Security Check – eine Komödie in 3 Akten

Achtung, Klischees!

Foto: Andrea Damm/ pixelio

Es heißt ja, Frauen brauchen bei allem was sie tun e-w-i-g: telefonieren, aufs Klo gehen, einparken, Klamotten kaufen, Schmuck aussuchen, … Männer dagegen übermitteln am Telefon nur die wirklich relevanten Informationen (hallo – schönes Wetter – heute grillen? – ich kaufe Fleisch, du kaufst Bier – tschüss), tauschen auf der Toilette nicht Klatsch und Tratsch mit ihrem besten Kumpel aus, kommen ohne Aroma-Teelichter, bunte Lampenschirme und Bilderrahmen aus dem schwedischen Möbelhaus und sie kaufen im Geschäft auch nur das, was tatsächlich im Schrank fehlt. Ich zitiere Mario Barth: „HOOSE.“
Inzwischen ist mir allerdings schon mehrmals ein ganz untypisches Geschlechterklischee aufgefallen, und zwar beim Security Check am Flughafen.

FRAUEN

Während sie mit ihrem überdimensionalen Handgepäck in der einen und dem Kind an der anderen Hand in der Schlange zur Sicherheitskontrolle steht, beginnt sie schon, erst sich und dann das Kind zu entkleiden: Halstücher, Jäckchen, Sonnenbrillen, iPad, Handy, Flüssigkeiten-Zipper. Das Kind möchte auf den Arm, weil es sonst nicht so gut sehen kann. Mit der freien Hand wuchtet sie ihr Handgepäck auf das Band (in dem sich neben der Bord-Verpflegung für 3 Tage und den Personaldokumenten noch Malbuch, Stifte, Kuscheltiere und Kinderersatzkleidung befinden) und erklärt noch ausführlich, was genau hier gemacht wird, wo die Taschen hinfahren und warum die Menschen Uniformen tragen. Bevor sie durchgewunken wird, streift sie sich noch die Schuhe mit der Metallsohle ab und geht barfuß durch das Tor. Es piept nichts. Sie nimmt den Kasten mit ihren und den Sachen des Kindes in Empfang, geht damit einen Schritt zur Seite, zieht sich und dem Nachwuchs die Jacken wieder an, steckt das Handy in die Hosentasche, iPad und Flüssigkeiten ins Handgepäck, die Füße wieder in die Schuhe und wartet am Rand auf die mitreisenden

MÄNNER
1. Akt: Sie stehen in der Schlange zur Sicherheitskontrolle und halten in der einen Hand Bordkarte und Ausweis, in der anderen ihren Rollkoffer – bis sie an der Reihe sind. Was genau man alles ablegen muss („Gürtelarmbanduhrkleingeldhandykugelschreiberlaptopflüssigkeiten!“) lassen sie sich lieber noch mal vom genervten Sicherheitspersonal aufzählen, es ist einfach zu viel, um es sich zu merken…
2. Akt: Nachdem sie sich umständlich vor den Augen der wartenden Schlange „nackig“ gemacht haben, gehen sie durch den Metalldetektor, der auch prompt ALARM schlägt. Während sie noch mit der „Lupe ohne Glas“ durchsucht werden, wedelt schon der Sicherheitsbeamte mit dem Handgepäck: „Jehört dit Ihn‘? Bitte mal uffmachn.“ Als sie sich dann den Tränen nahe von ihrem geliebten Taschenmesser und der halbvollen Wasserflasche verabschiedet haben, scharrt schon eine Horde Reisewilliger dahinter mit den Hufen in Anbetracht des länger werdenden Staus und der bald startenden Maschine. 
3. Akt: „Alles ok, der Nächste bitte!“. Beim hektischen Zusammensuchen der Einzelteile aus dem Durchleuchtungskasten fällt der Laptop aus 1m Höhe auf die Erde. Aufgebrachtes Fluchen. Die Bordkarte flattert zu Boden, das Handy liegt noch im Kasten und dann will auch der Gürtel erst mal wieder ordnungsgemäß durch die eigentlich zu engen Schlaufen gefädelt werden, natürlich vor Publikum, sonst fehlt der Nervenkitzel. Völlig gestresst und beunruhigt (der gute Laptop! Und wo ist eigentlich meine Armbanduhr?!) muss er sich im Flugzeug als Einstimmung auf den Urlaub erstmal einen kleinen Schnaps genehmigen, um sich wieder entspannen zu können. Dann kann der Urlaub beginnen.
Doors closed. Cabin crew, prepare for take-off, Applaus.
Foto: Rainer Sturm/ pixelio
Kennt ihr?
P.S. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, speziell aus der eigenen Familie, sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

1 Kommentar zu „Security Check – eine Komödie in 3 Akten“

  1. Das geht auch geschlechtlich umgedreht. Eigentlich müsste man sich nur mal ein paar Tage dort hinsetzen, dann ergibt sich bestimmt amüsanter Stoff für ein ganzes Buch 😉
    Wir fliegen auch gelegentlich, trotzdem hat Zoe anscheinend immernoch einen ziemlichen Respekt vor dem großen Rahmen durch den sie alleine durchgehen muss.

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