Zimmer im Kopf

Fiona ist 7 Jahre alt und geht in die 2. Klasse.

Sie war schon seit frühester Kindheit ein sehr wissbegieriges Kind, wollte immer schon die Welt erklärt bekommen, interessierte sich für alles um sie herum, machte gerne kleine Experimente und entwickelte sich in den letzten Jahren zum absoluten Spezialisten auf dem Gebiet ihrer Lieblingstiere: Quallen. (Ja, so habe ich anfangs auch geguckt, als sich mir die anmutige Schönheit dieser Spezies noch nicht so recht erschließen wollte, haha). Sie wurde mit 5 eingeschult, vier Wochen bevor sie 6 geworden ist. Wir hätten sie zurückstellen lassen können, haben uns aber bewusst für das frühe Einschulen entschieden. Es war einfach zu merken, besonders deutlich in den letzten Monaten vor Schulbeginn, dass sie bereit war. Dass sie das zusätzliche Jahr Kita sehr wahrscheinlich nicht als „noch ein Jahr unbeschwert Kind bleiben“ empfunden hätte.

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Sie schrieb unermüdlich Buchstaben und Zahlen, wollte lernen wie man rechnet und fing im Sommerurlaub plötzlich an zu lesen. Nachdem sie zu Ostern ihre Schulmappe bekommen hatte, musste ich regelmäßig mit ihr Schule spielen. Dann kam sie mit Ranzen auf dem Rücken ins Wohnzimmer stolziert, machte sich über meine ausgedruckten Arbeitsblätter her, schrieb und malte, was das Zeug hielt, und wartete auf die „Pausenklingel“ meines Handys, damit sie endlich ihre Brotbüchse plündern konnte. Ich würde hier gar nicht pauschal sagen, Einschulung mit 5 ist gut oder Einschulung mit 5 ist schlecht. Eltern kennen ihre Kinder am besten und können demzufolge auch am besten einschätzen, ob ihr Kind sich im zusätzlichen Kitajahr langweilt oder ob es das unbeschwerte Spielen noch länger genießen möchte. Wie bei so vielen Entscheidungen gilt auch hier, oder hier ganz besonders: hört auf euer Bauchgefühl.

Sie hatte einen durchweg guten Start in der ersten Klasse: eine engagierte und vor allem liebevolle Lehrerin (bei der ich selbst vor 20 Jahren schon Unterricht hatte), tolle Klassenkameraden, viele Freunde und Spaß am Lernen („Schon eine Woche Schule und wir haben noch keine Hausaufgaben aufbekommen! Das finde ich nicht in Ordnung!“). Sie kam mit den Unterrichtsinhalten gut mit und zeigte mir täglich stolz ihre Hefte. Nur das frühe Aufstehen war ihr nach der ersten Schulwoche schon über…

Eine Träumerin?

Im Entwicklungsgespräch zu Beginn des zweiten Schuljahres erwähnte die Klassenleiterin, dass Fiona mit dem Stoff zwar super mitkäme, aber manchmal noch sehr verträumt und langsam sei (eine „Folge“ des frühen Einschulens? Möglich. Wir würden es dennoch wieder so machen). Zum Beispiel montags, wo sie regelmäßig nach dem Sportunterricht zu spät zur nächsten Unterrichtsstunde kommt, weil das Umziehen eben etwas länger dauert. Oder der Deutschtest: schreibt die schwersten Wörter fehlerfrei, kann eigentlich alles perfekt und liest dann die Aufgabenstellung nicht richtig bei „Benutze unbestimmte Artikel: ein, eine“ und setzt stattdessen „der die das“ ein. Oder Mathe: sie rechnet 10 Aufgaben des gleichen Typs ohne Fehler und bei der 11. schreibt sie plötzlich die Zahlen falschrum, also 63 für sechsunddreißig (was für ein blödes System auch, dass die Deutschen ihre Zahlen von hinten nach vorne sprechen. Ist euch das mal aufgefallen? Spanien, Frankreich, England, etc. sagen z.B. thirtysix, also „richtig rum“, hmpf!). Wenn ich sie frage, was bei dieser Aufgabe anders war, sagt sie manchmal Sachen wie:

„Weißt du, Mama, mein Kopf hat plötzlich mitten im Test an die gepunktete Wurzelmundqualle gedacht und ich habe mich gefragt, ob es die vielleicht auch in der Nordsee gibt…“.

Kreativität – ein neues Schulfach?

Ziemlich bald wurde mir klar: Fiona ist nur bedingt für dieses Schulsystem geeignet. Ich gehöre gewiss nicht zu den Übereltern, die meinen, kleine Mozarts oder Einsteins geboren zu haben und auf die Diagnose „Hochbegabung“ spekulieren. Ich bin selber Pädagogin. Aber ein Kind, das sich in andere Welten träumt, dabei vor sich hin philosophiert und über wichtige Fragen des Lebens sinniert, „kollidiert“ zwangsläufig irgendwann mit dem Lehrplan, der für die aktuelle Stunde eben nicht Meeresforschung, sondern Rechnen vorgesehen hat. Grundsätzlich ist daran ja gar nichts Falsches, irgendein System muss es ja geben und Lehrer können nicht jede Stunde darauf eingehen, was die jüngeren Schüler gerade beschäftigt. Aber ich finde, Kreativität sollte ein eigenes Schulfach sein! „Creativity is intelligence having fun“ – Ideen sammeln, sie weiterentwickeln, ausprobieren, experimentieren, Materialien kennenlernen, forschen. Nicht nur nach „Schema F“ abarbeiten, sondern selber denken, umdenken, neu denken. Das sind doch die gefragten Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt. Warum wird das dann nicht gelehrt?

Ja, als „Kreativfächer“ gibt es Musik und Kunst. Aber mal ehrlich: was wird denn gemeinhin mehr belächelt, als diese „Sekundärfächer“? Wie oft schon habe ich gehört, dass Musik gar von Fachfremden unterrichtet wird, die keine einzige Note kennen? „Ist ja nur Grundschule, ein bisschen singen kann doch jeder“. What?!

Fiona macht selber Musik seit sie 4 ist und spielt ganz allein (!) eine zweite oder dritte Stimme, also eine rhythmisch und melodisch komplett andere Melodie als die anderen Spieler. Was attestiert ihr die Musiklehrerin der Schule auf dem Zeugnis? Bei „Rhythmusgefühl“ 3 von 4 Punkten, haha. Als ich Fiona darauf ansprach, meinte die nur trocken:

„Ach weißt du, Mama, Musik ist total langweilig. Frau XY macht jede Stunde irgendein Lied an und wir sollen einfach mitsingen. Wir machen nie was mit richtigen Instrumenten oder so. Das macht mir keinen Spaß, deswegen mache ich da auch nicht so richtig mit.“

In Kunst sollten sie den Struwwelpeter malen, mit langen Haaren, riesigen Fingernägeln, usw. Fionas sah zum Fürchten aus und hatte schwarze Striche auf der Haut („weil er doch so dreckig ist!“). Die Lehrerin hatte aber gefordert, kein Schwarz zu benutzen und war deshalb mit Fionas Bild nicht zufrieden. Vielleicht findet ihr das kleinkariert, aber wie soll sich Kreativität entwickeln, wenn nicht durch die (freie!) Umsetzung der eigenen Vorstellungen zum vorgegebenen Thema? Wer sagt denn, dass der Struwwelpeter nicht Dreck auf der Haut hatte, weil er sich nie gewaschen hat? Ich habe sie für ihr Bild gelobt und auch hervorgehoben, wie gut ich ihre Idee finde mit den schwarzen Dreckstrichen. Ganz egal, was die Lehrerin davon hält.

Wenn man Kinder lässt, entwickeln sie oft ganz ohne Hilfe die erstaunlichsten Ideen, von denen wir Erwachsenen uns noch eine Scheibe abschneiden könnten. Letztes Frühjahr bastelte ich z.B. eine Karte zur Hochzeit und schnitt aus (teurem) selbstklebendem Glitzermoosgummi die Form eines Hochzeitskleides aus. Freihand. Die Taillie ist viel zu schmal geworden und das Moosgummikleid sah aus, als könnte es Barbie passen, landete also im Müll. Als Fiona ins Arbeitszimmer kam und das gute verschnittene Glitzerzeug im Papierkorb sah, fragte sie, ob sie das haben könne. Als sie kurze Zeit darauf mit ihrem Bild fertig war, kam ich aus dem Staunen nicht heraus: aus dem zu knappen Brautkleid war kurzerhand verkehrtherum ein Meerjungfrauenschwanz geworden! Erstaunliche Idee, oder? Ganz große Liebe!

 

Aber auch wenn ich sie für das kreativste Kind der Welt halte, stellte sich mir die Frage: wie kriegen wir es trotzdem hin, dass sie konzentriert bei der Sache ist, aber dennoch ihre Kreativität nicht vom starren Schulsystem abtrainiert bekommt?

Die Lösung ist so einfach wie genial

Zimmer im Kopf!

Wie bitte?! Ja, ihr habt richtig gelesen. Fiona selber hatte ein paar Wochen vor Weihnachten die Idee, als ich vorsichtig mit ihr über das „Problem“ gesprochen habe.

„Mama, wie wär’s denn, wenn ich mir für jedes Unterrichtsfach ein eigenes Zimmer in meinem Kopf einrichte? In meiner Fantasie? In dem Zimmer sieht dann alles so aus, wie ich es mir vorstelle, also bei Mathe sind da ganz viele Zahlen und Lineale und Plus und Minus. Und bei Deutsch sind alle Buchstaben drin! In Kunst stelle ich mir Stifte, Pinsel, Tuschkasten und Blätter vor und die Wände sind ganz bunt in Regenbogenfarben. Und in jedem Zimmer steht natürlich ein Schreibtisch! Und die Pokémons und Quallen und so sind in einem Extrazimmer, in das kann ich dann am Nachmittag reingehen, wenn die Schule vorbei ist. Ein Anziehzimmer richte ich mir auch noch ein, dann klappt das nach dem Sport bestimmt auch schneller!“

Ja, und was soll ich sagen: es funktioniert!

Ab und zu sprechen wir über die Zimmer: ich frage konkret nach, ob sie mir erzählen will, wie es in den einzelnen Zimmern aussieht, in welchen Zimmern sie tagsüber so war, ob es auch in einem vielleicht ganz unordentlich ist und wir mal aufräumen müssen (haha) und so erzählt sie auch von sich aus mehr als nur das obligatorische: „gut“ auf die Frage, wie es heute in der Schule war.

Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass sie sich durch die „Zimmer“ besser fokussieren kann, ihre Energien besser bündelt und die Bewertungen der letzten Wochen ihren Fähigkeiten entsprechen und sich nicht mehr so viele kleine Flüchtigkeits- oder Konzentrationsfehler einschleichen. Wenn sie merkt, dass ihre Gedanken sich „selbstständig“ machen, kann sie mental in das Zimmer gehen, das ihr hilft, bei der Sache zu bleiben. Und wenn irgendetwas kreativ ist, dann doch genau DIESE Idee, oder?

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Bildquellenangabe: Eileen Naumann/ pixelio.de

Kennt ihr solche oder ähnliche Situationen bzw. Probleme von euren Schulkindern auch?

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Best-Of September

Dieser Monat stand ganz im Zeichen der Einschulung und des Schulbeginns. Ein erstes Fazit nach 3 Wochen Schule: das Kind ist glücklich, endlich lernen zu können, erzählt übersprudelnd von den Erlebnissen des Tages, hat neue Freunde gefunden, eine tolle Lehrerin und Lieblingsfach ist Sport.
Wahnsinn, wie sie sich schon in den paar Wochen verändert hat! Sie ist so viel selbstständiger und selbstbewusster geworden, dass ich nur so staunen kann, was die Schule für ein großes Mädchen aus meinem Baby gemacht hat.
Was sonst noch so los war, seht ihr hier im Insta-Rückblick:

Am 3. Schultag war der Schulfotograf in der Schule und die (leeren) Zuckertüten sollten nochmal mitgebracht werden. Zur Langeweilebekämpfung während des Wartens klopfte mein Kind mit der Spitze immer auf den Boden. Tja nun. Jetzt haben wir auf dem Bild eine angefressene Tüte, aber ein glücklich strahlendes Schulkind

Das Sportshirt habe ich mit einer Qualle gepimpt – what else – und inzwischen 
hat sie auch schon ihre Freundinnen mit der Vorliebe für die Glibbertiere angesteckt. 

 65 Jahre Opa, happy birthday to you!
Habe ich schon erwähnt, dass ich keinen Zitronenkuchen mehr sehen kann…?

Besuch auf dem Stoffmarkt Holland in Spandau und die (genähten) Folgen:
 

Erste Vorbereitungen für die Piratenparty zum 6.Geburtstag im Oktober:
 
Mal wieder Tierpark Berlin
…und spontane Abhilfe für lauffaule große Schwestern

4 Milliarden ungelesene Emails nach dem Apple-Softwareupdate
 
…und noch ein bisschen Babycontent:

 Zitate habe ich auch noch ein paar für euch:
Fiona ist 5 Jahre und 11 Monate alt.
„Magst du das Mädchen denn?“
– „Ja, wir sind gefreundet.“
Ich frage nach Druckstellen von den neuen Schuhen.
Fiona: „Nee nee, der Schuh hat nicht geschimmelt.“
(gescheuert)
„Ach, meinst du die mit dem zerknautschten Gesicht?“
(Personenbeschreibung üben wir noch…)
„Wie heißt denn deine neue Freundin?“
– „Iwentolin.“
„Bestimmt Gwendolin, oder?“
„NAHAIN! I-W-E-N-T-O-L-I-N!! Ich hab sie extra noch mal gefragt!!!“
(auf der Klassenliste las ich dann: Evangeline…) 

„Was habt ihr heute im Sportunterricht gemacht?“
– „Ach, nur 100-Kilometer-Lauf.“

„Guck mal, hier ist die Schönhauser Allee.“
F: „Und warum ist die Hauserallee schön?“

„Heute gab es Wurst zum Mittag.“
– „Wie, nichts Warmes?!“
„Doch, das war so Wurst in Schnitzelhaut.“

Am ersten Schultag abends:
„So, der Montag wäre geschafft. Denn kannst du jetzt durchstreichen auf dem Stundenplan.“

Unsere Einschulungsparty

Einladungskarten gebastelt

Fiona hatte schon „eine ganze Ewigkeit“ auf diesen Tag gewartet und nun war er endlich gekommen, ihre Einschulung! Einerseits freute ich mich ebenfalls riesig auf die Feier, andererseits heißt die Einschulung für Eltern ja auch, sich ein Stück weit von seinem „Baby“ zu verabschieden… Hach!
Bei uns ist der Schulanfang neben Jugendweihe, Abiball und Hochzeit eines der größten Feste im Leben eines jungen Menschen. Endlich Schulkind, hurra! Und weil ich außerdem so gerne Partys plane, beschäftigte ich mich schon lange vorher mit Deko, Spielen, Kuchen und graste regelmäßig systematisch Pinterest und Amazon nach Ideen ab. Fiona liebt systematische Übersichten und hat sich für die 3 Wochen vor dem großen Tag eine Tabelle bestellt, bei der sie jeden Tag eintragen kann, was sie vorhat, u.a. Currywurstmuseum, Geburtstage und Bahnfahrten. Damit wurde die Zeitspanne für sie ein bisschen greifbarer als nur: „Wie lange noch?“ – „3x Sendung mit der Maus“.

Ich für meinen Teil brauchte keine Tabelle, aber checkte seit t minus 10 Tagen stündlich die Wettervorhersage, die sich als wahrer Krimi präsentierte. In den Tagen vor besagtem Samstag wechselte das yahoo-Wetter täglich zwischen Sonne/Wolken und 90% Regen und Gewitter. Im Endeffekt war es vormittags zum Klassenfoto vor der Schule sehr schön, aber frisch, und nachmittags teilweise nass, was aber der guten Stimmung unter dem Partyzelt in unserem Garten keinen Abbruch getan hat!

Geschwisterplüsch kurz vor’m Losgehen ❤

Am Morgen von Tag X fuhren wir früh zu einer guten Freundin, Fionas Haare machen lassen. Mich lässt sie nicht oder nur selten flechten, aber an so einem wichtigen Tag möchte man ja wie eine Prinzessin aussehen. Wieder zu Hause angekommen, holten wir die Kleider aus dem Schrank, die schon so oft anprobiert und bestaunt worden sind in den vergangenen Monaten. Sie strahlte beim Anziehen über das ganze Gesicht und wäre am liebsten sofort losgelaufen zur Schule. Unsere Feierstunde in der Turnhalle der Grundschule begann um 11 Uhr. Als beide Kinder angezogen waren und Mama sich wasserfest geschminkt hatte, liefen wir mit leerer Mappe auf dem Rücken und schwerer Schultüte im Arm in Richtung Schule. Unterwegs bemerkte ich, dass ich zwar Notfallbabykekse, eine Flasche Wasser und meinen Hausschlüssel, aber keine Taschentücher eingepackt hatte. Anfängerfehler!

Als wir ankamen, war die Turnhalle bereits brechend voll. Fiona bekam von einer größeren Schülerin einen Blumenstrauß und das ausgemalte Schulmaskottchen am Stiel in die Hand gedrückt und wurde von der Hortnerin zu den Bänken begleitet, auf denen die anderen Schüler der Klasse 1b schon Platz genommen hatten: „Tschüss, mein Schatz. Viel Spaß! Ich hab dich lieb!“
Wir suchten uns währenddessen im hinteren Teil der Halle einen (Steh-)Platz und warteten, dass die Veranstaltung begann.
„Liebe Schülerinnen und Schüler der ersten Klassen, liebe Eltern, liebe Gäste….“. Mir rollten schon beinahe die Tränen, als ich den Anfang der Begrüßungsrede der Schulleiterin hörte, denn es waren die gleichen Worte aus dem gleichen Mund wie damals 1993, als die kleine Vivi mit ihrer Schulmappe vorne auf der Bank gesessen hat. Flashback!

Die älteren Schüler gestalteten ein schönes Programm vom kleinen Zwerg, der in die Schule geht, sangen „Alle Kinder lernen lesen“ mit Buchstabenschildern und spielten mit den Erstklässlern ein niedliches Theater mit deren Schulmaskottchen („Jetzt tanzt es auf eurer Hand“…“Jetzt winkt es dem Nachbarn“ usw.). Felicia war übrigens die ganze Zeit über wach, sagte aber keinen Ton, als ob sie gewusst hat, dass ihre große Schwester an diesem Tag die Hauptperson gewesen ist.
Dann kam der große Moment: die Kinder wurden klassenweise aufgerufen und nach vorn gebeten, bekamen ein Kuscheltier als Schlüsselanhänger geschenkt und stellten sich in Zweierreihen auf, um dann gemeinsam mit der Lehrerin ins Klassenzimmer zu gehen. Wie mein kleines großes Mädchen da so selbstbewusst nach vorn ging, als es seinen Namen gehört hat, und sich ganz selbstverständlich in die Mappenträger einreihte, musste ich doch kurz schlucken. Aber weinen war nicht drin, ich hatte ja die Taschentücher zu Hause vergessen 😉

Nach einer zumindest für mich sehr emotionalen Rede an die Eltern, in der es u.a. um Selbstbewusstsein, Vertrauen, Selbstständigkeit und Loslassen ging, wurden auch wir „entlassen“ und konnten zu den Schulgebäuden gehen, aus denen die Kinder wenige Minuten später mit ihrer Klassenlehrerin kamen und sich bei strahlendem Sonnenschein für ein allererstes Klassenfoto aufstellten. Ich machte gerade ein kurzes Video als alle auf Kommando „Ameisenscheiße“ riefen und herzhaft lachten, allerdings ist auf der Aufnahme auch zu hören, wie die Frau neben mir sehr penetrant zum wiederholten Male ihre sonnengeblendete „Coraaaa“ dazu aufforderte, die Hand runterzunehmen. Well…

Fiona mit meinem Papa

Kurz bevor wir für’s Mittagessen mit der Familie zum Italiener gefahren sind, bekam Fiona von Papa auf dem Schulhof noch ihre große Arielle-Zuckertüte überreicht, deren Inhalt natürlich nicht unausgepackt bis nach dem Essen warten konnte: Radiergummis in allen Formen und Farben, Süßigkeiten, Rechenschieber, ABC-Taschentücher, Buchstaben-Memo, Zahlenkarten, Namensetiketten, Meeresaufkleber, ABC-Zauberduell, flauschige Kramtasche, Anspitzer, Schutzengel, Armband, Tintenroller, Schere, Pinsel, Bleistifte, … und das Wichtigste:
Kalle, die (Kuschel-)Qualle!

 

Nach dem Italiener ging es nach Hause, wo die bunten ABC-Luftballons am Zaun schon verrieten, dass im Garten eine Party steigen würde. Die Papiertischdecken und Zuckertütengirlanden hatten wir am Vorabend schon angeklebt. Die hatten sich inzwischen teilweise selbstständig gemacht und mussten nochmal nachgeklebt werden, bevor die Gäste kamen. Während die Großen diverse Kuchen, Torten, Bowle und Getränke in den Garten brachten, räumte Fiona die zweite Schultüte aus, ebenfalls im Meeresdesign und nur unwesentlich kleiner als ihre große.
Auf den Tischen verteilte ich in der Zwischenzeit Schulaufkleber, kleine Glitzerbuchstaben und selber gemachte Teelichtbehälter a.k.a. recycelte Breigläschen mit Maskingtape und Schulkindaufkleber, die erst in den Abendstunden richtig gut zur Geltung kamen.
Die Kuchenproduktion hatten wir – meine beste Freundin, meine Mama und ich – unter uns dreien aufgeteilt und ich war am Vortag der Einschulung sehr sehr froh, dass ich mich „nur“ um Muffins (mit Oblaten und Lebensmittelstiften dekoriert) und einen Kuchen mit bunten Fondant-Buchstaben kümmern musste…
Und so sah es dann aus, unser Schulstart-Kuchenbuffet:

 
 
 

kleine Zuckertütenattrappen als Deko zum Aufhängen
 

Fiona war zu der Zeit schon voll im Zuckertütenwahn, insgesamt hat sie von den Gästen 8 (!) Stück
in allen möglichen Größen bekommen. Wie vermutet, stand die Party ganz im Zeichen der Quallen, ihrer Lieblingstiere. Quallenlampe, Quallenlexikon, Quallenstempel, Flaschenqualle und sogar eine selber gebastelte Schultüte mit Quallen dran!
Nach dem Kaffeetrinken fing es zu regnen an. Weil ich das nach dem Wettervorhersage-Krimi schon geahnt hatte, habe ich auch ein paar Regenspiele vorbereitet, z.B. ein Allgemeinwissens-Quiz, bei dem die Erwachsenen gegen die Kinder angetreten sind, das „Teekesselchenspiel“ ebenfalls in den Teams und das Spiel mit dem Teller auf dem Kopf. Und weil sowohl Erwachsene als auch Kinder dabei großen Spaß hatten (und bei der Durchführung sehr witzige Fotos entstanden sind), erzähle ich euch kurz davon.

SPIELIDEE:
Jeder Gast bekommt einen Pappteller, den er auf seinen Kopf legt, und einen Stift. Dann wird nach Ansage blind gezeichnet: eine Linie für den Boden, ein Schulkind, in dessen rechter Hand eine Schultüte, darin mindestens 3 Spielzeuge o.ä., in der linken Hand einen Teller und darauf ein Stück Kuchen. Natürlich habe ich die Anweisungen immer so gegeben, dass man nicht schummeln und mit durchgehender Linie zeichnen konnte. Beim Auswerten der interessanten Gemälde („Oh Gott! Bitte WAS habe ich da gemalt?!“) wurden Punkte verteilt: 1 Punkt, wenn das Kind den Boden berührt, 1 Punkt, wenn der Teller und die Schultüte in der Hand sind und jeweils 2 Punkte, wenn sich der Inhalt tatsächlich in der Zuckertüte und der Kuchen auf dem Teller befindet. Great fun!

Abends gab es angesichts der relativ frischen Temperaturen statt Gegrilltem heiße Soljanka und Gulaschsuppe und wir vergnügten uns auch im Dunkeln noch eine Weile mit dem Selbstauslöser an der Photo Booth Station. So ging ein unvergesslicher Tag mit vielen lieben Gästen und tollen Momenten zu Ende und Fiona fiel spät abends überglücklich und stolz ins Bett…

Und hier sind noch ein paar (nicht gesponsorte!) Links für euch, falls ihr eine Einschulungsparty plant und passendes Zubehör sucht:

Photobooth-Vorlagen (Buch)
Quizfragen für Kinder/Erwachsene
personalisierte Schulkind-Aufkleber und Türschild
Muffinaufleger-Malset mit Lebensmittelstiften
Alphabetausstecher, z.B. für Fondant
Schultüten-Girlande
Kalle, die Kuschelqualle (& exotic friends!)
Buchstaben-Konfetti 
Kerzenset Schulfang
Schulkind-Armband 
Einschulungs-Servietten

Brief an meine große Tochter

Meine allerliebste Fiona von der ganzen Welt,

morgen ist dein großer Tag, deine Einschulung, auf die du nun schon so lange wartest.
Am liebsten wärst du letztes Jahr schon zur Schule gekommen. Eine Rückstellung (weil du mit 5 Jahren eingeschult wirst) wäre für uns nicht in Frage gekommen. Du bist zwar sehr gerne in den Kindergarten gegangen, aber man hat im letzten Jahr deutlich gemerkt, dass du endlich lernen willst. Obwohl wir es zwischendurch immer mal wieder probiert haben, hat dich das Lesen nicht so interessiert. Diesen Sommer auf Kreta ist dann plötzlich der Knoten geplatzt! Mit einer „Zaubertafel“ hast du auf ein Mal gelesen und auch selber geschrieben, wie du es hörst: BLUME, QUALE, GOMIBAL, LIGE, PUL, MERESTIR und viele andere süße Kreationen.

Du bist fest entschlossen, später Quallenforscherin zu werden und alle aus deinem Umkreis wissen das. In den Geschenken zu deiner Einschulung wird sich das widerspiegeln: von der Kuschelqualle über Quallenlexika bis zur Quallenlampe. Es gibt kaum etwas, das dich so fasziniert wie diese Tiere. Du kommst regelmäßig mit „iPaddy“ zu mir und möchtest, dass ich „Quallen“ google. Dann schaust du dir stundenlang Filme und wissenschaftliche Dokumentationen an und verblüffst fremde Leute mit deinem Wissen, wie z.B. letzte Woche in Binz am Ostseestrand. Ich sah dich von Weitem aus meinem Strandkorb am Ufer stehen, eine Traube Erwachsene um dich herum. Du erklärtest mit großen Augen, einer Qualle in der Hand und wichtigen Gesten, dass die Ringe zwar Ohren heißen, in Wahrheit aber ihre Geschlechtsorgane seien. Und gleichzeitig warntest du in deinem Vortrag vor der gefährlichen Irukandji-Qualle und der Portugiesischen Galeere.

Ich finde wahnsinnig toll und beeindruckend, wie du dich für Dinge begeistern kannst und wie konzentriert und ehrgeizig du deine Ziele verfolgst. Schweinebaumel an der Reckstange hast du dich lange nicht getraut, hast es aber so lange probiert, bis es endlich geklappt hat. Und dann hast du mir beschrieben, wie dein Mut im Bauch gekitzelt hat, als du zum ersten Mal losgelassen hast.

Du bist seit gut 8 Monaten große Schwester vom kleinen F, und zwar die tollste auf der ganzen Welt! Du singst für sie, kuschelst mit ihr und drückst sie ganz fest, wenn ihr euch morgens zum ersten Mal seht oder sie nachmittags beim Abholen dabei ist. Du „liest“ ihr Bücher vor, hilfst beim Füttern und spielst in der Wanne geduldig mit ihr Ball („Nein, zu MIR! Nicht in den Mund!“). Und ich kann mein Glück kaum fassen, wenn ich euch beide zusammen sehe, meine beiden wunderschönen Mädchen.
In manchen Momenten, wenn deine Schwester dir mal wieder besonders ähnlich sieht, sehe ich wieder die kleine Nono vor mir, die am ersten Geburtstag mit wenig Haaren in dem gleichen Hochstuhl gesessen und die Hände vor Freude in die Luft gestreckt hat. Paradoxe Zeitrechnung mit Kindern: eine Ewigkeit und irgendwie doch nur ein Augenblick.

Ich habe dir letztens einen Flyer vorgelesen, den wir von der Grundschule bekommen haben. Auf dem steht, was zukünftige Erstklässler können sollten. Dass du noch keine Schleife binden konntest, hat dir keine Ruhe gelassen und du hast geübt, bis es ging. Jetzt kann die Schule starten!

Im Juni hattest du dein großes Jahresabschlusskonzert mit der Melodica. Noch zu Weihnachten hast du bei der Probe zwar alles mitgespielt, aber beim eigentlichen Konzert wolltest du lieber vom Publikum aus zusehen. Lampenfieber? Davon war im Sommer nichts mehr zu merken! Souverän und selbstbewusst hast du ganz vorne links im Orchester auf der Bühne gesessen und dein erstes großes Konzert gespielt. Mein kleines Mädchen. So groß. Dass du dir hinterher am gleichen Tag den Arm gebrochen hast und wir den Abend im Krankenhaus verbracht haben, ist allerdings die nicht so schöne Erinnerung.

Ein komisches Alter ist das – man hat ein bisschen das Gefühl, als hättest du deinen Körper momentan nicht im Griff. Arme und Beine wirken unverhältnismäßig lang und nicht selten haust du dir deine Extremitäten irgendwo an oder stolperst über deine eigenen Füße. Erst letztens haben wir ein nagelneues Spiel ausprobiert namens „Alles Banane“, bei dem man mit einer gelben Holzbanane pantomimisch Gegenstände darstellen muss. Bei deiner ersten Vorführung hast du dich mit ausgestrecktem Arm gedreht und hast prompt am Türrahmen eine Ecke an der Banane abgeschlagen, weil du noch nicht wusstest, wie groß dein Armradius inzwischen geworden ist…

Vor einigen Wochen waren auch deine Launen extremer; du hast wegen Kleinigkeiten gezickt und gemotzt und wurdest nur noch wütender, wenn man dir Hilfe angeboten hat. Zum Beispiel wolltest du ein weißes Blatt Papier in deinem Rucksack mitnehmen, wolltest aber nicht, dass es knautschig wird. Ich riet dir, es einmal ordentlich zu falten und in dein Malbuch reinzulegen, damit es nicht knickt. Du bist ausgerastet, weil es nicht ganz in das Malbuch passte und ein kleines Stück Papier noch überstand. Als ich sagte, dass es trotzdem nicht so knicken würde als wenn du es „nackt“ in den Rucksack steckst, warst du bockig und wolltest weder Malbuch noch Papier mitnehmen. Ich war traurig, dass du mich so anzickst und dich wütend aufs Bett wirfst, wenn ich dir nur helfen will. Aber wir haben darüber geredet und uns ganz fest in den Arm genommen. Blöde Vorschulpubertät.
Du stehst zur Zeit total auf Tattoos und findest von deiner Lieblings-CD „Eule findet den Beat“ Punkmusik am Coolsten („Die putzen sich mit Schokolade die Zähne und kämmen sich nicht die Haare!“).

In den letzten ca. 2 Monaten hattest du nachts wieder Probleme beim Einschlafen. Trotz Nachtlicht, Gute-Nacht-Kuss, Hörspiel, Schlafmilch und Wärmekissen riefst du bis 22.30 Uhr nach uns und konntest einfach nicht einschlafen, obwohl du müde warst. Oft hast du auch in der Nacht nach mir gerufen, dann bin ich zu dir gekommen und habe dich getröstet, weil du Albträume hattest. Deinen Wunsch, mit in mein Bett zu kommen, würde ich dir niemals abschlagen. So schliefen wir dann auf 90cm zu dritt: ein Baby, das im Schlaf aus unerklärlichen Gründen nicht nur 75cm lang, sondern auch ebenso breit ist, ein 1,21m langes Vorschulkind und am Fußende zusammengerollt eine Mama mit „Isch habe Rücken“ am nächsten Morgen. Oft ist Papa ein paar Nächte ins Wohnzimmer umgezogen, damit du in seinem Bett schlafen konntest. Das war die Sicherheit, die du brauchtest in der Zeit, in der du kein Kindergartenkind mehr, aber auch noch kein Schulkind warst. Neben der unbändigen Vorfreude auf den neuen, aufregenden Lebensabschnitt ist da ganz bestimmt auch ein bisschen Unsicherheit und Angst vor dem Unbekannten. Das ist ganz normal. Wir sind für dich da!

Schon mehrfach wurdest du von Bekannten aber auch von Fremden gefragt, ob du in die Schule kommst. Wenn du stolz mit „JA!“ geantwortet hast, kam nicht selten der Kommentar mit dem „Ernst des Lebens“, der jetzt losgehen würde. Wir haben ausführlich darüber gesprochen und ich habe dir erklärt, dass das meistens alte Leute sagen, die keine Ahnung haben, dass jetzt kein Ernst, sondern der wahre Spaß beginnt! Der Ernst des Lebens ist von mir aus die erste Steuererklärung, aber doch nicht der erste Schultag! Du weißt das inzwischen besser und grinst nur noch wissend, wenn dein Schulbeginn wieder ein Mal unqualifiziert kommentiert wird.

Der Osterhase hat in diesem Jahr deine Schulmappe mitgebracht, ein wunderschönes Exemplar in rot/rosa mit Herzen. Zeitlos und mädchenhaft mit einem einfachen Magnetverschluss. Seitdem hatten wir genug Zeit zum Üben der Abläufe und haben x Mal Schule gespielt. Du hast mich regelrecht verpflichtet, an den Nachmittagen Schulaufgaben vorzubereiten. Beim Klingeln kamst du mit deinem Rucksack ins Wohnzimmer stolziert, hast gewissenhaft die ersten Rechen-, Schreib- und Malaufgaben gelöst und deine Schulstifte eingeweiht.

Ende Juni wurdet ihr von der Grundschule zum „Schnuppertag“ eingeladen, an dem ihr euch morgens in der Schule getroffen, eure Klassenlehrerin kennengelernt und in den Schulalltag reingeschnuppert habt. Ganz aufgeregt hast du mir von diesem Tag erzählt und wusstest vor lauter Eindrücken gar nicht, wo du anfangen sollst!

In dieser Woche hat in Berlin die Schule wieder begonnen, das heißt für dich, du darfst schon 5 Tage vor der Einschulung in den Schulhort gehen, Klassenkameraden kennenlernen, im Klassenzimmer spielen, malen, bauen, kneten, auf dem Spielplatz rutschen, klettern und all die schönen Dinge ausprobieren, die dann auch im Schulalltag auf dich warten. Wenn ich dich morgens zur Schule bringe, staune ich über dieses große Kind mit einem Schul- und einem Wackelzahn, das federnden Schrittes auf das Hortgebäude zu geht und nachmittags so glücklich und übersprudelnd von seinem Tag erzählt.

Und in diesen Momenten habe ich auch ein wenig Angst vor morgen und würde, wenn ich könnte, vielleicht auch nochmal zu meiner Mama ins Bett kriechen nachts. Ich freue mich so sehr für dich, dass es jetzt endlich weitergeht, dass etwas Neues anfängt und du nicht mehr zu den Kleinen gehörst. Das lachende Auge kann es kaum erwarten, dich vom ersten Schultag abzuholen und deine erste Hausaufgabe mit dir gemeinsam zu lösen.
Das weinende Auge sucht währenddessen schon mal die Taschentücher raus und bereitet sich seelisch und moralisch auf den Moment vor, in dem das große Mädchen in seinem wunderschönen Kleid mit Blume in der Hand und Schulmappe auf dem Rücken aufgerufen wird, zu seiner Klassenlehrerin geht und nochmal verschwörerisch zwinkert, wenn es mit der Klasse die Turnhalle verlässt. Schnief! Gut, dass ich ein Baby zum Dran-Festhalten dabei habe, wenn du, mein großes Kind, fliegen lernst…

Liebe Fiona, 
ich wünsche dir eine wundervolle Einschulung, einen ganz tollen Schulstart und freue mich auf den neuen Lebensabschnitt! Bleib so mutig, abenteuerlustig und wissbegierig wie du bist!
Ich liebe dich,
deine Mama

Hier sind zwei Perlen, 
in groß und in klein.
Denn dein erster Schultag,
wird diesen Herbst sein.
Ich trage die große,
und denke an dich,
du hast die kleine
und denkst auch an mich!

Und dann in der Schule
ist’s wie Zauberei:
beim Spielen und Lernen
hast du mich dabei!

Best-Of August

Hallo September!

Bei mir ist in den letzten Tagen so viel liegen geblieben, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll…Letzte Woche war ich mit den Orchestern und Ensembles in Binz an der Ostsee und wir haben für begonnen, für die Akkordeonweltmeisterschaft 2016 zu proben. Nach einer sehr erfolgreichen und arbeitsintensiven Woche hat es mich Freitag Abend, frisch zu Hause, so dahingerafft, dass ich dachte, ich sterbe. Ohne Witz. Ich schätze, es wird der Norovirus gewesen sein. So schlimm hatte ich es wohl in meinem ganzen Leben noch nicht, ein völliger Knock-Out und 4 Tage von der Bildfläche verschwunden.
Es ist ja nicht so, dass am Montag in Berlin die Schule wieder begonnen hat, am Samstag eine Einschulung ins Haus steht (wuaaaaahhhhhhh) und auch sonst noch Einiges vorzubereiten gewesen wäre am letzten Ferienwochenende. Aber da kennt so ein Körper ja nix. Wenn aus, dann aus.
Ich zeige euch noch schnell ein paar Eindrücke aus unserem bunten Urlaubsaugust und mache mich dann ans Abarbeiten des Stapels auf meinem Schreibtisch. Lieblingstweets kommen demnächst auch noch.

10 Tage Kreta, 
eine wundervolle Insel und ein ganz toller Urlaub ❤

Lange haben wir es nach der Rückkehr nicht ohne Wasser ausgehalten:
Werbellinsee bei Berlin
 In die Maschine dürfte er nicht, aber das olfaktorische Gesamtkunstwerk „Hasi“ 
war nach einiger Zeit mal wieder fällig für eine liebevolle Handwäsche…

Der August stand – jedenfalls bei mir – schon ganz im Zeichen der Einschulungsvorbereitungen. 
Dazu gibt es dann einen Extra Post. Hier sind unsere Mini-Zuckertüten-Einladungen
 
 
 

„Ich möchte etwas basteln.“
– „Ok, was denn Schönes?“
„Einen Rochen.“
Es geht nichts über klare Vorstellungen.

Gärten der Welt, Berlin

 Haare!

Besuch im Currywurstmuseum Berlin
Ketchuptelefon, Gewürzrätsel, Riesenpommes und Wurstcouch. Cool!
#funfact: es gibt Energydrinks mit Currywurstgeschmack. Mmhh…

Eine Eiskönigin-„Manduca“ (Tragetuch) für Hasi genäht, 
jetzt sind wir immer im Partnerlook unterwegs

3 Leute essen Eis und einer guckt zu? 
Das geht nicht, dachte sich das Baby, und befand Stracciatella für lecker. 

Zugfahrt nach Binz/Rügen

und: 8 Monate Babygirl!
(immernoch im 2-Kuchenzahn-Stadium, so süß!)

Die besten Zitate des Vorschulkindes aus dem August habe ich auch noch für euch. 
Fiona ist 5 Jahre und 10 Monate alt.
Der Rettungsschwimmer pfeift Leute raus wegen zu hoher Wellen.
Fiona: „Ach, das ist nur der Schaffner da unten.“
Kurz vor dem Fallschirm-Fliegen am Boot:
„Mama, ich bin soo aufgeregt, mein Bauch platzt gleich!!!“
„Boah, guck mal deine Hautfarbe an!“
F: „Ja, ich bin selbst neidisch, dass ich so braun bin!“
„Delfine sind ziemlich menschliche Tiere.“
Das Baby liegt nicht gerade platzsparend auf dem Bett.
„Mama, kannst du mal meine Schwester wegräumen?“
Im Hotel:
„Warst du eben drüben? Was machen denn Sasa und Opa?“
– „Ja. Sasa sitzt auf dem Klo und Opa stöbert so im Raum herum.“
„Am Besten, wir legen mein Reisetagebuch auch in den Selfie.“
– „Wohin?!“
„..in den SELFIE!“
– „Ah, du meinst, in den Safe?“
„Öh, ja, genau.“ 
Kind steht am Pool.
„Mama, was soll ich dir zeigen? Tauchen, Schwimmen, Handstand?“
– „Hm, springen!“
„Gut, springen ist meine Spezialität.“
Ein Kind weint.
F: „Heulende Kinder, davon gibt’s ja hier mehr als genug.“
Fiona kommt aufgeregt vom Büffet:
„Ich habe etwas vom Hähnchen ergattert!“
„Komm zu mir ins Meer! 
Ich bin genau da, wo die Wellen zerbrechen!“
Wir fahren an einem Wald vorbei, Fiona sieht ein Wildtier.
„Hey! Ich habe gerade ein Kalbreh gesehen, ein kleines!!“
 „Irgendwann könnten wir ja auch mal in den Reichstag gehen.“
Fiona: „In welchen Reitstall?!“
„A. ist schon 6 aber er benimmt sich immer noch wie ein 5-Jähriger…“
Wir suchen Wörter mit G.
Ich: „Was habe ich denn vorhin gesagt, als du geniest hast?“
Fiona: „…entschuldigung?!“
„Da wird sie staunen wie ein Nilpferd!“
Das Spielzeughandy des Babys klingelt.
Fiona geht ran, hört einen Moment zu und sagt dann ganz ernst:
„Nein, tut mir leid, da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen…“
Ich ziehe das Baby an.
Fiona: „Sei froh, Felice. Du bekommst noch Anzieh-Service!“
„Guckst du mal, ob es noch regnet?“
F: „Nee, es rieselt nur noch ein bisschen.“
Fiona saugt Apfelsinenstücke aus und fragt:
„Ist das frisch gepresster Orangensaft, der da rauskommt?“