Best-Of August

Beim Blick in den Kalender fiel mir mit Schrecken auf, dass der Monat schon fast wieder zu Ende ist.
Zeit für das Best-Of also! Ansich war es ein sehr schöner Monat, obwohl wettertechnisch doch ziemlich durchwachsen. Morgens gucke ich regelmäßig auf wetter.com, weil der Blick aus dem Fenster oftmals nicht ausreicht, um Fiona und mich angemessen anzuziehen. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und dann gehen wir kurzärmlig und -hosig vor die Tür und sind plötzlich mit 11 Grad konfrontiert… Der schwerste Jahreszeitenübergang ist für mich der vom Sommer zum Herbst, wenn man die Flip-Flops gegen Socken und Schuhe eintauschen muss. Noch halte ich sockenlos (und mit streckenweise ganz schön kalten Füßen) am Sommer fest und hoffe, er möge wenigstens noch ein bisschen bei uns bleiben.

Was wir im August Schönes erlebt haben, seht ihr hier in Bildern:

Wir waren mal wieder im Sealife Berlin und haben u.a. lächelnde Rochen, Nemos, Dories und bunt angeleuchtete Quallen bewundert. Für eine 3-jährige und eine Mama satte 30€ Eintritt hat allerdings doch ein ganz schönes Loch ins Portemonnaie gefressen. Nicht so schnell wieder…

Wir haben – vom Besuch im Sealife inspiriert – Pappteller verschönert und spontan aus einem alten Pappkarton ein Flugzeug gebaut. Allerdings hat mein Mann, als er die formschöne Heckflosse begutachtete, den tollen Propeller gelobt. Hmpf…

Wir waren beim Kinderarzt zur U8, die um den 4. Geburtstag rum gemacht wird. Schon im März hatte ich den Termin vereinbart und mir in den Kalender geschrieben: 16.9. Eines Freitag Vormittags, am 16.8., klingelte das Telefon, Kinderarztpraxis am Apparat. „Hallo, Frau M., ich wollte fragen, ob Sie heute auch schon früher kommen könnten mit Fiona.“ – Stille – „Äh, hab ich irgendwas vergessen? Heute? Kommen?!“ – „Ja, Sie haben in 45min Termin zur U8.“
Da sich die Ärztin für die U-Untersuchungen immer viel Zeit nimmt und die auch nur an bestimmten Tagen durchführt, hatte ich keine Wahl. Also gerade mal 1 Stunde nach dem Hinbringen wieder im Kindergarten gewesen, Fiona geschnappt (die über ihren frühen Feierabend alles andere als böse war) und zum Arzt gefahren. Sie wurde gemessen und gewogen (105cm, 17kg) sollte (Stift-)Farben benennen, geometrische Formen zeichnen („Weißt du, was das ist, Fiona?“ – „Ja, das ist ein Dreieck. Aber es sieht auch aus wie eine Pyramide!“), ein Haus und einen Baum malen („Ich schreibe auch noch meinen Namen rauf, okay?“), auf einem Bein hüpfen, mit geschlossenen Augen mit dem Zeigefinger auf die Nasenspitze tippen, mit einer 3D-Brille in einem Buch bei einer Reihe Bilder auf das Objekt zeigen, das ihr scheinbar entgegenkommt, mit einem geschlossenen Auge Gegenstände auf einer Tafel erkennen in einiger Entfernung usw. Sie hatte sichtlich Spaß an den Aufgaben und erledigte alle mit Bravour. Als Letztes guckte sich Frau Doktor mit Fiona ein Blatt mit kleinen Bildkarten darauf an und Nono sollte die Objekte benennen (Sonne, Baum, Dach, Gabel, Messer, etc.). Als die Ärztin auf das Bild eines Wasserfahrzeuges zeigte, sagte Fiona: „Boot“. Die Ärztin fragte: „Kennst du auch noch ein anderes Wort für Boot?“ Fiona: „Ja, aber ich sage lieber Boot.“  ^^
Beim „Fisch“ kam es dann – im wahrsten Sinne – doch noch zur Sprache: das leidige Thema Ess-Zeh-Ha. Wenn sie sich große Mühe gibt und sich sehr konzentriert, kriegt sie es raus. Im Alltag geht es allerdings oft unter und sie lispelt sich drüber weg: „Sssokolade“, zum Beispiel. Wann immer wir es jetzt üben, „groovt“ sie sich erst ein bisschen ein und klingt dabei wie eine alte Dampflok: sch-sch-sch-sch…

 Wir waren auf der Spree mit einem zum Brüllen komischen Berliner Ur-Gestein als Touristenführer unterwegs und haben auch dem Tierpark mal wieder einen Besuch abgestattet.

Mit der Tollabox haben wir diesen Monat eine Maske und ein kleines Glockenspiel gebastelt. Fiona ist so scharf auf die 3 Projekte, dass die Box nicht (wie ursprünglich vorgesehen) für 3 Wochenenden im Monat reicht, sondern meistens an einem Samstag hintereinander weggebaut wird. Einzig das Projekt Zelt hat länger gedauert. Da war aber das enge Rollen der Zeitungsblätter zu Zeltstangen noch zu schwierig, so dass ich mir dann letzten Endes einen Wolf gerollt habe, bis ich 20 (!) Stangen beisammen hatte, die wir dann mit Büroklammern festgesteckt und im Garten aufgestellt haben. Nach 3 Begehungen fiel das gute Stück nach und nach in sich zusammen; ein Windstoß gab ihm dann den Rest…Shit happens.

P.S. Wer sich auf diesem Bild über die zugegeben etwas unnatürliche Handstellung wundert: da waren 2 Kinder im Zelt 😉

Ich habe für eine liebe Freundin ein Geschenk zur Geburt ihres Sohnes genäht. Kleine Finger lieben nämlich kleine Schlaufen 😉 Eine ganz schöne Fummelarbeit, die sich aber absolut gelohnt hat!

Nach fast 15 gemeinsamen Jahren mussten wir uns vor 2 Wochen leider von unserer lieben Feli verabschieden. Sie hat für einen so großen Hund ein stolzes Alter erreicht und sollte sich mit ihren vielen Gebrechen nicht mehr quälen müssen. Auch wenn man es hat kommen sehen, rollten die Tränen von ganz alleine in dem Moment, in dem ich ihren Kopf hielt, während die Überdosis Narkosemittel injiziert wurde… Ich habe Feli bekommen, als ich 11 Jahre alt gewesen bin. Unvorstellbar, diese ganzen Jahre. Danke, dass du uns begleitet hast!

Obwohl es das Legoland Discovery Center schon eine ganze Weile gibt in Berlin, sind wir im August zum ersten Mal dort gewesen. Wir haben Autos mit zwei und drei Achsen gebaut und sie eine Zielgerade hinunter sausen lassen, wir haben einen Legoturm auf Erdbebensicherheit getestet, sind mit der Drachenbahn gefahren, haben gelernt, wie ein Legostein entsteht und die originalgetreue Miniaturausgabe unserer Stadt bewundert, inklusive manuell steuerbarem Mauerfall und David Hasselhoff mit „I’ve been looking for freedom“ aus den Lautsprechern. Mein Highlight: das Schild mit der Aufschrift „Hier entsteht im Frühjahr 2013 der neue Flughafen BER.“ Vom Flughafen selbst natürlich weit und breit keine Spur. Haha!

Zitate habe ich für euch selbstverständlich auch wieder gesammelt. Hier sind sie:
Fiona ist 3 Jahre und 10 Monate alt
„Heute haben wir Hochzeitstag, das heißt, heute vor 4 Jahren haben wir geheiratet.“
Fiona: „Aha. Und wollt ihr das heute etwa wieder machen?!“
(im Tierpark)
Zwei Tiger haben sichtliche Meinungsverschiedenheiten.
Fiona: „Oh, bestimmt haben die sich gerade gekneift!“
„Ich bin heute im Kindergarten hingefallen und habe mir wehgetan!“
– „Oh je! Wo denn?“
„Am Knieschenkel!“
(Fiona lacht)
„Hahaha, da rollt sich mir der Bauchnabel aus!“
Fiona sucht nach einer möglichst großen Zahl:
„Fümmuntedanzig“
Wir sehen viele Leute an der Ampel über die Straße gehen.
Fiona: „Guck mal, die machen eine Reise.“
„Erzähl mal, was habt ihr denn heute im Kindergarten gemacht?“
– „Gute Frage.“
Fiona zu mir: 
„Ich möchte nur sichergehen, dass du auch lustig bist!“
„Ich habe ein schönes Bild für dich gemalt. Leidest du es?“
„Wie heißt nochmal das Kamel mit einem Hocker?“
Sie malt ein Bild auf iPatty.
Ich: „Oh, das ist ja schön! Kannst du es speichern?“
Sie: „Ja, ja. Ich habe es schon gebildet.“

„Nono, heute kommt Emily zum Spielen zu dir!“
– „Oh Gott, davon krieg ich ja eine große Krise!“
„Achso?! Weißt du denn, was eine Krise ist?“
– „Ja, wenn man sich ganz doll freut, kann man eine Krise kriegen.“
„Guck mal, Mama, ich kann klettern wie im Mittelalter!“
– „Hä? Wieso im Mittelalter?“
„Na weil man „Alter“ im Kindergarten nicht sagen darf! 
Aber Mittelalter ist okay, das ist ja ein anderes Wort!“
(ich rede mit Stephan)
„….sie hat genau das richtige Alter dafür…“
Fiona: „Mama!!! Man darf doch nicht „Alter“ sagen!!“
Wir sehen einen Animationsfilm, in dem Störche Babys bringen.
Ich: „Weißt du, was das für Tiere sind?“
Sie: „Ja, das sind Schwäne mit Säcken.“
Die Blog-Suchanfragen sind auch wieder wirklich sehens- bzw. lesenswert. Was diesen Monat auf hexhex gesucht (und vermutlich nicht gefunden) wurde:
„Kita olympische Spiele“
– Das ist doch mal eine Idee! Ich würde folgende Disziplinen vorschlagen: Zahnpastschaumweitspucken, Klorollenfußball und Holzklotzweitwurf
„Playmobil Trauer“
Ja, ja, die weitverbreitete Playmobiltrauer. Die greift hier auch immer um sich, wenn eines dieser mikroskopisch kleinen Zubehörteile wie die Playmobil-Haarbürste oder das Playmobil-Sonnenspray verschwunden sind…
„Ballontitten“
Also bitte!

„Haie zum selber malen“
Mal Zähne. Viele Zähne. Dann noch mehr Zähne und eine Rückenflosse. Fertig.

„Alles ist gut solange du wild bist“
Unterschreibe ich so.

„Gruscht Blog“
„Gruscht“ ist die süddeutsche und durchaus liebevolle Bezeichnung für das, was wir Kram oder Krempel nennen. Bei uns zu Hause gibt es davon eine Menge, hier im Blog schicke ich ab und zu mal einen Putz-HTML-Code drüber ^^
„im Regenponcho Auto fahren“
Warum nicht? Allerdings würde ich in dem Fall eher in die Reparatur des Schiebedachs investieren, als in teure Regenbekleidung…

„Autokennzeichen Kaka“
Das gibt es, und zwar am sogenannten A**** der Welt, schätze ich.
„Sauseschritt Laufrad für Erwachsene“
Klar, als Erwachsener auch irgendwie Kind zu bleiben ist toll.
Aber spätestens, wer zur Bundestagswahl mit dem Laufrad im Sauseschritt vorfährt, wird vermutlich von selbiger ausgeschlossen…
Mein Zitate-Highlight sind übrigens die Schwäne mit Säcken. 
Ist das nicht eine romantische Metapher? 😉
Und nun: tschüss, August! Hallo, September!
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Musik für die Kleinsten

Dass ich Musiklehrerin bin, wissen die meisten von euch wohl mittlerweile. Allerdings arbeite ich nicht in einer staatlichen Schule und unterrichte demzufolge auch keine Klassen, sondern ich arbeite freiberuflich als Instrumentalpädagogin. Meine jüngsten Schüler sind etwa 1 Jahr alt, die ältesten sind schon sehr lange sehr erwachsen 😉 Dazwischen gibt es noch musikbegeisterte Grundschulkinder und zwei Schülerorchester, in denen meine jugendlichen Musiker mit Spaß und Ausdauer dabei sind.
Heute soll es hier um die Kleinsten gehen.

erste Töne mit 17 Monaten

Natürlich schnallt man sich im Normalfall mit anderthalb Jahren noch nicht die Gitarre um oder setzt sich ans Klavier und spielt die erste Sonate. Wenn man nicht gerade Mozart heißt, kommt das aktive Musikmachen am Instrument etwas später, aber auch in so jungen Jahren können Eltern ihren Kindern mit Musik schon viel Gutes tun. [Ich verzichte an dieser Stelle bewusst auf das hochgepushte Wort „Frühförderung“, denn dieser Kurswahnsinn mit Babyschwimmen, Babytanzen, Babyturnen und Babychinesisch nimmt ungesunde Ausmaße an, die meiner Meinung nach hauptsächlich mit der Selbstverwirklichung der Eltern zu tun haben. Liebe Mamas und Papas, bitte entscheidet euch für ein oder maximal zwei Angebote, solange eure Kinder noch nicht zur Schule gehen, sonst fördert ihr nicht, sondern ihr überfordert. Stichwort „Freizeitstress“]

Fiona mit 2 Jahren am Klavier

Babys haben eine angeborene Freude an Musik. Schon während der Monate in Mamas Bauch sind sie ständig umgeben von Klängen und Geräuschen: das Blubbern in Mamas Bauch, ihre Stimme und das gleichmäßige Schlagen ihres Herzens. Wen wundert es, dass sogar erwachsene Menschen ein bestimmtes Tempo als besonders angenehm empfinden: das des eigenen Herzschlages. Auch Musik von außen, wie die Spieluhr auf dem Bauch oder Mamas Lieblingsmusik, kann das Baby später wiedererkennen und sich dadurch beruhigen lassen (wenn Mama nicht gerade AC/DC hört…).
Wer ein Kleinkind zu Hause hat, wird das sicher bestätigen können: sobald der Nachwuchs sich einigermaßen auf zwei Beinen halten kann und irgendwo Musik läuft, wird lachend rhythmisch auf und ab gewippt, eine erste Form des Tanzens. Anschließend wird zum ersten Mal selber „Musik“ gemacht: wie klingt das, wenn man Bauklötze aneinander haut oder wenn man die große Legokiste geplant umstürzen lässt? Kinder sind Entdecker, kleine Forscher, die das Leben und die Zusammenhänge mit den eigenen 5 Sinnen „begreifen“ möchten. Denkt daran, wenn ihr euch das nächste Mal mit einem grinsenden Kind im Chaos des Kinderzimmers wiederfindet 🙂 Mit einem umgedrehten Topf und einem Holzlöffel ist übrigens stundenlanger Spaß garantiert und der erste Kindergeburtstag gerettet!

Es knistert und rasselt so schön! PS. Habt ihr Liemhasi gefunden?

Wenn Eltern mit ihren Kindern in dem Alter meine Kurse besuchen, sage ich gleich vorweg, dass die eine wöchentliche Stunde nicht in erster Linie für die Kinder, sondern für die Eltern ist. Große, staunende Augenpaare gucken mich dann meistens an. Kinder lernen nicht durch einmaliges Vormachen in der Stunde mit mir, sondern durch die ständige Wiederholung zu Hause mit den Eltern. Das ist das Zauberwort für fast alles. Außerdem lernen Kinder durch Imitation, Prinzip Vormachen, nachmachen. Was sie also von den Eltern sehen, möchten sie irgendwann ebenfalls können. Früher haben die Omas mit den Enkeln auf dem Schoß begleitet von fröhlichem Jauchzen Hoppe Reiter gespielt, heute kennen die wenigsten Eltern solche Kinderverse oder mehr als eine Strophe bekannter Kinderlieder, und genau das sollen und wollen sie wieder lernen. Kinder sind unendlich glücklich
über die emotionale Zuwendung, wenn Mamas Hand als Stachelschwein über den Körper krabbelt, ihr Schoß zum wilden Pferd wird und man gemeinsam mit ihr und den kleinen Handwerkern „Stein auf Stein“ legt, um das Häuschen fertig zu bauen. Diese Momente der liebevollen, innigen Verbindung durch Musik zwischen Eltern und ihren Kindern erleben zu dürfen, das macht diese Arbeit so wertvoll. Und wenn aus den kleinen Handwerkern große werden, die mit etwa 4 Jahren zum ersten Mal nicht mehr mit Mama, dafür aber wie ein Schulkind mit ihrem Hefter und dem Glockenspielkoffer zum Kurs kommen, dann platzen nicht nur die wartenden Eltern nach der Stunde vor Stolz über so viel Selbstständigkeit.
Genau an diesem Punkt haben wir vor 3 Wochen begonnen, als die Sommerferien zu Ende waren.

Die Puppe „Lucy“ kennen die Kinder schon von Anfang an. Sie ist im Unterricht immer dabei und mit ihr zusammen wird getanzt, gesungen und gespielt. Der Kurs, der sich an Baby- und Kleinkindmusik anschließt, heißt „Musik & Englisch“ und begleitet die Kinder ab dem Alter von ca. 3,5 Jahren bis hin zur Einschulung. Nach dem Begrüßungslied gibt es jede Woche eine kleine Geschichte von Lucy (Zuhör-Ecke), in deren Zusammenhang Singen, Tanzen und Instrumente spielen (Mitmach-Ecke) und erste englische Vokabeln (Lern-Ecke) spielerisch eingebettet sind. In der Kreativ-Ecke wird auch regelmäßig zu Musik gemalt und der kindlichen Fantasie freien Lauf gelassen.
Durch die Verbindung von Liedern und Reimen mit englischen Vokabeln bleiben die wie von selbst hängen und schon nach kurzer Zeit können die kleinen Musiker in der Fremdsprache ihren Namen sagen, sich begrüßen, verabschieden und erste Farben und Zahlen benennen, sehr zum Erstaunen der Eltern. Dennoch ist das Englisch „nur“ ein Nebeneffekt, denn in erster Linie geht es nach wie vor um das Erleben und das Machen von Musik.
Jede Woche wird ein kleiner Teil unserer über ein Semester fortlaufenden Geschichte weitererzählt und es ist wirklich erstaunlich, wie viel die Kinder davon mitnehmen und wie sie mit Lucy mitfiebern. Stellt euch vor, Lucy war im Urlaub und hat auf dem Flughafen ihr Lieblingskuscheltier, den Teddybär, verloren! Und weil man das ja nicht einfach so hinnehmen kann, fliegen wir in diesem Semester ein Mal um die halbe Welt und suchen Teddy in den verschiedensten Ländern der Erde. Natürlich lernen wir auf der spannenden Suche auch ganz nebenbei, wo auf der Karte welche Länder sind, wie die Musik in Griechenland klingt, ob die Eisbären am Nord- oder am Südpol leben und wo der Koala-Bär zu Hause ist. Fiona ist auch bei einem dieser Kurse dabei. Als der Teddy verschwunden ist, sagte sie erst entrüstet und später noch mal fast weinerlich: „Lucy muss nicht traurig sein! Ich gebe ihr einfach eins von meinen Kuscheltieren!“. Lucy hat übrigens dankend abgelehnt und sich letzte Woche mit den Kindern im Flugzeug auf die Reise begeben. Wir sind gespannt wo es hingehen wird und ob wir Teddy tatsächlich irgendwo finden werden… Nach dem Abschiedslied dürfen sich die kleinen Künstler übrigens sogar verbeugen und bekommen Applaus und einen Stempel für ihre tolle Leistung, bevor sie aufgeregt die Treppen runterspringen und ihren Eltern erzählen, was diese Woche Spannendes passiert ist. Bye-bye, Lucy! Bis zum nächsten Mal!

Happy Blogsday!

Lieber Blog,

es war toll, beobachten zu dürfen, wie du in den vergangenen 24 Monaten gewachsen bist und dich entwickelt hast, von den ersten zaghaften Schritten an der Hand durch die weite Welt des www bis hin zu den vielen „Kindergartenfreunden“, die mittlerweile regelmäßig zum Spielen vorbeikommen und ein paar liebe Zeilen für dich hierlassen. Die Zwei-Wortphase („Haben will! Arm-Arm!“) hast du übersprungen und gleich mit Schachtelsätzen angefangen. Mit den „terrible twos“ haben wir es auch schon manchmal zu tun, dann wirfst du dich von deinem Schaukeldinosaurier Modzilla einfach durch das Fenster und sprichst eine Weile nicht mehr mit mir („Keine Rückmeldung“ oder „Ich mache jetzt eine Fehlermeldung beim Speichern, so!“), aber mit viel Geduld und Spucke überwinden wir auch deine Trotzphasen meist mühelos. Es gibt Zeiten, in denen bist du sehr anhänglich, interessierst dich brennend für die Welt um dich herum und würdest am liebsten jeden Tag von früh bis spät erzählen, und andere Tage, an denen deine Motivation auf Modzilla schaukelt und alles macht, nur nicht ans selber schreiben denkt. Du hast in den letzten 2 Jahren auch die Liebe zum Fotografieren entdeckt und bist selten ohne dein Auge am Sucher anzutreffen. Du lachst viel, liest gern gute Bücher, hörst oft Kinderlieder und hast ein für Außenstehende seltsam anmutendes Hobby entwickelt: du sammelst Klorollen und Wackelaugen ^^ Deine erste größere Anschaffung war eine Nähmaschine, mit der du auch heute noch oft und gerne spielst, wenn es die Zeit zulässt.

Draußen auf der virtuellen Wiese hingegen spielst du am liebsten mit deinen besten Blog-Freunden:

– während Mama mit Sina einen Kaffee* (*und Tee) trinkt und über so viele Gemeinsamkeiten staunt, 
flitzt du mit dem tollsten (Hunde-)Herrn Bohne durch die Gegend,

– du schnupperst regelmäßig jedes Wochenende (und auch zwischendurch) bei Mari 
ein bisschen Seeluft und das bunte Leben von deinen Freundinnen Lilli & Lotte,

– Jungs sind zwar (noch) doof, aber einer nicht – mit dessen Mama Sabrina geht der Eltern-Gesprächsstoff nie aus, 
während du mit deinem Brief-Freund (coming soon!) heimlich Kekse naschst
– wenn du mal nicht Kinderlieder-CDs rauf und runter hörst, dann läuft Lady Gaga, aber nicht die, die sich des Öfteren als Kaffeebecher, Spinnennetz oder geplatzte Wurst verkleidet, sondern das Original aus der Schweiz 
– mit einer cleveren 5-Jährigen lachst du gemeinsam über gemalte Einkaufszettel, Freibadbesuche und Zubettgehrituale und ihr fachsimpelt über die besten Apps für Kinder, während Andrea, Marc und Mama heimlich lauschen und alles aufschreiben 😉
– wenn Mama mal keine Zeit für dich hat, gehst du in Kurzzeitpflege zu Nina, schaust dich in aller Ruhe 
in ihrer Werkelstube um und lässt dich von ihrem Tagebuch inspirieren
– und wenn bei uns mal nichts los ist, gehst du gern dahin, wo immer was los ist: 

Der Blog, die „große Schwester“ Fiona und ich möchten DANKE sagen, für die gerade geknackten 70.000 Clicks, für über 160 eingetragene Leser, für knapp 1.500 Kommentare unter gut 200 Posts, für euer Interesse, eure lieben Worte und für die vielen Freundschaften, die sich in den vergangenen 2 Jahren entwickelt haben!

Und für alle Leser mit Kind(ern) oder alle Experimentierfreudigen, die im Herzen Kind geblieben sind, verlose ich in Zusammenarbeit mit dem wahnsinnig kreativen Team der Tollabox eine dieser spannenden Bastelkisten an euch!
Ohne Abo, ohne Verpflichtungen, einfach eine Box zum Spielen, Ausprobieren und Spaß haben.

Was ihr dafür tun müsst:

1. Ihr seid oder werdet eingetragener Leser von hexhex. 
(links auf den blauen Button „Mitglied dieser Site werden“ clicken)
2. Kommentiert diesen Post und erzählt mir, was „im Herzen Kind sein“ für euch bedeutet.
Pflückt ihr unterwegs Pusteblumen? Liebt ihr Seifenblasen? Esst ihr Flutschfinger-Eis? 
(3. Kein Muss, aber über Facebook-Zuwachs auf unseren jeweiligen Fanseiten würde nicht nur ich mich, sondern auch die Tollabox sich sehr freuen! Da gibt es auch regelmäßig Rezepte, Spiel- und Bastelideen und andere
„Sehenswertigkeiten“. Fan sein lohnt sich!
Wer möchte, darf diesen Artikel gern öffentlich teilen, dafür gibt’s ein Zusatzlos. Bitte den Link dazu im Kommentar posten.)
4.  Teilnehmen könnt ihr eine Woche lang bis zum Bloggeburtstag, 19.08., 12.00 Uhr. Der Gewinner wird unter allen Teilnehmern gelost und anschließend auf der Facebookseite bekannt gegeben.
Ihr seid damit einverstanden, dass ich eure Postanschrift im Gewinnfall an Tollabox zum Versand der Kiste weitergebe. Speicherung und weitere Nutzung eurer Daten wird nicht erfolgen.
Viel Erfolg!

Bildquelle: http://www.tollabox.de

Geräusche-Memory

Es kursierte vor einer Weile auf einigen Blogs ein Post namens „50 random facts about me“, also 50 mehr oder weniger spannende Details über den jeweiligen Blogger. 49 davon erspare ich euch, einer kommt hier: Ich bin kein Morgenmensch. „Muffel“ ist so ein hässliches Wort, aber ich schätze, das trifft’s auch. Im Sommer ist es natürlich weit weniger schlimm, als wenn der Wecker im Winter in die tiefdunkle Nacht hinein klingelt, aber immer noch schlimm genug. Es ist prinzipiell auch ziemlich egal, wann ich schlafen gehe.
Um es mit einem Song zu sagen: „Ich bin morgens immer müde“, ach, und abends übrigens auch ^^
Jedenfalls saß ich gestern morgen am Frühstückstisch über meinem Auferstehungskaffee und hörte Fiona in ihrem Zimmer räumen. Ich schloss die (eh viel zu kleinen) Augen und versuchte herauszukriegen, was genau sie da wohl gerade macht. Für „Wetten, dass…?“ reicht diese Idee vermutlich nicht, wohl aber für den Blog, denn es gibt so Geräusche und Gefühle, die man als Eltern in jedem Fall schon mindestens ein Mal erlebt hat und wohl sein Leben lang nicht vergessen wird, wie z.B. das Auskippen einer ganzen Lego-Box (und der Schmerz, der einen durchfährt, wenn man versehentlich einen verlorengegangenen Stein mit der Fußsohle wiederfindet…).

Was man hört:
Ein dumpfes Geräusch ohne Klang und danach eine Unterhaltung mit verstellten Stimmen
Was sie spielt: 
PollyPockets. Erst das Auskippen der ganzen Meute auf den Fußboden und dann Rollenspiele.
Mein Part:
„Mama, kannst du ihr das Kleid anziehen?“
Was man hört:
Das Stöhnen kleiner Plastikräder unter großer Last auf dem Laminat, dann ein stabil-hartes Geräusch und ein regelmäßiges Klackern, das sich langsam rollend entfernt
Was sie spielt:
 Holz-Kugelbahn.
Mein Part:
„Mama,ich finde die Murmeln nicht mehr. Kannst du suchen?“
Was man hört:
Ein gleichmäßig kratzendes Geräusch, dann ein Blättern und Reißen.
Was sie macht:
Malen, ausmalen, ausschneiden, kleben.
Mein Part: 
„Mama, kannst du mir noch ein Blatt geben?“
Was man hört:
Lautes Kramen, Klirren, Klappen einer Schranktür und schnelles Rühren
Was sie macht:
Kochen, Backen, Servieren.
Mein Part:
„Mama, ich habe für dich Kaffee mit Erbsen, Nudeln, Cornflakes und Fisch gemacht. Probier mal!“
Was man hört:
„Der Gorilla mit der Sonnenbrille – uuuhh laaa laaa….“
Was sie macht:
CD hören und tanzen.
Mein Part:
„Mama, tanz mit!“
Was man hört:
Zufriedenes Schmatzen, regelmäßig abgelöst von ekstatischem Weinen. 
Ab und zu Klettverschlussöffnen und den Wasserhahn
Was sie spielt:
BabyBorn Interactive
Mein Part:
„Mama, kannst du ihr lieber die Windel wechseln?“
Was man hört:
ein lautes, nicht enden wollendes Prasseln und dann eine Weile nichts
Was sie spielt:
LEGO.
Mein Part:
„Mama, kannst du mir helfen, einen Vierer suchen?“
(Tupfer? Skalpell?)
Was man hört:
Krachen, Klirren, Plumpsen und Plastik auf Laminat
Was sie macht:
Inventur der Spielzeugkiste
Mein Part:
„Mama, ich kann XY nicht finden, kannst du suchen?“
Was man hört:
Nichts.
Was sie spielt:
iPatty
Mein Part:
„Mama, kannst du lauter machen?“

Ennibördz: im Vogelfieber

Nein, unser Vogelfieber hat nichts mit dem auch als H5N1 bekannten Virus zu tun und muss auch nicht medikamentös behandelt werden. Das Vogelfieber betrifft vielmehr einen Haufen v.a. roter und gelber Vögel mit wütend zusammengezogenen Augenbrauen, die sich mit Hilfe eines Katapultes auf eierklauende, grüne Schweine feuern lassen und dabei Geräusche von sich geben, wie ein Karatekämpfer vor dem entscheidenen Schlag. Ihr habt es sicher längst erkannt: die Rede ist von „Angry Birds“, einer Spiele-App für Geräte mit dem kleinen i. Normalerweise bin ich ja schon von Berufswegen her wirklich ein Verfechter von pädagogisch sinnvollen Apps, mit denen man beim Spielen auch noch etwas lernt, wenn man sich denn schon mit dem iPad (oder „iPatty“, wie es hier liebevoll genannt wird) beschäftigt. Angry Birds ist die berühmte Ausnahme von der Regel.
Begegnet war es mir im App-Store unter den beliebtesten Apps schon vor einer ganzen Weile und auch immer mal wieder. Ich habe es vorerst erfolgreich ignoriert und nicht heruntergeladen, denn sehr beliebte Spiele sind im Gegenzug meist nicht sehr sinnvoll und außerdem sehen diese pampigen Federtiere nicht gerade vertrauenserweckend aus…

„Guck mal, Mama, ich habe Ennibördz gemalt, und das Königsschwein!“

 Dann kam Warschau, Konzertreise Ende Juni mit meinem Schülerorchester (zw. 10 und 12), Fiona
mittendrin. Sie war auf der ganzen Fahrt nicht zu merken, immer beschäftigt mit den Großen und nie quengelig. Als ich sie hinterher fragte, was sie denn so gespielt habe, erzählte sie mir von „Ennibördz“, den wütenden Vögeln. Ihre Augen leuchteten und sie gestikulierte aufgeregt mit Händen und Füßen, während sie mir erklärte, was man machen müsste, um „hundertfünfzig“ Punkte zu bekommen. Kurzum: die Ennibördz fuhren auf iPatty mit in den Sommerurlaub nach Mallorca und deren Melodie wurde zu meinem persönlichen Reisesoundtrack: da da dam, da da dam, da da dadadadadadadada dam…
Ich wollte es nur mal kurz probieren, man muss ja wissen, was das Kind so treibt, wenn man diese Melodie hört. „Level nicht geschafft“, ein grünes Schwein lächelte mich ein wenig debil aber überlegen aus dem Touchpad an. Nochmal. „Level nicht geschafft“, wieder das Schwein. Ok, ein Mal noch, dann hör ich auf. Was!? Alle Schweine weg? Rekord? Nur mal schnell gucken, wie das nächste Level aussieht… ^^

Ich kann nicht mal genau sagen, was das Suchtpotential dieses Spiels ausmacht. Man feuert mit einer bestimmten Anzahl verschiedener Vögel auf ein Konstrukt aus Steinen und Brettern, in dem sich grüne Schweine mit (je nach Level) Bauarbeiterhelmen, Partyhüten, etc. verstecken. Stößt der Vogel im Flug an ein tragendes Brett, fällt der Turm um und das Schwein löst sich in Punkte auf. Im besten Fall reißt das fallende Schwein noch einen anderen Turm mit. Gewonnen hat, wer am Ende der Vögel kein Schwein mehr übrig hat.
Die Vögel haben dabei unterschiedliche Special-Effects, zum Beispiel gibt es einen dicken weißen, der ein Ei legt, wenn man im Flug auf den Bildschirm tippt oder einen, der sich wie ein Luftballon aufbläst. Ein komplett sinnloses „Ballerspiel“ ist es dennoch nicht, denn nur wer die Statik der Schweinehäuser ein bisschen durchschaut hat, erkennt, wo er den Vogel hinkatapultieren muss, damit der Turm zu Bruch geht 🙂
(Okay, ich gebe es zu, ein blinder Vogel findet auch mal ein Schwein, wenn er es nur oft genug probiert…)

Jedenfalls sind die AngryBirds bei uns gerade der Hit, mittlerweile nicht mehr nur als App, sondern auch als kleine Gummitiere (hier rechts im Bild bei einer Nacht-und-Nebel-Aktion, während sie die PollyPocket in deren Auto kidnappten…), als Outdoor-Wurfspiel (s.o.) und auf dem T-Shirt.
Vogelgrippe 2.0, sozusagen.

Kennt ihr das bzw. habt ihr auch solche Spiele, bei denen ihr einfach nicht mehr aufhören könnt?