(Nicht mehr) Schwanger – die Geburt

[Wie in einem der vorherigen Schwangerschaftsposts schon mal geschrieben, bin ich die ganze Schwangerschaft über von meinem nach Eisprung berechneten Entbindungstermin 20.12. ausgegangen. Die Ärztin hat anhand des ersten Ultraschalls den 24.12. als Berechnungsgrundlage genommen]

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Freitag, 19.12.14, 39+6
Dieses Kind wird wehenlos zur Welt kommen. Anders kann ich es mir nicht erklären. Aber von vorn: 9 Uhr Termin zum CTG: NICHTS. Direkt nach mir hatte meine Schwester auch CTG (sie hat Termin im März) und während ich bei ihr mit drin saß, hatte ich in den 15min 3x einen harten Bauch. Jetzt gerade auch immerzu. Vorführeffekt! Die müssen doch denken, ich spinne. Untersucht wurde ich nicht, aber den Einweisungsschein fürs Krankenhaus habe ich mitbekommen. Laut Frau Doktor reiche es, wenn mich am 26. in der Klinik vorstelle, es müsse nicht unbedingt unser Heiligabendausflug werden. Lieber wäre mir allerdings: Geburt am (spätestens) 21.12., 3 Tage Serviceprogramm in Anspruch nehmen und Heiligabend Familienausflug aus dem Krankenhaus nach Hause zu Viert. Wie findest du das, kleiner Schatz? P.S. Fest steht schon mal: im Winter deiner Geburt lag bisher noch kein Krümel Schnee. Es regnet bei osterlichen 11 Grad Plus.

(immernoch) Freitag, 19.12.14, 39+6
21.40 Uhr: ich glaube, ich habe Wehen! Etwa alle 7 Minuten, aber seit heute so, dass ich anfange zu schwitzen und die Augen zumachen muss und manchmal unkontrollierte Geräusche von mir gebe. Huh? Vorhin war es ein Gefühl wie ein Kratzen am Muttermund von innen. Machst du jetzt die Tür auf?! Knock knock. Du fühlst dich allerdings nicht an wie ein unbeweglicher Wackerstein im Bauch – das sei laut meiner Oma ein untrügliches Anzeichen für die bevorstehende Geburt – sondern du bist erstaunlich aktiv momentan! Wird doch wohl keine Punktlandung werden morgen am 20.? Ich bin gespannt! Aua-Wehen: 20.47 – 20.52 – 21.00 – 21.08 – 21.19 – 21.25 – 21.34 – 21.40 – 21.50 – 22.03 – 22.09 – 22.29 – 22.37 – 22.43 – 22.51 – 22.56 – 23.01 – 23.07 –> na, heute noch Krankenhaus…? 
P.S. Dein Papa kam nach einem langen Arbeitstag erschöpft nach Hause und meinte nach der Weheninfo nur „och nö“ und meine Mama schrieb „Geh schlafen“. Die haben gut reden!

Samstag, 20.12.14, 40+0
Ich glaube, 40+0 ist tatsächlich dein Geburtstag, der 20.12.2014. Die Wehen gestern gingen noch ein bisschen weiter, irgendwann bin ich „vorsichtshalber“ duschen gegangen, man kann ja nie wissen. Ich schrieb das meiner Mama, die diese Info versehentlich als „Zieh dich an und mach dich bereit zum Herkommen“ missgedeutet hat (müssten wir nachts ins Krankenhaus fahren, käme sie zu uns um auf Fiona aufzupassen). Kurz darauf (etwa 00.30 Uhr) sendete ich: „Wehen sind nach dem warmen Wasser weniger geworden, versuche jetzt zu schlafen.“ und sie: „Na toll, sitze gestiefelt und gespornt in der Küche und frühstücke.“ Ups! Ich konnte dann zwar einschlafen, bin aber um 4 wach geworden von Wehen. Dann aufs Klo: Zeichnungsblutung! YESSS! Wehen waren so, dass ich nicht mehr schlafen konnte, bin also aufgestanden um kurz vor 5, habe Zähne geputzt, gefrühstückt (!), ein letztes Bauchfoto gemacht und kurz bevor ich deinen Papa wecken wollte zum Losfahren, wurden die Wehen weniger, obwohl ich mich zwischenzeitlich schon auf der Arbeitsplatte in der Küche abstützen musste zum Veratmen! Um 6 bin ich dann nochmal ins Bett und dachte: „Augen zumachen bis die nächste Wehe mich weckt“. Ende vom Lied: um 9 Uhr ausgeschlafen und wehenlos aufgewacht. Super. Meine Hebamme schreibt, ich solle mich schön ausruhen, es könne „unsere heilige Nacht“ werden heute. Wehen tauchen inzwischen (11 Uhr) langsam wieder auf, 10-Minuten-Abstand oder mehr. Ich glaube, lange dauert es jetzt nicht mehr! Hatte nachts schon alles auf den Küchentisch gelegt: Mutterpass, Ladekabel, Socken, Flasche Wasser… aber du willst wohl einfach nicht raus, wenn’s hell ist, kann das sein? Freue mich auf jede Wehe – bald bist du da ❤ "

Bis dahin geht das Tagebuch. 
Es sollte tatsächlich der letzte Eintrag vor der Geburt gewesen sein.


[Wer sich beim Lesen gefragt hat, was eine Geburt mit Bildender Kunst zu tun hat, kommt hier ein kurzer Ausflug in die Gynäkologie, wo man von der Zeichnungsblutung oder auch dem Abgang des Schleimpfropfes spricht. Ihr könnt es euch denken: eine Geburt und alles, was mit ihr zu tun hat, ist nicht nur rosa Wattewölkchen. In diesem Fall klingt aber das olle S-Wort wesentlich ekliger als der eigentliche Vorgang! Der Schleimpfropf verschließt sozusagen die Gebärmutter während der Schwangerschaft, um das Eindringen von Keimen zu verhindern. Wenn sich der Muttermund in Vorbereitung auf die Geburt langsam öffnet, löst sich der Pfropf und man findet ihn am Klopapier. Weil in den meisten Fällen ein bisschen Blut dabei ist, bezeichnet man diesen Vorgang auch als „Zeichnungsblutung“ oder schlicht „Zeichnen“.]

Fiona hatte ich 15 Stunden nach dem „Zeichnen“ auf dem Arm. Ich wertete dies also als untrügliches „Zeichen“ für die bevorstehende Geburt (obwohl es bei anderen Frauen trotzdem noch Tage dauert danach). Die Wehen tauchten ja wie gesagt am Vormittag langsam wieder auf, aber nicht so stark, dass sie mich nachhaltig beeindruckten. Wir beschlossen, dass Fiona an diesem Abend vorsichtshalber gleich bei meiner Mama übernachten sollte. Sie freute sich und packte ihre Tasche, während ich mich einem Nähprojekt widmete: dem versprochenen Pullover aus Drache-Kokosnuss-Stoff. Zwischendurch kam immer mal eine Wehe; ich hörte kurz auf zu nähen und atmete stattdessen. Ich wusste intuitiv, dass dieses Kind aller Wahrscheinlichkeit nach noch am gleichen Tag geboren werden würde, ging also noch in aller Ruhe Haare waschen, denn dazu kommt man ja hinterher meist erstmal nicht, und schminkte mich ein bisschen, damit ich auf den ersten Fotos nicht so fertig aussehe.

Wir verabredeten uns zu 14 Uhr mit und bei meinen Eltern um die Ecke zum Ente essen. „Das schaffe ich noch“, schrieb ich ihnen. Meine gepackte Kliniktasche und noch ein paar andere wichtige Unterlagen nahm ich direkt mit ins Auto, weil ich von meinen Eltern aus nach dem Essen dann gleich weiter fahren wollte ins Krankenhaus. Wir aßen also genüsslich unsere Ente und auch ich schaffte endlich mal wieder mehr als eine Kinderportion, weil sich der Bauch inzwischen tatsächlich gesenkt hatte. Demzufolge hatte auch der geknickte Magen wieder ein bisschen größeres Fassungsvermögen als in den Wochen zuvor. Während des Kaffeetrinkens hinterher kamen die Wehen in Abständen von 5-10 Minuten und waren so, dass ich mich währenddessen nicht mehr unterhalten konnte, sondern alle Gespräche für etwa 45 Sekunden eingestellt werden mussten. Hätte es nicht in Strömen geregnet, wäre ich draußen noch eine Runde spazieren gegangen, so aber verabschiedeten wir uns von Fiona und meinen Eltern und fuhren ins Krankenhaus. Ich dachte, spazieren könne ich auch über den Krankenhausflur…

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Als wir fuhren, war es stockdunkel draußen, fühlte sich an wie spätabends, war aber tatsächlich erst kurz vor halb 5. Bei der virtuellen Kreißsaalführung, die wir im 6.Monat gemacht hatten, wurde ganz genau gezeigt, wo der Eingang zum Kreißsaal ist und wo man klingeln muss. Und obwohl ich ja durch diese Führung und die erste Geburt 2009 grob wusste, wie alles abläuft, klopfte mein Herz ein bisschen schneller als normal, als ich auf den Klingelknopf drückte (und das lag nicht an den paar Treppenstufen).Vorher noch ein schnelles Erinnerungsfoto von der Kreißsaaltür und dann ging sie auch schon auf.
„Hallo, wir kommen zur Entbindung“ – „Ach schön, na denn komm‘ se mal rein.“

An der Eingangstür gab ich für die nächsten Stunden Chipkarte, Mutterpass und Schamgefühl ab und bekam dafür eines dieser wunderbar praktischen Krankenhauskleidchen mit rückseitigem Ausschnitt von der Hebamme, auf deren Schildchen „Antje“ stand. Ich sagte, ich habe für die Entbindung extra ein langes Nachthemd zum Knöpfen mitgebracht, aber Antje meinte, ich solle ruhig erstmal das Krankenhaushemd nehmen und mich erst später für den eigentlichen Kreißsaal umziehen; schwitzen werde ich noch genug. Ich zog es also an, wurde ans CTG angeschlossen und prompt ließen die Wehen nach bzw. kamen in sehr großen Abständen, 15min und mehr. Super. Die Herztöne gefielen ihr nicht wirklich, deswegen bekam ich einen halben Liter Wasser, den ich schlückchenweise während des CTGs mit Strohhalm trinken sollte. Die Herzkurve wurde direkt besser, allerdings blieb es wehentechnisch bei einer Nulllinie (trotz Wehen ab und zu!).

Sie untersuchte den Muttermund und stellte fest, dass sich da zwar schon ein bisschen was getan hatte, aber der Gebärmutterhals (ihr erinnert euch – der „Flaschenhals“) noch nicht ganz verstrichen war. Bevor der nicht weg ist, können sie auch nichts machen, um die Geburt „anzuschubsen“. Es hieß, die Ärztin käme gleich, um den Papierkram mit mir zu besprechen (Geburtsarten, Risiken, Schmerzmittel, etc.), dann werde ein Ultraschall gemacht, um Lage und Gewicht noch mal zu bestimmen und dann untersuche sie mich in einer Stunde erneut. Wenn sich bis dahin nichts getan habe, solle ich erst mal auf die Wochenstation verlegt werden. Nach Hause schicken wolle sie mich aber nicht, denn bei Zweitgebärenden könne es auch mal plötzlich ganz schnell gehen. Hört hört! Mein Mann machte ein Foto von mir, wie ich grinsend im Kleidchen am CTG lag, und schickte es meiner Mama, 17.50 Uhr. Ich hielt währenddessen die Twittergemeinde auf dem Laufenden:

Anschließend folgten das Arztgespräch und der Ultraschall. Köpfchen war tief im Becken, Versorgung gut und geschätzt wurde sie auf 3200g. Danach wurde ich wieder untersucht. Fruchtblase sei prall, Gebärmutterhals immer noch tastbar und Muttermund unverändert. Aaaah, ich wollte nicht auf Station! Da sind die ganzen Nicht-Mehr-Schwangeren mit ihren Neugeborenen. Da fühlt man sich mit Kugelbauch so fehl am Platz!

Die Hebamme deutete meinen enttäuschten Gesichtsausdruck richtig und grinste:
„Soll ich Ihnen sagen, was ich an Ihrer Stelle machen würde? Sie könnten jetzt natürlich auf dem Klinikgelände spazieren gehen, aber dafür haben wir nicht das richtige Wetter. Die meisten Frauen wollen das absolut nicht, aber oft kann ein kleiner Einlauf Wunder bewirken, weil Darm und Gebärmutter direkt Wand an Wand liegen. Wird das eine aktiv, regt es das andere zum Mitmachen an.“
– „Wenn Sie meinen – ich mach alles mit. Also los.“

18.15 Uhr: die gesamte Kreißsaalabteilung war an diesem Abend bis auf uns beide und Hebamme Antje menschenleer. Die Türen standen also offen und ich konnte in meinem offenen Hemdchen zwischen der Untersuchungsliege und dem Klo hin und her wandern, ohne Rücksicht nehmen zu müssen auf eventuell wartende Papas-to-be auf dem Gang. Während der ersten 15min auf dem Klo kamen bereits 3 Wehen und zwar solche, die es in sich hatten. Hui! Als Antje mich eine Wehe veratmen hörte, meinte sie anerkennend: „Na das klingt doch schon anders!“ Konnte sie tatsächlich nur anhand meines Atmens einschätzen, wie stark die Wehen waren? Zauberei. Mein Mann und ich durften nach nebenan in ein kleines Wohnzimmer gehen – eigentlich ein Wehenvorzimmer mit 3 Schränken für persönliche Sachen, einer Couch und einem geschmückten Weihnachtsbaum. So saßen wir also dort, sehr romantisch im Schein der Kerzen Lichterkette, ich bekam einen heißen Früchtetee und 15min später sollten wir rüberkommen in den Kreißsaal.

Die Klinik verfügt über 3 Kreißsäle, von denen ich mir einen aussuchen durfte. Ich entschied mich für den mit der stimmungsvollsten Lampe an der Decke. Geburtswanne und andere Specials wollte ich nicht, nur Lachgas hatte ich schon im Vorfeld „bestellt“. Das werde erst seit Kurzem wieder als Schmerzmittel in der Geburtsmedizin angewandt, über eine Maske eingeatmet und fühle sich an, wie 2 Gläser Sekt auf nüchternen Magen, erklärte die Ärztin. Toll, nehm ich! Die Wirkung ist zeitlich begrenzt: man kann es während einer Wehe einatmen und kurz nachdem man die Maske vom Gesicht nimmt, lässt auch die Wirkung wieder nach. Schwester Antje ließ uns allein im „Wehenwohnzimmer“ und bereitete im Kreißsaal alles vor. Währenddessen erkundigten sich meine Herzensdamen auf Twitter nach meinem Schuhwerk und ich zwischerte in den Wehenpausen noch fröhlich zurück. Es sollte mein vorerst letzte Antwort gewesen sein:

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In der Linken die Tasse Tee, in der Rechten das Handy, ging es kurz vor 19 Uhr nach nebenan in den Kreißsaal, den ich beim Reingehen noch fotografierte. Die Wehen kamen in kurzen Abständen und waren schon nicht mehr lustig, weshalb Schwester Antje mal wieder ein CTG sehen wollte. Ich biss ganz schön die Zähne zusammen und freute mich, dass nun wohl ENDLICH ordentliche Gebirge auf dem Wehenschreiber zu sehen sein würden. Wenn man schon Schmerzen hat, soll das CTG einen wenigstens mit einer hohen Zahl dafür „belohnen“. [Zur Info: die Nulllinie liegt bei ungefähr 20, bei „echten“ Wehen würde das Gerät 50 oder 60 anzeigen]. Eine heftige Wehe kam, ich lag auf der Seite und drehte mich extra zum Gucken um und sah: eine 27. Uh! Höher als 35 sind sie übrigens bis zum Schluss nicht geworden, kann bei nicht gertenschlanken Frauen aber daran liegen, dass die darüberliegende Polsterschicht die Kontraktionen der Gebärmutter nicht 1:1 an den Messkopf weitergibt…  

19.00 Uhr: mein Mann machte wieder ein Foto von mir, grinsend auf dem Kreißbett und schickte es an meine Mama.
Die antwortete: „Die grinst ja immer noch!“ – „Ja, aber alle 3 Minuten nicht mehr!“
Danach ging alles ganz schnell. Wir waren allein im Kreißsaal, ich lag auf dem Rücken und plötzlich platzte die Fruchtblase. Ich bekam auf ein Mal ein bisschen Angst: jetzt würde es wirklich losgehen! „Hol die Hebamme!“ rief ich. Sekunden später stand sie vor mir, untersuchte das Fruchtwasser (war farblos, alles ok. Ist es grün, heißt es, dass das Kind „Stress“ hat im Bauch bzw. die Versorgung nicht gut ist) und meinte, ich solle mich auf die linke Seite drehen. Während einer Wehe (au!) untersuchte sie den Muttermund und sagte etwas wie „Köpfchen dreht sich schon rein“ oder so. Im Geburtsvorbereitungskurs hatten wir gelernt, wann sich unter der Geburt das Kind wie dreht. War in dem Moment natürlich alles weg und mir auch ziemlich egal. Ich lag immer noch auf der Seite und hörte mich während einer Wehe panisch rufen: „Es drückt schon so, ich glaub, das Kind kommt jetzt!“. Dass ich natürlich nicht dazu gekommen bin, das extra für diesen Zweck gekaufte Nachthemd anzuziehen, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Und meinen Früchtetee habe ich auch kalt werden lassen…

Mein Mann verlangte das Lachgas (für mich, nicht für sich), ich nahm nur am Rande wahr, dass jemand sagte, es sei zu spät. ZU SPÄT für Schmerzmittel, eine Äußerung, die ich von der ersten Geburt schon kannte. Er drängte, dass sie es bitte trotzdem noch holen solle, weil ich beim letzten Mal schon keines hatte. Eine Schwester verließ darauf den Raum und kam eine gefühlte Ewigkeit später erst wieder. Lasst es vielleicht 3-4 Minuten gewesen sein ^^ Ich durfte mich endlich auf den Rücken drehen. Die erste Presswehe kam, ich wollte schreien, aber erinnerte mich daran, dass Atmen wirksamer ist. Ich hechelte also tapfer gegen das dringende Brüll-Bedürfnis an und es war tatsächlich besser, hatte man das erste Hoch der Wehe erstmal geschafft. Eine Hand vergrub ich im Stillkissen an meinem Kopf, mit der anderen zerquetschte ich etwas, was sich hinterher als Hände meines Mannes herausstellte. Zwischen den Wehen gab es gefühlt keine Pausen mehr, keine Erholung. Sie rollten unaufhörlich auf mich zu und ich atmete um mein Leben. Irgendwann hielt jemand eine Maske vor mein Gesicht. Ah, das Lachgas! „Ihre Frau muss die Atemmaske aber selber halten!“ mahnte die Schwester. Ich hörte es, konnte die Maske aber nicht halten, denn ich musste mich ja an meinem Mann und dem Stillkissen festhalten und es fehlte irgendwie eine dritte Hand. Und überhaupt: nehmt dieses blöde Ding weg und lasst mich in Ruhe! Die Schwester stand also untätig neben mir, etwas hilflos und mit dem Lachgas in der Hand, die Hebamme machte irgendetwas am unteren Ende des Bettes, mein Mann sagte „Gleich geschafft, das Köpfchen ist schon da!“ und eine Presswehe später, kurz vor halb 8, wurde unser Baby geboren und mir auf die Brust gelegt…
Große, dunkle Augen guckten mich wach an. Oh Gott, sie ist da! Love at first sight!

„Ein Mädchen, herzlichen Glückwunsch!!!“

Um 19.28 Uhr, 3 Minuten nach der Geburt und nur eine knappe halbe Stunde nach dem letzten Grinsefoto, bekam meine Mama das Bild ihrer wieder grinsenden Tochter aufs Handy, diesmal mit Baby im Arm. Sie konnte es fast nicht glauben!

Und weil im Krankenhaus immer noch nichts los war, durften uns meine Eltern und die frischgebackene große Schwester noch direkt im Kreißsaal besuchen! Keine 20min später klopfte es an der Tür, mein großes Kind kam rein und dann rollten die Freudentränen bei allen. Der perfekte Abschluss dieser tollen und vor allem schnellen Geburt. Was für ein Erlebnis. Kurz nach 21 Uhr wurden wir auf die Wochenstation gebracht. Und statt – wie das Baby – zu schlafen und mich von der Geburt zu erholen, guckte ich dieses wunderschöne, perfekte Menschlein an, fotografierte von links, von rechts, von oben und von unten und war einfach nur überwältigt, unendlich glücklich und dankbar für dieses kleine Wunder: FELICIA

Bild auf dem Krankenhausflur

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

14 Kommentare zu „(Nicht mehr) Schwanger – die Geburt“

  1. Ich hab Schluckbeschwerden… Der Text sollte in JEDEM Vorbereitungskurs Pflichtlektüre sein! Hach, ich könnte schon wieder… ❤ Guck doch mal, so ein schöner Bauch! Und wenn man erst vergessen hat, wie der nervt die letzten Tage... Hach. Ich könnt schon wieder eins kriegen, sagte ich das schon?!

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  2. Oh, ich werde rot… Wenn das tatsächlich in jedem Vorbereitungskurs Lektüre wäre, würden vermutlich alle Mamas zu erst das Zweite kriegen wollen ^^ vielen Dank für dein Lob, liebe Rike!

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