Unsere Einschulungsparty

Einladungskarten gebastelt

Fiona hatte schon „eine ganze Ewigkeit“ auf diesen Tag gewartet und nun war er endlich gekommen, ihre Einschulung! Einerseits freute ich mich ebenfalls riesig auf die Feier, andererseits heißt die Einschulung für Eltern ja auch, sich ein Stück weit von seinem „Baby“ zu verabschieden… Hach!
Bei uns ist der Schulanfang neben Jugendweihe, Abiball und Hochzeit eines der größten Feste im Leben eines jungen Menschen. Endlich Schulkind, hurra! Und weil ich außerdem so gerne Partys plane, beschäftigte ich mich schon lange vorher mit Deko, Spielen, Kuchen und graste regelmäßig systematisch Pinterest und Amazon nach Ideen ab. Fiona liebt systematische Übersichten und hat sich für die 3 Wochen vor dem großen Tag eine Tabelle bestellt, bei der sie jeden Tag eintragen kann, was sie vorhat, u.a. Currywurstmuseum, Geburtstage und Bahnfahrten. Damit wurde die Zeitspanne für sie ein bisschen greifbarer als nur: „Wie lange noch?“ – „3x Sendung mit der Maus“.

Ich für meinen Teil brauchte keine Tabelle, aber checkte seit t minus 10 Tagen stündlich die Wettervorhersage, die sich als wahrer Krimi präsentierte. In den Tagen vor besagtem Samstag wechselte das yahoo-Wetter täglich zwischen Sonne/Wolken und 90% Regen und Gewitter. Im Endeffekt war es vormittags zum Klassenfoto vor der Schule sehr schön, aber frisch, und nachmittags teilweise nass, was aber der guten Stimmung unter dem Partyzelt in unserem Garten keinen Abbruch getan hat!

Geschwisterplüsch kurz vor’m Losgehen ❤

Am Morgen von Tag X fuhren wir früh zu einer guten Freundin, Fionas Haare machen lassen. Mich lässt sie nicht oder nur selten flechten, aber an so einem wichtigen Tag möchte man ja wie eine Prinzessin aussehen. Wieder zu Hause angekommen, holten wir die Kleider aus dem Schrank, die schon so oft anprobiert und bestaunt worden sind in den vergangenen Monaten. Sie strahlte beim Anziehen über das ganze Gesicht und wäre am liebsten sofort losgelaufen zur Schule. Unsere Feierstunde in der Turnhalle der Grundschule begann um 11 Uhr. Als beide Kinder angezogen waren und Mama sich wasserfest geschminkt hatte, liefen wir mit leerer Mappe auf dem Rücken und schwerer Schultüte im Arm in Richtung Schule. Unterwegs bemerkte ich, dass ich zwar Notfallbabykekse, eine Flasche Wasser und meinen Hausschlüssel, aber keine Taschentücher eingepackt hatte. Anfängerfehler!

Als wir ankamen, war die Turnhalle bereits brechend voll. Fiona bekam von einer größeren Schülerin einen Blumenstrauß und das ausgemalte Schulmaskottchen am Stiel in die Hand gedrückt und wurde von der Hortnerin zu den Bänken begleitet, auf denen die anderen Schüler der Klasse 1b schon Platz genommen hatten: „Tschüss, mein Schatz. Viel Spaß! Ich hab dich lieb!“
Wir suchten uns währenddessen im hinteren Teil der Halle einen (Steh-)Platz und warteten, dass die Veranstaltung begann.
„Liebe Schülerinnen und Schüler der ersten Klassen, liebe Eltern, liebe Gäste….“. Mir rollten schon beinahe die Tränen, als ich den Anfang der Begrüßungsrede der Schulleiterin hörte, denn es waren die gleichen Worte aus dem gleichen Mund wie damals 1993, als die kleine Vivi mit ihrer Schulmappe vorne auf der Bank gesessen hat. Flashback!

Die älteren Schüler gestalteten ein schönes Programm vom kleinen Zwerg, der in die Schule geht, sangen „Alle Kinder lernen lesen“ mit Buchstabenschildern und spielten mit den Erstklässlern ein niedliches Theater mit deren Schulmaskottchen („Jetzt tanzt es auf eurer Hand“…“Jetzt winkt es dem Nachbarn“ usw.). Felicia war übrigens die ganze Zeit über wach, sagte aber keinen Ton, als ob sie gewusst hat, dass ihre große Schwester an diesem Tag die Hauptperson gewesen ist.
Dann kam der große Moment: die Kinder wurden klassenweise aufgerufen und nach vorn gebeten, bekamen ein Kuscheltier als Schlüsselanhänger geschenkt und stellten sich in Zweierreihen auf, um dann gemeinsam mit der Lehrerin ins Klassenzimmer zu gehen. Wie mein kleines großes Mädchen da so selbstbewusst nach vorn ging, als es seinen Namen gehört hat, und sich ganz selbstverständlich in die Mappenträger einreihte, musste ich doch kurz schlucken. Aber weinen war nicht drin, ich hatte ja die Taschentücher zu Hause vergessen 😉

Nach einer zumindest für mich sehr emotionalen Rede an die Eltern, in der es u.a. um Selbstbewusstsein, Vertrauen, Selbstständigkeit und Loslassen ging, wurden auch wir „entlassen“ und konnten zu den Schulgebäuden gehen, aus denen die Kinder wenige Minuten später mit ihrer Klassenlehrerin kamen und sich bei strahlendem Sonnenschein für ein allererstes Klassenfoto aufstellten. Ich machte gerade ein kurzes Video als alle auf Kommando „Ameisenscheiße“ riefen und herzhaft lachten, allerdings ist auf der Aufnahme auch zu hören, wie die Frau neben mir sehr penetrant zum wiederholten Male ihre sonnengeblendete „Coraaaa“ dazu aufforderte, die Hand runterzunehmen. Well…

Fiona mit meinem Papa

Kurz bevor wir für’s Mittagessen mit der Familie zum Italiener gefahren sind, bekam Fiona von Papa auf dem Schulhof noch ihre große Arielle-Zuckertüte überreicht, deren Inhalt natürlich nicht unausgepackt bis nach dem Essen warten konnte: Radiergummis in allen Formen und Farben, Süßigkeiten, Rechenschieber, ABC-Taschentücher, Buchstaben-Memo, Zahlenkarten, Namensetiketten, Meeresaufkleber, ABC-Zauberduell, flauschige Kramtasche, Anspitzer, Schutzengel, Armband, Tintenroller, Schere, Pinsel, Bleistifte, … und das Wichtigste:
Kalle, die (Kuschel-)Qualle!

 

Nach dem Italiener ging es nach Hause, wo die bunten ABC-Luftballons am Zaun schon verrieten, dass im Garten eine Party steigen würde. Die Papiertischdecken und Zuckertütengirlanden hatten wir am Vorabend schon angeklebt. Die hatten sich inzwischen teilweise selbstständig gemacht und mussten nochmal nachgeklebt werden, bevor die Gäste kamen. Während die Großen diverse Kuchen, Torten, Bowle und Getränke in den Garten brachten, räumte Fiona die zweite Schultüte aus, ebenfalls im Meeresdesign und nur unwesentlich kleiner als ihre große.
Auf den Tischen verteilte ich in der Zwischenzeit Schulaufkleber, kleine Glitzerbuchstaben und selber gemachte Teelichtbehälter a.k.a. recycelte Breigläschen mit Maskingtape und Schulkindaufkleber, die erst in den Abendstunden richtig gut zur Geltung kamen.
Die Kuchenproduktion hatten wir – meine beste Freundin, meine Mama und ich – unter uns dreien aufgeteilt und ich war am Vortag der Einschulung sehr sehr froh, dass ich mich „nur“ um Muffins (mit Oblaten und Lebensmittelstiften dekoriert) und einen Kuchen mit bunten Fondant-Buchstaben kümmern musste…
Und so sah es dann aus, unser Schulstart-Kuchenbuffet:

 
 
 

kleine Zuckertütenattrappen als Deko zum Aufhängen
 

Fiona war zu der Zeit schon voll im Zuckertütenwahn, insgesamt hat sie von den Gästen 8 (!) Stück
in allen möglichen Größen bekommen. Wie vermutet, stand die Party ganz im Zeichen der Quallen, ihrer Lieblingstiere. Quallenlampe, Quallenlexikon, Quallenstempel, Flaschenqualle und sogar eine selber gebastelte Schultüte mit Quallen dran!
Nach dem Kaffeetrinken fing es zu regnen an. Weil ich das nach dem Wettervorhersage-Krimi schon geahnt hatte, habe ich auch ein paar Regenspiele vorbereitet, z.B. ein Allgemeinwissens-Quiz, bei dem die Erwachsenen gegen die Kinder angetreten sind, das „Teekesselchenspiel“ ebenfalls in den Teams und das Spiel mit dem Teller auf dem Kopf. Und weil sowohl Erwachsene als auch Kinder dabei großen Spaß hatten (und bei der Durchführung sehr witzige Fotos entstanden sind), erzähle ich euch kurz davon.

SPIELIDEE:
Jeder Gast bekommt einen Pappteller, den er auf seinen Kopf legt, und einen Stift. Dann wird nach Ansage blind gezeichnet: eine Linie für den Boden, ein Schulkind, in dessen rechter Hand eine Schultüte, darin mindestens 3 Spielzeuge o.ä., in der linken Hand einen Teller und darauf ein Stück Kuchen. Natürlich habe ich die Anweisungen immer so gegeben, dass man nicht schummeln und mit durchgehender Linie zeichnen konnte. Beim Auswerten der interessanten Gemälde („Oh Gott! Bitte WAS habe ich da gemalt?!“) wurden Punkte verteilt: 1 Punkt, wenn das Kind den Boden berührt, 1 Punkt, wenn der Teller und die Schultüte in der Hand sind und jeweils 2 Punkte, wenn sich der Inhalt tatsächlich in der Zuckertüte und der Kuchen auf dem Teller befindet. Great fun!

Abends gab es angesichts der relativ frischen Temperaturen statt Gegrilltem heiße Soljanka und Gulaschsuppe und wir vergnügten uns auch im Dunkeln noch eine Weile mit dem Selbstauslöser an der Photo Booth Station. So ging ein unvergesslicher Tag mit vielen lieben Gästen und tollen Momenten zu Ende und Fiona fiel spät abends überglücklich und stolz ins Bett…

Und hier sind noch ein paar (nicht gesponsorte!) Links für euch, falls ihr eine Einschulungsparty plant und passendes Zubehör sucht:

Photobooth-Vorlagen (Buch)
Quizfragen für Kinder/Erwachsene
personalisierte Schulkind-Aufkleber und Türschild
Muffinaufleger-Malset mit Lebensmittelstiften
Alphabetausstecher, z.B. für Fondant
Schultüten-Girlande
Kalle, die Kuschelqualle (& exotic friends!)
Buchstaben-Konfetti 
Kerzenset Schulfang
Schulkind-Armband 
Einschulungs-Servietten

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

2 Kommentare zu „Unsere Einschulungsparty“

  1. ich erinnere mich noch an paule ihre aufregung- hach, da hat man richtig mitgefiebert!
    ich hatte ein lachendes und ein weinendes auge. einerseits, dass sie so ein wundervoll eigenständiger mensch geworden ist und andererseits, weil wieder ein neuer lebensabschnitt richtung eigenständigkeit begann. ich habe schon geheult bevor wir überhaupt in der schule waren 🙂

    ihr scheint eine schöne einschulung gehabt zu haben! sie sah so zauberhaft aus <3
    ich wünsche ganz viel spaß, freude und angenehme herausforderungen!

    `liebst nina

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  2. Danke für deine lieben Worte, Nina! Ja, man ist so stolz einerseits aber auch ein bisschen traurig, wenn sie so selbstständig werden…aber die Freude überwiegt ganz klar! Liebe Grüße

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