18 Monate kleines F

Anderthalb Jahre – du bist jetzt schon 2x so lange auf der Welt, wie du in meinem Bauch warst! Wenn mir in den vergangenen Wochen immer mal wieder Neugeborenenbilder in die Twitter-Timeline Bilder gespült wurden, konnte ich den Anblick gar nicht so richtig verarbeiten. Immerhin sehe ich dich immer noch als mein Baby („as long as I’m living, my baby you’ll be“), aber im direkten Vergleich muss ich zugeben, dass du irgendwie doch schon ganz schön groß bist!

Gerade in den vergangenen 3 Monaten hast du dich wahnsinnig entwickelt, Kindergarten sei Dank! Über unseren steinigen Weg der Eingewöhnung habe ich ja hier schon geschrieben. Inzwischen bist du angekommen in deinem neuen Alltag und du liebst es, im Garten mit den anderen Kindern zu spielen, zu malen, zu klecksen, zu buddeln und ein Teil der Gruppe zu sein!

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Speziell deine Sandkasten-Skills hast du enorm ausgebaut: du backst jetzt Kuchen, hantierst souverän mit der Schippe, füllst die Förmchen, kippst sie auf dem Rand um und klopfst drauf. Dass der Rand bei unserem Muschel-Sandkasten im Gegensatz zu dem in der Kita nur wenige Zentimeter breit ist, ignorierst du dabei gekonnt. Schlimmer noch, bis vor ein paar Wochen hatten wir gar keinen funktionierenden Sandkasten in unserem Garten, weil der alte aus den Vorjahren Opfer einer Überschwemmung und inzwischen zu einem Biotop geworden war. Eltern kennen das Problem. In Ermangelung an Alternativen hast du dich einfach auf die Terrasse gesetzt und mit übriggebliebenem Sandspielzeug schwarze Erde auf dein helles Kleid geschaufelt. Wir sind noch am gleichen Tag in den Baumarkt gefahren ^^

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Aus einem Bauchgefühl heraus habe ich vor einigen Wochen einen Termin beim HNO vereinbart, obwohl unsere Kinderärztin mir nicht dazu geraten hat („Alles ganz normal, Late-Talker“, etc.). Irritiert hat mich, dass du absolut kein Late Talker bist, sondern von Anfang an sehr viel gesprochen hast, nur eben nicht Deutsch. Und tatsächlich: der Hörtest hat ergeben, dass du Schleim hinter beiden Trommelfellen hast und deshalb in Etwa so hörst, als wenn wir uns die Ohren zuhalten. Also du hörst zwar, aber alles nicht so genau und deutlich. Und so klingt auch dein Reden. Inzwischen sagst du neben „Mama“ und „Papa“ hauptsächlich (und sehr deutlich!) „ja“ und „nein“ und „heißßß“ und „(k)alt“. Wenn man davon ausgehen kann, dass dein Wortschatz nach Wichtigkeit geht, wundert mich nicht, dass „Eis!“ bei den Vokabeln auch weit vorne mit dabei ist. Bei „Nana“ sind wir uns nicht ganz sicher, ob das der Spitzname für deine Schwester (FioNA), „neinnein“ oder sogar besitzanzeigend: „meiner?“ sein soll. Aber meistens trifft es eh gleichzeitig auf alles drei zu, haha. Du verstehst alles, kannst komplexen Aufforderungen folgen und weißt genau, was du willst. „Die!“ ist übrigens momentan das Universal-Wort für „das da“. Morgens frage ich immer, welche Schuhe du anziehen möchtest. Ich halte sie hoch und sage: „Die? .. oder die?“. Das hast du übernommen und sagst jetzt, wenn du auf etwas zeigst, das du haben (essen/trinken) möchtest, ebenfalls „die!“. Dieser Gag funktioniert übrigens am besten, wenn wir in Gesellschaft sind, ich dich rittlings auf den Schoß nehme, du mit deinem kleinen Zeigefinger auf meine Brust tippst und dazu laut „Die! Die!“ rufst. Für euch getestet.

(Ja, ich stille abends/nachts tatsächlich immer noch und hätte mir das nie träumen lassen. Aber solange ich das Gefühl habe, dass du „die“ noch brauchst, um runterzukommen und dich von dem Tag zu erholen, behalten wir das auch so bei. We don’t care what people say.)

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Vor deiner Geburt habe ich oft gelesen, dass das zweite Kind dann einfach mitlaufe, in seinen Platz in der Familie hineingeboren werde und so unkompliziert sei. Das kann ich so nicht unterschreiben. Du bist zu einer richtigen kleinen Persönlichkeit geworden und denkst nicht daran, einfach irgendwo mitzulaufen! Du hast dir deinen Posten in der Familie hart erkämpft und wirst den Thron nicht so schnell aufgeben! Mit „Ziegenbockaugen“, also stark gerunzelter Stirn, vertrittst du in Babynesisch deinen Standpunkt und brüllst auch mal aus heiterem Himmel los, wenn etwas nicht so läuft, wie du es dir vorstellst! Einfach aus Bock! Und wenn man dann das Gefühl hat, dass du NUR meckerst und man dir einfach nichts recht machen kann (und du ja auch noch nicht sagst, was los ist) – das sind die Momente, in denen ich ganz sicher bin, dass meine Kraft nie für mehr als 2 Kinder reichen würde…

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Deine Schwester soll dich möglichst nicht anfassen, denn du willst alles A-L-L-E-I-N-E machen. Es sei denn, sie funktioniert als Handlanger für Dummheiten, das ist dann etwas anderes. Abends sagt ihr euch Gute-Nacht mit „Küsschen, Ei, Winkewinke“, also – eigentlich selbsterklärend – Kuss, streicheln und winken. Awww! Geschwisterplüsch gibt es nicht soo oft, aber wenn, dann läuft beinahe mein Herz über. Euch zwei Lieblingsmenschen so zu sehen und zu wissen, dass ihr euch immer haben werdet, weil Blut dicker ist als Wasser, ist eines der schönsten Gefühle, die es gibt ❤ ❤ ❤ (und dann sind auch die Gedanken von weiter oben irgendwie wieder relativ, hihi)

Dass du Musik magst, ist ja schon hinlänglich bekannt. Inzwischen hast du ein eindeutiges und unangefochtenes Lieblingslied: „Baby Shark“! Das singe ich mit meinen Kita-Kindern in der Früherziehung und als ich es zu Hause mal angemacht habe, hielt es dich nicht mehr auf deinem Stuhl. Erst wird mit Daumen und Zeigefinger der „Baby Shark“ gezeigt, danach mit beiden Händen (als Maul) „Mommy Shark“, dann die gleiche Bewegung in groß als „Daddy Shark“ usw. Du tanzt dabei so, dass deine Moves dich regelmäßig umwerfen, und zwar ganz wortwörtlich. Zuckersüß! Und wenn du mit Daumen und Zeigefinger Baby Shark zeigst, schmelze ich. Hach…

Außerdem telefonierst du mit allem. Ja, wirklich mit allem. Egal, ob mit dem Deckel der Cremedose, mit meinem Autoschlüssel oder kürzlich mit einem Stück Kuchen, das du dir ans Ohr gehalten hast. „Ja?“

Für Puppen hat sich deine Schwester nie wirklich interessiert. Du dagegen fährst täglich mit dem kleinen klapprigen Puppenwagen über den Hof, veranstaltest Teepartys und zeigst deiner Püppi die Welt.

 

Mit deinem Lieblingsbuch („Das Orchester der Tiere“) haben wir schon ganze Arztpraxen erheitert. Man stelle sich vor, peinliche Stille in einem überfüllten Wartezimmer: die einen gucken zu Boden, die anderen in ihr Smartphone, die nächsten füllen gerade den Anamnesebogen aus. Und mittendrin schlägst du dein Buch auf, drückst auf einen Knopf und schon spielt das ganze Orchester aus dem „Karneval der Tiere“. Und weil es so schön war, gleich noch mal… Bücher müssen bei dir ja immer ziemlich leiden, und so hat auch dieses mittlerweile schon einige Seiten gelassen.

 

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Es ist so schön, dir beim Großwerden zuzusehen und dich auf deinem Weg in die Welt zu begleiten; zu sehen, wie du dich freust, wie du strahlst, wie du staunst und (nicht zuletzt) wie du schläfst.

Happy one-and-a-half birthday, mein Schatz!

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

2 Kommentare zu „18 Monate kleines F“

  1. So süß… danke für teilen von all dem, was dich so beschäftigt. Ich finde es total in Ordnung, dass du noch stillst. Offiziell wird es sogar empfohlen, solange wie Mutter und Kind es wünschen. Man muss sich nicht daran orientieren, was der Großteil macht…
    Was ist mit diesem Schleim hinter den Ohren geworden? Wurde dagegen etwas unternommen?

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