Mottoparty Unterwasser

Wie im Urlaubsartikel schon angekündigt, folgt heute nun endlich der Geburtstagspost! Ich hänge durch die Woche Ägypten und die ausgeuferten (haha, das Motto ^^) Geburtstagsvorbereitungen ein bisschen hinterher, warum genau werdet ihr gleich sehen. Und weil Feiern so schön ist, mache ich das jetzt hier mit meinen lieben Lesern und entführe euch in die Unterwasserwelt. Taucherbrille auf, Schnorchel dran und dann geht’s auch schon runter…..

15:04 Uhr, Fiona: „Mama, wo sind meine Gäste? Wann geht die Party los?“

Gewünscht hatte sich Prinzessin Fiona eine Unterwasserparty mit den Helden ihrer Lieblingsserie: den Oktonauten.
Ich surfte seit Wochen ziellos durch das worldwideweb auf der Suche nach zündenden Ideen für die Party. Dass die Oktonauten auf den Kuchen müssen, war mir klar. Aber WIE?! Es gibt solche großen, bedruckten Oblatenscheiben, die man einfach auf die Torte oder die Muffins legt, aber das erschien mir dann doch ein bisschen zu unkreativ. Mit Vertrauen in die eigenen (ungeahnten!) Fähigkeiten kaufte ich also Marzipanrohmasse, Lebensmittelfarben und Zuckerschrift und deponierte diese im Küchenschrank, damit mein kreatives Zentrum im Urlaub darüber nachdenken konnte, wie wir – Hirn und Hand – alle gekauften Zutaten eine sinnvolle Verbindung miteinander eingehen lassen können. Hat man erst einmal das Motto im Kopf und eine ungefähre Vorstellung davon, wie es aussehen soll, kommen die Ideen von ganz alleine. Da stolpert man plötzlich ständig über Anregungen, die sich mit kleinen Veränderungen wunderbar an das Motto anpassen lassen.
Aber genug der Vorrede, ihr wollt jetzt sicher Fotos sehen 🙂
Mit Hilfe meiner Eltern, die ich vorher übrigens noch nie mit Pinsel in der Hand gesehen hatte, entstanden aus übriggebliebenen Styroporplatten der Billy-Regale große Meerestiere, die später als Deko von der Decke hängen sollten. Ich schnappte mir das Handy, googelte mit der Bildersuche Begriffe wie „Schildkröte“, „Delphin“ und „Clownfisch“ und schnitt sie dann frei Hand mit dem Cuttermesser aus. Es wurde mit vereinten Kräften und bunten Bastelfarben drauf los gepinselt und Fiona hatte währenddessen ihren Spaß mit den Styroporresten, aus denen sie mit einer erstaunlichen Akribie und Geduld Kleinholz herstellte.

Des Krebsens Arm musste schon vor Partybeginn getaped werden – Diagnose: Scherenbruch!

Hat man erst mal angefangen zu dekorieren, kommt man vom Hundertsten ins Tausendste. Hier noch ein kleines Detail, dort noch eine coole Idee für’s Essen. Das süße Unterwassergedeck inklusive Pappbecher, Tischkonfetti, Mitgebseltütchen für die Gäste und Servietten habe ich übrigens von hier. Falls ihr auch eine Mottoparty plant, werdet ihr im Shop auf jeden Fall fündig, was die Grundausstattung betrifft – nicht nur für Kinderpartys!
Als die Styroportiere mit vorher ausgelotetem Schwerpunkt endlich hingen und Tische und Stühle am richtigen Platz standen, wollten wir nur noch „schnell“ die Tische decken. Diese überniedlichen Servietten kann man aber nicht einfach so danebenlegen, dann kommen sie ja gar nicht richtig zur Geltung. Also – was passt zum Motto? Kleine Schiffe, die werden wir ja wohl hinkriegen! Im Tunesienurlaub hatten wir von einem Kellner gelernt, wie man ein Schiff faltet. Allerdings waren es dort Stoffservietten, die sich irgendwie besser in Form bringen ließen. Wir falteten uns einen Wolf, aber was dabei rauskam, ähnelte eher einem windschiefen Surfbrett als einem Boot. Nun sollte also das Smartphone seinem Namen gerecht werden und uns kurz und smart erklären, wie aus einem bunten Stück Stoff ein Schiff werden kann. Meine Mama und ich falteten fein säuberlich die 12 (!)-seitige PDF-Anleitung nach und stockten beide an einer Stelle, wo irgendwelche Ecken nach innen über Kreuz gefaltet werden sollten. Trotz Zeichnung: da waren keine Ecken und Kreuze schon gar nicht. Mein Papa stand derweil grinsend daneben und fragte, warum wir die nicht einfach neben den Teller legen würden. Ich gab zu, dass sie am Ende garantiert einfach nur dreieckig da stehen würden, es uns aber jetzt wurmt, dass wir kein simples Schiff gefaltet kriegen! Wenige Minuten später hatte ich sie gefunden: eine Kinderseite mit Anleitung für einen Serviettendampfer. Ungefragt bekam mein Papa auch einen Stapel Servietten vor die Nase gelegt und so falteten wir die nächste Stunde 16 formschöne Dampfschiffe mit Schornstein, ahoi!

Als Fiona am 6. abends im Bett war („wenn ich aufstehe, habe ich Geburtstag??“ – „nein, mein Schatz. Wenn du MORGEN aufstehst, dann hast du Geburtstag“ <– habe schon dazu gelernt ^^), ging es an die Essensvorbereitungen. Der fluffig-schokoladige Wolkenkuchen war schnell gebacken, nun hieß es Ärmel hoch und ran an's Marzipan. So nach und nach entstanden tatsächlich süße Scheiben mit Ohren, Hüten und Augenklappe, deren ganz und gar beabsichtigte Ähnlichkeiten mit besagten TV-Helden nicht zu verleugnen war. Was bin ich stolz! Marzipanrohmasse in Verbindung mit Lebensmittelfarbe ist eine ziemlich klebrige Angelegenheit, ich habe noch am nächsten Morgen Reste an meinem Ellenbogen gefunden, aber das Nono-Gesicht war's absolut wert!!

Um das reichhaltige Kuchenbüffet von meiner Mama und mir zuckertechnisch ein bisschen zu relativieren, enstanden noch „Bananemonen“, also Seeanemonen bestehend aus einem Stück Banane am Stiel, was zuerst in geschmolzene Schokolade und anschließend in bunte Zuckerstreusel getaucht wurde. Gesund ist anders, aber immerhin war Obst beteiligt 😉 Die Anemonen habe ich in Gläser mit blau gefärbtem Reis gestellt, dafür einfach einen Tropfen Lebensmittelfarbe und einen Beutel Reis in eine Plastiktüte füllen und ein bisschen kneten. Toller Effekt und vielseitig anwendbar! Meine Mama hat grünen Wackelpudding mit blauer Lebensmittelfarbe bearbeitet, das Ergebnis war allerdings weniger türkis als gedacht. Weil im Algenwasser auch Algen schwimmen, kamen ein paar Kiwischeiben dazu, auf denen es sich Oktopusse und Seeigel gemütlich gemacht haben. Gesünder als meine Bananemonen waren sie auf jeden Fall, denn sie bestanden zu 100% aus Pflaumen, Weintrauben und Physalis mit Zahnstochern. Last but not least seht ihr in der oberen Collage unten links den Melonen-Hai. Der hat in der Herstellung die Marzipanschweinerei noch um Längen übertroffen, kam aber bei Fiona und ihren Gästen sehr gut an! Ich habe das „Maulstück“ aus der Melone entfernt, das Innere mit einem Löffel ausgeschabt, Zähne geschnitten und vorsichtig die grüne Schale darüber abgeschabt. Am Ende kamen die mundgerecht portionierten Melonenstückchen wieder ins Maul, ein Stück Schale als Flosse oben rauf und zwei Weintrauben als Augen eingepiekt – fertig war der Hai.
(Die Flosse war unbemerkt über Nacht in unserem Kühlschrank abgefallen, die hat der Papa dann separat mit zur Party gebracht ^^)

Als die ersten Gäste eintrafen, wurden freudig Geschenke angenommen, Kerzen ausgepustet und das Büffet erobert. Erstes Highlight waren die Wachsmalstifte und das niedliche „Luftschloss“ (kleiner Heliumballon am Stiel), die erstmal jedem erwachsenem Gast stolz präsentiert wurden, auch mehrfach 🙂 Beim anschließenden Auspacken der Geschenke war Fionas Freude ungebremst über so viele liebe Aufmerksamkeiten, einige sogar dem Motto entsprechend: Unterwasserpuzzle, Plüsch-Peso (Oktonauten…), Playmobil-Urlaubsset, Oktonauten-Actionfiguren, Spiele, Schubkarre, etc. Ich staunte, dass Fiona ihr nagelneues Spielzeug so problemlos mit ihren Freunden teilte, als sie sich gegen Ende der Feier auf dem Spielteppich versammelt hatten und die Playmobilfiguren unter fachkundiger Anleitung vier kleiner Spielmädchen ihren mitgebrachten Mini-Pool ausprobieren durften.
Vorher wartete aber das Partyprogramm auf die kleinen Gäste. Es war zwar „nicht gerade Biergartenwetter“, aber für unsere aufregende Schatzsuche konnten wir sogar in den Garten gehen, kurz bevor es dann wirklich anfing zu regnen. Im Partyraum waren insgesamt 4 Schatzkarten versteckt (von Fiona ausgemalte, laminierte Meerestiervorlagen), von denen nur eine auf der Rückseite einen Hinweis auf den Schatz hatte. Die Kinder haben nach der Suchanweisung den Raum auf den Kopf gestellt und alle vier Kärtchen gefunden. Auf der Krabbe war hinten etwas großes Rundes abgebildet und ein springendes Kind: na klar, auf zum Trampolin! Im Jackengewusel beim Anziehen konnte ich unbemerkt verschwinden und die Schatztruhe noch schnell an ihren Bestimmungsort bringen, das war im Vorfeld irgendwie untergegangen ^^ Die Mäuse – unanbgesprochen alle in Pink – schlichen wie Falschgeld durch den Garten und suchten, was das Zeug hielt. Als Nonos „besondere Lena“ den Schatz unter einem Gebüsch gefunden hatte, steckten gleich 4 Mädchenköpfe zur feierlichen und spannenden Öffnung der Schatztruhe zusammen. Das Suchen hatte sich gelohnt: wunderschöne Fischmagnete warteten in der Kiste auf die Kinder.

Und wo wir schon mal da waren, wurde auch gleich noch quietschvergnügt das (an den Seiten vom Vortag noch nasse) Trampolin besprungen. Nach dem anschließenden Strumpfhosenwechsel habe ich mit den Kindern Kreisspiele getanzt und gesungen, wir haben Enten geangelt, kleine Preise abgestaubt und gemeinsam große Fische gebastelt. Aus von den Mädchen mit Glitzerfarben und viel Spaß bemalten Papptellern wurden die Münder mit Mamas Hilfe ausgeschnitten, Wackelaugen und Schuppen aufgeklebt, sowieso Rück- und Seitenflossen befestigt. Und wo wir eh schon matschig waren, konnten wir auch gleich noch die Handabdrücke für das Erinnerungsaquarium drucken – blubb. Die „Großen“ vom Erwachsenentisch guckten allesamt ganz interessiert in die Kinderbastelecke und hinterher auf die superschönen Fischkreationen! Tja, da kann man schon mal neidisch werden 😉

Zum Ausklang der gelungenen (ich weiß, Eigenlob stinkt, aber es war wirklich schön) Party mit den besten Gästen und den tollsten Geschenken gab es einen von meiner Mama kreierten Clownteller für die Kinder mit einer Scheibe Toast als Gesicht, Gurkenaugen, einer Boulettennase, einem Wienerwürstchenmund und Ketchup-Haaren  – na wenn das nix is 😉 Die Erwachsenen bekamen Kassler und Sauerkraut serviert und auch da erwischte ich wieder neidische Blicke auf den Kindertisch ^^
Kleine Ketten mit seifenblasenflüssigkeitsgefüllten Delphin-, Fisch-, Pinguin- und Oktopusanhängern gab es für die Kinder beim Nachhausegehen noch, so konnte auch das Partyverlassen ohne Meckern von statten gehen, denn alle sind schon länger geblieben, als sie es für einen Sonntag Abend eigentlich vorgesehen hatten. Vielen Dank, dass ihr da wart! Ihr habt Fiona einen unvergesslich schönen 3. Geburtstag beschert, an den sie sich noch lange erinnern wird!
Happy Birthday!

P.S. Und nachdem das Kind schon lange im Bett war und wir Großen beim nichtssagenden Sonntagabendfernsehprogramm nach diesem aufregenden und anstrengenden Tag im Halbdunkel auf der Couch lagen, hatte ich meinen ganz persönlichen Geburtstagsmoment, nämlich, als ich um exakt 23:59 Uhr auf die Uhr schaute und mich erinnerte, wie ich vor genau 3 Jahren mein 50cm langes GLÜCK zum ersten Mal in den Armen hielt…schnief 😉

Werbeanzeigen

Eltern-Kind-Blogparade September

In Anbetracht der Tatsache, dass sich die Geburt des Mausekindes in ein paar Tagen zum 3. (in Worten: D-R-I-T-T-E-N!) Mal jährt, passt das Bloggerthema für die September-Ausgabe der Eltern-Kind-Blogparade gerade wie die Faust auf’s Auge: „Feste mit Kindern feiern“

Bevor ich euch ein paar Impressionen der letzten non’schen Geburtstage zeige, nehme ich euch mit in die 90er Jahre.
Ich war nie der große Partyking, deswegen wurde auch nicht jedes Jahr gefeiert, aber wenn, war es immer ein Erlebnis. Einer der vorderen einstelligen Geburtstage wurde im Kreise der Familie mit Cousin, Cousine und großer Schwester gefeiert. Ich bin mir nicht sicher, ob meine Handbewegung ganz steinböckchenlike heißen sollte: „Gib mir das Messer, dann schneide ich schon mal die Torte auf“. Möglich wär’s 😉

Mein 9. Geburtstag fand 1996 mit 3 Schulfreundinnen im Restaurant zum Goldenen M statt. Wir bekamen kleine weiße Kochmützen, eine Gratis-Küchenführung und ein selber gezapftes Eis. Anschließend hatten wir kaum Augen für Torte und Essen, weil wir dem bunten Bällebad mit Rutsche im Geburtstagsspielzimmer verfallen waren ^^ Great fun!

 
2 Jahre zuvor sah das Partygeschehen nicht ganz so harmonisch aus. Meine Eltern hatten flüssigen Gips und kleine Dinosaurierformen organisiert, mit denen die Tiere erst gegossen und später mit Pinsel und Farbe angemalt werden konnten. Da die Formen nicht für alle gleichzeitig reichten, durften natürlich erst die Gäste gießen. Heute leuchtet mir das ein, damals – meinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen – nicht wirklich ^^ Happy birthday!
 
 
Der erste Geburtstag des eigenen Kindes ist ein großer Tag, nicht nur für den kleinen Krabbler. Der erste Geburtstag ist der Punkt, an dem aus dem Baby definitiv ein Kleinkind wird. Vorbei sind die Zeiten des staunenden Herumliegens und Löcher-in-die-Luft-Guckens, während die kleine Schnute fröhlich Spuckeblasen produziert (okay, Spuckeblasen macht man trotzdem noch gerne, aber das geht auch im Stehen!). Alle Körperteile werden plötzlich ausprobiert um das große Ziel zu erreichen: Freiheit! Nach und nach erfährt man durch das einfache Prinzip Trial & Error, dass die Zehen nicht zum Lutschen und die Finger nicht (nur) zum Nasebohren gut sind. Da wird gebaut, gestapelt, zerrissen und gelacht und mitten in diese aufregende Zeit fällt das für Mama sehr sentimentale Ereignis: 365 Tage soll die Geburt schon her sein…
Den ersten Geburtstag haben wir im kleinen Kreis mit der Familie gefeiert. Fiona freute sich wahnsinnig über die vielen Aufmerksamkeiten, allerdings dachte sie, das hübsch glitzernde Geschenkpapier sei das eigentliche Präsent. Das Interesse an der darin verpackten Puppe Paloma war nicht der Rede wert ^^
Die Luftballons hatte ich am Abend vorher mit rotem Nagellack beschriftet. Das letzte A hat ein bisschen gekleckst. Wenn man genau guckt, wird man diesen Fleck noch heute auf dem Wohnzimmerfußboden finden…
 
 
Was von den damals geschenkten Dingen heute noch hoch im Kurs steht, ist die Maltafel unten rechts. Die wird immer mal wieder aus der Spielzeugkiste gekramt und mit Phantasiegemälden bestückt. Derzeit ist Nono in der akuten mit-Wachsmalkreiden-auf-Papier-mal-Phase („Fiona, kommst du?“ – „Nein, ich muss noch ein Bild malen, Mama. Ich bin doch ein Maler!!!“). Von heute auf morgen wurden aus den wilden Strichzeichnungen kleine Kunstwerke mit durchaus erkennbarem Inhalt! Ohne das mit ihr geübt zu haben, enstehen nun täglich mindestens ein Dutzend Gesichter, Säcke, Raketen, Gitarren, Pizzen, Pilze, Gespenster und Sternschnuppen. Ich komme mit dem Beschriften und Abheften gar nicht so schnell hinterher, wie sie malt. Beispiele gefällig?
 
 
Gestern hat sie auch ihre anstehende Geburtstagsparty sehr detailliert gemalt: diverse große und kleine Kreise stellen laut ihrer Aussage Enten angeln, Karussell, Rakete, Partyhut, Fisch, Sonnenbrille, Luftballons, Kuchen und Löwe dar. Wie wir das Karussell und den Löwen unterbringen weiß ich allerdings noch nicht genau, man darf gespannt sein ^^
 
Der zweite Geburtstag war der erste, der mit großer Vorfreude auf das Ereignis verbunden und sehnlichst herbeigesehnt war. Es gab Bücher, Spiele, Puzzles, Taschen und viele andere schöne Dinge, bei denen nun nicht mehr nur das Geschenkpapier die Hauptattraktion war, sondern tatsächlich der Inhalt. Wir feierten wieder im Familienkreis, aber zusätzlich mit Nachbarstochter Lilly – damals gerade in die Schule gekommen. Die beiden Mädels hatten großen Spaß beim Geschenke ausprobieren, auch wenn es Fiona ein bisschen geärgert hat, dass Lilly beim Formensortierspiel immer einen Tick schneller gewesen ist 🙂 Zu der Zeit war übrigens die mundlose, japanische Miezekatze sehr angesagt, weshalb Teller und Girlanden im Kitty-Design daherkamen. Die Muffins für die Kindergartenfeier erhielten von mir den Beinamen „die pinke Armee“. Geschmacklich eine mittlere Katastrophe zwischen sandig und künstlich, aber schön anzusehen. Die Kinder fanden’s toll, auch die Jungs. Als ich gefragt habe, ob sie im Kindergarten auch ein Geburtstagslied gesungen habe, bejahte sie eifrig. Auf die Frage, ob es „Happy birthday“ oder „Zum Geburtstag viel Glück“ gewesen sei, erwiderte sie ganz stolz: „Nein, hoch soll leben!“
 
 
Nun steht der dritte Geburtstag in den Startlöchern: die Vorstellungen sind (wie in der Zeichnung angedeutet) sehr konkret und die sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten für diese Konkretisierung enorm! Eine Unterwasserparty ist gewünscht mit allem, was dazu gehört. Hello Kitty wurde vor geraumer Zeit von den Oktonauten, den Helden des Meeres, abgelöst. Kwasi Katze, Peso Pinguin, Professor Inkling und Käpt’n Barnius übernehmen also die Schirmherrschaft über die Party und werden in von mir kreierten und gemeinsam bepinselten Pappteller-Masken von der Wand hängen. 
 
 
Okay, Käpt’n Barnius (2.v.r.) hatte wohl gerade einen sehr schwierigen Einsatz, bei dem vollster Körpereinsatz gefragt war.
Waschen war seitdem noch nicht möglich. Man möge es ihm nachsehen ^^
 
Dieser Geburtstag wird der erste richtige Kindergeburtstag, bei dem auch ein paar Gleichaltrige eingeladen werden. Fiona durfte sich aussuchen, mit wem sie feiern möchte und hat einen bunten Querschnitt aus Kita, Musikgruppe und Familie ausgesucht. Es macht mir großen Spaß, ihre Geburtstagsfeier vorzubereiten, weil ich sehe, wie viel Freude es ihr schon allein macht, wenn wir nur darüber reden. Jedem, der es hören oder auch nicht hören will, erklärt sie stolz: „Ich bin noch 2, aber ich werde 3 in Oktowa!“ 
Eine aufregende Schatzsuche mit niedlichen Unterwasser-Preisen für die kleinen Gäste, gemeinsames Motto-Basteln, Malen, Hände drucken, Singen, Topfschlagen, blauer Meeres-Wackelpudding und süße Marshmellow-Seeanemonen – da wird Mama sich was einfallen lassen. Ob die Oktonautenkonterfeis sich letztendlich auf dem Kuchen präsentieren werden, wird sich zeigen. Marzipanrohmasse habe ich da, bunte Lebensmittelfarben auch. Nachdem Nähen und Basteln auch mit zwei linken Händen geglückt sind, setze ich jetzt alles auf die Kreativitätskarte und hoffe, dass bunter Zuckerglibber genauso geduldig ist wie Baumwollstoff ^^
 
 
Mit unserem Beitrag zur Eltern-Kind-Parade (einen Gutscheinsponsor gibt es übrigens auch wieder) verabschieden wir uns erstmal für eine Woche in den Urlaub. Habt eine schöne Zeit und freut euch auf die Sonne, die wir aus Ägypten – zumindest auf Bildern – mitbringen!
 
 
P.S. Eine kleine DIY-Idee noch zum Schluss: schon mal Wachsmalstifte „entkleidet“, auf einer kleinen Leinwand befestigt und geföhnt?
 
 
 

Axolotl, bunte Muffins und der schwedische Einrichtungswahn

Nachdem ich den deutschen Sommer für dieses Jahr schon in der Kategorie „abgehakt“ verbucht hatte, staunte ich doch nicht schlecht über die letzten warmen Tage! Mein Problem ist nur, dass das klamottentechnische Einstellen auf eine bestimmte Wetterlage bei mir immer eine Art Inkubationszeit mit sich bringt. Anfang letzter Woche war das beste Beispiel dafür: Montag, Temperaturen im anfänglich zweistelligen Bereich, aber dabei nassekliges Pfützenwetter: also lange Hose, Jacke.
Dienstag Morgen: lange Hose, Jacke, wie Montag. Das Thermometer stieg im Laufe des Tages wider Erwarten bis über 25°C, ich schleppte mich mit nicht besonders elegant hochgekrempelten schwarzen Jeans-Hosenbeinen in die Schule zum Unterricht und notierte für Mittwoch im Geiste „sommerliche weiße 3/4-Hose“. Als ich Mittwoch Morgen mit eben dieser Sommerhose vor der Kita stand, fröstelte ich ein wenig angesichts der knappen 12 Grad, die Jacke zu Hause am Haken. Im Laufe des Donnerstages tauschte ich die Sommerhose resignierend wieder gegen die Herbstjeans, um am Wochenende erneut mit dem Kleiderschrank und wetter.com zu verhandeln. Bin ich zu unspontan für den deutschen Sommer? Fast scheint es so. Über den dünnen Longsleeve, den ich Fiona heute Morgen wegen des Taus auf der Wiese angezogen hatte, wird sie sich vermutlich nicht besonders gefreut haben, als sie nachmittags bei den im Radio angekündigten 25°C durch den Kitagarten gesprungen ist… Blöd nur, dass das Radio erst läuft, wenn wir schon im Auto unterwegs sind. Zu spät für den Garderobentausch.
Wie dem auch sei – das schöne Wochenendwetter haben wir viel an der frischen Luft verbracht. Die Jahreskarte „zwingt“ uns nun praktisch öfter mal zum Tierparkbesuch, in dem wir bei bestem Tierparkwetter einen tollen Sonntagnachmittag verbracht haben. Bestes Tierparkwetter, weil a) nicht nass und b) nicht so heiß, dass die Tiere stinken 🙂 Wir haben gestern echt Kilometer gemacht, so dass sich meine Fußsohlen hinterher anfühlten, als würden sie in Flammen stehen. Das abendliche Grillen bei meinen Eltern (und das vorher spontane Grillzubehöreinkaufen wegen verkaufsoffenen Sonntages!) war der perfekte Ausklang eines schönen Wochenendes. Tierparkbilder gab’s hier schon öfter zu sehen, deswegen nur eine kleine Collage Sonntagsimpressionen.
 

„Berta“

Mein persönlicher favourite ist das Axolotl (2.v.l.), den ich dort zum ersten Mal gesehen habe! Dieser nackte Wasserlurch hat ein Gesicht, wie eines meiner kürzlich genähten Kuschelmonster und sieht aus, wie ein Überbleibsel aus einem Jurassic-Park-Film. Weil er sein Leben lang im Larvenstadium verbleibt, eine sogenannte „Dauerlarve“ (hey, ein neues Schimpfwort? „Du Dauerlarve“? Oder lieber gleich: „Du Axolotl!“?), gab er dem wegen Plagiatsvorwürfen viel diskutierten Roman der jungen Autorin Helene Hegemann seinen Namen. Da geht es um eine 16-jährige Rebellin, die nicht erwachsen werden kann/will – genau wie der Lurch. Irgendwie faszinierend! Fiona fand an meinem Axolotl hinter Glas nicht sonderlich großen Gefallen, dafür aber live und in Farbe (naja, armeegrün? Camouflage?) an Bartagam-Dame „Berta“, die sie sogar „streicheln“ durfte („Die ist ein bisschen stachelig, Mama!“). Hätte ich nicht zufällig beim Nahtauftrennen eines genähten Nono-Kleidchens ein paar Tage vorher mit einem Auge RTL-Unterschichten-TV geguckt, in dem es um ein junges Paar ging, das zusammenziehen und statt Arbeits- oder Kinderzimmer ein Tierzimmer u.a. wegen der Bartagame einrichten wollte, hätte ich gar nicht gewusst, was wir da streicheln sollen: eine Mischung aus Echse und Krokodil, wie gesagt ein bisschen stachelig aber in erster Linie ganz zahm und zu Hause auf der Schulter der netten Tierparkmitarbeiterin. Fiona hat mit ihrer kleinen Spielzeugkamera, die ursprünglich mal mit Hello-Kitty-Brausebonbons gefüllt war (Danke, Kaja!), unzählige Fotos von den Tieren geschossen. Ich habe ihr versprochen, dass ich die Fotos von „ihrer“ Kamera ausdrucken lasse und ihr ein richtiges Fotoalbum zum Angucken mache. Allerdings musste ich ganz schön hinterher sein mit dem heimlichen Synchronfotografieren, oder „futterfieren“, wie Nono es nennt 🙂

die rasende Reporterin auf der Aussichtsplattform bei den Pingus – wo ist nochmal der Zoom?!

Über die Facebook-Fanpage des Löckchenzauber-Blogs, der neben dem von Anderen schon unzählig nachgebastelten Stoffbäumchen auch viele andere kreative Designideen für’s Kinderzimmer vorstellt, bin ich irgendwann mal über eine große Lampenverschönerungsaktion gestolpert. Eine Bloggerin, auf die ich leider nicht verlinken kann, weil ich mir ihre Blog-URL nicht gemerkt habe, hat die 4,99€-Papierkugel vom Schweden rundherum mit bunten Muffinförmchen beklebt. Das fand ich dort schon total toll, es scheiterte aber am Nichtvorhandensein des Zubehörs. Als mir vor ein paar Tagen im Drogeriemarkt zufällig ein 100er Pack bunte Muffinförmchen für 1,79€ über den Weg lief, schoss mir sofort das Bild dieser DIY-Lampe wieder in den Kopf. Naja, die Förmchen landeten in meinem Einkaufskorb und so nahm das Schicksal seinen Lauf: Familie M. begab sich also an einem schönen, sonnigen Samstagvormittag in das blau-gelbe Wohnparadies auf ein paar Köttbullar und eine Lampe. Schade, dass wir mit dieser Idee nicht allein gewesen sind. So kurz nach dem Erscheinen eines neuen Werbekataloges, der aber absolut nicht ausschlaggebend für unseren Besuch war, am Wochenende dort in Ruhe „bummeln“ gehen zu wollen, ist ein von vornherein zum Scheitern verurteiltes Vorhaben. Das weiß ich jetzt. Alle Generationen – die, die noch geschoben werden bis hin zu denen, die wieder geschoben werden – verstopften die Gänge in dem quadratkilometergroßen Einrichtungshaus. Kein Wunder, dass die Schilder einen duzen, so eng und familiär wie es an einem vollen Samstag ist ^^ Ganze Großfamilien verbringen scheinbar ihre freien Wochenenden direkt auf der Couch JENNYLUND und im Sessel POÄNG, um sich die schwedischen Hackbällchen (die ich beim Bestellen versehentlich umlautvertauscht als „Kottbüllar“ aussprach…peinlich) direkt auf den Couchtisch BOKSEL liefern zu lassen, da im Restaurant samstags die Tische knapp sind. Ich weiß nicht, mein Empfinden von „entspannt einkaufen“ ist irgendwie anders. Vor allem, wenn man programmiert ist auf „Rundlampe“ und „Blanco-Kissen“ und sich auch nicht staubedingt für eine neue Kinderzimmereinrichtung interessiert. Es war wie bei Mario Barth: „HOSE!“ – „LAMPE!“. Statt einfach einen Schritt zur Seite zu gehen, wenn sie merken, dass die Neuronen sich für ein Sitzmöbel interessieren, bleiben die Leute einfach unvermittelt direkt „auf der Straße“ stehen und verursachen Auffahrunfälle und einen nachfolgenden Stau von der Wohnzimmer- bis in die Küchenabteilung. Und dann versuch mal, entgegen der Pfeilrichtung in einen Bereich zurückzukommen, in dem du schon warst. Nahezu unmöglich! Es war ein bisschen wie die große Wanderung bei Ice Age, nur, dass weder Mammuts noch Faultiere unterwegs waren.
Immerhin besitze ich jetzt zwei Blanco-Kissen, für die ich Bezüge nähen kann, und eine bereits beklebte Papierlampe im Kinderzimmer. Dass die Förmchen nicht ausreichten und der obere Lampenkranz vorerst nackig bleiben musste, lasse ich an dieser Stelle einfach unter den Tisch fallen. Wenn man, wie ich, keine 1,70m groß ist, sieht man das von unten auch gar nicht… Fiona ist jedenfalls sehr glücklich mit der neuen Muffinlampe und macht sie an, egal ob es hell oder dunkel draußen ist: „Die Muffins leuchten so schön!“ Thematisch zum Rotkäppchenmärchen an der Wand und dem Waldteppich auf dem Fußboden vielleicht nicht 100%ig passend, aber dann wird das Märchen eben modernisiert, Rotkäppchen 2.0, und das rotbehütete Mädel bringt der Oma Kaffee und Muffins statt Wein und Brot. Cake happens! Auf dass das Kinderzimmer noch bunter werde 🙂
P.S. Das teuerste an der ganzen Aktion war wohl der Kleber…
 

 Gewummelt wurde auch wieder, weil der Postmann pünktlich am 01. die neue Kiste zum Thema „Farbe & Licht“ mit drei tollen Bastelideen gebracht hat. Die Kreisel-Blätter kann man mit Wachsmalstiften bemalen und dann beim Kreiseln beobachten, wie sich die Farben mischen. Fiona hat ziemlich schnell durchschaut, wie das mit der Feinmotorik am Kreisel funktioniert und hatte dann im wahrsten Sinne des Wortes „den Dreh raus“. Dass und wie sich die Farben mischen, fand sie ganz schön interessant.

 
Auch „übriggebliebene“ Projekte der letzten Kisten kamen doch noch zum Einsatz: das Wikingerfloß, das in der Badewanne zu Wasser gelassen wurde und die bunten Wurfringe aus der Zirkuskiste. Dass sie schon ziemlich gut mit der Schere umgehen kann, stellte Fiona beim Klebebandschneiden unter Beweis. Dumm nur, dass die Schere alles schneidet, was ihr zwischen die „Beine“ kommt, z.B. auch das neue Kleid… Ich weiß nicht, wer von uns beiden vor Schreck mehr geweint hat. Aber die Schneiderader in mir wird sich da schon was Schönes einfallen lassen, um das Loch zu kaschieren…
 
links unten: Spielparadies in der Kinderabteilung. Jemand Fiona gesehen…?!
Schön am Schwedenbesuch war übrigens neben dem Essen auch die Frage einer Mitarbeiterin, die wissen wollte, ob ich lernen möchte, wie man sich eine Kissenhülle mit Hotelverschluss selber näht und ich stolz antworten konnte:
„Nein, danke. Das kann ich schon.“ Ätsch! :)

Kennt ihr eigentlich den Cartoon mit dem Titel „Bewerbungsgespräch bei Ikea“? Der Bewerber kommt zur Tür rein und in der Sprechblase des Chefs ist zu lesen: „Please have a seat!“. Daneben ein Haufen loser Bretter und Schrauben. Haha…

Eltern-Kind-Blogparade August

Neuer Monat, neues Motto, und zwar „Mädchen oder Junge? Hauptsache gesund?“
Diesen Monat schreiben alle Teilnehmer für einen guten Zweck. Der Sponsor sparlingo.de unterstützt mit 2€ pro geschriebenem Beitrag das Kinderhospiz Löwenherz in Syke, wo schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche betreut werden, die nach derzeitigen Kenntnisstand der Medizin keine Aussicht auf Heilung haben. Da machen wir natürlich – wie immer – gerne mit und hoffen auf rege Beteiligung, vielleicht auch von (noch) Nicht-Eltern…?

Tja, Mädchen oder Junge?
Natürlich ist die Gesundheit das Allerwichtigste und wenn man in der Schwangerschaft erfährt, dass mit dem Nachwuchs irgendetwas nicht stimmt, rücken Geschlecht und alles andere in den Hintergrund. Aber wer ein gesundes Kind bekommt, hat natürlich auch eine rosa oder blaue Vorliebe, würde ich behaupten.
Ich denke, die meisten Standard-Familie-Mama-Papa-und-zwei-Kinder-Paare wünschen sich eher die klassische Verteilung: ein Mädchen und ein Junge. Da ist es beim Ersten wirklich noch egal, beim zweiten schon nicht mehr ganz so. Aber es soll ja auch reine Jungs- bzw. Mädchenmamas geben. Wenn die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist und man dazu jetzt ein Statement abgibt, hängt man sich ganz schön weit aus dem Fenster :p

Papas wünschen sich wahrscheinlich insgeheim einen kleinen Feuerwehrmann, der mit ihnen später bohrt, schraubt, hämmert und Fußball spielt. Mamas hingegen träumen von rosa Prinzessinnen, die sie in süße Kleidchen verpacken und denen sie Puppen schenken können. Ganz so war es bei uns nicht. Vielleicht guckt man sich auch (unbewusst?) ein bisschen was von den eigenen Eltern ab. Schwieriger Fall bei uns, denn Stephans Mama ist eine doppelte Jungs- und meine Mama eine doppelte Mädchenmama. Und nun? Stephan wollte – entgegen des Klischees – keinen Fußballer, sondern eine Prinzessin. Nur das mit dem Pink hätten wir weglassen können. War ja am Anfang auch mein Reden: alles, nur nicht rosa! Es gibt so viele schöne, neutrale Farben! Dann war die junge Dame geboren und was passte einfach am Besten zu diesem zarten, neuen Menschenmädchen? Richtig, rosa…



Barbie oder LKW? Oder beides?

Ich hätte mich natürlich auch über einen kleinen Jungen gefreut, habe mir aber ein bisschen mehr ein Mädchen gewünscht, denn „a daughter may outgrow your lap, but she will never outgrow your heart!“. Es war nicht so sehr das Wunschdenken, wohl aber ein ganz eindeutiges, rosa Gefühl nach dem ersten Arztbesuch mit schlagendem Herzchen, was mich dazu verleitete, ganz am Anfang der Schwangerschaft ein rosa Babytagebuch zu kaufen. Vorsorglich schrieb ich als Einleitung: „Falls du ein Junge wirst, entschuldige ich mich hiermit in aller Form für das rosa Büchlein“. Durch ungünstige Faktoren wie eine leider nicht durchsichtige Vorderwandplazenta und ein sehr altes Ultraschallgerät wollte sich Fiona lange Zeit nicht als Prinzessin outen. Auf die Frage nach dem Geschlecht antwortete meine Gynäkologin damals immer nur: „Es ist momentan nichts Männliches zu erkennen.“ Eine ziemlich schwammige Aussage, wenn man seit Wochen darauf brennt, endlich zu erfahren, wie man seinen Bauchknirps anreden soll! Wusstet ihr, dass die Geschlechtsanlagen anfangs noch identisch aussehen? In dem unglaublich detaillierten Buch „Ein Kind entsteht“ von Lennart Nilsson (nichts für Väter: bebilderte Geburt…uäääähhh! Das Angucken ist vermutlich eine sichere Verhütungsmethode für die Zukunft ^^) ist beschrieben, wie sich aus einer kleinen Knospe zwischen den Beinen entweder ein Penis oder eine Klitoris entwickelt. Was beim Mädchen zu Schamlippen wird, formt sich beim Jungen zum Hodensack. So einfach ist es. Damals konnte ich es nicht glauben, als meine Ärztin sagte, dass sie ungern das (vermutliche) Geschlecht nennt, eben weil das Etwas zwischen den Beinen beides sein kann. In meinem Kopfkino begann in dem Moment ein Film von Oswald Kolle, in dem eine nackte Frau und ein nackter Mann nebeneinanderstehen. Nicht zu unterscheiden?! Aber hallo!Bei der Feindiagnostik in der 22.Woche zeigte der bärtige Oberarzt, der mich an den Vater von „Wickie“ erinnerte (kennt ihr?), keinerlei Empathie für mich aufgeregten Kugelbauch. Da wurden nur stupide Oberschenkelknochen und andere Teile vermessen und in eine Tabelle eingetragen. Als ich angesichts des hochmodernen Ultraschallgerätes hoffnungsvoll zwischen den Messdaten die Frage einstreute, ob er das Geschlecht sehen könne, hieß es nur brubbelig: „Das hat für die medizinischen Untersuchungen keine Relevanz. Wir sind hier nicht beim Baby-Fernsehen.“ Donngggg…voll auf die 12. (Werdende) Mütter sind sensibel, du Penner! Tränen schossen mir in die Augen. Als ob es ihm weh getan hätte, mal schnell zwischen die Beine zu leuchten, also ihre, nicht meine.
Die „Diagnose“ nichts-Männliches-zu-sehen bestätigte sich bei den weiteren Arztbesuchen. Der teure 3D-Ultraschall (ein einmaliges Erlebnis!) im 7.Monat brachte letztendlich das pikante Detail ans Licht, als sie ihren Po hinter der Bauchwand direkt vor dem Schallkopf des Gerätes positionierte : (O-Ton Arzt) „Aha, eine Kaffeebohne!“

Dass das mal ’ne Turnerin wird, war schon abzusehen.
Wer kann sich denn bitte mit dem Zeh am Auge kratzen?!

Als die kleine Kaffeebohne dann auf der Welt war, regnete es niedlich-pinke Glitzer-Kärtchen mit „Hurra, ein Mädchen!“. Rosa Kleidchen, rosa Schühchen, rosa Schlüppies (ich dachte damals: Hä? Wozu Hemden und Schlüppies?!), rosa Mützchen und rosa Strampler füllten unseren Babyschrank und von meiner anfänglichen Abneigung gegen diese Farbe war irgendwie nichts mehr zu spüren. Sie sah darin einfach nur unglaublich süß aus 😉
Selbst der Namensaufkleber auf der Tür und die Spieluhr mit der wunderschönen Melodie von „Somewhere over the rainbow“ waren rosa. Die hatte ich ebenfalls Anfang der Schwangerschaft gekauft und jeden Tag vor dem Schlafengehen auf meinen Bauch gelegt. Noch heute schnappt sich Fiona gern besagte Kuh und lauscht deren Melodie.

Pink ist übrigens nach wie vor ihre Lieblingsfarbe, wenn man sie fragt. Ich weiß, dass sich das irgendwann ändert. Spätestens mit 13 wird aus dem Prinzessinnenzimmer eine Grufti-Höhle und Schwarz das neue Bunt. Bis dahin haben wir – zum Glück – noch sehr viel Zeit 😉 Als sie letztens mit schwarzer Tusche malen wollte und ich sagte, dass Schwarz doch so eine traurige Farbe sei, antwortete sie nur gelassen: „Mama, ich finde schwarz nicht traubig. Gelb ist traubig!“ Ups!

Aber zurück zu den Mädchen und Jungs. Es soll ja Eltern geben, die sich tatsächlich überraschen lassen wollen. Hut ab! Für mich wäre das nichts. Ich würde durchdrehen, wenn man mich 40 Wochen auf die Folter spannen würde. Bei der Geburt hab ich doch andere Sorgen, als nach dem Geschlecht zu fragen. Da will ich höchstens überlegen, ob der ausgesuchte Name bestenfalls auch zum Gesicht passt oder ob ich postnatal in Fetzen von der Wand hänge, aber nicht, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist. Meine Mama ist 1986 so fest davon ausgegangen, dass ich ein Junge werde (obwohl sie sich sehnlichst noch ein Mädchen gewünscht hat), dass sie vor lauter Schreck bei der Geburt vergessen hat, mir einen zweiten Namen zu geben, wie ursprünglich vorgesehen. An dem kalten Januarmorgen 1987 lag da kein Oliver und kein Dominik auf dem Tisch. Ja, wie soll SIE denn heißen? Äh äh äh…. Naja, das üben wir noch mal im nächsten Leben 😉
Ich schrie mir kurz nach der Geburt übrigens – angeblich vor Hunger – die Seele aus dem Leib. Von wegen! Ich hab’s doch immer wieder laut und deutlich gesagt: „Name! Den N-A-M-E-N!!!“, aber irgendwie wollte mich keiner verstehen…

Für die, die auch glauben, dass Ende 2012 die Welt untergeht, gibt es da noch den Chinesischen Mondkalender, der anhand des Alters der Mutter zum Zeitpunkt der Zeugung und des Monats der Befruchtung das Geschlecht des Babys vorhersagt. Erstaunlicherweise stimmt er erschreckend häufig, aber eben nicht immer. Am Besten war, als meine Mama vor einer Weile überprüfen wollte, ob der Kalender auch bei ihren Kindern zutrifft. Ich guckte rauf und sagte – in dem Moment völlig ernstgemeint: „Aber der geht nur bis 45 Jahre“.

Um den Bogen zum Anfang zu schlagen: ganz egal, ob Junge oder Mädchen – wer das Glück hat, Mama zu werden und überdies noch mit einem gesunden Kind gesegnet ist, bekommt das wertvollste Geschenk der Welt: Liebe.

„In den Kindern lebt man sein eigenes Leben noch einmal, und erst jetzt versteht man es ganz.“
– Sören Kierkegaard –

Eltern-Kind-Blogparade Juli

Juhu, we are back!
Glücklich, (ein bisschen) braun, erholt und sonnenbetankt sind wir Mittwoch Abend wieder in Berlin gelandet, nachdem wir es uns satte 14 Tage (in Worten: vierzehn 🙂 haben gut gehen lassen. Die reißerischen Nachrichten auf den Titelseiten der großen, heimischen Boulevardblätter, die im Hotel-Bazar mit ein paar Tagen Verzögerung im Zeitungsständer landeten, konnten wir kaum glauben und waren froh, dass uns die deutschen Unwetter unter der afrikanischen Sonne erspart geblieben sind. Aber mal ganz im Ernst – was hier abgeht, ist kein Wetter, das ist ein Unfall… Aber zurück zum Urlaub. Gespannt clickte ich mich Anfang Juli durch die vielen, französischen Hinweise, bis ein launischer Mozilla Firefox auf einem noch launischeren PC mit der launischsten Tastatur ever (siehe weiter unten, „Q“) ein schon fast prämenstruell-launisches Internet frei gab („Ich würde gerne in’s Internet.“ – „Geht nicht.“ „Wann geht es denn?“ – „Vielleicht halbe Stunde.“ ….. „Nein, geht immer noch nicht. Vielleicht Nachmittag.“ …. „Äh, Moment….nein, immer noch nicht. Vielleicht morgen…“ …) und ich endlich gucken konnte, wie die Juli-Aufgabe bei Testmama Kerstin lautet.

Passender geht’s gar nicht – also verbinde ich meinen tunesischen Urlaubsbericht mit der Paradenaufgabe und präsentiere euch das ABC unseres Urlaubes.

A wie…ANIMATION.
Braucht kein Mensch. Im Urlaub möchte ich mich erholen. Ich möchte mit einem kühlen Radler am Strand liegen, einen Fuß (oder zwei) in’s Wasser halten, ein Buch lesen und ausschließlich von kleinen Leuten angesprochen werden, deren Sätze für gewöhnlich mit „Mama, …“ beginnen 😉
Nein, ich möchte nicht Dart spielen. Nein, ich möchte keine Wassergymnastik machen und nein, ich möchte auch nicht am Leitergolf-Turnier teilnehmen, DANKE! Die Animation war dieses Mal zwar nicht aufdringlich tagsüber, dafür haben sie aber am späten Abend so richtig aufgedreht. Zimmer mit Meerblick ist zwar toll, aber wenn du trotz geschlossener Balkontür den Lautsprecher gefühlt mitten im Zimmer stehen hast und das Kind um 22 Uhr eher nach tanzen als nach schlafen aussieht, muss sich etwas ändern. Nach dem Zimmertausch legte sich mein Animationsgroll sehr schnell und so schlummerten wir fortan glücklich und zufrieden auch vor 23 Uhr ohne Bassbox unter dem Kopfkissen 😉

B wie…BUFFET.
Hach ja, vor dem Urlaub freue ich mich immer zu gleichen Teilen auf SonneStrandMeer und AllYouCanEat. Zu Hause gehe ich nicht sonderlich gerne Lebensmittel einkaufen und noch weniger gerne überlege ich mir vorher, was ich in ein paar Tagen vielleicht essen möchte (und worauf ich spätestens am Tag X dann garantiert keinen Appetit habe…). Für die spontanen Esser wie mich sind Buffets das Ideale. Man muss sich vorher keinerlei Gedanken darüber machen, was es geben könnte, was man für Zutaten da haben sollte und wann gekocht wird. Das Einzige, was man im Hinterkopf haben muss, sind die Fütterungszeiten und -orte („Was machen wir jetzt?“ – „Gibt gleich Essen…“). Genaugenommen kann man ja rund um die Uhr immer irgendwo etwas essen. Reichhaltig und sehr gut war vor allem das Buffet beim Abendbrot: Salat, Salat, Salat, Reis, Nudeln, Kartoffeln, Pommes, Baguette, Pizza, Suppe, Fleisch, Fisch, Ei, Gemüse, Obst, Kuchen, Eis, Gewöhnliches und Exotisches soweit das Auge reichte. Die ohnehin schon freundlichen Kellner waren nach dem Schmieren mit dem nötigen Kleingeld noch freundlicher, winkten uns bei der nächsten Mahlzeit schon von Weitem zu freien Plätzen und dekorierten den Tisch liebevoll mit großen Blüten. Als mein Papa eines Abends aufgrund akuter Ähnlichkeit versehentlich dem „falschen“ Kellner etwas zusteckte, hatten wir Tags darauf dann statt 4 auch mal 8 Gläser Weißwein auf dem Tisch, weil sich zwei Bedienungen zuständig fühlten. Naja, gibt Schlimmeres – Prost 😉

C wie…Chu Chu Ua.
Nein, das ist nicht die lautmalerische Umschreibung dessen, wie ich mich beim Essen verschluckt habe, sondern es ist der Urlaubshit schlechthin! Bis ich gestern meine 3. Googlehirnhälfte befragt hatte, sang ich immer „Kitschi-Wa“ und Fiona bestand auf „Itzi-La“. Die Wahrheit liegt – wie so oft – irgendwo dazwischen. In Minidisco-Kreisen sind wir wirklich bewandert und singen ohne mit der Wimper zu zucken auf 3 Sprachen von irgendwelchen mit Vokalen beginnenden Sachen, die wir sehen (Veo veo) oder von einer Horde tanzender Enten (danse des canards) aber Chu Chu Ua kannten selbst wir noch nicht. Tanz und Musik haben absolutes Suchtpotential und zogen als Rausschmeißer sogar eigentlich friedlich zuguckende Omis mit zuckenden Gliedern auf die Tanzfläche. Daumen hoch!

D wie…DIARRHOE,
auch bekannt als der gemeine Durchfall. Irgendwas ist immer…Egal, wo es hingeht, ein kleiner Vorrat an Loperamid oder Immodium Akut in der Reiseapotheke kann nicht schaden! Auf Salaten, im Eis oder im Wasser aus dem Hahn können sie lauern, die kleinen Biester. In ihrer Auswahl sind sie absolut nicht wählerisch: kleine, große, dicke, dünne, alte, junge Leute – ganz egal, hauptsache durch. Fieberzäpfchen habe ich auch immer dabei, denn wenn das Kind plötzlich aus heiterem Himmel 40 Grad warm im Bett liegt, ist man so neben der Spur, dass man nicht mal die Nummer der Rezeption zitterfrei in’s Zimmertelefon eintippen kann. Bis auf meine Freundschaft mit der Toilette wurde die Reiseapotheke dieses Mal glücklicherweise nicht weiter gebraucht. (und nein, hier ausnahmsweise kein Bild ^^)

E wie…€uro.
Euromünzen als Trinkgeld sind nie falsch, Landeswährung ist allerdings der tunesische Dinar. 1 Dinar entspricht ziemlich genau 50 Cent, beim Umrechnen muss man sich also keine große Mühe geben, sondern einfach an die gute alte DM zurückdenken. Bis auf die wenigen Shopping-Center mit Festpreisen lautet das oberste Gebot: handeln, handeln, handeln. Ob in der Medina (Altstadt) oder am Flughafen, beim Taxifahren, Kamelreiten oder Teppichkaufen – wer den genannten Preis zahlt, ist selber doof. Meistens landet man nach dem Verhandeln bei weniger als der Hälfte des ursprünglich genannten Betrages! Für die Händler gleicht es sogar einer Beleidigung, wenn man nicht feilscht.
Auf dem Bild ist neben der 1-Dinar-Münze noch mein neues Armband zu sehen. Das sog. „Auge der Fatima“ besitze ich mittlerweile in vielen verschiedenen Ausführungen; es beschützt dem Volksglauben nach vor dem „bösen Blick“ und wendet Unheil, Krankheit und Missgunst ab. Fortsetzung siehe –> „J“

F wie…FLIEGEN.
Für uns die definitiv angenehmste Art zu reisen: schnell, unkompliziert und seitdem Fiona 2 Jahre alt ist auch endlich mit eigenem Sitzplatz, für sie d.h., weniger blauen Kletter-Flecken für mich 😉 Stolz wie Bolle fastete sie jetzt sogar selbstständig ihren seatbelt und schielte schon 1 Stunde vor der Landung immer mit einem Auge auf das Anschnallzeichen über den Köpfen. Unterhaltung während des Fluges war ebenfalls kein Problem. Nachdem das Bordjournal mit Duty-Free-Angeboten und die Sicherheitsinstruktionen studiert wurden, widmete sie sich ihrem mobilen TV, siehe „T“.
Nach der Landung in Tunesien schaute sie neugierig aus dem kleinen ovalen Fenster und sagte zur Belustigung der Mitreisenden laut: „Wo is dis Tunesien? Ich kann es einfach nicht finden!!“
Die Landung in Berlin war wohl die Härteste, die ich je erlebt habe. Kleine Luftlöcher und eine gefühlt kilometerdicke Wolkendecke über der Hauptstadt ließen den Flieger ein bisschen unsanfter der Erdanziehungskraft entgegensegeln, was Fiona mit den Worten: „Hui, das hat Spaß gemacht!“ kommentierte ^^
Tunesien verlassend in Richtung Italienstiefel…bye bye, schönes Wetter!
G wie…GÄSTE.
Natürlich ist man in so einem Hotel nicht allein, aber meistens verteilt es sich so gut, dass man nicht beim Nachbarn den neusten Dan Brown mitlesen kann, ohne den Kopf strecken zu müssen. Was sich so weit weg von zu Hause tummelt, gleicht dennoch manchmal einer absoluten Freakshow, angefangen beim Essen. Wenn ich unfreiwillig Zeuge einer scheinbaren Zwangsstörung am Nebentisch werde, kann ich mir das breite Grinsen einfach nicht verkneifen. Da gab es beispielsweise den ca. 15-jährigen Schönling, der akribisch die Pilze von seiner Pizza kratzte, obwohl es auch welche nur mit Sauce und Käse gegeben hätte. Der gleiche Jüngling nahm am nächsten Abend seine Spaghetti Bolognese fein säuberlich auseinander, Nudel für Nudel. Ich weiß nicht, was er gesucht hat. Vielleicht mag er keine Nudeln. Oder keine Bolognese. Ist ja nicht so, dass genügend Anderes da gewesen wäre… Als ich ihn kurz darauf beim Sezieren des Kuchens erwischte, entfuhr mir ein lauter Lacher. Wie wär’s mit Suppe, Kleiner?!
Abenteuerliche Tätowierungen, die in den meisten Fällen als Jugendsünde am nicht mehr ganz so jugendlichen Körper haften, waren auch einige dabei. Stellvertretend für eine Galerie von ausgeblichenen Blümchen und Herzen an Schultern und Füßen möchte ich kurz Eines beschreiben: eine Rosenranke, die sich, auf der Wade beginnend, um das Bein in Richtung Schambereich windet, wo vermutlich der dazugehörige Blütenkopf auf den mutigen Ritter wartet. In dem konkreten Fall ist es wohl besser, das Dornröschen noch weitere 100 Jahre schlafen zu lassen, denn das zarte Piekerstielchen war im Laufe der Jahre zu einem beträchtlichen Dornenstamm herangewachsen. Gut, dass der Blick auf die welken Blätter hinter dem kleinen Dreiecksbikinischlüpper verborgen geblieben ist… Uaaaah. Manche Dinge fotografiert man besser nicht. Auch nicht heimlich. Deswegen hier stattdessen ein Bild von der kurzzeitigen, internationalen Überbevölkerung des Pools bei der Synchron-Wasseraerobic am Vormittag:

H wie…HASI.
Unverzichtbares „Utensil“; auf jeder kleinen oder größeren Reise darf „Liem Hasi“ natürlich nicht fehlen. Das ohnehin schon stark strapazierte Langohr hat in sein Fellrepertoire neben den üblichen Duft- und Geschmacksrichtungen in diesem Urlaub versehentlich noch einen Tropfen Radler, Mandelmilch und ein bisschen Sonnencreme aufgenommen. Nonos Mousse-au-Chocolat schien ihm ebenfalls zu schmecken. Was der schon gekostet hat von der Welt…
I wie…INCLUSIVE.
Essen, Trinken, Wein, Bier – klar. Aber dass auch das täglich einmalige 30min-Tretbootfahren inklusive ist, haben wir leider erst Mitte der zweiten Urlaubswoche mitgeschnitten. Mit echten Schwimmwesten ging es auf hohe See, um es mit den Widrigkeiten von Wellengang, Interferenzen und nörgelnden Sasas (meine Mama) aufzunehmen 😉 Glücklicherweise hatten wir nur eine davon an Bord, die nach einmaligem Hintensitzen („Nono, kannst du mich lieber anfassen? – „Nein, Sasa, lieber nich.“ … „Nono, willst du mich wirklich nicht besser anfassen? Ich hab Angst, dass du rausfällst!“ (im Chor) – „NEIN, SASA“ ^^) am nächsten Tag wieder vorne zum Treten eingeordnet wurde, damit sie nicht sehen konnte, wie wir hinten Füße gebadet, Rettungsringe geworfen und andere Dusslichkeiten gemacht haben :p
J wie…JUWELIER.
Was mich früher in den Urlauben meiner Kindheit wohl am meisten genervt hat, ist jetzt zu einem großen Spaß geworden. Da haben sich Mütter, Omas, Tanten und Freundinnen von Müttern nach vorn gebeugt mit Händen auf dem Rücken (die klassische Schmuck-Haltung) die Nasen an den glitzernden Schaufenstern platt geguckt, während die Brut sich draußen vor der Tür langweilte und alle 5min ein nöliges „Wann gehn wir?“ eingestreut hat, das auf der Nervskala möglichst hoch angesiedelt sein sollte ^^
Heute gucke ich selbst nach Bling-Bling im Schaufenster und bringe von jedem Urlaub statt T-Shirts, Aschenbechern, Shishas, Kamelen und anderen Staubfängern ein kleines Kettentier mit nach Hause. Im letzten Ägyptenurlaub hat Fiona von „unserem“ Stammjuwelier ja einen Sammy, eine kleine Schildkröte, geschenkt bekommen (ich berichtete hier darüber). Der wurde gehütet wie ein Schatz und musste auch das ein oder andere Mal trotz Diskussionen unbedingt mit in den Kindergarten. Tja, und eines Tages war es dann passiert: Sammy war weg. Die tränenreiche Suche im Garten der Kita blieb erfolglos und das Kettchen leer. Als dann im Schaufenster des tunesischen Schmuckhändlers eine Schildkröte strahlte, war es natürlich um Fiona geschehen… Herzlich Willkommen, Sammy2:
K wie…KOFFERTOPF.
Neben Hasi der wohl wichtigste Gegenstand unseres Urlaubes: My Carry Potty, das hygienische und auslaufsichere (!) Klo für unterwegs mit Henkel. Als ich mit ihm am Strand „spazieren“ ging wie mit einer Handtasche (kann man auch so halten ^^), wurde ich gefragt, ob das ein „television?“ ist. Naja, Scheißfernsehen, sozusagen.
Das System ist denkbar einfach: aufklappen, hinsetzen, erledigen, zuklappen, mitnehmen. Und ob ihr es glaubt oder nicht – „wir“ sind seit Anfang Juli WINDELFREI (bis auf nachts) und es funktioniert ohne größere Zwischenfälle! Details erspare ich euch. Aber stolz sind wir alle beide 🙂
Ach ja, Totgesagte leben länger, heißt es. Die zu eng geglaubten Hosen sitzen plötzlich wieder an dem kleiner gewordenen Po und die ursprünglich passenden Röckchen rutschen auf ein Mal ^^

L wie…LUFTMATRATZE.
Nachdem Fiona gesehen hatte, wie der Pool in allen Farben, Formen und Größen mit den beliebten Luftbetten erstrahlte, brauchte sie unbedingt auch eine und lag uns damit in den Ohren: „…bitte, Mama. Für alle meine Freunde!“
Wir kauften also eine Bunte, die uns in der ersten Woche auch gute Dienste leistete. Ihre Begegnung mit dem kleinen Geschenk des Barmannes, einer rote Cocktailpalme, endete versehentlich tödlich (für die Matratze) und so musste ein neues Schwimmdingens her. Als Nono die Auswahl im Hotelbazar gesehen hatte, hatte sie nur noch Augen für das grüne Krokodil, was wir bei der –> Minidisco schon immer besungen haben („Il coccodrillo come fa“). Mit dessen Reparaturflicken („Opa, kannst du dis batterieren?“) wurde auch der alten Luftmatratze buchstäblich wieder neues Leben eingehaucht und so konnten Nono und „alle ihre Freunde“, also wir, auch die zweite Woche auf dem Wasser reitend verbringen, nun sogar mit zwei Schimmhilfen.

M wie…MINIDISCO.
Sie gehört zum Urlaub dazu wie der Buddeleimer und die Schippe: die Minidisco nach dem Abendessen. Eine halbe Stunde Kinderbespaßung mit den Klassikern der Urlaubshits, wie „Hokie Cokie“, „Music Man“, „Agadoo“ u.v.m. In diesem Urlaub haben wir auch viele neue Lieder kennengelernt, die ich heute bei amazon gefunden und für Nono auf eine CD gebrannt habe, unter anderem auch –> „Chu Chu Ua“.  Mama/Papa (abwechselnd) und Nono hatten großen Spaß beim Tanzen. Man konnte genau beobachten, wie der Kopf dieses kleinen Menschen funktioniert. Am ersten Abend stand sie fast nur passiv im Kreis und beobachtete. Nach der ersten Woche imitierte sie einen Großteil der gezeigten Bewegungen (manchmal mit einer kleinen Zeitverzögerung) und am Ende der zweiten Woche konnte sie nicht nur mittanzen, sondern beherrschte auch viele Texte. Es ist zu süß, wenn eine noch-nicht-mal-3-Jährige phonetisch experimentell „If you’re happy and you know it clap your hands“ mitsingt. Ich könnte sie knutschen, wenn sie das macht. Hier ein kleines Video:
N wie…NICHT NOTWENDIG.
Nicht notwendig ist so Vieles: Kindersocken, -unterhemden und -strumpfhosen bei 38°C Tagestoptemperatur, andere Schuhe außer Flip-Flops, Jacken, lange Haare, … Außerdem nicht zwingend notwendig ist der kleine Wasserkocher, den ich zu Hause gelassen hatte, weil in der Hotelbeschreibung im Internet etwas von „Tee- und Kaffeezubereitungsmöglichkeit auf dem Zimmer“ gestanden hatte. Besagte Möglichkeiten suchte ich vor Ort vergeblich. Nach einem Tag hatten wir uns mit heißem Wasser aus der Bar und kaltem aus der Flasche arrangiert und sind mit dem Nachtfläschchen auch so gut durch die 2 Wochen gekommen. Eine polnische Familie mit 1-jährigen Zwillingen hatte einen Tauchsieder mitgenommen und mehrfach versucht, ihn zu benutzen. Auch sie freundeten sich dann recht schnell mit dem heißen Wasser aus der Bar an, weil der Tauchsieder bei Gebrauch unter Garantie jedes Mal die Sicherung mitriss… Außerdem nicht notwendig ist der Ramsch, den es unter der allgemeinen Bezeichnung „Souvenir“ zu kaufen gibt. Schön bunt für’s Foto, aber zu Hause eher unter der Funktion „Staub fangen“ zu finden. Dann lieber den 100. Kettenanhänger oder hochprozentige Muskatschnäpse… Da trinkt man, was man hat ^^

O wie…ORNAT.

Als Ornat bezeichnet man die Kleidung der Nonnen oder auch andere festliche Amtstracht. Ihr fragt euch, was das im Urlaubs-ABC zu suchen hat…? Ich weiß nicht, ob man die Kleidung der arabischen Frauen auch Ornat nennt. Grundsätzlich ist mir auch egal, was sie anhaben oder wenn man nicht mehr als den Augenschlitz seines Gegenübers sehen kann. Aber wenn Frauen in Komplettverhüllung in den Pool gehen, hört der Spaß auf, finde ich. Bestimmt waren es spezielle „Badeanzüge“, aber hygienisch ist irgendwie anders: langärmlige Trachtenoberteile (z.T. bunt!) wie weite Tunikas und lange Badehosen, oftmals sogar Schuhe und eine Art Mütze dazu. Und so schwimmen sie dann an einem vorbei und verlassen anschließend triefnass wie ein begossener Pudel das Schwimmbecken… Seltsam, seltsam.
Nein, keine Ornate auf dem Bild, dafür aber die Oktopusrutsche im Kinderpool 😉 Great fun!
P wie…PINGUINAUFZUCHTSSTALL.
Liebevoller Kosename meines Papas für die Klimaanlage, die die Zimmer auf Gefrierschrankniveau runterkühlt, wenn man es möchte, während man selbst draußen in der Sonne langsam gar wird ^^ Nachts hatten wir die Klimaanlage meist aus, denn Fiona deckt sich oft selber ab und hätte dann nicht gemerkt, dass sie friert. Außerdem hat Stephan direkt darunter geschlafen und hätte am nächsten Morgen vermutlich kleine Eiszapfen an der Nase gehabt ^^ Ich für meinen Teil habe vom Pinguinaufzuchtsstall für ein paar Tage einen ein-nasenlöchrigen-Schnupfen mitgenommen. Hatschi!

Q wie QWERTZ.

Was wie ein Zungenbrecher aussieht, ist der Name für die ganz normale Computertastaturbelegung, wie wir sie kennen. Auch wenn ich das 10-Finger-System nicht gelernt habe, hat sich mein Suchmodus über die Jahre so verbessert, dass ich mit 3 Fingern jeder Hand genauso schnell (und genauso blind) schreiben kann, wie meine Mama mit allen zehn. Nun setzt man sich also an den Internet-PC, will das Gesichtsbuch in die Adresszeile des Browsers eingeben und staunt nicht schlecht, was am Ende da steht: zzz:fqcebook:co, und ein Hinweis, dass Mozilla die von mir geforderte Seite nicht finden kann. Nanu! Ein genauerer Blick auf die Tastatur erklärte dann so Einiges. Nun schreib mal eine wichtige Email, wenn viele Buchstaben einfach auf einem anderen Platz sind! Selbst die gängigen Zeichen wie der Punkt oder das Ausrufezeichen waren nur über Shift anwählbar oder am anderen Ende der Tastatur zu finden. Da fühlt man sich am eigenen Laptop doch wieder so richtig zu Hause 🙂
(Wer’s nicht glaubt, der tippe mal bitte auf dieser Tastatur in Gedanken zügig sowas Simples wie „Hallo Mama“ ^^)
R wie…RESERVIERT.
„Wir bitten Sie, die Liegen nicht mit Handtüchern zu reservieren.“
Zeigt mir ein Hotel auf der Welt mit Pool, in dem dieser Wunsch erhört wird…
Apropos reserviert: nachdem der gemeine Urlauber (zu denen wir definitiv nicht zählen…) in aller Herrgottsfrühe mit seinen Handtüchern die favorisierten Liegen in erster Reihe erobert hat, wirft er sich etwas über und geht in’s Restaurant zum Frühstück. Im Essenssaal wird darum gebeten, keine Badesachen zu tragen. Eine betagte Dame erschien zum Frühstück im Bademantel, der aber trotz seiner Schnürung wegen Leibesfülle die entscheidenden Stellen nicht verdeckte, sondern auch noch hervorhob. So rannte ich also beinahe in ein Paar gepresste Brüste im Leopardenmantel an Rothautfilet, als ich unschuldig und nichtsahnend zu den Pfirsichen hastete… Am Buffet muss man manchmal schnell sein, denn unsere (sehr) östlichen Nachbarn haben die Höflichkeit und den Anstand nicht gerade mit Löffeln gefressen. Da wird gedrängelt, sich mitten in den Durchgang gesetzt, Schlangen werden missachtet und Schilder sowieso. Wenn betreffende Personen dann den Mund aufmachen und ich ihre Nationalität nicht nur sehen, sondern auch hören kann, wundert mich nichts mehr. Gegenteil davon sind die Holländer. Eine Frau, die in der morgendlichen Eierkuchenschlange ganz vorne stand winkte ihrem Mann (ganz hinten) und rief, er solle nach vorne kommen. Er antwortete auf niedlichem Holländisch, aber sogar für mich klar verständlich: „Nein, die anderen Leute stehen auch an…“
In 5 Sprachen die Bitte, nichts aus dem Restaurant mitzunehmen
und extra Pfeile für die scheinbar Begriffsstutzigen ^^
S wie…SCHWIMMSCHEIBEN.
Mit den Schwimmscheiben lernt man heute Schwimmen 2.0.
Wo früher eklige, luftgefüllte Plastikärmel an den kleinen Oberärmchen klebten, sitzen heute komfortable, unsinkbare Schaumstoffringe. Kennengelernt haben wir die ultimative Schwimmhilfe beim Kleinkind-Schwimmkurs letzten Monat. Wenn das Kind schon sicherer im Wasser geworden ist und richtige Schwimmbewegungen ausführt, kann man die Scheibenanzahl reduzieren und verringert somit die Auftriebskraft. Fiona bewegt sich mit den Scheiben sicher und selbstständig ohne Angst im Wasser. Strampeln zum Vorwärtskommen und sogar der Seestern (auf dem Rücken liegen) funktionierten nicht nur in der Schwimmhalle, sondern auch in Pool und Meer einwandfrei mit den bunten Schwimmhilfen am Arm. Der Preis von fast 30€ lässt einen zwar erstmal schlucken, aber hier stimmt das Preis-Leistungsverhältnis absolut: die Teile sind jeden Cent wert! Ich kann sie nur empfehlen!

T wie…TRAGBAR.
Der kleine, tragbare DVD-Player inklusive einer ganzen Palette Caillou-DVDs war die Geheimwaffe schlechthin. Nicht nur während des Fluges, sondern auch abends während des Bühnenprogrammes konnten wir so ganz entspannt zusammen sitzen und ein Glas Wein trinken. Nono schnappte sich nach der Minidisco zielsicher den Player, Liemhasi und ihre pinken Prinzessinnenkopfhörer aus meiner Tasche, dann wählte sie noch schnell eine Folge aus und guckte fortan friedlich vor sich hin. Die Serie mit dem kleinen, glatzköpfigen Jungen ist auch gar nicht so doof wie ich dachte. Nur warum er als Einziger mit 4 Jahren noch eine Babyglatze hat, wollte sich mir nicht so recht erschließen. Manchmal war ich abends gezwungen, die eine oder andere Folge mitzugucken. Alltagssituationen, Gefühle und Erlebnisse werden für kleine Kinder gut und nachvollziehbar in schöner Sprache erklärt. Als Folge dessen kommen von Fiona mittlerweile schon mal Äußerungen wie: „Mmmh, das schmeckt köstlich!“ beim Essen oder „Hier ist es herrlich!“ beim Plantschen im Pool.
„Woher weißt du denn, dass man das so sagt?“ – „Das hat Caillou so gesagt, Mama!“
Aber nicht nur DVD-Player, sondern auch alles andere tragbare, wie Bücher oder der nagelneue Mariechenkäferkoffer, war unverzichtbar in unserem Urlaub. Was wir in der „ersten Wimmelwelt“ in den 14 Tagen gesucht und gefunden haben…

U wie…UNLIEBSAME BEGEGNUNGEN.

Ja, die hatten wir auch, wenn auch nicht gleich zu Beginn des Urlaubes. Ich zitiere die nachträgliche Berichterstattung meines Kindes für die Zuhausegebliebenen:
„Eine Qualle ist in meine S-wimmweste geslüpft und hat mich am Rücken gebissen! Eine Feuerqualle! Dann hab ich geweint und dann ist Mama mit mir zum Arzt gegangen. Der hat eine Salbe gegeben und dann war alles wieder dut.“
Meine Mama wurde im Meer seitlich in den kleinen Zeh gezwickt und hat den Übeltäter anschließend verfolgt. Mit vereinten Kräften konnte er letztendlich von meinem Papa (einem erfahrenen Krebsfänger) überwältigt und von mir fotografisch dokumentiert werden, bevor er wieder in die Freiheit entlassen wurde und sich auf die Suche nach weiteren, leckeren Touristenfüßen machen konnte. Je nach Wind war der Strand mal voller Tang und mal blitzsauber. Dazwischen lagen manchmal nur wenige Stunden. An einem Vormittag stand der Wind wohl besonders günstig (oder ungünstig) und das Wasser war bevölkert von lauter urzeitkrebsartigen Vielfüßlern. Da sind selbst wir mal kurzzeitig nicht baden gegangen, obwohl die Tiere absolut ungefährlich sein sollen. Wo die so plötzlich mit ihrem ganzen Volk herkamen und wo sie hingegangen sind, werden wir wohl nie erfahren. Besser so 😉
Das Meerwasser war übrigens so warm, dass es sich anfühlte wie eine Badewanne. Ich kann mich nicht erinnern, dass das Meer schon jemals irgendwo so warm gewesen ist, dass es keine Erfrischung war, wenn man sich zum „Abkühlen“ nass gemacht hat…Im Pool sollen laut Messung 29°C gewesen sein, das Meer war deutlich wärmer!

V wie…VERKÄUFER.
„Gucci, Versace, Dior, Armani“ – was sie einem nicht alles andrehen wollen! Mein Papa wollte die Strandverkäufer bei B wie „Banditos“ einordnen. Jeder Reiseleiter und jeder Touristenführer legt einem nahe, unter keinen Umständen bei den Banditos zu kaufen und doch gibt es viele Dumme, die sich Palmen, Zigaretten, Pareos, Ketten und anderen Kleinkram am Strand aufschwatzen lassen. Die Masche „Gestern hast du gesagt: morgen“ scheint ja auch bei manchen Leuten zu ziehen, sonst würden sie es nicht probieren. Dass sie an uns kein Geld machen werden, hat sich etwa um den zweiten Tag herumgesprochen und dann ließen uns die Banditos weitestgehend in Ruhe. Wenn es doch so gute Ware zu so guten Preisen ist, die sie da anbieten, warum sind dann nur alle Verkäufer wie vom Erdboden verschluckt, wenn die Polizei ihre Runden dreht…? Komisch…
Apropos Verkäufer – Paradensponsoren gibt es natürlich auch wieder. Sie sind hier, da und dort verlinkt.

W wie…WEIHNACHTSMANN.
Was macht der hier in der Liste?! Ich kann es euch sagen, denn ich habe ihn mit eigenen Augen gesehen! Wenn er nicht arbeitet, lässt er es sich unter der tunesischen Sonne im Garten unseres Hotels gut gehen. Na wenn das mal nix ist 😉

X wie….X-BELIEBIG.
X-Beliebig sollte ein Hotel nicht sein. Absolutes Muss ist für uns die direkte Strandlage, gutes Essen und mindestens 3 Sterne. Sterne sind ja nicht gleich Sterne. Direkt vergleichen mit deutschem Maßstab kann man es natürlich nicht, aber das sollte im Voraus klar sein. Wenn ich so die zum Teil absolut gegensätzlichen Bewertungen bei HolidayCheck lese, überkommt mich das Gefühl, dass manche scheinbar nur in den Urlaub in ein Land wie Tunesien fahren, um hinterher den Staub aus jeder Fuge zu Elefantendreck zu machen. Klar, sind Wespen am Getränkespender nervig, Pfand für ein Hotelhandtuch und 50 Cent am Tag für eine weiche Liegenauflage vielleicht unnötig. Aber ich habe Urlaub! Dann gibt’s eben Cocktail statt Cola und das Handtuch mit Hello-Kittys-Konterfei auf der Liege. Alles in allem war es ein gepflegtes Hotel mit gutem Essen und freundlichem Personal. Was will man mehr?

Y wie….YOU.
„If YOU’re happy on vacation clap your hands!“
Der Kunde ist König und der Gast, das „you“, steht im Mittelpunkt beim Hotelpersonal im Service. Aber muss man das so großkotzig raushängen lassen? T-Shirts mit Aufschriften „Ich Chef, du NIX“ sind nicht nur peinlich; sie sind sowas von unangebracht, dass mir dafür die Worte fehlen. Daumen runter für so viel Ignoranz und Blödheit. Auch der Bundesadler auf der Wade könnte mitunter falsch verstanden werden, aber den kann man nicht so einfach ausziehen wie ein Shirt. Tja, Dummheit kennt eben tatsächlich keine Grenzen.
Fiona hat ihr „you“ im Urlaub in vollen Zügen genossen und die neue Selbstständigkeit beim Bestellen von „Ssitronenssaft mit Ssstrohhalm“ jeden Tag mehrmals unter Beweis gestellt. Das kleine You war also absolut happy on vacation und antwortete übrigens auf die Frage: „Bist du deutsch?“ mit „Nein! Ich bin Fiona!“ Sehr diplomatisch, das Kind 🙂
Z wie…ZUHAUSE.
…sind wir nun wieder. So schön so ein Urlaub ist, so schön ist es dann auch wieder, wenn man wieder heil und gesund zu Hause angekommen ist. Eine unserer Hauptbeschäftigungen in den 2 Wochen war das Muschelnsammeln. Die mit den Krebsen drin haben wir sicherheitshalber doch dort gelassen ^^, aber viele andere hübsche sind im Zip-Lock-Beutel mit einem bisschen Sand bis in die Hauptstadt gereist, wo wir uns gleich gestern an das Gestalten eines Strandbildes gemacht haben. Ein Keilrahmen, Acrylfarbe in weiß, gelb und blau, Pinsel, Alleskleber und die gesammelten Fundstücke bereit gelegt und schon konnte es losgehen. Mittelgroße Schweinerei auf dem Kinderzimmerfußboden, ziemlich klebrige Angelegenheit aber wundervolle Urlaubserinnerung (und wenn man ganz dicht ran geht, riecht man nicht nur UHU, sondern auch das Meer 😉
Als Fiona am Strand beim Materialsammeln quengelnd zu mir kam und laut eigener Auskunft „Aua am Fuß“ hatte, fragte ich sie, ob sie auf eine Muschel getreten sei. Sie antwortete verärgert und empört:
„Ja, eine Muschel hat mich getreten!!“
Ich hoffe, ich konnte euch mit dem Urlaubs-ABC ein bisschen Erholung abgeben, wenn ich die Sonne schon nicht durch den Zoll gekriegt habe. Lasst uns auf einen Sommer hoffen. Bei dieser grauen Pampe draußen möchte man ja am liebsten gleich wieder weg… Solange das nicht geht, gucken wir fleißig Bilder an und stellen uns vor, dass die kühle Brise vom Pinguinaufzuchtsstall kommt 😉
P.S. Halt, eins noch: „Beauty is where you find it“ von Frl. Pimpinella, bei dem ich tunesienbedingt aussetzen musste, geht bald in die Sommerpause bis Mitte August. Deswegen kommt hier noch der (im wahrsten Sinne des Wortes!!!) Schnappschuss eines wilden Tieres für’s Fotoprojekt diese Woche hinterher:

Eltern-Kind-Blogparade Juni

Im Juni schreibe ich nicht erst kurz vor knapp am 30. (denn zu dem Zeitpunkt sitze ich hoffentlich schon unter strahlend blauem Himmel in der Sonne am Meer, wie hier angekündigt), auch in der Hoffnung, dass es Mitte des Monats ein paar mehr interessierte Paradenteilnehmer gibt, die zum Lesen und Kommentieren vorbeikommen, als am Ende 😉

Testmama Kerstin hat schon im Voraus angekündigt, dass mir die Aufgabe sicher gefallen wird. Erwartet habe ich deshalb eine Kreativaufgabe (die auch gern in einem der nächsten Monate mal wieder dran sein darf ;), bin aber mit der aktuellen nicht weniger zufrieden: „Lernen und lernen lassen“, das ideale Thema für einen Lehrer! Aber keine Angst, ich möchte euch nicht mit Studien und Ergebnissen aus der Hirnforschung langweilen, sondern meine ganz eigene Meinung zum Thema Lernen aus zweierlei Blickwinkeln darstellen: aus Sicht der Lehrerin und aus Sicht der Mama.

Fangen wir bei der Mama an:

Stellt euch vor, was ihr da nach 9 Monaten Co-Produktion mit eurem Mann auf den Tisch im Kreißsaal „legt“: ein fertiges, im Idealfall rosa Baby mit allem dran, was es braucht: Arme, Beine, Hände, Füße, Nase, Ohren, manch eines sogar schon mit Haaren (die aber recht bald wieder ausfallen um dann mit dem Wachsen noch mal von vorn anzufangen ^^). Ob da ein 50cm großer Fußballer, ein Künstler oder ein Sprachtalent hungrig die Hebammen und Ärzte anschreit? Die jeweiligen Anlagen sind alle schon da und warten nur noch auf ihren Ausbau.
Nachdem die ersten Glückstränchen über dieses unfassbare Wunder getrocknet waren, fing es an, mich zu faszinieren. Bei genauerer Betrachtung, und dafür hat man im Krankenhaus reichlich Zeit, fielen mir die feinen Linien auf den Fingerspitzen und die individuell ausgeformte Ohrmuschel mit all ihren Vertiefungen und Erhebungen auf, die wie ein Filtersystem für die Richtung des Schalles funktionieren. Solche fein ausgeklügelten Systeme haben sich da in meinem Bauch entwickelt und sind fix und fertig für den Gebrauch rausgekommen. Der Wahnsinn!
Sobald das, was mal Arme und Beine wird, mit dem Rückenmark verbunden ist, beginnt ein Baby zu lernen. Bereits in der 9. Woche, also meist noch bevor das werdende Elternpaar Familie und Freunde eingeweiht hat, lernt der ca. 2cm große Embryo, erste Bewegungen von Kopf und Extremitäten zu steuern. Gipfeln wird das pränatale Lernen im Daumenlutschen, Kopf befühlen (manch kleiner Junge befühlt auch was ganz anderes ;), Mamas Stimme und die Muttersprache hören/wiedererkennen und Umdrehen im Bauch (das machen Babys, wenn sie es wollen und nicht, wenn eine alternative Hebamme der Mutter eine brennende Zigarre an den Zeh hält – Moxabustion, lest mal nach, das gibt’s wirklich!). Psychologen hängen sich sogar so weit aus dem Fenster und bezeichnen die Gebärmutter als das erste Klassenzimmer des Menschen. [Buchtipp: „Öhrchen im Bauch“ von Hetty van de Rijt]
Wann das Lernen wieder aufhört? Nie!
„Wer aufhört zu lernen, ist gedanklich bereits tot“, steht auf einer meiner unzähligen Postkarten.

Im (älteren) Volksmund wird das erste Vierteljahr mit Baby auch gern als „die dummen drei Monate“ bezeichnet, weil der Säugling fast nur schläft und noch nicht auf äußere Reize reagiert. Wer wirklich glaubt, dass Neugeborene nicht auf äußere Reize reagieren, der halte einem Frischgeschlüpften mal eine (gefüllte) Brust vor die Nase und schaue was passiert ^^ Natürlich schlafen Babys viel, das ist erstens Erholung für Mama und zweitens eine wichtige Lernphase! Alle Sinneseindrücke wollen verarbeitet und miteinander in Zusammenhang gebracht werden. Warum sonst heißt es, ein Baby lernt in den ersten 3 Monaten mehr als ein Student in 4 Jahren an der Uni…? Nach den „dummen Drei“, die absolut nicht dumm sind q.e.d., beginnt das Kind, in Abstimmung mit den jeweiligen körperlichen Fähigkeiten (so ein Kopf ist schwer, verdammt! Halt den mal einfach so als kleiner Hals!), die Eindrücke aus den vorangegangenen Monaten umzusetzen. Vormachen, Nachmachen. Mamas Zunge ist draußen. Nanu! Wie geht denn das? Hab ich auch sowas? Da! Tatsächlich. Ich hab auch sowas! Aber gleichzeitig den Mund aufmachen?! Geht nicht! Das mit dem Multitasking muss ich noch perfektionieren. Es muss aber doch gehen, Mama kann es auch. Also nochmal fest konzentriert, Mund auf und……. raus mit dem Lappen! Juhu! „bllllllll“
Für andere vielleicht unverständlich, weint die Mama dicke Kullertränen vor Freude und klatscht euphorisch in die Hände, wenn sich der Hosenpups vor Publikum das erste Mal vom Bauch auf den Rücken dreht. Das ist eine gigantische Leistung. Wartet’s ab, ihr werdet an meine Worte zurückdenken ^^ Das erste eigenständige Strampeln beim Babyschwimmen, das Hochziehen am Tisch oder die ersten freien Schritte sind nicht nur hochdosierte Stolz- und Glücksdrogen für Eltern und Großeltern, sondern in erster Linie sind es Lernprozesse, die in dem kleinen Kopf über die letzten Monate gereift sind und jetzt endlich erfolgreich umgesetzt werden können.

Nach den motorischen Fähigkeiten zieht der Kopf nach und bildet in Zusammenarbeit mit den Ohren die ersten „glglglgls“ und „mamamams“. Mamatränen sind selbstverständlich, brauche ich gar nicht mehr zu erwähnen 😉 Bei Fiona hat der Kopf scheinbar irgendwann die Motorik überholt. Mit dem Laufrad ist sie (noch?) nicht befreundet, dafür aber immer noch mit der Windel und aus dem kleinen Mund kommen Sätze wie: „Ich fürchte, Frau Mautes hat keinen Urlaub mehr…“, „Das ist aber nett von dir, dass du mir ein Eis mitgebracht hast!“ oder „Das sind Cheese-Strings“ (Käsestangen, die der Opa auf dem Abendbrotstisch hatte).
Das Sprechenlernen ist eine wirklich faszinierende Angelegenheit und ich wünsche jedem, dass er das (mindestens) ein Mal selber an seinem Kind miterleben darf. Mit etwa 2 oder 2,5 Jahren beginnt eine regelrechte Wortschatzexplosion und wer wie ich ein Sprachlernlexikon mit den ersten unverständlichen Wörtern angelegt hatte, der kann dann getrost einpacken. Andere Kinder sprechen mit 2 nur „Ball putt“ anstatt „Mama, ich schlage vor, wir sollten einen neuen Ball kaufen, denn der alte hat keine Luft mehr drin“. Beide Extreme sind weder Zeichen von fehlendem Intellekt noch von früher Hochbegabung. Generell spricht beim Thema Hochbegabung wohl eher der Ehrgeiz der Eltern eine deutliche Sprache, soviel sei aus der Arbeit als Lehrerin gesagt… Jedes Kind entwickelt sich in seinem ganz individuellen Tempo. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Mit 18 können die meisten einigermaßen geradeaus reden und Windeln haben sie auch nur in den seltensten Fällen noch an ^^ Alles wird gut.

Jetzt fragen wir mal den Pädagogen:

Beim Schuleintritt oder auch noch Jahre danach ist (neben dem passenden Schulrucksack!) wichtig, dass sich die Vertrauenspersonen (Mama, Papa, Großeltern) für das Kind und seinen Alltag interessieren. Einem Zweitklässler erschließt es sich mitunter nicht auf den ersten Blick, warum er das Kleine 1×1 oder das Alphabet auswendig pauken soll, wenn er stattdessen viel lieber draußen mit dem Kumpel Ball spielen könnte. Wenn Mamas oder Papas regelmäßig nachfragen und wissen wollen, was das Kind in der Schule gemacht hat, ermutigen sie es, zu erzählen, zu erklären und zu reflektieren. „Lernen durch Lehren“ ist ein ganz alter Trick – einfach mal Rollen tauschen. Wenn man anderen etwas schlüssig erklären kann, dann hat man es wirklich verstanden. Da hat Mama doch glattweg vergessen, wie viele Bundesländer Deutschland hat!! Und die dazugehörigen Landeshauptstädte sind auch alle weg… 
„Kannst du mir helfen, Sohnemann/Tochterkind?“ Das zieht, versprochen 😉

Ich finde, statt den Schülern langweilige Fakten vorzusetzen und seitenweise abschreiben zu lassen (wer hatte das nicht im Geschichtsunterricht an der Oberschule? Bücher auf, Seite 374 – 413….), sollten viel mehr Pädagogen auf die für uns Menschen einzig richtige Art des Lernens zurückgreifen: auf das ganzheitliche Lernen. Konkret bedeutet das, den Lernstoff mit dem bereits vorhandenen Wissen in Verbindung zu bringen, denn nur durch die Verknüpfung entstehen dauerhafte Verbindungen. Ansonsten wird alles Gelernte in separaten „Schubladen“ abgespeichert und irgendwann, wenn man sie lange nicht mehr geöffnet hat, klemmen sie dauerhaft und wir kommen nicht mehr an den Inhalt ran. Als einer meiner Tutoren im Abi sagte, wenn wir zu Günther Jauch auf den Stuhl wollen, sollten wir das genau jetzt tun, auf dem höchsten Stand unseres Wissens, haben wir darüber gelacht. Heute kratze ich mich so manches Mal am Kinn und denke zurück an die Sache mit der Photosynthese. Wie war das gleich…?!
Oder Bundesrat, Bundestag, Fraktion, Opposition, wer wählt da noch gleich wen wohin…?

Aber zurück zur Ganzheitlichkeit: unser Körper arbeitet überkreuz – die linke Gehirnhälfte ist für die rechte Körperhälfte zuständig und vice versa. Gleichzeitig „betreut“ die linke Hemisphäre das logisch-analytische Denken, die rechte Kreativität und Wahrnehmung. Optimales Lernen ist immer dann möglich, wenn beide Seiten zusammenarbeiten. Beim Lernen sollten also beide Gehirnhälften angesprochen und genutzt werden, um „gehirngerecht“ und vernetzt mit allen Sinnen zu lernen, also so, wie der Kopf funktioniert. Sicher kennt ihr das – eine Lernsituation in der Schule oder ein Test/ eine Klassenarbeit, die z.B. mit einer witzigen Begebenheit in Verbindung steht, wird man noch Jahrzehnte später hervorkramen können, wohingegen andere, ganz normale Stunden und deren Inhalte per Delete irgendwann im kopfeigenen Papierkorb gelandet sind.

Ein Beispiel? Wir sollten im Lateinunterricht aufschreiben, bis zu welcher Vokabel wir zur nächsten Woche auswendig lernen sollten. Der Lehrer nannte immer die Startvokabel, z.B. „avis- Vogel“ bis „ira – Zorn“. Nun schrieben wir also fleißig ins Hausaufgabenheft, was der Chef diktierte und ein paar Tage später rief mich meine Banknachbarin völlig verzweifelt an. Sie könne die Endvokabel nicht finden: „eamsidise“. Nirgendwo steht dieses verdammte eamsidise!!
Ich schaute in mein Lateinbuch und fing schallend an zu lachen. Die letzte zu lernende Vokabel lautete „eam“ und bedeutet übersetzt „sie, diese“… Tja, und bis heute ist es eine der ersten, die ich noch aus dem Effeff weiß, nur dass man danach nicht sonderlich oft gefragt wird ^^
Eine andere Story ist aus dem Musikgeschichteunterricht während des Studiums. Unser spanischer Dozent fragte mich, ob ich wisse, wie viele Sinfonien Beethoven geschrieben habe. Ich antwortete wahrheitsgemäß: „Nein.“ Und da im Unterricht oftmals ein bunter Mix aus Deutsch mit ein paar englischen Vokabeln gesprochen wurde, erhielt ich erstaunlicherweise ein Lob auf meine Antwort: „Richtig, nine!“ (Das werdet ihr nie wieder vergessen, wetten?)

Diesen Fakt des ganzheitlichen Lernens muss man aber erst ein Mal kennen, um ihn praktisch umsetzen zu können. Deswegen sollte die Aufgabe der Lehrer in erster Linie sein, den Kindern beizubringen, WIE man richtig lernt, bevor sie anfangen zu pauken.
[Buchtipp: z.B. „Trotzdem lernen“ von Vera F. Birkenbihl]

Konkret berichten kann ich von Erfahrungen aus der musikalischen Früherziehung und dem Instrumentalunterricht. In der Früherziehung im Kindergarten wird nicht nur gesungen, sondern es wird jede Stunde eine kleine Geschichte erzählt, die mit dem Lied im Zusammenhang steht. Jeder Liedtext wird natürlich mit zahlreichen Bewegungen untermalt und beschrieben. Außerdem werden nach und nach englische Vokabeln eingestreut und regelmäßig wiederholt. Diese Woche hatte ich meine Elternstunden in der Kita, also kleine Vorführungen, bei denen die Kinder den Eltern und Erziehern zeigen dürfen, was sie bei mir gelernt haben. Die Eltern waren völlig baff, dass ihre z.T. erst 4-jährigen Mäuse auf meine Fragen in einwandfreiem Englisch mit „good morning“, „bye bye“ oder „a book how to cook“ antworteten. Weil die Vokabeln an bestimmte Ereignisse innerhalb der Geschichte und des Liedes geknüpft sind, können die Kinder sie behalten und irgendwann sogar wiedergeben.

Mit dem Instrumentalunterricht fangen wir in der Regel in der 1.Klasse an. Grundsätzlich kann jedes Kind ein Instrument lernen. Klar wird es immer Schnellversteher und Auf-dem-Schlauch-Steher geben, aber die „rudimentären“ geistigen und motorischen Fähigkeiten dazu sind bei 98% der Kinder im Schuleintrittsalter vorhanden. Spielerisch und mit viel Spaß werden erste musikalische Grundlagen auf einem Tasteninstrument erfahren. Ein bisschen Musiktheorie und im ersten Dreivierteljahr ca. 30 Lieder mit der praktischen Umsetzung der theoretisch gelernten Schwerpunkte machen aus kleinen, schüchternen Zuckertütenkindern selbstbewusste, junge Musiker, die am Ende des 1.Schuljahres mit ihrem Instrument auf einer großen Bühne vor Publikum auftreten und stolz ihr Musikzeugnis in Empfang nehmen können (genau so ein Konzert ist diesen Sonntag; die Kinder überlegen schon seit Wochen, was sie anziehen ^^).

Von der individuellen Entwicklung und dem ebenso individuellen Lerntempo habe ich weiter oben schon geschrieben. Nun sieht man im Instrumentalunterricht ganz deutlich, wem es einfach so ohne großen Aufwand „zufliegt“ und wer zu Hause fleißig üben muss, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. Es heißt nicht umsonst, Erfolg = 5% Talent, 95% harte Arbeit. Manchmal kehrt es sich um und es sind die Checker vom Anfang, die irgendwann mit dem Unterricht aufhören, wenn es zum ersten Mal schwieriger wird und sie selbstständig üben müssten…
Ich merke im Verlauf des Kurses genau, bei wem Mama und Papa dahinter stehen, nachfragen, sich Notenblätter zeigen und vor allem zu Hause vorspielen lassen und bei wem die Eltern nur darauf bedacht sind, dass auch ja nicht ein Euro zu viel abgebucht wird, wo doch der Bildungsgutschein vom Amt schon beantragt ist… Ich kann nur alle Eltern ermutigen, sich wirklich für ihre Kinder zu interessieren, sich für sie einzusetzen und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Lernen ist ein lebenslanger Prozess. Vielleicht kann ja auch Mama langsam das Lied vom „Kuckuck und Esel“ spielen, wenn ein kleiner Lehrer zeigt, wie es geht…?

Halten wir mal fest: Kinder, weder Babys noch Schüler, sind kein Objekt, das es zu optimieren gilt. 70 Stunden intrauterine Kopfhörer-Dröhnung Beethoven-Sinfonien, ganze 9 an der Zahl ;), werden keinen kleinen Einstein hervorbringen. Eltern, die sich mit ihrem Kind/ihren Kindern beschäftigen, die intensiv Zeit miteinander verbringen und nie das Interesse verlieren, werden die Neigungen ihres Nachwuchses erkennen und (hoffentlich) fördern, egal ob es sich um mittelalterliche Dichtkunst oder impressionistische Malerei handelt 🙂

In diesem Sinne – habt ein offenes Ohr für eure Kinder, dann geht ihr einer aufregenden Zukunft entgegen, in der es immer etwas zum gemeinsamen Lernen geben wird!
(und sei es, wenn ihr dann mit 70 und 90 Jahren zusammen auf dem Klo die Kreuzworträtsel in der Apothekenzeitung löst ^^)

Eltern-Kind-Blogparade Mai

Wie schon im letzten Post angekündigt, ist die Eltern-Kind-Parade noch nicht vorbei. Weil viele Teilnehmer – darunter auch ich – großen Spaß am Schreiben und Lesen über das Leben mit Kind(ern) hatten, wird die Parade ab Mai monatlich weitergeführt. Ich weiß, heute ist der 31. und ich bin diesmal wirklich spät dran. Ich weiß auch eigentlich gar nicht, wieso. Diesen Monat war nichts Besonderes los, was mich vom Schreiben abgehalten hat. Aber wenn man ganze, laaange 4 Wochen Zeit hat, schiebt man erstmal auf und plötzlich ist Monatsende. Ja, ja…. Warum ist am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig? Apropos Ende des Geldes: Sponsoren sind auch wieder mit von der Partie und vielleicht ist mir das Glück des späten Paradenschreibers hold und beschert uns einen Amazon-Gutschein? *lechz*

Hier geht es heute um Kinderträume, d.h., vom kindlichen Schlafverhalten bis hin zur Frage „Wie habe ich mir das Leben mit Kind erträumt?“ darf alles dabei sein. Let’s go. Ich fange hinten an.

Wie erträumt man sich denn ein Leben mit Kind?
In der Schwangerschaft träumt man sich sein Leben zu dritt in erster Linie zartrosa bzw. hellblau. Man guckt sich seelig lächelnde Neueltern in irgendwelchen Babyzeitungen an, streichelt gedankenverloren über den eigenen dicken Bauch und richtet zu Hause die deLuxe-Wickelkommode für das große Geschäftchen vom Kindchen ein, was nicht stinken, sondern nach Vanillekekschen riechen wird…
Der erste Traum, der platzt, tut das gleichzeitig mit der Fruchtblase: Geburtsschmerzen sind schöne Schmerzen und es wird schon nicht so weh tun. Schließlich bekommen ja manche Mütter mehr als ein Kind. Ja, ihr Lieben, Mütter sind ja auch die stärksten Menschen der Welt, die den Fuß küssen, der sie eben versehentlich mit voller Wucht in die Milchfabrik getreten hat, die ihr laufmüdes Kleinkind wegen vergessenen Wagens durch die ganze Stadt tragen und die aus Cornflakeskrümeln lustige Gesichter legen können, um dem Spross ein Lächeln zu zaubern. Frei nach Chuck Norris sind es bei mir die Mütter, die nicht den Honig essen, sondern Bienen kauen, wenn es denn sein muss. So ein Bienenkauer kann die Wehwehchen, die Schwangerschaft und Geburt so mit sich bringen, auch locker ein zweites Mal verkraften.

Schon Wochen vor der Geburt, wenn die rosahellblau-Phase so langsam von der Angst um den Nachtschlaf abgelöst wird, kauft sich die besorgte Mama das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ und dazu einen Pucksack, denn gepuckte Babys sind laut Dr. Harvey glückliche (schlafende) Babys. [Wer nicht weiß, was „pucken“ ist: eine bestimmte (Tuch-)Wickeltechnik für Säuglinge, damit sie sich in die Enge der Gebärmutter zurückversetzt fühlen und nicht von ihren umherschlagenden Ärmchen am Einschlafen gehindert werden. Sieht ein bisschen mumien-like aus und ich stelle es mir nicht wirklich angenehm vor…] Man liest über 3-Monats-Koliken und sich-nicht-beruhigen-lassende Winzlinge, die man zu „Guten Abend, gut‘ Nacht“ unermüdlich im Mondenschein durch den Flur tragen wird und bekommt es mit der nackten Angst zu tun. Wann werde ich wieder schlafen können? Werde ich überhaupt je wieder schlafen können? Wie soll ich jemals wieder arbeiten gehen?!
So eine kräftige Hormonüberdosis, wie man sie in der Bauchzeit abbekommt, kann neben der allseits bekannten Stilldemenz auch noch andere wirre Gedanken mit sich bringen. Je gewaltiger der Bauchumfang, desto gewaltiger auch die Zweifel, ob man der Aufgabe überhaupt gewachsen ist. Und überhaupt, wie hält man so ein zerbrechliches Wesen eigentlich? Hilfe! Plötzlich wird einem bewusst, dass es viel zu viele Dinge gibt, die man gar nicht weiß und die einem auch keine Hebamme im Geburtsvorbereitungskurs sagen wird. Was tun, wenn es weint? Was tun, wenn es nicht schläft? Was tun, wenn es nicht trinken/essen will? Was tun, wenn es zum ersten Mal mit einer Schürfwunde nach Hause kommt oder eine Ecke vom Zahn fehlt? Was tun, wenn der erste Herzschmerz mit einer Heftigkeit hereinbricht, dass Mama sich in die 90er Jahre und die eigene erste Liebe zurückversetzt fühlt? WAS TUN, WENN…?! Die Tragweite dieser Zellenverschmelzung vor ein paar Monaten nimmt auf ein Mal konkret fetale Formen an, strampelt gegen die Bauchdecke und lutscht unschuldig am Daumen. Aus der Frau wird irgendwann im Laufe dieser 9 Monate eine Mutter, aus dem Paar werden Eltern. Für jede Scheibe Wurst, die man über die Theke reicht, muss man sich 3 Jahre ausbilden lassen, aber Kinder darf man einfach so bekommen?! Kein Führerschein? Kein Eignungszeugnis mit den Fächern Babypflege, frühkindliche Kommunikation und Zeitmanagement? Obwohl es bei manchen Eltern sicher angebracht wäre, möchte ich mal Entwarnung geben. Alle, die schon Mama sind, können das sicher aus eigener Erfahrung bestätigen.

Alle Zweifel, alle Ängste, alle Sorgen platzen in dem Moment, in dem du dein Kind zum ersten Mal im Arm hast.
Während irgendwelche namensbeschilderten Menschen im Kittel mit Nadel und Faden kommen, sitzt du schon mit Baby in einer großen, im Sonnenlicht bunt schillernden Seifenblase und (er-)lebst deinen Traum, kannst ihn sehen, riechen, fühlen. Scheiß auf die Nadel. Uns kann keiner was!

Die Natur hat das in den meisten Fällen so eingerichtet, dass eine Mama instinktiv weiß, wo sie anfassen, wo sie das Aua küssen und was sie sagen muss. Auch ist ja Schreien nicht gleich Schreien. Manchmal können zwar auch Eltern nur am Glücksrad „Hunger – Windel – Zähne“ drehen und hoffen, das Richtige zu treffen, aber meistens hört man, ob das knurrende Loch im Babybauch oder eine kleine weiße Spitze im Zahnfleisch Auslöser für die Krokodilstränchen ist. Für Fälle, in denen man es nicht weiß, gibt es 3 wichtige Telefonnummern, die man zur Hand haben sollte:
Oma, Kinderarzt, Giftnotruf.

Um den Bogen zum Anfang zu spannen – den Pucksack in Verbindung mit dem Harvey-Buch haben wir nie benutzt. Fiona schlief von Anfang an immer und überall und vor allem nachts. Sicher haben ein paar gutgelaunte Hormone die ganz normalen Nichtschlafphasen der ersten paar Wochen überschattet, an die ich mich, was das Schlafverhalten angeht, nicht mehr so genau erinnern kann, aber als sie 6 Wochen alt war, lag sie im Babybay-Bettchen (das mit Rollen gleichzeitig als Stubenwagen funktioniert) neben uns und der Couch. Kurz vor Mitternacht, also als ich sowieso noch wach war und dann schlafen gehen wollte, gab es die letzte Milch und dann hat sie geschlafen bis in die frühen Morgenstunden. Ich erinnere mich daran, dass ich sie ohne aufzustehen in’s große Bett rübergeholt habe und wir dort bis 10 liegen geblieben sind und gekuschelt haben. Wahrscheinlich wäre das nächtliche Stillen anstrengender gewesen, wenn ich jedes Mal hätte aufstehen müssen. Durch das Beistellbett konnte ich Baby Fiona wie gesagt rüberziehen und schlafend wieder zurück schieben. Das Ding war seinen (horrenden) Preis tatsächlich wert! Ansonsten ist das Meiste, was einer werdenden Mutter als unverzichtbares Utensil angepriesen wird, nichts als Geldmacherei. Die Babyindustrie lebt zum Teil von der (Achtung, Band) Ersten Allgemeinen Verunsicherung ^^ Mittlerweile weiß ich auch, warum alle sagen, beim Zweiten ist man entspannter. Nicht nur, weil man alles schon mal durchgemacht hat, sondern vor allem, weil man weiß, was man bzw. das Baby wirklich braucht und was eben nicht. In erster Linie sind das: Selbstvertrauen, Wärme, zartrosa Liebe und hellblaue Geborgenheit. Womit wir wieder beim Anfang wären.
Ich habe von unserem Babymädchen zwar in zartrosa geträumt (gar nicht wahr, ich höre mein schwangeres Ich sagen: „sie wird alles tragen, gelb, orange, grün…nur nicht rosa!“) aber das Leben mit ihr ist nicht rosa, sondern bunt! Children are the rainbow of life – es ist besser, als ich es mir je hätte vorstellen können (Ja, es ist auch manchmal anstrengender, aber die schönen und zum Platzen stolzen Momente puren Glücks überwiegen eindeutig!).
Unser Glück misst 96cm, hat zwei große Schneidezähne, schmeckt nach Bärchenwurst, Sahnebonbons oder Flutschfinger-Eis und es bleibt an uns kleben 🙂

P.S. Zum momentanen Schlafverhalten mit gut zweieinhalb Jahren sei nur soviel gesagt:

„Mama, ich will heute in Papas Bett.“
– „Aber du hast doch so ein schönes Bett. Schlaf mal ruhig hier.“
„Nein, ich könnte ruhig in Papas Bett schlafen, habe ich gedacht…“