Die Top 11 der Elternkörperteile

CFalk  / pixelio.de

Habt ihr auch neue Körperteile bzw. -funktionen an euch entdeckt, seitdem ihr Eltern seid?
Ich habe mal die Top 11 aufgeschrieben, die mir in den vergangen 6 Jahren „gewachsen“ sind bzw., die die Palette ihrer Funktionen erweitert haben.

1. Maxi-Cosi-Ellenbogen, der
Am Anfang stellt der mit einem 3,5kg-Neugeborenen gefüllte Autositz noch kein Problem dar, aber mit steigendem Gewicht des Babys wird das „mal locker“ Hochtragen des Maxi Cosis in der Ellenbogenbeuge zum Kraftakt. Führt zu einseitigem Muskelaufbau im jeweiligen Oberarm. Inzwischen bin ich dazu übergegangen, den Sitz stationär im Auto zu lassen und das Kind separat mithochzunehmen.

2. Lego-Fuß, der
Viel zitiert, weil so wahr: der Fuß, ein Körperteil, um im Dunklen Legosteine aufzuspüren. Geht oft Hand in Hand mit der nicht extra aufgeführten Lautlos-Funktion, die immer dann benutzt wird, wenn man vor Schmerz eigentlich gerne schreien würde, es aber in Anbetracht schlafender Babys nicht tut und sich stattdessen auf die Lippe beißt.
3. Leichtschlafsensor, der
Hat es zwei Zimmer weiter gerade gehustet?
Jemand eine Rotznase?
Da hat doch eben was geknackt! Kannst du bitte nachsehen?
Der Körper ist von nun an auf Leichtschlaf programmiert. Das diente vermutlich der Arterhaltung und ist evolutionstechnisch hängen geblieben. Schließlich muss Mutti wach sein, bevor der Bär die Höhle auseinander- und den Nachwuchs mitgenommen hat. Also: Obacht.

4. Superbrainbrowser, der
Das Mutterhirn: ein Browser mit 475 offenen Tabs.
Wenn Schwangerschaftsdemenz und Milchhirn langsam abnehmen, funktioniert alles wieder wie ursprünglich programmiert. Da weiß Mama genau, wann wer zum Zahnarzt muss, was zum Indianerfest in der Kita mitgebracht werden sollen, an welchen Tagen das Kind zu wessen Geburtstag eingeladen ist, wie viel Kleingeld am Wandertag benötigt wird und, was im Kühlschrank fehlt. Das Dialogfenster „Keine Rückmeldung“ ist morgens vor dem ersten Kaffee allerdings nicht selten, besonders, wenn man am Vorabend nicht alle Fenster ordnungsgemäß geschlossen hat.
5. Schaukelhüfte, die
Ein weibliches Körperteil, das von der Natur so konstruiert worden ist, dass ein Kleinkind bequem darauf sitzen kann, während man es mit einem Arm stützt. Rhythmisches Hin- und Herschaukeln ist in der Programmierung eingeschlossen. Die Schaukel- und Sitzhüfte ist beim Mann anatomisch bedingt nicht bzw. nur rudimentär vorhanden.

6. Zusammenklappfunktion, die
Was bei Kinderwägen ein wesentliches Kriterium ist, darf auch bei Müttern nicht fehlen. O.g. Funktion erweist sich als besonders hilfreich im praktizierten Familienbett. Mütter können sich, unabhängig von Körpergröße und Gewicht, platzsparend zusammenfalten, um den Kindern größtmöglichen Komfort zu bieten. Randvolle Harnblasen, eingeschlafene Extremitäten oder Hustenreiz lassen sich ebenfalls unterdrücken, wenn ein gemütlich schlafender Kinderkopf die Bettflucht verhindert.
7. Bückrücken, der
In den ersten zwei Jahren nach der Geburt eines Kindes verlagert sich der Hauptaufenthaltsort der Eltern auf den Fußboden, um heruntergefallene Kekse aufzuheben, das Krabbelkind vor dem beherzten Griff in die Steckdose zu bewahren oder die Händchen festzuhalten bei den ersten unsicheren Schritten. Elternrücken scheinen allerdings auf die Bückfunktion eingerichtet zu sein. Wenn die Zeit der Kita-Elternabende auf Zwergenstühlen vorbei ist, also nach etwa 6 Jahren, bildet sich der Bückrücken meist folgenlos wieder in eine aufrechte Position zurück. Es sei denn, zwischenzeitlich sind kleine Geschwister „nachgewachsen“…
8. Notfallfinger, der
Wird benutzt, um verschluckbare Kleinteile in Windeseile aus Kindermündern zu holen, Nicht-Kaubares aufzufangen, bevor es auf der Tischdecke landet und nicht zuletzt, um schnell Google zu befragen, was Marienkäfer fressen. 

9. Kindershoppingschalter, der
Wird scheinbar immer dann umgelegt, wenn man einen Laden betritt, in dem es u.a. auch Kindersachen gibt. Da zieht man lois, um endlich mal wieder einen schönen Pullover für sich selber zu kaufen und kommt mit einer Tüte voll Hosen, Jacken, Socken, Schlafanzügen, Kleidern und Shirts wieder raus. Alles zwischen Größe 74 und 128. Und ohne den Pullover.
10. Nervschwelle, die

Das Herabsetzen selbiger führt dazu, dass man als Eltern auch die 100. Wiederholung der immer gleichen Lieder einschlägiger Kinderparty-Stars oder das millionste Vorlesen einschläfender Geschichten erträgt, solange das Kind nur glücklich ist. Ein überlebenswichtiges Feature im Alltag mit Kindern, denn der Endgegner heißt: „Bobo Siebenschläfer“. Schnarch…

11. Oktopusarme, die
Links auf der Hüfte das Baby, rechts über’m Arm die Wickeltasche, in der einen Hand eine Trinkflasche und die Mütze, in der anderen den Haustürschlüssel und einen Schal, zwischen den Zähnen die Post aus dem Briefkasten. Und dann sagt das Kind mit Schulrucksack: „Ich habe so viel zu tragen heute. Kannst du Hasi nehmen?“
Kennt ihr das auch? Und fallen euch noch welche ein?

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Best-Of September

Dieser Monat stand ganz im Zeichen der Einschulung und des Schulbeginns. Ein erstes Fazit nach 3 Wochen Schule: das Kind ist glücklich, endlich lernen zu können, erzählt übersprudelnd von den Erlebnissen des Tages, hat neue Freunde gefunden, eine tolle Lehrerin und Lieblingsfach ist Sport.
Wahnsinn, wie sie sich schon in den paar Wochen verändert hat! Sie ist so viel selbstständiger und selbstbewusster geworden, dass ich nur so staunen kann, was die Schule für ein großes Mädchen aus meinem Baby gemacht hat.
Was sonst noch so los war, seht ihr hier im Insta-Rückblick:

Am 3. Schultag war der Schulfotograf in der Schule und die (leeren) Zuckertüten sollten nochmal mitgebracht werden. Zur Langeweilebekämpfung während des Wartens klopfte mein Kind mit der Spitze immer auf den Boden. Tja nun. Jetzt haben wir auf dem Bild eine angefressene Tüte, aber ein glücklich strahlendes Schulkind

Das Sportshirt habe ich mit einer Qualle gepimpt – what else – und inzwischen 
hat sie auch schon ihre Freundinnen mit der Vorliebe für die Glibbertiere angesteckt. 

 65 Jahre Opa, happy birthday to you!
Habe ich schon erwähnt, dass ich keinen Zitronenkuchen mehr sehen kann…?

Besuch auf dem Stoffmarkt Holland in Spandau und die (genähten) Folgen:
 

Erste Vorbereitungen für die Piratenparty zum 6.Geburtstag im Oktober:
 
Mal wieder Tierpark Berlin
…und spontane Abhilfe für lauffaule große Schwestern

4 Milliarden ungelesene Emails nach dem Apple-Softwareupdate
 
…und noch ein bisschen Babycontent:

 Zitate habe ich auch noch ein paar für euch:
Fiona ist 5 Jahre und 11 Monate alt.
„Magst du das Mädchen denn?“
– „Ja, wir sind gefreundet.“
Ich frage nach Druckstellen von den neuen Schuhen.
Fiona: „Nee nee, der Schuh hat nicht geschimmelt.“
(gescheuert)
„Ach, meinst du die mit dem zerknautschten Gesicht?“
(Personenbeschreibung üben wir noch…)
„Wie heißt denn deine neue Freundin?“
– „Iwentolin.“
„Bestimmt Gwendolin, oder?“
„NAHAIN! I-W-E-N-T-O-L-I-N!! Ich hab sie extra noch mal gefragt!!!“
(auf der Klassenliste las ich dann: Evangeline…) 

„Was habt ihr heute im Sportunterricht gemacht?“
– „Ach, nur 100-Kilometer-Lauf.“

„Guck mal, hier ist die Schönhauser Allee.“
F: „Und warum ist die Hauserallee schön?“

„Heute gab es Wurst zum Mittag.“
– „Wie, nichts Warmes?!“
„Doch, das war so Wurst in Schnitzelhaut.“

Am ersten Schultag abends:
„So, der Montag wäre geschafft. Denn kannst du jetzt durchstreichen auf dem Stundenplan.“

9 Monate kleines F

Mein liebes Baby,

ich muss noch ein letztes Mal diese Anrede benutzen, auch wenn du mit 8kg und ca. 78cm schon ziemlich „handfest“ aussiehst und kaum noch etwas an das winzige Neugeborene von vor 9 Monaten erinnert. Beim nächsten Brief in 3 Monaten wirst du nämlich schon 1 Jahr alt (!) und dann ist das mit dem Baby ja wohl endgültig passé…

In den vergangenen 3 Monaten hat sich einiges getan: man merkt jetzt deutlich dein Interesse an der Welt. Du hast bereits ein Lieblingsbuch („Mein erstes Buch von den Tieren“), das du immer beim Essen „liest“. Die dicken Papp-Seiten waren z.T. schon verklebt und haben ziemlich gelitten, aber das ist dir egal. Auf die Schieber stehst du total. Wann immer man fragt „Wo ist der Löwe?“ steckst du deinen kleinen Zeigerfinger in das Loch und ziehst den Schieber vor. DA ist der Löwe!
Auch frisst du jetzt nicht mehr die Seiten an und weichst die Pappe auf, bis die Farbe abgeht, sondern du benutzt Bücher tatsächlich so, wie ursprünglich vorgesehen. Jedenfalls meistens. Bye bye, orale Phase!


Dein liebstes Spielzeug ist momentan die große Feuchttücherbox neben dem Wickeltisch (auf den du kaum noch rauf passt übrigens). Wenn du die Box zu fassen kriegst, ziehst du sie zu dir ran, trommelst darauf rum und freust dich über diese fette Beute. Ich bin ganz froh, dass du die Taste zum Öffnen noch nicht entdeckt hast, aber lange wird wohl auch das nicht mehr dauern.
[Ich muss wohl nicht extra erwähnen, was sie – als könnte sie lesen, was ich gerade schreibe – just in diesem Moment hinter mir macht im Laufgitter? Es klingt jedenfalls so: rupf, hihi, rupf, hihi, rupf, …]

Apropos trommeln: Musik hast du vermutlich im Blut, genau wie deine große Schwester. Wenn ich Kinderlieder anmache aus der musikalischen Früherziehung, wippst du rhythmisch auf und ab, drehst deinen Kopf wild hin und her, lächelst und fängst an zu klatschen mit deinen kleinen Händchen.
Das. Ist. So. Süß!!
Wenn ich dich mal zum Unterricht mitnehmen muss oder du bei einer Probe dabei bist, hörst du aufmerksam zu, solange wir spielen. Wenn ich dann allerdings den Schülern etwas erkläre, äußerst du lautstark, wie unwichtig du dieses theoretische Gelaber findest und erklärst mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik, dass wir endlich weiterspielen sollen. Überhaupt ist deine Gestik wahnsinnig ausdrucksstark. Ich kann mich nicht erinnern, dass Fiona das ähnlich ausgeprägt hatte. Zum Beispiel streckst du deine Händchen aus, machst mit den Fingern immer wieder eine Faust, drehst sie dabei leicht und öffnest sie wieder, wenn du etwas haben oder mitteilen möchtest.
Winken, Klatschen und energisches Kopfschütteln („Neeee“) sind deine neusten Features, die du bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu perfektionieren versuchst.

Wenn du staunst, formst du mit deinen Mini-Lippen einen Kreis und sagst immer wieder zärtlich „Oooooohhhh!“. Staunen kann man übrigens über einen leeren Karton genauso wie über blinkendes Plastikspielzeug. Oooohh, ooohhh!
Zu deinem Vokabular zählen außerdem MAMAMAM und BABABA, sowie lautes Lachen aus vollster Kehle, so dass man sich dabei selbst kaum halten kann, so ansteckend!

Wenn deine Cousine Charlotte zu Besuch ist, könnt ihr euch jetzt schon richtig unterhalten!
„Agraa“ – „Mamam!“ – „Rrrguu“ – „Babbooee“ – „Chrrr“. Sie ist 3 Monate jünger als du und von Mal zu Mal merkt man, wie sich der anfangs noch riesige Unterschied langsam „verwächst“. Ihr interessiert euch für das gleiche Spielzeug, ihr tragt die gleiche Kleidergröße und einer Cousine kann man ganz wunderbar ein bisschen an den Haaren ziehen, vor allem, wenn sie davon mehr hat als man selbst! Es ist toll, euch beiden beim Wachsen zuzusehen!

Seit etwa 4 Wochen bist du mittendrin in der Fremdelphase, das heißt konkret: MAMA!
Solange du auf meinem Arm aus sicherer Entfernung andere Leute angucken kannst, lächelst du sogar. Aber wehe, wenn ich auf die Idee komme, auf „Kann ich sie mal nehmen?“ mit „Ja“ zu antworten. Dann brüllst du auf dem fremden Arm von 0 auf 100 so, als würde man dir Arme und Beine ausreißen. Nehme ich dich wieder, bist du schlagartig ruhig und grinst. Nun ja…

Die Nachmittage verbringst du – zusammen mit deiner Schwester – immer für 2 Stunden bei meiner Mama. Das klappt super und durch den täglichen Kontakt fremdelst du bei ihr nicht. Im großen Kinderwagen, liebevoll dein Wohnmobil genannt, kannst du entspannen, spielen, schlafen und fühlst dich wie zu Hause. Ihr verbringt jeden Tag eine harmonische Zeit miteinander, bis zu dem Zeitpunkt, an dem du mich kommen siehst. Denn dann muss man seinem Unmut weinend Ausdruck verleihen.

Du bist in jeder Hinsicht ein „extremes“ Baby, so lala gibt es bei dir nicht. Entweder bist du sehr freundlich, lachst, flirtest und quietschst vor Freude oder aber du bist extrem genervt und tust das auch sehr deutlich kund. Ich bin jedes Mal überrascht von dem erstaunlichen Repertoire an Gesichtsausdrücken, über die du schon verfügst! Am besten präsentieren kannst du sie übrigens beim Mittagessen: bei Kartoffeln mit Hackfleisch oder Nudeln Bolognese kann es gar nicht schnell genug gehen und du lachst wie eine Hyäne, immer wenn du einen Bissen im Mund hast, und bei Rahmspinat ziehst du die angeekelt-Palette aus dem Ärmel. Börgs!
Was du besonders gut kannst, ist, Bananenstückchen, Gurkenscheiben oder auch Spielzeuge in nicht dafür vorgesehene Öffnungen zu stecken. Wenn du fertig gelesen hast, drehst und wendest du zum Beispiel dein Buch so lange, bis es tatsächlich in die kleine Lücke zwischen deinem Stuhl und der Wand passt. Bumms, weg. Außerdem interessierst du dich brennend für Physik und die Phänomene des Alltags: wie lange braucht die Schüssel, bis sie unten angekommen ist? Was macht sie für ein Geräusch? Klingt sie genauso, wenn sie links vom Stuhl fällt oder rechts? Klebt Marmeladentoast, wenn man es auf Mamas Kopf fallen lässt, während die gerade unter dem Tisch Essensreste aufsammelt? Macht ein beherzter Griff in die offene Butter die Haut weicher? Und wohin fliegt eigentlich Brei, wenn man ihn mit Schwung vom Löffel katapultiert? ….

Gestillt wirst du immer noch, aber eigentlich nur über den Tag verteilt ein Mal und dann abends zum Einschlafen bzw. nachts. Ich bezweifle, dass es da noch um Nahrungsaufnahme geht. Viel mehr ist es das Bedürfnis nach Nähe und Nuckeln und da du weder Däumchen noch Schnuller nimmst, funktioniert das Einschlafen nicht anders. Es ist ja nicht so, dass wir keine Nuckel hätten! Alle erdenklichen Farben, Formen und Modelle hast du zur Auswahl. Du steckst ihn dir beim Spielen in den Mund, gerne auch falschrum, nur um ihn danach mit angeekeltem Gesichtsausdruck wieder rauszuziehen. Ich glaube, das haben sich die Hersteller irgendwie anders gedacht, Baby! Ich für meinen Teil genieße diese ruhigen, innigen Momente noch, weil ich weiß, dass wir uns nie wieder so eng verbunden fühlen werden wie jetzt beim Stillen.

Wenn du, wie gerade diesen Moment, mit einer leeren Schultüte von Fiona spielst und ich sehe, wie du auf der Spitze kaust, sage ich laut „Nein!“ und nehme sie von deinem Mund weg. Darüber ärgerst du dich so, dass du im Laufgitter randalierst wie Godzilla! Du probierst es immer wieder, das machst du bestimmt nur, weil ich weiter oben geschrieben habe „bye bye, orale Phase“. Man, Murphy!

Ich werde oft gefragt, ob es unter den Geschwistern schon Konkurrenz gibt.
Momentan ist es, wie schon von Anfang an, noch die ganz große Liebe von beiden Seiten. Niemanden guckst du so verliebt und glücklich an, wie deine große Schwester. Und von ihr bekommst du jeden Nachmittag, wenn wir sie von der Schule abholen, als Erstes einen Kuss. Sie liebt dich abgöttisch und ich laufe fast über vor Glück, wenn ich euch zusammen kuscheln sehe.

Was das Krabbeln angeht, machst du keinerlei Anstalten. Es ist genau wie vor 5 Jahren. Fiona ist irgendwann einfach aufgestanden und losgelaufen mit dem rosanen Puppenwagen. Ich vermute, bei dir wird es ähnlich ablaufen (haha). Wenn du in Bauchlage auf dem Teppich liegst, schiebst du dich rückwärts und legst so schon ganz schöne Strecken zurück. Besonders motivierend wirken kleine Lego- oder Playmobilteile, die du wie ein Adler aus einiger Entfernung schon anvisierst und als Ziel ins Auge fasst. Aber wenn ich dir auf alle Viere helfen will, guckst du mich an, als wäre ich von einem anderen Stern, lässt dich wieder in Bauchlage fallen und ignorierst deine außerirdische Mutter. Aber Krabbler waren wir ja alle keine, das ist wohl irgendwie genetisch bedingt.

Als ich deinen 6-Monatsbrief geschrieben habe, war gerade das erste Zähnchen unten rechts durchgekommen. Danach hattest du eine ganze Weile nur unten 2 lange Kuchenzähne, die bei jedem Lächeln dafür sorgten, dass man dich sofort knutschen wollte, weil es so niedlich aussah. Vor ein paar Tagen haben sich zu den Hasenzähnchen noch 2 gigantische obere Schneidezähne gleichzeitig dazugesellt! Die Spitzen, die rausgucken, sehen aus, als wären sie viiiel zu groß für deinen kleinen Mund und haben ganz schöne Zahnschmerzen gemacht! Und fotoscheu sind sie außerdem.

Im August warst du zum ersten Mal krank mit 39 Fieber. Ich gab dir alle paar Stunden Zäpfchen und Fiebersaft abwechselnd und leidete ganz schrecklich mit, weil es dir nicht gut ging und du quengelig und insgesamt ganz schön reduziert warst. Nach ein paar Tagen Fieber kamen dann plötzlich rote Punkte überall und damit stand die Diagnose fest: das 3-Tage-Fieber. Bei Fiona lief das damals nicht so „glimpflich“ ab, denn die hatte sehr hohes Fieber (40 und mehr) und sogar Fieberkrämpfe. Da macht man ganz schön was mit…

Deine Augen sind inzwischen eindeutig nicht mehr blau, wie es im Reisepass steht, sondern dunkelgrün. Deine blonden Haare wachsen nun auch sichtbar und du hast sehr große Ähnlichkeit mit deiner Schwester, sagen alle. Wenn du friedlich schlummerst und ich deine süße Schlafschnute sehe, könnte ich dir stundenlang dabei zugucken!
Und manchmal sehe ich dich an und staune einfach nur über diesen kleinen eigenständigen Menschen, der da im Laufgitter sitzt und randaliert, und der vor gut 9 Monaten noch in meinem Bauch gestrampelt hat. Ein Wunder eben…

Du machst uns vollständig, Felicia.
Ich liebe dich,
deine Mama

 

Best-Of Juli

Trotz partieller Zerstreutheit (haben wir Sonnencreme? Bikinis? Windeln? Oh Gott, ich habe Fionas Schlafanzug noch nicht im Koffer…) möchte ich noch schnell das Juli-Best-Of verbloggen, bevor wir heute Nacht für 10 Tage in Richtung Kreta starten und den deutschen „Sommer“ erstmal hinter uns lassen
Hier kommen also unsere schönsten Insta-Momente aus dem Juli 2015:

Quallenkleid genäht für den kleinen Forscher 

Schulbücher bestellt, hach ist das toll! 

Obligatorisches Gartenbaden in der Schüssel, 
die irgendwie jedes Jahr ein bisschen kleiner wird 😉 

Gipsverpackung 
(bis die Tüte beim Planschen im Pool geplatzt ist 
und wir den Rest des Tages föhnend verbracht haben…) 

Liebeserklärung vom Kitafreund, so süß!

 Sommer im Garten

Modderspaß.
Das gehört doch irgendwie zum Kindsein dazu oder?
(auch wenn ich mich schon waschen möchte, wenn ich nur das Bild angucke, haha)
 

Fußie-Liebe, ich muss die ständig küssen!

Mein Mann und ich bereiten in jedem Jahr für das Hoffest nach unserem großen Sommerkonzert einen musikkabarettistischen Beitrag vor. Dieses Mal: „An der schönen blauen Donau“, begleitet von vorher verteilten Glockenspieltönen *pling pling, pling pling* im Publikum und Musik-Bingo – der Renner!

Ein sicher nicht in der Ecke verstaubendes Abschiedsgeschenk 
für die tollste Kita-Erzieherin der Welt

…und die dazugehörige Schultütenparty, 
Häschteck MamaInDerKüche:
Regenbogen-Obstspieße und (wortwörtlich) „Zuckertüten“

Geschenk der Kinder für mich, weil ich mit ihnen Musik gemacht habe ❤
 

 Geschwisterplüsch!

Hey, Baby! 7 Monate alt! Das erste Karten-Foto im Sitzen!
(danach hat sie geniest und ist durch die rückwärtige Beschleunigung erstmal umgekippt…ich konnte leider nicht fotografieren, hatte mit Lachen zu tun)

 „Wir“ stillen immer noch tröpfchenweise. 
Kleine Pause vom Alltag, Welt aus!

Großkind baumelt. Mit Eisfleck, seh ich gerade.
Kleine Brombeere. Zuckersüß oder?

Nochmal Geschwisterplüsch und der erste Fahrradausflug zu dritt!

Sommeroutfits genäht
Griechenland, wir kommen!

Eines Abends spontan: 
„Mama, ich möchte basteln. 
Irgendwas mit Meerestieren. 
Hast du ne Idee?“
– Well…Ich nicht, aber Pinterest hat! 

Und ein paar Zitate habe ich auch noch für euch.
Fiona ist 5 Jahre und 9 Monate alt.
„Mama, hör mal, ich habe mir ein Lied ausgedacht.“
(spielt)
– „Oh, das ist aber schön! Wie soll es denn heißen?“
„Naja, wenn ich es gespielt habe, dann kennt man es ja. 
Also nennen wir es „Den bekannten Walzer“.

„Weißt du, als der Gips abgemacht wurde, das hat sich echt unterirdisch angefühlt!“
Sie wacht nachts auf, sitzt kerzengerade im Bett, sagt
„Was ist eigentlich mit Quallen?!“ und „Ich wollte doch noch üben!“ 
und fällt wieder zurück in ihr Kissen…

„Ich weiß, wo wir mal hinfahren müssen: in den Kongo! 
Da gibt es Kurzhalsgiraffen: 
kurzer Hals, Stirnhöcker, kleine Ohren und Po wie ein Zebra. 
Die muss ich sehen!“

„Heute gab es ganz witzigen Kuchen: gefrorenen Hund!“

„Fiona, machst du bitte dein Bett?“
– „Aber das geht nicht! Ich habe doch heute Nacht in eurem geschlafen!“

„Weißt du, Mama, leben ist schön.“
– „Wie meinst du das?“
„Na zu leben, das ist einfach toll!“

„Bei Papas Schuh ist die Schleife irgendwie verwirrt.“

Felicia gähnt und streckt sich.
Fiona: „Boah, die hat sich ja richtig ausgedehnt!“

„Guck mal, Mama, das ist mein Beethoven-Filly.“
– „Achso? Hast du das so genannt?“
„Ja, die Mähne sieht so aus wie die Haare von Beethoven.“

Sie spricht über eines ihrer Lieblingsessen, 
halbes Hähnchen, auf berlinerisch Broiler.
„Wann gibt’s denn mal wieder Keule am Stiel?“ 
 
2 gelbe und eine schwarze Tonne stehen vor unserem Tor.
Fiona: „Guck mal, wir haben Dortmund-Mülltonnen!“ 
 
„Instrument mit N“
– „….hm….NASENFLÜGEL!“
 
„Mama, gefällt dir mein neues Filly?“
– „Ja.“
„Wirklich?“
– „Ja.“
„Dann sag das mal bitte cooler!“
 
Kind auf dem Spielplatz sieht Felicia in der Manduca.
„Wir haben auch so eins! Unsers heißt Ayden. Schreit deins auch so viel?“
 
„Was habt ihr heute so gemacht in der Kita?“
– „Wir haben uns als Prinzessinnen verkleidet.“
„Oh cool, du auch?“
– „Nee, ich war die Lehne von ihrem Geburtstagssofa.“
 
Sie hält mir einen Vortrag über die gefährliche Irukandji-Qualle und sagt:
„Mama, geh bitte nie nach Australien. 
Die lebt dort nämlich! Sonst kommst du mir noch tot zurück!“
 
„Mama, warum kneifst du deine Pickel?!“
 
Wir spielen Pantomime, Gegenstände erraten.
Ich komme nicht drauf und frage:
„Hä? Das sollte eine Klobürste sein?! Was machst du denn damit?“
– „Na umrühren.“

Baby-Verhaltensregeln bei Tisch

Das Baby des Hauses ist inzwischen 7 Monate alt und ein begeisterter Esser. Fläschchen sucks! Das wussten wir ja schon lange. Seitdem das kleine F also halbwegs vernünftige, pürierte Nahrung zu sich nehmen darf, hat sich während der Mahlzeiten eine Essenskultur entwickelt, die ich für aufschreibenswürdig halte.

Hier kommen unsere „Tischregeln“, ein Kodex, an den sich die meisten Babys zu halten scheinen:

Puste vorsichtshalber nochmal „nach“, um sicherzugehen, dass das Essen auf dem Löffel auch wirklich richtig temperiert ist. Freue dich, wenn der Löffelinhalt in alle Richtungen spritzt. Nächster Versuch!

Warte, bis der Löffel direkt vor deinem geöffneten Mund angekommen ist und drehe deinen Kopf dann blitzschnell zur Seite. Die Hand, die dich füttert, wird dieses Spiel lieben!

Wähle eine Breisorte aus und iss mit großem Appetit, z.B. Müsli in Früchten. Warte ein paar Tage ab, bis deine Eltern XL-Gläschen dieser Sorte gekauft haben. Dann ignoriere dieses Essen und tu so, als sei es absolut ungenießbar.

Sobald du Gemüse schmeckst, solltest du Kotzgeräusche machen und dabei angewidert die Zunge rausstrecken. Nur nichts durchgehen lassen!

Die Kinderärzte empfehlen, zwei Mal pro Woche ein Gericht mit Fleisch zu geben. Suche dir beispielsweise „Kartoffeln mit Hackfleisch“ aus und iss eine Zeit lang nichts anderes zum Mittag. Nimm das, Frau Doktor!

Falls du das Bedürfnis verspürst, dein Essen auf dem Eingangsweg wieder loszuwerden, warte damit, bis alles sauber gemacht ist und dein Lätzchen entfernt wurde. Sollst du in Kürze umgezogen werden, warte unbedingt auch das noch ab. „…ein Löffel für Mama, ein Löffel für Papa, … und dann stiegen sie alle wieder aus.“

Lege dich auf eine Breisorte fest und iss nur noch diese. Deine Eltern werden dir aus Angst vor zu einseitiger Ernährung diverse Mittagsmenüs kredenzen, was deine Auswahl ins Unermessliche steigern wird. Probiere alles und zeige dich dennoch unentschlossen.

Nimm das Gläschen Rahmspinat mit Kartoffeln zum Anlass, deine Palette an angeekelten Gesichtsausdrücken zu üben und zu erweitern. Kein Mensch auf der Welt würde das freiwillig ohne einen Krümel Salz essen. Also auch du nicht.

Versuche, deine Grobmotorik soweit zu kontrollieren, dass du den herannahenden Löffel mit einem gezielten Schlag K.O. setzen kannst. Das bedarf etwas Übung, ist aber unheimlich effektvoll und wird dir Bewunderung von allen Seiten einbringen.

Umgangsregeln für eine Scheibe Toast, Zwieback oder ein Brötchen: übe den Pinzettengriff und zerpflücke das Nahrungsmittel in möglichst kleine Teilchen. Lege dir Vorräte für später an. Man kann nie wissen! Geeignete Orte für die Aufbewahrung sind beispielsweise unterm Tisch, in den Ritzen deines Hochstuhles oder in deiner Kleidung. Der natürliche Feind des Toastschnipsels ist übrigens der Staubsauger. Obacht.

Kleckert ein bisschen Brei vom Löffel auf deinen Tisch, zögere nicht und fasse blitzschnell hinein zum wilden Verteilen. Das sind wichtige sensorische Erfahrungen, die du nur so sammeln kannst!

Mahlzeit!
 
Kennt ihr das auch von zu Hause?
Könnt ihr noch weitere Baby-Essens-Regeln ergänzen?

Best-Of Mai

Der Mai 2015, ein aufregender Monat bei uns! Hier ist er, in Insta-Bildern:

Zum ersten Mal Stoffmarkt, am Maybachufer in Berlin. 
Für einen Suchti absolut gefährliches Pflaster :p
Die zentrale Einschulungsuntersuchung mit dem Großkind:
zu 100% schultauglich!
Jetzt kann die erste Klasse kommen!

 Das kleine Faultier an seinem liebsten Platz: Mama

genäht: Panda-Partnerlook für die Schwestern

Tag der offenen Tür bei der Freiwilligen Feuerwehr 
 Mit knapp 5 Monaten jeden Abend ein halbes Glas Gute-Nacht-Grießbrei und plötzlich schläft das Kind nachts, sieh an, sieh an. Meinen Möhrenversuch hätte sie deutlicher nicht ablehnen können. Den Grieß löffelt sie weg, als hätte sie noch nie etwas anderes gemacht. Yes!
 
 Der neue Beiß-Knister-Rassel-Lamaze-Liebling: 
von der großen Schwester liebevoll „Octopussy“ genannt

 Tierparkbesuch am Vatertag mit Akrobatenelefant

Das erste Mal allein auf Reisen:
Kitafahrt fürs Großkind & Liemhasi mit Notfallanhänger ^^

die zum Glück vorerst letzte Impfung für’s kleine F

Sonnenuntergang über’m See bei der Abholung von der Kitafahrt

 5 Monate schon!!! Die Zeit rast…
über Pfingsten 1 Woche in der ägyptischen Sonne

Und für Fiona das absolute Mai-light: 
die erste Zahnlücke nach gut 6 Wochen Wackelzahn!
Und hier sind die Mai-Zitate.
Fiona ist 5 Jahre und 7 Monate alt.
„Mir gefallen beide.“
(zeigt 3 Finger)
(Sie guckt Sendung mit der Maus, das Baby-Spezial)
„Der Embryo sieht aus wie eine außerirdische Qualle!“
(Fiona spielt mit Papa Karten)
Er: „Wenn du Asse im Ärmel verstecken willst, würde ich lange Ärmel anziehen.“
Sie: „ASSELN?!?“
„Ihr habt auch Stockbrot gemacht? Erzähl mal, wie!“
– „Na wir haben so einen Teig um einen Stock rumgebunden, ins Feuer gehalten und dann ist Stockbrot draus geworden.“
„Ich habe ganz viele Mückenstiche am Hinterbein!“
„Mama, was machst du gerade?“
-„Ich hab ein Urlaubsbild von dir an Facebook geschickt.“
„Cool, und was sagt Facebook dazu?“
(Sie studiert ihre Fischkarte)
„Boah, ich wusste nicht, dass der Ozean soo cool sein kann!“
„Kannst du dir vorstellen, dass du bald ein Schulkind bist, Nono?“
– „Klar! Denn eigentlich bin ich wie gemacht für die Schule.“
(Fiona tanzt den Ententanz mit Klatschen: vorne, unterm Bein, nochmal vorne, hinten. 
Meine Mama versucht es nachzumachen, scheitert)
Fiona: „Ach Sasa, das ist einfach nichts für dich.“
(Sie holt sich vom Buffet ein gekochtes Ei)
„Kannst du mir das Eigelb rausmachen? Das mag ich nicht. 
Und danach bitte Salz auf die Eierschale streuen.“

(Felicia schlägt mit der Hand auf ihr Kuscheltier)
Fiona: „Muss man den armen Hasen hauen ja?!“

(Sie bekommt ein Doppelpack neue Zahnbürsten)
„Wenn die eine ein bisschen verschrottet ist, nehm ich einfach die andere.“
 

Baby-Knigge

Im Alltag mit dem Baby ist mir aufgefallen, dass es ein paar ungeschriebene Gesetze zu geben scheint, die für vermutlich alle Babys gleichermaßen gelten. Dieses unschuldige und engelsgleiche Lächeln am Morgen nach einer durchwachten Nacht oder der „Unfall“ genau in dem Moment, wenn die Windel ab ist, kommen sicher nicht nur mir bekannt vor. Deswegen habe ich sie für euch mal aufgeschrieben, die goldenen Verhaltensregeln oder auch Knigge für Babys.

Grobmotorik
Wenn du zwischen 3-6 Monate alt bist, wollen deine Menschen, dass du das Drehen lernst. Sie knistern dabei mit bunten Spielzeugen vor deiner Nase und schubsen dich leicht an. Wichtig: bleibe unbedingt stur und unbeweglich auf dem Bauch liegen und lege zur Verdeutlichung der Anstrengung den schweren Kopf erschöpft ab. Drehen, Rollen und Purzelbaum übt man ausschließlich auf dem Wickeltisch. Ablegemöglichkeiten unter 1m möglicher Falltiefe sollten als Übungsplattform konsequent ignoriert werden.
Wenn sie beobachten, wie du dich an Stühlen und Tischen hochziehst, wollen sie, dass du alleine läufst. Lasse dich in regelmäßigen Abständen auf den Po fallen und lache, denn wer später läuft, wird länger geschoben.

Schlafen
Um die Mittagszeit werden sie versuchen, dich abzulegen, damit du schläfst und sie die Hände frei haben für Kochen, Wäsche, Arbeiten und andere langweilige Dinge. Im Grunde wollen sie das gar nicht. Sie möchten viel lieber mit dir „Kuckuck“ spielen und dir Fingerreime vorsingen. Bekräftige sie in ihrem geheimen Wunsch und lasse dich nicht ablegen, sie werden das zu schätzen wissen.
Nachts darfst du unter keinen Umständen im ersten halben Jahr mehr als 4 Stunden am Stück schlafen, am besten noch weniger. Das ist zwar hart für dich, sollte aber unbedingt durchgehalten werden, da du deinen Menschen sonst falsche Tatsachen vermittelst und sie womöglich zu früh wieder ausgeschlafen sind und ernsthaft über ein weiteres Kind nachdenken. Das muss um jeden Preis hinausgezögert werden. Bist du morgens vor allen anderen wach, drehe dich um 90° und strample wild mit den Füßen. Alternativ eignen sich auch Finger im Gesicht. Nasenlöcher, Ohrmuscheln, Augen und Mund deines Lieblingsmenschen bieten gute Angriffsflächen. So werden sie am liebsten geweckt. Wenn das alles nichts hilft, probiere kacken –> Wickeln

Wickeln
Solange du ein Baby bist, freuen sich deine Menschen über alle Geräusche deines Körpers (außer Kotzen). Sie loben dich überschwänglich für’s Rülpsen nach dem Essen (Bäuerchen – haha, eine ganze LPG!) und sie lachen, wenn du die Windel mit Material füllst. Noch mehr würden sie sich aber freuen, wenn du ihnen deine Erfolge nicht in der Windel, sondern unmittelbar vor ihrer Nase auf dem Wickeltisch präsentierst. Warte also ab, bis die Windel entfernt wurde – direkt nach dem Baden ist ebenfalls ein geeigneter Zeitpunkt -, konzentriere dich und lege dann los. Für Klamottentreffer gibt es Extrapunkte!
Töpfchen sind übrigens eine ganz grausame Erfindung, denn alles, was du dort hinein machst, ist im nächsten Moment weg. Sie kippen deinen Erfolg einfach aus, lasse das nicht zu! Sie werden alles versuchen, um dich zur Topfnutzung zu bewegen, angefangen von Jubeln und Klatschen bis hin zu bunten Gut-gemacht-Aufklebern und kleinen Geschenken. Warte ab, bis sie eine dir angemessen erscheinende Entlohnung anbieten.

Kommunikation
Deine Menschen, besonders die mit den Brüsten, sind hormonell darauf gepolt, dich stets gut versorgt zu wissen. Deine Möglichkeiten, dich ihnen mitzuteilen, sind vielfältig.
A) Das Entertain-Me-Schreien: keinen Bock mehr auf das bunte Mobile und den Rassel-Quietsch-Papagei? Vom Arm aus kann man viel besser gucken? Dann erst leise ein wenig stimmhaft hüsteln und ggf. progressiv bis zum ausgewachsenen Schreien ansteigen lassen. Schnell aufhören, wenn die Bitte erhört wurde. Auch Eltern sind lernfähig.
B) das Mir-ist-sterbenslangweilig-Schreien: dazu in einem gesunden Mezzoforte weinen und große Augen machen, wenn möglich mit Tränen. Sie werden dich unverzüglich auf den Arm nehmen und sich freuen, wie schnell du zu beruhigen gewesen bist.
C) Das Mach-mich-sauber-Schreien: einfach durchgehend leise nörgeln und mit der Gesamtsituation unzufrieden sein. Nachdem sie dir Essen angeboten haben, werden sie als zweite Option deine Windel öffnen. Für größeren Spaß, nicht vergessen –> Wickeln
D) Das Ich-sterbe-vor-Hunger-Schreien: den Mund weit aufreißen, die Augen zusammenkneifen und aus vollster Kehle brüllen, dazwischen nur Bruchteile von Sekunden Luft holen. Lass dich nicht von Nuckeln, Fingern oder anderen Saugplacebos hinhalten. Nur Bares ist Wahres. Pack die Brust aus, Mama! Um die Wirkung zu dramatisieren, während des Trinkens noch ab und zu stoßweise seufzartig einatmen. Kommunikationsform D) darf auch ohne Hunger angewandt werden, zum Beispiel beim Kinderarzt.
E) Das Eigentlich-bin-ich-müde-aber-ich-weiß-nicht-wie-man-einschläft-Schreien: die größte Herausforderung unter den Kommunikationsformen, wenn du deine Herde einfach ein bisschen auf Trab halten willst. Dazu eine Kombination aus den genannten Mitteilungsarten entwickeln und am Wichtigsten: durchhalten! Damit es glaubhaft bleibt, darfst du in der ersten halben Stunde unter keinen Umständen die Augen schließen. Angebote wie Flaschen, Spielzeug oder Kinderwagenrundfahrten quittierst du mit noch lauterem Schreien. Besonders gut funktioniert E), wenn du nicht zu Hause und ohne die Frau mit den Brüsten unterwegs bist. Keine Sorge, Großeltern sind i.d.R. nicht nachtragend.
Bei wichtigen Terminen, wie z.B. Reisepassbeantragung oder Einschulungsuntersuchung des Geschwisterkindes ist es nur höflich, wenn du dich auch entsprechend vorstellst. Lass dich dabei von „Schhhhh“-Lauten deiner Menschen nicht irritieren. Die Behörden möchten schließlich wissen, mit wem sie es zu tun haben!

Essen
Bist du Stillkind, verlange mittels A) oder D) nach der Brust, sauge gerade so viel an, dass die Milch fließt, lass dann los, grinse und drehe deinen Kopf weg. Dein Milchmädchen wird lustige akrobatische Übungen vollführen und versuchen, die Brust aus jedem erdenklichen Winkel in deinem Mund zu platzieren. Warte so lange ab, bis das Brustwarzen-Gaumen-Verhältnis dir angenehm erscheint. Dann schlafe ein.
Bist du Flaschenkind, verlange mittels A) oder D) nach der Flasche, nimm einen winzigen Schluck, schiebe mit der Zunge angeekelt den Flaschennuckel aus dem linken oder rechten Mundwinkel und tue so, als handele es sich um Flüssigbeton.
Bekommst du Brei, solltest du dir unbedingt die Hamster-Technik aneignen. Öffne deinen Mund mehrfach hintereinander und bewahre jede Löffelfuhre unauffällig in deinen Backen auf. Warte ab, bis sich deine Menschen in Sicherheit wiegen. Das ist der geeignete Zeitpunkt, um das mit Spucke verdünnte Gemisch ohne zu Schlucken wieder hinaus zu befördern. Läuft etwas zwischen Kinn und Lätzchen, hast du dir Halsfalten-Extrapunkte verdient.
Königsdisziplin: niesen. Ha…Ha…Hatschi! Deine Menschen wollten sowieso waschen.

Feinmotorik
Benutze deine Hände ausschließlich, um Dinge, die dir zum Festhalten gegeben worden sind, fallen zu lassen. Deine Menschen lieben dieses Spiel. Finger eignen sich wunderbar dazu, um in Körperöffnungen zu pieken (–> Schlafen), an Haaren zu ziehen und in unbeobachteten Momenten Teller vom Tisch zu schieben. Plastik ist nur Material zweiter Wahl. Scherben bringen Glück, lautet die Devise! Beschäftigen sich deine Menschen mit ihren Handys, wenn du auf dem Schoß bist, nutze den Moment, um Oma anzurufen! Das grüne Telefonhörersymbol ist ein guter Anfang.
Benutze deine Hände nicht, um Gegenstände zu untersuchen. Dafür hast du einen Mund. Mit keinem anderen Körperteil kann man Form, Farbe, Oberflächenstruktur und Nährwert besser bestimmen.
Bei Pappkartons empfiehlt es sich, selbige nicht nur von außen, sondern auch von innen zu kontrollieren. Deine Menschen verwenden sie, um darin Pizza vor dir zu verstecken. Wenn du etwas mit Spucke markiert hast, gehört es dir. Auch sehr hilfreich beim Thema –> Spielzeug.

Spielzeug
Spielzeug gibt deinen Menschen das Gefühl, dich sinnvoll zu beschäftigen. Merke: Klapper-Rassel-Klingel-Quietsch-Dinge sind nur so lange interessant, wie du sie noch nicht besitzt. Sind sie erst gekauft, lasse sie links liegen und ziehe sie nur in unbeobachteten Momenten zum Spielen heran. Diese Taktik wird dir nach einer gewissen Zeit eine größere Auswahl verschaffen. Wenn du dir deine Freizeit erhalten willst, stecke keinesfalls zu früh Formbausteine in die passenden Löcher! Das Runde muss in’s Eckige, heißt es nicht umsonst. Es könnte sonst passieren, dass dich deine Menschen für hochbegabt halten und dich unmittelbar nach dem ersten Geburtstag zum Mini-Chinesisch, Klavierunterricht, Baby-Ballett und Kinder-QiGong anmelden.

Fotos
Lächle, rede, singe, lache, quietsche und winke – aber nur, solange keine Kamera in der Nähe ist. Sobald du ein Objektiv siehst (Achtung, manche verstecken sich in Handys!), beginnt das Spiel: gucke so ernst und unbeteiligt, als ob dir gerade jemand einen Vortrag über Atomphysik halten würde. Das ist eine wichtige Regel, schließlich möchtest du nicht an deinem 18.Geburtstag mit peinlichen Videos überrascht werden, auf denen du vor Freude quietschend Spuckeblasen produzierst.
Ein Extrafall sind Passfotos beim Fotografen für deinen ersten Ausweis. Das biometrische Baby-Foto verlangt 1. einen geraden Kopf, 2. offene Augen und 3. einen geschlossenen Mund. Bemühe dich, immer nur maximal 2 von 3 Anforderungen zu erfüllen, sonst hat der Fotograf keinen Spaß!

Sport
Gesund und fit zu sein ist wichtig für deine Menschen. Unterstütze sie in ihrem Vorhaben, in dem du dich als Personal Trainer anbietest. Die Regeln sind denkbar einfach: lasse sie nicht oder nur kurz sitzen und behalte ihre Essenszeiten im Blick. Spare dir die Kommunikationsformen A) bis E) nach Möglichkeit für diese Momente auf. Sie werden es dir irgendwann danken. Für den Muskelaufbau ist es unerlässlich, dich regelmäßig tragen zu lassen. Merkst du, dass deine Menschen es eilig haben beim Verlassen des Hauses, lasse dich erst anziehen und anschnallen und fülle dann nochmal lautstark und nicht tolerierbar deine Windel. Sie werden daraufhin ihre Geschwindigkeit in Bücken, Strecken, Hochheben, Windelnwechseln und An- und Ausziehen verdoppeln, was zu einer höheren Kalorienverbrennung führt.

Kennt ihr noch andere „Babyregeln“ von euren Kindern?
Schreibt mir eure Erfahrungen gern in die Kommentare!