Mamasünden…?

Von Herzmutter Janina wurde ich nach Überlebensstrategien verzweifelter Eltern gefragt und Mama- und Papa-Sünden, die man so begeht im Zusammenleben mit kleinen Menschen. Meistens ist es ja so, dass man eine ganz konkrete Vorstellung von Erziehung und Regeln hat. Bevor man Eltern wird…
Hier sind sie also, meine Top20-„Überlebensstrategien“:

#1 Im Sommer sind 3 Eis am Tag ok.
#2 Unser iPad verfügt über genau eine Mama-App (Pinterest), aber unzählige Kinder-Lern-Apps und Filme. Ideale Beschäftigung in Maßen für lange Autofahrten, Flugreisen oder Restaurantbesuche und dazu pädagogisch-wertvoll: Buchstaben lernen und mit dem Finger nachfahren, Fledermäuse zählen mit Drache Kokosnuss, englische Spiele mit Micky Maus. Kopfhörer dazu sind Gold wert, ansonsten verfolgt einen die Titelmelodie von Pettersson & Findus bis in den Schlaf…
#3 Barfuß durch den Garten laufen, im Matsch nach Schätzen graben, bei Regen raus gehen oder den ganzen Körper im Sand einbuddeln? Nur zu, Schatz, du bist zu 100% waschbar.
#4 Das Kind musste noch nie nach dem Sandmann ins Bett, sondern bleibt so lange wach, bis es (fast) von alleine umfällt. Es lebt sich entspannter.
#5 Dino-Stullen mit Marmelade kann man auch schon mal im Kinderzimmer essen. Man sollte nicht meinen, was rein geht, wenn die Mahlzeit nicht am Tisch stattfinden muss.
#6 Mütterliche Wenn-Dann-Konstruktionen sind völlig legitim, ein bisschen Erpressung gehört dazu („Wenn du jetzt ohne Meckern ins Bad kommst, darfst du zum Einschlafen ein Hörspiel hören.“)
#7 Ein Kind möchte da sein, wo die Familie ist. Spielzeug im Wohnzimmer gehört dazu und ist ein ganz natürlicher Vorgang, wenn auch ein schleichender.
#8 Die Bildschirmhelligkeit am iPhone ist eine sehr nützliche Funktion, wenn man ab und zu abends am Bett sitzen und „noch ein bisschen streicheln“ soll.
#9 Sechzig Cent für das Reitpferd bei C&A und Mama kann ganz in Ruhe Klamotten shoppen.
#10 Ist das Kind (nicht ansteckend) krank zu Hause, darf es mit Mama mit in die Schule kommen und den 2x 30 min Unterricht bei den Großen lauschen. Ggf. siehe #2.
#11 Die Toilette ist ein geeigneter Rückzugsort, um mal in Ruhe latest news in sozialen Netzwerken zu lesen.
#12 Der Fernseher ist nicht böse und Augen werden davon nicht viereckig.
#13 Bunte Pflaster mit Winnie Pooh und leere Sprühflaschen mit Anti-Monster-Aufschrift haben einen nicht zu unterschätzenden Heilungswert auf die Psyche.
#14 Nikolaus, Osterhasen und Weihnachtsmann gibt es solange, bis das Gegenteil bewiesen wurde!
#15 Im Spielwarengeschäft kaufe ich manchmal Kinderspiele, die ich selber so gerne spielen möchte und argumentiere solange, bis das Kind auch davon überzeugt ist.
#16 Vielleicht keine Sünde, aber eine Überlebensstrategie: ich erkläre meiner Tochter, weshalb ich wie entschieden habe und beziehe sie – wenn möglich – in den Prozess mit ein. Allerdings ist dann auch klar: ein entschiedenes „NEIN“ heißt auch wirklich nein. Kinder sind nicht dümmer als wir, nur kleiner und unerfahrener. Hat allerdings absolut nichts mit antiautoritärer Erziehung zu tun.
#17 Ich höre mir ihre Argumente im Streit an und nehme sie ernst. Das gibt Selbstvertrauen.
#18 Wenn es der Mama gut geht, geht es auch dem Kind gut. Also ruhig auch mal Zumba tanzen statt Wäsche waschen. Die läuft ja nicht weg.
#19 Hilfe zur Selbsthilfe: ich bastele, esse „Sandeis“, lese vor, spiele Ball und mache mit ihr Musik. Aber manchmal darf man auch einfach sagen: „Mal doch mal alleine ein Bild für mich“ oder „Bau mal einen groooßen Lego-Park und zeig ihn mir, wenn du fertig bist…“.
#20 Die eigenen Mütter sind mit keinem Geld der Welt zu bezahlen! Omas sind eine ganz besondere Spezies, forschen mit Lupe, Naturlexikon und einer Engelsgeduld nach exotischen Käfern, bauen Ameisenfallen und Insekten-Ansaug-Rohre und machen Pudding, Milchreis oder Eierkuchen, wann immer das große (ich) oder das kleine Kind (Fiona) krähen. Danke!

Ein abschließendes Statement für alle Neu-Eltern? Verabschiedet euch beizeiten von zu konkreten Vorstellungen, was das (selbstständige) kindliche Schlaf-, Ess- und Spielverhalten angeht und das Zusammenleben wird für alle Beteiligten stressfreier. Wer schreibt euch vor, dass ein Säugling, den Mama 10 Monate wiegend unter ihrem Herzen getragen hat, sofort allein im eigenen Bett schlafen können muss? Wer entscheidet, wann ein Kleinkind krabbelt und wie viele Wörter es mit 1 Jahr spricht? Jedes Kind ist anders und hat sein ganz individuelles Tempo. Fiona hat mit 2 Jahren schon einen unglaublichen Wortschatz gehabt, hatte allerdings Windeln an, bis sie fast 3 war. Who cares?

„Dinge, die man als Kind geliebt hat, bleiben im Besitz des Herzens bis ins hohe Alter.
Das Schönste im Leben ist, dass unsere Seelen nicht aufhören, 
an jenen Orten zu verweilen, wo wir einmal glücklich waren.“ 
(Khalil Gibran)

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

3 Kommentare zu „Mamasünden…?“

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