Ennibördz: im Vogelfieber

Nein, unser Vogelfieber hat nichts mit dem auch als H5N1 bekannten Virus zu tun und muss auch nicht medikamentös behandelt werden. Das Vogelfieber betrifft vielmehr einen Haufen v.a. roter und gelber Vögel mit wütend zusammengezogenen Augenbrauen, die sich mit Hilfe eines Katapultes auf eierklauende, grüne Schweine feuern lassen und dabei Geräusche von sich geben, wie ein Karatekämpfer vor dem entscheidenen Schlag. Ihr habt es sicher längst erkannt: die Rede ist von „Angry Birds“, einer Spiele-App für Geräte mit dem kleinen i. Normalerweise bin ich ja schon von Berufswegen her wirklich ein Verfechter von pädagogisch sinnvollen Apps, mit denen man beim Spielen auch noch etwas lernt, wenn man sich denn schon mit dem iPad (oder „iPatty“, wie es hier liebevoll genannt wird) beschäftigt. Angry Birds ist die berühmte Ausnahme von der Regel.
Begegnet war es mir im App-Store unter den beliebtesten Apps schon vor einer ganzen Weile und auch immer mal wieder. Ich habe es vorerst erfolgreich ignoriert und nicht heruntergeladen, denn sehr beliebte Spiele sind im Gegenzug meist nicht sehr sinnvoll und außerdem sehen diese pampigen Federtiere nicht gerade vertrauenserweckend aus…

„Guck mal, Mama, ich habe Ennibördz gemalt, und das Königsschwein!“

 Dann kam Warschau, Konzertreise Ende Juni mit meinem Schülerorchester (zw. 10 und 12), Fiona
mittendrin. Sie war auf der ganzen Fahrt nicht zu merken, immer beschäftigt mit den Großen und nie quengelig. Als ich sie hinterher fragte, was sie denn so gespielt habe, erzählte sie mir von „Ennibördz“, den wütenden Vögeln. Ihre Augen leuchteten und sie gestikulierte aufgeregt mit Händen und Füßen, während sie mir erklärte, was man machen müsste, um „hundertfünfzig“ Punkte zu bekommen. Kurzum: die Ennibördz fuhren auf iPatty mit in den Sommerurlaub nach Mallorca und deren Melodie wurde zu meinem persönlichen Reisesoundtrack: da da dam, da da dam, da da dadadadadadadada dam…
Ich wollte es nur mal kurz probieren, man muss ja wissen, was das Kind so treibt, wenn man diese Melodie hört. „Level nicht geschafft“, ein grünes Schwein lächelte mich ein wenig debil aber überlegen aus dem Touchpad an. Nochmal. „Level nicht geschafft“, wieder das Schwein. Ok, ein Mal noch, dann hör ich auf. Was!? Alle Schweine weg? Rekord? Nur mal schnell gucken, wie das nächste Level aussieht… ^^

Ich kann nicht mal genau sagen, was das Suchtpotential dieses Spiels ausmacht. Man feuert mit einer bestimmten Anzahl verschiedener Vögel auf ein Konstrukt aus Steinen und Brettern, in dem sich grüne Schweine mit (je nach Level) Bauarbeiterhelmen, Partyhüten, etc. verstecken. Stößt der Vogel im Flug an ein tragendes Brett, fällt der Turm um und das Schwein löst sich in Punkte auf. Im besten Fall reißt das fallende Schwein noch einen anderen Turm mit. Gewonnen hat, wer am Ende der Vögel kein Schwein mehr übrig hat.
Die Vögel haben dabei unterschiedliche Special-Effects, zum Beispiel gibt es einen dicken weißen, der ein Ei legt, wenn man im Flug auf den Bildschirm tippt oder einen, der sich wie ein Luftballon aufbläst. Ein komplett sinnloses „Ballerspiel“ ist es dennoch nicht, denn nur wer die Statik der Schweinehäuser ein bisschen durchschaut hat, erkennt, wo er den Vogel hinkatapultieren muss, damit der Turm zu Bruch geht 🙂
(Okay, ich gebe es zu, ein blinder Vogel findet auch mal ein Schwein, wenn er es nur oft genug probiert…)

Jedenfalls sind die AngryBirds bei uns gerade der Hit, mittlerweile nicht mehr nur als App, sondern auch als kleine Gummitiere (hier rechts im Bild bei einer Nacht-und-Nebel-Aktion, während sie die PollyPocket in deren Auto kidnappten…), als Outdoor-Wurfspiel (s.o.) und auf dem T-Shirt.
Vogelgrippe 2.0, sozusagen.

Kennt ihr das bzw. habt ihr auch solche Spiele, bei denen ihr einfach nicht mehr aufhören könnt?
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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

14 Kommentare zu „Ennibördz: im Vogelfieber“

  1. „Hallo“ zurück, liebe Mari 🙂 Uns geht es gut, danke! Und zu euch, speziell zu Lilli, schicken wir viele gute-Besserungs-Wünsche, damit sie zu ihrem Geburtstag wieder fit ist! ❤

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  2. Mein Favorit ist „Wo ist mein Wasser?“
    Swampy, das reinliche Krokodil, finde ich ausgesprochen niedlich, und ich sehe es gar nicht gern, wenn er verzweifelt gegen das Wasserrohr klopft, weil kein Wasser in seine Badewanne läuft.

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  3. Bei uns waren auch erst die Angry Birds als App eingezogen und für den Großen am PC. Letztes Jahr zu Weihnachten hat dann die Patentante „Ööönieeeundbördz“ (jeder verstand Ernie und Bert *lach*) als „Realspiel“ geschenkt. Die Outdorversion kannte ich bisher noch gar nicht:) sieht aber lustig aus 🙂 LG Janine

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  4. Ach schön, Janine, da ist wohl noch jemand infiziert 🙂 Das „richtige“ AngryBirds „Brettspiel“ ist bestimmt noch zu kompliziert im Aufbau für fast 4-jährige oder?

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  5. Nö eigentlich ist es gar nicht kompliziert. Wir spielen es meist nicht nach Regeln sondern bauen einfach auf und schießen ab 😉 Das schafft auch Phil schon seitdem wir das Spiel haben 🙂 Infiziert sind meine Kinder beide auch in Sachen Angry Birds Klamotten: Vom Cap über T-Shirt und Schlüppi bis zu den Socken haben beide meiner Kids Angry Birds ….und ich habe NICHTS davon gekauft – alles die Omas und Tanten 😉

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