18 Monate kleines F

Anderthalb Jahre – du bist jetzt schon 2x so lange auf der Welt, wie du in meinem Bauch warst! Wenn mir in den vergangenen Wochen immer mal wieder Neugeborenenbilder in die Twitter-Timeline Bilder gespült wurden, konnte ich den Anblick gar nicht so richtig verarbeiten. Immerhin sehe ich dich immer noch als mein Baby („as long as I’m living, my baby you’ll be“), aber im direkten Vergleich muss ich zugeben, dass du irgendwie doch schon ganz schön groß bist!

Gerade in den vergangenen 3 Monaten hast du dich wahnsinnig entwickelt, Kindergarten sei Dank! Über unseren steinigen Weg der Eingewöhnung habe ich ja hier schon geschrieben. Inzwischen bist du angekommen in deinem neuen Alltag und du liebst es, im Garten mit den anderen Kindern zu spielen, zu malen, zu klecksen, zu buddeln und ein Teil der Gruppe zu sein!

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Speziell deine Sandkasten-Skills hast du enorm ausgebaut: du backst jetzt Kuchen, hantierst souverän mit der Schippe, füllst die Förmchen, kippst sie auf dem Rand um und klopfst drauf. Dass der Rand bei unserem Muschel-Sandkasten im Gegensatz zu dem in der Kita nur wenige Zentimeter breit ist, ignorierst du dabei gekonnt. Schlimmer noch, bis vor ein paar Wochen hatten wir gar keinen funktionierenden Sandkasten in unserem Garten, weil der alte aus den Vorjahren Opfer einer Überschwemmung und inzwischen zu einem Biotop geworden war. Eltern kennen das Problem. In Ermangelung an Alternativen hast du dich einfach auf die Terrasse gesetzt und mit übriggebliebenem Sandspielzeug schwarze Erde auf dein helles Kleid geschaufelt. Wir sind noch am gleichen Tag in den Baumarkt gefahren ^^

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Aus einem Bauchgefühl heraus habe ich vor einigen Wochen einen Termin beim HNO vereinbart, obwohl unsere Kinderärztin mir nicht dazu geraten hat („Alles ganz normal, Late-Talker“, etc.). Irritiert hat mich, dass du absolut kein Late Talker bist, sondern von Anfang an sehr viel gesprochen hast, nur eben nicht Deutsch. Und tatsächlich: der Hörtest hat ergeben, dass du Schleim hinter beiden Trommelfellen hast und deshalb in Etwa so hörst, als wenn wir uns die Ohren zuhalten. Also du hörst zwar, aber alles nicht so genau und deutlich. Und so klingt auch dein Reden. Inzwischen sagst du neben „Mama“ und „Papa“ hauptsächlich (und sehr deutlich!) „ja“ und „nein“ und „heißßß“ und „(k)alt“. Wenn man davon ausgehen kann, dass dein Wortschatz nach Wichtigkeit geht, wundert mich nicht, dass „Eis!“ bei den Vokabeln auch weit vorne mit dabei ist. Bei „Nana“ sind wir uns nicht ganz sicher, ob das der Spitzname für deine Schwester (FioNA), „neinnein“ oder sogar besitzanzeigend: „meiner?“ sein soll. Aber meistens trifft es eh gleichzeitig auf alles drei zu, haha. Du verstehst alles, kannst komplexen Aufforderungen folgen und weißt genau, was du willst. „Die!“ ist übrigens momentan das Universal-Wort für „das da“. Morgens frage ich immer, welche Schuhe du anziehen möchtest. Ich halte sie hoch und sage: „Die? .. oder die?“. Das hast du übernommen und sagst jetzt, wenn du auf etwas zeigst, das du haben (essen/trinken) möchtest, ebenfalls „die!“. Dieser Gag funktioniert übrigens am besten, wenn wir in Gesellschaft sind, ich dich rittlings auf den Schoß nehme, du mit deinem kleinen Zeigefinger auf meine Brust tippst und dazu laut „Die! Die!“ rufst. Für euch getestet.

(Ja, ich stille abends/nachts tatsächlich immer noch und hätte mir das nie träumen lassen. Aber solange ich das Gefühl habe, dass du „die“ noch brauchst, um runterzukommen und dich von dem Tag zu erholen, behalten wir das auch so bei. We don’t care what people say.)

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Vor deiner Geburt habe ich oft gelesen, dass das zweite Kind dann einfach mitlaufe, in seinen Platz in der Familie hineingeboren werde und so unkompliziert sei. Das kann ich so nicht unterschreiben. Du bist zu einer richtigen kleinen Persönlichkeit geworden und denkst nicht daran, einfach irgendwo mitzulaufen! Du hast dir deinen Posten in der Familie hart erkämpft und wirst den Thron nicht so schnell aufgeben! Mit „Ziegenbockaugen“, also stark gerunzelter Stirn, vertrittst du in Babynesisch deinen Standpunkt und brüllst auch mal aus heiterem Himmel los, wenn etwas nicht so läuft, wie du es dir vorstellst! Einfach aus Bock! Und wenn man dann das Gefühl hat, dass du NUR meckerst und man dir einfach nichts recht machen kann (und du ja auch noch nicht sagst, was los ist) – das sind die Momente, in denen ich ganz sicher bin, dass meine Kraft nie für mehr als 2 Kinder reichen würde…

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Deine Schwester soll dich möglichst nicht anfassen, denn du willst alles A-L-L-E-I-N-E machen. Es sei denn, sie funktioniert als Handlanger für Dummheiten, das ist dann etwas anderes. Abends sagt ihr euch Gute-Nacht mit „Küsschen, Ei, Winkewinke“, also – eigentlich selbsterklärend – Kuss, streicheln und winken. Awww! Geschwisterplüsch gibt es nicht soo oft, aber wenn, dann läuft beinahe mein Herz über. Euch zwei Lieblingsmenschen so zu sehen und zu wissen, dass ihr euch immer haben werdet, weil Blut dicker ist als Wasser, ist eines der schönsten Gefühle, die es gibt ❤ ❤ ❤ (und dann sind auch die Gedanken von weiter oben irgendwie wieder relativ, hihi)

Dass du Musik magst, ist ja schon hinlänglich bekannt. Inzwischen hast du ein eindeutiges und unangefochtenes Lieblingslied: „Baby Shark“! Das singe ich mit meinen Kita-Kindern in der Früherziehung und als ich es zu Hause mal angemacht habe, hielt es dich nicht mehr auf deinem Stuhl. Erst wird mit Daumen und Zeigefinger der „Baby Shark“ gezeigt, danach mit beiden Händen (als Maul) „Mommy Shark“, dann die gleiche Bewegung in groß als „Daddy Shark“ usw. Du tanzt dabei so, dass deine Moves dich regelmäßig umwerfen, und zwar ganz wortwörtlich. Zuckersüß! Und wenn du mit Daumen und Zeigefinger Baby Shark zeigst, schmelze ich. Hach…

Außerdem telefonierst du mit allem. Ja, wirklich mit allem. Egal, ob mit dem Deckel der Cremedose, mit meinem Autoschlüssel oder kürzlich mit einem Stück Kuchen, das du dir ans Ohr gehalten hast. „Ja?“

Für Puppen hat sich deine Schwester nie wirklich interessiert. Du dagegen fährst täglich mit dem kleinen klapprigen Puppenwagen über den Hof, veranstaltest Teepartys und zeigst deiner Püppi die Welt.

 

Mit deinem Lieblingsbuch („Das Orchester der Tiere“) haben wir schon ganze Arztpraxen erheitert. Man stelle sich vor, peinliche Stille in einem überfüllten Wartezimmer: die einen gucken zu Boden, die anderen in ihr Smartphone, die nächsten füllen gerade den Anamnesebogen aus. Und mittendrin schlägst du dein Buch auf, drückst auf einen Knopf und schon spielt das ganze Orchester aus dem „Karneval der Tiere“. Und weil es so schön war, gleich noch mal… Bücher müssen bei dir ja immer ziemlich leiden, und so hat auch dieses mittlerweile schon einige Seiten gelassen.

 

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Es ist so schön, dir beim Großwerden zuzusehen und dich auf deinem Weg in die Welt zu begleiten; zu sehen, wie du dich freust, wie du strahlst, wie du staunst und (nicht zuletzt) wie du schläfst.

Happy one-and-a-half birthday, mein Schatz!

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15 Monate kleines F

Meine liebe Felicia,

3 Monate ist er nun schon her, dein 1. Geburtstag, den wir mit bunten Luftballons, Regenbogenkuchen, Glitzerkleidchen und vielen lieben Gästen gefeiert haben. Ich habe überlegt, erst wieder einen Brief zu schreiben, wenn du 1,5 Jahre alt wirst, aber weil sich gerade in den ersten Jahren jeden Monat so Vieles verändert und entwickelt, was man hinterher vieleicht vergisst, schreibe ich doch jetzt schon.

Zu deinem Geburtstag, kurz vor Weihnachten, hattest du gerade deine ersten freien Schritte gemacht, brauchtest aber noch eine „psychologische Hand“ als Stütze. Die Zeiten sind vorbei! Du läufst seit Anfang Januar nun ganz alleine und es ist unglaublich schön, dir dabei zuzusehen. Mit deinen großen pinken Turnschuhen in Gr.22, die draußen im Garten manchmal schnellere Schritte machen, als der restliche Körper, wirbelst du selbstbewusst durch die Gegend und bist kaum aufzuhalten.

 

Wenn deine Schwester und andere Kinder im Garten toben, bist du natürlich mittendrin! Was gibt es Schöneres? Es ist so toll, euch beim gemeinsamen Spielen zuzusehen. „Dinga“ (Kinder) rufst du dann ganz begeistert und lachst. „Dinga“ ist übrigens universell einsetzbar und zugleich die Bezeichnung für deine große Schwester. Ansonsten hältst du dich mit dem Sprechen sehr zurück. „A-a!“ und die ausgestreckte Hand sind nach wie vor Mittel der Wahl, wenn du etwas haben möchtest. Dein Vokabular umfasst außerdem „Mama“, „Papa“, „Sasa“, „Ja“, „Ei“ (streicheln) und …. „DREI“ (man beachte im Video die jeweils 4 Zähne oben und unten, Backenzähne in the making übrigens, Spitzen sind schon da – autsch!).

 

Ich spreche sehr viel mit dir, von früh bis spät, frage: „Was möchtest du haben?… Möchtest du etwas trinken?…Oder möchtest du die Schokolade?…Wie macht der Hund?…Wollen wir Musik hören?…“. Anstatt darauf zu antworten, nickst du heftig oder schüttelst – genauso heftig – deinen kleinen Kopf. Aber auch, wenn du nicht viel sprichst, verstehst du fast alles! Aufforderungen wie „Bring mir mal bitte den Schal“, „Hol mal deine xy (Mütze, Schuhe, usw.)“ funktionieren wunderbar. Auch auf die Frage „Möchtest du ein bisschen schlafen?“ kennst du eine eindeutige Antwort, perfekt artikuliert in Mimik und Gestik. Nur, weil man dich nicht versteht, heißt das aber nicht, dass du nichts erzählst. Im Gegenteil! Mit „A-a“ orderst du dir das Telefon und möchtest dann deine Uroma anrufen. Ein Riesenkauderwelsch kommt da manchmal aus deinem süßen Mund, mit richtiger Satzmelodie und großen Augen – siehe Video. Ich bin gespannt, wann daraus Deutsch wird!

"Telefonieren" eure Kinder auch so gerne? #Baby #14months #telephone #hello?

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Du hast Anfang des Jahres e-n-d-l-i-c-h einen Kuschelfreund gefunden, Giraffi. Die hilft zwar nicht, wenn du nachts aufwachst – und ja, das tust du immernoch mehr als 1x – aber beim Mittagsschlaf ist sie ein treuer Freund an deiner Seite. Es sieht so niedlich aus, wenn du dir die Giraffe mit dem langen Hals zwischen Schulter und Wange klemmst, wenn ich „kuschel, kuschel“ sage, awww ❤

 

Einen Monat nach deinem Geburtstag warst du im Urlaub, eine Woche Teneriffa. Das hat dir gefallen! Die Flugdauer (5 Std) habe ich als das maximal Erträgliche empfunden, weil du noch keinen eigenen Sitz hattest, dich bewegen wolltest und an Schlaf nicht zu denken war. Und wenn man dann so eng sitzt, dass man selber kaum Luft bekommt, dem großen Kind die Stifte runterfallen und das kleine immerzu den Tisch vor sich hoch und runter klappen möchte, ist man froh, wenn man endlich da ist. In dieser einen Woche hast du geschlafen. Die ganze Nacht bis zum nächsten Morgen, mit deiner Schwester und mir im Doppelbett. Ich konnte mein Glück kaum fassen! Dieses Schlafverhalten hielt allerdings nur bis 2 Tage nach der Rückkehr an. Zu früh gefreut :/ Auch beim Osteopathen waren wir deswegen inzwischen, aber auch das hat keine Wirkung gezeigt. Letzte Hoffnung: Kindergarten.

Am Strand von Teneriffa haben wir zum ersten Mal festgestellt, dass du deine Hände nicht gern schmutzig machst. Wenn du gekleckert hast, hingefallen bist oder im Sandkasten warst, streckst du kurz danach deine Händchen in die Luft und möchtest, dass sie sauber gemacht werden. Das hast du von mir!

Bye Bye Teneriffa! #Tenerife #blacksand #babygirl

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Du guckst dir unheimlich viel von deiner großen Schwester ab und manchmal vermute ich, du weißt gar nicht, dass du noch so klein bist, sondern denkst, du bist genau so groß wie sie. Ich kann mich nicht erinnern, dass Fiona so früh gemalt hat. Dich hingegen trifft man selten ohne Papier und Stift an. Auch die richtige Stifthaltung, die du dir abguckst, wenn deine Schwester Hausaufgaben für die Schule macht, probierst du schon aus mit deinen kleinen Fingern. So niedlich! Mit den dicken Holzbuntstiften gehst du auf alles los, was sich nicht schnell genug wehren kann. Den Couchtisch im Wohnzimmer hast du auf diese Weise verschönert und auf der AquaDoodle-Matte wolltest du mal mit etwas anderem als immer nur Blau malen. Besonders niedlich ist es, wenn ich zu Beginn einer neuen Woche meinen Timeplaner umblättere und am unteren Rand Bleistiftstriche von dir finde. An meinen Schreibtisch kommst du also offensichtlich auf Zehenspitzen gerade so ran. Außerdem liebst du Puppen, Bücher, die Registrierkasse und die große Holzkugelbahn. Motorisch bist du sehr geschickt; deine Königsdisziplin: Deckel wieder auf die Fruchtquetschis schrauben.

 

Ich schätze, das war vom Hersteller so nicht vorgesehen 😂. #dasbabyhateinbaby #schwerverliebt #baby #doll

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Du interessiert dich brennend für alles, was mit Musik zu tun hat. Das mag nach Wunschdenken meinerseits aussehen, ist es aber ganz objektiv betrachtet tatsächlich nicht. Wenn Musik läuft, gehst du ein bisschen in die Knie und wippst dabei lässig hoch und runter, das wird bestimmt mal ein neuer Tanzstil! Außerdem drückst du gerne Tasten auf allen Instrumenten, die du finden kannst. Dabei benutzt du nicht die ganze Hand mit  vielen Tasten gleichzeitig, wie es Babys normalerweise tun, sondern du suchst dir mit einem Finger ganz gezielt einzelne Tasten aus und drückst die herunter. Auch das hast du dir mit Sicherheit schon von deiner großen Schwester abgeschaut. Meine Partituren und Notenhefte sortierst du regelmäßig und markierst die schönen Stellen mit Stiften, wenn ich nicht aufpasse. In die Notenhefte guckst du so interessiert rein, als ob du sie wirklich lesen könntest.

 

Du bist ein absolutes Draußenkind und machst nichts lieber, als in den Garten oder spazieren zu gehen. Dort beschäftigst du dich ganz alleine, setzt dich auf die kleinen Kinderstühle, schiebst den Puppenwagen durch die Gegend und probierst das Bobbycar aus. Auf Englisch würde man dazu sagen: she simply enjoys herself. Nicht selten kommst du schon während des Frühstücks mit deiner Jacke oder deiner Mütze an oder bringst mir deine Schuhe, wenn ich unter der Dusche stehe. Diese Freude in deinen Augen zu sehen, wenn ich frage, ob du raus gehen möchtest, ist unbezahlbar!

 

Die schönsten Momente für mich sind die, in denen du mit deiner Schwester spielst, ich von außen zusehe und mein Glück kaum fassen kann: 2 so tolle Mädchen – und die sind meine! Oft fühlt es sich ein bisschen unwirklich an, tatsächlich eure Mama zu sein, aber es macht mich einfach nur stolz, euch beide zusammen zu sehen. Wenn du Dummheiten machst, höre ich deine Schwester rufen: „Man, Felitschi!“, z.B., wenn du ein von ihr gemachtes Puzzle in einer unbeobachteten Sekunde blitzschnell wieder auseinandernimmst, um deine motorischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Shit happens! Letztens hat sie für dich ein Auto aus einem leeren Pappkarton gebastelt, Räder ausgeschnitten, angemalt und aufgeklebt und dich damit durch die Wohnung geschoben. Ihr habt beide gequietscht vor Freude, das war so süß! Andererseits weißt du aber auch schon ganz genau, was du nicht willst und quittierst Kuschelattacken mit dem sogenannten „Nono-Ton“ – einem lauten, hohen „Ä!“. Du hast sehr konkrete Vorstellungen und kannst auch ganz schön wütend werden, wenn etwas nicht so läuft, wie du es dir gedacht hast. Neu ist auch das berühmte Fallen-Lassen, kenne ich von deiner Schwester überhaupt nicht! Letztens auf dem Stoffmarkt (viele Leute, Gedränge, unübersichtlich) wolltest du aus dem Kinderwagen raus. Ich nahm dich auf den Arm, du hast dich rausgewurmt, wolltest offensichtlich runter. Ich sagte: „Du kannst laufen, aber mit Anfassen.“ Du wolltest aber alleine laufen. Als ich dich dennoch an die Hand genommen habe, hast du dich plötzlich meckernd fallen lassen wie eines dieser Holztierchen, auf die man unten rauf drückt und die dann in sich zusammenfallen. Noch ein bisschen früh für die „terrible twos“, oder?

Die große Schwester hat für die kleine Schwester ein Kartonauto gebaut 😍 #geschwisterplüsch #siblings #playing #mygirls

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Die wohl aufregendste Zeit steht dir genau jetzt bevor: vor 3 Tagen hat für dich die Kita begonnen, du bist nun kein Baby mehr, sondern ein großes Kindergartenkind! Juchu!!

Gleich am 2. Tag konnte ich in einem anderen Raum mit den Großen Musik machen, während du in deiner Gruppe friedlich gespielt hast. Die Erzieherin war völlig von den Socken und meinte, so etwas habe sie auch noch nie erlebt. Eingewöhnung XXXL, in einem rasanten Tempo. Und sie hätte gerne mehr Kinder von der Sorte, weil du so unkompliziert bist. Ich glaube, das klappt bisher so gut (*toi toi toi*), weil du einfach glücklich über Abwechslung bist. Endlich passiert mal was. Malen, spielen, rausgehen – das ist absolut dein Ding! Wir machen genau so weiter und erhöhen deine Kitazeit jede Woche ein bisschen, ab Montag darfst du dann schon Mittag mitessen. Ich bin sehr stolz auf dich, mein kleines großes Mädchen und musste eine Träne herunterschlucken, als du am Montag ganz selbstverständlich mit deinem Rucksack auf dem Rücken und Giraffi unter dem Arm losgegangen bist „zu den Kindern“. So schnell werden sie groß…hach.

 

So aufregend und schön es ist, mitanzusehen, wie du mit allen Sinnen die Welt entdeckst und deinen Platz in ihr findest, tut es auch ein klitzekleines bisschen weh, sich buchstäblich mit großen Schritten von der kuscheligen Babyzeit zu verabschieden.

Werd‘ nicht so schnell groß, okay?

Ich hab dich lieb.

Deine Mama

12 Monate kleines F – Geburtstagsbrief

Mein liebes Baby, das du offiziell ab heute keines mehr bist,

ich kann es kaum glauben, aber wir feiern heute tatsächlich deinen allerersten Geburtstag!
Konfetti, Luftschlangen und ganz viele Kuchenkrümel – Happy Birthday, mein kleiner Schatz!
Ein ganzes Jahr ist vorbei, 12 Monate mit dir in unserer Mitte.
Es ist stressiger, anstrengender und turbulenter als es vorher war, aber auch viel, viel schöner!

In den 3 Monaten seit dem letzten Brief konnte man fast täglich dabei zugucken, wie aus dem Baby ein kleiner Mensch geworden ist. Ich könnte stundenlang zuhören, wenn du mit deiner süßen Stimme „Mama“, „Papa“ oder „Sasa“ sagst. Wenn man dir etwas gibt, sagst du „Datte“ und wenn du ein angelutschtes Stück Toast großzügig weiterverschenkst, sagst du „Ditt“. Ich nehme an, du bist ein sehr höfliches Baby und übersetze das frei als „Danke“ und „Bitte“. Neben Küsschen, die du gerne verschenkst, streichelst du nun auch und sagst dabei „Eyyy“ – dabei schmelze ich fast, das ist sooo niedlich! Du streichelst übrigens auch deine eigenen Oberschenkel, jedes Mal, wenn du eine neue Windel bekommst: „Eiii“.

Im September schrieb ich, dass du nach wie vor nicht krabbelst und auch sonst kaum Anstalten zur Fortbewegung machst. Das hat sich im letzten Vierteljahr aber grundlegend geändert! Vor 6 Wochen hast du dich erst alleine hingestellt und wenig später bist du auf ein Mal losgekrabbelt, anfangs noch mit einer eleganten Ich-krabbel-eine-Beinlänge-und-setze-mich-dann-sicherheitshalber-schnell-wieder-auf-den-Po-Geste. Anfang Dezember hast du deine ersten Schritte gemacht. Das geht alles so wahnsinnig schnell im Moment! Du läufst eigentlich so gut wie alleine in den Lauflernschuhen deiner großen Schwester, brauchst aber noch die „psychologische“ Hand als Back-Up. Dass das so ist, haben wir gesehen, als deine Jacke auf der Bank lag und du sie genommen hast und losgelaufen bist, bis du gemerkt hast, dass in der Jacke niemand drinsteckt. Ups! Schnell hinsetzen…

Wenn du Musik hörst („Jingle Bells“ ist dein Lieblingssong) wackelst du mit dem Oberkörper wild hin und her und applaudierst, wie es sich gehört. Du klopfst mit deiner kleinen Hand auf die Brust, um zu zeigen, dass es dir schmeckt, besonders gerne, wenn du in der Hand noch das Toaststückchen mit der Himbeermarmelade hältst…  Du nimmst alleine deinen Schal und deine Mütze und legst sie dir auf den Kopf und wenn man dir die Babybürste gibt, „kämmst“ du dir die Haare. Du lachst und streckst deine Ärmchen in die Höhe, wenn man fragt, wie groß du bist und du liebst es, im Laufgitter stehend am Klavier Musik zu machen, während ich am Computer arbeite (Wer den Widerspruch im letzten Satz erkennt, darf jetzt wissend grinsen). Nimmst du etwas, von dem du genau weißt, dass du es nicht darfst, guckst du mich an und schüttelst entschlossen deinen kleinen Kopf. Nein, nein.

5min-Chaos, als ich kurz mal nicht hingeguckt habe…

Deine Lieblingsbücher sind alle aus der Reihe „Mein erstes Buch von…“. Wir haben bis auf wenige Ausnahmen alle, denn erstens steckst du zu gerne deinen kleinen Zeigefinger in ein Loch und ziehst den Schieber hoch („Wo ist der Löwe? Und wo sind die Bienchen?“) und zweitens muss man sich ja informieren! Immerhin kanst du schon einen Affen nachahmen. Herrlich! Besonders beim Frühstück brauchst du gute Lektüre, damit das mit dem Essen funktioniert. Was würden wir ohne diese Bücher machen! Eines ist schon so zerlesen, dass es am Buchrücken auseinandergefallen ist und die Seiten nach mehrmaligem Zusammenkleben (Babykeks wird hart wie Zement!) und Ablösen kaum noch zu erkennen sind. Der halbe Bär klebt z.B. auf der gegenüberliegenden Seite, hat keinen Kopf mehr und der Bienenstock ist komplett abgerissen. Ich glaube, dieses spezielle Lieblingsbuch kaufen wir irgendwann einfach nochmal neu.

Du bist in jeder Hinsicht ein sehr extremes Baby – wenn du gut drauf bist, dann steckst du alle damit an, quatschst, lachst, flirtest und tanzt in einer Tour. Wenn dir allerdings etwas nicht passt, wirst du von 0 auf 100 so wütend, wie man es sich nicht vorstellen kann! Letztens hattest du ein Handy mit einer Tierstimmenapp in der Hand. Mit einer gezielten Bewegung hast du immer die App weg gedrückt und dich dann geärgert. Beim Versuch, dir das Handy aus der Hand zu nehmen, um die App neu zu starten, hast du es so festgehalten, dass du es dir versehentlich an die Stirn gehauen hast! Auch darf man nicht auf die Idee kommen, dir ein Musikinstrument weg zu nehmen oder dich von einem zu „entfernen“. Ganz dünnes Eis!

Bei der Kinderärztin steht mitten im Wartezimmer ein kleiner Tisch mit Malbüchern und Stiften drauf. Da standest du eine ganze Weile mit Stift in der Hand und hast zum ersten Mal in deinem Leben gemalt, und wie! Heute bekommst du eine große Packung dicke Baby-Wachsmalstifte ganz für dich alleine. Außerdem gibt es für dich zum 1. Geburtstag eine Holzkugelbahn. Als ich sie aus dem Karton geholt habe, durftest du schon kurz probieren. Du hast die Kugel zielsicher auf die Bahn gelegt und warst immer ein kleines bisschen zu langsam, wenn du sie beim Rollen fangen wolltest. Zu süß! Die Ärztin wollte wissen, ob du klatschst, winkst, „Mama“ und „Papa“ sagst etc. und, ob du Fussel aufsammelst. Ja, zuverlässig jeden einzelnen! Du bist zarte 76cm groß und wiegst nicht ganz 9kg, Größe 80 passt also noch locker eine Weile.

Was du unbedingt noch lernen musst, ist SCHLAFEN. Ich habe noch nie so wenig geschlafen wie in diesem Jahr. Du wirst jede Nacht noch mehrmals wach, schläfst sehr spät ein und machst tagsüber wenn, dann nur kurz deine Augen zu. Das komplette Gegenteil von deiner großen Schwester! Ich stille dich noch abends vor dem Einschlafen kurz und eben nachts. Wahrscheinlich müssen wir das sein lassen, damit du endlich durchschlafen kannst. Aber ich genieße diese kleine abendliche Kuscheleinheit, in der du mal nicht stehen übst, auf mir rumturnst oder knetest, auch noch sehr. Du nimmst immer noch keinen Nuckel oder Daumen und hast bisher nichts gefunden, womit du dich beruhigen kannst. Deine Schwester hatte mit 1 Jahr schon längst Liemhasi als besten Freund…
An der Zahnfront hat sich seit dem letzten Brief nichts getan: du hast nach wie vor 2 Schneidezähne unten und 2 große oben, mit denen du wunderbar bei uns mitessen kannst. Richtiges Essen von einer richtigen Gabel möchtest du jetzt und nicht mehr diese durchgedrehte Pampe!
In der Manduca bist du immer noch viel, auch wenn du nicht mehr so entspannt darin schläfst, wie noch vor einigen Monaten. Aber darin abhängen, während ich koche, findest du immer noch cool.

Heute Nachmittag kommen die Familie und ein paar unserer liebsten Freunde zum Kaffee, du ziehst dein Geburtstagskleidchen mit den goldenen Punkten an und dann wirst du gefeiert, kleines F!
Und am Abend werde ich mich daran erinnern, wie ich vor genau 1 Jahr um 18.30 Uhr im Krankenhaushemdchen und den roten Stoppersocken im dunklen Vorwehenzimmer neben dem beleuchteten Weihnachtsbaum saß und atmete… und wie um 19:25 Uhr die Welt für einen Moment stehen blieb, als ich dich das erste Mal sah ❤

Happy 1st Birthday, Babygirl!

9 Monate kleines F

Mein liebes Baby,

ich muss noch ein letztes Mal diese Anrede benutzen, auch wenn du mit 8kg und ca. 78cm schon ziemlich „handfest“ aussiehst und kaum noch etwas an das winzige Neugeborene von vor 9 Monaten erinnert. Beim nächsten Brief in 3 Monaten wirst du nämlich schon 1 Jahr alt (!) und dann ist das mit dem Baby ja wohl endgültig passé…

In den vergangenen 3 Monaten hat sich einiges getan: man merkt jetzt deutlich dein Interesse an der Welt. Du hast bereits ein Lieblingsbuch („Mein erstes Buch von den Tieren“), das du immer beim Essen „liest“. Die dicken Papp-Seiten waren z.T. schon verklebt und haben ziemlich gelitten, aber das ist dir egal. Auf die Schieber stehst du total. Wann immer man fragt „Wo ist der Löwe?“ steckst du deinen kleinen Zeigerfinger in das Loch und ziehst den Schieber vor. DA ist der Löwe!
Auch frisst du jetzt nicht mehr die Seiten an und weichst die Pappe auf, bis die Farbe abgeht, sondern du benutzt Bücher tatsächlich so, wie ursprünglich vorgesehen. Jedenfalls meistens. Bye bye, orale Phase!


Dein liebstes Spielzeug ist momentan die große Feuchttücherbox neben dem Wickeltisch (auf den du kaum noch rauf passt übrigens). Wenn du die Box zu fassen kriegst, ziehst du sie zu dir ran, trommelst darauf rum und freust dich über diese fette Beute. Ich bin ganz froh, dass du die Taste zum Öffnen noch nicht entdeckt hast, aber lange wird wohl auch das nicht mehr dauern.
[Ich muss wohl nicht extra erwähnen, was sie – als könnte sie lesen, was ich gerade schreibe – just in diesem Moment hinter mir macht im Laufgitter? Es klingt jedenfalls so: rupf, hihi, rupf, hihi, rupf, …]

Apropos trommeln: Musik hast du vermutlich im Blut, genau wie deine große Schwester. Wenn ich Kinderlieder anmache aus der musikalischen Früherziehung, wippst du rhythmisch auf und ab, drehst deinen Kopf wild hin und her, lächelst und fängst an zu klatschen mit deinen kleinen Händchen.
Das. Ist. So. Süß!!
Wenn ich dich mal zum Unterricht mitnehmen muss oder du bei einer Probe dabei bist, hörst du aufmerksam zu, solange wir spielen. Wenn ich dann allerdings den Schülern etwas erkläre, äußerst du lautstark, wie unwichtig du dieses theoretische Gelaber findest und erklärst mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik, dass wir endlich weiterspielen sollen. Überhaupt ist deine Gestik wahnsinnig ausdrucksstark. Ich kann mich nicht erinnern, dass Fiona das ähnlich ausgeprägt hatte. Zum Beispiel streckst du deine Händchen aus, machst mit den Fingern immer wieder eine Faust, drehst sie dabei leicht und öffnest sie wieder, wenn du etwas haben oder mitteilen möchtest.
Winken, Klatschen und energisches Kopfschütteln („Neeee“) sind deine neusten Features, die du bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu perfektionieren versuchst.

Wenn du staunst, formst du mit deinen Mini-Lippen einen Kreis und sagst immer wieder zärtlich „Oooooohhhh!“. Staunen kann man übrigens über einen leeren Karton genauso wie über blinkendes Plastikspielzeug. Oooohh, ooohhh!
Zu deinem Vokabular zählen außerdem MAMAMAM und BABABA, sowie lautes Lachen aus vollster Kehle, so dass man sich dabei selbst kaum halten kann, so ansteckend!

Wenn deine Cousine Charlotte zu Besuch ist, könnt ihr euch jetzt schon richtig unterhalten!
„Agraa“ – „Mamam!“ – „Rrrguu“ – „Babbooee“ – „Chrrr“. Sie ist 3 Monate jünger als du und von Mal zu Mal merkt man, wie sich der anfangs noch riesige Unterschied langsam „verwächst“. Ihr interessiert euch für das gleiche Spielzeug, ihr tragt die gleiche Kleidergröße und einer Cousine kann man ganz wunderbar ein bisschen an den Haaren ziehen, vor allem, wenn sie davon mehr hat als man selbst! Es ist toll, euch beiden beim Wachsen zuzusehen!

Seit etwa 4 Wochen bist du mittendrin in der Fremdelphase, das heißt konkret: MAMA!
Solange du auf meinem Arm aus sicherer Entfernung andere Leute angucken kannst, lächelst du sogar. Aber wehe, wenn ich auf die Idee komme, auf „Kann ich sie mal nehmen?“ mit „Ja“ zu antworten. Dann brüllst du auf dem fremden Arm von 0 auf 100 so, als würde man dir Arme und Beine ausreißen. Nehme ich dich wieder, bist du schlagartig ruhig und grinst. Nun ja…

Die Nachmittage verbringst du – zusammen mit deiner Schwester – immer für 2 Stunden bei meiner Mama. Das klappt super und durch den täglichen Kontakt fremdelst du bei ihr nicht. Im großen Kinderwagen, liebevoll dein Wohnmobil genannt, kannst du entspannen, spielen, schlafen und fühlst dich wie zu Hause. Ihr verbringt jeden Tag eine harmonische Zeit miteinander, bis zu dem Zeitpunkt, an dem du mich kommen siehst. Denn dann muss man seinem Unmut weinend Ausdruck verleihen.

Du bist in jeder Hinsicht ein „extremes“ Baby, so lala gibt es bei dir nicht. Entweder bist du sehr freundlich, lachst, flirtest und quietschst vor Freude oder aber du bist extrem genervt und tust das auch sehr deutlich kund. Ich bin jedes Mal überrascht von dem erstaunlichen Repertoire an Gesichtsausdrücken, über die du schon verfügst! Am besten präsentieren kannst du sie übrigens beim Mittagessen: bei Kartoffeln mit Hackfleisch oder Nudeln Bolognese kann es gar nicht schnell genug gehen und du lachst wie eine Hyäne, immer wenn du einen Bissen im Mund hast, und bei Rahmspinat ziehst du die angeekelt-Palette aus dem Ärmel. Börgs!
Was du besonders gut kannst, ist, Bananenstückchen, Gurkenscheiben oder auch Spielzeuge in nicht dafür vorgesehene Öffnungen zu stecken. Wenn du fertig gelesen hast, drehst und wendest du zum Beispiel dein Buch so lange, bis es tatsächlich in die kleine Lücke zwischen deinem Stuhl und der Wand passt. Bumms, weg. Außerdem interessierst du dich brennend für Physik und die Phänomene des Alltags: wie lange braucht die Schüssel, bis sie unten angekommen ist? Was macht sie für ein Geräusch? Klingt sie genauso, wenn sie links vom Stuhl fällt oder rechts? Klebt Marmeladentoast, wenn man es auf Mamas Kopf fallen lässt, während die gerade unter dem Tisch Essensreste aufsammelt? Macht ein beherzter Griff in die offene Butter die Haut weicher? Und wohin fliegt eigentlich Brei, wenn man ihn mit Schwung vom Löffel katapultiert? ….

Gestillt wirst du immer noch, aber eigentlich nur über den Tag verteilt ein Mal und dann abends zum Einschlafen bzw. nachts. Ich bezweifle, dass es da noch um Nahrungsaufnahme geht. Viel mehr ist es das Bedürfnis nach Nähe und Nuckeln und da du weder Däumchen noch Schnuller nimmst, funktioniert das Einschlafen nicht anders. Es ist ja nicht so, dass wir keine Nuckel hätten! Alle erdenklichen Farben, Formen und Modelle hast du zur Auswahl. Du steckst ihn dir beim Spielen in den Mund, gerne auch falschrum, nur um ihn danach mit angeekeltem Gesichtsausdruck wieder rauszuziehen. Ich glaube, das haben sich die Hersteller irgendwie anders gedacht, Baby! Ich für meinen Teil genieße diese ruhigen, innigen Momente noch, weil ich weiß, dass wir uns nie wieder so eng verbunden fühlen werden wie jetzt beim Stillen.

Wenn du, wie gerade diesen Moment, mit einer leeren Schultüte von Fiona spielst und ich sehe, wie du auf der Spitze kaust, sage ich laut „Nein!“ und nehme sie von deinem Mund weg. Darüber ärgerst du dich so, dass du im Laufgitter randalierst wie Godzilla! Du probierst es immer wieder, das machst du bestimmt nur, weil ich weiter oben geschrieben habe „bye bye, orale Phase“. Man, Murphy!

Ich werde oft gefragt, ob es unter den Geschwistern schon Konkurrenz gibt.
Momentan ist es, wie schon von Anfang an, noch die ganz große Liebe von beiden Seiten. Niemanden guckst du so verliebt und glücklich an, wie deine große Schwester. Und von ihr bekommst du jeden Nachmittag, wenn wir sie von der Schule abholen, als Erstes einen Kuss. Sie liebt dich abgöttisch und ich laufe fast über vor Glück, wenn ich euch zusammen kuscheln sehe.

Was das Krabbeln angeht, machst du keinerlei Anstalten. Es ist genau wie vor 5 Jahren. Fiona ist irgendwann einfach aufgestanden und losgelaufen mit dem rosanen Puppenwagen. Ich vermute, bei dir wird es ähnlich ablaufen (haha). Wenn du in Bauchlage auf dem Teppich liegst, schiebst du dich rückwärts und legst so schon ganz schöne Strecken zurück. Besonders motivierend wirken kleine Lego- oder Playmobilteile, die du wie ein Adler aus einiger Entfernung schon anvisierst und als Ziel ins Auge fasst. Aber wenn ich dir auf alle Viere helfen will, guckst du mich an, als wäre ich von einem anderen Stern, lässt dich wieder in Bauchlage fallen und ignorierst deine außerirdische Mutter. Aber Krabbler waren wir ja alle keine, das ist wohl irgendwie genetisch bedingt.

Als ich deinen 6-Monatsbrief geschrieben habe, war gerade das erste Zähnchen unten rechts durchgekommen. Danach hattest du eine ganze Weile nur unten 2 lange Kuchenzähne, die bei jedem Lächeln dafür sorgten, dass man dich sofort knutschen wollte, weil es so niedlich aussah. Vor ein paar Tagen haben sich zu den Hasenzähnchen noch 2 gigantische obere Schneidezähne gleichzeitig dazugesellt! Die Spitzen, die rausgucken, sehen aus, als wären sie viiiel zu groß für deinen kleinen Mund und haben ganz schöne Zahnschmerzen gemacht! Und fotoscheu sind sie außerdem.

Im August warst du zum ersten Mal krank mit 39 Fieber. Ich gab dir alle paar Stunden Zäpfchen und Fiebersaft abwechselnd und leidete ganz schrecklich mit, weil es dir nicht gut ging und du quengelig und insgesamt ganz schön reduziert warst. Nach ein paar Tagen Fieber kamen dann plötzlich rote Punkte überall und damit stand die Diagnose fest: das 3-Tage-Fieber. Bei Fiona lief das damals nicht so „glimpflich“ ab, denn die hatte sehr hohes Fieber (40 und mehr) und sogar Fieberkrämpfe. Da macht man ganz schön was mit…

Deine Augen sind inzwischen eindeutig nicht mehr blau, wie es im Reisepass steht, sondern dunkelgrün. Deine blonden Haare wachsen nun auch sichtbar und du hast sehr große Ähnlichkeit mit deiner Schwester, sagen alle. Wenn du friedlich schlummerst und ich deine süße Schlafschnute sehe, könnte ich dir stundenlang dabei zugucken!
Und manchmal sehe ich dich an und staune einfach nur über diesen kleinen eigenständigen Menschen, der da im Laufgitter sitzt und randaliert, und der vor gut 9 Monaten noch in meinem Bauch gestrampelt hat. Ein Wunder eben…

Du machst uns vollständig, Felicia.
Ich liebe dich,
deine Mama

 

6 Monate kleines F

Hallo Baby,

eigentlich ist diese Anrede gar nicht mehr zeitgemäß, denn letztens bei C&A in der Kinderabteilung stellte ich fest, dass all die süßen Babyklamöttchen nur bis Größe 68 gehen. Du bist laut deines letzten Kinderarzt-TÜVs vor 3 Tagen 67 cm groß und wächst nun schon langsam in die Größe 74 rein.  
Newborn ist nun also ein für alle Mal passé, was auch der postnatale Fußabdruck beweist, wenn man ihn mit deinem aktuellen Riesenfuß vergleicht.

Deswegen:

Liebe Felicia,

wo sind sie hin, die letzten 6 Monate? Noch so frisch ist die Erinnerung an unser erstes Weihnachten zu viert, genauer gesagt unseren ersten richtigen Tag zu Hause nach dem Krankenhaus und deiner Geburt. Wenn ich jetzt die Strampler aus deinen ersten Tagen anschaue, kann ich kaum glauben, dass du sie tatsächlich vor nicht allzu langer Zeit getragen hast, so winzig sehen sie inzwischen aus.
Den Rückbildungskurs haben wir beide erfolgreich absolviert. Wo du anfangs noch auf dem Rücken gelegen und Löcher in die Luft geguckt hast, wolltest du bei den letzten Malen lieber auf dem Bauch liegen und dir die anderen Babys ansehen. Überhaupt ist dein Blick viel offener geworden, du interessierst dich für alles, was um dich herum passiert. Wie schön ist es, wenn das eigene Kind plötzlich auf Ansprache reagiert und kommuniziert! Aus „agrr“, „ogrr“ usw. sind inzwischen ganze Silben-Sätze geworden („An-gri-la“, whatever). Du staunst manchmal selbst, was heraus kommt, wenn du mit deiner Stimme experimentierst. Dein erstes lautes Lachen habe ich auf Video aufgenommen und könnte es mir stundenlang anhören! Sasa (meine Mama) hat dir das englische Kinderlied „5 little monkeys“ vorgesungen. Die Äffchen hüpfen alle auf dem Bett und es fällt immer einer runter und stößt sich den Kopf. Mummy called the doctor and the doctor said: „NO MORE MONKEYS JUMPING ON THE BED!“ Als sie mit verstellter Stimme den tiefen Doktor gesungen hat, hast du aus vollster Kehle gelacht und alle im Raum damit angesteckt. Überhaupt lachst du immer, wenn du Sasa siehst. Dein Lieblingsmensch ist aber unangefochten deine große Schwester (hoffentlich liest du das später mal, wenn Krieg im Kinderzimmer herrscht…). Spricht sie, hörst du andachtsvoll zu, hängst an ihren Lippen und freust dich laut quietschend, wenn sie mit dir spielt.

Vor wenigen Tagen hast du tonlos deine Lippen aufeinander gepresst und sie wieder geöffnet. Als du deine Stimme dazu genommen hast, ist „MAMAM“ entstanden. Hach! Seitdem immer wieder! Was für ein großer Moment. Da setzt das Herz einen Moment aus vor Glück!
Dein erstes „Wort“ war allerdings ein anderes, existenziell wichtiges im Zusammenleben mit einer großen Schwester: „NEE NEE“. Jackpot!

Die Zahnfee war auch schon bei uns: bei deiner großen Schwester hat sie den ersten Zahn abgeholt (bzw. ihn nur ansehen dürfen, dazu zu anderem Zeitpunkt mehr) und dir hat sie fast zeitgleich – mit 5 Monaten – den ersten gebracht. Ein einzelner Kuchenschneidezahn unten rechts, der fleißig wächst. „Ich habe einen Zahn und ich weiß ihn zu benutzen“, immerhin hast du damit schon ein Stück Kinderkeks abgebissen (und – iieehh, Stückchen im Mund – erschrocken wieder ausgespuckt). Der Nachbarzahn steht inzwischen auch schon in den Startlöchern.

Apropos Essen: die Kinderärztin empfiehlt, 6 Monate voll zu stillen und erst danach mit Beikost anzufangen. Meine Hebamme meint, man könne je nach Interesse des Kindes auch schon nach dem 4. Monat mit Brei beginnen. Du hättest mit deiner Körpersprache nicht deutlicher ausdrücken können, dass du essen möchtest. Wenn du auf meinem Schoß warst, während ich gegessen habe, hast du erst meine Gabel mit den Augen verfolgt, deinen Mund geöffnet und dann geschimpft wie ein Rohrspatz. Außerdem hast du mit gut 4 Monaten immer noch sehr schlecht geschlafen und bist oft alle 2 Stunden wach geworden in der Nacht. Meine Entscheidung, dir Brei anzubieten, war also reine Notwehr, in der Hoffnung, du mögest nach Abendbrei mit dem Aufdruck „gut sättigend“ in selbigem Zustand auch besser schlafen. Die Rechnung ist aufgegangen, obwohl ich damit den deutschen Leitfaden für Babyernährung komplett umgekrempelt habe.
Denn anfangen tut man 1. mittags und 2. mit Gemüse. In unseren Nachbarländern, z.B. Polen starten sie tatsächlich mit Getreide, aber der ordentliche Deutsche muss als Erstes Mohrrübenpampe essen. Ist dir aber herzlich egal.

Inzwischen isst du auch mittags Brei, allerdings ausschließlich komplette Menüs, Gemüsereis mit Pute, Kartoffeln, Erbsen und Rindfleisch etc. Wenn man den Fehler macht und dir Mohrrüben pur anbietet, kann man eine Vorstellung der Extraklasse genießen: ich habe nicht gewusst, über was für ein enormes Repertoire an angeekelten Gesichtsausdrücken so ein Baby verfügt!
Babys Speiseplan mag für Außenstehende ähnlich spannend sein, wie für mich eine Vorlesung in Teilchenphysik, aber eine deiner frühkindlichen Essenserfahrungen muss ich hier dennoch gesondert erwähnen: du isst Avocado gemischt mit aufgeweichtem Kinderkeks. Klingt eklig, ist aber furchtbar gesund und (?) lecker. Und wer kommt auf solche Ideen? Sasa. Für „Dummheiten“ und Experimente sind Omas zuständig.

Vor Kurzem hast du entdeckt, dass man mit dem Mund nicht nur prima Gegenstände auf ihre Beschaffenheit hin untersuchen, sondern damit auch wunderbar Spucke prusten kann. Besonders gerne probierst du dieses Feature während des Essens aus. Mama quiekt dann immer so lustig. Meine Beziehung zum Fleckentferner hat sich in den letzten Wochen deutlich intensiviert.

Du kannst dich nach wie vor am besten beim Stillen entspannen und hälst dich mit der freien Hand entweder am BH fest oder knetest die Brust, ähnlich wie Katzenbabys mit dem sog. Milchtritt. Nicht zuletzt deswegen muss ich regelmäßig deine Fingernägelchen schneiden, andernfalls sehe ich ums Dekolleté aus, als hätte ich letzte Nacht einen Kampf verloren.

Wenn du dann zufrieden trinkst, mich dabei streichelst und ich die kleinen Speckfältchen an deinen Armen ansehe, die winzigen Finger oder deine Stillschnute, möchte ich gerne die Zeit anhalten und habe das Gefühl, als wenn die Liebe überschwappt. Unfassbar, wie viel man für einen so kleinen Menschen empfinden kann!

Deine Augen sind mittlerweile nicht mehr blau (Mama, Fiona, Sasa), sondern undefinierbar mit Hang zu braun-(Papa)-gesprenkeltem Grün (Opa). Eine bunte Familienmischung! Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht! Haare wachsen langsam, aber mit Zöpfen müssen wir wohl – wie bei deiner Schwester – bis zum zweiten Geburtstag warten, wenn das so weitergeht. Andere Babys werden mit mehr Haaren geboren als du sie im Moment hast, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Farblich tendiere ich zu einem satten dunkelblond oder hellem Braun, aber ganz genau sagen kann man das nicht. Der kleine Zopf hinten rollt sich manchmal hoch, aber dass es diesmal Locken werden, wage ich leise zu bezweifeln.

An den Nachmittagen, wenn du bei Sasa bist, geht sie mit dir im großen Kinderwagen zu REWE, euer täglicher Ausflug. Oft protestierst du dabei noch eine Weile, selbst, wenn du satt und sauber bist. Denn wer keinen Nuckel und keinen Daumen nimmt, findet trotz großer Müdigkeit nicht so leicht in den Schlaf. In letzter Zeit war ganz deutlich zu sehen, dass du nicht mehr liegen, sondern die Welt sehen willst! Mit dem dicken Kissen im Rücken sitzt du wie eine Eins und bei REWE laufen dir fast die Augen über, wenn du die ganzen bunten Dinge in den Regalen siehst! Nach den vielen Eindrücken lässt du dich dann tatsächlich ablegen und machst plusminus eine halbe Stunde Powernapping direkt im Wagen an der frischen Luft.
Stellt man dich hin, drückst du die Beine fest durch und stützt dich damit ab. Wackelst du dann noch mit dem Po hin und her, bist du an „Süßigkeit“ nicht mehr zu übertreffen!

Bunte Holzgreiflinge faszinieren dich besonders und – wie schon damals deine Schwester – Spielzeuge von Lamaze. Der knisternde Franky, the Whale, hat 4 verschiedenfarbige Tücher dabei, die man ins Maul stecken und durch das „Luftloch“ wieder herausziehen kann. Das und anschließendes Kuckuck-Spielen mit den Tüchern machst du mit Begeisterung!
Ein explizites Lieblingskuscheltier hast du noch nicht. Es gibt heiße Anwärter auf den Titel, aber dein Favorit heißt derzeit noch ganz klar „Mama“. Ein Hase und ein Bär stehen in der engeren Auswahl. Man darf gespannt sein, wo die Liebe hinfällt!




Ich trage dich – und das ist ganz anders als bei Fiona damals – sehr viel in der Manduca, weil du nicht gerne abgelegt wirst. ActivityCenter ist mal für eine Viertelstunde cool, aber dann reicht’s auch wieder. Wenn ich nähe, Musik mache oder mittags koche, bist du immer als Känguruhbaby an mir dran. Aus diesem Grund hat die Trage vorne auch schon eine halbe Speisekarte dran… Deine große Schwester konnte man nach dem Füttern ablegen und dann hat sie anfangs verlässlich ihre 4 Stunden geschlafen. Du bist da ganz anders. Man könnte ja etwas verpassen! Um dich „einzuschläfern“ hat schon oft geholfen, wenn ich die Instrumentalversion von Michael Jacksons „Smooth Criminal“ angemacht und auf dem Klavier mitgespielt habe. 2-3 Durchgänge und ich hab dich ins Land der Träume gerockt… Nun ja, Musikerkind.

Spitznamen haben sich in den zurückliegenden 6 Monaten so einige etabliert, die im Voraus nicht absehbar gewesen sind, sich aber im Alltag „bewährt“ haben. Eine „Feli“ bist du nicht, wohl aber ein „Lieschen“ oder eine „Felice“, besonders niedlich, wenn deine Schwester dich so nennt. Dazu kommen alberne Spitznamen wie Felitschi, Mottinki, Schnuckipup oder Motzibu. Sorry for that… 

Am liebsten bist du nackig, wie z.B. in unserem ersten Urlaub in Ägypten Mitte Mai oder auch bei 30°C in unserem Garten, wenn der Sommer Stippvisite in Berlin macht. Dann liegst du da im Schatten, silbst so vor dich hin, nimmst deine Zehen in den Mund (statt Däumchen?!), bist tiefenentspannt und zufrieden mit dir und dem, was um dich herum passiert.

Ich freue mich auf jeden neuen Tag mit dir; auf dein Lächeln am Morgen (ach ja, „Guten Morgen, Frau Holle“ sag ich auch zu dir…öhöm), deine ersten Sprechversuche, dein Interesse an der Welt, dein Lachen und darauf, zu sehen, wie mein Baby groß wird.

Ich hab dich lieb.
Deine Mama

3 Monate kleines F

Hallo mein Schatz,

heute wirst du 3 Monate alt. DREI! Es ist so unwirklich, wenn ich jetzt mein Schwangerschaftstagebuch durchblättere. Da kannte ich dich noch nicht. Nur von schemenhaften schwarz-weiß-oder-sepia-Bildern, die nicht mal im Ansatz abbilden konnten, wie schön du tatsächlich bist.
12 Wochen bist du nun schon bei uns. Mittlerweile kann ich mir das Leben ohne dich gar nicht mehr vorstellen. Es ist, als wäre es schon immer so gewesen und als könnte es auch gar nicht anders sein. Du bist ein Teil unserer Familie, das Puzzleteil, das gefehlt hat, ohne dass wir wussten, dass überhaupt eines fehlt…
Immer dienstags gehen wir seit 3 Wochen zur Rückbildungsgymnastik in die Hebammenpraxis. Du guckst erst seelenruhig zu, wie Mama den „Zappelkäfer“ und „die nasse Katze“ gibt und wenn du dann die Faxen dicke hast, äußerst du deine Absichten lautstark und unverkennbar.
Langsam kann ich schon fast ein „Vokabelheft“ anlegen: „Meng!“ (vom Sound her wie ein Motorrad beim Gasgeben) ist akuter Hunger, der nur noch durch „EYYA!!!“ gesteigert werden kann. Bei Eyya brennt aber schon die Hölle, meistens lassen wir es gar nicht erst so weit kommen. Nörgelnde Hungervorstufe ist „Ngi“, oft mit langgezogenem, tonal abfallendem iiii. Steht deiner sich schon artikulieren könnenden großen Schwester im Quengeltonfall übrigens in nichts nach! Du lernst schnell.
Wenn du zufrieden vor dich hin brabbelst, hört man „ach“, „ogrrr“ und „errö“ aus der Wiege. Wenn du mich „rufst“, also dein Erzählen aus dem Bettchen zu einem klagenden „hyyääää“ oder „naijaaaai“ umschwingt, komme ich und sage: „Sie haben geläutet?“. Dann lachst du mit dem schönsten zahnlosen Lächeln, das die Welt je gesehen hat. Gurgeln kannst du auch schon! Ist als Effekt beim Rufen besonders beeindruckend und verleiht dem Gesagten speziellen Nachdruck: „rrrrrrrrrrrraaaai!!“.

Vom „dicken Mütterchen“, wie ich in den letzten Wochen der Schwangerschaft von meiner eigenen Mutter liebevoll genannt wurde, bin ich inzwischen zu der „Frau mit den Brüsten“ geworden. Wenn du die siehst, strahlst du nämlich (Naja, oder „Meng!“, je nach dem…).

„Kleines F“ mit O-Ball

So langsam scheinst du zu ahnen, wozu die komischen Dinger am Ende deiner Arme zu gebrauchen sind. Deine Bewegungen sind schon viel koordinierter als am Anfang, obwohl es, wenn du sehr konzentriert bist, manchmal noch so hölzern aussieht, als ob jemand gerade lernen würde, eine Marionette zu bedienen. Insgesamt bist du sehr aktiv mit Händen und Füßen, mehr als es deine Schwester gewesen ist. Wenn du unter deinem Spielbogen liegst, arbeitest du so intensiv mit Glocke und O-Ball, als würde etwas sehr Wichtiges davon abhängen. Und dann kommt immer die Frau mit den Brüsten und sagt: „Fein! Hast du geklingelt, mein Schatz?“. Sie scheint ein bisschen schwer von Begriff. Das wird in den kommenden Monaten wohl noch öfter vorkommen (Hast du gerade MAMA gesagt?…Ja, Mensch, hör doch hin!)

Von Schlafen hältst du nicht so viel, wird völlig überbewertet. Solange es hell ist, wird geguckt und erzählt. Über dir am Wickeltisch hängt das kleine IKEA-Mobile mit Schaf, Gans und Katze, die auf dich runter schauen. Denen erzählst du morgens immer erstmal ausführlich von deiner Nacht, während Mama sich untenrum zu schaffen macht, Füße knutscht, Tiergeräusche nachahmt und Pups-Küsse auf den Bauchi drückt. Mütter sind sooo albern, ey.
Die berühmte Frage nach dem Durchschlafen wurde mir in der Kita erstmalig gestellt, als du 2 Wochen (!) alt warst. Haha. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben (oh, wie passend!), aber seit ein paar Tagen schläfst du nachts auch mal 5-6 Stunden am Stück und ich fühle mich dann wie neugeboren. Die Augenringe werden langsam kleiner und so nach und nach komme ich auch wieder mit den Wochentagen hinterher. Das Bewusstsein dafür war bis vor einer Weile noch völlig abgeschaltet. Wenn das Großkind zu Hause war und Sendung mit der Maus guckte, musste es wohl Sonntag sein…

Deinen Schneeanzug konnten wir inzwischen schon beiseite legen und die fellige Ohrenmütze auch – zu klein! Hallo, Größe 62! Apropos – Mütze aufsetzen sucks! Obwohl du gerne rausgehst und dir gut eingepackt die kühle Märzluft um die winzige Nase wehen lässt, findest du Mützen ziemlich daneben, scheint mir. Die, die du jetzt aufhast, hat uns meine Mama zur Babyparty letzten Sommer geschenkt: weiß mit Schleifchen. Unwissend, dass das Schleifchen auf die Seite gehört, setzte ich es dir mittig auf. Das hat dir den Spitznamen „der kleine Koch“ verschafft. In Unterhaltungen beispielsweise: 
„Na, was geht?“ – „Alles gut. Der kleine Koch hat die Augen zu.“

Eine wichtige Grundvoraussetzung für das Zusammenleben mit einer großen Schwester hast du auch schon gelernt. Verhaltensregel Nummer 1, um Geschwisterkrieg anzuzetteln:
Zunge rausstrecken!

Baden findest du in 4 von 5 Fällen übrigens absolut daneben. Trotz lachendem Smiley auf dem Thermometer ist dir die Wanne irgendwie suspekt. Während ich anfange zu schwitzen beim Absolvieren des Schnellwaschganges, meckerst du in einer Tour und vermeldest lautstark dein Missfallen. Frage mich manchmal, ob die gut 9 Monate Bauch für dich eigentlich angenehm gewesen sind oder ob du auch da schon gedacht hast, wann sie das Wasser endlich ablassen…

Den Daumen hast du bisher noch nicht entdeckt, steckst dafür lieber die ganze Hand in den Mund und wunderst dich dann, dass „errö“ irgendwie komisch klingt. Du sabberst so viel, dass ich mich ernsthaft frage, ob da schon Zähnchen einschießen und die „Felge“ juckt. Hope not! Ein bisschen wollte die „Frau mit den Brüsten“ selbige gerne noch zur Nahrungsaufnahme für dich benutzen.

Du siehst deiner großen Schwester unglaublich ähnlich, nicht nur auf den Babyfotos, sondern auch jetzt wurde ich schon mehrfach darauf angesprochen.
Ihr beiden seid das Beste, was mir je passieren konnte. Schön, dass es euch gibt!

„After all, a child is the only one who knows 
what your heart sounds like from the inside.“
(Verfasser unbekannt) 

13 Babyfacts

Als Mama eines „großen“ Kindes lebt man mit selbigem einfach zusammen unter einem Dach, man kocht regelmäßig Nudeln mit Tomatensauce, geht auf Spielplätze und diskutiert, ob Haare kämmen und Zähne putzen wirklich jeden Tag sein müssen. Wird man dann nach einigen Jahren erneut in die Liga der Babymamas aufgenommen, dreht sich die Welt plötzlich wieder um Windelmarken, Bäuchleintee und Stoffwechselendprodukte. Wer denkt, das alles sei für eine Zweifachmutter „ein alter Hut“, der irrt. Ich habe in den letzten Wochen schon Einiges erfahren, das ich nicht (oder nicht mehr) gewusst habe.
Hier meine Top 13.

13.) Stilldemenz
Die gemeine Stilldemenz, auch Milchhirn genannt, ist ein weit verbreitetes Phänomen unter Müttern. Sie wird nicht etwa nur vorgeschoben, um die eigene Tüddeligkeit zu rechtfertigen, sondern stellt eine ernstzunehmende Beeinträchtigung des täglichen Lebens dar! Diese Matschigkeit im Kopf gibt es tatsächlich! Wichtige Unterlagen….muss ich mir dringend merken…unbedingt dran denken…HACH, BABY…bumms, vergessen.
P.S. Am Wochenende waren wir im Tierpark, um die BabyCard zu beantragen. Das Baby hatten wir dabei. Die Geburtsurkunde nicht. Tusch.

12.) Ein bisschen Schlaf muss sein
…aber nur ein bisschen. Dass man sich als eigentlich notorischer Langschläfer nach einer Nacht mit 4 Stunden Schlaf am Stück wie neugeboren fühlen kann, hätte ich im Traum (haha) nicht erwartet. Nichtsdestotrotz: 6 wären trotzdem mal wieder schön, hast du gehört, Baby?

11.) Die babyakademische halbe Stunde
Selbst wenn man zu den von Hause aus pünktlichen Menschen gehört, ist es scheinbar ein Ding der Unmöglichkeit, mit einem Baby auch nur halbwegs zur vereinbarten Zeit irgendwo zu sein, was nicht zu Hause ist. Ein Ausflug mit Baby gleicht einem kleinen Umzug. Ich hatte vergessen, dass man etwa 1 Std vor dem geplanten Losgehen mit dem Fertigmachen beginnen muss, weil Babys oft in letzter Sekunde einfällt, dass Kacken oder Kotzen jetzt eine ganz großartige Erleichterung wäre, nachdem man das 4-schichtige Ausgehset angezogen bekommen hat und abreisefertig im MaxiCosi sitzt. Man könnte eigentlich auch vorher nochmal etwas essen, so 20min an jeder Brust wäre toll. Ach, und die Flasche für unterwegs nicht vergessen, die Thermoskanne, den Ersatznuckel, das Spucktuch (siehe 08.), ein komplettes Umziehset aus Body, Jäckchen und Strampler, Wickelunterlage, Windeln, Feuchttücher, …

10.) Still-Knock-Out
Ich habe gedacht, Stillen sei ein im wahrsten Sinne des Wortes „Kinderspiel“, wenn man es schon ein Mal gemacht hat. Pustekuchen! Die ersten Tage Anlegen im Krankenhaus taten so sch**** weh, dass ich tatsächlich Sterne gesehen habe. Um von dem Anlegeschmerz abzulenken, biss ich mir in die Haut am Handrücken, Prinzip Gegenschmerz erzeugen. Der Abdruck war noch Tage später zu sehen. Die gute Nachricht? Nach genau 2 Wochen hörte es auf. Und mit gut zureden, Lanolin-Salbe und Multi-Mam-Kompressen aus dem Hebammen-Erste-Hilfe-Köfferchen übersteht man auch die…

09.) Mama-Stolz
Babys können erstmal noch nix. Das ist ja allgemein bekannt. Und leider ist es auch nicht so, dass sie nach 4 Wochen Babysein einfach aufstehen, ins Kinderzimmer gehen und die große Schwester zum Memory-Spielen auffordern…
Wenn das große Kind nun aber schon so tolle Dinge kann wie Fahrrad fahren, Karten spielen und Musik machen, stumpft man ab und nimmt die winzigen Babyfortschritte nicht mehr als so weltbewegend wahr, dachte ich. Haha. „OH MEIN GOTT, SIE FIXIERT DEN BÄR MIT DEN AUGEN! UND EBEN HAT SIE „AGRRR“ GESAGT, HACH!“. Soviel dazu.

08.) Moltonwindeln
Ich fand sie scharenweise aufgehoben zwischen Fionas alten Babysachen und fragte mich tatsächlich,

wozu diese hässlichen Tücher nochmal gut waren. Sie kamen trotzdem in die Wäsche und anschließend in den Schrank, aber brauchen würde ich sie wohl nicht, dachte ich. Und wieder: HAHA. Merkt euch das: Moltonwindeln sind das Universalhilfsmittel! Man kann sie für fast alles benutzen, was mit Babys zusammenhängt. Ob lässig als Kleckerschutz über die Schulter geworfen, als Spuckschutz unters Köpfchen ins Bett oder die Wiege gelegt, zum Aufwischen des kleinen Rinnsals, das am Mund vorbei in die Halsfalten laufen will, als nächtlicher Ersatz für Stilleinlagen, als Lätzchen, als Spielzeug, … Und weil man eine Mama selten ohne antreffen wird, besorgt euch am besten gleich welche, die nicht ganz so hässlich sind. Von weiß einfarbig kann ich aus Erfahrung auch abraten. Spätestens beim ersten Möhrenbrei werdet ihr euch wünschen, farbige zu haben.

07.) Footballer-Stillen
Stillen und Sport passen nicht zusammen? Und ob! Zumindest im weitesten Sinne. Ich kannte aus der Babyzeit mit Fiona nur den sog. „Wiegegriff“. Das ist die typische Stillposition, die jeder kennt: Baby im Arm, Mund an Brust. Wie mein überdimensionales Stillkissen aber dabei helfen sollte, erschloss sich mir damals nicht, demzufolge drapierte ich es nur als hübsche aber leider funktionslose Deko um mich herum. Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß! Das mit dem Footballer geht nämlich so: man nehme 1-2 Couchkissen, staple sie übereinander und lege dann das Stillkissen obenrauf und u-förmig um sich rum. Darauf kann das Baby nun der Länge nach abgelegt werden. Es kommt dadurch sozusagen „von hinten“ seitlich an die Brust ran und erinnert ein bisschen an einen unter den Arm geklemmten Football. Positiver Nebeneffekt: auf der entstandenen Stillkissenablagefläche hat ein kleiner Laptop Platz 😉

06.) Wundersame Körperfunktionen
Es gibt so Dinge, die möchte man nicht wissen. Erst recht nicht, wenn sie den eigenen Körper und dessen (ungeahnte) Fähigkeiten betreffen. Denn wie ich letztens vorsichtig überprüfen wollte, ob noch ein Tropfen Milch kommt, guckte ich „in den Lauf der Kanone“ und spritzte mir versehentlich einen dünnen Strahl Muttermilch ins Auge. Die Lachtränen hinterher waren es aber in jedem Falle wert. Ist ja doch schön, wenn man noch über sich selbst lachen kann… Ein Schwank aus der Reihe: passiert mir kein zweites Mal.

05.) Der geheimnisvolle Knopf
Welche Mutter kennt sie nicht: die Puppen, die „wäääh“ machen, wenn man ihren Nuckel rauszieht, die Augen schließen, wenn man sie hinlegt und die das Töpfchen füllen, wenn man ihnen auf den Bauchnabel drückt. Das alles klappt bei einem echten nur bedingt, besonders die Ablege-Augen-Funktion lässt bei den meisten Modellen zu wünschen übrig. Als ich im Krankenhaus war, erklärte mir eine nette Schwester, dass es bei Neugeborenen tatsächlich einen „Anschalt-Knopf“ gebe, den man drücken könne, wenn sie beim Stillen wegdösen und nicht mehr saugen: Babys Handinnenfläche. Mit dem eigenen Daumen leicht massieren und schon trinkt der kleine „Schläfer“ wieder. Glaubt ihr nicht? Ich war auch skeptisch, habe es unzählige Male probiert. Es funktioniert tatsächlich!

04.) Der amerikanische Ausschnitt
Gesehen habt ihr ihn schon mal, nur seinen elitären Namen kennt ihr vielleicht nicht: den amerikanischen Ausschnitt. Die meisten Bodies verfügen über einen, der typische „Baby-Ausschnitt“ eben. Aber wozu soll er gut sein, außer, dass man ihn durch die große Öffnung für den Kopf leicht anziehen kann? Ich sage es euch: Sinn und Zweck des amerikanischen Ausschnittes ist es, dass man den Body/das Shirt im Falle eines „Malheurs“ auf den Klamotten (sogar mit nur einer Hand!) nach unten ausziehen kann. Durch die Überlappung an den Schultern lässt sich das Kleidungsstück sozusagen Richtung Füße abrollen, ohne dass ihr das bekotzte Shirt nach oben umständlich über Babys Kopf ziehen müsst. Cool oder?

03.) Windeln

Im Grunde ist es ja ziemlich wurst, ob Babydream, Babylove, Beautybaby oder Pampers draufsteht. Besser riechen tut der Inhalt davon wahrlich nicht. Und auch, wenn ich eigentlich nicht unbedingt Markenware kaufen muss, sind wir beim Thema Windeln bei den Pampers geblieben, die es im Krankenhaus gab. Ich dachte, was ich dort erklärt bekam, sei ein spezielles „Krankenhaus-Windel-Feature“: ein unauffälliger gelber Streifen auf der Windel, der sich blau verfärbt, wenn die Windel nass ist. Wie ich zu Hause feststellte, verfügen alle Pampers-Windeln über diesen Indikatorstreifen, nicht nur die aus dem Krankenhaus. Sagt mir bitte, dass ihr das auch alle nicht wusstet!
P.S. Wie es bei den anderen Windelgrößen ist, weiß ich noch nicht bzw. nicht mehr, aber in der Newborn-Größe (bis etwa 4kg) haben die Markenwindeln tatsächlich eine bessere Passform als die NoNames.

02.) Kurioses aus dem Hebammennähkästchen
Neben der Tatsache, dass sie in den letzten Monaten zu einer guten Freundin geworden ist, hat meine Hebamme auch allerhand Hilfsmittelchen in unseren Haushalt gebracht. Hervorzuheben seien an dieser Stelle für Mamas Milchbildung die „aktivierten Bockshornkleekapseln“ und fürs Baby die (ich schwöre, die heißen echt so!) „Paderborner Pupsglobuli“! Nun ja!

01.) Rosaplüschwatte
Irgendwann musste es hier ja noch kitschig werden. Nummer 1 der Babyfacts, die ich nicht wusste (und in diesem speziellen Fall auch vorher noch gar nicht wissen konnte), ist die mütterliche Endorphinexplosion, wenn sich links und rechts je ein Kind ankuschelt und man einfach nur im siebten Himmel zwischen Rosaplüschwattewölkchen schwebt und das Leben nach Erdbeersahnebonbons schmeckt. Bei der nächsten vollen Windel, einem bockigen „Ich-will-heute-aber-nicht-Zähne-putzen“ oder nächtlichem Schlafentzug als Foltermethode wird man auch schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt, aber diese kleinen Glücksmomente im Alltag als Zweifachmama drücken immer mal wieder kurz zwischendurch auf RESET. Clever eingerichtet von der Natur, oder?

Habt ihr noch weitere Babyfacts, die man unbedingt wissen sollte? 
Kanntet ihr alle 13 oder habt ihr etwas Neues erfahren? 
Ich bin gespannt auf eure Kommentare!