Inseltipp für Kurzentschlossene

Hooray! Herbstferien in Berlin! 
Zum Fliegen ist sie schon „zu dick“, blieb also nur ein Ziel in nicht allzu weiter Ferne: 
die Insel Rügen!

Weil die Reise ein relativ spontaner Entschluss war, waren auch die Hotels nicht mehr so flexibel mit den verfügbaren Zimmern, aber lieber 2 Tage mal kurz andere Luft schnuppern, als überhaupt nicht. Eine sogenannte „ferienverlängernde Maßnahme“, denn die 2 Tage haben sich angefühlt wie eine Woche zusätzlich. Wir haben uns für die niedliche Hafenstadt Sassnitz entschieden und das Rügen-Hotel, das höchste Haus der Stadt. Es ist nicht das neuste und modernste Hotel, versprüht z.T. ein charmant-nostalgisches Flair (Fremdes Kind beim Frühstück: „Ich glaube, hier sind sogar die Fernseher noch aus der DDR!“ haha), erfüllt seinen Zweck aber voll und ganz! Großer Pluspunkt: die für Hotelbesucher kostenlose Rügen-Therme direkt im Haus mit 29°C Wassertemperatur, Wasserfall, Gegenstromanlage, Sprudelecke und Sauna (gegen Gebühr). Auch das Panoramarestaurant in der 9. Etage ist sehenswert, bzw. der Frühstücks-Ausblick von Selbigem auf die Stadt und den Hafen mit Europas längster Außenmole.

Wir haben unsere 2 Tage Kurzurlaub effektiv genutzt und viel von der schönen Insel gesehen.
Die erste Tour führte uns mit Pudelmützen und Strickschal bewaffnet direkt vom Hafen mit der „MS Binz“ in Richtung der Kreidefelsen, die als interessanteste deutsche Küstenlandschaft gelten. Beim Ticketverkauf deutete die Dame auf mein Bäuchlein und meinte noch: „Dat wird abbä ein bissken schaukeln auf See, nech?“. Ich wunderte mich zwar, weil im Hafen keine einzige Welle zu sehen war, aber gut. Das Wetter war für diese Jahreszeit ganz akzeptabel, zwar ziemlich bedeckt und windig, aber immerhin kein Regen. Sobald die MS Binz die Mole verlassen hatte, „schaukelte dat wirklich ein bissken“. Als ich von Deck aufstand, um Fotos zu machen, musste ich mich von einem Tisch zum nächsten hangeln, um nicht direkt umzufallen. Warm eingepackt und mit heißem Kakao in der Hand lauschten wir den interessanten Geschichten aus dem Schiffslautsprecher im norddeutsch-sypathischen Käptn-Blaubär-Stil und genossen die einstündige Rundfahrt entlang der Küste.
Um uns herum wurde nicht nur vereinzelt von den Kotztüten Gebrauch gemacht, aber soo empfindlich scheinen wir dann glücklicherweise doch nicht zu sein.

Etwa 10 km nördlich von Sassnitz befindet sich der bekannteste und meist besuchte Felsvorsprung der Kreideküste: der Königsstuhl. Mit dem Auto kann man ihn nicht erreichen, aber es verkehren regelmäßig Shuttlebusse von einem in der Nähe gelegenen Parkplatz am Eingang des Nationalparks Jasmund. Wanderwillige, zu denen wir nicht gehören, können die etwa 3 km durch den Buchenwald aber auch zu Fuß zurücklegen.

Im Herzen des Nationalparks wartet neben Spielplätzen, Restaurant und 180°-Kino die Erlebnisausstellung auf 4 Etagen. Eine Gruppe von etwa 20 Personen geht gemeinsam durch die Räume, aber jeder entscheidet vorher, welchen thematischen Rundgang er gerne in seinem Audio-Guide abgespielt hätte: den für Romantiker, Neugierige, Abenteurer oder Kids. Mit der Ausstellung haben sie sich wirklich viel Mühe gegeben: alles ist zum Anfassen und lädt zum Ausprobieren ein. Die Zeitreise beginnt vor 69 Millionen Jahren und führt durch die Entwicklung des Nationalparks bis heute. Wahrhaft interaktiv!

Vom Königsstuhl, den wir am Vormittag vom Wasser aus schon gesehen hatten, trennten uns nur noch ein paar Stufen. Oben angekommen wurden wir von einem traumhaften Ausblick belohnt! Absolut sehenswert, auch wenn dem Himmel zum optimalen Postkartenfoto ein bisschen Farbe gefehlt hat 😉

Am Abreisetag stand vor der Heimfahrt erst noch ein kleiner Strandausflug nach Binz auf dem Programm, wo wir erfolgreich Muscheln gesammelt und vergeblich versucht haben, den neuen Lenkdrachen zum Aufstieg zu bewegen…

…und anschließend ein Besuch auf der Pirateninsel in Putbus, einem Indoor-Spielplatz für Kinder. Fionas Highlight, würde ich sagen. Ein „Vulkan“ zum Besteigen, Trampoline, unzählige Fahrgeräte, Rutschen, Klettertürme usw., in optimaler Größe, so dass Eltern bequem am Rand ihren Kaffee trinken und die Kinder trotzdem im Auge behalten können, ohne ständig hinterherlaufen zu müssen.

Unser Fazit: als sonst-immer-Usedom-Fahrer sind wir durchaus angetan von der charmanten Insel Rügen und müssen unbedingt wiederkommen, weil wir noch lange nicht alles gesehen haben!

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

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