Die dritte Schwangerschaft

Ob ich über diese dritte Schwangerschaft auf dem Blog auch so ausführlich berichten werde, wie bei der zweiten (2014), wurde ich in den vergangenen Monaten oft gefragt.

Theoretisch ja, total gerne! Praktisch gibt es bisher genau einen Post zu diesem Thema und ich befinde mich heute bereits in der Mitte der 40. Schwangerschaftswoche. Öhm ja.

#dickbauchdienstag aus Schwangerschaftswoche 40! Der letzte hoffentlich…? Das Baby hat nicht nur die Größe dieser riesigen Frucht 🍉 – der dicke Bauch fühlt sich auch in Etwa so an, wie die Dirty Dancing-Szene „Ich habe eine Melone getragen“. Die #Mimimi s nehmen täglich zu, von Wasser in den Füßen 💦 (Sind DAS meine Füße?! So sehen doch meine Zehen nicht aus!) über Watscheln-Extreme 👣, schlaflose Nächte weil einfach irgendwie alles wehtut bis Bück-ich-mich-oder-wird-es-auf-dem-Boden-von-alleine-verrotten…? 🙈 Bald bist du bei uns, Baby! 😍🍉 Wie geht es euch momentan, liebe Mitschwangere? (Von denen so viele schon kuscheln dürfen und gar nicht mehr schwanger sind! Gefühlt jeden Tag gibt es ein neues Julibaby in meinem Feed 😍) #schwanger #julibaby2018 #5daystogo #ssw40 #pregnancy #bumpupdate #pregnantbelly #bauchbild #schwanger2018 #julibaby #schwangerschaft #endspurt @babypicsapp

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Und das spiegelt eigentlich auch schon ganz gut wider, wie eine dritte Schwangerschaft in den meisten Fällen läuft: nebenher!

Beim ersten Kind checkt man täglich die aktuelle Entwicklung, freut sich über jeden Millimeter, den die zarte Knospe (laut App) wächst und kennt auf den Tag genau die aktuelle Woche der Schwangerschaft. Man liegt abends romantisch verstrahlt auf der Couch und liest dem Bäuchlein pädagogisch wertvolle Kinderbücher vor, meldet sich in der 5. Woche zum Geburtsvorbereitungskurs an, prägt das Ungeborene auf die Spieluhrmelodie und informiert sich schon mal vorsorglich über die Kurszeiten von Pekip, Babyschwimmen, Kindertanz und Turnen.

In der zweiten Schwangerschaft hat man – wenn das Zweitgeborene wie in unserem Fall mit einem Abstand von +-5 Jahren folgt –  immerhin neben der Große-Schwester-Bespaßung noch die Zeit, täglich die App zu checken, den Bauch einzucremen, zum Babybauchshooting zu gehen und einen Geschwisterkurs zu besuchen. Wöchentliche Fotos mit einem Obst, das in seiner Größe der des Embryos entspricht, und auch eine Kreißsaalbesichtigung in der Wunschklinik waren noch drin.

15 Fun-Facts zu dieser dritten Schwangerschaft:

  • Ich wusste meistens, in welcher Woche ich gerade bin. Oft. Also ungefähr.
  • Geburtsvorbereitungskurs habe ich keinen besucht. Ich weiß inzwischen, wie es geht.
  • Im Kreißsaal kenne ich mich auch ohne Besichtigung aus.
  • In der 34. Woche wurde ich von meiner Hebamme gefragt, ob ich alles soweit vorbereitet hätte. Ich habe schallend gelacht.
  • Alle Babyklamotten des zweiten Kindes sowie sämtliche Umstandsmode war einem spontanen Ich-miste-die-Schränke-aus zum Opfer gefallen, etwa 3 Monate, bevor ich schwanger geworden bin. D’oh!
  • Ich hatte in dem Jahr vor der Schwangerschaft mit viel Disziplin 15kg abgenommen bis Wohlfühlgewicht. Die und noch einige Bonuskilos sind inzwischen wieder da. Leider war ich bis zur 13. Woche im Teufelskreis „Nur solange ich esse, ist mir nicht schlecht“ gefangen und auch danach schmeckten Kohlenhydrate irgendwie besser als Gemüse, haha.
  • Ich habe (immerhin!) einen Strampler für das Baby genäht bisher.
  • Die ersten Babyutensilien sind erst vor wenigen Wochen bei uns eingezogen, in einem aggressiven Anfall von Nestbautrieb aufgrund z.T. schmerzhafter Senkwehen. Wenigstens ein Bettchen sollte man haben, oder?
  • Wir hatten noch sagenhafte 3 Babyschalen im Keller, die wir in der Zwischenzeit aus reiner Faulheit noch nicht bei Kleinanzeigen eingestellt haben. Alle 3 konnten wir bei näherer Betrachtung leider nur noch entsorgen, da es im Keller scheinbar irgendwo doch feucht gewesen sein muss…
  • Heublumensitzbad, Himbeerblättertee und Dammmassage? Nope.
  • Ich habe auch dieses Mal wieder ein Babytagebuch als Erinnerung geführt, allerdings mit meistens nur einem Eintrag pro Woche. Aber immerhin!
  • Die Frage, die mir mit Abstand am meisten gestellt wurde, war die nach dem Namen (nein, kein drittes F. Das zweite war ja schon eher „Zufall“.)
  • Die ehrlichste Reaktion auf diese dritte Schwangerschaft war: „Schwanger?! Oh Gott! …Na herzlichen Glückwunsch!“
  • Eine Babyparty wollte ich dieses Mal eigentlich nicht feiern, denn beim Dritten lässt die allgemeine Wohoo-sie-kriegen-endlich-ein-Baby-Euphorie des Umfeldes verständlicherweise ein wenig nach. Meine amerikanische Brieffreundin aus Teenagerzeiten kam mich allerdings Anfang Juli besuchen und fragte vorher ganz direkt: „Are you planning a baby shower? If not, can I have one?“. Und aus „I’ll see what I can do!“ wurde doch eine kleine aber feine pinke Feier im engsten Kreis mit schönen Erinnerungen, über die ich jetzt sehr froh bin!
  • Meine Geburtsvorbereitung bestand in der Lektüre diverser Bücher zum Thema „selbstbestimmte Geburt“ und im vorsorglichen Lackieren der Zehennägel, auch wenn Letzteres eher der Szene aus Dinner for One glich, in der der schon fortgeschritten-angetrunkene James mit der Flasche das Glas anvisiert und mit einer flotten Bewegung den Wein über der Tischdecke verteilt. Well…

Ich freue mich nicht weniger über das dritte Wunder, als über die ersten beiden, aber diese Exklusivzeit mit Mama und Bauch, die gibt es im ganz normalen Familienalltag mit zwei Kindern eben so gut wie nicht. Ihr wisst schon, diese rosa-plüschigen Momente, in denen man komplett Eins ist mit sich und dem Bauchkind, sich das Leben nach der Geburt in den buntesten Farben ausmalt und sich beim Babygeschäft-Bummel im Nestbau-Deluxe so richtig schön einstimmt auf das neue Leben – die sind irgendwie rar gewesen. Denn legt man sich mit der Spieluhr in der Hand aufs Bett, ist garantiert im nächsten Moment ein Kind in der Nähe, das das singende Tierchen genau jetzt zum Kuscheln benötigt („so lange das Baby noch nicht da ist, kann ich sie doch haben, oder?“). Legt man im Garten die Beine hoch, um zumindest innerlich ein paar Worte an das Baby zu richten und ihm gedanklich mitzuteilen, wie man sich auf seine Ankunft freut, hat sich ein Geschwisterkind gerade den Kopf an der Schaukel gestoßen und möchte auf den Schoß und „kusseln, Mama!“. Und im Babygeschäft auf der Suche nach Nuckeln, Fläschchen und Mobile läuft man Gefahr, dass die Geschwister währenddessen diverse Plüschtiere mit großen Augen und ebenso großen Preisschildern adoptieren möchten #TeamOnlineshopping. Immerhin das Vorlesen schaffen wir jeden Abend, zwar nicht exklusiv für das Ungeborene, aber so ist das, wenn man als jüngste Schwester in eine Familie hineingeboren wird.

Da sind nicht nur Mama und Papa, die auf dich warten, sondern da wird eine grooße Familie sein, die dich empfängt, die sich auf dich freut, dich in ihrer Mitte willkommen heißen und immer für dich da sein wird! Deine großen Schwestern können es kaum erwarten, mit dir zu spielen, mit dir zu lachen, zu tanzen, zu lernen und dir allerhand große-Schwestern-Blödsinn beibringen zu können ❤ Da nimmt man die fehlende Bauchexklusivzeit doch gerne in Kauf, oder? 😉

ET minus 4. Can’t wait to meet you!

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Wie ich abnahm und dabei mich selber fand

ll

img_0457 Ich war noch nie schlank.
Seit ich denken kann, bin ich das kleine dicke Mädchen gewesen: lebensfroh, lustig und eben rund.
In der Grundschule spielten wir das Märchen von Schneewittchen nach. Ich bekam mit meinem dunklen Locken die Hauptrolle. Nachdem ich den vergifteten Apfel gegessen hatte, trug der Prinz mich nicht, sondern fuhr mich in einer Schubkarre davon. In meiner Jugend unternahm ich unzählige Versuche, abzunehmen. Körnerkur, Almased, FDH, Kalorienzählen, Low Carb, Eiweißshakes, deren Geschmack mir bis heute Würgereiz beschert, Gemüsesuppenkur, Weight Watchers, bei denen ich meine Tagespunkte schon nach dem Frühstück verbraucht hatte, etc.
Gewichtsprobleme begleiteten mich seit je her. Während des Studiums nahm ich ab, in dem ich keine Kohlenhydrate mehr aß. Es hat funktioniert, war aber eine Zeit, die von Verzicht geprägt war. Wenn ich jetzt daran zurück denke, erinnere ich mich nur noch an alles, was ich nicht „durfte“ und wie ich litt, als alle anderen Flammkuchen aßen und ich einen Salat. Der komplette Verzicht tat körperlich weh, aber ich hielt es durch. Dann wurde ich schwanger.

38-woche-1Ich nahm zu, bekam das Kind und blieb so. Nach etwa 3 Jahren wollte ich wieder schwanger werden. Die Monate vergingen und es klappte einfach nicht. Als der Test nach 9 Monaten endlich positiv war, hielt die Freude nicht lange. Missed Abortion in der 6. Woche. Das hCG (Schwangerschaftshormon) war nicht gestiegen und die Fruchthülle blieb leer. Ich drängte bei den Nachuntersuchungen zur Fehlgeburt wegen immens langer Zyklen auf eine Untersuchung der Hormone. Beim Endokrinologen wurde anschließend eine Insulinresistenz festgestellt. Mit (damals) 26 Jahren! Scheiße! Insulinresistenz ist, vereinfacht gesagt, die Vorstufe zur Zuckerkrankheit Diabetes und u.a. verantwortlich für hormonelles Chaos, Zyklusschwankungen, fehlende Eisprünge usw. Im ersten Moment erschien mir – mit „akutem“ Kinderwunsch – DAS als das größte Problem. Im Laufe der Zeit verstand ich, dass sich aus dieser Vorstufe ein Diabetes mellitus entwickeln, wenn ich mein Leben und vor allem meine Ernährung nicht ändern würde.

Ich begann mit 87kg (bei einer Körpergröße von gerade mal 1,68m) und stellte meine Ernährung auf Insulintrennkost um: morgens Kohlenhydrate, mittags (gesunde) Mischkost und abends ausschließlich Eiweiß, zwischen den Mahlzeiten mindestens 5 Stunden Pause, damit der Insulinspiegel absinken kann.
Es funktionierte! Ich konnte mich satt essen, nahm trotzdem ab und nach den ersten Kilos normalisierte sich auch der Zyklus. Meinen 27. Geburtstag feierten wir in Ägypten, ich passte nach 6 Monaten mit etwa 74kg in mein Abiballkleid von 2006 und fühlte mich sensationell gut. Kurz darauf wurde ich auch endlich schwanger.

In der Schwangerschaft nahm ich das mit der Ernährung dann nicht mehr so genau. Appetit auf bestimmte Nahrungsmittel schiebt man schnell mal dem Baby in die Schuhe und ist sich sicher, man müsse den Schwangerschaftsgelüsten nachgeben. Außerdem wird man ja eh „dick“, also was solls. So ernährte ich mich in der ersten Schwangerschaft von McFlurry und in der zweiten hauptsächlich von Dosenpfirsichen. Nachdem das Kind geboren war, blieb ich also wieder rund. Der Gedanke an die Krankheit war weit weg, denn ich hatte ja das, weshalb ich damals zum Arzt gegangen war: neben mir lag mein Baby, ich war glücklich.

Der erhöhte Kalorienbedarf in der Stillzeit ist auch eine prima Pseudoausrede, um seine schlechten Essgewohnheiten zu rechtfertigen. Alle Versuche, die ich im letzten Dreivierteljahr unternommen hatte, scheiterten. Ich wurde immer wieder schwach, gab spontanen Gelüsten nach und hatte mich so an Alltagsroutinen wie die Kekse zum Kaffee gewöhnt, dass ich dachte, ich könnte es momentan nicht. Zu fett (haha) war der Schweinehund, der mir einredete, ich bräuchte es gar nicht erst zu versuchen. Ist ja auch egal. Ich seh halt so aus. Die Waage stand seit Monaten unter der Couch und verstaubte. Ich hatte insgeheim Angst vor der Zahl, die drauf stehen würde, deshalb benutzte ich sie vorsichtshalber nicht. Prinzip: was ich nicht sehe, ist auch nicht da. Natürlich hätte ich mich auch einfach mal „zusammenreißen“ und eine Diät anfangen können, aber ganz offensichtlich war der Leidensdruck nicht groß genug. Das Dicksein war nichts, was mich nachhaltig beschäftigte.

Und dann kam der Tag im Juli 2016.
Ich fuhr zusammen mit meiner Mama ins Stoffhaus. Die Verkäuferinnen sind immer sehr nett und kennen uns schon viele Jahre. In meiner 2. Schwangerschaft konnten sie fast monatlich dem Bauch beim Wachsen zusehen, wenn ich Babystoffe shoppen kam, und freuten sich auch nach der Geburt jedes Mal auf Smalltalk-Ebene, wenn ich mit dem Baby den Laden betrat. Im Sommer waren wir durch Konzerte und viele Proben bis zu diesem Tag längere Zeit nicht dort gewesen. Ich stand seitlich am Resteständer und meine Mama quatschte mit der Verkäuferin, mein anderthalbjähriges Kind auf dem Arm. Und wie ich dazu kam, fragte sie mich ganz unvermittelt:

„Wird’s denn wieder ein Mädchen?“

BÄM, das hat gesessen.
Als ich das Missverständnis aufklärte, entschuldigte sich die Verkäuferin bestimmt 100x, ich lachte oberflächlich und tat so, als wäre es witzig und überhaupt nicht schlimm, für schwanger gehalten zu werden, war aber im Inneren ganz schön angeknackst. In diesem Moment hat es mich ziemlich getroffen und ich war im Grunde empört über dies dreiste (wenn auch nur nett gemeinte) Frage. Rückblickend bin ich der Dame unendlich dankbar! Denn genau das war der Punkt, an dem sich in meinem Kopf etwas getan hat. Diesen Schockmoment habe ich gebraucht um aufzuwachen, um zu verstehen, was ich meinem Körper zugemutet hatte und um zu erkennen, dass ich nicht die war, die ich sein wollte. Manchmal muss man erst sprichwörtlich einen Spiegel vorgehalten bekommen, um endlich aufzuwachen. Ich habe absolut kein Problem mit dicken Menschen, aber ich wusste in diesem Moment ganz genau, dass diese dicke Frau nicht ICH bin. Am selben Tag schrieb ich abends in den Notizblock meines Handys:

26.7.16
Das angefressene Plautzi hat scheinbar eine eindrucksvolle Nachwuchs-Silhouette gezaubert. Jetzt ist das Maß voll. Ein Auge zugehalten und auf die Waage gestiegen: unschwangerer Höchstwert von 89,5! Scheiße, ey! Neunundachtzig. Das ist fast neunzig und nicht mehr witzig. BMI von 31,7! A-D-I-P-Ö-S! Das Wort klingt genau so hässlich, wie die Tatsache an sich. Wie konnte das passieren? Ich war doch bei 86 schon dick. Unfassbar. Das bin ich nicht! Ab morgen ist Schluss. Kein Eis, keine Streuselschnecke und kein Brot schmecken so, wie sich 90kg anfühlen. SCHLUSS.

Am nächsten Tag tat ich das, was ich immer tue, wenn ich etwas anfangen will: Bücher bestellen. Ich lud mir „Ich bin dann mal schlank – die Erfolgsmethode“ von Patrick Heizmann aufs Handy, einem Comedian mit Ernährungshintergrund. Natürlich hat auch er das Rad nicht neu erfunden, aber er beschreibt eben dieses „Rad“ auf gelungene Art und Weise: mit bildhafter Sprache und viel Humor! Im Grunde erklärt er in einfachen Worten (aber fundiert!), weshalb Abnehmen nach dem Prinzip „Insulintrennkost“ klappt und dass man, wenn man sein Gewicht dauerhaft reduzieren bzw. halten will, verstehen muss, wie der Körper funktioniert. Und genau das ist der Punkt.

Ich bin überzeugt davon, dass kurzfristige Diäten vielleicht schnellen Erfolg bringen, aber sich der Körper nach der Diät zurückholt, was er nicht „durfte“, der bekannte Jojo-Effekt. Außerdem geht diese „Verbotssache“ an die psychische Substanz, bei mir jedenfalls.

Wenn man verstanden hat, wie der Körper welche Nahrungsmittel verwertet, ist es eigentlich alles ganz logisch. Grundsätzlich darf man (fast) alles essen, nur nicht zu jeder Tageszeit. Morgens benötigt der Körper Kohlehydrate, um Energie für den Tag zu haben, d.h. ich kann bedenkenlos meine Brötchen mit Marmelade zum Frühstück essen. Auch Kuchen oder Kekse sind nicht komplett „tabu“, ich muss nur bis zum nächsten Frühstück warten, wenn ich darauf Appetit habe. Klingt aber schon anders als „ich darf das gar nicht essen“. Entscheidend für die Fettverbrennung ist eigentlich die letzte Mahlzeit des Tages. Führt man dem Körper mit dieser Kohlehydrate zu, hat der Körper über Nacht mit dem Verbrennen selbiger zu tun. Bekommt er stattdessen abends Eiweiß, nimmt er den „Brennstoff“ für das Aufrechterhalten der Körpertemperatur in der Nacht aus den Depots, den Fettspeichern. Darauf bezieht sich der Name „Schlank im Schlaf“. Slogans wie diesen finde ich allerdings bedenklich, weil sie suggerieren, das man nichts dafür tun müsste. Das stimmt absolut nicht. Abnehmen ist kein Spaziergang. Es ist hart, es ist manchmal frustrierend und wer behauptet, man bräuchte keine Disziplin um durchzuhalten, der lügt. Aber egal, wie oft die Waage schon grundlos wieder mehr angezeigt hat oder das Gewicht stehenblieb – irgendwann ging es immer weiter. Und es lohnt sich. Ich glaube ja, dass jeder, der abnehmen möchte, seine persönliche Methode finden muss, es kann da kein Universalrezept mit Abnehmgarantie geben. Jeder muss den Weg finden, der zu ihm und seinem Leben passt. Für mich ist es zu 100% Low-Carb bzw. Ernährung nach dem Prinzip der Insulintrennkost, die mein Körper am besten verträgt und mit der ich mich am Wohlsten fühle (und das sagt die, die am Liebsten Nudeln in allen Formen als Beilage gegessen hat).

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Eines der wirklichen guten Kochbücher zum Thema, das tatsächlich auch alltagstaugliche Gerichte anbietet, ist übrigens „Essen ohne Kohlenhydrate“ von Alexander Grimme. Es sind nur wenige abenteuerliche Rezepte dabei und das meiste ist durchaus nachkochbar, auch für ungeduldige Wir-haben-doch-keine-Zeit-aber-Hunger-Esser wie mich. Ich könnte ja immer schon schreiend weglaufen, wenn ich in der Zutatenliste so Abgefahrenes wie Mungobohnenkeimlinge und Flusskrebsfleisch lese. Schließlich möchte ich vor dem Kochen nicht erst über einen orientalischen Markt schlendern oder im Fluss nach den Zutaten angeln müssen…

Kein Essen der Welt schmeckt so gut, wie es sich anfühlt, wenn man in seinem eigenen Körper wieder zu Hause ist.

Die ersten Tage ohne Zucker (außer zum Frühstück) fühlen sich an, wie ich mir einen kalten Entzug vorstelle: frieren, schlechte Laune, Lustlosigkeit, fehlende Motivation, ständig Appetit auf Irgendwas. Da heißt es: durchhalten. Das wird besser! Ich schrieb an Tag 3:

„Heute keinerlei Lust auf Eis oder Süßes bisher. Ich kann mich nicht mehr sehen. Da vergeht einem ja auch der Appetit. Nur mein Frühstück, das brauche ich, um gut in den Tag zu starten. Keine abgeschnittenen Kanten von Kindertoasts gegessen und keine halb gegessenen Joghurts ausgelöffelt. Was man alles isst, nur, damit man es nicht wegschmeißt. Unglaublich.
P.S. Noch mal aufstehen und den Kindern beim Essen und Wegwerfen eines halben Schoko-Vanille-Puddings mit Sahne zusehen zu müssen, ist übrigens nicht lustig.“

Nach ein paar Tagen stand unser Familiensommerurlaub an. Schön blöd, denkt man jetzt vielleicht. Den hätte sie ja noch abwarten, und danach mit Abnehmen beginnen können. Keine Chance. Die missgedeutete Fettschwangerschaft war so ein Schlag in die Magengrube, dass mir regelrecht der Appetit vergangen ist. Ich ernährte mich in den 10 Tagen Griechenland (All-Inclusive…) gesund vom reichhaltigen Buffet und stellte fest: ist doch eigentlich gar nicht so schwer! (Ok, zum Abendessen kein frisches griechisches Obst und nachmittags beim Kaffee keinen Kuchen zu essen, schmerzte ein wenig, war insgesamt aber zu vernachlässigen).

„Nach 3 Wochen plötzlich das Gefühl, jemand anders zu sein im Spiegel. Ein seltsam definiertes Gesicht und so einen flachen Bauch – hahaha. Okay, 86kg sind bei Weitem nicht schlank, aber es ist zu merken! Jetzt ist immerhin schon diese blöde Rückenfalte verschwunden und das Doppelkinn, das da zu wachsen anfangen wollte. Man fühlt sich gleich mindestens 10 Jahre älter, wenn man merkt, wie sich beim Nach-unten-gucken die Haut am Kinn staut. Bäh! Ich habe im Urlaub 10 Tage lang diszipliniert gegessen und dann der Schock: 300g mehr als vor dem Urlaub. Wie kann das sein?! An dem Tag schlug mir meine schlechte Laune ganz schön zu Gemüte! An den Tagen darauf ging es dann langsam aber stetig abwärts: mal 200, mal 400g. Jetzt sind es schon fast 4kg! Lustig ist, dass mir das ordentliche Essen nicht schwer fällt. Ich freue mich auf das Zubereiten, habe mir Specials wie den Spiralschneider zugelegt und freue mich sogar auf Tomaten. Heute gab es erstmalig „Zoodles“ bzw. Gemüse im Nudelkostüm, aber wenn man es nicht direkt mit Nudeln vergleicht, total lecker und ein würdiger Ersatz. Reisnudelnkartoffeln fehlen mir überhaupt nicht. Schlucken musste ich nur bei IKEA heute: die Familie isst HotDogs, Eis und Muffins. Ich nichts. Habe den Muffin gedrückt und intensiv daran gerochen, mehrmals. Und mir vorgestellt, wie ich reinbeiße. Und ich habe nichts gefühlt. Ein gutes Zeichen! Gestern war ich zum ersten Mal nach langer Zeit mal wieder beim Zumba. 20min Crosstrainer und 1 Stunde tanzen, fix und fertig! Aber so, dass ich heute direkt nochmal hätte gehen können. Dieser Drang mich zu bewegen, der ist neu. I love it!“

5 Wochen nach Beginn der Ernährungsumstellung kam der erste richtige Aha-Moment, nämlich das unglaubliche Gefühl, eine Hose in der nächst kleineren Größe anzuprobieren und den Reißverschluss ohne Probleme zuzubekommen! Vor lauter Euphorie über die „nur mal zum Testen“ anprobierten 42er Hosen musste ich leider beide kaufen. Tja, nun.

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Neue Hose (Gr.40) vs.im Sommer getragene

Mein Traum

Im Januar 2017 feiere ich meinen 30. Geburtstag. Und ich habe einen Traum: ich möchte mein rotes Abiball-Kleid an diesem Tag tragen. Es passt schon lange nicht mehr, liegt aber seit 10 Jahren im Erinnerungsfach des Kleiderschrankes. Ich möchte das Abnehmen gar nicht so sehr an einer bestimmten Zahl oder Grenze festmachen. Ich möchte mich wohlfühlen, nicht darüber nachdenken müssen, ob ich mich für ein spontanes Foto gerade noch schnell seitlich hinstellen und den Bauch einziehen sollte, ich möchte im Unterricht mit den Kitakindern nicht nach zwei getanzten Liedern aus der Puste sein und ich möchte dieses rote Kleid im neuen Jahr tragen. Vermutlich wird der BMI immer noch über dem Normalbereich liegen, wenn ich an meinem persönlichen Ziel angekommen bin, aber das ist mir egal.

06.09.16
„Gestern wurde ich zum ersten Mal gefragt, ob ich nichts zu essen bekomme – es sei zu sehen! YES! Und heute morgen dann Tiefstwert von 84,5kg auf der Waage, das sind glatte MINUS FÜNF! Geil. Und das Abiballkleid geht schon zu! Passen ist ein großes Wort, es ist eher wie Wurst mit Pelle, aber hey, es geht schon zu! Zu meinem Geburtstag trage ich das. 10 Jahre. Unglaublich. Und immer hat es mich begleitet. P.S. Heute erstmals den roten adipösen Bereich verlassen. Jetzt ganz offiziell „nur noch“ dick. Immerhin. Haha. Wenn ich 79 wiege, lass ich mich tätowieren. Neunundsiebzig, das klingt wie Musik in meinen Ohren…“

Im Oktober stand der 7. Geburtstag meiner Tochter an; mit anderen Worten: Backmarathon. Ich bin so stolz auf mich – kleine Kuchen im Waffelbecher für die Schule, zwei Kuchen für den Nachmittag zu Hause und noch einen weiteren Kuchen für die Party mit den Freunden einen Tag später. Ich hatte viel Spaß beim Backen und Verzieren, aber es war gar nicht schlimm, keinen zu essen. Am gleichen Wochenende waren wir noch zur Einweihungsfeier in der neuen Wohnung meiner Cousine eingeladen. Nach dem Mittagessen wurde Kaffee getrunken und hinterher gab es natürlich diverse Kuchen. Streusel, Apfel, Pflaume machen mir alle nichts aus. Aber direkt vor meiner Nase stand ein großer, frischer Zupfkuchen. Der hat mich fast um den Verstand gebracht! Um ehrlich zu sein, überlege ich noch heute, gute 6 Wochen später, wie der wohl geschmeckt haben mag. Das sind die wenigen Momente, die hart sind und die einem Einiges abverlangen. Natürlich würde die Waage nicht gleich wieder 5kg mehr anzeigen am nächsten Tag und ab und zu ein Stück Kuchen ist ja auch kein Problem. Aber wenn man noch nicht so lange „clean“ ist, sagt einem der Verstand, dass man das besser nicht machen sollte.

13.10.16
„Kindergeburtstag überlebt, hooray! Inzwischen bin ich bei 81kg, das sind mehr als -8kg! Meine Oma würde jetzt sagen: 16 Pfund! So süß, wie sie immer alles umrechnet. Vor ein paar Tagen musste ich aus sozialen Gründen ein winziges Kuchenstück essen, ohne Teigboden. Es hat geschmeckt wie ein Orgasmus im Mund! […] Wenn das Kuchenessen so eine soziale Angelegenheit ist und sich dann auch noch ewig hinzieht, ist es nicht leicht, dem Kuchen dauerhaft ausgeliefert zu sein und ihn nicht zu essen. Aber dann hilft ein Blick auf die Gewichtsapp. Wenn ich mir den Verlauf ansehe, bin ich einfach nur glücklich und stolz, schon so viel geschafft zu haben.“

Anfang November habe ich mich tatsächlich tätowieren lassen. Ich überlegte seit 4 Jahren, was und wo und warum. Jetzt hatte ich das Gefühl, es mir „verdient“ zu haben und als eine Art Erinnerung stechen zu lassen, nie mehr so dick zu werden wie ich war. Es ist jetzt Teil dieses neuen Lebensgefühls. Ich bin noch nicht am Ziel, aber habe über 10kg (20 Pfund, haha) abgenommen, trage inzwischen 2 Kleidergrößen kleiner, kann mich wieder im Spiegel und auf Fotos sehen und möchte allen, die das Gefühl haben, sie würden das nicht schaffen oder die den Abnehmwunsch auf unbestimmte Zeit vor sich herschieben, den Spruch mit auf den Weg geben, der mich motiviert hat:

A year from now,
you’ll wish you had started today.

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Was sich verändert, wenn man Kinder hat

Eine satirische Aufzählung ohne Anspruch auf Vollständigkeit und – wie immer – rein subjektiv. Wer möchte ergänzen?

  1. Egal, wie leer der Kühlschrank ist: Bärchenwurst und Ketchup sind immer drin.
  2. Das Bad benötigt rein theoretisch keine Tür mehr, denn Kinder lieben Mamas, die auf Toiletten sitzen, immer ein bisschen mehr, als wenn sie das gerade nicht tun.
  3. Mal so richtig schön alleine für sich selbst shoppen gehen – der Blick in die Tüten hinterher verrät: 2 bunte Blümchenhosen in Gr. 86 und 128, ein Sommershirt mit Minions drauf, ein 10er Pack Kindersocken, eine Mütze mit Öhrchen, pinke Turnschuhe in Gr. 32 und glitzerndes Erdbeer-Anti-Ziep-Shampoo. Tja, nun.
  4. Endlich mal wieder ins Kino heißt nicht „50 Shades of Grey“, sondern „Bibi & Tina“.
  5. Handtascheninhalt früher: Portmonnaie, Schlüssel, Handy, Lippenstift, Taschentücher. Handtascheninhalt heute: Spielkarten, Magnetbausteine, Nuckel, Malstifte, Papier, 2 Flaschen Wasser, Wickelunterlage, Windeln, Feuchttücher, Portmonnaie (leer), Schlüssel, Schokobons, Fruchtquetschis, Kuscheltiere, Mützen, Schals und weitere „Kannst du das nehmen?“.
  6. Wo ich früher einen Roman pro Monat gelesen habe, lese ich heute sogar täglich ein Buch: „Hörst du die Bauernhoftiere?“ – Määäähhhhh!!!
  7. Die Palette der Nagellackfarben wurde von rot, apricot und mint erweitert auf blauglitzer, gelb, rosa, pink, lila und orange.
  8. „Meine Stifte sind deine Stifte“ – fehlendes Bürozubehör, wie Kulis, Scheren, Kleber und Tacker sucht man als Erstes in der Schreibtischschublade im Kinderzimmer.
  9. Die Auswahl der zu kochenden Gerichte beschränkt sich in Ferienzeiten auf Nudeln mit roter Sauce, Fischstäbchen und nacktes Kartoffelpüree.
  10. Das Repertoire an mütterlichen Staunensbekundungen auf die Aufforderung „Mama, guck mal“ wächst auf ein beachtliches Maß an.
  11. Wo ich früher nachts einfach auf’s Klo gegangen bin, wenn ich musste, wäge ich heute gründlich ab, ob der Harndrang oder das auf mir schlafende Baby Priorität hat.
  12. Früher musste ich mit einem Bein angewinkelt auf dem Bauch liegen, heute bin ich in der Lage, in nahezu jeder möglichen und unmöglichen Position zu schlafen.
  13. Ich habe gelernt, Kinderzeichnungen unauffällig und ohne schlechtes Gewissen in der Altpapiertonne „aufzubewahren“.
  14. Ich frage nicht mehr mehrmals täglich: „Schatz, was denkst du gerade?“, sondern stattdessen: „Was war das für ein Geräusch?“ und „Was hast du im Mund?!“.
  15. Ich kann in Wolken Tiere erkennen, aus 3 Federn, Buntpapierfetzen und ein paar Wackelaugen ein relativ ansehnliches Osterküken basteln, ich weiß, wie man fingerstrickt, darf abends hören: „Ich hab dich lieb, Mama“ und vor Stolz platzen, wenn ich in die schönsten Augen der Welt schaue.

❤️ Family ❤️ #eyes #blue #brown #green #macrophotography

Ein von Vivi (@mamazweipunktnull) gepostetes Foto am 22. Mär 2016 um 12:08 Uhr

 

One Lovely Blog Award – 14 facts

Schon 10 Tage Oktober und ich bin noch nicht ein Mal zum Bloggen gekommen, weil ich mitten in den Vorbereitungen für die große „Eiskönigin-Mottogeburtstagsparty“ (morgen!) des inzwischen 5-jährigen Mädchens stecke. Für eine Kleinigkeit zwischendurch habe ich mir jetzt einfach mal schnell die Zeit genommen, denn ich wurde von Mama-on-the-rocks und Béa von der Tollabox für den „One-Lovely-Blog-Award“ nominiert, der gerade um geht in der Blogosphäre. Danke! Tadaaa:

Spielregeln? 
* die Person verlinken, die dich nominiert hat
* Regeln bloggen und Award zeigen
* 7 Fakten über dich veröffentlichen 
* 7 andere Blogger nominieren

2 Nominierungen = 14 Fakten, hier sind sie:

1.) Ich bin als Kind mit meinem Fahrrad über einen Huckelweg gefahren und habe mir beim Sturz über den Lenker eine Ecke vom Schneidezahn abgeschlagen.

2.) Ich war das einzige der 4 Enkelkinder meiner Oma, das keinen Knopf annähen konnte! Heute nenne ich eine Näh- und eine Overlockmaschine mein Eigentum und würde mal behaupten, auch ganz gut damit umgehen zu können.

3.) Als mein Mann und ich uns kennenlernten, besaß ich ganze 3 DVDs (2 davon waren Kinder- bzw. Animationsfilme) und nur ein Gewürz im Schrank: Zimt.

4.) Das Schlimmste im Sportunterricht war für mich der Stufenbarren. Ich wusste nicht mal, wie man auf die erste Stange elegant rauf kommt, geschweige denn, was man macht, wenn man oben ist. 

5.) Bis zur 11.Klasse war ich fest entschlossen, Ärztin für Allgemeinmedizin zu werden und die Praxis meiner kinderlosen Hausärztin zu übernehmen, wenn ich groß bin. Weil ich mich letztendlich für ein Musikstudium entschieden habe, praktiziert meine (nicht mehr junge) Hausärztin noch heute ^^

6.) Ich trage Schuhgröße 42 seit ich 14 Jahre alt bin.

7.) Ich gucke spätabends eigentlich gerne TV Total mit Stefan Raab, schaffe aber in den seltensten Fällen mehr als den Vorspann, bis ich einschlafe. Manchmal reicht’s sogar nicht mal für den.

8.) Ich hasse amerikanische Sitcoms und kann mit „How I met your mother“, „Two and a half men“ etc. nichts anfangen (denkt euch an dieser Stelle bitte die nervigen eingespielten Lacher). Einzige Ausnahme: ALF. Oldie but Goldie!

9.) Auf meinem Zeugnis der ersten Klasse stand, ich sei sehr musikalisch und könne fließend lesen. Einzig Addition und Subtraktion im Bereich von 0-20 bereiten mir noch Probleme. Vermutlich habe ich als Folge dessen auch im Abi einfache Zwischenrechenschritte sicherheitshalber in den Taschenrechner eingetippt.

10.) Irgendwann schreibe ich ein Buch.

11.) In den ersten Jahren meiner musikalischen Laufbahn konnte ich keine Noten lesen…

12.) In der Grundschule habe ich alles gehasst, was im weitesten Sinne mit Schneiden, Kleben und Basteln zusammenhing. Heute könnte ich mit meinem Bastelregal im Schrank einen ganzen Kindergarten mit Material versorgen.

13.) Als Teenager habe ich alle Bände der Reihe „Fear Street“ verschlungen (Grusellektüre), heute lese ich fast ausschließlich Bücher aus dem Bereich Belletristik, die mich zum Lachen bringen.

14.) Seit fast 12 Jahren begleitet mich (in 3 Städte und insgesamt 5 Wohnungen) eine Wanduhr, die rückwärts läuft. Ich liebe sie.
 

Hier: 13:48 Uhr


Fast alle Blogs, die ich gerne lese, sind schon von anderen nominiert worden, ich versuche mein Glück mit den Folgenden:


Ein Stöckchen…

Ich hab eins gefangen, und zwar das „Liebster Award“, geworfen verliehen von Mama on the rocks. Vielen Dank!

11 weitere Nominierungen sauge ich mir nicht aus den Fingern, freue mich aber dennoch, wenn jemand mitmacht und die mir gestellten Fragen ebenfalls auf seinem Blog oder im Kommentar beantworten möchte!

1. Wieso bloggst/twitterst du?
Mit dem Bloggen habe ich 2011 angefangen, als Fiona gerade anderthalb war. Da ging die Sprachlernphase so richtig los und ihre Wortschöpfungen und unser Alltag schrien einfach danach, journalistisch festgehalten zu werden. Mittlerweile ist es schon zu einem schönen Archiv zum Stöbern, Durchwühlen, Lachen und Staunen geworden, das ich nicht mehr missen möchte!
Dass ich mit Twitter erst nichts anfangen konnte, habe ich ja vor Kurzem schon erzählt. Es war tatsächlich nicht gerade Liebe auf den ersten Blick, aber inzwischen gilt der erste unkontrollierte Click am Morgen dem Wecker auf dem Smartphone und der erste koordinierte trifft dann das blau-weiße Vögelchen. So lange wie ich brauche, um die aktualisierte Timeline zu lesen, so lange darf ich noch im Bett liegen bleiben 😉 Twitter ist ein tolles Ventil für die kleinen Beobachtungen des Alltags und sorgt bei mir regelmäßig für gute Laune und laute Lacher – siehe 8.!

2. Was dachtest du früher, wann du ein Mal Mutter werden würdest und wie alt warst du effektiv beim ersten Kind?
Auf dem Standpunkt einer 11-Jährigen liegt man ja mit 30 schon fast in der Kiste, deswegen wollte ich schon immer lieber eine junge Mama sein. Aber dass es im Endeffekt mit 22 schon soweit sein sollte, hätte ich mir vorher nicht vorstellen können. Heute sage ich rückblickend: der bestmögliche Zeitpunkt für mich!

3. Ein Spleen deines Kindes?
Fiona möchte schwierige Dinge gerne ganz allein erledigen (Süßigkeiten selber kaufen, etwas auf Englisch bestellen, Kuchen backen, auf Bäume klettern), aber sagt bei den elementaren Tätigkeiten (Ausziehen, Anziehen, Zähne putzen, …) aus Bequemlichkeit gerne: „Mama, kannst du das lieber machen?“. Außerdem setzt sie ihre Wortgewandtheit schon ganz gezielt ein und argumentiert so geschickt und eloquent, dass ich sie manchmal nur fassungslos angucken und zustimmend nicken kann. 1 : 0.

4. Was ist das entfernteste Land, in dem du je warst?
Kenia, zwischen Elefanten, Giraffen, Flusspferden, Löwen und Antilopen.
Das war gleichzeitig die Reise, die mich in meinem Leben bisher am meisten beeindruckt hat!

5. Hast du neben dem Muttersein noch Zeit für ein Hobby?
Eins?! Viele! Ich habe mein schönstes Hobby, die Musik, zum Beruf gemacht und verbringe so natürlich viel Zeit pro Woche mit meinem Instrument. Außerdem habe ich vor 2 Jahren angefangen zu nähen und erlebe sporadisch immer mal wieder akute „Neue-Stoff-Kauf-Und-Näh-Phasen“. Vor einigen Monaten habe ich mit Zumba begonnen und bin seitdem ein Mal pro Woche glücklich in Tanzhosen unterwegs und dem anderen Hobby, dem kreativen Schreiben, kann ich hier im Blog frönen, wenn ich die Zeit finde.

6. Wie und wann bist du heute geweckt worden?
Für mein Empfinden viel zu früh von meinem smarten Phone um 6.52 Uhr (Ich hasse „gerade“ Uhrzeiten, das war schon zu Schulzeiten so). Freue mich aber schon aufs Wochenende, da zieht gegen 10 Uhr jemand an meinem Zeh und ruft: „Mama, du Schlafmütze! Steh auf, es ist schon längst hell draußen!“ Gut, dass mein Handy das noch nicht kann.

7. Was spielst du sehr gerne mit deinem Kind? Was gar nicht?
Ich verliere mich leidenschaftlich gerne in einer Welt aus Lego und/oder Knete und baue noch, wenn das Kind schon längst keine Lust mehr hat! Ansonsten horten wir einen beachtlichen Vorrat an Gesellschaftsspielen (dazu in Kürze Genaueres!), von denen ich momentan „UNO junior“ besonders gerne mag! Gar nicht leiden kann ich reine Glücksspiele wie „Mensch, ärger dich nicht“, speziell dieses ist für mich ein rotes Tuch und wird wohl nie bei uns einziehen. Aber ich glaube, es gibt schlimmere „Schicksale“ 😉

8. Worüber hast du letztens sehr gelacht?
 Über so vieles, zum Beispiel darüber:

//platform.twitter.com/widgets.jsoder über Fiona, die mir gestern erzählte, sie habe mit einem Mädchen „Twakett“ gespielt, dieses Kartenspiel, bei dem man immer 4 von einer Sorte bekommen muss. Als ich nachfragte, erwiderte sie genervt und mit in die Hüfte gestemmten Händen: „Mensch, Mama, kannst du nicht richtig zuhören?! (und dann ganz deutlich artikuliert) TWA-KETT!!“ und ich lag fast unterm Tisch…

9. Bist du eher der Messie – oder der Wegwerf-Typ?
Zu meinem eigenen Unbehagen leider eher Messie, obwohl ich mich auch gerne von Dingen trenne und dann am liebsten alles auf ein Mal wegschmeiße, ohne Rücksicht auf Verluste. Aber wenn der Schweinehund gerade bequem sitzt…naja, ihr kennt das.

10. Dein Ratschlag für werdende Eltern?
Da fallen mir gleich mehrere ein, nach Jahren gestaffelt.
Für die Geburt: atmen kann man nicht üben.
Fürs erste Jahr: Keep cool und hör auf dein Herz (und evtl. deine Mutter).
Fürs zweite Jahr: ein bisschen Sand hat noch niemandem geschadet.
Fürs dritte Jahr: Irgendwann waren wir alle trocken. Don’t worry.
Fürs vierte und die folgenden Jahre: vernünftig sein kann man später. Macht verrückte Sachen, die ihr euch in 20 Jahren noch erzählt und viele Fotos…

11. Was ist dein Ziel für morgen?
Schüler begeistern, einen Meerjungfrauenschwanz nähen, eine Erzieherin verabschieden und sie mit einem persönlichen Geschenk überraschen (einem „Tröstifanten“ für ihre neue Babygruppe).

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2014+: Viereinhalb Fragen an Hexhex

Vor Kurzem fragte mich die liebe Béa von der Tollabox, ob ich nicht Lust hätte, an einem kleinen Interview teilzunehmen. Da ich eine der ersten Bloggerinnen war, die ihre Box und ihr Konzept getestet und vorgestellt haben, mich nach wie vor jeden Monat wie ein kleines Kind freue, wenn der Postbote 2x klingelt (weil er sie nicht durch den Briefkastenschlitz kriegt) und sowohl als Mama als auch als Pädagogin zu 100% hinter dem wunderbaren PLAYDUCATION-Konzept stehe, hatte ich natürlich Lust dazu und bekam umgehend die viereinhalb Fragen ins Mailpostfach.
Das Interview steht unter dem Motto „2014+„, hier ist es:

2 … deiner hervorstechendsten Eigenschaften?

2 meiner hervorstechendsten Eigenschaften sind wohl der trockene Berliner Humor und mein Ehrgeiz, ein typischer Steinbock eben. Man sagt mir nach, ich sei ein „Vorzeigeexemplar“ des gehörnten Sternzeichens, ziemlich stur und immer mit dem Kopf durch die Wand. Ich selber sehe das als Kopf voller Ideen, der manchmal beim Verfolgen seiner Ziele die Wände im Weg übersieht das passiert besonders häufig, wenn man das Leben fotopoetisch durch den Sucher seiner Kamera betrachtet. 

0…. Verständnis hast du für?

0 Verständnis habe ich für die, die aufgehört haben, Kind zu sein und nicht wissen, 
dass Lernen ein lebenslanger Prozess ist. 

(hier rechts im Bild: die kleine Vivi im Jahre 1987)





1… dein Ein & Alles?

Mein Ein und Alles ist natürlich die Familie, aber auch ohne Musik könnte ich nicht leben. Ich habe schon in jungen Jahren die Liebe zum Akkordeon entdeckt, vielleicht ungewöhnlich für manchen, der das Instrument ausschließlich mit dem Seniorenstadl der Volksmusik und einem gewissen Florian S. verbindet. Das ist übrigens genau so falsch wie die ausländische Annahme, alle Deutschen trügen Lederhosen und äßen den ganzen Tag Eisbein… Ich mache genau das Gegenteil, alles außer Volksmusik: Jazz, Musette, Tango, Pop, Rock, Weltmusik und zeige dem Publikum regelmäßig, dass eines der facettenreichsten Instrumente in fast jeder Musikrichtung zu Hause ist. Weil ich das Glück habe, mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben, gibt es auf meinem Blog auch ab und zu kleine Episoden aus meinem Alltag als Musikpädagogin zu lesen. 

4…. Dinge, mit denen du am liebsten (mit deinen Kindern) spielst?

mit Musikinstrumenten, mit unserer Fantasie, mit Seifenblasen und mit Meerwasser + Sand. 

+ Welche Fragen hättest du am liebsten beantwortet, die wir nicht gestellt haben?

Die Frage nach einem Lebensmotto vielleicht. Es wäre die große Weisheit aus dem kleinen Prinzen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ 
Antoine de Saint-Exupéry)
Außerdem finde ich, wir sollten viel öfter auf unser Herz hören, uns die Zeit nehmen, unseren Kindern einen Regenbogen zu zeigen, gemeinsam durch Pfützen springen, den Spielplatz erobern und manchmal auch einfach ohne Netz und doppelten Boden tun, was uns glücklich macht. Man lebt nur ein Mal, aber wenn man das richtig anstellt, ist ein Mal auch genug (Joe E. Lewis).

Wenn…

Es ist schon ein paar Tage alt, aber dennoch: ein glückliches neues Jahr, ihr Lieben!
Nachdem ich schon eine Anfrage über meinen Verbleib in den letzten 2 Wochen erhalten habe, melde ich mich hiermit nun wieder zurück. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub ging sofort der Unterrichtsalltag wieder los und ich konnte mich vorerst nur häppchenweise diesem Post widmen…

Ausführliche Urlaubsberichte von unserem Lieblingsreiseziel Ägypten gab es z.B. hier und hier schon, deswegen heute mal ein sehr persönlicher und emotionaler Rückblick in ganz anderer Form. Eine besondere Reise verdient schließlich auch einen besonderen Post. Hope you’ll like it!

Ägypten ist, wenn…
…man bei der Landung das Gefühl hat, nach Hause zu kommen.

…man mit einem herzlichen „Welcome back!“ im Hotel begrüßt wird.
…man den ganzen Reisepass voller Sticker und arabischer Schriftzeichen hat.
…man in der Sonne die Zeit vergisst.

…man dem Koch auf Englisch vorzählt, wie viele Waffeln man zum Frühstück essen möchte.
…man wieder alle Strophen von „Veo Veo“ auswendig mitsingen kann.
…man nicht weiß, wie man alles essen soll, was man probieren möchte.
…man sich mit einem einfachen Lächeln verständigen kann.
…man Sand als das beste Spielzeug betrachtet.
…man sein persönliches Paradies gefunden hat.
…man mit 4 Jahren Schnorcheln (mit durchaus interessanter Technik!) als neues Hobby entdeckt hat.
…man Stunden zu Minuten und Minuten zu Stunden macht.

…man sich nach 27 Jahren einen persönlichen Traum erfüllen konnte.
(Ein Mal im „Sommer“ Geburtstag haben!)

…man das arabische Trommelständchen der Kellner bekommt, auf das man sich schon Jahre freut.

 …man mit 60 Sachen auf einem Quad durch die Wüste heizt und am Horizont das Meer sehen kann.


…man wunschlos glücklich die Kerze auf der Torte auspustet.

…man die Sonne als das schönste Geschenk empfindet.

 
…man so voller Eindrücke ist, dass man abends nicht einschlafen kann.


…man nicht weiß, was blauer ist: der Himmel oder das Meer.

…man das Zeitgefühl völlig verliert. Noch Freitag oder schon Montag?!

…man das Salz auf dem Fell fühlen kann.

…man nicht weiß, wie man all die Schätze transportieren soll.

…man zufrieden mit der Fischkarte im Arm einschläft.


…man das Gefühl der Freiheit zwischen den Zehen spüren kann.


…man das Leben plötzlich so einfach findet.

…man den Geruch des Glücks in der Nase mit nach Hause nimmt…

…man weiß, dass es nicht das letzte Mal gewesen ist.