Schwarz vs. Weiß

Wer auch immer vor ein paar Tagen über 300x und heute immerhin noch 152x versucht hat, sich in mein Email-Postfach einzuloggen – ich schreibe es dir schwarz auf weiß: gib’s auf ^^

Apropos schwarz und weiß, da wären wir schon bei Luzia Pimpinellas Thema der (letzten) Woche.

Ich kann mich einfach nicht für eins entscheiden, deswegen schicke ich gleich 4 Bilder in’s Rennen.
Sucht euch eins aus  🙂

Nach den beiden absolut gelungenen Sommerkonzerten gestern müsste ich wohl stellvertretend für alle Beiträge ein Tastenbild hochladen. Erst haben 45 (!) junge Musiker aus den 1. Klassen des Stadtbezirkes auf ihrem Schuljahresabschlusskonzert mit der Melodika gezeigt, was sie in einem Schuljahr gelernt haben und anschließend durften die Fortgeschrittenen ihre Fähigkeiten nach einem Jahr Akkordeonunterricht unter Beweis stellen.

Das zweite Konzert bestritten mein Schülerorchester VIVAccordia und das Ensemble conAmici gemeinsam. Neben einigen Uraufführungen („Ai se tu pego“, „Those were the days“, „Music“) spielten wir auch unsere Wettbewerbsstücke vom Open Accordion Festival in Irland (April 2012) und ernteten viel Applaus vom Publikum. Für das anschließende Grillen im Innenhof des Theaters hatten wir (nach einem verregneten Samstag und einem Auftritt im Partykeller des Nachbarn statt im großen Garten des Geburtstagskindes) bestes Wetter und tolle Beiträge auf der offenen Bühne. Mein persönliches Highlight war Fiona, die mir schon seit Wochen in den Ohren lag, wann sie endlich auf die Bühne gehen darf. Gestern war es nun so weit, sie schnappte sich die Rassel, kletterte ans Mikro und verkündete laut und mit kräftiger Stimme: „Mama, Papa und Fiona spielen jetzt „Der dritte Mann““ und das taten wir dann auch. (Morgens vor dem Konzert: „Noni, du bist heute der dritte Mann!“ – „Hahaha, nein, Mama, DU bist der dritte Mann. ICH bin eine Ballerina….“) Unser kleines Rampenferkel hat tatsächlich das komplette Lied durchgerasselt. Bei der Probe zu Hause ist sie nach etwa der Hälfte einfach losgegangen ^^ Als das Stück zu Ende war und sie wieder ins Publikum gehen sollte, gab es fast Tränen und bedrohlich weit nach unten gezogene Mundwinkel à la Merkel. Sie wollte noch ein Lied singen. Welches?
„Mh-mh macht der grüne Frosch im Teig“. Leise von mir auf dem Akkordeon begeleitet, sang unsere zweieinhalbjährige Prinzessin in ihrem Blütenkleidchen laut und deutlich das Lied vom grünen Frosch in der Backware, meistens tonal sogar schon ziemlich dicht dran ^^
Ich glaube, sie hat jetzt Blut geleckt. Abends unterhielten wir uns:
„Ich bin stolz auf dich, Nono!“
– „Ja, ich bin auch stolz auf dich, Mama! Dis war eine aufregende Welt heute. Wann geh ich nochmal auf die Bühne???“

Außerdem habe ich euch noch eine hübsche Miezekatze zu zeigen, die sich neulich erst ausgiebig putzte und anschließend so vor meiner Handykamera positionierte, als hätte sie sagen wollen:
„Hast du Tomaten auf den Augen? ICH bin schwarz-weiß. Guck! Und jetzt mach gefälligst ein Foto!!!“
Es gibt eine Postkarte, auf der sind ein liegender Hund und eine sich auf dem Rücken räkelnde Katze zu sehen.
Denkblase beim Hund: „Sie pflegen mich, sie geben mir Futter, sie lieben mich…sie müssen Götter sein!“
und bei der Katze:
„Sie pflegen mich, sie geben mir Futter, sie lieben mich…Ich muss ein Gott sein!“

 Last but not least kommt hier mein persönlicher Sieger dieses Farb- bzw. Zustandbattles:
das weiße iPhonium 🙂
(und nicht nur, weil es so schön spiegelt ^^ einmal „i“, immer „i“)

Und noch ein paar 7-Sachen-Bilder der letzten Tage. Die Idee stammt von Fr.Liebe, die jeden Sonntag (oder auch Montag) dazu aufruft, Bilder von 7 Sachen zu zeigen, für die wir unsere Hände gebraucht haben, egal ob für 5 Minuten oder 5 Stunden:

üben üben üben…
T-Shirts gepimpt
Täschchen für die Fillys genäht
unsere 3 conAmici-Männer bei besagtem Kellerauftritt ohne Vorwarnung geknipst – und alle gucken beschäftigt weg….
Blumen, Bäume, Unkraut, die eigenen Füße und alles, was sonst noch im Garten zu finden ist, gegossen ^^
das bei ARLA gewonnene Schmetterlings-Züchterset ausgepackt und bestaunt
(Raupen werden aber erst nach dem Urlaub bestellt, ich berichte dann)
einen schönen Himmel gesehen und festgehalten
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Winzig klein vs. riesig groß

…heißt das erste der vier Gegenteil-Mottos im Juni.
Meine erste Idee, die winzigen Kinderfinger der neugeborenen Fiona in meiner großen Mamahand (kommt, gebt’s zu, so ein Foto hat JEDE Mama gemacht ;), hatten noch einige andere, die beim Pimpinella-Fotoprojekt dabei sind. Deswegen wurde kurzerhand umdisponiert und ich zeige euch etwas, bei dem ihr genau hinschauen müsst und vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennt, was hier das winzig Kleine und was das riesig Große ist. Es kommt immer auf die Perspektive an 😉
(Dazu fällt mir das Bild von der Katze vor dem Spiegel ein. Als ihr Spiegelbild sieht sie einen ausgewachsenen Löwen und drunter steht: „what matters most is how you see yourself“)

Der 386m hohe Berliner Fernsehturm, umgangssprachlich auch Tele-Spargel, ist eines der Wahrzeichen unserer Stadt. Obwohl er in der DDR geplant und errichtet wurde, ist er seit der Wiedervereinigung 1990 Symbol für Gesamtberlin geworden. Nach über 20 Jahren sollte die Mauer so langsam aus den Köpfen verschwunden sein, könnte man meinen. Davon sind wir allerdings noch weit entfernt! Ich persönlich glaube ja, dass Westberliner beispielsweise das Schloss Bellevue oder den Zoo als „ihre“ Sehenswürdigkeiten bezeichnen, wohingegen waschechte Ossis das Brandenburger Tor und den Tierpark für sich beanspruchen, auch wenn es wohl niemand zugeben würde.
(Nur am Rande: der Fernsehturm steht übrigens im Osten 😉
In meiner Zeit in Westdeutschland folgte auf die Frage nach meiner Herkunft und meiner dazugehörigen Antwort in den meisten Fällen sofort das Nachhaken: „Ost oder West?“. Soviel zum Thema…
Wenn wir mal (selten genug!) mit den Öffentlichen unterwegs sind, die hier übrigens nicht türkisch anmutende Verstümmelungen wie ÖPNV o.ä. über sich ergehen lassen müssen, sondern schlicht und einfach BVG geschimpft werden (und das meine ich wörtlich! Kabelklau bei der Bahn ist eine der Standardansagen im Radio…), fühlt sich die eigene Stadt an, wie eine fremde, je näher die S-Bahn Richtung Spandau ihrem Bestimmungsort kommt. Und sobald Friedrichstraße und Hackescher Markt auf dem Rückweg hinter einem liegen, entspannt man sich langsam wieder vom Trubel der Großstadt und lässt sich von der Bahn an den heimischen Berliner Rand und sanft in den entspannten Minuten-Schlaf schaukeln (sofern nicht wieder irgendwo ein Kabel fehlt bzw. man zur Berufszeit unterwegs ist…). Viele kommen extra nach Berlin, um das multikulturelle Tohuwabohu , blinkende Lichter und dröhnige Musik aus Hinterhausbars hautnah zu erleben. Mir reicht das immer für einen Abend ^^
Ob es den Westberlinern andersrum genauso geht? Und gibt es das in anderen Städten auch oder ist das geschichtlich bedingt nur in der Hauptstadt so?

Aber zurück zum Fernsehturm:

Witzig an der Planung des Turmes ist die Tatsache, dass der Standort in den Müggelbergen schon beschlossene Sache gewesen ist. Dort sollte eine neue Anlage gebaut werden, die vor allem zum Senden des DDR-Fernsehens vorgesehen war. Nachdem ein paar Nebengebäude bereits errichtet worden waren, stellte das Innenministerium fest, dass die Sendeanlage in der Einflugschneise des geplanten Flughafen Schönefelds stehen würde. Ganz großes Kino!
Dass das Ganze mal Probleme geben würde, stand also schon viiieeele Jahre vor der geplanten Eröffnung des neuen Großflughafens fest – haha…

Weiterhin sollte ein anderes, von der Sendeanlage unabhängiges, Großprojekt im Bezirk Mitte entstehen: ein Regierungshochhaus als architektonisches Symbol für die Gesellschaft. Selbiges wurde allerdings nie gebaut.

Beide verworfenen Pläne fanden zusammen und so entstand der Turm auf dem Alexanderplatz.
„Nu Genossen, da sieht man’s ganz genau. Da gehört er hin!“ soll der vor einem Berlinmodell stehende Walter Ullbricht, Staatsoberhaupt der DDR, einer Anekdote zu Folge gesagt haben.
Seit Oktober 1969 steht er nun da, wo er hingehört, und ist zu einem der beliebtesten Ausflugsziele geworden, sowohl für Touristen, als auch für die Berliner selbst. Wer ihm einen Besuch abstatten will, dem empfehle ich die (wenige € teureren) Reservierungstickets zu bestimmten Uhrzeiten, mit denen man ohne Schlange einfach reingehen kann. Bei gutem Wetter steht man andernfalls manchmal gute 2 Stunden, bis man überhaupt zum Schalter kommt, an dem man die Karten kaufen kann. Anschließend werden sich nochmal die Beine in den Bauch gestanden, bis man endlich hoch darf. Nee, nee, nich mit mir und schon gar nicht mit ungeduldigem Kleinkind!

In den 19 Jahren, die ich seit meiner Geburt in Berlin verbracht habe, bin ich nicht ein Mal auf dem Fernsehturm gewesen, dafür mit Fiona nun schon 2x. Die staunte nicht schlecht über winzige Autos, Busse und Straßenbahnen, die sich wie flinke Ameisen 200m unter unseren Füßen durch die Straßen gruben.

Jetzt ein Eis!

Eigentlich hatte ich mir für den Wochenanfang fest vorgenommen, endlich den Mai-Artikel für die nur noch monatlich laufende Eltern-Kind-Parade von der Testmama zu schreiben, schließlich ist der Monat – der doch irgendwie gerade erst mit einem langen Wochenende angefangen hatte – schon wieder fast vorbei und am Freitag ist Juni. Und Mitte Juni sind wir als erstes Bundesland mit den Sommerferien dabei! Kam so plötzlich diesmal!
(Plötzlich wird dann wohl auch der Schulbeginn in der Hitze der ersten Augustwoche sein…oh oh)
Bevor ich aber das eben Angekündigte schreibe, muss ich euch erst von unserem Wochenende berichten.
Dem schönen Wetter sei Dank konnten wir jeden Tag grillen und viel Zeit im Garten verbringen. Dieser wurde am Sonntag auf Vordermann gebracht und mit vereinten Kräften von Tannennadeln, -zapfen und Unkraut befreit. Sogar Fiona hat sich eine Harke geschnappt und fleißig mitgeholfen. Auf die braune Mülltonne, das vorläufige Endlager des Gartenmülls, warten wir noch, aber dann kann der Sommer wirklich kommen! Der Apfelsandkasten wurde ein paar Zentimeter mit (kaltem!) Wasser aus dem reparierten Gartenhahn gefüllt und so konnten sich die kleinen Füße ein bisschen abkühlen. Planschst du schon oder harkst du noch?
Erst klappte das nur-mit-den-Füßen ganz gut aber wer aufsteht, setzt sich auch bald wieder hin. Schneller geht’s mit rutschig-nassem Mini-Pool und so wurde aus dem Fuß- ein Hüftbad ^^ Später kam Freundin Lilly von gegenüber zu Besuch. Die kommt nach dem Sommer schon in die 2. Klasse und liebt es trotzdem, sich mit dem kleinen Mausekind die Zeit zu vertreiben. Sie hatten sich eine ganze Weile nicht gesehen und Lilly stellte erstaunt fest: „Nono kann ja jetzt schon richtig sprechen!“ Die Unterhaltungen zwischen den beiden sind sehr niedlich.
Hier bitte, deine Seifenblasen.“
– „Danke, Nono. Wenn du sie nachher nochmal willst, brauchst du mir nur Bescheid sagen.“
„Okay, ich sage dann Bescheid. Wollen wir jetzt Eis backen im Sandkasten?“
– „Au ja, gerne. Ich möchte Schoko mit Sandstreuseln…hihihi…..“

Ich kann meinem Kind 10x und mit Nachdruck an’s Herz legen, dass es sich nach dem Trampolinspringen die Schuhe wieder anziehen soll. Nix. Sie läuft auf Socken mit Schuhen in der Hand durch den Garten und bringt Harz, Steine, Sand, Käfer und andere Gartenschätze an ihren Füßen in’s Haus. Neben Sandkasten und Rutsche war auch das Trampolin wieder stark frequentiert. Lilly zeigte Fiona allerlei Tricks, z.B. wie man auf den Po springt und danach wieder steht (klappte nicht, der Po ist zu schwer! Muss an der Windel liegen ^^) oder wie man eine Vorwärtsrolle macht (Nono positionierte sich genau wie Lilly, nahm Schwung und rollte sich seitwärts um die eigene Achse. „Guck mal, Mama, wie Lilly!“). Mit diversen Seifenblasengeräten wurde auch am Pfingstwochenende wieder kräftig geblasen, eine größer als die andere. Den ESC haben wir zwischen den Startpositionen 13 bis Ende auf der Couch verschlafen (Halt, bei Roman Lob bin ich kurz aufgewacht!) und wohl nichts Erwähnenswertes verpasst. Die russischen Omis waren ja zum Glück recht früh dran mit ihrem Beitrag, was habe ich gelacht. Ein Song mit Ohrwurmcharakter und russischem Charme: come on and danz. Hat was!
Am Sonntag waren meine liebsten Amicis zum (Achtung, selten!) Grillen da und wir hatten großen Spaß mit TABU XXL und dem lila Knoten Knut, der mit Ziehpapa Marco wunderbar pantomimisch demonstrieren konnte, wenn er einen Herzinfarkt hatte oder eine Kopfschmerztablette nehmen musste. Ganz großes Kino! Frauen gegen Männer brachte einen wortreichen, haushohen Sieg für die Damen 🙂 Nochmaaaaaaal!
Besagte Damen aus dem Winning-Team haben übrigens auch Blogs, die einen Besuch wert sind.

An Pfingsten macht man Ausflüge, heißt es. Und wenn man gerade keine gängigen Fahrräder in der Garage hat, schnappt man sich die Familie und fährt mit dem Auto irgendwo hin. „Irgendwo hin“ führte uns gestern, am Pfingstmontag, zum Schiffshebewerk nach Niederfinow, Europas größtem Fahrstuhl für Schiffe. Dass das dort ist, wusste ich, aber dass es eine eine richtige Sehenswürdigkeit mit einem Parkplatz voller Autos mit exotischen Kennzeichen (OA-SE ^^) ist, wusste ich nicht. Das 2-Hand-Modell, mit dem ich ihr zeigte, was dort vor sich geht, hat sie auf der Festplatte gespeichert, kurzerhand in ihr eigenes Gestikulations-Repertoire übernommen und fortan jedem erklärt, der wissen oder auch nicht wollte, was in einem „Schiffshebe-Berg“ passiert:
Zeigt eine flache Hand: „das ist das Wasser“
Legt andere Faust auf flache Hand: „das ist das Boot. Dann wird die Ampel grün.“
Bewegt beide Hände in die Luft: „dann kommt Wasser, Wasser, Wasser und dann geht es hooooooooch…..“
Prinzip verstanden, Eins, Setzen 🙂

Im Info-Center am Eingang konnte man zuerst in aller Ruhe anhand von anschaulichen Modellen verstehen, was im 1927 – 34 (!) gebauten Hebewerk vor sich geht und wie das Prinzip genau funktioniert.
In Niederfinow wird mit dem Schiffsfahrstuhl in nur 5 Minuten ein Höhenunterschied von 36 Metern im Zuge des Oder-Havel-Kanals überwunden. Von kleinen Paddelbooten über schwimmende Restaurants und sogar elend lange Frachtschiffe passt alles in den Fahstuhl und wird schwimmend im Trog in luftige Höhe befördert. Der Trog hängt an Seilen, die über Seilscheiben zu den Gegengewichten laufen. Diese haben das gleiche Gewicht wie die Wanne, in der das Schiff befördert wird. Der Trog wiegt wassergefüllt etwa 4.300 Tonnen! That’s physics.

Zuerst guckt man sich wie gesagt das Modell an und versteht entweder nur Bahnhof oder Schiffshebewerk und dann geht es zum Strichcodescanner und durch’s Drehkreuz bzw. die Tür für Familien mit Kindern und/oder Hunden. Drehkreuze sind schon eine verzwickte Erfindung. Es gibt Menschen (okay, Bonus, weil knapp 80+), die stecken das Geld in den Automaten, drehen „ihr“ Abteil mit der Hand und wollen eins dahinter dann durchgehen. Komisch, geht irgendwie nicht…
Bei unserer Eintrittskarte zeigte der grüne Pfeil auf die Tür, also Klinke runter und ab dafür. Als wir die Tür nach uns wieder ordnungsgemäß schließen wollten, hinderten uns 3 ältere Damen mit Hund daran, denn sie müssten mit dem Tier ja auch durch die Tür. Aber statt durchzugehen und die Tür zu schließen, hielten sie sie offen. Als wir sagten, sie sollen die Tür schließen, meinte eine, sie seien noch nicht vollständig, der vierte Mann fehle noch. Warum geht man bitte mit einer Gruppeneintrittskarte durch einen Strichcode-Eingang, wenn noch einer fehlt? Nee nee nee. Auch Altersbonus? Immerhin ist eine von den Omis nicht dem vorgesehenen Zickzackweg gefolgt, sondern ist quer durch’s Gelände eine ziemlich schräge Steigung hochgekraxelt und hat sich fast einen abgebrochen, als sie dann oben durch’s Geländer steigen musste… Sachen gibt’s! Man braucht nur rauszugehen ^^
Oben angekommen wurden wir mit einer traumhaften Aussicht über den Oder-Havel-Kanal und das Oderbruch belohnt und lachten über den im Himmelblau angekündigten Schiffsverkehr, denn wenn man von unten über die Treppen kommt, ist vom Wasser noch gar nichts zu sehen…

Die Holzbretter, über die man oben laufen muss, um bis zum Aussichtspunkt am anderen Ende zu kommen, sind sicher sehr stabil und doppelt und dreifach abgesichert. Ich bin auch absolut nicht der Typ Höhenangst und bezeichnete mich bisher als ziemlich schwindelfrei, machten mir doch Loopingachterbahnen und Freier-Fall-Turm nichts aus. Allerdings sind zwischen den Brettern schmale Rillen, durch die man 40m in die Tiefe gucken kann. Während man also sehr bedacht ist, mit den Füßen genau auf den Brettern zu laufen (obwohl durch den Mini-Spalt nicht mal eine Hundepfote passen würde) und deshalb nach unten guckt, stellt das Auge irgendwann auf Fernsicht und guckt durch die Hölzer durch geradewegs in die Tiefe. Auf dem Rückweg über die Bretter wollten selbige gar kein Ende nehmen und vom ständigen Runtergucken hatte ich ganz schwitzige Finger an denen sich Fiona festhielt (oder war es andersrum?). Ich sagte jedenfalls zu ihr: „Ich hab ganz nasse Hände.“ Und sie erwiderte ihre logische Schlussfolgerung: „Warum? Hast du in’s Wasser gefasst, Mama?“

Nono hatte sich am Aussichtspunkt einen Platz in der ersten Reihe auf Hüfthöhe erdrängelt und konnte nun genau beobachten, wie „ein großer Slepper“ in den Fahrstuhl fahren wollte. Ein umstehendes, älteres Ehepaar wunderte und unterhielt sich laut über den großen Frachter: „Passt der denn da überhaupt rein?“ Mein Kind, höflich wie es ist, antwortete ungefragt: „Na-tür-lich passt der Slepper da rein!“
Alles lachte.
Der große Slepper namens JANET fuhr nach dem Passieren des Schiffshebewerkes, übrigens einem historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst, in voller Pracht an uns vorbei und Nono winkte freudig der einen Frau, die an Deck zu sehen war. Hallo, Janet 🙂
Nach dem Abstieg hatten wir uns einen Kaffee verdient und kehrten im Schiffergasthaus ein, mit Hebewerkpanorama, versteht sich. Steffi vom Foto-Frage-Freitag (wieder ein Blogprojekt. Bald mache ich hoffentlich auch mal mit…bald) hat letzten Freitag nach der Überschrift unserer Woche gefragt. Bei mir hätte sie lauten können: „Jetzt ein Eis“ (siehe Foto)

Anschließend machten wir noch einen Abstecher auf die Carlsburg, ein historisches Panoramarestaurant, das seinem Namen auch wirklich alle Ehre macht. Mit einem bisschen Glück konnten wir auch ohne Reservierung einen Platz auf der schönen Terrasse mit Rundumblick ergattern und die leckeren Eierkuchen probieren. Die „Carlsburger Dekoscheune“, einen Laden im Einkaufscenter meines Vertrauens, kann ich jetzt auch endlich zuordnen. Direkt auf der Carlsburg hat die Dekoration (Teelichthalter, Figuren, Blumentöpfe) kleine Preisschilder und man kann sie einfach mitnehmen. Tolles Konzept. Essen und Trinken war super, da müssen wir nochmal hin! Einen Besuch kann ich nur empfehlen! 5-15 km lange Wanderwege bis zu Aussichtspunkten, etc. sind auch vorhanden, aber nach unserer „Schiffshebe-Berg“-Besteigung ließen wir den Wanderweg Wanderweg sein 😉 Wir sind ja eh nicht so das Wandervolk. Meine Mama hat – um die Lästigkeit des sinnlosen Laufens zu untermalen – vor ein paar Jahren mal einen Satz gesagt, an den sie bis heute bei jeder sich bietenden Gelegenheit gerne erinnert wird:
„Wandern ist für mich, wie für die anderen Kinder Hände waschen…“ ^^