sicher, ob da nicht auch wieder was im Anzug ist. Hustet seit gestern 😩 #6von12 #kita #eingewöhnung #kindergarten #woche2

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Mehr gibt’s bei Draußen nur Kännchen zu sehen.

15 Monate kleines F

Meine liebe Felicia,

3 Monate ist er nun schon her, dein 1. Geburtstag, den wir mit bunten Luftballons, Regenbogenkuchen, Glitzerkleidchen und vielen lieben Gästen gefeiert haben. Ich habe überlegt, erst wieder einen Brief zu schreiben, wenn du 1,5 Jahre alt wirst, aber weil sich gerade in den ersten Jahren jeden Monat so Vieles verändert und entwickelt, was man hinterher vieleicht vergisst, schreibe ich doch jetzt schon.

Zu deinem Geburtstag, kurz vor Weihnachten, hattest du gerade deine ersten freien Schritte gemacht, brauchtest aber noch eine „psychologische Hand“ als Stütze. Die Zeiten sind vorbei! Du läufst seit Anfang Januar nun ganz alleine und es ist unglaublich schön, dir dabei zuzusehen. Mit deinen großen pinken Turnschuhen in Gr.22, die draußen im Garten manchmal schnellere Schritte machen, als der restliche Körper, wirbelst du selbstbewusst durch die Gegend und bist kaum aufzuhalten.

 

Wenn deine Schwester und andere Kinder im Garten toben, bist du natürlich mittendrin! Was gibt es Schöneres? Es ist so toll, euch beim gemeinsamen Spielen zuzusehen. „Dinga“ (Kinder) rufst du dann ganz begeistert und lachst. „Dinga“ ist übrigens universell einsetzbar und zugleich die Bezeichnung für deine große Schwester. Ansonsten hältst du dich mit dem Sprechen sehr zurück. „A-a!“ und die ausgestreckte Hand sind nach wie vor Mittel der Wahl, wenn du etwas haben möchtest. Dein Vokabular umfasst außerdem „Mama“, „Papa“, „Sasa“, „Ja“, „Ei“ (streicheln) und …. „DREI“ (man beachte im Video die jeweils 4 Zähne oben und unten, Backenzähne in the making übrigens, Spitzen sind schon da – autsch!).

 

Ich spreche sehr viel mit dir, von früh bis spät, frage: „Was möchtest du haben?… Möchtest du etwas trinken?…Oder möchtest du die Schokolade?…Wie macht der Hund?…Wollen wir Musik hören?…“. Anstatt darauf zu antworten, nickst du heftig oder schüttelst – genauso heftig – deinen kleinen Kopf. Aber auch, wenn du nicht viel sprichst, verstehst du fast alles! Aufforderungen wie „Bring mir mal bitte den Schal“, „Hol mal deine xy (Mütze, Schuhe, usw.)“ funktionieren wunderbar. Auch auf die Frage „Möchtest du ein bisschen schlafen?“ kennst du eine eindeutige Antwort, perfekt artikuliert in Mimik und Gestik. Nur, weil man dich nicht versteht, heißt das aber nicht, dass du nichts erzählst. Im Gegenteil! Mit „A-a“ orderst du dir das Telefon und möchtest dann deine Uroma anrufen. Ein Riesenkauderwelsch kommt da manchmal aus deinem süßen Mund, mit richtiger Satzmelodie und großen Augen – siehe Video. Ich bin gespannt, wann daraus Deutsch wird!

 

Du hast Anfang des Jahres e-n-d-l-i-c-h einen Kuschelfreund gefunden, Giraffi. Die hilft zwar nicht, wenn du nachts aufwachst – und ja, das tust du immernoch mehr als 1x – aber beim Mittagsschlaf ist sie ein treuer Freund an deiner Seite. Es sieht so niedlich aus, wenn du dir die Giraffe mit dem langen Hals zwischen Schulter und Wange klemmst, wenn ich „kuschel, kuschel“ sage, awww ❤

 

Einen Monat nach deinem Geburtstag warst du im Urlaub, eine Woche Teneriffa. Das hat dir gefallen! Die Flugdauer (5 Std) habe ich als das maximal Erträgliche empfunden, weil du noch keinen eigenen Sitz hattest, dich bewegen wolltest und an Schlaf nicht zu denken war. Und wenn man dann so eng sitzt, dass man selber kaum Luft bekommt, dem großen Kind die Stifte runterfallen und das kleine immerzu den Tisch vor sich hoch und runter klappen möchte, ist man froh, wenn man endlich da ist. In dieser einen Woche hast du geschlafen. Die ganze Nacht bis zum nächsten Morgen, mit deiner Schwester und mir im Doppelbett. Ich konnte mein Glück kaum fassen! Dieses Schlafverhalten hielt allerdings nur bis 2 Tage nach der Rückkehr an. Zu früh gefreut :/ Auch beim Osteopathen waren wir deswegen inzwischen, aber auch das hat keine Wirkung gezeigt. Letzte Hoffnung: Kindergarten.

Am Strand von Teneriffa haben wir zum ersten Mal festgestellt, dass du deine Hände nicht gern schmutzig machst. Wenn du gekleckert hast, hingefallen bist oder im Sandkasten warst, streckst du kurz danach deine Händchen in die Luft und möchtest, dass sie sauber gemacht werden. Das hast du von mir!

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Bye Bye Teneriffa! #Tenerife #blacksand #babygirl

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Du guckst dir unheimlich viel von deiner großen Schwester ab und manchmal vermute ich, du weißt gar nicht, dass du noch so klein bist, sondern denkst, du bist genau so groß wie sie. Ich kann mich nicht erinnern, dass Fiona so früh gemalt hat. Dich hingegen trifft man selten ohne Papier und Stift an. Auch die richtige Stifthaltung, die du dir abguckst, wenn deine Schwester Hausaufgaben für die Schule macht, probierst du schon aus mit deinen kleinen Fingern. So niedlich! Mit den dicken Holzbuntstiften gehst du auf alles los, was sich nicht schnell genug wehren kann. Den Couchtisch im Wohnzimmer hast du auf diese Weise verschönert und auf der AquaDoodle-Matte wolltest du mal mit etwas anderem als immer nur Blau malen. Besonders niedlich ist es, wenn ich zu Beginn einer neuen Woche meinen Timeplaner umblättere und am unteren Rand Bleistiftstriche von dir finde. An meinen Schreibtisch kommst du also offensichtlich auf Zehenspitzen gerade so ran. Außerdem liebst du Puppen, Bücher, die Registrierkasse und die große Holzkugelbahn. Motorisch bist du sehr geschickt; deine Königsdisziplin: Deckel wieder auf die Fruchtquetschis schrauben.

 

 

Du interessiert dich brennend für alles, was mit Musik zu tun hat. Das mag nach Wunschdenken meinerseits aussehen, ist es aber ganz objektiv betrachtet tatsächlich nicht. Wenn Musik läuft, gehst du ein bisschen in die Knie und wippst dabei lässig hoch und runter, das wird bestimmt mal ein neuer Tanzstil! Außerdem drückst du gerne Tasten auf allen Instrumenten, die du finden kannst. Dabei benutzt du nicht die ganze Hand mit  vielen Tasten gleichzeitig, wie es Babys normalerweise tun, sondern du suchst dir mit einem Finger ganz gezielt einzelne Tasten aus und drückst die herunter. Auch das hast du dir mit Sicherheit schon von deiner großen Schwester abgeschaut. Meine Partituren und Notenhefte sortierst du regelmäßig und markierst die schönen Stellen mit Stiften, wenn ich nicht aufpasse. In die Notenhefte guckst du so interessiert rein, als ob du sie wirklich lesen könntest.

 

Du bist ein absolutes Draußenkind und machst nichts lieber, als in den Garten oder spazieren zu gehen. Dort beschäftigst du dich ganz alleine, setzt dich auf die kleinen Kinderstühle, schiebst den Puppenwagen durch die Gegend und probierst das Bobbycar aus. Auf Englisch würde man dazu sagen: she simply enjoys herself. Nicht selten kommst du schon während des Frühstücks mit deiner Jacke oder deiner Mütze an oder bringst mir deine Schuhe, wenn ich unter der Dusche stehe. Diese Freude in deinen Augen zu sehen, wenn ich frage, ob du raus gehen möchtest, ist unbezahlbar!

 

Die schönsten Momente für mich sind die, in denen du mit deiner Schwester spielst, ich von außen zusehe und mein Glück kaum fassen kann: 2 so tolle Mädchen – und die sind meine! Oft fühlt es sich ein bisschen unwirklich an, tatsächlich eure Mama zu sein, aber es macht mich einfach nur stolz, euch beide zusammen zu sehen. Wenn du Dummheiten machst, höre ich deine Schwester rufen: „Man, Felitschi!“, z.B., wenn du ein von ihr gemachtes Puzzle in einer unbeobachteten Sekunde blitzschnell wieder auseinandernimmst, um deine motorischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Shit happens! Letztens hat sie für dich ein Auto aus einem leeren Pappkarton gebastelt, Räder ausgeschnitten, angemalt und aufgeklebt und dich damit durch die Wohnung geschoben. Ihr habt beide gequietscht vor Freude, das war so süß! Andererseits weißt du aber auch schon ganz genau, was du nicht willst und quittierst Kuschelattacken mit dem sogenannten „Nono-Ton“ – einem lauten, hohen „Ä!“. Du hast sehr konkrete Vorstellungen und kannst auch ganz schön wütend werden, wenn etwas nicht so läuft, wie du es dir gedacht hast. Neu ist auch das berühmte Fallen-Lassen, kenne ich von deiner Schwester überhaupt nicht! Letztens auf dem Stoffmarkt (viele Leute, Gedränge, unübersichtlich) wolltest du aus dem Kinderwagen raus. Ich nahm dich auf den Arm, du hast dich rausgewurmt, wolltest offensichtlich runter. Ich sagte: „Du kannst laufen, aber mit Anfassen.“ Du wolltest aber alleine laufen. Als ich dich dennoch an die Hand genommen habe, hast du dich plötzlich meckernd fallen lassen wie eines dieser Holztierchen, auf die man unten rauf drückt und die dann in sich zusammenfallen. Noch ein bisschen früh für die „terrible twos“, oder?

 

Die wohl aufregendste Zeit steht dir genau jetzt bevor: vor 3 Tagen hat für dich die Kita begonnen, du bist nun kein Baby mehr, sondern ein großes Kindergartenkind! Juchu!!

Gleich am 2. Tag konnte ich in einem anderen Raum mit den Großen Musik machen, während du in deiner Gruppe friedlich gespielt hast. Die Erzieherin war völlig von den Socken und meinte, so etwas habe sie auch noch nie erlebt. Eingewöhnung XXXL, in einem rasanten Tempo. Und sie hätte gerne mehr Kinder von der Sorte, weil du so unkompliziert bist. Ich glaube, das klappt bisher so gut (*toi toi toi*), weil du einfach glücklich über Abwechslung bist. Endlich passiert mal was. Malen, spielen, rausgehen – das ist absolut dein Ding! Wir machen genau so weiter und erhöhen deine Kitazeit jede Woche ein bisschen, ab Montag darfst du dann schon Mittag mitessen. Ich bin sehr stolz auf dich, mein kleines großes Mädchen und musste eine Träne herunterschlucken, als du am Montag ganz selbstverständlich mit deinem Rucksack auf dem Rücken und Giraffi unter dem Arm losgegangen bist „zu den Kindern“. So schnell werden sie groß…hach.

 

So aufregend und schön es ist, mitanzusehen, wie du mit allen Sinnen die Welt entdeckst und deinen Platz in ihr findest, tut es auch ein klitzekleines bisschen weh, sich buchstäblich mit großen Schritten von der kuscheligen Babyzeit zu verabschieden.

Werd‘ nicht so schnell groß, okay?

Ich hab dich lieb.

Deine Mama

Best-Of Juli

Trotz partieller Zerstreutheit (haben wir Sonnencreme? Bikinis? Windeln? Oh Gott, ich habe Fionas Schlafanzug noch nicht im Koffer…) möchte ich noch schnell das Juli-Best-Of verbloggen, bevor wir heute Nacht für 10 Tage in Richtung Kreta starten und den deutschen „Sommer“ erstmal hinter uns lassen
Hier kommen also unsere schönsten Insta-Momente aus dem Juli 2015:

Quallenkleid genäht für den kleinen Forscher 

Schulbücher bestellt, hach ist das toll! 

Obligatorisches Gartenbaden in der Schüssel, 
die irgendwie jedes Jahr ein bisschen kleiner wird 😉 

Gipsverpackung 
(bis die Tüte beim Planschen im Pool geplatzt ist 
und wir den Rest des Tages föhnend verbracht haben…) 

Liebeserklärung vom Kitafreund, so süß!

 Sommer im Garten

Modderspaß.
Das gehört doch irgendwie zum Kindsein dazu oder?
(auch wenn ich mich schon waschen möchte, wenn ich nur das Bild angucke, haha)
 

Fußie-Liebe, ich muss die ständig küssen!

Mein Mann und ich bereiten in jedem Jahr für das Hoffest nach unserem großen Sommerkonzert einen musikkabarettistischen Beitrag vor. Dieses Mal: „An der schönen blauen Donau“, begleitet von vorher verteilten Glockenspieltönen *pling pling, pling pling* im Publikum und Musik-Bingo – der Renner!

Ein sicher nicht in der Ecke verstaubendes Abschiedsgeschenk 
für die tollste Kita-Erzieherin der Welt

…und die dazugehörige Schultütenparty, 
Häschteck MamaInDerKüche:
Regenbogen-Obstspieße und (wortwörtlich) „Zuckertüten“

Geschenk der Kinder für mich, weil ich mit ihnen Musik gemacht habe ❤
 

 Geschwisterplüsch!

Hey, Baby! 7 Monate alt! Das erste Karten-Foto im Sitzen!
(danach hat sie geniest und ist durch die rückwärtige Beschleunigung erstmal umgekippt…ich konnte leider nicht fotografieren, hatte mit Lachen zu tun)

 „Wir“ stillen immer noch tröpfchenweise. 
Kleine Pause vom Alltag, Welt aus!

Großkind baumelt. Mit Eisfleck, seh ich gerade.
Kleine Brombeere. Zuckersüß oder?

Nochmal Geschwisterplüsch und der erste Fahrradausflug zu dritt!

Sommeroutfits genäht
Griechenland, wir kommen!

Eines Abends spontan: 
„Mama, ich möchte basteln. 
Irgendwas mit Meerestieren. 
Hast du ne Idee?“
– Well…Ich nicht, aber Pinterest hat! 

Und ein paar Zitate habe ich auch noch für euch.
Fiona ist 5 Jahre und 9 Monate alt.
„Mama, hör mal, ich habe mir ein Lied ausgedacht.“
(spielt)
– „Oh, das ist aber schön! Wie soll es denn heißen?“
„Naja, wenn ich es gespielt habe, dann kennt man es ja. 
Also nennen wir es „Den bekannten Walzer“.

„Weißt du, als der Gips abgemacht wurde, das hat sich echt unterirdisch angefühlt!“
Sie wacht nachts auf, sitzt kerzengerade im Bett, sagt
„Was ist eigentlich mit Quallen?!“ und „Ich wollte doch noch üben!“ 
und fällt wieder zurück in ihr Kissen…

„Ich weiß, wo wir mal hinfahren müssen: in den Kongo! 
Da gibt es Kurzhalsgiraffen: 
kurzer Hals, Stirnhöcker, kleine Ohren und Po wie ein Zebra. 
Die muss ich sehen!“

„Heute gab es ganz witzigen Kuchen: gefrorenen Hund!“

„Fiona, machst du bitte dein Bett?“
– „Aber das geht nicht! Ich habe doch heute Nacht in eurem geschlafen!“

„Weißt du, Mama, leben ist schön.“
– „Wie meinst du das?“
„Na zu leben, das ist einfach toll!“

„Bei Papas Schuh ist die Schleife irgendwie verwirrt.“

Felicia gähnt und streckt sich.
Fiona: „Boah, die hat sich ja richtig ausgedehnt!“

„Guck mal, Mama, das ist mein Beethoven-Filly.“
– „Achso? Hast du das so genannt?“
„Ja, die Mähne sieht so aus wie die Haare von Beethoven.“

Sie spricht über eines ihrer Lieblingsessen, 
halbes Hähnchen, auf berlinerisch Broiler.
„Wann gibt’s denn mal wieder Keule am Stiel?“ 
 
2 gelbe und eine schwarze Tonne stehen vor unserem Tor.
Fiona: „Guck mal, wir haben Dortmund-Mülltonnen!“ 
 
„Instrument mit N“
– „….hm….NASENFLÜGEL!“
 
„Mama, gefällt dir mein neues Filly?“
– „Ja.“
„Wirklich?“
– „Ja.“
„Dann sag das mal bitte cooler!“
 
Kind auf dem Spielplatz sieht Felicia in der Manduca.
„Wir haben auch so eins! Unsers heißt Ayden. Schreit deins auch so viel?“
 
„Was habt ihr heute so gemacht in der Kita?“
– „Wir haben uns als Prinzessinnen verkleidet.“
„Oh cool, du auch?“
– „Nee, ich war die Lehne von ihrem Geburtstagssofa.“
 
Sie hält mir einen Vortrag über die gefährliche Irukandji-Qualle und sagt:
„Mama, geh bitte nie nach Australien. 
Die lebt dort nämlich! Sonst kommst du mir noch tot zurück!“
 
„Mama, warum kneifst du deine Pickel?!“
 
Wir spielen Pantomime, Gegenstände erraten.
Ich komme nicht drauf und frage:
„Hä? Das sollte eine Klobürste sein?! Was machst du denn damit?“
– „Na umrühren.“

"Ich will zu meiner Mama"

Ein ganz normaler Dienstag Morgen: liebevoll geweckt werden, aufstehen, frühstücken, anziehen, waschen, Zähne putzen, Haare kämmen, zusammen lachen, ein Kuscheltier für die Kita aussuchen und losfahren. Im Auto Fachgespräche über Biene Maja und das Motto für den 5. Geburtstag im Oktober. Alles gut. Vor dem Kindergarten angekommen einen akuten Schnuffelanfall kriegen und noch 5min im Auto sitzen bleiben und mit „Liem-Hasi“ kuscheln (der nur für die Fahrt dabei ist und normalerweise nicht mit in den Kindergarten geht, weil er viel zu wichtig ist…). Krümelmonster, der eigentlich heute mit rein sollte, im Auto lassen und stattdessen Hasi mitnehmen. Okay, ausnahmsweise… Danach folgte mein persönlicher Kita-Albtraum:

In der Garderobe angekommen, wollte sie plötzlich nicht Jacke und Schuhe ausziehen, sondern drückte sich mit dem Gesicht an mich. Nanu? Ich half ihr beim Ausziehen und wir gingen zum Gruppenraum, die Tür stand offen. Von Weitem winkte schon die Erzieherin. Ich kniete mich hin um sie zu verabschieden, mit einem Kuss, „Viel Spaß“ und „Ich hab dich lieb“, wie jeden Morgen. Auf ein Mal hing sie sich an meinen Hals, setzte sich auf meinen Schoß und sagte, sie wolle nicht hier bleiben und lieber mit mir mitkommen in die Schule. Oh nein! Ich redete die nächsten 10 Minuten wie mit einem kranken Tier. „Willst du mal gucken, was die anderen da basteln“, „wollen wir mal schauen, ob deine Freundin schon da ist“, „ihr geht nachher bestimmt in den Garten“, „weißt du schon, was es heute Leckeres zum Mittag gibt“, „Ich muss doch heute wieder in die Schule und danach hole ich dich ganz schnell ab“, … Nichts half. Beim heftigen Umarmen stieß sie sich zu allem Überfluss auch noch den Kopf am Türrahmen und die Tränen rollten. Ihre beste Freundin kam und sagte, sie könne gerne mitspielen mit dem Puppenhaus, allerdings gäbe es keine Puppen mehr. Ich: „Ach, da findet ihr bestimmt noch eine!“ Die Freundin: „Nee, wirklich, da sind nur noch zwei. Eine hat Amélie und eine habe ich.“ Super.
Kind klammerte weiter. „Ich will bei dir bleiben.“

Irgendwann kam die Erzieherin und flüsterte mir zu, sie glaube, wir sollten besser kurzen Prozess machen. Sie nahm Fiona auf den Arm, ich beugte mich rüber um sie zu küssen, als sie schon „neeeiiiiiin“ rief. Dann sagte ich ihr, dass ich sie lieb habe und ging. Im Flur hörte ich sie noch schreien: „ICH WILL ZU MEINER MAMAAA!“. Ich lief schneller, die Tränen rollten meine Wangen hinunter. Ich drehte mich nicht nochmal um obwohl meine Beine schwer waren wie Blei und ich am Liebsten stehengeblieben wäre. Die gesamte Rückfahrt im Auto heulte ich wie ein Schlosshund.
Immer wieder hallten die Worte in meinem Kopf nach, ich hörte sie rufen: „Ich will zu meiner Mama!“. Es hat mir fast das Herz gebrochen. Ach, was sage ich. Es HAT mir das Herz gebrochen.
Es erinnerte mich an meine Kindheit, ich hatte das auch manchmal. Ich weiß, wie schlimm dieses Gefühl ist in dem Moment und wie allein man sich fühlt. Aber ich weiß auch, dass es ihr nicht hilft, wenn ich sie dann wieder mit nach Hause nehme. Vielleicht ist sie einfach mit dem falschen Fuß aufgestanden. Den ganzen Morgen war alles okay. Sie mag die anderen Kinder und auch die Erzieherin sehr gerne. Ich weiß nicht, was sich heute früh in dem kleinen Kopf abgespielt hat. Während ich jetzt, nach über 2 Stunden, immer noch daran denke und mich kaum auf meine Unterrichtsvorbereitung konzentrieren kann, ist bei ihr bestimmt schon wieder alles in Butter und wenn ich sie abhole, wird sie sagen, ich sei viel zu früh, sie wolle noch im Garten spielen…

Zum Glück ist so ein „Anfall“ sehr selten, vielleicht 2x im Jahr, aber wenn, dann leide ich wohl noch viel mehr als sie. Ich glaube, durch die Schwangerschaftshormone kam es mir heute noch schlimmer vor. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber obwohl man eigentlich weiß, was man tun muss (verabschieden und gehen, Stichwort liebevolle Konsequenz), fühlt man sich in der Situation so hilflos. Es hätte nicht mehr viel gefehlt und wir hätten beide heulend auf einem viel zu kleinen Kindergartenstuhl gesessen und nach unseren Mamas gerufen. Kennt ihr das?

Und an Tagen wie heute wird einem bewusst, wie viel Wahrheit doch in dem Spruch mit dem Herzen steckt, das man ab der Geburt außerhalb seines Körpers trägt…

Foto: angieconscious/ pixelio.de