Lieblingstweets November

Endlich Monatsende, Zeit für Twitterlieblinge!
Heute u.a. mit dem Sinn von Halloween, der jährlichen Apokalypse, dem Zusammenhang von WLAN und Klotüren, dem Lokführerstreik als Playlist und des Schuldnerberaters Herzschrittmacher. Have fun!

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

//platform.twitter.com/widgets.js

Advertisements

Schwanger – der neunte Monat

Der neunte Monat, Woche 33 – 36

„9. Monat – WAAAAS? Aber du hast doch noch ein paar Wochen!?“
Wie ganz am Anfang im allerersten Monat (der eigentlich noch gar keiner ist) schon mal erklärt, wird eine Schwangerschaft nicht in Kalendermonaten, sondern in Mondmonaten gezählt, d.h., 4 Wochen = 1 Monat. Der erste Monat beginnt mit der letzten Regel, also wenn man eigentlich noch gar nicht schwanger ist. Dadurch kommen am Ende nicht wie im Volksmund üblich die berühmten 9, sondern ganze 10 Monate (40 Wochen : 4 = 10) heraus.

Zu Beginn des neunten Monats haben wir zusammen Halloween gefeiert, natürlich mit entsprechender „spooky“ Bauchbemalung ein paar Tage vorher. Ich trug ein Kostüm, als wir um die Häuser zogen, und wurde von (älteren) Nachbarn auf den kugeligen Hexenbauch angesprochen. Meine Märchenanspielung „Da ist Gretel drin“ haben sie allerdings nicht verstanden und beglückwünschten mich stattdessen zu dem schönen Namen Gretel. Ups.
Ende Oktober habe ich mir eine fiese Erkältung eingefangen mit einem handfesten Schnupfen. Die machte zusätzlich zur Kurzatmigkeit das Keuchen nach 3 Treppenstufen nicht wirklich besser und blieb die kommenden Wochen hartnäckig…

„Letztes Wochenende war der Geburtsvorbereitungskurs, Sa. und So. von 10 – 14 Uhr, speziell für Zweiteltern. Nachdem unser erster Kurs 2009 von einer kinderlosen Esoteriker-Hebamme mich nicht von den Socken gehauen hatte, habe ich erst überlegt, ob wir dieses Mal überhaupt einen Kurs machen sollten. Immerhin kann man sich auf eine Geburt nicht wirklich vorbereiten, die passiert einfach. Aber als meine coole Hebamme ihren Zweit-Eltern-Kurs vorgeschlagen hat, war ich sofort überzeugt. Die Frau ist so toll, das musste einfach lustig werden. Und genau so war es dann auch! Wir waren 8 Paare: von sehr sympathisch bis eher unterirdisch alles vertreten. Und wozu nun so ein Kurs, wenn man doch schon ein Kind bekommen und schon eine Geburt erlebt hat? Weil jede Schwangerschaft anders ist, weil die erste Geburt mit der zweiten absolut nichts gemeinsam haben muss, außer das Kind, das am Ende dabei rauskommt, weil man nach ein paar Jahren gefühlt ALLES vergessen hat (Blasensprung? Sofort liegend ins Krankenhaus? Oder doch noch zu Hause auf die Wehen warten?) und weil es gut tut, sich ganz bewusst diese 2 Vormittage Zeit für Baby Nummer 2 zu nehmen, wo doch schon die gesamte Schwangerschaft wahnsinnnig schnell vergeht und irgendwie „nebenher“ läuft. 

Die Hebamme hat gefragt, was uns speziell interessiert, was wir wiederholen möchten und was vielleicht komplett irrelevant ist. Mit einem Becken aus Stoff, einem Fruchtblasensack mit Plazenta („Das habt ihr alles auch, außer die Schnur mit der Kordel, natürlich!“) und einer Babypuppe hat sie uns am Anfang realistisch und ausführlich demonstriert, was Körper und Kind im Verborgenen anstellen, wenn die Geburt kurz bevor steht und welches Teil sich wohin drehen muss, damit es dann auch wirklich los gehen kann. 
Am Süßesten waren aber die Männer mit ihren Fragen. Einer hat gehört, dass man mit „Wehengesängen“ die Geburtsschmerzen lindern kann und wollte wissen, ob sie das mit uns üben könne, jemand anderes wollte gerne die Plazenta als homöopathische Kügelchen verarbeiten lassen. Es gibt übrigens nichts, was es nicht gibt! Auf jeden Fall hat sie uns Hoffnung gemacht, dass sich die Kreißsaalhebamme auf uns freuen und Spaß mit uns haben wird, weil Zweit- bzw. Mehrgebärende meist ganz genau wissen, was sie wollen und was nicht. Und ganz wichtig: beim Verdacht auf „echte“ Wehen nicht mehr den Badewannentest zu Hause machen (in der warmen Wanne werden echte Wehen stärker), sondern am Besten gleich ins Krankenhaus fahren. Das „Körpergedächtnis“ vergisst nichts und weiß beim zweiten Mal eben schon, wie alles funktioniert. Dementsprechend schneller verläuft eine zweite Geburt dann auch meistens.

Die einzelnen Geburtsphasen hat sie kurz und humorvoll erklärt (Phase 1: die Wehen kommen unregelmäßig, Muttermund öffnet sich langsam. Man macht noch Witze. Phase 2: Muttermund ist vollständig geöffnet, Wehen kommen regelmäßig und in kurzen Abständen, man macht keine Witze mehr, sondern verflucht Partner, Ärzte und Klinikpersonal, inoffizieller Beiname dieser Phase : „Der Exorzist“, Phase 3: Kind kommt. Plazenta auch noch irgendwann hinterher. Alles wieder gut. Äh, war was?!) und obwohl man richtiges Atmen eigentlich nicht üben kann, hat sie uns noch die „Rotzhochziehatmung“ von der sog. Schwarzwaldhebamme in ihrer Ausbildung demonstriert: ganz kurz und schnell einatmen (wie Rotze hochziehen) und anschließend etwas länger und ggf. laut ausatmen. Soll sehr effektiv sein. Ansonsten gab es noch ein paar Hinweise für hinterher, z.B. Netzschlüppis aus dem KH mitgehen lassen (beileibe nicht schön, aber ungemein praktisch), schon vorher Wochenbettzubehör kaufen für zu Hause (ja, bei einer Geburt fließt Blut und nein, es gibt nichts Erotischeres als sog. „Vorlagen“ mit dem Namen PELZY) und wir haben erfahren, was Magerquark und Weißkohl mit dem u.U. schmerzhaften Milcheinschuss am 3. Tag zu tun haben (Heiß, heiß, heiß! Löschen!). Alles in Allem ein spannendes und informatives Wochenende mit vielen netten Bekanntschaften! In diesem Sinne: lasset die Geburten bald beginnen!“

Auf der Rückfahrt vom zweiten und letzten Tag Geburtsvorbereitungskurs dann der elterliche Super-GAU, Zitat, mein Mann: „Duu? Irgendwie werde ich mit dem Namen (Anm. d. Red.: den wir seit etwa 10 (!) Wochen als Favoriten haben) doch nicht warm. Und an die Schreibweise kann ich mich auch nicht gewöhnen. Können wir noch mal neu verhandeln? Oder ersten und zweiten Namen umdrehen?“ AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHH!

Eintrag ins Babytagebuch, ein paar schlaflose Nächte und Namensdiskussionen später:

„Hallo Prinzessin, du wirst es nicht glauben: DU HAST EINEN NAMEN! Ich habe in den letzten Tagen seitenweise Blätter vollgekritzelt mit allen möglichen Vorschlägen und Kombinationen und dabei bin ich bei einer bestimmten immer wieder gelandet. Als ich deinem Papa die vorgeschlagen habe, war er sofort einverstanden und dann das Verrückteste: er zeigte mir einen kleinen Zettel in seiner Schreibtischschublade mit Namensvorschlägen. Keiner seiner Namen war unter meinen Favoriten, aber ganz unten stand sie dann: genau die Kombination, die ich für dich rausgesucht hatte! Damit war der Name nun wirklich beschlossene Sache. Fiona haben wir nicht eingeweiht, denn sonst wüsste es die ganze Welt schon, bevor du geboren bist, weil sie sich so auf dich freut und so kleine „unwesentliche“ Details wie einen Namen nicht für sich behalten könnte. Aber als ich ihr mal viele verschiedene Namen aufgezählt und gefragt habe, welcher ihr am Besten gefällt, hat sie ebenfalls genau den genannt, den du bekommen sollst. Ich glaube, das kann kein Zufall sein. Heute war übrigens auch wieder Termin bei der Ärztin. 

Gesicht im Profil, v.l.n.r.: Stirn, Nase, Mund

Der Muttermund ist noch fest zu, aber langsam könnten sich die ersten Senkwehen ankündigen. Abends auf der Couch komme ich kaum mehr ohne Hilfe hoch, Modell „gestrandeter Wal“. Frau Doktor wirkte ein bisschen überrascht beim Ultraschall, weil du schon 2500g wiegst und 42 cm groß bist, ein bisschen mehr als der Durchschnitt für diese Woche.  Sie meinte: „Sehen Sie das? Ihr Kind sieht schon ziemlich „fertig“ aus, rundes Bäuchlein, Gesicht schon gut gepolstert, da ist schon alles dran.“ 
Ich: „Also Fiona wog 3,6kg bei der Geburt.“ Sie: „Na ob das hier mal reicht…?“ Es bleibt spannend, vielleicht machst du dich ja wirklich ein bisschen früher als Heiligabend auf den Weg zu uns. Ich bin jedenfalls fest davon überzeugt und freue mich riesig auf dich, kleine Weihnachtsmaus!“


Mein Schwangerschaftsnewsletter aus dem 9. Monat fragte übrigens passenderweise, ob Mama und Papa schon ein paar Vornamen in die engere Wahl genommen hätten. Hahaha, sehr witzig. Außerdem gucke ich regelmäßig in eines meiner liebsten Bücher zum Thema: „Schwangerschaft und Geburt“ von Katharina Mahrenholtz und Dawn Parisi. Herrlich unverkrampfte („Ausfluss: Iiieeh, hässliches Wort. Liegt – wie so vieles – an den Hormonen. Trösten Sie sich mit dem Gedanken, dass Sie immerhin mehr als neun Perioden sparen.“), überspitzte und ziemlich direkte Bestandsaufnahme der „besonderen Umstände“

Ich zitiere mal den Zustand im dritten Trimester, S.72: „Im Spiegel sehen Sie ein fremdes Ich: Brüste, Bauch, Po – alles irgendwie überdimensioniert. Ein Zustand, an den man sich nur schwer gewöhnen kann. Aber immerhin ist jetzt allmählich das Ende in Sicht. Das Wesen in Ihrem Bauch hat sich schon fast zu einem fertigen Menschen entwickelt. Und Sie haben das beruhigende Gefühl, dass heutzutage schon Babys, die in der 28. Schwangerschaftswoche geboren werden, recht gute Überlebenschancen haben. Und falls Sie bisher Angst vor der Geburt hatten: die wird jetzt ersetzt durch den immer stärker werdenden Wunsch, das alles möge ein Ende haben – eine hervorragende Einrichtung der Natur.“


Besonders schön ist auch immer der kurze Exkurs mit dem Stempel „FÜR MÄNNER“ mit der Überschrift: So fühlt sich eure Frau.

Zitat, S.88: „Sie glaubt nicht, dass sie jemals wieder einen Bikini tragen, locker-flockig Treppen steigen oder ungestört schlafen können wird. Wenn ihr euch ein entferntes Bild vom Zustand einer im neunten Monat schwangeren Frau machen wollt, seien hier folgende Übungen empfohlen:
01. Setzt euch an einen Tisch, und zwar so, dass die Tischplatte von unten gegen die unteren Rippenbögen drückt. So in Etwa fühlt sich Sitzen an für eure Frau (nur, dass das Baby nicht nur gegen die Rippen drückt, sondern auch die inneren Organe zusammenquetscht).
02. Tragt eine Bierkiste vom Supermarkt nach Hause und dann in den vier
ten Stock. So in Etwa fühlt sich Gehen bzw. Treppen steigen für eure Frau an.
03. Leiht euch die Latzhose eurer Frau, stopft das Sofakissen rein, stellt euch vor den Spiegel und überlegt, welches Sakko dazu passt. So in Etwa fühlt sich Ausgehen an für eure Frau.
04. Geht mit euren Kumpels was Scharfes, Fettiges beim Chinesen essen und trinkt dazu ordentlich Alkohol. Völlegefühl? Sodbrennen? So in Etwa fühlt sich Schlafengehen an für eure Frau (nur, dass sie nicht den Spaß mit dem Alkohol hatte).“



„Heute begännen (gibt es diesen Konjunktiv?) rein theoretisch die 6 Wochen Mutterschutz vor der Geburt, zumindest für Arbeitnehmerinnen. Ich hab zwar den Unterricht schon drastisch reduziert, habe aber noch Einiges vor bis Dezember. Immerhin stehen ja noch Konzerte an, für die geprobt werden muss. Aber wenn der Bauch manchmal hart wird und es beim Laufen zieht, als ob das Kind jeden Moment rausfällt, ahne ich dunkel, warum es diese Schutzfrist für Mütter gibt… Also alles langsam angehen lassen, jetzt ganz besonders! Manchmal kriege ich richtig Panik vor der Geburt und weiß gar nicht so recht, wieso. Eigentlich bin ich ganz entspannt und denke mir, es wird schon alles klappen. Aber an manchen Tagen wird mir heiß und kalt, wenn an den Moment denke. Und schlecht. Und panisch. Warum nur? Ich kann es mir nicht erklären, ist auch immer nur kurz und wahrscheinlich wie so Vieles: ganz normal im Endstadium. Habe jetzt endlich angefangen mit Fionas Hilfe („Hier steht Fünf-Null-Strich-Fünf-Sechs, nehmen wir!“) Babysachen nach Größe zu sortieren und zu waschen. So klein, unvorstellbar, dass du die bald tatsächlich tragen wirst! Laut der gängigen Empfehlungen für die Erstlingsausstattung benötigt man lediglich 4 Bodies, genauso viele Strampler, eine Jacke und ein Mützchen. Der Blick in die Babykommode mit den gewaschenen Klamotten sagt: wir könnten auch Drillinge bekommen. Klamottentechnisch wäre es jedenfalls kein Problem…“

Zu dieser Zeit haben wir (Nestbau?!) alles noch fehlende Zubehör besorgt: Fläschchen, Nuckel, HA-Nahrung, Einmal-Waschlappen, Wegwerf-Wickelunterlagen, einen stillfreundlichen Schlafanzug
zum Knöpfen vorne, ein langes Nachthemd für die Geburt, … Und in der 36. Woche hat es mich dann auch endlich gepackt: das Verlangen, die sog. Klinik-Tasche zu packen. Was da drin sein sollte, lässt sich eigentlich in wenigen Worten zusammenfassen: Klamotten, bei denen es einem später nicht weh tut, wenn man sich von ihnen trennen muss. Nein, mal im Ernst: eine Geburt ist zwar nicht direkt mit einem Splatterfilm (engl. to splatter – spritzen) zu vergleichen, aber zu romantisch-verklärt sollte man sich das Ganze nicht vorstellen. Frau liegt im Kreißbett, presst mit geschlossenen Augen hoch konzentriert die Lippen aufeinander, macht einmalig ein Geräusch wie beim Kugelstoßen – Schnitt – ein sauber-glänzendes Baby im Arm und eine top gestylte Mama im Bett – das gibt’s nur im Film.
Also neben den Wegwerf-Shirts ein paar kleine Duschgel-Shampoo-Zahnpasta-Fläschchen in Reisegröße, eine bequeme Hose, Latschen (die Klinik bat ausdrücklich um „keine Flip-Flops“, denn das Geräusch, wenn Schwangere in Erwartung der Geburt die Gänge hoch- und runterfloppen, sei unerträglich, hahaha) und warme Socken, denn eine alte Hebammenweisheit besagt: kalte Füße – schlechte Wehen. Klar, Lieblingsmusik kann man sich mitnehmen, etwas zum Lesen auch. Ob man dafür unter der Geburt tatsächlich die Nerven hat, wage ich allerdings zu bezweifeln. Als Letztes gehören noch Familienstammbuch, Versichertenkarte und Mutterpass da hinein, aber die haben wirklich noch ein bisschen Zeit. Also, Kliniktasche? CHECK.

„Jetzt sind wir auch laut offiziellem Termin in der 36. SSW. Hooray! (Arzt hat den 24.12. als Berechnungsgrundlage genommen, ich selbst bin nach Eisprung-Bienchen-und-Blümchen-Rechnung beim „inoffiziellen“ 20.12. gelandet) Gestern hatte ich das Geburtsplanungsgespräch im Krankenhaus. Kann man machen, muss man aber nicht. Der Vorteil ist, dass die Akte schon angelegt und bei der tatsächlichen Vorstellung zur Geburt dann alles Bürokratische erledigt ist und man demzufolge unter Wehen keine überflüssigen Fragen beantworten muss. So der Plan. 
Die Oberärztin hat kurz Ultraschall gemacht, sich aber in erster Linie auf die „Funktionsfähigkeit“ von Plazenta und Gebärmutter beschränkt, also Durchblutung und Versorgung untersucht. Im Arztbrief steht „Grannum Grad 1-2“, das bedeutet (es gibt Grad 0 – super – bis Grad 4 – schlecht. Danke, Dr. Google), dass die Plazenta so langsam den Geist aufgibt und anfängt zu verkalken. Ist aber in dem Stadium völlig normal, da sie ja eh nur auf eine „Haltbarkeit“ von 40 Wochen ausgelegt ist, also alles im grünen Bereich. Von dir habe ich nur ein rundes Köpfchen gesehen, das aber noch nicht ins Becken gerutscht ist. 2620g wiegst du in Etwa, das ist gar nicht so wenig (aber Durchschnitt für diese SSW) und 6,7cm Oberschenkelknochenlänge entsprechen einer Gesamtkörpergröße von 46,9cm. Wow! Danach musste ich noch etwa 20min auf das Hebammengespräch wegen der Formalitäten warten, und wo? Genau, direkt im KREIßSAAL!“ 

aus dem Aufklärungsbogen „Geburtshilfliche Maßnahmen“

Das letzte Mal, dass ich einen Kreißsaal von innen gesehen hatte, live und in Farbe, war im Oktober 2009. Wobei von „live und in Farbe“ hier eigentlich nicht die Rede sein kann, denn in meiner Erinnerung ist alles ein bisschen schwammig vernebelt. Ich könnte nicht mal mehr sagen, welche Farbe die Wände hatten. Zurück zu 2014: ich setzte mich an den kleinen Tisch für die Angehörigen und schaute mich um. Links das Kreißbett mit Stillkissen, daneben CTG und allerhand Kabel und Schnüre, und rechts ein gigantisches Ungetüm namens „Gebärwanne“ mit Hochziehseil (pardon, aber Schwangere aus Wannen zu hieven ähnelt ein bisschen dem Bild von Kränen auf Schrottplätzen). Dahinter ein Pezziball, ein vorbereitetes Babybett, Wickeltisch mit Wärmestrahler, Waage, usw. Die Uhr tickte und nebenan veratmete eine Gebärende ihren 3cm offenen Muttermund mit lauten „Oooohhh“s und „Aaaahhhh“s. Zwischendurch liefen Hebammen und Krankenschwestern an der offenen Kreißsaaltür vorbei und winkten mir fröhlich zu. Ich grinste schief, hatte aber ein mulmiges Gefühl so zwischen den ganzen „Geburtsgerätschaften“ und hoffte, die Hebamme würde bald kommen. So bei „vollem Bewusstsein“ ist ein Kreißsaal nämlich irgendwie unheimlich.

Hier wurden und kleine Menschen geboren. Echte! Hier in diesem Raum machten sie ihren ersten Schrei, wurden gewogen und ihren Mamas auf den Bauch gelegt. Und in etwa 5 Wochen würde genau das mit mir und meinem Baby so passieren. Ach du Scheiße! Als dann endlich die freundliche Hebamme kam, besprachen wir ein paar Fragebögen mit Organisatorischem, ich bekam (nur für den Fall der Fälle) den Aufklärungsbogen zur PDA (Periduralanästhesie, also Rückenmarksbetäubung), den ich zu Hause ausfüllen konnte, und Infoflyer zum Thema Neugeborenenscreening, Vitamin-K-Gabe und Lachgasinhalation gegen Geburtsschmerzen (das gibt es wirklich!). Zum Schluss hieß es nur, man freue sich auf die Weihnachtstage mit mir in der Klinik („Wir machen es uns dann schon gemütlich hier, keine Angst!“) und ich solle mich direkt am Termin im Krankenhaus vorstellen, also Heiligabend, falls nicht vorher die Wehen einsetzen. Sollte sich dann noch nichts tun, werde man noch eine weitere Woche warten bis zur Einleitung, die fiele dann genau auf den 31.12., Silvester. Nun ja, die Termine haben wir uns vielleicht wirklich nicht so günstig „ausgesucht“, aber ich gehe ja fest davon aus, dass die kleine Lady ihr erstes Weihnachten schon live mit uns unterm heimischen Tannenbaum feiern möchte…Drückt uns die Daumen!

 …………………………………………………………..to be continued………………………………………………………..

<<< 8. Monat

Schwanger – der achte Monat

Der achte Monat, Woche 29 – 32

„Vor 5 Jahren um die Zeit war ich mit Fiona schon in der „heißen Phase“ und habe mögliche Geburtstermine aufgeschrieben, die mir gefielen. Komische Vorstellung. Heute ist tatsächlich die allerletzte Stunde musikalische Früherziehung. Zum Glück! Ich liebe meine Kleinen ja wirklich sehr, aber ich kann echt nicht mehr. Gehen, Stehen, Sitzen, Liegen – immer tut irgendwo etwas weh! Beim Laufen zieht es von den Oberschenkelinnenseiten bis zur Körpermitte, wie Muskelkater. Das soll wohl die sogenannte Symphyse sein [Schambeinfuge: kurz gesagt, ein Teil aus Faserknorpel, das die linke und rechte Beckenhälfte miteinander verbindet]. Ein Körperteil, von dem ich bis dato nicht wusste, dass ich es habe…“

Zu Beginn der 29. Schwangerschaftswoche stand das zweite Mal Baby-TV in Walsleben auf dem Programm. Keine medizinische Untersuchung, sondern wirklich nur reines Babygucken in 3D zum Spaß und für schöne Erinnerungen. Die Sitzung ist zwar nicht ganz billig, aber absolut ihr Geld wert. Wie oft habe ich nach der ersten Entbindung die 3D-Bilder von Fiona noch mal rausgekramt und an die Zeit gedacht, als sie noch im Bauch gewesen ist. Das funktioniert mit den „echten“ Fotos einfach besser als mit den schwarz-weißen Ratebildern. Den Termin hatte ich schon vor Monaten ausgemacht und freute mich wahnsinnig auf die halbe Stunde Kinofilm live aus dem Bauch. Vermessen wurde natürlich auch: 37cm lang und in völlig querer und „zusammengeklappter“ Lage mit Kopf rechts, Knie (!) rechts und Po links. Ein vernünftiges Gesichtsbild erwies sich anfangs als ganz schön schwierig, denn so eine Plazenta scheint ein angenehmes Kopfkissen zu sein. Die kleine Lady war wie immer ganz ruhig und hat hauptsächlich geschlafen. Ob das noch so ist, wenn sie auf der Welt ist? Auf jeden Fall war es unglaublich faszinierend, so ein richtiges Baby auf der Leinwand zu sehen. Klar, „fertig“ ist sie noch lange nicht, aber die Proportionen sehen einem Neugeborenen doch schon sehr ähnlich. Ich bin verliebt!

„Hallo meine Schnecke, vorgestern haben wir schon den 5. Geburtstag deiner großen Schwester gefeiert! Den Käsekuchen zum Frühstück habe ich nicht so gut vertragen und du hast geboxt und getreten wie wild. Hat dir nicht geschmeckt?! Momentan tut mir echt alles weh und ich kann kaum richtig laufen. Hoffentlich bleibt das nicht bis Dezember so! Und die Hormone spielen scheinbar auch verrückt. Muss manchmal einfach grundlos weinen und habe keine Ahnung wieso! Das ist vielleicht ein blödes Gefühl. Und wenn ich dann vielleicht noch gefragt werde, warum ich schlechte Laune habe, macht es alles nur noch schlimmer. Denn ICH HABE JA KEINE SCHLECHTE LAUNE. Schiebe ab sofort alles auf dich. DU hast vielleicht schlechte Laune, aber ICH doch nicht 😉 Heute war ich bei der Ärztin, zum ersten Mal CTG seit 5 Jahren. Erstaunlich, was man alles vergisst! Ich erinnerte mich vorher nur noch dunkel daran, dass man 30-45 min auf dem Rücken liegt und kleine Schallköpfe mit Gurten um den Bauch geschnallt hat, die auf einem meterlangen Papierbogen Herztöne des Ungeborenen als Gebirge aufschreiben. Vorsorglich hatte ich mir ein Buch für die Zeit

eingesteckt, das ich vor Ort allerdings nicht mal geschafft habe auszupacken. Auf dem Rücken liegen musste ich nicht – seitlich ist auch viel angenehmer – und das CTG lief nur 15min, in denen ich zwar gelesen habe, aber nicht mein Buch, sondern den Frage- und Aufklärungsbogen zur Anti-D-Prophylaxe*. Auf dem CTG war links die Herzfrequenz tatsächlich als Gebirge zu sehen (die Schwester musste ab und zu mal am Bauch rütteln, weil du – wie immer – geschlafen hast), mittig die Kindsbewegungen als dünne oder dickere schwarze Balken und rechts momentan noch eine Nulllinie, die zu einem späteren Zeitpunkt mal Wehen anzeigen soll. Also alles super! Auf 1500g wirst du geschätzt, Köpfchen ist inzwischen unten, da, wo es hingehört. Ein Bild gab es dieses Mal nicht, denn zwischen deinem süßen Profil und der kuscheligen Plazenta war nie so viel Platz, dass man etwas hätte erkennen können. Sah immer aus wie eine gigantische Beule vor dem Kopf, in die du dein Näschen steckst…“

*Für Mütter, die rhesus-negativ sind [also das Rhesusfaktor-Antigen nicht besitzen, ca. 15% der Bevölkerung], steht um die 28. Schwangerschaftswoche herum diese Prophylaxe-Impfung an, um einer möglichen Blutgruppenunverträglichkeit vorzubeugen. Wenn der Papa des Kindes nämlich rhesus-positiv ist, kann es das Baby ebenfalls sein. Kommt dann unter der Geburt kindliches Blut mit dem Blut der Mutter in Kontakt, bildet die Antikörper gegen den „falschen“ Rhesusfaktor und es kann bei einer erneuten Schwangerschaft zu einer Abstoßungsreaktion aufgrund der Rhesusunverträglichkeit kommen.

Tim Reckmann  / pixelio.de

Die Rücken- bzw. Symphysenschmerzen wurden in diesen Wochen immer schlimmer. Sich mit etwas von der Größe einer Ananas im Bauch noch halbwegs elegant fortzubewegen, scheint anatomisch ein Ding der Unmöglichkeit. Der gefürchtete Watschelgang hatte mich schon eine Weile fest im Griff, ob ich wollte oder nicht, und besonders abends beim Aufstehen von der Couch fühlte ich mich wie mindestens 100 Jahre alt. Erstmal langsam nur die Beine raushängen lassen, dann irgendwann den Oberkörper samt Bauch hinterher wuchten und nach 5 min tatsächlich aufstehen… Bei den ersten Schritten nach längerem Liegen sind mir außerdem immer die Beine eingeknickt vor Schmerz, ganz komisch! Als ich die Frauenärztin darauf angesprochen habe, meinte die nur, bei einer zweiten und jeder weiteren Schwangerschaft sei eben das gesamte Gewebe etwas weicher und nachgiebiger und da können solche Wehwehchen auch viele Wochen vor der Geburt auftreten, sei nichts Ungewöhnliches. Mich an jeden Strohhalm klammernd, fragte ich sogar in der Apotheke nach homöopathischen Kügelchen gegen Symphysenbeschwerden, die mir in meiner Dezembermama-Gruppe empfohlen worden waren. Die Apothekenfrau fragte 3x nach, wo genau ich Schmerzen habe und wie man „Sümfüße“ buchstabiere. Schließlich habe ich mich einfach bedankt und den Laden ohne Kügelchen verlassen. Aber wenige Tage später war die Erlösung in der Post: ein Ersatzteil für meinen Rücken! Das Wunderdings heißt „BabyBelt“ und ist eine Bauchstütze aus weichem, flexiblem Material mit seitlichem Klettverschluss. Das Teil legt man sich um und trägt es unsichtbar unter den normalen Klamotten. Es stützt den Babybauch und entlastet somit den Rücken und ob man es glaubt oder nicht, schon nach 2 Tagen war es besonders beim abendlichen Couchaufstehen deutlich zu merken! Nicht mehr 100 Jahre alt, sondern nur noch gefühlte 85. Ein Segen und seitdem mein täglicher Begleiter!
Die Füße sind übrigens weg, wenn ich im Stehen von oben runtergucke und sie entfernen sich auch im Sitzen immer weiter vom restlichen Körper. Schuhebinden geht nur noch mit Luftanhalten und Expressknoten. Letztens hat Fiona schallend gelacht, als ich gefragt habe, ob sie mir die Socken anziehen könnte. Immerhin habe ich es bei ihr ja auch lange genug gemacht. Irgendwie nimmt mich hier niemand ernst 😉 Ab sofort keine Schuhe mit Schnürsenkeln mehr!“

„Na meine Süße! So langsam, wie die ersten 12 Wochen vergangen sind, so schnell rennt die Zeit jetzt! 32. Schwangerschaftswoche, unfassbar! Habe mich letztens beim Einkaufen erschreckt, weil mir gegenüber so eine dicke Frau im Spiegel stand! Gestern waren wir wieder beim Arzt, Termine sind jetzt nicht mehr alle 4, sondern schon alle 2 Wochen, allerdings ohne Ultraschall, nur Blutdruck, Wiegen (Augen zu: +13kg! ) und CTG. Zwischendurch war die Herzfrequenz immer mal ganz kurz bei etwa 70 (normal 130 – 160). Da konnte mich aber die Schwester beruhigen: das passiert, wenn das CTG die kindlichen Herztöne kurz „verliert“ und stattdessen meine findet ^^ Puh! Die Gebärmutter gehe inzwischen bis fast zum Rippenbogen, aber ein bisschen Platz sei noch, hieß es. Wo die ganzen Organe hin sind, die da eigentlich sind, übersteigt trotz jedes theoretischen Wissens meine Vorstellungskraft. Wo die Lunge nicht ist, weiß ich jedenfalls: da, wo sie hingehört. Anders lässt sich nicht erklären, dass ich nach gerade mal 18 Treppenstufen bis zu unserer Wohnungstür so aus der Puste bin, dass ich mich hinsetzen und ausruhen muss. Kann mir gerade nicht vorstellen, je mal 1 Std. Zumba getanzt zu haben und danach noch lebensfähig gewesen zu sein. Vor ein paar Tagen hattest du deinen ersten Schluckauf, abends beim Ins-Bett-Gehen ein rhythmisches Pochen unten am Bauch. Total süß! Seitdem immer öfter, weil du dich beim Fruchtwassertrinken verschluckst. Dieser Reflex trainiert deine Atemmuskulatur für die Zeit nach der Geburt. Habe gelesen, dass man nie wieder so viel Schluckauf hat wie im Bauch. Hicks! Habe vor ein paar Tagen einen Body für dich gekauft mit der Aufschrift „Ich bin eine Berlinerin“ und einen zuckersüßen rosa Strampler mit angenähtem, weißen Jäckchen. Letzteres soll dein Outfit sein für den Weg vom Krankenhaus nach Hause. Und an den Klischee-Tatzenhandschuhen und der Öhrchenmütze kam ich auch nicht vorbei. Allet nur wejen die Hormone! „

Der Bauch hat für mein Empfinden zu dieser Zeit im wahrsten Sinne des Wortes „große“ Fortschritte

gemacht, jedenfalls war er im Sitzen manchmal schon ganz schön kugelig. Und nach vorne gelehnt am Tisch lümmeln ging auch schon nicht mehr, weil ich sofort mit einem dezenten aber nicht ganz angenehmen Tritt in die Rippen zu korrekter Sitzhaltung ermahnt wurde. Schlimmer als die eigenen Eltern in der Pubertät! Schade, dass man nach einiger Zeit vergisst, wie sich ein strampelndes Baby im Bauch anfühlt. Es ist so schön, dass ich es gerne konservieren würde. Denn so anstrengend der wachsende Bauch ist, so sehr fehlt er einem dann doch, wenn er wieder weg ist. In diesen letzten Tagen des achten Monats sind wir in den Herbstferien eher spontan 2 Tage in den Kurzurlaub nach Rügen gestartet. Strandspaziergänge an der frischen Luft mit Schal und Pudelmütze, eine Bootsfahrt auf der unruhigen Ostsee (bei der um mich herum gekotzt wurde und ich währenddessen ganz entspannt den heißen Kakao durch den Schiffsbauch bis an Deck balanciert habe), ein Hotel mit Thermalbad im Keller und einfach noch mal „Tapetenwechsel“, das tat gut. Schwimmen soll ja für Schwangere die angenehmste Form von Bewegung sein. Das kann ich bestätigen. Allerdings ist die Schwerkraft ein ganz schönes Arschloch, wenn man dann aus dem Wasser herauskommt und der Bauch Stück für Stück wieder spürbar ist.
Nur noch 2 Monate, dann wird das Wunder Wirklichkeit…


………………………………………………………..to be continued………………………………………………………………

<< 7. Monat

#momsrock

Lucie Marshall, ihres Zeichens Kolumnistin, Bloggerin und seit Kurzem Autorin des Bestsellers „Auf High Heels in den Kreißsaal“ (auf der Leseliste ganz ganz oben!), hat vor ein paar Tagen eine Blogparade ins Leben gerufen, die sich großer Beliebtheit erfreut. Unter dem Hashtag #momsrock sammelt sie, was Mütter finden, richtig gut gemacht zu haben. Man soll ausnahmsweise mal nicht nur die Stapel ungewaschener Wäsche und die Fingerabdrücke am Spiegel sehen, sondern ganz bewusst den Blick auf das lenken, was man selber als Mama im Bezug auf sein Kind richtig gut gemacht hat.

Auch wenn man mit sich selbst ja grundsätzlich eher kritisch ist, fallen mir doch ein paar Dinge ein, die ich wieder ganz genauso machen würde.

Respekt

Klar, sie ist gerade erst 5 geworden und hat manchmal ganz spezielle Ansichten, die ich nicht unbedingt teile, z.B., dass das ärmellose Kleidchen im Herbst aber auch schön aussieht oder dass sich die rosane Erdbeermilch ganz gut auf dem hellen Sofa macht. Dennoch nehme ich sie immer ernst und behandle sie nie von oben herab à la „…weil ich es sage“. Ich möchte, dass sie Entscheidungen nicht einfach als willkürlich hinnimmt, sondern dass sie verstehen und akzeptieren lernt. Das ist nicht unbedingt immer der leichteste Weg, aber hoffentlich genau der, der aus ihr einen vernünftigen und mitfühlenden Menschen macht, der andere mit Respekt behandelt, genau wie ich sie. Das hoffe und wünsche ich mir jedenfalls.

Kompromisse

Der Unterschied zwischen einer 5-jährigen und einem Terroristen? Mit Terroristen kann man verhandeln… Wenn wir nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen, bemühe ich mich, Kompromisse zu finden, die sie dann meistens völlig problemlos eingeht. Dann haben wir hinterher beide ein gutes Gefühl. Gut, noch 5 Minuten malen und dann aber ohne Diskussionen ins Bad. – „Okay, Mama! Indianerehrenwort!“

Fähigkeiten

Ich mag den Begriff der „Frühförderung“ generell nicht so gerne, weil er so etwas Zwanghaftes hat im Sinne von „schneller, höher, weiter“, finde aber dennoch wichtig, dass Kinder einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachgehen. Ich habe Fiona von Klein auf einfach in meinen Unterricht miteinbezogen, habe sie 1x wöchentlich zu meinen Baby-und-Kleinkind-Kursen mitgenommen und auch später in die musikalische Früherziehung für die „Großen“. Sie ist von Anfang an mit Spaß und Freude dabei, liebt Instrumente und singt und tanzt für ihr Leben gern. Seit einigen Monaten lernt sie in der Gruppe mit Gleichaltrigen und Erstklässlern ein Tasteninstrument, die Melodica. Ich bewundere ihren Ehrgeiz und ihre Ausdauer! Im Dezember steht sie schon zum zweiten Mal mit Instrument auf der großen Theaterbühne. Dank der Schwangerschaftshormone im Endstadium werde ich wohl vor Stolz und Rührung heulen wie ein Schlosshund (eigentlich schön, aber auch ungünstig, weil ich nicht nur Mama, sondern auch die Dirigentin bin ^^)

Selbstständigkeit

Als ich klein war, etwa 4 Jahre alt, durfte ich im Frankreichurlaub mein Frühstück beim Bäcker alleine bestellen: „ööh krohssong sievupläh“. Stolz wie Bolle kam ich mit der Beute zurück und erinnere mich noch heute an dieses Gefühl. In Griechenland, wenige Jahre später, wollte ich mit meinem besten Freund die Fahrgeschäfte am Hafen benutzen, während unsere Eltern nebenan Campari tranken. Man benötigte dafür (lange vor dem Euro-Zeitalter) 50 Drachmen passend, wechseln musste ich alleine: „Penida drachmes“. Und wir fuhren die ganze Nacht. Dass das große Pferd einen Schlitz hatte, durch den man mit kleinen Kinderhänden das eingeworfene Geld nach dem Reiten wieder rausholen konnte und wir daher einen unerschöpflichen Vorrat hatten, bekamen sie erst viel später mit ^^ Ich lasse Fiona auch viel selber ausprobieren und helfe nicht sofort, sondern nur, wenn es unbedingt nötig ist. Sie traut sich wohl nicht zuletzt deshalb auch schon eine ganze Menge zu und platzt dementsprechend fast vor Stolz, wenn sie etwas ganz alleine geschafft hat. Dass sie auf dem Klo nach dem großen Geschäft allerdings noch „Kannst du abwischen?“ ruft, erschließt sich mir nicht so ganz. Shit (haha) happens.

Höflichkeit

Sie sagt „Bitte“, „Danke“, „Hallo“, „Tschüss“ und „Entschuldigung“. Heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr, mir aber sehr wichtig. Letztens auf dem Spielplatz ist mein Mamaherz höher gehüpft als ich sie zu zwei spielenden Kinder habe sagen hören: „Hallo, ich bin Fiona, darf ich bitte euer Sandspielzeug mitbenutzen?“. Hach.

Sprache

Schon als sie ein Baby war habe ich ihr viel erzählt und ihr Lieder vorgesungen. Wir haben gemeinsam Bücher „gelesen“ und mit 10 Monaten konnte sie die meisten Tierlaute imitieren und war genau dafür in der Kita bekannt. Von meiner Liebe zu Büchern und zur Sprache hat sie sich anstecken lassen. Ich bin jedenfalls sehr stolz, wenn ich höre, wie gewählt sie sich mit 5 Jahren schon ausdrücken kann. Korrekte Genitivkonstruktionen wie „im Schatten des Baumes“, richtige Imperative wie „Gib“ und „Nimm“ und Vokabeln wie „merkwürdig“, „verbergen“ oder „behaupten“ – ich finde, das machen wir beide richtig gut!

Bauchgefühl

Wie oben bereits erwähnt: Fiona war schon als Baby fasziniert von Sprache und Geräuschen und hat auch sehr früh schon richtige Wörter und Sätze gebildet, dafür trug sie Windeln bis sie fast 3 war und ist auch erst mit weit über einem Jahr gelaufen. Gekrabbelt übrigens gar nicht. Ich habe mich von der „Vergleicheritis“ unter Mütter nicht verrückt machen lassen und auf mein Bauchgefühl gehört. Jedes Kind hat sein individuelles Tempo hat und entscheidet selbst, wann es was lernt. Das war gut.

Liebe & Vertrauen

Sie weiß, dass ich sie bedingungslos liebe und das auch dann, wenn mal wieder nicht-entfernbare Farbe auf dem neuen Teppich gelandet, die teure Shampooflasche kopfüber und mit offenem Verschluss ins Badewasser „gestürzt“ ist oder sie das neue Kleid bei der ersten Mahlzeit bekleckert. Und sie weiß auch, dass Eltern eben manchmal schimpfen müssen, das aber nichts an der Liebe zu ihrem Kind ändert. Sie erzählt mir, wenn ihr ein Missgeschick passiert ist oder sie Dummheiten gemacht hat und dann überlegen wir gemeinsam, was wir dagegen tun können. Ich hoffe, dass dieses Vertrauensverhältnis noch lange anhält und sie auch in ein paar Jahren noch so poetische Sachen sagt wie „Ich liebe dich so sehr, dafür gibt es keine Worte. Mehr als bis zum Mond und zurück. Am Liebsten würde ich dich heiraten, Mama.“

Anything else?

Lego-Szenarien ausdenken, einen Zoo malen, Kinderfilme gucken, bei Memory „verlieren“, auf Spielplätze gehen, begeistert schmatzen und Kuchen aus dem Sandkasten loben, Kastanien suchen, Grimassen schneiden und witzige Fotos machen, mit Bauchtanztüchern durch die Wohnung tanzen, beim kleinsten Geräusch an ihrem Bett stehen, Schneemänner bauen, Geschichten vorlesen, Geburtstagspartys planen, Briefe schreiben, Puppensachen nähen, mitten in der Nacht eine Zange suchen um die Wärmflasche zu öffnen, gesund pflegen, Hot-Dogs aus Knete „essen“ und Tee aus winzigen Tassen „trinken“, Bettmonster verjagen, Pflaster kleben, Zöpfe flechten, wie eine Löwin für sie kämpfen, bei jedem nächtlichen Toilettengang gucken gehen, ob sie richtig zugedeckt ist, ihr einen Kuss geben und einen Moment beim Schlafen zusehen…

Ja, ich glaube, ich mache das alles und noch mehr richtig gut!