Wie ich abnahm und dabei mich selber fand

ll

img_0457 Ich war noch nie schlank.
Seit ich denken kann, bin ich das kleine dicke Mädchen gewesen: lebensfroh, lustig und eben rund.
In der Grundschule spielten wir das Märchen von Schneewittchen nach. Ich bekam mit meinem dunklen Locken die Hauptrolle. Nachdem ich den vergifteten Apfel gegessen hatte, trug der Prinz mich nicht, sondern fuhr mich in einer Schubkarre davon. In meiner Jugend unternahm ich unzählige Versuche, abzunehmen. Körnerkur, Almased, FDH, Kalorienzählen, Low Carb, Eiweißshakes, deren Geschmack mir bis heute Würgereiz beschert, Gemüsesuppenkur, Weight Watchers, bei denen ich meine Tagespunkte schon nach dem Frühstück verbraucht hatte, etc.
Gewichtsprobleme begleiteten mich seit je her. Während des Studiums nahm ich ab, in dem ich keine Kohlenhydrate mehr aß. Es hat funktioniert, war aber eine Zeit, die von Verzicht geprägt war. Wenn ich jetzt daran zurück denke, erinnere ich mich nur noch an alles, was ich nicht „durfte“ und wie ich litt, als alle anderen Flammkuchen aßen und ich einen Salat. Der komplette Verzicht tat körperlich weh, aber ich hielt es durch. Dann wurde ich schwanger.

38-woche-1Ich nahm zu, bekam das Kind und blieb so. Nach etwa 3 Jahren wollte ich wieder schwanger werden. Die Monate vergingen und es klappte einfach nicht. Als der Test nach 9 Monaten endlich positiv war, hielt die Freude nicht lange. Missed Abortion in der 6. Woche. Das hCG (Schwangerschaftshormon) war nicht gestiegen und die Fruchthülle blieb leer. Ich drängte bei den Nachuntersuchungen zur Fehlgeburt wegen immens langer Zyklen auf eine Untersuchung der Hormone. Beim Endokrinologen wurde anschließend eine Insulinresistenz festgestellt. Mit (damals) 26 Jahren! Scheiße! Insulinresistenz ist, vereinfacht gesagt, die Vorstufe zur Zuckerkrankheit Diabetes und u.a. verantwortlich für hormonelles Chaos, Zyklusschwankungen, fehlende Eisprünge usw. Im ersten Moment erschien mir – mit „akutem“ Kinderwunsch – DAS als das größte Problem. Im Laufe der Zeit verstand ich, dass sich aus dieser Vorstufe ein Diabetes mellitus entwickeln, wenn ich mein Leben und vor allem meine Ernährung nicht ändern würde.

Ich begann mit 87kg (bei einer Körpergröße von gerade mal 1,68m) und stellte meine Ernährung auf Insulintrennkost um: morgens Kohlenhydrate, mittags (gesunde) Mischkost und abends ausschließlich Eiweiß, zwischen den Mahlzeiten mindestens 5 Stunden Pause, damit der Insulinspiegel absinken kann.
Es funktionierte! Ich konnte mich satt essen, nahm trotzdem ab und nach den ersten Kilos normalisierte sich auch der Zyklus. Meinen 27. Geburtstag feierten wir in Ägypten, ich passte nach 6 Monaten mit etwa 74kg in mein Abiballkleid von 2006 und fühlte mich sensationell gut. Kurz darauf wurde ich auch endlich schwanger.

In der Schwangerschaft nahm ich das mit der Ernährung dann nicht mehr so genau. Appetit auf bestimmte Nahrungsmittel schiebt man schnell mal dem Baby in die Schuhe und ist sich sicher, man müsse den Schwangerschaftsgelüsten nachgeben. Außerdem wird man ja eh „dick“, also was solls. So ernährte ich mich in der ersten Schwangerschaft von McFlurry und in der zweiten hauptsächlich von Dosenpfirsichen. Nachdem das Kind geboren war, blieb ich also wieder rund. Der Gedanke an die Krankheit war weit weg, denn ich hatte ja das, weshalb ich damals zum Arzt gegangen war: neben mir lag mein Baby, ich war glücklich.

Der erhöhte Kalorienbedarf in der Stillzeit ist auch eine prima Pseudoausrede, um seine schlechten Essgewohnheiten zu rechtfertigen. Alle Versuche, die ich im letzten Dreivierteljahr unternommen hatte, scheiterten. Ich wurde immer wieder schwach, gab spontanen Gelüsten nach und hatte mich so an Alltagsroutinen wie die Kekse zum Kaffee gewöhnt, dass ich dachte, ich könnte es momentan nicht. Zu fett (haha) war der Schweinehund, der mir einredete, ich bräuchte es gar nicht erst zu versuchen. Ist ja auch egal. Ich seh halt so aus. Die Waage stand seit Monaten unter der Couch und verstaubte. Ich hatte insgeheim Angst vor der Zahl, die drauf stehen würde, deshalb benutzte ich sie vorsichtshalber nicht. Prinzip: was ich nicht sehe, ist auch nicht da. Natürlich hätte ich mich auch einfach mal „zusammenreißen“ und eine Diät anfangen können, aber ganz offensichtlich war der Leidensdruck nicht groß genug. Das Dicksein war nichts, was mich nachhaltig beschäftigte.

Und dann kam der Tag im Juli 2016.
Ich fuhr zusammen mit meiner Mama ins Stoffhaus. Die Verkäuferinnen sind immer sehr nett und kennen uns schon viele Jahre. In meiner 2. Schwangerschaft konnten sie fast monatlich dem Bauch beim Wachsen zusehen, wenn ich Babystoffe shoppen kam, und freuten sich auch nach der Geburt jedes Mal auf Smalltalk-Ebene, wenn ich mit dem Baby den Laden betrat. Im Sommer waren wir durch Konzerte und viele Proben bis zu diesem Tag längere Zeit nicht dort gewesen. Ich stand seitlich am Resteständer und meine Mama quatschte mit der Verkäuferin, mein anderthalbjähriges Kind auf dem Arm. Und wie ich dazu kam, fragte sie mich ganz unvermittelt:

„Wird’s denn wieder ein Mädchen?“

BÄM, das hat gesessen.
Als ich das Missverständnis aufklärte, entschuldigte sich die Verkäuferin bestimmt 100x, ich lachte oberflächlich und tat so, als wäre es witzig und überhaupt nicht schlimm, für schwanger gehalten zu werden, war aber im Inneren ganz schön angeknackst. In diesem Moment hat es mich ziemlich getroffen und ich war im Grunde empört über dies dreiste (wenn auch nur nett gemeinte) Frage. Rückblickend bin ich der Dame unendlich dankbar! Denn genau das war der Punkt, an dem sich in meinem Kopf etwas getan hat. Diesen Schockmoment habe ich gebraucht um aufzuwachen, um zu verstehen, was ich meinem Körper zugemutet hatte und um zu erkennen, dass ich nicht die war, die ich sein wollte. Manchmal muss man erst sprichwörtlich einen Spiegel vorgehalten bekommen, um endlich aufzuwachen. Ich habe absolut kein Problem mit dicken Menschen, aber ich wusste in diesem Moment ganz genau, dass diese dicke Frau nicht ICH bin. Am selben Tag schrieb ich abends in den Notizblock meines Handys:

26.7.16
Das angefressene Plautzi hat scheinbar eine eindrucksvolle Nachwuchs-Silhouette gezaubert. Jetzt ist das Maß voll. Ein Auge zugehalten und auf die Waage gestiegen: unschwangerer Höchstwert von 89,5! Scheiße, ey! Neunundachtzig. Das ist fast neunzig und nicht mehr witzig. BMI von 31,7! A-D-I-P-Ö-S! Das Wort klingt genau so hässlich, wie die Tatsache an sich. Wie konnte das passieren? Ich war doch bei 86 schon dick. Unfassbar. Das bin ich nicht! Ab morgen ist Schluss. Kein Eis, keine Streuselschnecke und kein Brot schmecken so, wie sich 90kg anfühlen. SCHLUSS.

Am nächsten Tag tat ich das, was ich immer tue, wenn ich etwas anfangen will: Bücher bestellen. Ich lud mir „Ich bin dann mal schlank – die Erfolgsmethode“ von Patrick Heizmann aufs Handy, einem Comedian mit Ernährungshintergrund. Natürlich hat auch er das Rad nicht neu erfunden, aber er beschreibt eben dieses „Rad“ auf gelungene Art und Weise: mit bildhafter Sprache und viel Humor! Im Grunde erklärt er in einfachen Worten (aber fundiert!), weshalb Abnehmen nach dem Prinzip „Insulintrennkost“ klappt und dass man, wenn man sein Gewicht dauerhaft reduzieren bzw. halten will, verstehen muss, wie der Körper funktioniert. Und genau das ist der Punkt.

Ich bin überzeugt davon, dass kurzfristige Diäten vielleicht schnellen Erfolg bringen, aber sich der Körper nach der Diät zurückholt, was er nicht „durfte“, der bekannte Jojo-Effekt. Außerdem geht diese „Verbotssache“ an die psychische Substanz, bei mir jedenfalls.

Wenn man verstanden hat, wie der Körper welche Nahrungsmittel verwertet, ist es eigentlich alles ganz logisch. Grundsätzlich darf man (fast) alles essen, nur nicht zu jeder Tageszeit. Morgens benötigt der Körper Kohlehydrate, um Energie für den Tag zu haben, d.h. ich kann bedenkenlos meine Brötchen mit Marmelade zum Frühstück essen. Auch Kuchen oder Kekse sind nicht komplett „tabu“, ich muss nur bis zum nächsten Frühstück warten, wenn ich darauf Appetit habe. Klingt aber schon anders als „ich darf das gar nicht essen“. Entscheidend für die Fettverbrennung ist eigentlich die letzte Mahlzeit des Tages. Führt man dem Körper mit dieser Kohlehydrate zu, hat der Körper über Nacht mit dem Verbrennen selbiger zu tun. Bekommt er stattdessen abends Eiweiß, nimmt er den „Brennstoff“ für das Aufrechterhalten der Körpertemperatur in der Nacht aus den Depots, den Fettspeichern. Darauf bezieht sich der Name „Schlank im Schlaf“. Slogans wie diesen finde ich allerdings bedenklich, weil sie suggerieren, das man nichts dafür tun müsste. Das stimmt absolut nicht. Abnehmen ist kein Spaziergang. Es ist hart, es ist manchmal frustrierend und wer behauptet, man bräuchte keine Disziplin um durchzuhalten, der lügt. Aber egal, wie oft die Waage schon grundlos wieder mehr angezeigt hat oder das Gewicht stehenblieb – irgendwann ging es immer weiter. Und es lohnt sich. Ich glaube ja, dass jeder, der abnehmen möchte, seine persönliche Methode finden muss, es kann da kein Universalrezept mit Abnehmgarantie geben. Jeder muss den Weg finden, der zu ihm und seinem Leben passt. Für mich ist es zu 100% Low-Carb bzw. Ernährung nach dem Prinzip der Insulintrennkost, die mein Körper am besten verträgt und mit der ich mich am Wohlsten fühle (und das sagt die, die am Liebsten Nudeln in allen Formen als Beilage gegessen hat).

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Eines der wirklichen guten Kochbücher zum Thema, das tatsächlich auch alltagstaugliche Gerichte anbietet, ist übrigens „Essen ohne Kohlenhydrate“ von Alexander Grimme. Es sind nur wenige abenteuerliche Rezepte dabei und das meiste ist durchaus nachkochbar, auch für ungeduldige Wir-haben-doch-keine-Zeit-aber-Hunger-Esser wie mich. Ich könnte ja immer schon schreiend weglaufen, wenn ich in der Zutatenliste so Abgefahrenes wie Mungobohnenkeimlinge und Flusskrebsfleisch lese. Schließlich möchte ich vor dem Kochen nicht erst über einen orientalischen Markt schlendern oder im Fluss nach den Zutaten angeln müssen…

Kein Essen der Welt schmeckt so gut, wie es sich anfühlt, wenn man in seinem eigenen Körper wieder zu Hause ist.

Die ersten Tage ohne Zucker (außer zum Frühstück) fühlen sich an, wie ich mir einen kalten Entzug vorstelle: frieren, schlechte Laune, Lustlosigkeit, fehlende Motivation, ständig Appetit auf Irgendwas. Da heißt es: durchhalten. Das wird besser! Ich schrieb an Tag 3:

„Heute keinerlei Lust auf Eis oder Süßes bisher. Ich kann mich nicht mehr sehen. Da vergeht einem ja auch der Appetit. Nur mein Frühstück, das brauche ich, um gut in den Tag zu starten. Keine abgeschnittenen Kanten von Kindertoasts gegessen und keine halb gegessenen Joghurts ausgelöffelt. Was man alles isst, nur, damit man es nicht wegschmeißt. Unglaublich.
P.S. Noch mal aufstehen und den Kindern beim Essen und Wegwerfen eines halben Schoko-Vanille-Puddings mit Sahne zusehen zu müssen, ist übrigens nicht lustig.“

Nach ein paar Tagen stand unser Familiensommerurlaub an. Schön blöd, denkt man jetzt vielleicht. Den hätte sie ja noch abwarten, und danach mit Abnehmen beginnen können. Keine Chance. Die missgedeutete Fettschwangerschaft war so ein Schlag in die Magengrube, dass mir regelrecht der Appetit vergangen ist. Ich ernährte mich in den 10 Tagen Griechenland (All-Inclusive…) gesund vom reichhaltigen Buffet und stellte fest: ist doch eigentlich gar nicht so schwer! (Ok, zum Abendessen kein frisches griechisches Obst und nachmittags beim Kaffee keinen Kuchen zu essen, schmerzte ein wenig, war insgesamt aber zu vernachlässigen).

„Nach 3 Wochen plötzlich das Gefühl, jemand anders zu sein im Spiegel. Ein seltsam definiertes Gesicht und so einen flachen Bauch – hahaha. Okay, 86kg sind bei Weitem nicht schlank, aber es ist zu merken! Jetzt ist immerhin schon diese blöde Rückenfalte verschwunden und das Doppelkinn, das da zu wachsen anfangen wollte. Man fühlt sich gleich mindestens 10 Jahre älter, wenn man merkt, wie sich beim Nach-unten-gucken die Haut am Kinn staut. Bäh! Ich habe im Urlaub 10 Tage lang diszipliniert gegessen und dann der Schock: 300g mehr als vor dem Urlaub. Wie kann das sein?! An dem Tag schlug mir meine schlechte Laune ganz schön zu Gemüte! An den Tagen darauf ging es dann langsam aber stetig abwärts: mal 200, mal 400g. Jetzt sind es schon fast 4kg! Lustig ist, dass mir das ordentliche Essen nicht schwer fällt. Ich freue mich auf das Zubereiten, habe mir Specials wie den Spiralschneider zugelegt und freue mich sogar auf Tomaten. Heute gab es erstmalig „Zoodles“ bzw. Gemüse im Nudelkostüm, aber wenn man es nicht direkt mit Nudeln vergleicht, total lecker und ein würdiger Ersatz. Reisnudelnkartoffeln fehlen mir überhaupt nicht. Schlucken musste ich nur bei IKEA heute: die Familie isst HotDogs, Eis und Muffins. Ich nichts. Habe den Muffin gedrückt und intensiv daran gerochen, mehrmals. Und mir vorgestellt, wie ich reinbeiße. Und ich habe nichts gefühlt. Ein gutes Zeichen! Gestern war ich zum ersten Mal nach langer Zeit mal wieder beim Zumba. 20min Crosstrainer und 1 Stunde tanzen, fix und fertig! Aber so, dass ich heute direkt nochmal hätte gehen können. Dieser Drang mich zu bewegen, der ist neu. I love it!“

5 Wochen nach Beginn der Ernährungsumstellung kam der erste richtige Aha-Moment, nämlich das unglaubliche Gefühl, eine Hose in der nächst kleineren Größe anzuprobieren und den Reißverschluss ohne Probleme zuzubekommen! Vor lauter Euphorie über die „nur mal zum Testen“ anprobierten 42er Hosen musste ich leider beide kaufen. Tja, nun.

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Neue Hose (Gr.40) vs.im Sommer getragene

Mein Traum

Im Januar 2017 feiere ich meinen 30. Geburtstag. Und ich habe einen Traum: ich möchte mein rotes Abiball-Kleid an diesem Tag tragen. Es passt schon lange nicht mehr, liegt aber seit 10 Jahren im Erinnerungsfach des Kleiderschrankes. Ich möchte das Abnehmen gar nicht so sehr an einer bestimmten Zahl oder Grenze festmachen. Ich möchte mich wohlfühlen, nicht darüber nachdenken müssen, ob ich mich für ein spontanes Foto gerade noch schnell seitlich hinstellen und den Bauch einziehen sollte, ich möchte im Unterricht mit den Kitakindern nicht nach zwei getanzten Liedern aus der Puste sein und ich möchte dieses rote Kleid im neuen Jahr tragen. Vermutlich wird der BMI immer noch über dem Normalbereich liegen, wenn ich an meinem persönlichen Ziel angekommen bin, aber das ist mir egal.

06.09.16
„Gestern wurde ich zum ersten Mal gefragt, ob ich nichts zu essen bekomme – es sei zu sehen! YES! Und heute morgen dann Tiefstwert von 84,5kg auf der Waage, das sind glatte MINUS FÜNF! Geil. Und das Abiballkleid geht schon zu! Passen ist ein großes Wort, es ist eher wie Wurst mit Pelle, aber hey, es geht schon zu! Zu meinem Geburtstag trage ich das. 10 Jahre. Unglaublich. Und immer hat es mich begleitet. P.S. Heute erstmals den roten adipösen Bereich verlassen. Jetzt ganz offiziell „nur noch“ dick. Immerhin. Haha. Wenn ich 79 wiege, lass ich mich tätowieren. Neunundsiebzig, das klingt wie Musik in meinen Ohren…“

Im Oktober stand der 7. Geburtstag meiner Tochter an; mit anderen Worten: Backmarathon. Ich bin so stolz auf mich – kleine Kuchen im Waffelbecher für die Schule, zwei Kuchen für den Nachmittag zu Hause und noch einen weiteren Kuchen für die Party mit den Freunden einen Tag später. Ich hatte viel Spaß beim Backen und Verzieren, aber es war gar nicht schlimm, keinen zu essen. Am gleichen Wochenende waren wir noch zur Einweihungsfeier in der neuen Wohnung meiner Cousine eingeladen. Nach dem Mittagessen wurde Kaffee getrunken und hinterher gab es natürlich diverse Kuchen. Streusel, Apfel, Pflaume machen mir alle nichts aus. Aber direkt vor meiner Nase stand ein großer, frischer Zupfkuchen. Der hat mich fast um den Verstand gebracht! Um ehrlich zu sein, überlege ich noch heute, gute 6 Wochen später, wie der wohl geschmeckt haben mag. Das sind die wenigen Momente, die hart sind und die einem Einiges abverlangen. Natürlich würde die Waage nicht gleich wieder 5kg mehr anzeigen am nächsten Tag und ab und zu ein Stück Kuchen ist ja auch kein Problem. Aber wenn man noch nicht so lange „clean“ ist, sagt einem der Verstand, dass man das besser nicht machen sollte.

13.10.16
„Kindergeburtstag überlebt, hooray! Inzwischen bin ich bei 81kg, das sind mehr als -8kg! Meine Oma würde jetzt sagen: 16 Pfund! So süß, wie sie immer alles umrechnet. Vor ein paar Tagen musste ich aus sozialen Gründen ein winziges Kuchenstück essen, ohne Teigboden. Es hat geschmeckt wie ein Orgasmus im Mund! […] Wenn das Kuchenessen so eine soziale Angelegenheit ist und sich dann auch noch ewig hinzieht, ist es nicht leicht, dem Kuchen dauerhaft ausgeliefert zu sein und ihn nicht zu essen. Aber dann hilft ein Blick auf die Gewichtsapp. Wenn ich mir den Verlauf ansehe, bin ich einfach nur glücklich und stolz, schon so viel geschafft zu haben.“

Anfang November habe ich mich tatsächlich tätowieren lassen. Ich überlegte seit 4 Jahren, was und wo und warum. Jetzt hatte ich das Gefühl, es mir „verdient“ zu haben und als eine Art Erinnerung stechen zu lassen, nie mehr so dick zu werden wie ich war. Es ist jetzt Teil dieses neuen Lebensgefühls. Ich bin noch nicht am Ziel, aber habe über 10kg (20 Pfund, haha) abgenommen, trage inzwischen 2 Kleidergrößen kleiner, kann mich wieder im Spiegel und auf Fotos sehen und möchte allen, die das Gefühl haben, sie würden das nicht schaffen oder die den Abnehmwunsch auf unbestimmte Zeit vor sich herschieben, den Spruch mit auf den Weg geben, der mich motiviert hat:

A year from now,
you’ll wish you had started today.

ttkk4786

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

4 Kommentare zu „Wie ich abnahm und dabei mich selber fand“

  1. Du siehst sehr gut aus. Ich versuche auch schon eine Weile lang abzunehmen. Einfach weil ich optisch etwas definierter aussehen möchte. Das ist echt nicht so leicht und ich bewundere es, wie gut du durchhälst. Ich hätte garantiert ein Stück Kuchen gegessen 😉 mein abiballkleid hängt auch in Schrank aber Paul sagt ich soll es lieber nicht anprobieren, dass ich nicht frustriert bin. Auf einer Feier kann ich es nicht anziehen da da babykotze drauf ist ^^

    Mach auf jeden Fall weiter so, du machst das sehr gut. Das eine Buch werde ich mir mal anschauen.

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  2. Ein ziemlich persönlicher Post. Viel Erfolg auf dem weiteren Weg.
    Du bestätigst mal wieder, was wir eigentlich alle längst wissen: Jede klassische Diät hat nur den einen Zweck, nach dem Jojo das nächste Diätbuch verkaufen zu können 🙂

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