#supermomdad Blogparade

Wie in jedem Jahr fällt der Termin des Schweizer Bloggerevents SwissBlogFamily, organisiert u.a. von meiner liebsten Bloggerfreundin Séverine, leider auch diesmal wieder genau in die wichtige Generalprobenzeit für unser großes Jahreskonzert. Aber wenn ich da schon nicht live dabei sein kann, möchte ich wenigstens bei der Blogparade mitmachen, zu der die Organisatoren aufgerufen haben. Es geht um den Begriff Supermom bzw. Superdad und was wir damit verbinden. Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung wegen Verlinkung.

bauch skizze_Zeichenfläche 1Wer kennt ihn nicht, DEN Standardratgeber zum Thema Babyzeit: „Oje, ich wachse“ von Dr. Frans X. Plooij und Dr. Hetty van de Rijt. Meine These: auch Supermoms bzw. Superdads machen diese Entwicklungssprünge durch, nur äußern sie sich ein bisschen anders. Im Folgenden beziehe ich mich aufgrund meiner eigenen Erfahrungswerte auf die weibliche Form, die männliche ist selbstredend mitgemeint.

1. Wahrnehmungsveränderungen

Mit dieser zarten zweiten Linie gerät ihre Welt ins Wanken: jetzt beginnt eine ganz besondere Zeit. Und während sich Religion und Wissenschaft noch streiten, ab wann der Mensch ein Mensch ist, weiß sie bereits jetzt, dass sie noch nie etwas Wertvolleres in ihren Händen hielt als diesen urindurchtränkten Plastikstab, der im richtigen Licht verrät, was außer ihr noch niemand weiß: hallo Baby! Ihre Wahrnehmung verändert sich. Plötzlich sieht sie überall Babys, Kinderwägen und Rabattaktionen in Babyfachgeschäften und deckt sich vorsorglich mit Säuglingszubehör ein. Fernsehwerbungen mit Babys und/oder Welpen erfordern eine Packung Taschentücher neben der Couch. Das ist ganz normal! Sollte die frisch Schwangere ihr gesamtes Umfeld stattdessen nur noch verschwommen wahrnehmen, ist auch das im Bereich des Normalen und liegt möglicherweise an der 24-7-Übelkeit, die die Badezimmerfliesen zu ihren engsten Vertrauten werden lässt. Keine Sorge! Nicht alle Frauen entwickeln die Wahrnehmungsveränderungen zur gleichen Zeit.

2. Muster

Ab dem zweiten Trimester der Schwangerschaft beginnt für die meisten Frauen die Wohlfühlzeit. An den langsam wachsenden Bauch hat sie sich gewöhnt, die Übelkeit hat nachgelassen und auch das Umfeld wurde inzwischen in das süße Geheimnis eingeweiht. Nun vollzieht sich der zweite Sprung in der Entwicklung der Supermom: sie beginnt, sich für wiederkehrende Muster und Farben in der Kinderzimmereinrichtung zu interessieren, umgangssprachlich auch als „Nestbautrieb“ bezeichnet. Möglicherweise fällt Ihnen auf, dass die Schwangere endlos von der Art und Weise fasziniert ist, wie einschlägige Möbelhäuser ihre Ausstellungsbabyzimmer dekoriert haben. Auch kurze Laute der Verzückung wie „Ah!“ und „Oh!“ werden Sie des Öfteren wahrnehmen können. All diese Dinge signalisieren eine große Veränderung in der neuronalen Entwicklung der Schwangeren auf dem Weg von der Frau zur Supermom.

3. Fließende Übergänge

Mit dem Sprung um den errechneten Geburtstermin herum wird die Frau eine ganz neue Welt betreten. Der fließende Übergang von einer Schwangerschaft zum neuen Leben mit Baby außerhalb des Bauches ist wohl der einschneidendste Sprung in der Entwicklung zur Supermom. Sie werden merken, dass die Frau sich einige Tage nach Beginn des Sprunges wieder besser bewegen kann und ihre Bewegungen weniger hölzern und schwammig aussehen. Die Veränderung macht sich auch dadurch bemerkbar, dass die Frau den Klang ihrer Stimme variiert, während sie mit dem Neugeborenen spricht. Dieser Sprung setzt eine ganze Reihe von Fertigkeiten und Aktivitäten in Bewegung.

4. Ereignisse

Der Frau steht nun, zwischen 3. und 12. Lebensmonat des Kindes, der Sprung in die Welt der Ereignisse bevor. Sie wird von jetzt an nahezu täglich von Ereignissen umgeben sein: das erste Rollen vom Bauch auf den Rücken, der erste Brei, das erste Mal sitzen, ein erstes „MAMAMAMAM“ bis hin zu den ersten wackeligen Schritten auf eigenen Beinen. Die Erkenntnis, das die Entwicklung eines Kindes in zeitlich aufeinander folgende Ereignisse unterteilt ist, nehmen Erwachsene als selbstverständlich wahr. So wissen wir, dass jedes Baby irgendwann sitzen, stehen und sprechen kann.  Für eine Mutter ist all das jedoch neu und aufregend und sie wird jedem Ereignis ganz besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen und es sowohl schriftlich als auch bildlich dokumentieren.

5. Beziehungen

Um den ersten Geburtstag des Kindes herum, werden Beziehungen eine wichtige Rolle spielen. Die Supermom kann neben Verwandten und Freunden nun auch eine Beziehung zu Erzieherinnen und Erziehern aufbauen, denen sie ihr Wertvollstes stundenweise anvertraut. Zu dieser Zeit wird die Mutter viele neue Dinge tun. Ihr aufrechter Gang verlagert sich wieder zurück in den Vierfüßlerstand, der das Aufheben heruntergefallener Gegenstände und Lebensmittel vereinfacht. Ob sie aber krabbelt oder nicht – sie wird in jedem Fall bedeutend mobiler, um den Nachwuchs vor Gefahren zu bewahren, die der kindliche Forscherdrang so mit sich bringt.

6. Kategorien

Mit dem sechsten Sprung im Kleinkindalter ist es Zeit für die Supermom, die Welt der Kategorien zu entdecken. Holz oder Plastik? Neu oder gebraucht? Möglicherweise ordnet die Mutter die Spielzeuge und Klamotten im Kinderzimmer nach einem ausgeklügelten System. Hier gilt nur eine Regel: nicht reinreden und machen lassen. Sie wird bei all diesen Untersuchungen eine unübertrefflich ernsthafte, vertiefte Miene aufsetzen. Der Sprung in die Welt der Kategorien betrifft alle Sinne: Sehvermögen, Gehör-, Geruchs- Geschmacks- und Tastsinn.

7. Abfolgen

Mit dem siebten Sprung ist es Zeit für die Supermom, die Welt der Abfolgen kennenzulernen. Möglicherweise erkennt sie jetzt, dass sie viele ihrer Ziele nur erreicht, wenn sie die Dinge erfolgreich in eine bestimmte Reihenfolge bringt: Kind 1 das Frühstück zubereiten, Kind 2 die Zahnpasta auf die Zahnbürste machen, die umgekippte Milch aus der Cornflakesschüssel von Kind 1 aufwischen und anschließend die am Badezimmerspiegel verteilte Zahnpasta von Kind 2 entfernen. Erst danach die gute Bluse anziehen. Die angehende Supermom wird damit beginnen, Aktionen miteinander zu verknüpfen, um ein Ziel zu erreichen. Wahrscheinlich fehlt ihr jedoch anfangs noch die eine oder andere Komponente.

8. Programme

Kurz nach der Geburt eines weiteren Kindes steht für die Supermom die nächste große Veränderung in ihrer neuronalen Entwicklung bevor. Sie wird dann bereit sein, die Welt der Programme zu erforschen. Somit rückt sie immer weiter auf ihrer Entwicklungsskala zu einer Supermom hin und geht ihre eigenen Wege bei der Erziehung ihrer Kinder. Sie wird nach diesem Sprung in der Lage sein, gleichzeitig mehrere Programme auszuführen: Monster unter dem Bett vertreiben, währenddessen einen Po abwischen – vermutlich nicht den eigenen – und Fragen zur Ernährung von Hirschkäfern googeln beantworten.

9. Prinzipien

Mit dem neunten Sprung ist es Zeit, die Welt der Prinzipien zu entdecken. Die Supermom-to-be führt nun allerlei Programme flüssiger, natürlicher und deutlich schneller aus. Das hilft ihr bei der Bewältigung naturgegebener Prinzipien wie z.B. dem Gesetz, dass das fallengelassene Brot mit der Butterseite nach unten landet oder dem, dass ein krankes Kind zwangsläufig ein zweites (drittes, viertes, …) nach sich zieht. Der einzige Fehler beim Halten von mehreren Schüsseln und kalten Lappen gleichzeitig ist der, dass die Evolution nicht mit jedem weiteren Kind mindestens einen weiteren Arm ergänzt hat.

10. Supermom!

Herzlichen Glückwunsch, Supermom! In jeder Frau steckt eine, denn was uns alle verbindet, ist, dass wir täglich unser Bestes geben, unseren Kindern eine wundervolle Kindheit zu schenken und sie mit Liebe, Zuneigung und Wurzeln zu stärken. Für sie da zu sein, sie zu halten, ihnen zu vertrauen, loszulassen und sie zu selbstbewussten, einfühlsamen Erwachsenen zu erziehen. Aber auch eine Supermom kommt regelmäßig an die Grenzen der Belastbarkeit und wir sollten alle viel öfter in einer instagram-perfekten Welt zeigen, dass auch wir nicht perfekt und gerade deswegen liebenswert und authentisch sind. Das tut dem Supermom-Sein ja keinen Abbruch.

I made humans. And what’s your super power? 😉

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 3fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

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