Die große Liebe

Mit dem ersten Kind ziehen sie in die Wohnung ein.
Sie kommen nicht alle auf ein Mal, sondern Stück für Stück.
Hier mal eins, da mal eins: ach ist der nicht süß…? Mama, den möchte ich unbedingt haben!
Nach und nach bevölkern sie erst das Kinderzimmer und irgendwann die ganze Wohnung.
Will sich das Kind mal so richtig stinkwütend und trotzig mit Schwung in die Ecke werfen, wird nichts passieren, denn die Ecken sind bunt gepolstert.
Lauter niedliche Knopfaugen gucken unschuldig von den Regalen und feiern wilde Partys, wenn wir nicht zu Hause sind. Anders kann ich mir das Chaos in deren Reich beim besten Willen nicht erklären. Da wird lustig mit Spielzeugbaggern geworfen, es werden heimlich Stiftspitzen abgebrochen, Pixibücher geknickt und Murmeln unters Bett gekullert.
Ginge die Entwicklung so rasant weiter, wie in den ersten paar Jahren, würde mir wohl irgendwann Teddy persönlich am Abend die Tür aufmachen und mir die Jacke abnehmen. Ihr ahnt es sicher schon: die Rede ist von KUSCHELTIEREN.

 
eine kleine Auswahl…

meine Kuh „Emma“, die Fiona immer
liebevoll „Elmar“ nennt nach
dem gleichnamigen Buch mit dem Elefanten ^^

Versteht mich nicht falsch: ich liebe Kuscheltiere, wirklich. Ich habe selber welche, die auch noch nicht in non’schen Besitz übergewandert sind, die werden höchstens mal zum Kuscheln geliehen. Aber irgendwann ist der anfangs noch recht übersichtliche Bestand explodiert und jetzt kann Fiona fast jeden Tag im Jahr einen anderen Plüschfreund mit in die Kita nehmen…Wann ist das passiert?

Die ortsansässigen Kuscheltiere lassen sich in 3 Gruppen einteilen:
 
1.) nur Deko
2.) nähere Bekannte
3.) große Liebe

Zu Kategorie 1 zählen bedauerlicherweise die meisten. Die haben ihren festen Platz im Regal, den sie nur zu o.g. Sturmfrei-Partys verlassen. In Gruppe 2 fallen die, die an den sog. Kuscheltiertagen (alle Tage, die auf „g“ enden ^^) eventuell mit in den Kindergarten kommen dürfen. Die Spanne reicht von einer winzig kleinen Monchichi-Dame, die Mama gekauft hat, weil sie sie so an ihre Kindheit erinnert, bis hin zu der großen pinken Build-a-Bear-Kitty, die sogar eigene Schuhe und Kleider vorweisen kann. Wenn letztere zum Mittagsschlaf mit in den Kindergarten geht, muss die Erzieherin vermutlich noch eine weitere Matratze stellen, denn Kitty ist wirklich sehr groß…
Dazwischen finden sich ein paar „halbstarke“ Oktonauten, sprechende Enten, Micky Mäuse und eine ganze Batterie an Hasen in unterschiedlichen Größen und Farben. Damit wären wir auch schon bei Kategorie 3 angekommen: der großen Liebe.
Bisher haben wir nur ein Kind, fühlen uns aber wie Eltern von Zwillingen, denn um Hasi, den einzig wahren „lieben Hasi“, dreht sich das gesamte Leben, genauso wie um Fiona. „Liemhasi“, dessen Adjektiv über die Zeit zum nicht deklinierbaren Eigennamen geworden ist, begleitet Nono seit ziemlich genau 3 Jahren auf Schritt und Tritt. Er hat ein etwas struppiges Fell (war mal weich), lange Schlenkerbeine mit dicken Pfoten, eine heute nicht mehr erkennbare Schleife um den Hals und hat bisher schon mehr von der Welt gesehen als manch Erwachsener (das hat auch schon sichtbare Spuren hinterlassen…). Im Alltag ist er nicht mehr wegzudenken: als Kuschelfreund genauso wie als Beulentröster, Spielkamerad, Seelenverwandter und nächtlicher Beschützer. Gerade weil er so einzigartig und wertvoll ist, konnte ich glücklicherweise von Anfang an durchsetzen, dass Hasi nicht mit in den Kindergarten geht, sondern morgens zu Hause einen „Schlaf-Gut-Kuss“ von Fiona bekommt, in ihrem Bett zugedeckt wird und sich dann erst mal ausruhen muss, während sie in der Kita ist, weil er ja die ganze Nacht auf sie aufgepasst hat. Klingt logisch, leuchtet ihr ein. Zum Abholen kommt er dann immer mit und die Wiedersehensfreude bei beiden ist immens. Irgendwann fing sie an zu fragen, was Hasi gesagt hat, als ich ihn geweckt habe, und so sponn ich mir immer neue Geschichten zusammen. Mittlerweile ist es schon zu einem kleinen Ritual geworden:
„Mama, was hat Hasi heute gesagt?“
– „Also, er hat tiiief und fest geschlafen, hat sogar geschnarcht, kannst du dir das vorstellen? Und dann hab ich leise gerufen: „Haaasi, aufstehen, wir wollen doch Nono abholen!“ Und dann hat Hasi gesagt: „Aber ich bin noch sooo müde…“ Und dann hab ich gesagt: „Aber Hasi, wenn du jetzt nicht aufstehst, dann fahr ich alleine zum Kindergarten!“ Und dann ist er aufgesprungen und bis in den Himmel gehüpft und hat gerufen: „Neeeiiiin, ich will doch mit, meine Nono abholen! Ich hab sie sooo vermisst! Fahren wir jetzt gleich? Darf ich in ihren Sitz? Kannst du mich anschnallen?“ …..

Hasi 2009 und 2013

Es ist so schön, in diesen Momenten aus dem erwachsenen Arbeitsalltag abtauchen zu können und gemeinsam mit dem eigenen Kind ein bisschen in die (verloren geglaubte) Phantasie zu reisen! Da soll noch mal einer sagen, Kinder machen Eltern nicht kreativ 😉 Als wir am Wochenende Trampolin gesprungen sind, habe ich meinen roten Schal zum Hüpfen zur Seite gelegt, woraufhin ihn sich Fiona geschnappt und in die Mitte des Trampolins gelegt hat. Das sei das Feuer, wo wir auf keinen Fall reinspringen dürften – wir hatten solchen Spaß!
Aber zurück zum Hasi: eines Morgens durfte er ausnahmsweise mitfahren zum Kindergarten, weil ich an dem Tag vor dem Abholen nicht nochmal nach Hause gekommen wäre um ihn zu holen. Seitdem muss Hasi jeden Morgen mitkommen und sie verabschiedet sich erst direkt am Kindergarten von ihm. Heute morgen hatten wir keinen guten Start. Ein paar Minuten nach dem Losfahren stellte Fiona panisch fest, dass sie ja Liemhasi vergessen habe! Ich erfand spontan allerhand Geschichten, weshalb er vor dem Losfahren direkt eingeschlafen sein könnte, sang mit ihr Lieder und spielte „Ich sehe was, was du nicht siehst“ um sie vom fehlenden Langohr abzulenken. Aber vergeblich… Sogar im Kindergarten bei der Verabschiedung von mir war sie nicht so ausgelassen und fröhlich wie sonst, sondern der vergessene Hasi steckte ihr noch immer merklich in den Knochen. Ich freue mich schon jetzt auf die strahlenden Augen, wenn Hasi beim Abholen nachher um die Ecke guckt und sie wissen möchte, was er heute gesagt hat. Das muss Liebe sein!
Kennt ihr das von euren Kindern auch? Gibt es „the one and only“ oder haben eure Mäuse wechselnde „Bettpartner“?

>>Lange bevor ich erwachsen wurde, lehrte mich ein Teddy, was Liebe wirklich heißt:
nämlich da zu sein, wenn man gebraucht wird.<<
(Jim Nelson)
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Kinder und Sprache

Was klingt, wie ein neues Motto der Eltern-Kind-Blogparade, ist in Wahrheit keins, da geht es nämlich im März um das Thema „Namen“, doch dazu in der nächsten Woche mehr.
Nicht nur, weil ich schon zu Schulzeiten ein Sprachfreak war, liegt mir dieses Thema ganz besonders am Herzen. Ich finde es einfach unglaublich wichtig, dass mit Kindern viel und vor allem richtig gesprochen wird. Natürlich verschlägt es Eltern erfahrungsgemäß kurz nach der Geburt das gängige Vokabular und aus „Hallo Baby, hast du gut geschlafen? Möchtest du etwas essen?“ wird kurzerhand „HeieieimeinSchnuckiputzimutzihaddufeinHeiagemacht? Lecker Happahappa?“, aber irgendwann legt sich das auch wieder, spätestens, wenn der neugierige Toddler anfängt, Steckdosen, Besteck und Stereoanlagen auf eigene Faust zu erkunden („NEIN!“).

Als ich noch als Musiklehrerin im Kindergarten gearbeitet habe, habe ich wirklich krasse Situationen erlebt. Nicht nur, dass ein 5-Jähriger absolut akkurat und ausdauernd ausmalt und ein anderer in der gleichen Gruppe völlig wahllos mit Schwarz von links oben nach rechts unten kritzelt, sondern auch, dass ich trotz geschulter (und kleinkindgeübter) Pädagogenohren nicht verstehen konnte, was ein 4-jähriges Kind mir sagen möchte. Migrationshintergrund gab es in diesem speziellen Fall übrigens keinen. Als ich die Erzieher darauf angesprochen habe, meinten die nur, das Kind käme aus einem sog. „bildungsfernen“ Haushalt, bei dem die Eltern den Kitaplatz nur bekommen hätten, weil das Kind im Kindergarten besser aufgehoben sei als zu Hause. Traurig! Was elterliches Desinteresse in Verbindung mit dem Parken vor dem Fernseher aus der Sprachentwicklung macht, hatte ich dort direkt vor Augen.
Für mich war es selbstverständlich, dass ich mit Fiona von Anfang an viel gesprochen habe. Auch heute noch frage ich sie beim Abholen aus dem Kindergarten nicht nur allgemein, wie ihr Tag war, sondern ich frage nach konkreten Dingen oder Situationen, wie „Was gab es denn zum Mittag?“, „Was habt ihr heute alles gemacht?“, „Wer hatte heute Tischdienst?“ oder „Mit wem hast du heute gespielt?“. Manchmal ist sie nicht in der Stimmung und sagt: „Das möchte ich nicht sagen.“ Das ist auch völlig okay, aber ich gebe ihr immer die Gelegenheit, mir von ihrem Tag zu erzählen und berichte ihr dann wiederum auch von meinem. Denn die Sorgen, Probleme und Gedanken der Kinder sind für sie in dem Moment genauso groß wie für uns Erwachsene unsere! Da ist es nicht der Steuerbescheid oder die Mahnung im Briefkasten, sondern der grüne Stift mit der Kappe vom gelben, weswegen die Welt untergeht… Ernst nehmen ist also auch ein großes Stichwort.

Neben dem Sprechen ist auch das Vorlesen ein ganz wichtiges Ritual, das in keiner Familie fehlen sollte! Auch wenn die Kinder irgendwann den kompletten Text vom König-der-Löwen-Buch mitsprechen können und sogar schwere Wörter wie „Scars Schreckensherrschaft“ problemlos über die Lippen kriegen, hat das Vorlesen seinen Zauber nicht verloren!
Unsere Buchbibliothek hat vielleicht etwas den Rahmen gesprengt, denn Nono hatte schon mit knapp einem Jahr eine beachtliche Sammlung im Regal, aber sie ist irgendwann von sich aus zum Schrank gegangen, hat sich Bücher rausgenommen und sie mit mir gemeinsam „gelesen“. Schöne Momente! Ein Highlight, was ich übrigens bis heute (!) nicht aussortieren durfte, war „Das kenn ich schon“, ein großformatiges, farbenfrohes Bilderbuch von Moni Port. Auf jeder Doppelseite sind Dinge des täglichen Lebens abgebildet, z.B. Lebensmittel, Kleidungsstücke, Fahrzeuge, Spielzeuge, Musikinstrumente, etc. Besonders große Freude hatte Fiona an dem umgekippten Glas Milch mit der Bildunterschrift: „Milch umgefallen (nicht so schlimm)“, dem kaputten Ei und der Barbie mit abgebrochenem Bein. Auf der NEIN-Seite sind Messer, Wein, Hundekacke, Steckdose, Nähnadeln, Glasscherben, Fliegenpilze und anderes nicht Empfehlenswertes abgebildet. Sie hat es geliebt und täglich „gelesen“. An „Papas Karre“ auf der Musikinstrumentenseite erinnere ich mich noch gut!

Von Experten wird geraten, die süßen Zwei-Wort-Sätze wie eben „Papas Karre“ im ganzen Satz zu wiederholen, in dem Fall also: „Richtig, das ist Papas Gitarre!“. Das macht man in der Regel automatisch so. Kinder lernen eine Sprache natürlich nicht durch das Pauken grammatikalischer Regeln, sondern allein durch Imitation, sie hören sich also den korrekten Satzbau und die richtige Reihenfolge der Wörter ab und machen es nach. Ganz besonders effektiv ist Sprache in Verbindung mit Musik. Wer sich schon ein Mal in seinem Leben darüber gewundert hat, dass lästige Definitionen einfach nicht hängen bleiben wollen, wohl aber der Songtext des neusten Hits von Katy Perry, wird das bestätigen können. Bei den Allerkleinsten ist das genau das Gleiche. Wenn Eltern anfangs für und später mit ihren Kindern singen, ist das erstens eine ganz besondere, emotionale Zuwendung und zweitens verankert sich die Sprache durch Melodie und Rhythmus wie von selbst und muss später nur noch abgerufen werden. Wenn ich belächelt wurde angesichts der Tatsache, dass ich Musikkurse für Babys ab 6 Monaten angeboten habe, musste ich immer wieder betonen, dass das nicht in erster Linie Kurse für die Kinder, sondern Kurse für ihre Eltern sind! Denn genau die sollen dort lernen, wie sie ihr Kind zu Hause gezielt fördern können und mit Frühförderung meine ich nicht „Chinesisch für Krabbelkinder“ für alle, die überzeugt sind, kleine Einsteins ausgebrütet zu haben, sondern die Entwicklung und den richtigen Gebrauch der Muttersprache.
Ich höre oft Sätze wie: „Früher gab es diesen ganzen Kurswahnsinn noch nicht und wir sind trotzdem groß geworden.“ Ich lehne mich so weit aus dem Fenster und behaupte, dass Eltern und speziell die Großeltern diesen „Kurswahnsinn“ schlicht und ergreifend nicht gebraucht haben, weil es selbstverständlich gewesen ist, dass dem Nachwuchs einfache Kinderlieder vorgesungen wurden und er zu „Hoppe Hoppe Reiter“ im Silbenrhythmus auf den Knien geritten und in den Sumpf geplumpst ist. Alle Kinder lieben Kniereiter und können gar nicht genug davon bekommen. Aber wer kennt denn heutzutage noch welche davon außer vielleicht den oben genannten? Wer weiß denn noch, was die fleißigen Handwerker im gleichnamigen Lied für Berufe hatten? Es geht soweit, dass ich beim Instrumentalunterricht mit meinen Erstklässlern in fragende Gesichter gucke, wenn ich mit ihnen „Der Kuckuck und der Esel“ oder „Old McDonald hat ’ne Farm“ singen und spielen möchte…

Nicht zwingend notwendig (ja, ja, ich weiß, wir sind auch ohne groß geworden… 😉 aber hoch interessant zum Thema Sprachentwicklung ist auch die Babygebärdensprache. Schon mal gehört? Die Gebärden haben in dem Fall nichts mit Taubheit zu tun, sind sie doch für hörende Kinder von hörenden Eltern gedacht, denen die Zeichen eine Möglichkeit der Kommunikation bieten, bevor das Kind sprechen kann. Da die motorische und geistige Entwicklung schneller verläuft als die der Sprache, kann sich ein Kind schon früh (mit ca. 7-9 Monaten) verständigen und über die Zeichen Wünsche und Bedürfnisse ausdrücken. Das Geheimnis dieser besonderen Kommunikation liegt – wie bei so vielem – in der Wiederholung. „Winke-Winke“ dürfte den meisten als gängiges Zeichen zur Begrüßung und Verabschiedung bekannt sein. Darüber hinaus gibt es Gebärden für „Trinken“, „Essen“, „Schlafen“, „Windel“, „Noch mehr“, „Aua“, etc., was so ein kleiner Mensch eben benötigt, um sich auszudrücken. Die meisten Zeichen sind absolut logisch und liegen wortwörtlich auf der Hand (Trinken = wie Becher zum Mund führen, Schlafen = Handflächen aneinander und an die Wange legen). Die Befürchtung, dass das eigentliche Sprechenlernen durch die Benutzung der Zeichen verzögert oder gar gehemmt wird, ist völlig unbegründet. Da die Gebärden immer in Verbindung mit dem jeweiligen Wort/Satz verwendet werden, wird die Sprachentwicklung enorm unterstützt und gefördert.
Warum ich das schreibe, obwohl mein Kind schon lange über das Zeichenalter hinaus ist? Weil ich gerade vor ein paar Tagen bei Sabrina vom Babykeks-Blog ihre positiven Erfahrungen mit der Babygebärdensprache gelesen habe und sie dabei unterstützen möchte, diese tolle Form der Kommunikation mit dem Baby noch populärer zu machen.

Dennoch: auch wenn man sein Kind schon im Babyalter gezielt fördert, gibt es natürlich keine Garantie für frühe Erfolge. Kinder sind kleine Individuen und keine Maschinen. Man kann ihnen das Beste mit auf den Weg geben, aber in welchem Tempo sie sich letztendlich entwickeln, entscheiden sie ganz allein. Fiona konnte zwar sehr früh sprechen und benutzte korrekte Imperative („Iss“, „Nimm“, etc.), dafür trug sie Windeln, bis sie fast 3 Jahre alt war. Das traf meine Oma auf den Punkt: „Redet wie ein Advokat aber sch**** in die Hose…“ ^^

Ich kann – auch zukunftsorientiert für meine Arbeit als Pädagogin – nur hoffen, dass wieder mehr Eltern mit ihren Kindern singen und vor allem viel, viel mit ihnen sprechen und regelmäßig vorlesen. Noch ein schönes und wahres Zitat von der Ideenquelle Pinterest als Schlusswort:

„The way we talk to our children becomes their inner voice.“

Vom Sinn und Unsinn des Spielzeugs

Beim Thema Kinderspielzeug scheiden sich ja die (Eltern-)Geister.
Ich weiß ja nicht, wie das bei euch so ist mit dem Spielzeug, aber ich hatte mir das in der Schwangerschaft ganz romantisch ausgemalt: das eine Lieblingskuscheltier und – aus Dekogründen – vielleicht noch ein paar weitere, eine schön gestaltete Activitydecke für’s Baby und später dann altersgerechtes Spielzeug, natürlich aus Holz und pädagogisch wertvoll! Nur nichts, was hupt, klingelt oder quietscht. Únd schon gar nicht ein ganzes Zimmer voll! Das war vor etwa 3 Jahren.

In der Zwischenzeit ist nicht nur der damals heißgeliebte „Schmettekage“ (siehe Bild) als das Hup-Quietsch-Klingel-Tröt-Spielzeug schlechthin bei uns eingezogen, sondern es folgten noch viele weitere. Die Krönung des elternunfreundlichen Spielzeuges ist allerdings der singende Hund. Die Macher setzten auf Kindchen- bzw. Welpenschema und (scheinbar) hohen pädagogischen Wert und trafen bei meinen Rezeptoren voll ins Schwarze. Diese Naivität bereue ich bis heute!
Drückt man auf seine Körperteile, benennt er sie (ok, das mag noch gehen für die Kleinsten), drückt man nochmal singt er ein Lied und drückt man ein weiteres Mal, erzählt er manchmal rhythmisch unterlegte Fingerspiele. Wenn das alles so schön ordentlich hintereinander ablaufen würde, wäre es auch nicht so tragisch. Ein  spielendes Kind allerdings drückt ungeduldig mit beiden Händen gleichzeitig auf alle Körperteile, wirft den Hund in die Luft, fängt ihn wieder auf, setzt sich rauf und reißt ihm ein Bein ab. Der Hund meint dazu Folgendes: „AbcdefghijkHandgrüneHandOhrDieklitzekleineSpinneBerühremeineZehenBack’nenKeksBack’nenKekslieberBäckerIch habdichliebKopfSchulterKnieundZehDieseskleineHündchengingzumMarktKuckuckichsehdichWuffWuffBistduglücklichunddufühlstesklatschelautDaskitzeltTschüüüß!“

Noch schlimmer war allerdings sein Bruder, der Bär. Wie konnte es überhaupt passieren, dass beide bei uns eingezogen sind? Ich kann mich nicht erinnern, dass einer von beiden ein Geschenk gewesen ist… Vielleicht habe ich gedacht, nach dem Bär kann es nur besser werden?!
Der Sprachlernbär, bekommen zu Ostern als sie ein halbes Jahr alt gewesen ist, „unterrichtete“ auf 2 Sprachen. Man konnte ihn an der Seite auf Englisch umstellen und dann ebenfalls auf dem Bauch auf lustig blinkende Knöpfe drücken. Er ist mittlerweile in den Keller umgezogen, aus den Augen, aus dem Sinn – zum Glück! Bei mir hat sich allerdings seine Leier unwiderruflich eingebrannt: „One little apple – mmmhhh, two little bees – ssssssss, three bunnies – boing boing boing“. Und dann auf Deutsch: „Ein roter Apfel, zwei schelmische Bienen….“ Obwohl ich dachte, des Englischen durchaus mächtig zu sein, konnte ich nicht wiederholen, was er sang, wenn man auf den Apfel drückte. Zufällig hatten wir zu der Zeit eine englische Muttersprachlerin zu Besuch, die nach dem Anhören des Bären nur ungläubig mit dem Kopf schüttelte und ebenso wenig verstanden hatte wie ich.
Stutzig gemacht hatten mich neben dem Englischen aber auch die schelmischen Bienen und die Wörter, die er im Zusammenhang mit dem Apfel benutzte. Ich kriege es nicht mehr zusammen, weiß auch nicht genau, wonach ich googeln könnte. Jedenfalls waren es Worte, die in der normalen Sprache nicht gebräuchlich sind, schon gar nicht für Babys.
Der Bär war wohl meine mit Abstand schlimmste Spielzeugsünde.
Merke: gesunde Skepsis gegenüber batteriebetriebenen Tieren!

Laufe ich heute durch das Spieleparadies unserer 3-Jährigen, auch bekannt als Kinderzimmer, trifft mich angesichts der überquellenden Schränke und Kisten so manches Mal der Schlag. Wie konnte das passieren? Woher kommt das ganze Zeug? Okay, ich gebe zu, ganz unschuldig bin ich nicht… Die Spielzeuganhäufung folgt einem einfachen Muster:
1.) Dinge, die Mama als Kind schon gern gehabt, aber nicht bekommen hat
2.) Dinge, die Mama als Kind selber geliebt hat
3.) Dinge, von denen Mama noch nie vorher gehört hat, sie aber selber gerne ausprobieren möchte…

Wenn ich jetzt alles Spielzeug in eine der drei Kategorien einordnen müsste, würde wohl erstaunlich viel unter Nummer 3 stehen. Das sind dann so Spontankäufe im Laden, bei denen man sich schon fragt, weshalb man sie gekauft hat, wenn man noch nicht mal zu Hause angekommen ist. Klassischer Fall sind die kleinen süßen Fillypferde, die eigentlich gar keine Pferde sind, weil sie eine Stange auf dem Kopf haben. Verpackt sind sie in der Regel in pinkfarbenen Tütchen, in die man nicht reingucken kann – der Überraschungseiereffekt also. Als ich letztens beim Lebensmitteleinkaufen an der Zeitungstheke gestanden habe und ca. 20 BUMMI-Kinderhefte mit in silberglitzernde Tütchen verpackten Extras befühlt habe, kam ich mir schon einen Moment doof vor. Am schlimmsten war dann aber, als darin nicht der – wie ich dachte – von mir befühlte Leuchtstab gewesen ist, sondern ein Rohr zum um-die-Ecke-gucken… Dumm gelaufen geguckt.

Mein erwachtes Interesse an den physikalischen Gesetzmäßigkeiten kann ich mit Fionas Holzkugelbahn und dem Magnetspiel voll ausleben. Während sie mit einer einzigen Schräge vollkommen glücklich ist und staunend beobachtet, wie die Kugeln über die Schanze in hohem Bogen unter den Schränken verschwinden, baue ich mir währenddessen einen Wolf mit den Ergänzungssets und widme mein Interesse dem Newton-Pendel. Kinder sind was Tolles!

Was ich selbst nicht in dem Umfang gehabt und vermutlich deshalb jetzt so viel im Schrank habe, sind Spiele. Der Obstgarten funktioniert immer, allerdings ist Fiona absolut scharf darauf, dass der Rabe das Obst bekommt. Von den Machern wohl anders gedacht, aber der olympische Gedanke zählt. Der des Raben ^^
Memory geht leider noch gar nicht. Als App auf dem Handy funktioniert das wunderbar, weil die Karten sich von alleine wieder umdrehen, wenn man kein Paar gefunden hat. Beim „analogen“ Spielen behält sie eine Karte in der Hand und deckt dann so viele auf, bis sie die passende gefunden hat. Besonders spannend für den Mitspieler… Halli-Galli Junior, bei dem man 2 lachende Clownkarten der gleichen Farbe finden und dann klingeln muss, wird abgewandelt in: „Egal, welche Karte du aufdeckst, ich klingel.“ und bei „Tempo, kleine Schnecke“ zieht grundsätzlich die Schnecke in ihrer Lieblingsfarbe ein Feld weiter, unabhängig davon, was der olle Würfel zeigt ^^

Vivi 1991

Kategorie „Selber gehabt und geliebt“ sind auf jeden Fall Malbücher, Stifte, Puppen, Bücher und Fahrzeuge. Früher hatten sie nicht so stylische Namen wie „Bobbycar“ oder „Puky Wutsch“ (ob „Wutsch“ das Geräusch ist, wenn man sich damit auf die Nase legt…?), erfüllten aber den gleichen Zweck: frühe Mobilität. Bobbycarfahren funktionierte sogar schon, als das mit dem Krabbeln noch nicht so recht klappen wollte. Puppenmama ist sie bisher noch nicht so richtig, egal ob dünne Plastikfrauen mit langen Beinen, spitzen Füßen und überdimensionalen Brüsten oder große Babypuppen mit sich schließenden Augenlidern und Toilettenfunktion. An der „Lala“, die der Weihnachtsmann in seinem Sack versteckt hatte (und für die ich der Weihnachtsmann erstaunlicherweise 12€ weniger bezahlt hat, als sie derzeit kostet) ist die sich temperaturbedingt ändernde Haarfarbe auch momentan das Spannendste. Nun ja.
Fionas Bücherschrank sieht aus wie eine kleine Kinderbibliothek, aber das nehme ich voll und ganz auf meine Kappe. Die Faszination für gebundenes Papier muss wohl doch auf irgendeinem Gen verankert sein. Schon vor ihrem 1. Geburtstag haben wir fleißig Tierbücher geguckt und die Geräusche nachgeahmt. Mittlerweile sind mehr richtige Geschichtenbücher eingezogen, von denen sie sich jeden Abend eines zum Vorlesen aussucht. Aktueller Liebling ist der Geschichtenband von Bobo Siebenschläfer, geschenkt von ihren Urgroßeltern. Viele Bilder, relativ wenig Text und am Ende schläft Bobo immer ein: für den Abend vor dem Schlafengehen genau das Richtige. Angeregt von diversen Kinderbüchern reimt sie wie ein Weltmeister („Mama, Mama!! Komm schnell, ich hab ein Reimwort gefunden: Hund und….Mund!“), hat ihren Spaß am Zählen und Buchstabieren (im Musikkurs: „Mama, dieser Ton vom Glockenspiel gehört mir. Da steht mein Buchstabe drauf!“) und signiert ihre Kindergartenbilder jetzt sogar selbstständig, zum Erstaunen der Erzieherinnen.


„FIONI“

Damit ein bisschen Abwechslung reinkommt, bringt mir der Postbote ab und zu Bücherpäckchen von Amazon oder wir bleiben beim Einkaufen mal wieder in der Kinderecke hängen. Mein Herzenskind macht mir mit den neuen Büchern allerdings regelmäßig einen Strich durch die Rechnung, denn Bücher werden scheinbar mit jedem Mal lesen schöner. Wo ich schon gelangweilt gähnen muss, wenn die Maus zum 1000. Mal dem Grüffelo im Wald begegnet, spricht Fiona den Text auswendig mit und hat riesigen Spaß dabei. Neues wird also scheinbar völlig überbewertet. Bei Kindern zieht der Zauber der Wiederholung. Nichtsdestotrotz: Bücher kann man nie genug haben 😉

Im Moment hat sie das Puzzeln für sich entdeckt. Viele kleine und große Puzzle, die hier schon monatelang unangerührt in der Ecke lagen, werden auf ein Mal ausgepackt und völlig ohne Hilfe zusammengesetzt. Nicht nur das: alles andere Spielzeug kann erst mal einpacken. Wenn Puzzle, dann nur Puzzle. Wenn Magnete, dann nur Magnete. Das wird dann auch wirklich ausdauernd bearbeitet, bis es fertig ist. Dieser Ehrgeiz kommt mir irgendwie bekannt vor… Und das Beste am Puzzeln: man kann nicht verlieren ^^

Eine weitere Lieblingsaktivität ist momentan das Stickerkleben! Bei REWE gibt es ja regelmäßig Sammelaktionen. Nicht nur die, bei denen sich Mama und Papa Töpfe, Gläser und Besteck „ersammeln“ können, sondern auch die Pro-5€-Einkauf-eine-Tüte-Sticker-dazu-Aktionen für den Nachwuchs. Da wir fast ausschließlich bei o.g. Lebensmittelmarkt einkaufen gehen, brauche ich wohl nicht erwähnen, dass wir alle Hefte und Milliarden dazugehöriger Sticker unser Eigen nennen. Ist so ein Heft voll und man hat noch welche übrig, kann man diese an die Kita spenden (Mama) oder so schnell wie möglich irgendwo in Reichweite ankleben (Nono). So verhält sich das mit allem, was klebt. Als Folge dessen sind Bett, Kleiderschrank und Zimmertür auf einer Höhe von einem laufenden Meter rundherum bunt beklebt mit Regenbogenfischen, farbigen Tollamonsteraugen, lustigen Bakterien (die gab’s nach dem Besuch in der Kinderklinik im Dez.) und glitzernden Disney Prinzessinnen.
Am Freiburger Hauptbahnhof gab es im Zeitungskiosk übrigens einen Bogen mit über 700 Micky-Maus-Stickern. Ein paar davon fahren noch heute immer und immer wieder im ICE quer durch Deutschland. Der Rest klebt in und um unsere Wohnung…

Meiner Spielzeug-Idealvorstellung aus der Schwangerschaft kommt Fionas Kinderzimmer zwar nicht sehr nahe (obwohl wir tatsächlich viel aus Holz haben!), aber dennoch kann sie in ihrer bunten Spielzeugwelt ihrer Phantasie freien Lauf lassen, wenn plötzlich die Fillypferde mit den Playmobilmännchen im Oktopod frühstücken und die Baby Born als riesiges Ungeheuer von außen ans Fenster klopft. Stichwort „Integration“. Auch wenn im Fundus bzw. im Keller über die Jahre einige Fehlkäufe gelandet sind (ich sage nur „singender Bär“), bin ich immer wieder positiv überrascht, wie breit das Angebot an qualitativ hochwertigem (Lern-)Spielzeug heutzutage doch ist. Der Laptop im Kinderzimmer garantiert zwar keinen kleinen Einstein, aber die kindliche Neugier beim spielenden Lernen befriedigen zu können, ist eine tolle Sache!
Dennoch: weniger ist eben manchmal mehr. Es wird wohl bald mal wieder ein großer blauer Sack seinen Streifzug durchs Kinderzimmer antreten 😉

Wie ist oder war das bei euch? Habt ihr auch irgendwelche batteriebetriebenen Sünden im Schrank (und ich beziehe mich hier nur auf Kinderspielzeug ^^)?
Viel zu viel von allem oder wenig und dafür heiß geliebt?

Was ich nicht wüsste…

…wenn ich nicht Mama geworden wäre.
 
Heute gibt es hier mal etwas ganz anderes zu lesen als sonst. Vielleicht ist es der drohende Winter, der sich in Form von hübschen Eiskristallen auf die Bäume und in Form von hartnäckigen Schollen auf die Autoscheibe gelegt hat, die besinnliche Zeit, die sich unübersehbar als beleuchtete Schneeflockenkette an den Laternen entlang hangelt oder vielleicht sind es auch die Schokoweihnachtsmänner, die einen Hand in Hand mit Lebkuchensternen und Marzipankartoffeln aus jedem Regal anlachen… Beim sentimentalen Nachdenken über das Leben in den letzten 3 Jahren entschied ich mich, ein bisschen aus unserer Welt in Worte zu fassen und einfach mal „Danke“ zu sagen. 
 
 
Liebe Fiona,
 
bevor es dich gab, wusste ich nicht, dass der Schmerz eines anderen sich so anfühlen könnte, als wäre es mein eigener:
angefangen beim Pieks in deinen Babyfuß bei der U2 im Krankenhaus über eingeklemmte Finger, 40 Grad Fieber bis hin zum Verlieren eines kleinen, ideell-wertvollen Kettenanhängers.
Ich wusste nicht, dass ein zotteliger Kuschelhase ein Mal die Welt bedeuten würde.
Für dich und für mich.
Ich wusste nicht, dass der Geruch des eigenen Babys der schönste der Welt ist und mich ein Leben lang begleiten wird.
Ich wusste nicht, dass alle Gläschenmenüs im Grunde schmecken wie Mehl mit Wasser – egal, wer dafür mit seinem Namen steht – und ich wusste auch nicht, wer oder was Pastinake ist. Du wolltest es übrigens auch nicht wissen.
Ich wusste nicht, dass es im Körper einer Frau einen Muskel gibt, den man nach der Geburt mit einer Übung namens „Fahrstuhlfahren“ trainieren muss, um später keine inkontinenten Ausfälle beim Husten zu haben.
Ich wusste auch nicht, dass ich mal aus meinem Lieblingsbuchladen gehen würde mit nichts außer Kinderbüchern unterm Arm.
Ich wusste nicht, dass kindliche Stoffwechselendprodukte mich in verstopften Zeiten mal zu ekstatischem Applaus, Jubelgesängen und Belohnungsstempeln veranlassen würden.
Ich wusste außerdem nicht, dass „bunt“ mal meine Lieblingsfarbe werden würde.
Ich wusste nicht, dass ich mal an einer Kindergartentür stehen und heimlich sehnsuchtsvoll durchs Schlüsselloch gucken würde.
Ich kannte nicht das schmerzhafte Gefühl von Legosteinen unter der Fußsohle und des auf-die-Lippe-gebissenen, unterdrückten Schreis beim nächtlichen Darauftreten.
Ich kannte nicht das Glück, wenn sich zwei kleine Arme um den Hals legen und meinen Kopf fest an sich drücken, bis ich kaum noch Luft bekomme.
Ich kannte auch nicht das wohlige Gefühl, wenn mitten in der Nacht eine liebe Stimme fragt „Darf ich in dein Bett?“ und sich dann ein kleiner warmer Kinderkörper mit Eisfüßen perfekt an den eigenen Körper schmiegt und nochmal einschläft.
Ich wusste nicht, dass Pinguine am Südpol leben und ein Walhai so groß ist wie ein Schulbus.
Ich wusste nicht, dass ich jeden Abend vor dem Schlafengehen an dein Bett kommen, dich auf die Wange küssen und dir einen Moment glücklich beim Schlafen zuschauen würde.
Ich wusste nicht, dass ich mal Blätter, Eicheln, Steine und Kastanien sammeln und damit vor meinem geistigen Auge mit dir schon witzige Monster, bunte Käfer und Stockmännchen basteln würde.
Ich wusste nicht, dass Bus- und Bahnfahren wieder so viel Spaß machen kann.
Ich wusste nicht, dass ich mit dir zusammen aus Couchkissen und Decken mal Kamele bauen und auf ihnen reiten würde.
Ich wusste nicht, dass ich mal stolz und staunend zuhören würde, wie du ganz aufgeregt und mit großen Augen vom Puppentheater, der gestohlenen Krone und dem Stachelschwein erzählen würdest, was eigentlich ein Igel war.
Ich wusste nicht, dass eine abstrakte Zeichnung mit Nase an der Stirn und Beinen am Kinn mal das wertvollste Portrait von mir werden würde.
Ich wusste nicht, dass ich mal eine Jahreskarte für den Berliner Tierpark besitzen würde.
Ich wusste nicht, dass ich mal ein Fläschchen mit „unsichtbarer Hasi-Milch“ füllen und deinem Kuscheltier zum Trinken geben würde, weil du nicht schlafen kannst, wenn Hasi Durst hat.
Ich wusste nicht, dass ich mal lautstark mit dir zusammen Ballermannhits wie „Das rote Pferd“ gröhlen und riesigen Spaß dabei haben würde.
Ich wusste nicht, dass ich die Erinnerung an Ereignisse mal an deinem jeweiligen Alter festmachen würde.
Ich wusste nicht, dass der perfekte Sonntag ein Mal aus Sendung mit der Maus, Lego Eisenbahn und Salzteig bestehen könnte.
Ich wusste nicht mehr, dass dem bunten Regenbogen ein ganz besonderer Zauber innewohnt.
Ich wusste nicht mehr, wie schön es ist, den Schirmchen der Pusteblume beim Fliegen zuzusehen.
Ich wusste nicht, dass die schönste Musik in meinen Ohren mal der Klang deines Lachens sein würde.
Ich wusste auch nicht mehr, dass jede Seifenblase ein kleines Wunder ist.
Ich wusste auch nicht, dass ich mal Stücke pinken Affenstoffes mittels einer Nähmaschine sinnvoll miteinander in Verbindung bringen kann.
Und ich wusste nicht, dass ich deswegen mal die 500.000€-Frage bei Günther Jauch nach dem „Hotelverschluss“ jokerlos beantworten können würde. Leider nur zu Hause auf dem Sofa.
Ich wusste nicht, dass ich mal wissen wollen würde, wer dem Maulwurf auf den Kopf gemacht hat.
Ich wusste nicht, dass ich mich mal in ein Känguruh, eine Maus und einen Storch verhexen lassen und mich in der jeweiligen Gangart durch das Zimmer bewegen würde, begleitet von deinem Lachen.
Ich wusste nicht, dass meine Königsdisziplin am Frühstückstisch mal werden würde, das Gelbe aus dem gekochten Ei zu entfernen, ohne dass das Weiße dabei in tausend Teile zerfällt, denn du magst kein Eigelb.
Ich wusste auch nicht, dass ich aus einer Scheibe Toast, Käse und einem bisschen Obst Gesichter auf dein Brett und ein Lächeln in dein Gesicht zaubern würde.
Ich wusste nicht mehr, dass die Welt voller Wunder ist: der Raureif auf der Wiese, der Regentropfen am Blatt, die Raupe und der Schmetterling, die Richtungspfeile auf der Straße, der Vampir auf der Werbetafel und der Strohhalm, der seine Farbe verändern kann.
 
 
Obwohl ich mit 25 Jahren noch nicht soo lange zu den „Großen“ gehöre, hatte ich nicht bemerkt, wie schön die Welt eigentlich ist, bevor ich sie durch deine Augen sehen durfte. Jeden Tag.
 
Und vor allem kannte ich nicht das schönste, das liebevollste, das wichtigste Wort auf der Welt:
MAMA“.
 
 
Ich liebe dich!

Mottoparty Unterwasser

Wie im Urlaubsartikel schon angekündigt, folgt heute nun endlich der Geburtstagspost! Ich hänge durch die Woche Ägypten und die ausgeuferten (haha, das Motto ^^) Geburtstagsvorbereitungen ein bisschen hinterher, warum genau werdet ihr gleich sehen. Und weil Feiern so schön ist, mache ich das jetzt hier mit meinen lieben Lesern und entführe euch in die Unterwasserwelt. Taucherbrille auf, Schnorchel dran und dann geht’s auch schon runter…..

15:04 Uhr, Fiona: „Mama, wo sind meine Gäste? Wann geht die Party los?“

Gewünscht hatte sich Prinzessin Fiona eine Unterwasserparty mit den Helden ihrer Lieblingsserie: den Oktonauten.
Ich surfte seit Wochen ziellos durch das worldwideweb auf der Suche nach zündenden Ideen für die Party. Dass die Oktonauten auf den Kuchen müssen, war mir klar. Aber WIE?! Es gibt solche großen, bedruckten Oblatenscheiben, die man einfach auf die Torte oder die Muffins legt, aber das erschien mir dann doch ein bisschen zu unkreativ. Mit Vertrauen in die eigenen (ungeahnten!) Fähigkeiten kaufte ich also Marzipanrohmasse, Lebensmittelfarben und Zuckerschrift und deponierte diese im Küchenschrank, damit mein kreatives Zentrum im Urlaub darüber nachdenken konnte, wie wir – Hirn und Hand – alle gekauften Zutaten eine sinnvolle Verbindung miteinander eingehen lassen können. Hat man erst einmal das Motto im Kopf und eine ungefähre Vorstellung davon, wie es aussehen soll, kommen die Ideen von ganz alleine. Da stolpert man plötzlich ständig über Anregungen, die sich mit kleinen Veränderungen wunderbar an das Motto anpassen lassen.
Aber genug der Vorrede, ihr wollt jetzt sicher Fotos sehen 🙂
Mit Hilfe meiner Eltern, die ich vorher übrigens noch nie mit Pinsel in der Hand gesehen hatte, entstanden aus übriggebliebenen Styroporplatten der Billy-Regale große Meerestiere, die später als Deko von der Decke hängen sollten. Ich schnappte mir das Handy, googelte mit der Bildersuche Begriffe wie „Schildkröte“, „Delphin“ und „Clownfisch“ und schnitt sie dann frei Hand mit dem Cuttermesser aus. Es wurde mit vereinten Kräften und bunten Bastelfarben drauf los gepinselt und Fiona hatte währenddessen ihren Spaß mit den Styroporresten, aus denen sie mit einer erstaunlichen Akribie und Geduld Kleinholz herstellte.

Des Krebsens Arm musste schon vor Partybeginn getaped werden – Diagnose: Scherenbruch!

Hat man erst mal angefangen zu dekorieren, kommt man vom Hundertsten ins Tausendste. Hier noch ein kleines Detail, dort noch eine coole Idee für’s Essen. Das süße Unterwassergedeck inklusive Pappbecher, Tischkonfetti, Mitgebseltütchen für die Gäste und Servietten habe ich übrigens von hier. Falls ihr auch eine Mottoparty plant, werdet ihr im Shop auf jeden Fall fündig, was die Grundausstattung betrifft – nicht nur für Kinderpartys!
Als die Styroportiere mit vorher ausgelotetem Schwerpunkt endlich hingen und Tische und Stühle am richtigen Platz standen, wollten wir nur noch „schnell“ die Tische decken. Diese überniedlichen Servietten kann man aber nicht einfach so danebenlegen, dann kommen sie ja gar nicht richtig zur Geltung. Also – was passt zum Motto? Kleine Schiffe, die werden wir ja wohl hinkriegen! Im Tunesienurlaub hatten wir von einem Kellner gelernt, wie man ein Schiff faltet. Allerdings waren es dort Stoffservietten, die sich irgendwie besser in Form bringen ließen. Wir falteten uns einen Wolf, aber was dabei rauskam, ähnelte eher einem windschiefen Surfbrett als einem Boot. Nun sollte also das Smartphone seinem Namen gerecht werden und uns kurz und smart erklären, wie aus einem bunten Stück Stoff ein Schiff werden kann. Meine Mama und ich falteten fein säuberlich die 12 (!)-seitige PDF-Anleitung nach und stockten beide an einer Stelle, wo irgendwelche Ecken nach innen über Kreuz gefaltet werden sollten. Trotz Zeichnung: da waren keine Ecken und Kreuze schon gar nicht. Mein Papa stand derweil grinsend daneben und fragte, warum wir die nicht einfach neben den Teller legen würden. Ich gab zu, dass sie am Ende garantiert einfach nur dreieckig da stehen würden, es uns aber jetzt wurmt, dass wir kein simples Schiff gefaltet kriegen! Wenige Minuten später hatte ich sie gefunden: eine Kinderseite mit Anleitung für einen Serviettendampfer. Ungefragt bekam mein Papa auch einen Stapel Servietten vor die Nase gelegt und so falteten wir die nächste Stunde 16 formschöne Dampfschiffe mit Schornstein, ahoi!

Als Fiona am 6. abends im Bett war („wenn ich aufstehe, habe ich Geburtstag??“ – „nein, mein Schatz. Wenn du MORGEN aufstehst, dann hast du Geburtstag“ <– habe schon dazu gelernt ^^), ging es an die Essensvorbereitungen. Der fluffig-schokoladige Wolkenkuchen war schnell gebacken, nun hieß es Ärmel hoch und ran an's Marzipan. So nach und nach entstanden tatsächlich süße Scheiben mit Ohren, Hüten und Augenklappe, deren ganz und gar beabsichtigte Ähnlichkeiten mit besagten TV-Helden nicht zu verleugnen war. Was bin ich stolz! Marzipanrohmasse in Verbindung mit Lebensmittelfarbe ist eine ziemlich klebrige Angelegenheit, ich habe noch am nächsten Morgen Reste an meinem Ellenbogen gefunden, aber das Nono-Gesicht war's absolut wert!!

Um das reichhaltige Kuchenbüffet von meiner Mama und mir zuckertechnisch ein bisschen zu relativieren, enstanden noch „Bananemonen“, also Seeanemonen bestehend aus einem Stück Banane am Stiel, was zuerst in geschmolzene Schokolade und anschließend in bunte Zuckerstreusel getaucht wurde. Gesund ist anders, aber immerhin war Obst beteiligt 😉 Die Anemonen habe ich in Gläser mit blau gefärbtem Reis gestellt, dafür einfach einen Tropfen Lebensmittelfarbe und einen Beutel Reis in eine Plastiktüte füllen und ein bisschen kneten. Toller Effekt und vielseitig anwendbar! Meine Mama hat grünen Wackelpudding mit blauer Lebensmittelfarbe bearbeitet, das Ergebnis war allerdings weniger türkis als gedacht. Weil im Algenwasser auch Algen schwimmen, kamen ein paar Kiwischeiben dazu, auf denen es sich Oktopusse und Seeigel gemütlich gemacht haben. Gesünder als meine Bananemonen waren sie auf jeden Fall, denn sie bestanden zu 100% aus Pflaumen, Weintrauben und Physalis mit Zahnstochern. Last but not least seht ihr in der oberen Collage unten links den Melonen-Hai. Der hat in der Herstellung die Marzipanschweinerei noch um Längen übertroffen, kam aber bei Fiona und ihren Gästen sehr gut an! Ich habe das „Maulstück“ aus der Melone entfernt, das Innere mit einem Löffel ausgeschabt, Zähne geschnitten und vorsichtig die grüne Schale darüber abgeschabt. Am Ende kamen die mundgerecht portionierten Melonenstückchen wieder ins Maul, ein Stück Schale als Flosse oben rauf und zwei Weintrauben als Augen eingepiekt – fertig war der Hai.
(Die Flosse war unbemerkt über Nacht in unserem Kühlschrank abgefallen, die hat der Papa dann separat mit zur Party gebracht ^^)

Als die ersten Gäste eintrafen, wurden freudig Geschenke angenommen, Kerzen ausgepustet und das Büffet erobert. Erstes Highlight waren die Wachsmalstifte und das niedliche „Luftschloss“ (kleiner Heliumballon am Stiel), die erstmal jedem erwachsenem Gast stolz präsentiert wurden, auch mehrfach 🙂 Beim anschließenden Auspacken der Geschenke war Fionas Freude ungebremst über so viele liebe Aufmerksamkeiten, einige sogar dem Motto entsprechend: Unterwasserpuzzle, Plüsch-Peso (Oktonauten…), Playmobil-Urlaubsset, Oktonauten-Actionfiguren, Spiele, Schubkarre, etc. Ich staunte, dass Fiona ihr nagelneues Spielzeug so problemlos mit ihren Freunden teilte, als sie sich gegen Ende der Feier auf dem Spielteppich versammelt hatten und die Playmobilfiguren unter fachkundiger Anleitung vier kleiner Spielmädchen ihren mitgebrachten Mini-Pool ausprobieren durften.
Vorher wartete aber das Partyprogramm auf die kleinen Gäste. Es war zwar „nicht gerade Biergartenwetter“, aber für unsere aufregende Schatzsuche konnten wir sogar in den Garten gehen, kurz bevor es dann wirklich anfing zu regnen. Im Partyraum waren insgesamt 4 Schatzkarten versteckt (von Fiona ausgemalte, laminierte Meerestiervorlagen), von denen nur eine auf der Rückseite einen Hinweis auf den Schatz hatte. Die Kinder haben nach der Suchanweisung den Raum auf den Kopf gestellt und alle vier Kärtchen gefunden. Auf der Krabbe war hinten etwas großes Rundes abgebildet und ein springendes Kind: na klar, auf zum Trampolin! Im Jackengewusel beim Anziehen konnte ich unbemerkt verschwinden und die Schatztruhe noch schnell an ihren Bestimmungsort bringen, das war im Vorfeld irgendwie untergegangen ^^ Die Mäuse – unanbgesprochen alle in Pink – schlichen wie Falschgeld durch den Garten und suchten, was das Zeug hielt. Als Nonos „besondere Lena“ den Schatz unter einem Gebüsch gefunden hatte, steckten gleich 4 Mädchenköpfe zur feierlichen und spannenden Öffnung der Schatztruhe zusammen. Das Suchen hatte sich gelohnt: wunderschöne Fischmagnete warteten in der Kiste auf die Kinder.

Und wo wir schon mal da waren, wurde auch gleich noch quietschvergnügt das (an den Seiten vom Vortag noch nasse) Trampolin besprungen. Nach dem anschließenden Strumpfhosenwechsel habe ich mit den Kindern Kreisspiele getanzt und gesungen, wir haben Enten geangelt, kleine Preise abgestaubt und gemeinsam große Fische gebastelt. Aus von den Mädchen mit Glitzerfarben und viel Spaß bemalten Papptellern wurden die Münder mit Mamas Hilfe ausgeschnitten, Wackelaugen und Schuppen aufgeklebt, sowieso Rück- und Seitenflossen befestigt. Und wo wir eh schon matschig waren, konnten wir auch gleich noch die Handabdrücke für das Erinnerungsaquarium drucken – blubb. Die „Großen“ vom Erwachsenentisch guckten allesamt ganz interessiert in die Kinderbastelecke und hinterher auf die superschönen Fischkreationen! Tja, da kann man schon mal neidisch werden 😉

Zum Ausklang der gelungenen (ich weiß, Eigenlob stinkt, aber es war wirklich schön) Party mit den besten Gästen und den tollsten Geschenken gab es einen von meiner Mama kreierten Clownteller für die Kinder mit einer Scheibe Toast als Gesicht, Gurkenaugen, einer Boulettennase, einem Wienerwürstchenmund und Ketchup-Haaren  – na wenn das nix is 😉 Die Erwachsenen bekamen Kassler und Sauerkraut serviert und auch da erwischte ich wieder neidische Blicke auf den Kindertisch ^^
Kleine Ketten mit seifenblasenflüssigkeitsgefüllten Delphin-, Fisch-, Pinguin- und Oktopusanhängern gab es für die Kinder beim Nachhausegehen noch, so konnte auch das Partyverlassen ohne Meckern von statten gehen, denn alle sind schon länger geblieben, als sie es für einen Sonntag Abend eigentlich vorgesehen hatten. Vielen Dank, dass ihr da wart! Ihr habt Fiona einen unvergesslich schönen 3. Geburtstag beschert, an den sie sich noch lange erinnern wird!
Happy Birthday!

P.S. Und nachdem das Kind schon lange im Bett war und wir Großen beim nichtssagenden Sonntagabendfernsehprogramm nach diesem aufregenden und anstrengenden Tag im Halbdunkel auf der Couch lagen, hatte ich meinen ganz persönlichen Geburtstagsmoment, nämlich, als ich um exakt 23:59 Uhr auf die Uhr schaute und mich erinnerte, wie ich vor genau 3 Jahren mein 50cm langes GLÜCK zum ersten Mal in den Armen hielt…schnief 😉

Von Zirkustieren, Gummistiefeln und Spielzeugkisten

„Ein großer Mensch ist der, der sein Kinderherz nicht verloren hat.“

Ich bin mir sicher – ich habe meins noch!
Bei den vielen, tollen Kinderaktivitäten der letzten Tage ist der Spaß bei uns beiden nicht zu kurz gekommen. Wir haben das schöne Wetter genossen, rumgeblödelt, gebadet, gebastelt, gestaunt und gespielt. Wenig wort-, aber dafür bildreiche Impressionen folgen gleich, zuerst aber die Mini-Mittwochs-Meinung von einem meiner Lieblingsblogs. Die Befragung wurde heute morgen im Auto auf dem Weg zur Kita durchgeführt (hinterher: „Mama, warum hast du mich so viel gefragt?“)

1. Trinkst du morgens lieber Tee oder Kakao?
Fiona: „Kakao.“
Mama: „Aber du trinkst doch gar keinen Kakao. Du trinkst doch immer Saft.“
Fiona: „Ja.“
2. Was magst du am Kindergarten am Liebsten?
Fiona: „Saft.“
Mama: „Nein, du sollst sagen, was dir in der Kita am Besten gefällt.“
Fiona: „Kakao.“
……….

3. Wenn ich im Sandkasten spiele, dann…
Fiona: „koche ich Kartoffelsuppe.“
4. Urlaub finde ich…
Fiona: „…toll!“
5. Wenn wir Besuch haben, dann….
Fiona: „…frühstücken wir.“
(Öh?! Das wirft ein ganz falsches Licht auf uns Spätaufsteher 😉


6. Ich spiele zur Zeit am meisten mit…
Fiona: „…meinem Strampeltier.“
(Das ist der liebevolle Kosename für einen kleinen Dinosaurier, der läuft, wenn man ihn aufzieht)
7. Eincremen, wenn die Sonne scheint, ist…
Fiona: „…perfekt.“

 Am Sonntag, dem wohl heißesten Tag im Jahr, verschlug es uns nicht etwa an einen See, ins Freibad oder auf die Sonnenliege im Garten. Kurz vor 14 Uhr, als die Sonne mit der größten Kraft auf den Asphalt donnerte, trafen wir uns mit Erdbeermädchen Lena und ihrer Mama, um in den Zirkus zu gehen. Ja, ihr werdet jetzt lachen. Zurecht.
Der Zirkus Kunterbunt gastierte nur von Mittwoch bis Sonntag in der Stadt, dummerweise direkt bei uns um die Ecke, so dass wir jeden Tag mindestens 2x an dem großen Zirkuszelt vorbeigefahren sind. Bereits 300m vorher stand die Frage vom Rücksitz schon im Raum, um beim Anblick des Zeltes endlich ausgesprochen zu werden: „Mama, gehen wir jetzt in den Zirkus?“ Da wir die Werktagsvorstellung um 16 Uhr arbeitstechnisch an keinem der Tage besuchen konnten und Samstag conAmici-Probe und Grillen geplant war, blieb nur der Sonntag. Natürlich hatte ich die Wettervorhersage gehört, aber versprochen ist versprochen! An der Zirkuskasse klappte uns 3 Erwachsenen angesichts der Preise die Kinnlade herunter. Sogar Kinder ab 2 Jahren müssen schon ganze 10€ bezahlen! Aber wer mit dem Slogan „der mit den vielen Tieren“ wirbt, wird schon wissen, dass Elefanten, Seekühe und Giraffen den Zehner wert sind! Die angekündigten „vielen Tiere“ waren letztendlich eine Hand voll Ziegen, Esel und Ponys. Nicht gerade die Wucht, wenn man für den Preis auch 3x in den Tierpark gehen könnte… Dass eine Bergziege auf einem Eselrücken à la „Bremer Stadtmusikanten“ reitet, ist zwar ganz süß anzusehen, aber so besonders auch wieder nicht, bedenkt man, dass Bergziegen dem Namen nach den ganzen Tag nichts anderes machen, als auf Bergen rumzuziegenklettern.
Die Witze des Clowns habe ich beim besten Willen nicht verstanden, das waren weder alte Kalauer noch simpler Kinderhumor. „Wollt ihr Honig?“ Nachdem alle Kinder bejaht hatten, flog der Clown unter Summen des 8-Mann-starken Publikums eine Runde durch die Manege und spuckte seiner Kollegin anschließend aus dick gefüllten Backen Wasser ins Gesicht. Niemand lachte. Zeichen für den Clown, die gleiche Szene wieder und wieder zu spielen. Der letzte Applaus war ein erleichterter. Er ist fertig! Statt des spuckenden Clowns hätte ich lieber das spuckende Lama gesehen, was zwar draußen im Gehege wartete, aber leider keinen Auftritt hatte. Ein bisschen Feuer, ein bisschen Jonglieren, fertig. Keine Artistik, keine aufregenden, „vielen“ Tiere und nach 75min fertig (davon 15min Pause). Ich war ehrlich gesagt ganz froh, dass wir so schnell wieder aus der (geschlossenen!) Zirkussauna entlassen wurden, denn wenn draußen 35°C waren, herrschten drinnen locker 50. Nassgeschwitzte Kinder, leere Trinkflaschen und erleichtertes Portemoinnaie – aber hey, wir waren im Zirkus 🙂 Den Kindern hat’s gefallen und das ist die Hauptsache! Die Mäuse trugen Zwillingslook und hatten eine schöne Zeit zusammen.

Am Montag ging es direkt nach der Kita zum See ganz in der Nähe von uns. Wer jetzt schnell nochmal nachgucken will, ob er wirklich „Berlin“ als unseren Wohnsitz gelesen hatte, dem kann ich das Nachgucken ersparen. Ja, wir wohnen in Berlin und ja, hier gibt es tatsächliche Bäume und Seen. Auch Blumen, Wildschweine, Füchse und nicht-verwahrloste Spielplätze können einem in freier Wildbahn schon einmal begegnen 😉
Dem Badesee meiner Jugend, an dem ich vor allem die Abi-Zeit genossen habe, mal wieder einen Besuch abzustatten, rief schöne Erinnerungen hervor. 6 Jahre soll das schon her sein! Der Sohn einer Schülerin meines Jahrganges, den sie als Säugling friedlich schlummernd zum Abiball im Maxi-Cosi mitgebracht hatte, ist dieses Jahr schon in die Schule gekommen!! Nun stand ich also wieder an dem kleinen Badestrand: statt Fahrrad, Alcopops, Kondomen und Mathehefter ein kleines Mädchen, Liemhasi, Obstdosen und Wimmelbuch in der Hand. Der Strand war gut besucht und das Wasser eine angenehme Abkühlung, aber als Fiona gerade mit der kleinen „Nela“ und dem Wasserball Freundschaft geschlossen hatte, fing es erst an zu blitzen und kurz darauf schaffte der monsunartige Kurzregen wieder Platz am Strand. Es war also zwar ein recht kurzes Vergnügen, aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall!

Die neuen Kitagummistiefel mussten anschließend zu Hause sofort an- und ausprobiert werden, denn schließlich hatte es ja geregnet. Dass die 30°C-Marke trotzdem noch nicht unterschritten war, kümmerte mein Herzenskind relativ wenig. Kleidchenbekleidet ging es am Abend noch in das Shopping-Center unseres Vertrauens auf ein paar neue Schuhe, einen Badeanzug und (laut Bon) „halbe Himbeeren“ – Vanilleeis mit heißen Früchten als Kinderportion. Mmmmhhh! Ja, Mama, das ist dann ja wohl mal genauso hirnrissig bei 30°C wie Gummistiefel ^^ Im Akkordeonparadies waren wir am Wochenende auch noch und haben unsere 8 (!) kleinen Patienten abgeholt, von denen nur einer klinisch tot ist und als „Organ“spender herhalten musste (guter Schnitt!). Der Rest konnte ohne größeren Aufwand wiederbelebt werden und hat das letzte Jahr in Kinderhänden weitestgehend unbeschadet überstanden. (Bitte WIE schaffen es die Kinder, feste Schrauben, einzelne Tasten, Knöpfe und anderes Kleinzeug einfach verschwinden zu lassen…?!)
Fiona: „Ich möchte auch ein Akkorjon haben!!!“

 Als es noch nicht ganz so heiß war, haben wir uns der aktuellen Wummelkiste angenommen und unseren Zirkusbesuch schon mal basteltechnisch vorbereitet (dass dann weder Schlangen noch Pinguine in der Manege tanzen würden, konnte ja keiner ahnen). Es wurde geknetet, was das Zeug hielt. Fiona stellt grundsätzlich mit Vorliebe gerollte Schlangen aus krümeligen Knetresten her. Als sie dann wider Erwarten einen bunten Haufen, der so gar nicht nach Schlange aussah, in den Händen hielt und ich sie fragte, was das sei, antwortete sie nebensächlich: „Ach, das ist nur ein Schrotter-Tier“. Herrlich!

Apropos Knete – letzte Woche war Elternabend in Fionas Kita. Von den von Kind zu Kind ganz unterschiedlichen Fähigkeiten mal abgesehen, erzählten die Erzieherinnen von geplanten Aktivitäten (Zähneputzen nach dem Mittagessen), Terminen, vom allgemeinen, derzeitigen Wochenablauf und auch von den Basteleien in der Gruppe. Das letzte Großprojekt war die selbst hergestellte, blaue Knete, mit der jedes Kind etwas formen durfte, was auf dem Elternabend vorgestellt wurde. Auf einem Blatt Papier lag jeweils ein phantasievolles Kinderkunstwerk und daneben stand eine Ein-Wort-Erklärung aus dem Mund des Kindes („Möhrrüben“, „Schmetterling“, „Raupen“). Meine Tochter hatte – wie von ihr angekündigt – tatsächlich eine flache Scheibe mit Schwanz geknetet: einen Rochen. Der Knüller war allerdings ein Junge aus der Gruppe, neben dessen unförmigem, großen Haufen das Wort „S-Bahn“ zu lesen war ^^ So klein und schon das Prinzip verstanden: die Bahn ist ein einziger Müllhaufen, zumindest, wenn sie nicht kommt.

Genähtes gibt es heute auch mal wieder zu bestaunen. Sooo oft komme ich ja gar nicht dazu, aber momentan bin ich echt zufrieden mit den Ergebnissen, wo doch der ZickZack-Stich und ich alles andere als gute Freunde waren:
ein liebes Kuschel-Monster mit Wackelärmchen als Kissenbezug….. „hab mich lieb!“

….und ein sogenanntes „Schnuckipüü“ aus weichem Nicki-Stoff. Statt sich zu wundern, dass das Reh eine Mütze trägt, war Fionas erster Kommentar dazu: „Mama, Rehe haben doch keine Punkte…“ Und ob, mein Kind! Guck mal Bambi, der hat auch Punkte am Hintern 🙂 Besonders cool ist auf dem letzten Bild unten rechts mein ausgefressenes Kinder-Pingui aus dem Nono-Fach im Kühlschrank. War mir beim Knipsen gar nicht aufgefallen. Wollte eigentlich keine Zeugen ^^

Bei unserem Gewinnspiel (ihr seid noch nicht dabei? Na dann los, ab in’s (Los-)Körbchen!) habe ich euch schon kurz das Konzept der Spielzeugkiste vorgestellt, von denen ihr übrigens 2 Stück für einen Monat gewinnen könnt! Viel fast neues Spielzeug, das sein trostloses Dasein unbeachtet in einer Ecke des Kinderzimmers fristet, könnte bald der Vergangenheit angehören. Warum nicht leicht gebrauchtes, einwandfreies Lernspielzeug online aussuchen, nach Hause bestellen und ganz in Ruhe ausprobieren, bevor man es kauft oder wieder zurückschickt? Hochwertiges Miet-Spielzeug, das man gegen eine monatliche Gebühr so lange behalten kann, wie man möchte, stellt für uns eine echte (und umweltfreundliche) Alternative zum Spielzeughorten dar. Möchte man neues Spielzeug mieten oder einfach das Gemietete wieder „loswerden“, schickt man seine Kiste versandkostenfrei zurück und erhält bei Bedarf eine neue. Hohe Qualitätsansprüche und ein professioneller Reinigungsprozess garantieren unbeschwerten Spielspaß und machen das Mieten hygienisch unbedenklich. Die Kisten gibt es in 3 Größen: Kiste S (2 Spielzeuge) für 14€ monatlich, Kiste M (4 Spielzeuge) für 24 und Kiste L (6 Spielzeuge) für 34€/Monat. Weil wir die Spielzeugkiste kostenfrei ausprobieren durften, haben wir uns für die mittlere Größe entschieden, um eine aussagekräftige Bewertung abgeben zu können. Eine Woche nach der Bestellung traf die riesige Kiste hier ein – Fiona war zum Glück gerade im Kindergarten, das hätte sonst ein heilloses Durcheinander und eine bunte Überforderung ihrer Spielzeugrezeptoren zur Folge gehabt. So konnte ich das Auspacken und Entdecken der neuen Sachen ein bisschen besser dosieren 😉
Wir haben uns online für die Variola-Kugelbahn von Selecta, das TipToi-Starter-Set, ein Holzbalancierbrett und das Big Waterplay entschieden.

Das Tip-Toi-Set besteht aus einem Buch („Bauernhof“) und dem speziellen Stift dazu. Im Buchladen schon 2000 Mal gesehen und davon mindestens 1000 Mal in der Hand gehabt, überlegte ich, es Fiona zum 3. Geburtstag im Oktober zu schenken. Ich erinnere mich, dass ich selbst auch einen sprechenden Stift besessen habe und von dem Prinzip schon als Kind absolut begeistert gewesen bin. Nun kam das Angebot, dieses Set zu testen, also gerade richtig. Ich habe (zunächst ohne Kind) die Funktionen des nagelneuen und noch ganz jungfräulichen Stiftes ausprobiert und bin absolut begeistert! Da es verschiedene Bücher und Spiele aus der TipToi-Reihe gibt, muss man mit dem Stift zu allererst das Standby-Zeichen auf der ersten Seite aktivieren (damit der Stift weiß, welches Buch er „vorlesen“ soll ;). Auf jeder Seite kann unten eines von mehreren Symbolen angetippt werden, um den Modus zu verändern. Entweder kann man mit dem Stift die Seite entdecken („Das ist Marie“, „Das ist der Schweinestall“, etc), Wissenswertes erfahren („Wie werden eigentlich die Kühe gemolken?“), sich kleine Geschichten erzählen lassen („Marie ist aufgeregt, denn heute kommt ihr Freund Paul zu Besuch…“) oder kleine Spiele spielen (Geräusche zuordnen, Tierkinder zählen). Die Bücher sind eigentlich „zugelassen“ ab 4 Jahren aber schon meine noch nicht ganz 3-jährige Maus ist völlig fasziniert von dem sprechenden Stift. Einige Aufgaben sind noch ein bisschen zu schwer für sie (Getreidesorten anhand ihrer Beschreibung zuordnen), andere, wie Geräusche zuordnen, meistert sie mit Bravour, vermutlich durch ihre iPhone-Kinderapp-Vorbildung ^^

Fazit: das Set macht nicht nur Kindern Spaß! Durch die verschiedenen Spiel-Modi und die unterschiedlichen Bücher, die es zu kaufen gibt, wird dieses Spiel mit Sicherheit nie langweilig! Das wird auf jeden Fall dauerhaft bei uns einziehen.

Heiß herbeigesehnt hat meine kleine Wasserratte das BIG Waterplay, eine Wasserbahn mit Kanälen und Schiff für draußen. Wie Kinder so sind – ein Ohr rein, anderes Ohr raus – hat sie das TipToi-Starter-Set und das Wasserdingens durcheinander gewürfelt und nun jedem, des es hören oder auch nicht hören wollte, auf die Nase gebunden, dass sie ein „Starter-Set“ bekommt (meinte das mit dem Wasser). Nun kann sich wohl jeder vorstellen, dass ich in der Zeit bis zur Ankunft der Kiste oftmals die Fragezeichen aus den Gesichtern der Leute wegreden musste. Familie, Freunde, Kita – alle wussten von dem mysteriösen Starter-Set nur keiner konnte genau sagen, warum es sich dabei genau handelt ^^

Beim Zusammenbauen saß ich mitten im Flur zwischen gefühlten 100 verstreuten Einzelteilen, die alle irgendwie gleich aussahen, und kam mir mit dem Zettelchen dazu vor, wie mit einem großen Überraschungsei. Wenn man das Steckprinzip zum Abdichten allerdings ein Mal verinnerlicht hat, geht es ganz leicht. Das Set wurde am selben Nachmittag im Garten ausprobiert und seitdem täglich bespielt. Wellen machen, Schleusen anbauen und Strömung verursachen faszinierte nicht nur Nono, sondern sogar zufällig durch den Garten zum Schlagzeugunterricht vorbeikommende 4.Klässler, die anschließend nicht mehr zum Nach-Hause-Gehen zu bewegen waren. Tja, so kann’s gehen 😉

Fazit: für den Sommer ideal! Aber auch schön, dass wir es im Winter nicht rumstehen haben. Es ist nämlich größer als es aussieht 😉

…ein staunendes Kind über den auch ohne Boot schwimmenden Kapitän in der Strömung.
Unten in der Mitte liegt übrigens kein Teppich auf dem Rasen. Das ist ein Hund ^^

Das „Balancierbrett Kreis“ von Erzi hat hier auch eingeschlagen wie eine Bombe!
Ziel des Spiels ist es, die sechs bunten Murmeln fließend im Kreis rollen zu lassen, allein durch die Verlagerung des Gewichtes. Unsere Schuhgröße 42 reizt die Kapazitäten des Brettes zwar bis auf das Maximum (Zehen stoppen manchmal Kugeln), aber Kinderfüße haben ganz bequem auf den vorgezeichneten Fußabdrücken Platz. Das Brett schult Balance und Motorik, lässt sich wunderbar mitnehmen und eignet sich sowohl für drinnen als auch für draußen. Gerade vor dem Hintergrund, dass Kinder heutzutage oftmals schon umkippen, wenn sie nur auf einem Bein stehen geschweige denn hüpfen sollen, ist das Balancierbrett Haltungsschule und gleichzeitig Hilfe zur Körperbeherrschung und Koordination. Wie man sieht, hat die ganze Familie Spaß mit dem Brett! (Und Fiona hat eine bequeme Methode entwickelt, die Kugeln ohne Umfallen im Kreis rollen zu lassen – von der Couch aus!)

Fazit: eine tolle Motorikübung für Groß und Klein – nochmal!

Ein kleines bisschen enttäuscht bin ich einzig und allein von der Selecta Kugelbahn, die im Handel stolze 77€ auf die (Kassen-)Waage bringt. Ich liebe Holzspielzeug und Kugelbahnen sowieso, deswegen haben wir schon seit langer Zeit die HABA Kugelbahn Kullerei im Kinderzimmer zu stehen – damals wegen des horrenden Preises günstig gebraucht über Ebay gekauft. Die Selecta Kugelbahn besteht aus einzelnen Elementen, die aneinander gestellt werden können, um somit immer wieder neue Bahnen für die Kugel zu kreieren. Das Prinzip ist nicht schlecht, allerdings sind die Möglichkeiten schnell erschöpft. Die Bausteine haben unterschiedliche Höhen, weil die Kugel ja sonst nicht rollen würde. Für Fiona ist es schwer zu verstehen, warum das von ihr ausgesuchte, flache Kurven-Bauteil jetzt nicht an die halbhohe Kurve davor passt. Konstruieren geht also nur mit Mamas oder Papas Hilfe. Außerdem ist die Bahn durch die losen Bauteile nach einem Kugeldurchgang so verschoben, dass man fast jedes Bahnelement wieder zurechtrücken muss. Da bleibt der Spaß trotz ausgezeichneter Qualität ein bisschen auf der (Kugel-)Strecke. Über diese knapp 80€ hätte ich mich definitiv geärgert, hätte ich sie ausgegeben, um die Bahn zu kaufen.

Fazit: sieht nett aus, besticht durch gute Qualität, bringt aber nur begrenzten Spielspaß. Die muss man nicht haben.

Ich freue mich, dass wir die Spielzeugkiste ausprobieren durften und kann euch nur an’s Herz legen, euch auf der übersichtlich gestalteten Homepage mal umzuschauen. Mit Sicherheit findet auch ihr Etwas, das euch bzw. euren Kindern gefällt!
Das war’s für heute von uns – habt eine schöne Woche und genießt das Wetter, so lange es noch so schön ist!

Wenn ich einmal groß bin, dann bin ich nicht mehr klein

…lautet die erste Zeile eines Mini-Disco-Klassikers, in dem die Kinder beschreiben und vertanzen, was sie später vielleicht werden möchten („Schnipp schnapp schnipp schnapp schnipp schnapp, ja dann sind die Haare ab, dann sind die Haare ab, ja dann sind die Haare ab!“). Erst sollte dieser Post „Where is the Baby?“ heißen, aber um nicht unnötig die Gerüchteküche brodeln zu lassen (von denen, die nur den Titel lesen und den Rest nicht), beließ ich es lieber bei der Liedzeile 🙂

Das Baby, das hier ein mal wohnte, ist nämlich ganz definitiv und absolut keines mehr, das wurde mir heute morgen so richtig bewusst. Nach 6 Wochen Urlaub startete Fiona heute früh wieder in den Kita-Alltag, was normalerweise nach so langer Pause zu einem tränenreichen Abschied beiderseits und größeren, wortreichen Diskussionen mit den Hauptbestandteilen „will“, „aber“ und „nicht“ geführt hätte. Nichts dergleichen! Als wir gestern vorsichtig einstreuten, dass sie Montag wieder in den Kindergarten geht, reagierte sie nicht weiter darauf. Ich befürchtete, sie würde es uns schlicht und einfach nicht abnehmen nach so vielen Wochen zu Hause. Heute früh stapfte sie im Schlafanzug mit ihrem neuen Ice-Age-Sid (dazu später mehr) in die Küche und erklärte mit verschlafener Stimme, dass er mitkommen wolle in die Kita. Sie suchte mir aus dem offenen Kühlschrank Zutaten für ihre Brotbüchse raus, trug den kleinen rosa Schulranzen mit Büchse und Urlaubsfoto für die Kita-Collage stolz wie einen Koffer und spazierte nach Hasi-Zudecken-und-Tschüss-Küsschen gutgelaunt aus dem Haus. Na sowas! Dort angekommen, stürmten die Raupenkinder an die Tür zur Garderobe, drückten sich die Näschen an der Scheibe platt und riefen im Chor: „Fiiiooooonaaaa ist daaaa!“ Selbige öffnete die Tür, begrüßte ihre Kumpels, streckte mir die Wange und ein „Tschüss, Mama!“ entgegen und verschwand fröhlich erzählend im Gruppenraum… Einerseits bin ich sehr froh über und stolz auf diese neue Selbstständigkeit, andererseits – wie gesagt – the baby’s gone. Unvorstellbar, dass dieses bald 1m lange, sich deutlich artikulieren könnende Menschlein vor 3 Jahren noch in meinem Bauch gestrampelt hat. Uuuh!

Im Auto auf dem Weg zum Kindergarten erzählte sie mir, was sie ihrer Erzieherin alles berichten muss: vom Tunesienurlaub mit Quallenbiss über „Babbelin-See“ (Werbellinsee) mit den Musikkindern bis hin zum Leben ohne Windeln und den nagelneuen Ohrringen.
Ohrringen?!
Eigentlich sollte sie zum 3. Geburtstag im Oktober welche bekommen. Da im Herbst aber die Mützensaison wieder beginnt und diese die Angewohnheit haben, meist eng auf den Ohren zu sitzen, ist das keine so gute Idee. Da ist der Sommer schon die bessere Zeit für sowas.
„Fiona, möchtest du Ohrringe haben?“
– „Ja!!!“
„Aber das tut ein bisschen weh!“
– „Ja.“
„Willst du trotzdem welche haben?“
– „Lieber nicht.“

Dieses Gespräch war schon eine ganze Weile her, als wir Freitag in ein großes, klimatisiertes Shopping-Center in der Nähe fuhren (statt Zoo, weil zu heiß ^^). Weil wir direkt vor einem Juwelier ein Eis aßen, fragte ich zum Spaß erneut. Sie bejahte meine Frage, auch noch, als ich sie erneut darauf hinwies, dass es weh tun könne und sogar eine kleine Pistole im Spiel sei. Da die Stech-Kollegin des Juweliers (haha) an diesem Tag keinen Dienst hatte, gingen wir ungelocht weiter. Vor dem nächsten Schmuckladen sah sie die Ohrringe im Schaufenster und war fest entschlossen, auch welche haben zu wollen. Bevor wir reingingen, fragte ich noch ca. 100x und im Laden wurde sie von der Verkäuferin dann auch noch mal gefragt, ob sie wirklich Ohrlöcher haben möchte. Nach kräftigem Bejahen nahm Fiona auf einem großen Stuhl Platz (normalerweise verlassen Kinder fluchtartig den Laden, wenn sie erklärt bekommen, wie gestochen wird…). Aufgeregt wühlte sie in der Kiste mit den Erststeckern und suchte sich allein kleine weiße Blumen mit rotem Stein in der Mitte aus. Die zukünftigen Löcher wurden angezeichnet, die Frauen kamen mit Handschuhen und Pistolen und Fiona beobachtete alles ganz gespannt. Ich nahm ihre Hände und war auf eine heftige Reaktion mit Schreien, Toben und Treten vorbereitet, aber – nichts! Die Frauen zählten bis 3 und drückten gleichzeitig ab. Eine kurze Schrecksekunde später zuckte Nono ein bisschen zusammen, aber bevor die zitternde Unterlippe einem ausgewachsenem Weinen weichen konnte, knuddelte und lobte ich sie schon staunend für ihre Tapferkeit. Als sie ihren neuen Schmuck stolz im Handspiegel betrachtete, war der Schreck über den Pieks vergessen und sie fand sich einfach nur noch „wunderssön“. Die Verkäuferinnen staunten nicht schlecht, hatte Fiona doch keinen Ton von sich gegeben außer „Ich bin jetzt soo sssick, wie Mama!“ 🙂
Auch jetzt, ein paar Tage später, kann sie an keinem Spiegel vorbei gehen, ohne ihre Ohrstecker zu betrachten.

Kennt ihr Build-A-Bear? Nicht?!
Wer noch kein Kind hat, aber über dessen „Anschaffung“ nachdenkt, könnte als Experiment dort einen Bären oder einen anderen kuscheligen Freund adoptieren, ihn einkleiden und ausrüsten. Anschließend hat man eine ungefähre Vorstellung von den finanziellen Ausmaßen ^^ Nein, Spaß. In Berlin gibt es eine dieser Build-A-Bear-Filialen, wo man sich sozusagen die leere Hülle eines Kuscheltieres aussucht, um es dann zum Leben zu erwecken. Wir sind schon 1000x an dem Laden vorbeigegangen, aber so richtig angesprungen hat mich nie eins. Bis letzte Woche. Da saßen sie: das Dreamteam Sid und Scrat von Ice Age ❤ Scrat sitzt zwar schon im Schaukasten, ihn gibt es dort aber erst ab August bzw. eventuell sogar noch mit Verspätung. Die Augen meines Kindes leuchteten Sids leere Hülle an – wer kann da schon widerstehen? Also verbrachten wir bestimmt eine gute Stunde in dem kleinen Laden, um Sid lebendig zu kriegen (so eine Geburt dauert eben!). Zuerst wird das Tier von einem Angestellten unter Mithilfe des Kindes (und einer Watte-Stopf-Maschine mit Tretpedal) mit "Zuckerwatte" gefüllt, damit der Körper Form bekommt. Weil Fiona die Frage nach "Kuschlig oder hart?" mit Ersterem beantwortet hat, lässt unser Sid seitlich manchmal ein bisschen den Kopf hängen, wirkt dadurch aber sehr authentisch. Wenn der Körper gefüllt ist, wird dem Kuscheltier ein echtes Herz geschenkt. Dieses wird in einer Zeremonie vorher warm gerubbelt, geschüttelt und geküsst, bevor es in das Tier kommt und ihm Leben einhaucht. Mitarbeiter: "Hör mal, schlägt es schon?" Fiona: "Nein, schlägt nicht…" Ich sag ja: war 'ne Geburt, dauerte länger… Als es dann endlich schlug, wurde der Sid zugenäht und zum Waschen und Fönen gebracht.

Von dort aus geht man in die große Anzieh-Ecke, die in der Vielfalt den Kinderabteilungen bei H&N, C&E, Ornstings Family, etc. in nichts nachsteht (nicht mal im Preis!). Von Wäsche, Strümpfen, Bademode, Schlafanzügen über Oberteile, Hosen, Kleider, Röcke bis hin zu festlichen Outfits oder Arbeitskleidung gibt es dort alles, was das Kuscheltiermamaherz begehrt. Specials wie Mini-Chucks, Stiefel, Hüte, Skateboards, mp3-Player und Sonnenbrillen sind in Kassennähe natürlich auch vorhanden, damit das Warten in der Quengelzone beim Anstehen auch Spaß macht ^^

So ein Sid ist ja eigentlich nackt am Schönsten, aber so ganz ohne Extra kommt man an der Einkleidezone einfach nicht vorbei, also gab es eine Winterjacke mit Fellkragen, damit er bei Wind und Wetter nicht friert (die Tatsache, dass er untenrum nach wie vor nackt ist, vernachlässigen wir an dieser Stelle ^^). Am Computer gibt man die Daten für seine Geburtsurkunde ein und dann geht es mit dem „Baby“ zur Kasse. Dort zaubern die Verkäufer in einer gekonnten Bewegung dem Tierchen ein Papphaus mit Tragegriff, gehen mit der „Mama“ die Daten nochmal durch und schenken dem Kuschel-Geburtstagskind eine bunte Schleife. Wenn man vorher noch ganz amüsiert über das Prozedere und die freakigen Mitarbeiter des Ladens ist, amüsiert einen dann die Anzeige auf der Kasse vermutlich nicht mehr so sehr. Aber der Spaß ist es wert! Sid wird an seinem langen Hals durch die Gegend geschleppt, hat jedes Buch aus dem Kinderzimmer schon mindestens ein Mal vorgelesen bekommen am Wochenende, kennt alle Betten und den Garten und ist heute wie gesagt sogar mit im Kindergarten. Außerdem hat Fiona eine ganz entscheidende Erkenntnis gewonnen, die ich nicht schöner hätte ausdrücken können: „Wenn man eine Mama wird, dann verschenkt man ein Herz!“
Sein Haus haben wir natürlich hinterher auch noch „gemalert“, damit er sich darin so richtig wohl fühlt:

Gestern waren wir im Deutschen Technikmuseum Berlin (auf dem Gelände des ehemaligen Anhalter Güterbahnhofs) und haben den Regennachmittag mit Staunen verbracht. Sind zwar die Daten, Zahlen und Fakten eher für Schulkinder und Erwachsene gedacht, haben Fiona doch die Exponate und Experimente ziemlich fasziniert: das Segelschiff im Windkanal, der Wasserwiderstand je nach Schiffsform oder das Schlafabteil einer hundert Jahre alten Eisenbahn. Das Gelände ist allerdings so groß, dass man an einem Tag gar nicht alles schaffen kann. Bei 6€ Eintritt pro Erwachsenem (Kinder bis 14 3,50€, Kleinkinder frei) kann man nicht meckern. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall! Meinem Mann hat der ausgestellte (nachgebaute) erste Computer aus dem Jahr 1937 (!) von Konrad Zuse besonders gefallen; ich fand den Wandel der Eisenbahn, eingebettet in den politischen und gesellschaftlichen Zusammenhang, am interessantesten. Es war also für jeden etwas dabei 🙂

Abschließend noch ein paar lose Bilder der letzten Tage:

Der tolle Rasenmäher-Frosch von GOWI in Aktion:
bei Betätigen des Hebels spritzt ihm Wasser aus den Augen, da lacht der Rasen!
Hut: H&M, Kleid: made by mama 😀
beim ersten Foto-Versuch und der Aufforderung „Wink mal!“
drehte sie sich um und winkte den Leuten, die aus dem U-Bahnhof kamen ^^
Melonenherz ❤
Eine Sonne? Eine Spinne? Papa?
Man weiß es nicht so genau 🙂
Werbellinsee bei schönstem Buddel- und Badewetter
Fernsehturm im Gegenlicht und Straßenfest auf dem Alexanderplatz

Und: Raupenfortschritte. Aus den angegebenen 3 Wochen bis zur Verpuppung wurde eine halbe, schließlich waren sie ja aus England auch schon eine ganze Weile mit der Royal Mail unterwegs. In den letzten Tagen hielten sich die Raupen tatsächlich fast ganz exakt an das Drehbuch der kleinen Kollegin Nimmersatt (bis auf das Anfressen der Papierscheibe am Deckel, an die sie sich eigentlich hängen sollten zum Verpuppen…). Sie wuchsen innerhalb von wenigen Tagen auf eine stattliche Raupengröße an, was Fiona regelmäßig mit der neuen Kinderlupe beobachtete. Besonders interessant ist das Fortbewegen (wer sich ekelt, darf den Rest gerne überspringen, der Post ist dann höchstwahrscheinlich eh fertig ^^): sie haben vorne 3 Paar „Füße“, dann einen kleinen Bauch ohne Füße, dann 4 Paar, dann wieder Bauch und dann nochmal ein Paar. Wenn das Raupenhirn nun die grüne Kelle zum Loslaufen durch die Raupenneuronen nach hinten schickt, bewegt sich zuerst das letzte Paar Füße. Wie bei einem Newtonpendel stoßen die letzten Füße die vorletzten an, die vorletzten wiederum die vorvorletzten und so weiter. Deswegen sieht das Kriechen für die meisten Menschen nicht so appetitlich aus…Fiona und ich fanden es interessant und hätten ihnen stundenlang dabei zusehen können. Nacheinander hingen sie sich in der Form eines Jotts an die Reste der Papierscheibe und bauten sich ihr Puppenhaus. Nachdem heute nun alle 4 verpuppt waren, stand das Umbetten an. Vorsichtig befestigte ich die Papierscheibe mit Sicherheitsnadeln in dem Schmetterlingskorb und legte die anderen 2 Raupen (die anscheinend beim Fressen am Deckelboden von der Verpuppung überrascht worden waren ^^) auf einem Stück Küchenpapier an den Boden des Korbes. In der Beschreibung heißt es, nach 7 bis 14 Tagen schlüpfen die fertigen Schmetterlinge aus den Kokons (oder „Balkons“, wahlweise „Croissants“, wie meine Kitakinder sie nannten). Man darf gespannt sein 🙂