Geräusche-Memory

Es kursierte vor einer Weile auf einigen Blogs ein Post namens „50 random facts about me“, also 50 mehr oder weniger spannende Details über den jeweiligen Blogger. 49 davon erspare ich euch, einer kommt hier: Ich bin kein Morgenmensch. „Muffel“ ist so ein hässliches Wort, aber ich schätze, das trifft’s auch. Im Sommer ist es natürlich weit weniger schlimm, als wenn der Wecker im Winter in die tiefdunkle Nacht hinein klingelt, aber immer noch schlimm genug. Es ist prinzipiell auch ziemlich egal, wann ich schlafen gehe.
Um es mit einem Song zu sagen: „Ich bin morgens immer müde“, ach, und abends übrigens auch ^^
Jedenfalls saß ich gestern morgen am Frühstückstisch über meinem Auferstehungskaffee und hörte Fiona in ihrem Zimmer räumen. Ich schloss die (eh viel zu kleinen) Augen und versuchte herauszukriegen, was genau sie da wohl gerade macht. Für „Wetten, dass…?“ reicht diese Idee vermutlich nicht, wohl aber für den Blog, denn es gibt so Geräusche und Gefühle, die man als Eltern in jedem Fall schon mindestens ein Mal erlebt hat und wohl sein Leben lang nicht vergessen wird, wie z.B. das Auskippen einer ganzen Lego-Box (und der Schmerz, der einen durchfährt, wenn man versehentlich einen verlorengegangenen Stein mit der Fußsohle wiederfindet…).

Was man hört:
Ein dumpfes Geräusch ohne Klang und danach eine Unterhaltung mit verstellten Stimmen
Was sie spielt: 
PollyPockets. Erst das Auskippen der ganzen Meute auf den Fußboden und dann Rollenspiele.
Mein Part:
„Mama, kannst du ihr das Kleid anziehen?“
Was man hört:
Das Stöhnen kleiner Plastikräder unter großer Last auf dem Laminat, dann ein stabil-hartes Geräusch und ein regelmäßiges Klackern, das sich langsam rollend entfernt
Was sie spielt:
 Holz-Kugelbahn.
Mein Part:
„Mama,ich finde die Murmeln nicht mehr. Kannst du suchen?“
Was man hört:
Ein gleichmäßig kratzendes Geräusch, dann ein Blättern und Reißen.
Was sie macht:
Malen, ausmalen, ausschneiden, kleben.
Mein Part: 
„Mama, kannst du mir noch ein Blatt geben?“
Was man hört:
Lautes Kramen, Klirren, Klappen einer Schranktür und schnelles Rühren
Was sie macht:
Kochen, Backen, Servieren.
Mein Part:
„Mama, ich habe für dich Kaffee mit Erbsen, Nudeln, Cornflakes und Fisch gemacht. Probier mal!“
Was man hört:
„Der Gorilla mit der Sonnenbrille – uuuhh laaa laaa….“
Was sie macht:
CD hören und tanzen.
Mein Part:
„Mama, tanz mit!“
Was man hört:
Zufriedenes Schmatzen, regelmäßig abgelöst von ekstatischem Weinen. 
Ab und zu Klettverschlussöffnen und den Wasserhahn
Was sie spielt:
BabyBorn Interactive
Mein Part:
„Mama, kannst du ihr lieber die Windel wechseln?“
Was man hört:
ein lautes, nicht enden wollendes Prasseln und dann eine Weile nichts
Was sie spielt:
LEGO.
Mein Part:
„Mama, kannst du mir helfen, einen Vierer suchen?“
(Tupfer? Skalpell?)
Was man hört:
Krachen, Klirren, Plumpsen und Plastik auf Laminat
Was sie macht:
Inventur der Spielzeugkiste
Mein Part:
„Mama, ich kann XY nicht finden, kannst du suchen?“
Was man hört:
Nichts.
Was sie spielt:
iPatty
Mein Part:
„Mama, kannst du lauter machen?“
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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

11 Kommentare zu „Geräusche-Memory“

  1. Huhu Vivi,
    das ist doch mal eine super Zusammenfassung 🙂 Gut getroffen.
    Und vergiss nicht das „Fortgeschrittene-Level“, wenn du sogar dann hörst was gespielt wird, wenn das Kind mehrere Spielmöglichkeiten zusammenwirft 🙂
    Liebste Grüße
    Sabrina

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  2. was man hört: *zupf* *zupf* *zupf*
    was man spielt: kleenex-schachtel ausräumen
    mein part: alles wieder einsammeln ^^

    und ich bin sehr froh, dass wir noch beim lego duplo sind, das tut zwar auch weh, aber nicht so fies wie die kleinen steine ^^

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  3. Hahaha, danke für die Ergänzung! Ist bei uns allerdings nie vorgekommen. Die kleenex Tücher habe ich immer so verwahrt wie medikamente, Messer und andere gefährliche Dinge ^^

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  4. Hach zu schön wie du schreibst!!! 🙂

    Man hört nichts ist bei uns:
    Sich unterm Schreibtisch oder dem Hochbett des großen Bruders( welcher gerade nicht da ist) verstecken….auf rufen nicht antworten und heimlich, unkontrolliert sämtliche Tasten des NintendoDS des großen Bruders drücken!!!
    Mein Part: Das heilige Spielzeug des großen Bruders beschlagnahmen und kleines Kind mit TipToi vertrösten.

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  5. Haha, das ist auch nicht schlecht! Ich habe ganz vergessen:
    Man hört nichts außer einem knuspern von zeit zu zeit: sie hat im Wohnzimmer Papas Salzstangen gefunden und frühstückt schon mal selbst ^^

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