Die dritte Schwangerschaft

Ob ich über diese dritte Schwangerschaft auf dem Blog auch so ausführlich berichten werde, wie bei der zweiten (2014), wurde ich in den vergangenen Monaten oft gefragt.

Theoretisch ja, total gerne! Praktisch gibt es bisher genau einen Post zu diesem Thema und ich befinde mich heute bereits in der Mitte der 40. Schwangerschaftswoche. Öhm ja.

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#dickbauchdienstag aus Schwangerschaftswoche 40! Der letzte hoffentlich…? Das Baby hat nicht nur die Größe dieser riesigen Frucht 🍉 – der dicke Bauch fühlt sich auch in Etwa so an, wie die Dirty Dancing-Szene „Ich habe eine Melone getragen“. Die #Mimimi s nehmen täglich zu, von Wasser in den Füßen 💦 (Sind DAS meine Füße?! So sehen doch meine Zehen nicht aus!) über Watscheln-Extreme 👣, schlaflose Nächte weil einfach irgendwie alles wehtut bis Bück-ich-mich-oder-wird-es-auf-dem-Boden-von-alleine-verrotten…? 🙈 Bald bist du bei uns, Baby! 😍🍉 Wie geht es euch momentan, liebe Mitschwangere? (Von denen so viele schon kuscheln dürfen und gar nicht mehr schwanger sind! Gefühlt jeden Tag gibt es ein neues Julibaby in meinem Feed 😍) #schwanger #julibaby2018 #5daystogo #ssw40 #pregnancy #bumpupdate #pregnantbelly #bauchbild #schwanger2018 #julibaby #schwangerschaft #endspurt @babypicsapp

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Und das spiegelt eigentlich auch schon ganz gut wider, wie eine dritte Schwangerschaft in den meisten Fällen läuft: nebenher!

Beim ersten Kind checkt man täglich die aktuelle Entwicklung, freut sich über jeden Millimeter, den die zarte Knospe (laut App) wächst und kennt auf den Tag genau die aktuelle Woche der Schwangerschaft. Man liegt abends romantisch verstrahlt auf der Couch und liest dem Bäuchlein pädagogisch wertvolle Kinderbücher vor, meldet sich in der 5. Woche zum Geburtsvorbereitungskurs an, prägt das Ungeborene auf die Spieluhrmelodie und informiert sich schon mal vorsorglich über die Kurszeiten von Pekip, Babyschwimmen, Kindertanz und Turnen.

In der zweiten Schwangerschaft hat man – wenn das Zweitgeborene wie in unserem Fall mit einem Abstand von +-5 Jahren folgt –  immerhin neben der Große-Schwester-Bespaßung noch die Zeit, täglich die App zu checken, den Bauch einzucremen, zum Babybauchshooting zu gehen und einen Geschwisterkurs zu besuchen. Wöchentliche Fotos mit einem Obst, das in seiner Größe der des Embryos entspricht, und auch eine Kreißsaalbesichtigung in der Wunschklinik waren noch drin.

15 Fun-Facts zu dieser dritten Schwangerschaft:

  • Ich wusste meistens, in welcher Woche ich gerade bin. Oft. Also ungefähr.
  • Geburtsvorbereitungskurs habe ich keinen besucht. Ich weiß inzwischen, wie es geht.
  • Im Kreißsaal kenne ich mich auch ohne Besichtigung aus.
  • In der 34. Woche wurde ich von meiner Hebamme gefragt, ob ich alles soweit vorbereitet hätte. Ich habe schallend gelacht.
  • Alle Babyklamotten des zweiten Kindes sowie sämtliche Umstandsmode war einem spontanen Ich-miste-die-Schränke-aus zum Opfer gefallen, etwa 3 Monate, bevor ich schwanger geworden bin. D’oh!
  • Ich hatte in dem Jahr vor der Schwangerschaft mit viel Disziplin 15kg abgenommen bis Wohlfühlgewicht. Die und noch einige Bonuskilos sind inzwischen wieder da. Leider war ich bis zur 13. Woche im Teufelskreis „Nur solange ich esse, ist mir nicht schlecht“ gefangen und auch danach schmeckten Kohlenhydrate irgendwie besser als Gemüse, haha.
  • Ich habe (immerhin!) einen Strampler für das Baby genäht bisher.
  • Die ersten Babyutensilien sind erst vor wenigen Wochen bei uns eingezogen, in einem aggressiven Anfall von Nestbautrieb aufgrund z.T. schmerzhafter Senkwehen. Wenigstens ein Bettchen sollte man haben, oder?
  • Wir hatten noch sagenhafte 3 Babyschalen im Keller, die wir in der Zwischenzeit aus reiner Faulheit noch nicht bei Kleinanzeigen eingestellt haben. Alle 3 konnten wir bei näherer Betrachtung leider nur noch entsorgen, da es im Keller scheinbar irgendwo doch feucht gewesen sein muss…
  • Heublumensitzbad, Himbeerblättertee und Dammmassage? Nope.
  • Ich habe auch dieses Mal wieder ein Babytagebuch als Erinnerung geführt, allerdings mit meistens nur einem Eintrag pro Woche. Aber immerhin!
  • Die Frage, die mir mit Abstand am meisten gestellt wurde, war die nach dem Namen (nein, kein drittes F. Das zweite war ja schon eher „Zufall“.)
  • Die ehrlichste Reaktion auf diese dritte Schwangerschaft war: „Schwanger?! Oh Gott! …Na herzlichen Glückwunsch!“
  • Eine Babyparty wollte ich dieses Mal eigentlich nicht feiern, denn beim Dritten lässt die allgemeine Wohoo-sie-kriegen-endlich-ein-Baby-Euphorie des Umfeldes verständlicherweise ein wenig nach. Meine amerikanische Brieffreundin aus Teenagerzeiten kam mich allerdings Anfang Juli besuchen und fragte vorher ganz direkt: „Are you planning a baby shower? If not, can I have one?“. Und aus „I’ll see what I can do!“ wurde doch eine kleine aber feine pinke Feier im engsten Kreis mit schönen Erinnerungen, über die ich jetzt sehr froh bin!
  • Meine Geburtsvorbereitung bestand in der Lektüre diverser Bücher zum Thema „selbstbestimmte Geburt“ und im vorsorglichen Lackieren der Zehennägel, auch wenn Letzteres eher der Szene aus Dinner for One glich, in der der schon fortgeschritten-angetrunkene James mit der Flasche das Glas anvisiert und mit einer flotten Bewegung den Wein über der Tischdecke verteilt. Well…

Ich freue mich nicht weniger über das dritte Wunder, als über die ersten beiden, aber diese Exklusivzeit mit Mama und Bauch, die gibt es im ganz normalen Familienalltag mit zwei Kindern eben so gut wie nicht. Ihr wisst schon, diese rosa-plüschigen Momente, in denen man komplett Eins ist mit sich und dem Bauchkind, sich das Leben nach der Geburt in den buntesten Farben ausmalt und sich beim Babygeschäft-Bummel im Nestbau-Deluxe so richtig schön einstimmt auf das neue Leben – die sind irgendwie rar gewesen. Denn legt man sich mit der Spieluhr in der Hand aufs Bett, ist garantiert im nächsten Moment ein Kind in der Nähe, das das singende Tierchen genau jetzt zum Kuscheln benötigt („so lange das Baby noch nicht da ist, kann ich sie doch haben, oder?“). Legt man im Garten die Beine hoch, um zumindest innerlich ein paar Worte an das Baby zu richten und ihm gedanklich mitzuteilen, wie man sich auf seine Ankunft freut, hat sich ein Geschwisterkind gerade den Kopf an der Schaukel gestoßen und möchte auf den Schoß und „kusseln, Mama!“. Und im Babygeschäft auf der Suche nach Nuckeln, Fläschchen und Mobile läuft man Gefahr, dass die Geschwister währenddessen diverse Plüschtiere mit großen Augen und ebenso großen Preisschildern adoptieren möchten #TeamOnlineshopping. Immerhin das Vorlesen schaffen wir jeden Abend, zwar nicht exklusiv für das Ungeborene, aber so ist das, wenn man als jüngste Schwester in eine Familie hineingeboren wird.

Da sind nicht nur Mama und Papa, die auf dich warten, sondern da wird eine grooße Familie sein, die dich empfängt, die sich auf dich freut, dich in ihrer Mitte willkommen heißen und immer für dich da sein wird! Deine großen Schwestern können es kaum erwarten, mit dir zu spielen, mit dir zu lachen, zu tanzen, zu lernen und dir allerhand große-Schwestern-Blödsinn beibringen zu können ❤ Da nimmt man die fehlende Bauchexklusivzeit doch gerne in Kauf, oder? 😉

ET minus 4. Can’t wait to meet you!

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Wenn die Flügel wachsen…

Vorletzte Nacht schlich ich mich zu den Kindern in (mein) Bett und kuschelte mich an das schlafende Schulkind. Ja, die Mädels schlafen momentan beide im Elternbett, wo Papa freiwillig das Feld geräumt hat und vorübergehend ins Wohnzimmer umgezogen ist. Sie brauchen sich trotz aller Kabbeleien und sie brauchen mich im Moment. Das Gitterbett dient als Buch- und Kuscheltierablage und die Betten im Kinderzimmer sind nur Deko. Aber ich fühle, dass es ihnen so, wie es gerade ist, Halt und Sicherheit gibt, dass sie die Nähe und Geborgenheit des Familienbettes suchen. Und eines Tages wird es, ohne dass wir das vorher ahnen, das letzte Mal gewesen sein. Die Zeit geht viel zu schnell vorbei. Also habe ich mir vorgenommen, meine 20cm Betthälfte zu genießen, so lange die Kinder sie noch mit mir teilen.

Jedenfalls lag ich da so neben meiner schlafenden, großen Tochter und schaute sie an im schwachen Licht der Straßenlaterne, die durch unser Fenster schien. Ihr wunderschönes Profil: ihre perfekten Lippen, ihre langen Wimpern, ihre dunklen Augenbrauen, die Rundung ihrer Nase, ihr wunderschöner Mund, der inzwischen schon so viele schlaue Dinge sagt. Ich lauschte ihrem gleichmäßigen Atem. Und plötzlich liefen mir Tränen die Wangen herunter.

In meinem Kopf spielte sich ein Film ab

Lauter Erinnerungsfetzen von diesem, meinem ersten Kind. Auf ein Mal sah ich sie, wie sie auf der Schaukel saß und lachte, ihr helles, klares Kinderlachen, „Bitte anschaukeln, Mama!“. Wie sie in meinen viel zu großen Absatzschuhen durch die Wohnung lief, in ihrem Hochstuhl sitzend „Kling Glöckchen“ sang, wie sie ihre allerersten Lieder auf der Melodica spielen lernte und wie wir zusammen über die Hängebrücke auf dem Spielplatz kletterten. Ich sah sie an und mir wurde in diesem Moment in der Nacht bewusst, dass dieser kleine Mensch nicht mehr da ist. Sie ist jetzt jemand anderes. Wie Berlinmittemom es letztens so treffend beschrieben hat: sie ist eine andere Version von sich selbst. Ich liebe sie mit jedem Tag noch ein bisschen mehr und ich könnte nicht stolzer auf meine große, selbstbewusste Tochter sein. Aber die kleine Fiona, diese, die ich auf meinen Schultern durch den Tierpark getragen und beim Fahrradfahrenlernen festgehalten habe, die ist nicht mehr da. Die Babyzeit, IHRE Babyzeit, mit ihrem einzigartigen Geruch, mit winzigen Füßen, kleinen Händchenabdrücken in Salzteig und mit ersten Schritten an meiner Hand – die ist unwiederbringlich vorüber. Mit jedem Milchzahn, den sie verliert, wird sie ein Stück erwachsener und selbstständiger. Schöner und klüger. Lustiger und mutiger. Umso mehr genieße ich die kleinen, seltenen Momente, in denen sie zeigt, dass sie zwar eine tolle große Schwester, aber eigentlich doch selber manchmal noch klein und kuschelbedürftig ist und meine Nähe sucht.

An meiner Hand läuft noch ein anderes kleines Mädchen, eines, das fast täglich Neues lernt und gerade mittendrin in der Entwicklung ihrer eigenen kleinen Persönlichkeit ist. Mamasein zum zweiten Mal erleben – das fühlt sich ganz anders an. Ich liebe meine Kinder nicht gleich. Ich liebe sie beide bis ans Ende der Welt, aber auf ganz unterschiedliche Arten. Die beiden könnten nicht verschiedener sein! Man erlebt die Meilensteine des ersten Kindes mit dem zweiten nicht einfach noch mal, man erlebt sie mit jedem Kind anders. Dem kleinen wachsen gerade Wurzeln, dem Schulkind jeden Tag etwas größere Flügel…

In dieser Nacht streichelte ich gedankenverloren ihre Handfläche, als sie, immer noch schlafend, ihre Finger um meine legte. As long as I’m living, my baby you’ll be… ❤

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Zimmer im Kopf

Fiona ist 7 Jahre alt und geht in die 2. Klasse.

Sie war schon seit frühester Kindheit ein sehr wissbegieriges Kind, wollte immer schon die Welt erklärt bekommen, interessierte sich für alles um sie herum, machte gerne kleine Experimente und entwickelte sich in den letzten Jahren zum absoluten Spezialisten auf dem Gebiet ihrer Lieblingstiere: Quallen. (Ja, so habe ich anfangs auch geguckt, als sich mir die anmutige Schönheit dieser Spezies noch nicht so recht erschließen wollte, haha). Sie wurde mit 5 eingeschult, vier Wochen bevor sie 6 geworden ist. Wir hätten sie zurückstellen lassen können, haben uns aber bewusst für das frühe Einschulen entschieden. Es war einfach zu merken, besonders deutlich in den letzten Monaten vor Schulbeginn, dass sie bereit war. Dass sie das zusätzliche Jahr Kita sehr wahrscheinlich nicht als „noch ein Jahr unbeschwert Kind bleiben“ empfunden hätte.

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Sie schrieb unermüdlich Buchstaben und Zahlen, wollte lernen wie man rechnet und fing im Sommerurlaub plötzlich an zu lesen. Nachdem sie zu Ostern ihre Schulmappe bekommen hatte, musste ich regelmäßig mit ihr Schule spielen. Dann kam sie mit Ranzen auf dem Rücken ins Wohnzimmer stolziert, machte sich über meine ausgedruckten Arbeitsblätter her, schrieb und malte, was das Zeug hielt, und wartete auf die „Pausenklingel“ meines Handys, damit sie endlich ihre Brotbüchse plündern konnte. Ich würde hier gar nicht pauschal sagen, Einschulung mit 5 ist gut oder Einschulung mit 5 ist schlecht. Eltern kennen ihre Kinder am besten und können demzufolge auch am besten einschätzen, ob ihr Kind sich im zusätzlichen Kitajahr langweilt oder ob es das unbeschwerte Spielen noch länger genießen möchte. Wie bei so vielen Entscheidungen gilt auch hier, oder hier ganz besonders: hört auf euer Bauchgefühl.

Sie hatte einen durchweg guten Start in der ersten Klasse: eine engagierte und vor allem liebevolle Lehrerin (bei der ich selbst vor 20 Jahren schon Unterricht hatte), tolle Klassenkameraden, viele Freunde und Spaß am Lernen („Schon eine Woche Schule und wir haben noch keine Hausaufgaben aufbekommen! Das finde ich nicht in Ordnung!“). Sie kam mit den Unterrichtsinhalten gut mit und zeigte mir täglich stolz ihre Hefte. Nur das frühe Aufstehen war ihr nach der ersten Schulwoche schon über…

Eine Träumerin?

Im Entwicklungsgespräch zu Beginn des zweiten Schuljahres erwähnte die Klassenleiterin, dass Fiona mit dem Stoff zwar super mitkäme, aber manchmal noch sehr verträumt und langsam sei (eine „Folge“ des frühen Einschulens? Möglich. Wir würden es dennoch wieder so machen). Zum Beispiel montags, wo sie regelmäßig nach dem Sportunterricht zu spät zur nächsten Unterrichtsstunde kommt, weil das Umziehen eben etwas länger dauert. Oder der Deutschtest: schreibt die schwersten Wörter fehlerfrei, kann eigentlich alles perfekt und liest dann die Aufgabenstellung nicht richtig bei „Benutze unbestimmte Artikel: ein, eine“ und setzt stattdessen „der die das“ ein. Oder Mathe: sie rechnet 10 Aufgaben des gleichen Typs ohne Fehler und bei der 11. schreibt sie plötzlich die Zahlen falschrum, also 63 für sechsunddreißig (was für ein blödes System auch, dass die Deutschen ihre Zahlen von hinten nach vorne sprechen. Ist euch das mal aufgefallen? Spanien, Frankreich, England, etc. sagen z.B. thirtysix, also „richtig rum“, hmpf!). Wenn ich sie frage, was bei dieser Aufgabe anders war, sagt sie manchmal Sachen wie:

„Weißt du, Mama, mein Kopf hat plötzlich mitten im Test an die gepunktete Wurzelmundqualle gedacht und ich habe mich gefragt, ob es die vielleicht auch in der Nordsee gibt…“.

Kreativität – ein neues Schulfach?

Ziemlich bald wurde mir klar: Fiona ist nur bedingt für dieses Schulsystem geeignet. Ich gehöre gewiss nicht zu den Übereltern, die meinen, kleine Mozarts oder Einsteins geboren zu haben und auf die Diagnose „Hochbegabung“ spekulieren. Ich bin selber Pädagogin. Aber ein Kind, das sich in andere Welten träumt, dabei vor sich hin philosophiert und über wichtige Fragen des Lebens sinniert, „kollidiert“ zwangsläufig irgendwann mit dem Lehrplan, der für die aktuelle Stunde eben nicht Meeresforschung, sondern Rechnen vorgesehen hat. Grundsätzlich ist daran ja gar nichts Falsches, irgendein System muss es ja geben und Lehrer können nicht jede Stunde darauf eingehen, was die jüngeren Schüler gerade beschäftigt. Aber ich finde, Kreativität sollte ein eigenes Schulfach sein! „Creativity is intelligence having fun“ – Ideen sammeln, sie weiterentwickeln, ausprobieren, experimentieren, Materialien kennenlernen, forschen. Nicht nur nach „Schema F“ abarbeiten, sondern selber denken, umdenken, neu denken. Das sind doch die gefragten Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt. Warum wird das dann nicht gelehrt?

Ja, als „Kreativfächer“ gibt es Musik und Kunst. Aber mal ehrlich: was wird denn gemeinhin mehr belächelt, als diese „Sekundärfächer“? Wie oft schon habe ich gehört, dass Musik gar von Fachfremden unterrichtet wird, die keine einzige Note kennen? „Ist ja nur Grundschule, ein bisschen singen kann doch jeder“. What?!

Fiona macht selber Musik seit sie 4 ist und spielt ganz allein (!) eine zweite oder dritte Stimme, also eine rhythmisch und melodisch komplett andere Melodie als die anderen Spieler. Was attestiert ihr die Musiklehrerin der Schule auf dem Zeugnis? Bei „Rhythmusgefühl“ 3 von 4 Punkten, haha. Als ich Fiona darauf ansprach, meinte die nur trocken:

„Ach weißt du, Mama, Musik ist total langweilig. Frau XY macht jede Stunde irgendein Lied an und wir sollen einfach mitsingen. Wir machen nie was mit richtigen Instrumenten oder so. Das macht mir keinen Spaß, deswegen mache ich da auch nicht so richtig mit.“

In Kunst sollten sie den Struwwelpeter malen, mit langen Haaren, riesigen Fingernägeln, usw. Fionas sah zum Fürchten aus und hatte schwarze Striche auf der Haut („weil er doch so dreckig ist!“). Die Lehrerin hatte aber gefordert, kein Schwarz zu benutzen und war deshalb mit Fionas Bild nicht zufrieden. Vielleicht findet ihr das kleinkariert, aber wie soll sich Kreativität entwickeln, wenn nicht durch die (freie!) Umsetzung der eigenen Vorstellungen zum vorgegebenen Thema? Wer sagt denn, dass der Struwwelpeter nicht Dreck auf der Haut hatte, weil er sich nie gewaschen hat? Ich habe sie für ihr Bild gelobt und auch hervorgehoben, wie gut ich ihre Idee finde mit den schwarzen Dreckstrichen. Ganz egal, was die Lehrerin davon hält.

Wenn man Kinder lässt, entwickeln sie oft ganz ohne Hilfe die erstaunlichsten Ideen, von denen wir Erwachsenen uns noch eine Scheibe abschneiden könnten. Letztes Frühjahr bastelte ich z.B. eine Karte zur Hochzeit und schnitt aus (teurem) selbstklebendem Glitzermoosgummi die Form eines Hochzeitskleides aus. Freihand. Die Taillie ist viel zu schmal geworden und das Moosgummikleid sah aus, als könnte es Barbie passen, landete also im Müll. Als Fiona ins Arbeitszimmer kam und das gute verschnittene Glitzerzeug im Papierkorb sah, fragte sie, ob sie das haben könne. Als sie kurze Zeit darauf mit ihrem Bild fertig war, kam ich aus dem Staunen nicht heraus: aus dem zu knappen Brautkleid war kurzerhand verkehrtherum ein Meerjungfrauenschwanz geworden! Erstaunliche Idee, oder? Ganz große Liebe!

 

Aber auch wenn ich sie für das kreativste Kind der Welt halte, stellte sich mir die Frage: wie kriegen wir es trotzdem hin, dass sie konzentriert bei der Sache ist, aber dennoch ihre Kreativität nicht vom starren Schulsystem abtrainiert bekommt?

Die Lösung ist so einfach wie genial

Zimmer im Kopf!

Wie bitte?! Ja, ihr habt richtig gelesen. Fiona selber hatte ein paar Wochen vor Weihnachten die Idee, als ich vorsichtig mit ihr über das „Problem“ gesprochen habe.

„Mama, wie wär’s denn, wenn ich mir für jedes Unterrichtsfach ein eigenes Zimmer in meinem Kopf einrichte? In meiner Fantasie? In dem Zimmer sieht dann alles so aus, wie ich es mir vorstelle, also bei Mathe sind da ganz viele Zahlen und Lineale und Plus und Minus. Und bei Deutsch sind alle Buchstaben drin! In Kunst stelle ich mir Stifte, Pinsel, Tuschkasten und Blätter vor und die Wände sind ganz bunt in Regenbogenfarben. Und in jedem Zimmer steht natürlich ein Schreibtisch! Und die Pokémons und Quallen und so sind in einem Extrazimmer, in das kann ich dann am Nachmittag reingehen, wenn die Schule vorbei ist. Ein Anziehzimmer richte ich mir auch noch ein, dann klappt das nach dem Sport bestimmt auch schneller!“

Ja, und was soll ich sagen: es funktioniert!

Ab und zu sprechen wir über die Zimmer: ich frage konkret nach, ob sie mir erzählen will, wie es in den einzelnen Zimmern aussieht, in welchen Zimmern sie tagsüber so war, ob es auch in einem vielleicht ganz unordentlich ist und wir mal aufräumen müssen (haha) und so erzählt sie auch von sich aus mehr als nur das obligatorische: „gut“ auf die Frage, wie es heute in der Schule war.

Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass sie sich durch die „Zimmer“ besser fokussieren kann, ihre Energien besser bündelt und die Bewertungen der letzten Wochen ihren Fähigkeiten entsprechen und sich nicht mehr so viele kleine Flüchtigkeits- oder Konzentrationsfehler einschleichen. Wenn sie merkt, dass ihre Gedanken sich „selbstständig“ machen, kann sie mental in das Zimmer gehen, das ihr hilft, bei der Sache zu bleiben. Und wenn irgendetwas kreativ ist, dann doch genau DIESE Idee, oder?

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Bildquellenangabe: Eileen Naumann/ pixelio.de

Kennt ihr solche oder ähnliche Situationen bzw. Probleme von euren Schulkindern auch?

Mottoparty Pokémon Teil 2

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Schon Wochen vor der großen Party waren wir einkaufen und haben das mitgebracht, was wir am Liebsten mögen: Moosgummi, Bänder, Styroporkugeln, Pfeifenreiniger, Pompoms und natürlich Wackelaugen. Gerade, weil viele der Gäste Pokémon nur wenig oder gar nicht kannten, wollte ich auch ein bisschen „drum rum“erzählen. Bei Pinterest wird man schnell fündig und so sammelte ich auf meiner Pinnwand Ideen, um sie dann zu unserer Motto-Party zu weiterzuentwickeln.

Ich wollte die Gäste auf der Feier Pokémontrainer und -trainerinnen werden lassen. Das geht natürlich nicht einfach so, sondern setzt die Erfüllung einiger Aufgaben voraus. Die waren auf dem Trainingsplan zu lesen:

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LABYRINTH & HELIUMBALLONS

Ich fand online ein Pokémon-Labyrinth, was ich ausgedruckt und schon vor der Ankunft der Gäste auf den Plätzen verteilt hatte. Die Kinder kommen ja nicht alle gleichzeitig und so konnte jeder schon mal ein bisschen rätseln und Trainer Ash den Weg zu seinen Pokémons zeigen. Nach der Begrüßung fingen sie sofort an, den Weg durch den Irrgarten auf dem Papier zu suchen. Währenddessen kam auch die letzte Freundin an und die Party konnte richtig beginnen. Aufgrund akuten Hungers zogen wir Punkt 4, das Kuchenbuffet, vor. Wie das aussah, seht ihr im ersten Post zur Mottoparty.

Im Sommer habe ich mir übrigens einen XL-Behälter Helium gekauft. Inzwischen haben wir schon unzählige Luftballons gefüllt, verschenkt und steigen lassen. Auch für die Pokémonparty bot sich das an: mit Edding das typische Gesicht auf den Ballon der richtigen Farbe gemalt (gelb = Pikachu, grün = Bisasam, orange = Glumanda, rosa = Pummeluff), am Stuhlbein befestigt und schon hat man sowohl coole Partydeko als auch das erste Gastgeschenk zum Mitgeben nach der Party. Win-win.

STARTER-POKEMONS (TATTOOS)

Ich habe bei amazon spezielle Tattoo-Folie für meinen Schneideplotter (Silhouette Portrait) gefunden, die man mit einem normalen Tintenstrahldrucker bedrucken und hinterher ausschneiden lassen kann. Leider hat mein Plotter nicht so mitgespielt, wie ich das wollte [ok, um ehrlich zu sein, hatte ich keine Geduld mehr, als es beim 2. Mal noch nicht ging und hatte außerdem Angst, dass der Plotter die mit der letzten Farbe meines Druckers schön gedruckten Pokémons versehentlich kaputt schneidet, haha], also habe ich sie von Hand mit der Schere ausgeschnitten. Man kann also auch ohne Plotter – nur mit Drucker und Schere – seine eigenen Tattoos damit designen! Wie cool ist das bitte?

Nach einem ersten Testlauf druckte ich je 4 Pikachus, Glumandas und Bisasams für Punkt 5 auf der Party: ein Starter-Pokémon aussuchen. Im richtigen Spiel tauchen direkt nach dem ersten Einloggen 3 verschiedene Pokémons auf. Für eines dieser drei entscheidet man sich, das sog. Starter-Pokémon. Bevor die Party also richtig losgehen konnte, suchte sich jeder Gast eines aus und dann wurde im Bad tätowiert.

POKEMONJAGD

Den Plan warfen wir über den Haufen und gingen direkt über zu Punkt 6, der Pokémonjagd im Garten, denn wer konnte wissen, wie lange die grauen Wolken am Himmel noch dicht halten würden. Eine weise Entscheidung, wie sich etwa eine halbe Stunde später herausstellen sollte! Im echten Spiel hat man die rot-weißen Pokébälle und für besonders starke Pokémons die blau-rot-weißen Superbälle, um die kleinen Monster zu fangen. Mit der AR-Funktion (Augmented Reality) siehst du deine normale Umgebung durch die Handykamera, nur dass mitten auf dem Rasen, in der Bushaltestelle oder auf dem Tisch vor dir ein Pokémon sitzt, das von dir gefangen werden will. Die Wettkampfpunkte über dem Kopf geben an, wie stark ein Pokémon ist.

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Screenshot aus „Pokemon GO“

Und weil bei keinem Kindergeburtstag eine Schatzsuche fehlen sollte, „verkleidete“ ich sie dieses Jahr als Pokémonjagd im Garten! Dazu habe ich Pokémons farbig ausgedruckt, ausgeschnitten, laminiert und erneut ausgeschnitten. Mit Edding schrieb Fiona ausgedachte Wetkampfpunkte auf die Rückseiten der Tierchen. Am Tag der Party versteckte ich 16 Stück u.a. in Blumentöpfen, Regenrinnen, hinterm Autoreifen und im Sandkasten. Mit Powerpoint erstellte ich einen „Pokedex“, das ist eine Übersicht über die Monster. Ich benutzte Bildchen der versteckten Tiere und fügte noch ein leeres Kästchen hinzu. Wenn die Kinder nämlich ein wildes Pokémon im Garten gefunden hatten, mussten sie dessen Wettkampfpunkte in ihre Tabelle eintragen. So konnten die Kinder in 2 Teams (rot und blau) gegeneinander spielen, ohne die Pokémons einzusammeln. Die Vorderseite des Pokedexes sollte aussehen wie in der TV-Sendung: ein kleiner Computer mit Tastatur und einem leeren Eingabefeld zum Nameneintragen. Die Kinder hatten unglaublich viel Spaß beim Suchen und Finden, schrieben eifrig Zahlen in ihren Pokedex und schrien vor Freude, wenn sie wieder irgendwo ein Pokémon gefunden hatten (note to self: nächstes Mal in Stichpunkten aufschreiben, wo welches Tier versteckt ist). Kurz bevor sie alle versteckten Pokémons gefunden hatten, fing es tatsächlich an zu regnen, das tat aber dem Spaß keinen Abbruch!

P.S. Geburtstags-Spiele, die von alleine laufen und keinerlei elterliche Einbringung als Entertainer oder Schiedsrichter benötigen, sind viel wert! Wäre ich nicht fotografierend hinter der Meute hergelaufen, hätte ich mich rein theoretisch in dieser Zeit entspannt zurücklehnen können ^^

POKEBALLWURF

Eine weitere Draußen-Aktivität war Punkt 7: der Pokéballwurf. Natürlich muss man als angehender Trainer auch das Werfen der Bälle üben! Zu diesem Zweck habe ich einfach eh schon vorhandenes Gartenspielzeug verwendet und 4 große laminierte Pokémons an das Wurfspiel angeklebt. An den Wochenenden hatten wir, wenn wir sowieso gerade mit Farbe hantiert haben, gleich noch die Styroporkugeln mit angemalt und in einem leeren Eierkarton trocknen lassen. 2 große und 2 kleine Bälle durfte jeder werfen und versuchen, mindestens ein Mal zu treffen. Auch das hat ihnen viel Spaß gemacht! „Können wir gleich noch mal?“ Der Regen wurde stärker, die Acrylfarbe löste sich langsam von den Styroporkugeln, aber wir hatten das Draußen-Programm erfolgreich absolviert. Puh!

PIKACHU-KOPFSCHMUCK BASTELN

Nachdem sich jeder noch mal am Power-Kuchenbuffet gestärkt und einen weiteren Schluck Schildkrötenspucke genommen hatte, machten wir mit Punkt 2 weiter: Kopfschmuck basteln. Dafür habe ich aus gelbem Moosgummi je 2 Pikachu-Ohren (Vorlage von hier) und aus schwarzem Moosgummi die Ohrspitzen ausgeschnitten. Aus gelbem Tonpapier schnitt ich Streifen (je 4x30cm), an denen die Ohren befestigt wurden. Durch 2 kleine Löcher im Streifen kam dann noch das gelbe Geschenkband und wurde am Hinterkopf verknotet. Nachdem sich jeder Pikachu ein Mal im Spiegel gesehen hatte, machten wir das Gruppenfoto. Süß oder? Natürlich fanden die Öhrchen auch ihren Weg in die Give-Away-Tüte.

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Das gelbe Moosgummi reichte genau für 7 Gäste, deshalb bereitete ich für Fiona aus der Not heraus Kopfschmuck von Raichu vor, der Weiterentwicklung von Pikachu (vorne mitte)

PIN THE TAIL ON PIKACHU

Neugierig fragten die Gäste, die ja inzwischen alle lesen können, was Punkt 3: „Pikachu helfen“ bedeute. Ein Spiel, das – genau wie die Schatzsuche – auf keiner unserer Partys fehlen darf und sich dankbar an jedes Motto anpassen lässt: „pin the tail on the donkey“ im englischen Original. Die angehenden Trainer versuchen Pikachu zu helfen, indem sie seinen Schwanz an die richtige Stelle kleben, natürlich mit geschlossenen Augen und nachdem sie 3x auf der Stelle gedreht wurden! Ein Spiel, das für viel Spaß und großes Gelächter sorgt; vor allem, wenn Pikachu seine 8 Schwänze auf dem Kopf, in der Hand oder auf der Tapete zu kleben hat, hahaha. Die große Pikachu-Vorlage inkl. Schwänzen habe ich hier gefunden. Funktioniert als Partydeko an der Wand auch bestens.

WÜRFELBALANCIEREN

Trainingsübung 8 war das Würfelbalancieren: Eisstab in den Mund und versuchen, bis zu 6 Würfel darauf zu stapeln, ohne dass sie vorher runterfallen. Klingt einfach, ist aber ganz schön schwer! Auch das wollten sie immer wieder probieren. Dass es sehr lustig aussah und manchem vor Lachen der Stab aus dem Mund gefallen ist, muss ich eigentlich nicht extra erwähnen 🙂 Wer gerade nicht an der Reihe war, durfte laut die gestapelten Würfel mitzählen: EINS, ZWEI, DREI, VIER, klack klack klack klack…

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FÜR ZWISCHENDURCH

Die einen wollten das mit den Würfeln noch mal probieren, andere spielten inzwischen mit den Luftballons oder aßen noch ein Stück Kuchen. Damit sich niemand langweilt, hatte ich noch ein Pokémonausmalbild für jeden dabei, nach Bedarf. Aber hat einer angefangen, wollten natürlich alle. Malen geht immer, auch eine sehr dankbare Beschäftigung, um in dieser Zeit Geschenkpapier wegzuräumen oder den Tisch von Tellern und Resten zu befreien. Merke: wenn 8 Kinder Pikachu ausmalen wollen, braucht man auch 8 gelbe Stifte, haha.

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Bevor wir zu Übung 9, „eigenes Pokémon entwickeln“, kamen, tanzten wir eine Runde Bewegungslieder im Kreis. Durch meine Arbeit als Musikpädagogin ist mein Repertoire nahezu unerschöpflich. Detlev Jöcker, Volker Rosin und Simone Sommerland helfen euch da gerne weiter, wenn ihr kein Profi seid! Wichtig ist aber, dass mindestens ein Erwachsener mittanzt und die Bewegungen vormacht. Dann eignet sich so ein 10-minütiger Tanzbreak wunderbar, um die Gruppe wieder zusammenzubringen für die nächste gemeinsame Aktion. Wer übrigens am Buffet vorbeitanzte, durfte sich dabei etwas nehmen. So wurden auch die letzten Reste in den Schüsseln noch leer.

EIGENES POKEMON ENTWICKELN

Für die Entwicklung des eigenen Pokémons stellte ich je einen Becher mit bunten Pompoms, Wackelaugen und Pfeifenreiniger auf den Tisch, außerdem Kleber und Scheren. Die Aufforderung „bastelt euer eigenes Pokémon“ musste ich nicht weiter konkretisieren; sie schnappten sich das Zubehör, klebten wie wild drauf los und waren eine ganze Weile beschäftigt.

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Ein Klassiker auf Kindergeburtstagen. Unter dem Topf lagen je ein Button mit der Aufschrift „Super-Power“, ein paar Süßigkeiten und 3 Mini-Pokémonfiguren, im 24er-Set bei amazon bestellt. Mit den selbst gebastelten und den topfgeschlagenen Pokémons + Basteleien waren die Mitgebseltütchen auch schon gut gefüllt. Mein mobiler Fotodrucker (Canon Selphy) hat fleißig Gruppenfotos ausgedruckt, während die Kinder gegessen haben, so dass jeder nach der Party ein Bild in seiner Tüte mit nach Hause nehmen konnte.

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MOTTO-ABENDESSEN

Auf den Tellern seht ihr übrigens das Abendessen, habe ich beim Buffet-Post ganz vergessen. Ich wollte eigentlich Pokéball-Pizza in rot-schwarz-weiß machen, also oben mit Salami belegt, in der Mitte ein paar wenige Oliven (die eh niemand gegessen hätte) und unten einfach Käse. Aber Fiona hat mich mit ihrer eigenen Essensidee überzeugt: blaue Spaghetti! Es gibt nämlich ein Pokémon namens Tangela, das aussieht wie ein blauer Haufen mit Augen in der Mitte und roten Schuhen. Fionas Idee war, in die blauen Nudeln CandyEyes reinzulegen und zwei rote Kleckse Ketchup als Schuhe zu machen. Geil oder?

Ausgeführt hat das Abendessen dann meine Mama in der Küche, während ich Aufsichtsführer beim Topfschlagen gewesen bin. Muss man ihr hoch anrechnen, denn ich glaube, sie findet kaum etwas unappetitlicher als Lebensmittelfarben, hahaha.

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TRAINERURKUNDE, MEDAILLENVERLEIHUNG & MITGEBSELTÜTEN

Nach dem Abendbrot waren noch genau 15min Zeit bis zur Abholung der Gäste. Perfektes Timing also für die noch ausstehende Verleihung der Trainerurkunden! Die Kinder stellten sich in einer Reihe auf und ich hielt eine kleine Rede über das erfolgreiche Absolvieren der vielen verschiedenen Übungen. Als ich feierlich die Namen aufrief und die frischgebackenen Pokémontrainer unter Applaus der anderen ihre laminierte Urkunde und die Medaille (Pfennigartikel aus der Ramschabteilung bei Kaufland) entgegen nahmen, fühlten sie sich vermutlich wirklich wie kleine Stars. Weil auch die Mitgebsel-Tütchen in diversen Online-Shops ausverkauft waren, bastelte ich kurzerhand selbst welche. Aus einfachen Frühstückstüten mit angetackertem Papierhenkel wurden mit Stiften im Handumdrehen Pikachu-Tüten. Während die Kinder abgeholt wurden, ließen wir noch 3 Raketen steigen – ein krönender Abschluss für eine aufregende Party zum 7. Geburtstag meines großen Pokémon-Fans!

Und jetzt erzählt doch mal – fahren eure Kinder (oder ihr?) auch so auf Mottopartys ab? Was für Partys habt ihr schon gefeiert? Oder unternehmt ihr mit der Kindergruppe am Geburtstag immer etwas Schönes? Ich bin gespannt!

Mottoparty Pokémon Teil 1

Kürzlich war es etwas ruhiger auf dem Blog, das lag an den intensiven Vorbereitungen für unseren Kindergeburtstag! Ihre Freunde gehen bowlen, klettern und ins Kino; Fiona dagegen wünscht sich jedes Jahr eine Mottoparty, weil sie das Planen, Schnippeln, Basteln und die Vorfreude genauso liebt wie ich. Schon Monate vorher sammelt sie Ideen und erzählt mir bereits im Hochsommer, welche Spiele passend zum Thema ihr so einfallen. In diesem Jahr sollte es eine My-Little-Pony-Party sein, ein dankbares Motto mit Blanco-Pferdchen zum Bemalen, Haarreifen mit Ponyohren aus Filz, Regenbogenwaffeln und Schönheitsfleck-Tattoos. Der halbe Online-Warenkorb war schon voll mit Give-Aways und Dekoartikeln, als das Pokémonfieber ausgebrochen ist. Ob wir stattdessen auch eine Pokémon-Party feiern könnten, fragte sie. Und ob…! Ich ahnte ja nicht, wie schwierig es werden würde, themenbezogene Deko zu bekommen. Aber wenn der Ehrgeiz erst ein Mal geweckt ist…

EINLADUNGEN

Zur Piratenfeier eine kleine Schatzkarte, zur Eiskönigin-Party eine Schneeflocke und zum Pokémongeburtstag natürlich Pokébälle! (Die wirft man und fängt darin die kleinen Monster im Spiel) Mit rotem Tonpapier und schwarzem Edding sind die ratzfatz gebastelt. Ich habe die Vorlagen gezeichnet und Fiona hat ausgeschnitten, zusammengeklebt und gemalt. Für innen dann den Einladungstext ausdrucken, rund ausschneiden, aufkleben, verteilen, fertig.

DEKO & BUFFET

Zum „Einstimmen“ suche ich als Erstes nach Papptellern, Bechern, Tischdecke und Girlande etc. Meistens gibt es in Onlineshops fertige Sets zu fast jedem beliebigen Thema. Fast. Der Pokémonhype (reloaded) war zwar schon im Sommer in Deutschland angekommen, die Partyutensilien beschränkten sich jedoch auf die USA. Argh! Ab 16.9. sollten Teller, Servietten, etc wieder verfügbar sein. Ich erstellte mir sogar einen Termin im Kalender, nur um am 18. festzustellen, dass schon wieder mehr als die Hälfte „out of stock“ war. In einem anderen Shop wurde ich fündig, belud meinen Warenkorb und scheiterte an der Eingabe des Landes: USA/Canada? !$“6$3%!/§9=“)(§/&%!“!!!

Naja, das gute alte amazon führte zu teure Pikachu-Pappteller, die ich letztendlich doch bestellte und die nach 2 Wochen immer noch nicht angekommen waren. Der Wurm drin! Ich fragte nach und bekam wenige Tage später eine Ersatzlieferung geschickt: knapp 8€ für 8 Teller. Aber wir hatten Pikachu auf dem Tisch! Um nicht schon nach Erwerben des Geschirrs „out of budget“ zu sein, übernahm ich die Sache mit den Bechern selbst und malte den gelben Pappbechern mit Edding Pikachu-Gesichter auf.

Für die Tische habe ich einfache rote Papiertischdecke genommen und als Tischdeko die kleinen laminierten Pokémons verteilt, die wir nicht für das Spiel benötigt haben (siehe Spiele).

Am Freitag, dem eigentlichen Geburtstag, gab es für die Klasse Waffelbecher mit Kuchenteig, buntem Zuckerguss und Pokémon-Muffintoppers, die man fertig kaufen kann. Weil ich nur 24 fertige (blaue) hatte und in der Klasse 29 Kinder sind, habe ich noch ein Set weiße Muffinaufleger inkl. Lebensmittelstiften besorgt und diese rot-weiß-schwarz als Pokébälle angemalt.

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Seit ich zufällig bei Annis Küchenzauber das Rezept für ihren Pinata-Kuchen gesehen habe, ging mir die Idee mit dem Pokéballkuchen nicht mehr aus dem Kopf, aber es wollte sich im ganzen Haushalt keine backofengeeignete Müslischale finden! Mein Mann kam einen Tag vorher auf die Idee, die kleine Edelstahl-Wok-Pfanne aus der Kinderküche zu nehmen und das funktionierte tatsächlich wunderbar 🙂 In Kurzform: Kuchenteig vorbereiten nach Lieblingsrezept, in einer runden Form nacheinander die 2 Hälften ausbacken, abkühlen lassen, ggf. zurecht schneiden am Rand, beide Hälften ein bisschen aushöhlen, mit Lieblingsnaschereien füllen (bei uns waren es Smarties) und dann das Ganze mit dem Frosting „zukleben“. Soweit geht die Anleitung bei Annis Küchenzauber. Bei mir kam dann noch die Schweinerei mit der Farbe dazu. Frosting teilen in rot, natur und etwas schwarz und dann die Farben laut Pokéball verteilen. Tadaaa:

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Für die Kinderparty am Samstag hat sich Fiona Pikachu-Regenbogenkuchen gewünscht. Der bekam gelben Zuckerguss und 2 Papierohren an Schaschlikstäben befestigt. Außerdem aus Rollfondant in schwarz, weiß und rot noch Augen, Mund, Nase und Wangen. Der heimliche Star der Party übrigens, und am Ende restlos aufgegessen. Zusätzlich standen auf dem Buffettisch noch mottogetreu Raupys Raupenfreunde (Gummi-Würmer), Pikachus Popcorn, Menkis Marshmallows, Glumandas Feuerchips und der Pokéball-Fruchtteller, je mit einem Bild des namensgebenden Pokémons.

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Zu trinken gab es Fanta in rosa namens „Pummeluffs Partytrank“ und grün gefärbte Sprite: „Schiggys Schildkrötenspucke“. Was wäre ich ohne meine Wilton Gelfarben, haha! Die Kinder waren schwer begeistert und hatten von beiden Getränken die kompletten 2 Liter ausgetrunken nach 3,5 Stunden Party. Besonders die Schildkrötenspucke hatte es ihnen angetan. Erst „iiihh“ und dann „mmhh, lecker!“. Der Knaller war Fiona, wie sie ihren Gästen das Buffet erklärt hat: „Und was es hier drüben gibt, werdet ihr jetzt nicht glauben: Schildkrötenspucke, aber keine Angst, die ist nicht giftig, sieht nur so aus.“

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Zu unseren Pokémon-Motto-Spielen, dem Ablauf und den Basteleien geht es hier lang zu Teil 2.

Reisetagebuch Chalkidiki

Wie ihr wisst, waren wir Anfang August in Griechenland, genauer gesagt auf der wunderschönen Halbinsel Chalkidiki, das ist die mit den „3 Fingern“, rechts von Athen & Co. (mein Erdkundelehrer möge mir verzeihen!). Wir sind nach Thessaloniki geflogen und von dort aus noch etwa 45min mit dem Bus gefahren bis nach Néa Potidea, das liegt genau an der schmalsten Stelle, wo der „erste Finger“ beginnt. Unser Hotel war das „Portes Beach“, Portes und die Gegend Portea übrigens vom Wort Tür/Tor abgeleitet, also das Tor zur „Kassandra“, so heißt er nämlich, der erste Finger. (Ganz in der Nähe, in Psakoudia, war zur gleichen Zeit zufällig der Familienbetrieb unterwegs. Wer deren Urlaubstagebuch verpasst hat, sollte das dringend nachholen 😉 )

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Schon als wir durch die große Hotelhalle nach draußen in den Garten getreten sind, war klar: wir haben wieder ein kleines Paradies gefunden. So unscheinbar das Hotel von außen aussieht, so traumhaft ist es hinter den Türen! Den Hotelslogan „where green meets blue“ hätte man nicht besser wählen können. Palmen, Blumen, Bäume, Torbögen, Bänke, WLAN-Repeater, kleine Häuser und kein 10-etagiger Klotz in der Landschaft. Perfekt! Wir sind sehr früh geflogen und waren so schon mittags dort. Nach Beziehen der Zimmer konnten wir also direkt in Richtung Pool/Strand gehen, wo in der Taverna schon das Mittagsbuffet wartete. Auf dem Weg dorthin lief ich nur mit Handy vor der Nase und musste ständig abdrücken, es war einfach alles so schön!

Und dann der erste Blick auf’s Meer, der ist für mich immer etwas ganz besonderes. Hier ist er, vor Freude über das Gesehene sogar mit schiefem Horizont, das ist sonst nicht meine Art, haha:

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Das Meer war badewannenwarm, aber der Einstieg steinig. Nicht zuletzt deshalb bestand eine der ersten Urlaubsaktionen darin, den kleinen Hotelshop zu plündern, in dem wir in diesen 10 Tagen zu Stammgästen geworden sind (Tag 1: Badeschuhe, aufblasbare Schwimmtiere. Tag 2: Flasche Wein. Tag 3: Klebetattoos. Tag 4: Klebetattoos, Alleskleber für sich auflösende Schuhsohle. Tag 5: Buch, Briefmarken. Tag 6: Kinder-Sonnencreme mit Goldstaub (?) für sagenhafte 20€, Tag 7: Gewürzmischung, Schokolade, Duschbad, …..) Während das große Kind nach dem Frühstück seine Runden im Pool gedreht und die Taucherbrille zum wichtigsten Urlaubsutensil erkoren hat, saßen wir unter den großen Pinien im Schatten, mit Wellenrauschen in den Ohren, Meerwind um die Nase, Kaffee in der Hand und Blick auf Pool und Strand.

 

Für Tag 3 hatten wir einen Schiffsausflug gebucht und wurden in aller Frühe nach einem 15-minütigem Speedfrühstück von einem kleinen Bus abgeholt und nach Pefkochori gebracht (wer oben gucken möchte: erster Finger ziemlich weit unten). Frühstück gab es übrigens nur von 7.30 Uhr bis 9.30 Uhr, das fand ich relativ knapp bemessen. Aber was schrieb @krispels neulich dazu auf Twitter?

 

Auf der großen Agios Nikolaos ging es hinüber zum 2. Finger namens Sithonia zu einem der schönsten Strände, die ich je gesehen habe: Toroni. Schon der Name klingt ja nach Erholung. Türkisblaues Wasser, heller Sand, strahlender Sonnenschein und anderthalb Stunden Zeit bis zum Mittagessen auf dem Schiff. Und los!

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Nach dem Essen fuhr die Agios Nikolaos ein Stück an der Küste entlang bis nach Néas Marmaras ( Mitte 2. Finger) für einen kurzen Stadtbummelstopp. Ich schaffte es, in dieser einen Stunde sagenhafte 2 Oberteile, Postkarten und ein paar Schuhe zu shoppen, haha. Aber meine Lieblingsschuhmarke ipanemas in Verbindung mit einem 20%-off-Schild: daran kann ich nicht vorbeigehen! Nach einem kurzen Frappé (Eiskaffee) am Hafen ging es dann schon wieder auf’s Schiff, das mit uns zur „Schildkröteninsel“ fuhr, einer unbewohnten, felsigen Insel mitten im Meer, die von Weitem wie eine Schildkröte aussieht. Es ertönte eine Durchsage, dass das Schiff zum Badestopp halten würde und man von einem Brett direkt ins (tiefe) Wasser springen könne. Und nun ratet, wer ganz vorne in der Schlange stand und sich aus 4m Höhe furchtlos mit Schwimmring vom Piratenschiff gestürzt hat? Richtig, mein großes Kind – und ich notgedrungen hinterher mit zugehaltener Nase. Wenn man sie heute fragt, das schönste Erlebnis dieser Reise!

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An zwei weiteren Tagen fuhren wir mit dem Hotelbus vormittags direkt nach Néa Moudania und Néa Potidea. Erstere ist die größere Stadt von beiden. Bis auf ein paar kleinere Läden, einen Springbrunnen und Cafés gab es allerdings nichts. Touristisch noch so gar nicht erschlossen. Also verbrachten wir nach kleinem Souvenirbummel und ipanemas für die Mädels die Zeit bis zur Abholung bei einem Eiskaffee am Hafen.

In die kleinere der beiden Städte ging es am nächsten Morgen, eigentlich eher aus der Not heraus, weil wir keine Windeln mehr hatten und der Hotelshop nur NewBorns führte. Wenn in Néa Moudania nichts los war, dann war in Néa Potidea gar nichts los. Ein klitzekleiner urgriechischer Ort, der um halb 10 noch schlief. Einzige Attraktion war die große, dom-artige Kirche, die allerdings gerade geputzt wurde. Well… Das untouristischste Dorf, das man sich vorstellen kann. Shops fanden wir beim besten Willen keine und so gingen wir in Richtung Wasser. Immerhin für Fotos war es toll und für die kleine Bar, in der wir als einzige Gäste direkt über dem Wasser sitzen konnten, hat sich der Ausflug doch noch gelohnt! In Anbetracht des einzigen Kiosks mit sonnengebleichten Postkarten aus einem anderen Jahrhundert entschied sich Fiona dafür, Souvenirs nicht zu kaufen, sondern zu sammeln: Blumen. 3,5 Stunden später und um etliche Blüten reicher, mussten wir zurück im Hotel ein Buch zweckentfremden, um die ganzen schönen „Souvenirs“ zu trocknen. Den Supermarkt für unsere Windeln haben wir dann übrigens doch noch gefunden. Und die wagenradgroßen griechischen Melonen hatte er auch.

 

Nach dem Abendessen warteten die Kinder schon vor der Bühne auf das abendliche Pflichtprogramm: die Mini-Disco! In meinem Beruf mache ich musikalisch oft Ähnliches wie die Animateure, deswegen ist es für mich immer doppelt spannend. Oliver aus London hat mit so viel Körpereinsatz vorgetanzt, dass es eine wahre Freude war, ihm und den Kindern dabei zuzusehen. Kinder merken, ob jemand das macht, weil er es muss, oder ob er wirklich Spaß dabei hat. Felicia war mit ihren anderthalb Jahren mit Abstand die Jüngste, hat aber so wild getanzt, dass sie regelmäßig dabei das Gleichgewicht verloren hat, so süß!

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Der Sonnenuntergang war direkt über dem Wasser und zeitlich so getimed, dass er vorbei war, wenn die Mini-Disco angefangen hat. Perfekt! Ach, Griechenland, ich vermisse dich… Schön war’s, Chalkidiki!

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Und wo wart ihr diesen Sommer?

5 Tipps für Urlaub mit Kleinkind

Sie schlafen schlecht, sie sprechen nur rudimentär, sie rauben einem den letzten Nerv, sie wollen am Liebsten alles ALLEINE machen und wir lieben sie trotzdem abgöttisch: Toddler. Das Wort „Kleinkind“ trifft es nicht so richtig, das klingt so harmlos. Das englische „Toddler“ beschreibt zumindest lautmalerisch den Zustand zwischen anderthalb und 3 für mich irgendwie treffender. Urlaub mit Baby ist vergleichsweise easy: trinkt Mama/Flasche, kackt und schläft und ist glücklich da, wo Mama und Papa sind. Ob das in den heimischen 4 Wänden oder in der Karibik ist, ist zweitrangig. Urlaub mit Kind ab 3 ist auch relativ entspannt: es spricht, es schläft, es buddelt, es badet und es darf in den Mini-Club, haha. Die Zeit dazwischen allerdings ist eine Herausforderung für urlaubende Familien, wenn sie sich neben Toddler-Bespaßung vorgenommen hatten, ein Buch zu lesen oder auch nur einen Kaffee zu trinken, oder, wenn sie mehrere Stunden in einem engen Flugzeug verbringen müssen und das Kleinkind bis 2 Jahre noch keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz hat, argh…

 

Deswegen kommen hier unsere 5 praxiserprobten und flugzeugtauglichen Tipps für einen entspannten Urlaub mit (oder trotz?) Kleinkind:

 

  1. Essen/Fingerfood

Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber für meine Kinder ist die Snackbox immer der wichtigste Bestandteil eines Ausflugs und dabei ist es egal, ob es in den Tierpark um die Ecke geht oder auf einen anderen Kontinent. Kaum sind wir 5min unterwegs (manchmal noch vor dem Anschnallen!), heißt es: „darf ich jetzt die Brotbüchse aufmachen?“ Inzwischen ist schwesterliches Teilen nicht mehr so cool, weswegen jeder eine eigene Box bekommt. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit den Bento-Boxen gemacht. Sind nicht ganz billig, aber die vielen kleinen Fächer machen aus dem Snacken ein großes Vergnügen. Wenn sie nicht mit uns in den Urlaub fahren, beherbergen diese Büchsen übrigens Fionas Frühstück in der Schulzeit.

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2. Motorikspielzeug [DIY]

Kleine Finger mögen kaum etwas lieber als Dinge irgendwo reinzustecken und sie wieder rauszufummeln. Kennt ihr oder? In einem Video bei Mamiblock habe ich diese Idee gesehen und sie kurzerhand ausprobiert. Ein voller Erfolg! Einen Tag vor Abflug saßen dann beide (!) Kinder auf dem Fußboden in meinem Arbeitszimmer und haben ausdauernd kleine Pfeifenreinigerstücke in die Mini-Löcher der leeren Oregano-Dose gesteckt. Auch im Hotelrestaurant, wenn die Kinder schon fertig waren, als die Erwachsenen gerade erst mit vollem Teller vom Buffet zurückkamen, verloren die Do-it-yourself-Steckspielzeuge nicht ihren Reiz. Einzige „Gefahr“: die volle Flasche mit den Pompoms (ohne Deckel, versteht sich) weckte immer einen unglaublichen Schüttelreflex bei unserem Toddler und so kam es, dass die Pompoms fliegenderweise schon Bekanntschaft mit vollen Bechern und sogar dem Schoß eines Busfahrers gemacht haben, erste Reihe sei Dank, hahaha.

3. Malbox [DIY]

Wer schon ein Mal mit Kindern im Flugzeug gemalt hat, wird wissen, dass es Schöneres gibt, als die dort runtergefallenen Stifte aufzusammeln. Man stößt sich den Kopf am Tischchen, der Rucksack steht im Weg, die Armlehne muss hoch und der Bauch wird so gequetscht, dass das überteuerte Sandwich aus dem Boardbistro beinahe den Rückweg antritt. Mit der Malbox für unterwegs kann zwar auch mal ein Stift runterfallen, die Gefahr ist aber weitaus geringer. Es ist so simpel: man benötigt nur eine ausrangierte Brotbüchse, Heißkleber, Stifte und einen kleinen Notizblock. Der Block wird mit dem Heißkleber auf die eine Seite der Büchse geklebt und die Stifte in der etwas zurechtgeschnittenen Hülle auf die andere Seite. Zumachen, fertig. Diese Idee stammt ebenfalls von Mamiblock und wurde von beiden Kindern getestet und sowohl für Flugzeug als auch Auto für gut befunden!

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4. Stickerhefte

Auf der Suche nach Kleinkram für Punkt 5 fand ich einen Grabbelstand mit Pixi-Heften, darunter auch sog. Sticker-Pixis: Gold wert! Auf ein Minimum reduzierter Text, bunte Seiten zum Bekleben und in der Mitte eine Doppelseite mit wiederablösbaren Stickern, 99 Cent eins. Das kleine Kind benutzte seine Malkiste nicht nur zum Malen, sondern auch zum Einkleben der Sticker in den Block. Die wurden dann wieder abgemacht und zurück ins Heft, auf die Haut (steht total auf Klebetattoos!) oder auf Mamas Sonnenbrille geklebt. Immer und immer wieder, bis sie so sandig waren, dass sie nicht mehr hielten. Eine tolle Alleine-Beschäftigung! Inzwischen habe ich den Pixi-Stand aufgekauft und in meinem Reservefach für Ausflüge warten nun neben „Am Strand“ und „Im Zoo“ auch noch „Fahrzeuge“, „Fluss und See“, „Zu Hause“ und „Auf dem Bahnhof“ auf ihren Einsatz 😉

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5. Überraschungssäckchen

Einen Tag vor dem Urlaub, bzw. nur knapp 12 Stunden vor dem Aufbruch, überkam mich plötzlich die Lust, noch schnell ein Überraschungssäckchen für die Reise zu nähen und mit ein paar Kleinigkeiten zu füllen, weil ich weiß, wie sehr speziell das große Kind Überraschungen liebt. Blickdicht stand er dann zwischen den anderen Handgepäckssachen auf meinem Schreibtisch und Fiona schlich den halben Abend drum rum, fühlte und knisterte und konnte den nächsten Tag nun erst recht kaum erwarten. Im Flugzeug sitzend wurde sofort geplündert und die Freude über fluffige Knete, ein kleines Lego-Set, Überraschungsei und Sticker war riesengroß. Und an einem Strandtag hatte sie die Idee, mit der Knete Tiere zu formen und sie in ihrem normalen Lebensraum zu fotografieren. Das hat Spaß gemacht!

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Und was kennt ihr noch für Tipps für einen entspannten Urlaub mit Kindern?

Schreibt sie mir gern in die Kommentare, ich bin gespannt! Der nächste Urlaub kommt bestimmt 🙂