3 Monate Schule

Nun geht das große Kind tatsächlich schon seit 3 Monaten in die Schule. Ein erstes Kurzfazit:

Schlafen & Aufstehen
Aus der Nachteule, die abends noch 25x mit Spezialwünschen aus dem Bett kam, ist ein „zuverlässiger Schläfer“ geworden. Sie ist nach einem Schultag körperlich und geistig so ausgepowert, dass das Einschlafen ohne Probleme funktioniert. Aufstehen geht inzwischen auch ganz gut, besonders natürlich, wenn es im Dinovember jeden Morgen Dinos zu suchen oder im Dezember ein Türchen zu öffnen gilt. Wer noch so seine Probleme mit dem frühen Aufstehen hat, bin ich. 6.15 Uhr ist einfach nicht meine Zeit, vor allem nicht, wenn das Baby von Durchschlafen noch so weit entfernt ist wie die nächsten Sommerferien… Und dass ich das freitägliche Aufstehen zur 2. Stunde mal als Luxus empfinden würde, hätte ich mir auch nicht träumen lassen!

Zeichnen & Malen
Menschen haben neuerdings einen Hals! Und Schultern. Die sind zwar eckig und stehen ab wie nach einem komplizierten Bruch, aber die Bilder werden zusehends realistischer. Sonnenblumen, Igel, Herbstbaum oder Adventskranz – sie sind alle soooo schön. Sehr froh bin ich, dass die Zeit vorbei ist, in der ich mich höflich für ein buntes „Kritzelbild“ bedanken musste (und ich meine nicht die Mal-Anfangsphase mit 2 Jahren, sondern jetzt kürzlich!). Mutter hin oder her – die waren selbst mir ein bisschen zu abstrakt.

Selbstständigkeit
Ja, auch mit 5 Jahren kann man sich schon alleine anziehen, sich die Zähne putzen und den Po abwischen. Theoretisch jedenfalls. Praktisch sah es oft so aus: „Mamaaaa? Kannst du das machen? Ich bin noch so müde…“. Seitdem sie ein Schulkind ist, ist das allerdings passé. Es braucht zwar ab und zu mehr als eine Aufforderung, aber ansonsten macht sie alles ganz alleine. Diese neue Selbstständigkeit beinhaltet außerdem das Anschnallen im Auto, welch ein Segen! Was hingegen noch ausbaufähig ist, ist das Tempo, in dem sie sich fertig macht, wenn ich sie abhole. An was man da alles denken muss: Schal, Mütze, Jacke, Schuhe, Mappe, Sportzeug, … „Ich hab noch was vergessen…bin gleich wieder da…“ – never ending story.

Lesen & Rechnen
„Steht da GALERIA KAUFHOF?“
Auf dem ersten Elternabend hat die Klassenlehrerin gesagt, zu Weihnachten können die Kinder lesen. Das war im September und ich habe gegrinst und gedacht, da hat sie sich wohl geirrt. Inzwischen muss ich sagen: hat sie nicht! Natürlich kann man noch nicht von fließendem Lesen sprechen und Kombinationen wie „SCH“ kennen sie noch nicht, aber einfache Texte aus der Fibel liest Fiona flüssig vor und mein Mamaherz hüpft vor Freude!

Die Zahlen von 0-9 haben sie bereits gelernt und wenden das Wissen jetzt langsam an mit kleinen Additionsaufgaben bis 10. Das klappt schon ganz gut, nur sieht man ihrer Handschrift an, ob sie gerade Lust hatte zu rechnen oder lieber gelesen hätte…

Verluste
Eine Inventur der Federtasche hat ergeben: -3 Radiergummis, -1 Lineal, -2 Kleber, -1 Anspitzer. Wo das Loch ist, in das diese Dinge verschwinden, würde mich ja doch interessieren! Bis ich das herausgefunden habe, bleibt mir nichts anderes übrig, als zu jeder sich bietenden Gelegenheit Radiergummis zu schenken. Gerade gestern zum Nikolaus gab es 2 Rentiere. Was solls.
Verschollene Mützen, Schals und Handschuhe hatten wir auch schon zu genüge, die sind aber inzwischen alle wieder aufgetaucht.

Pflichten
Ich traute meinen Ohren kaum, als ich hörte, dass sich mein Kind freiwillig (!) für den Schuhdienst gemeldet hat. Was der macht? Kontrollieren, ob alle ihre Hausschuhe wieder ordentlich in den Schrank gestellt haben und falls nicht, die Schuhe in den Klassenraum bringen, hochhalten und schimpfen. Gerade vor ein paar Tagen hatte sie einen lachenden Smiley im Elternheft für die gute Ausführung ihres Amtes. Man höre und staune!
Ich selber habe in meiner Funktion als Elternsprecherin inzwischen schon drölfzigtausend Emails geschrieben mit aktualisierten Adresslisten, fehlenden Punkten in Emailadressen (der Mailer Daemon und ich, hach…) und der Organisation eines Weihnachtsbuffets und eines kleinen Weihnachtsgeschenkes (jeder 1€ im Briefumschlag. Jeder! Bitte! Und nicht erst in 2 Wochen….argh!). Außerdem musste ich an einer der schlimmsten Veranstaltungen ever teilnehmen: der Gesamtelternsprecherkonferenz. Das Tor ist 2cm zu schmal, das Mittagessen 1 Grad zu kalt und wer dafür ist, hebt die Hand. Oder doch lieber eine geheime Abstimmung? Muäh!
Vor ein paar Tagen fand eine Veranstaltung für Eltern statt, ausdrücklich ohne Kinder, zu der ich leider verhindert war, weil ich arbeiten musste (wirklich!): das alljährliche Elternbasteln. WTF? Wenn Kinder für die Eltern basteln, kann ich das ja noch nachvollziehen. Aber andersherum? „Oh danke, Mama, das hast du aber schön gebastelt! Darüber freue ich mich viel mehr als über den Eispalast von Elsa!“ Hö?!

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich Fiona in den vergangenen 3 Monaten durch den Schulbeginn unglaublich weiterentwickelt hat. Sie drückt sich noch differenzierter aus als eh schon (ich liebe es, wenn sie von ihrer „Leseanalyse“ erzählt), berichtet mir täglich aufgeregt von ihrem Tag und den einzelnen Schulfächern und ist einfach insgesamt ein anderes Kind als vorher. Ein großes Schulkind, eben. Und ich bin die stolzeste Mama der Welt. Jeden einzelnen Tag.

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

5 Kommentare zu „3 Monate Schule“

  1. Hallo,

    ich bin hier sonst nur eine stille (aber regelmäßige) Leserin. Wie schön, dass Fiona so gut in der Schule angekommen ist!
    Vielen Dank für deine schönen Texte, Anregungen und Erfahrungen. Ich schaue immer gerne bei dir rein!
    Liebe Grüße Kathrin

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  2. Ach wie schön <333
    Da bin ich direkt ein bisschen neidisch. Ladygaga ist ja gleich alt und kommt doch erst nächstes Jahr in die Schule. Schweizer Schulsystem….
    Jedenfalls ganz toll, wie Du die Fortschritte erlebst und berichtest. Du bist zu recht stolz auf Fiona <33

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  3. Haha, das mit dem frühen Aufstehen ist bei uns auch so. Für mich eines der einzigen Nachteile am Schulbeginn vom Löwenjungen. Ansonsten ist das hier eigentlich ähnlich.
    Und wir haben einen riesigen Bedarf an Bleistiften :)) den 5. habe ich letzte Woche gekauft.
    Die Schule scheint unseren Mäusen wirklich gut zu tun, oder?!
    Lieben Gruß
    Tanja

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  4. Das ist ja interessant auch die Elternsicht einmal zu hören :o)
    Wo die ganzen Schulsachen bleiben, ist mir als Lehrerin auch ein Rätsel..keine Schere…kein Kleber…der Rot-blau-Stift ist weg!

    So gab es im Adventskalender von mir Radiergummis!

    LG
    papillionis

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