Best-of Mai

Wow, was für ein Monat! Wie ihr im Archiv seht, bin ich im Mai gar nicht so recht zum Bloggen gekommen. Viel los war natürlich trotzdem! Der Monat stand mit der lang geplanten Orchesterreise zum World Music Festival nach Innsbruck und anderen kleineren Auftritten in Berlin ganz im Zeichen der Musik. In den Konzertsälen spielte das relativ bescheidene Maiwetter auch keine so große Rolle, wobei ich mir den „Wonnemonat“ wettertechnisch schon ein bisschen anders vorgestellt hatte als warm und sonnig, während man arbeitet, und kalt und regnerisch am Wochenende… Ungläubig staunte ich auf Facebook voller Mitleid über die Schneebilder und Kommentare der letzten Tage aus Baden-Württemberg – „der kleine Winter möchte bitte aus dem Mai abgeholt werden“. Immerhin war es in Berlin nur ziemlich nass und ungemütlich. Die heißen Gedanken muss man sich zwar auch in diesem Weddinger Café selber machen, aber vielleicht geht das ja tatsächlich mit heißer Schokolade besser (wie wär’s mit einem Glühwein…?)…

Wir haben die schönen Tage natürlich trotzdem ausgiebig genutzt und waren viel draußen unterwegs. 
Hier kommt er, der Mai in Bildern:

Wir waren im Garten, haben die neue Netzschaukel eingeweiht, Eis gegessen, uns über die Fußvorliebe des Kindes beim Rollerfahren gewundert und über die Katze gelacht.

 Wir waren als Schlechtwetteralternative zum Garten im Labyrinth Kindermuseum Berlin zu „Ganz weit weg und doch so nah“, einer Erlebnisausstellung über ferne Länder und Kulturen. Dort konnte man in einer kleinen Schule z.B. chinesische Schriftzeichen lernen, auf dem Markt Lebensmittel einkaufen, einen Wasserbehälter auf dem Kopf balancieren, gemütliche Höhlen bauen, sich im Reisebüro ein Flugticket ausstellen lassen, Postkarten schreiben und sich auf dem Basar mit bunten Kopfbedeckungen, orientalischen Tüchern und indischen Saris neu einkleiden. Bei vielen Kindern von alternativ-hippen Szene-Eltern aus den umliegenden Bezirken war ich mir allerdings nicht so ganz sicher, ob die ihre Klamotten in der Grabbelkiste des Basars gefunden oder aus dem heimischen Kleiderschrank mitgebracht haben  ^^

Wir waren mehrmals im FEZ in der Wuhlheide (siehe Ausflugstipps, Nummer 2), mal als Familie und mal mit unseren Musikschülern zum 2-Tages-Probenlager mit einer Übernachtung über Pfingsten. Die Raupen hatten zu der Zeit gerade Hochsaison. Nach anfänglichem Ekelgekreische trugen die Kinder sie kurze Zeit später sogar auf der Hand spazieren und waren völlig fasziniert von den kleinen, harmlosen Tierchen…
(Das Bild oben links ist nicht etwa mit einer Spiegelreflexkamera gemacht, sondern mit dem iPhone und dem Ansteckobjektiv olloClip – der ist definitiv sein Geld wert für Handyknipser!)

Wir haben einen großen Pappkarton kurzerhand mit Cuttermesser, Bastelfarben, Ausdauer und meinem Liebling, der Heißklebepistole, zu einem Fahrzeug umfunktioniert und die gesamte Playmo-Crew durch die Gegend kutschiert. Das festgeklebte Lenkrad wurde gleich bei der Jungfernfahrt aus der Halterung gerissen und ist nun eine optionale „wireless device“. Einzig die Sache mit den Lichtern (oben rechts) hatte ich mir ursprünglich anders gedacht ^^

Ich habe mich gleich zu Beginn des Monats über einen Zettel am Schwarzen Brett im Kindergarten sehr amüsiert, nachdem ich rausbekommen hatte, was genau ich zu Hause lasen (sic!) soll. Die FB-Gemeinde vermutete, dass wir uns auf Kosten eines Deutschlernenden lustig machen. Ich kann euch garantieren: migrationshintergrundloser geht’s nicht. Peinlich! Wenige Tage später hat übrigens jemand (ich war’s nicht!) die 3 Fehler mit senkrechten Strichen am Rand gekennzeichnet und korrigiert. Setzen, Sechs.
(Auch die Vermutung, derjenige könne vielleicht besser backen als schreiben, wurde von meinem Kind widerlegt: „Mama, der Kuchen hat aber gar nicht gesmeckt!“)

Fiona schreibt und malt immer noch wie ein Weltmeister, hier im Bild Blumenwiese, Herzen, Sonne und Vogel, weil sich eine liebe Freundin ein „Gemälde“ für ihr Büro gewünscht hat. Die BabyBorn steht auch nach wie vor noch hoch im Kurs und hat diesen Monat sogar Unterstützung bekommen von Zoé, einer ganz süßen, sehnlichst gewünschten dunkelhäutige Puppe gleichen Kalibers. Mit der Tollabox haben wir u.a. ein bisschen Farbenlehre gelernt und eine Brille gebaut, durch die man die Welt so bunt betrachten kann, wie man möchte („Der gelbe Teller wird ja grün, wenn man durch die blaue Brille guckt!“). Apropos bunt: als ich als Holzfan am Wochenende das niedliche Tier-Bowlingspiel gesehen habe, musste ich es einfach haben. Bislang fehlte nur das passende Wetter dazu… Den coolen Luftballon-Delphin (u.r.) gab es kostenlos bei einem Fest im Einkaufscenter (bei dem wir auch Musik gemacht haben). Dass der Delphin bei den Verbiegungen, die er in der Entstehungsphase über sich ergehen lassen musste, nicht geplatzt ist, grenzt für mich an ein Wunder… Ach, und habt ihr auch schon mal dieses ekstatische Gefühl erlebt, wenn eine Schachtel mit Bügelperlen aus dem obersten Regal fällt…?

Mein Lehrerherz hat vor Freude getanzt, als ich so süße Post von meinen Schülern (8 Jahre alt) bekommen habe.
Da macht das Unterrichten gleich doppelt so viel Spaß:

Fiona hat auch im Mai wieder einige Schoten losgelassen, die ich natürlich wie jeden Monat gerne hier mit euch teilen möchte. Vorhang auf für das Zitate Best-Of:
Fiona ist 3 Jahre und 7 Monate alt.
(im Tierpark bei den Antilopen)
„Nono, guck mal, die Tiere heißen Oryx.“
– „Aha. Oryxe haben also große Stöcker auf dem Kopf…“
(Fiona studiert die Karte im Eiscafé)
„Mama, warum gibt es hier eine Eisanleitung?“
„Wie nennt man das, wenn sich ein Mensch Musik ausdenkt?“
– „pluntonieren“
(Fiona bewegt sich rhythmisch zur Musik)
„Guck mal, Mama, ich bin heute tänzelich. 
Ich kann mich so erheben (macht sich groß).“
„Nono, magst du deinen Namen eigentlich?“
– „Klar mag ich Fiona. Ich heiße nämlich so!“
„Wo ist denn die Hüllung von der DVD?“
„Mein Tag im Kindergarten war heute sehr lecker.“
(Wir fahren im Auto und sehen Hochhäuser mit bunten, geometrischen Formen auf den Dächern)
Fiona: „Unser Haus ist aber nicht mit Formen bedacht.“
(in Innsbruck)
„Mama, bestehen die Berge aus Holz oder aus Stein?“
„Die Scheibe im Bus ist so dreckig, weil so viele Fliegen ranges-toßen sind!“
(Sie reckt ihren Hals)
„Wenn die frische Luft kommt und an meinen Hals geht,
ist er nicht mehr so geschwitzt.“
„Mama, du musst mal ein neues Auto kaufen!“
– „Wieso das denn?!“
„Na weil deins nicht mehr so hübsch aussieht.
Schwarz ist nicht gerade meine Lieblingsfarbe…“
„Finia hat einen Bruder bekommen! Ich hab den schon gesehen! 
Kleine Babys sind immer so knutschig!“
„Nono, erinnerst du dich noch an Tunesien?“
– „Ja, da wurde Sasa von einem Krebs angegriffen!“
„Wenn wir das nächste Mal in Ägypten sind, machen wir eine Delphintour, ok?“
– „Ja, gute Idee! Gibt es auch Krebstouren?“
(Fiona guckt „Shaun, das Schaf“, wo die Tiere geschoren werden sollen)
„Mama!!! Da werden die Schafe gemäht!!!“
(Wir suchen eine Eisdiele und kommen an einer kleinen Imbissbude vorbei)
„Guck mal, ich seh schon das Eisgefäß!“
(Wir fahren zusammen Elektroauto in einem kleinen Parcours – sie lenkt, ich gebe Gas – und kommen an einem rautenförmigen, gelb-weißen Schild vorbei. Fiona reißt die Hände hoch und ruft)
„JAAAA, VORFAAAAHRT!“
„Hast du gesehen? Ich bin eben die Rutsche runtergerauscht!“
(Die Kinder in unserem Musiklager sollen bei einem Spiel Tannenzapfen suchen. Ein Junge ruft)
„Iiieeh, ich hatte eben eine Raupe auf meiner Eichel!“
(Ein anderes Kind über die Raupeninvasion)
„In Kinderfilmen sind Raupen irgendwie viel netter, mit lachendem Gesicht und so…“
Die Vergangenheitsform von kleben?
Fiona: „es klab.“
(Fiona hält zwei Kuschelhasen hoch)
Mama: „Wie heißen die beiden?“
Fiona: „Also das ist Liemhasi.“
Mama: „Das weiß ich. Ich meinte eigentlich den anderen.“
Fiona: „Hm….ich nenne ihn einfach „Sohn“.“
„Letzte Woche musste ich Medikamente nehmen, 
weil ich ganz schön krank war mit einem heftigen Schnupfen.“
– „Warum denn Medikamente? Die weißen Blutkörperchen fressen doch den Schnupfen weg!“
(Ich tanze gutgelaunt vor Fiona hin und her)
„Mama, so wie du rumhampelst – kann es sein, dass du pullern musst?“
(mit eigenen Waffen geschlagen…)
Und zum Schluss noch ein paar Suchbegriffe, über die neugierige Googler auf meinen Blog gestoßen sind:
„Foto Pokale World Music Festival Innsbruck“
– jaaa, wir haben einen! Kommt ruhig alle her und guckt 🙂
„Arztkoffer selber basteln“
– würde ich nur eingeschränkt empfehlen. Für den Finger-Pieks-Test bei der Blutzuckermessung eignen sich übrigens handelsübliche Stecknadeln sehr gut. Mehrfach unfreiwillig im Selbstversuch getestet…
„Kinderspiele mit Rasierschaum“
– was ich mir vorstellen könnte: Weihnachtsmannbart oder Beethoven-Perücke.
„Basteln mit Spülbürsten“
– ja, das war das wohl schwierigste Utensil in Testmamas Bastelkiste Anfang April. 
Bei uns ist es eine Blume geworden. Großartig andere Möglichkeiten fallen mir beim besten Willen nicht ein. Aber ganz ehrlich: wenn ihr es euch aussuchen könnt, nehmt was anderes. Spülbürsten sind nicht gerade kooperative Zeitgenossen.
„Sex Buchstaben“
– Drei, um genau zu sein. Beliebte Kennzeichenkombi im Stuttgarter Raum.
„Freunde sind wie Schuhe“
– Genau! Erst hortet man sie in rauhen Mengen und hinterher zieht man 
doch immer nur das selbe, bequeme Paar an…
Ich hoffe, ihr hattet mit unserem bunten Mai genauso viel Spaß wie wir! 
Und du, lieber Sommer, kannst jetzt rauskommen. Du bist umzingelt!
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Wohin in Berlin? [EKP Apr/Mai]

Dem aufmerksamen Beobachter wird aufgefallen sein, dass es im April (und bisher auch im Mai) noch keinen Hexhex-Beitrag zur Eltern-Kind-Parade gegeben hat.
Im Trubel der letzten Wochen habe ich im Ausflugsziele-April schlicht und ergreifend die Frist verpasst und im Wir-haben-Spaß-Mai bisher noch keine Zeit zum Schreiben gefunden. Die liebe Testmama Kerstin hat nach der April-Parade zum Thema
„Ausflugstipps mit Kindern“ eine Seite erstellt, auf der sie die verschiedenen Blogbeiträge kurz zusammengefasst und regional nach Bundesländern sortiert hat. Also wer irgendwo in Deutschland (oder in Wien) Urlaub machen möchte und noch nicht weiß, was er mit seinen Kindern unternehmen kann, sollte dort direkt mal gucken gehen! Auffällig in der Liste war das Loch bei Berlin/Brandenburg. Das kann ich als Hauptstädterin so nicht auf uns sitzen lassen, denn es gibt in und um Berlin so viele tolle Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote, auch schon für die Kleinsten! Bei der Fülle an Möglichkeiten fällt es natürlich schwer, gezielt etwas für so einen Post auszuwählen. Ich hatte im Vorfeld gedacht, dass ich meine 5 liebsten Ausflugsziele für die Nichtberliner kurz vorstelle. Beim Fotos-Sichten sind dann noch ein paar andere Highlights dazwischen gerutscht und deswegen präsentiere ich euch heute meine Top 10 der Ausflugsziele mit Kindern in Berlin und Umgebung. [Bei jedem Einzelnen ist der gemeinsame Spaß natürlich auch nicht zu kurz gekommen, deswegen wird das eine 2-in-1-Aufgabe im April-Mai-Mix. Ich hoffe, ich darf damit an der tollen Freizeitpark-Verlosung trotzdem teilnehmen…?]

In diesen kleinen, handlichen Städteführern, die einem vorschlagen, was man mit seinem Kind in der jeweiligen Stadt anstellen könnte, begegnete mir letzten Sommer das Deutsche Technik Museum. Obwohl (oder gerade weil?) Technik nicht gerade zu meinen Spezialgebieten zählt, war die Ausstellung wirklich sehenswert und sehr interessant! Im Buch stand in den Randbemerkungen, dass 3 Jahre genau das richtige Alter für einen ersten Besuch in dem Museum sei. 100% unterschreiben kann ich das zwar nicht, aber es gab tatsächlich viele Exponate, die auch schon die Kleinsten zum Ausprobieren einluden. Für einen regnerischen Sonntag jedenfalls genau das Richtige!
Preise: 6€ p.P., ermäßigt (bis 14) 3,50€, Kleinkinder frei.

09: Der Werbellinsee

Der schöne Werbellinsee liegt in der Schorfheide, rund 50km nordöstlich von Berlin und ist das ideale Ziel für einen Tagesausflug bei sommerlichen Temperaturen. Ob baden, buddeln oder Boot fahren – da ist der Spaß vorprogrammiert. Wem der See mit seinen Freizeitangeboten als Attraktion nicht genug ist, der kann den Aufenthalt mit einem Besuch des absolut sehenswerten Schiffshebewerks (siehe „08„) in der Nähe verbinden


Vor ziemlich genau einem Jahr, am 2012er Pfingstmontag, haben wir mit der Familie einen Spontanausflug zum ältesten, noch arbeitenden Schiffshebewerk Deutschlands gemacht. So unspektakulär das klingen mag, so beeindruckend ist es dann aber, wenn man direkt davor steht oder es schon von Weitem in den Himmel ragen sieht! Wenn man oben in schwindelerregender Höhe von 52m steht, kann man ganz genau beobachten, wie ein Schiff in nur 5 min einen Höhenunterschied von 36m im Zuge des Oder-Havel-Kanals überwindet. Wer nochmal genauer nachlesen und mehr Bilder sehen möchte, hier habe ich darüber berichtet.
Preise: 2€ p.P., ermäßigt 1,50€. Kinder unter 6 Jahren frei.

07: Das DDR-Museum

Das ideale Ausflugsziel für Schulklassen, die in Geschichte gerade die Jahre 1961 bis 89 durchnehmen – aber auch nur für die. Denkste! Das DDR-Museum ist so gestaltet, dass es jeden begeistert: vom Kleinkind bis zum Rentner! Dort gibt es keine trockenen Zahlen und Daten, sondern Geschichte zum Anfassen. Wie sah es aus, das typische DDR-Wohnzimmer mit Karat-Schrankwand? Was schrieb man damals in seinem Schulaufsatz? Wie funktionierte das mit der Stasi und welchen Kaffee konnte man kaufen? Der obligatorische Trabi darf natürlich auch nicht fehlen, selbstverständlich ebenfalls zum Einsteigen, Ausprobieren und „Begreifen“. Ganz zentral in der Nähe des Alexanderplatzes gelegen (neben dem Berliner Dom), kommt man praktisch zwangsläufig am Museum vorbei, wenn man in der Stadtmitte unterwegs ist und sollte auf jeden Fall einen Abstecher dorthin machen.
Preise: 6€ p.P., Kinder ab 6 J. und ermäßigt 4€, unter 6 Jahren frei.

06: Der Müggelsee

In Berlin gibt es – entgegen der landläufigen Meinung – nicht nur hässliche Plattenbauten im Osten, das Brandenburger Tor in der Mitte und den Bahnhof Zoo im Westen. Bekannte aus Bayern waren mal ganz überrascht, als ich Bilder von unserem Garten gepostet habe: „IHR habt einen Garten? Ich denke, ihr wohnt in Berlin?!“. So, wie es in der Hauptstadt auch Wälder mit Bäumen gibt, haben wir selbstverständlich auch Seen im Angebot. Neben dem bekannten Wannsee mit seinem Strandbad, was schon 1951 besungen worden ist („Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein, …“), gibt es in Köpenick (für geographische Dilettanten wie mich: unten rechts) den größten der Berliner Seen: den Müggelsee. Eine einstündige Rundfahrt bei schönem Wetter durch das sog. „Klein-Venedig“, z.B. mit Halt an der berühmten Gaststätte „Rübezahl“ bzw. im Biergarten (mit Spielplatz!), ist eine schöne Beschäftigung für einen Sommernachmittag in Berlin.
Preise: je nach Dauer der Fahrt zwischen 3 und 7€.

Das Tropical Islands im Landkreis Dahme-Spreewald (ca. 60km südlich von Berlin) wirbt mit dem Slogan „Europas größte tropische Urlaubswelt“ mit Südseestrand, Regenwald, Lagune, Tropendorf u.v.m. Ursprünglich sollten in der größten freitragenden Halle der Welt, die schon von der Autobahn aus nicht zu übersehen ist, Luftschiffe witterungsgeschützt untergebracht werden. Durch die Insolvenz der Firma ist es dazu jedoch nicht gekommen und so beherbergt die 360m lange Halle mittlerweile ein riesiges Spaßbad. Das Tropical Islands ist aufgrund der beeindruckenden Größe wirklich sehenswert, aber von urlaubsähnlicher Erholung war ich ziemlich weit entfernt. Vielleicht war auch der Termin unseres Besuches nicht gerade günstig gewählt (Ende Dez.), jedenfalls war es so voll, dass man am „Südseestrand“ nur schwer einen Platz mit seinem Handtuch bekommen hat und sich zuweilen fühlte, wie am Ballermann im 17. Bundesland zur Hauptsaison. Zu dem Grundeintrittspreis kommen Zusatzausgaben dazu, wie Essen und Trinken, das Benutzen der Rutsche, ein Flug mit dem Heißluftballon, Sauna, Souvenirs etc., was auf dem Armband-Chip gespeichert wird, den man ums Handgelenk trägt. Bisher habe ich von allen Bekannten, die ein Mal dort waren, gehört, dass ein Mal auch völlig ausreicht. Das sehe ich genauso, möchte aber trotzdem diesen einen Besuch im Tropical Islands empfehlen, am besten, wenn keine Ferien sind. Wer mehr über das „tropische Paradies“ lesen möchte, hier habe ich vor 1,5 Jahren darüber gebloggt.
Preise: 34,50€/Erwachsene, 29,50€/ermäßigt, 27€/Kinder (6-14), unter 6 Jahren frei.

04: das SeaLife

Ein großes Aquarium mitten in Berlin zum Beobachten, Staunen und Anfassen! Rochen, Haie, Seepferdchen, Krabben und Clownfische lassen Kinderherzen höher schlagen. Wie fühlt sich eigentlich ein Seestern an? Was frisst eine Seeanemone? Ein besonderes Highlight ist im Anschluss an den Besuch des SeaLife die Fahrt durch den Aquadom im Dom-Aquarée gegenüber. In diesem 25m hohen Korallenriff mit ca. 1500 Fischen ist eine Art Fahrstuhl, von wo aus man direkt durch den Lebensraum der knapp 100 Arten fährt und diese hautnah erleben kann.
Gebloggt darüber habe ich hier.
Preise: 17,50€/Erwachsene (ab 15), 12,50€/Kinder (3-14), unter 3 Jahren frei.
(Wer sparen möchte, sollte vorab online buchen – über 30% Rabatt!)

03: Der Fernsehturm

Der „Telespargel“, wie die Berliner ihren 368m hohen Turm liebevoll nennen, ist eine der typischsten Sehenswürdigkeiten der deutschen Hauptstadt und für die „Einheimischen“ schon aus dem Flugzeugfenster das sichere Anzeichen, wieder zu Hause zu sein. Mit einem Fahrstuhl geht es in gerade mal 40 Sekunden auf über 200m Höhe, von wo aus man bei gutem Wetter nicht nur am schnellsten einen Überblick über die gesamte Stadt bekommt, sondern im günstigsten Fall sogar bis zum Tropical Islands („05„) gucken kann. In der höchsten Bar Berlins kann man bei einem Glas Wein ameisengroße Autos betrachten oder im Drehrestaurant eine Etage höher eine Stadtrundfahrt genießen, während man aus dem vielfältigen Angebot aus der Speisekarte wählt. Nicht nur für Berliner ist der regelmäßige Besuch des Fernsehturms obligatorisch auf der To-Do-Liste, auch Touristen sollten sich diese einmalige Aussicht nicht entgehen lassen. Bei schönem Wetter reicht die Menschenschlange allerdings über den halben Alexanderplatz. Umgehen kann man die mit der Onlinebuchung eines VIP-Tickets (7€ mehr, die sich lohnen): man bucht verbindlich eine Einlasszeit und kann zu diesem Termin dann auch wirklich sofort hoch und in den Fahrstuhl, ohne nerviges Warten und quengelnde Kinder. Der Fensterplatz im Restaurant ist inklusive!

Preise: 12,50€/Erwachsene, 8€/Kinder (5-16), bis 4 Jahre frei.

02: Das FEZ

FEZ steht für Freizeit- und Erholungszentrum und ist Europas größtes, gemeinnütziges Kinder- und Familienzentrum (auch wieder „unten rechts“ in Köpenick), die erste Anlaufstelle bei Langeweile am Wochenende. Dort gibt es nicht nur viele große Spielplätze, ein Hallenbad, Streichelzoo, Ponyreiten, Parkeisenbahn und Badesee, sondern auch in den Ferien und an den Wochenenden abwechslungsreiches Bespaßungsprogramm für kleine und große Kinder mit Workshops zu verschiedenen Themen, Ausstellungen, Konzerten, Theatervorstellungen und und und. Man kann kostengünstig Sportgeräte, Boote und Spielzeuge ausleihen, bei schlechtem Wetter den Indoorspielplatz nutzen, Klettern, Malen, Basteln oder einfach nur einen Crêpe und ein Eis essen gehen.
Preise: Indoorspielplatz 1€/30min, Schwimmbad & Badesee 4€, ermäßigt 2,50€, Haus Natur und Umwelt 1€, alle Outdoorspielplätze ohne Gebühr.

01: Der Tierpark

Wann immer wir bei Sonnenschein ein bisschen Zeit übrig haben, geht es in den wunderschönen Tierpark in Berlin-Friedrichsfelde. Gleich vorweg: der Zoologische Garten liegt im Bezirk Tiergarten, ist aber nicht der Tierpark, das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Der Tierpark, Europas größter Landschaftstiergarten mit dem Schloss Friedrichsfelde, ist mit 160 Hektar Fläche etwa viereinhalb Mal so groß wie der Zoo und beherbergt durchschnittlich 7500 Tiere in rund 900 Arten in einem artgerechten, nahezu natürlichen Lebensraum. Von A wie Affe bis Z wie Zebra kommt hier jeder Tierbegeisterte voll auf seine Kosten. Fionas Lieblinge, die wir bei jedem Besuch anschauen müssen (vermutlich kennen sie uns schon: „Ach, guck mal, Achim, da sind sie wieder! Heb mal den Rüssel und wink!„), sind die Stachelschweine, die Elefanten, Giraffen, Pinguine und die Hyänen. Weil der Tierpark so weitläufig angelegt ist, hat man auch an gut besuchten Tagen nie das unbehagliche Gefühl eines Massenauflaufs. Einzig die Bollerwagenausleihe ist an Feiertagen nach 11 Uhr relativ unwahrscheinlich 😉 Im schönen Terrassencafé werden regelmäßig Konzerte geboten und gleich daneben wartet der große Spielplatz auf die kleinen Tierparkgäste. Durch den Park fährt außerdem die kleine, rote Bimmelbahn, für ältere, ganz junge oder lauffaule Gäste, die an den verschiedenen Haltestellen („Nächster Halt: die Wasserbüffel“) ein- und aussteigen können.
Preise: Erwachsene 12€, ermäßigt 9€ Kinder unter 5 Jahren frei.
Vielleicht ist ja etwas für euch dabei, wenn ihr das nächste Mal in Berlin unterwegs seid! Viel Spaß! 

Mein Highlight 2013: World Music Festival

Jetzt war es ein paar Tage ruhig auf dem Blog, obwohl ich schon seit Montag Abend wieder im Lande bin. Aber wie es dann so ist: unter Stress vollbringt der Körper Höchstleistungen und hinterher bricht alles zusammen, immunsystematischer Totalcrash, sozusagen. Eine heftige, eitrige Nebenhöhlenentzündung, verbunden mit dem Gefühl, die Augen würden von innen rausgesprengt, sorgte dafür, dass Vieles diese Woche liegen bleiben musste. Die Antibiotika haben glücklicherweise schnell angeschlagen und so langsam kann ich aus dem benebelnden Rausch aus Medikamentencocktail und Endorphinexplosion wieder klare Gedanken fassen und sie für euch aufschreiben. Anmerkung für alle Nichtmusiker: ich bemühe mich, unsere Erlebnisse so verständlich und allgemein wie möglich zu beschreiben, damit ihr nicht nur Bahnhof versteht 😉

Wie ihr vielleicht im Vorfeld schon mitbekommen habt, war ich am Himmelfahrtswochenende mit meinem Ensemble conAmici (Der „Backstage“-Bereich auf der Website ist aktualisiert und lesenswert) und meinem Schülerorchester VIVAccordia in Österreich, wo im schönen Innsbruck alle 3 Jahre eines der größten Akkordeonfestivals der Welt stattfindet, das WORLD MUSIC FESTIVAL. In verschiedenen Kategorien und Schwierigkeitsstufen traten in diesem Jahr 230 Orchester/Ensembles aus 15 Nationen in den Wettbewerb. Ganz Innsbruck befindet sich also 3-jährlich im Mai im absoluten Ausnahmezustand, dass sogar das lokale Fernsehen darüber berichtet! Auf der Straße wird man so gut wie niemanden finden, der kein Instrument spielt.
Diese Masse an Musikern, die sich im riesigen Congresszentrum und den anderen Konzertsälen tummelt, ist schon beeindruckend.
Noch beeindruckender ist es, wenn diese „Masse“ am Abend der Nationen (der Abendveranstaltung, wenn alle Wettbewerbe vorbei sind) gemeinsam singt und tanzt und Menschen gemeinsam feiern, die sich noch nie vorher gesehen haben.
Am Beeindruckendsten ist allerdings die einmalige Atmosphäre, wenn man in der gigantischen Olympiahalle unter 10.000 jubelnden Menschen bei einer Bombenstimmung daraufhin fiebert, seinen Namen bei der Preisverleihung zu hören.

Aber von vorn: mitgespielt habe ich beim World Music Festival schon, als Leiterin und Dirigentin 

war es für mich aber auch das erste Mal. Am Donnerstag haben wir fast den ganzen Tag im Bus verbracht, aber wenn man mit den besten Freunden unterwegs ist, wird es nicht langweilig. Fiona hat ihre „Mediennutzungszeit“ für 2013 mit dem iPad an diesem einen Wochenende aufgebraucht ^^ Aber ich bin sehr froh, dass wir es dabei hatten und sie sich während der Fahrt sinnvoll beschäftigen konnte. Ich glaube, sie hat nur ein Mal gefragt, wann wir da sind 🙂 Der coole Busfahrer hat uns auf der Fahrt mit seinen trockenen Kommentaren durchgehend erheitert:

„Wer 3min zu spät kommt, tanzt. Wer 5min zu spät kommt, singt. Und wer mehr als 5min zu spät kommt, der singt und tanzt da, wo der Bus gestanden hat…“ und der Erste, der uns hinter der österreichischen Grenze begrüßt hat, war ein wunderschöner Regenbogen. Den Schatz an dessen Ende durften wir sogar hinterher mit nach Hause nehmen, doch dazu später mehr…

Während der Busfahrt schien fast durchgängig die Sonne. Besonders attraktiv war nicht zuletzt deswegen nach der Ankunft in Innsbruck die riesige Frontscheibe unseres Busses. Zitat Fiona: „Oh, da sind wohl sehr viele Fliegen ranges-toßen!“ Das mit der Sonne hatte sich pünktlich zum Wettbewerbsbeginn am Freitag erledigt: it was raining cats and dogs, wie der Brite sagen würde. Reißenden Absatz fanden aufgrund dieser Tatsache die hübschen Notenregenschirme, mit denen halb Innsbruck an diesen Tagen unterwegs gewesen ist. Von Freitag früh bis Samstag Abend war rund um die Uhr in allen Konzertsälen Wettbewerbsprogramm geboten und so zogen wir von einer Spielstätte zur nächsten, hörten viele Auftritte an, fieberten mit befreundeten Vereinen mit (Ehrensache!), klatschten, jubelten und wunderten uns auch zum Teil über ziemlich schräge Beiträge, die kompositionstechnisch mit Musik nicht mehr allzu viel am Hut hatten… Die Generalprobe, die in die Hosen gehen muss, damit der Auftritt gut wird, hatte ich mit dem Schülerorchester am Freitag Abend, nur ein paar Stunden vor dem großen Tag. Wir probten nochmal intensiv und konzentriert und konnten hinterher dann doch zufrieden ins Bett gehen…

An wirklich erholsamen Schlaf war in dieser Nacht allerdings nicht zu denken. Das Ensemble hatte die ehrenvolle Aufgabe, den Wettbewerb am Samstag um 9 Uhr zu eröffnen. Anfangs hatten wir gemurrt, dass wir schon so früh spielen sollten, aber je näher der Termin kam, desto glücklicher waren wir damit. So konnten wir ganz in Ruhe aufbauen, uns konzentrieren, mit Anleitung unserer Ärztin in spe auf der Bühne Muskelentspannungsübungen machen 😉 und mit einer frischen Jury in den Tag starten. Der eigentliche Auftritt hat dann wirklich gut geklappt. Jeder greift mal versehentlich daneben, besonders, wenn man so unter Adrenalin steht, wie in diesen Minuten, aber insgesamt haben wir eine souveräne Performance abgeliefert und konnten nach dem Spielen auch wirklich zufrieden mit unserer Leistung sein. Die Tränen der Überwältigung konnten wir danach einfach nicht mehr zurückhalten, denn das schöne Gefühl, dass sich die viele Arbeit und die intensiven Proben der letzten Monate gelohnt haben in Verbindung mit der Anspannung, die plötzlich von einem abfällt, ließ alle Dämme brechen und so lagen wir uns nach dem Auftritt glücklich schniefend in den Armen und genossen das conAmici-Gefühl mit unserer musikalischen Familie…

Das Schülerorchester, das wegen unseres Schlagzeugers (mein Mann) als Jugendorchester antreten musste, obwohl außer ihm noch niemand 16 oder älter ist, stand für nachmittags, 16 Uhr, auf dem Plan. Vorher fuhren wir nochmal zur Jugendherberge, aßen eine Kleinigkeit (so wenig habe ich sie noch nie essen sehen!), spielten noch einen Durchlauf unserer Stücke, machten uns fertig und fuhren zur Messehalle in die Stadt. Die Leistung des Orchesters war im Vorfeld teilweise relativ durchwachsen, denn von Kindern zwischen 10 und 14 Jahren kann man nicht erwarten, dass sie sich immer so professionell wie kleine Erwachsene verhalten. Auch wenn alle gut vorbereitet zu dieser Reise aufgebrochen sind, kann es manchmal an kleinen Unaufmerksamkeiten liegen, dass etwas nicht so klappt wie geplant und einen Spieler auch mal völlig aus der Bahn wirft. Ich habe vor dem Auftritt die Augen geschlossen und ihnen gewünscht, dass sie auch vor der internationalen Jury in dieser Prüfungssituation ihre Nervenstärke bewahren und ihr Können zeigen. Und was soll ich sagen – sie haben auf der Bühne so gut gespielt wie selten vorher!!! Ich hätte jeden Einzelnen küssen können vor Freude! Von den zum Teil anstrengenden und lauten Proben, den manchmal unkonzentrierten, wuseligen und quatschenden Kindern war keine Spur. Auf dieser Bühne saßen junge, talentierte Musiker, die mit den Augen an ihrer Dirigentin hingen und mit höchster Konzentration präsentiert haben, worauf wir die letzten Monate hingearbeitet haben!

Nach unserem Beitrag hatte die erste Reihe mit den Eltern, die uns begleitet haben, Tränen in den Augen, die Jury hat geklatscht (!) und die Kinder platzten fast vor Stolz und erzählten alle durcheinander von ihrem Auftritt!
Dass wir nach diesem gelungenen Tag bei der Abendveranstaltung für alle Teilnehmer, dem „Abend der Nationen“, dann inmitten von tausenden Menschen ordentlich gefeiert, ausgelassen Polonäse getanzt und laut gesungen haben, könnt ihr euch sicher vorstellen…

Sonntag Morgen muss man schon überpünktlich mit seiner Reisegruppe am Olympiastadion eintreffen, wenn man möchte, dass der eigene Bus dort einen Parkplatz findet. Mit vom Feiern noch ziemlich kleinen Augen sammeln sich dann Tausende Menschen mit Vereinsbannern, PomPoms, Plakaten und Krachmacher-Instrumenten vor der Halle und singen sich schon mal warm bis zum Einlass. Jeder Verein bzw. jedes Orchester sucht sich dann einen „Fan-Block“ in der riesigen Halle und schickt seinen Dirigenten nach unten zu den Extra-Sitzreihen vor der Bühne, auf der das Orchester des Vorabends dem johlenden Publikum nochmal so richtig einheizt bis die Veranstaltung beginnt. Nachdem die obligatorischen Danksagungen abgeschlossen sind, beginnt die eigentliche Preisverleihung. Kategorienweise werden die Platzierungen, Prädikate und Punktzahlen vorgelesen und die Dirigenten dürfen nach vorn kommen und ihre Urkunden in Empfang nehmen. Wie es bei großen Events so ist, dürfen auch die großen Laolas und Fangesänge natürlich nicht fehlen:

In den Momenten, in denen ich meine Spieler oben in mitten der ganzen Menschen aufgeregt mit unserem Berlin-Banner stehen sehen habe, hatte ich eine Gänsehaut am ganzen Körper und war einfach nur wahnsinnig glücklich und stolz, dass diese jungen Menschen, meine Schüler, diese einmalige Atmosphäre in der Musikwelt erleben durften. Menschen liegen sich in den Armen, jubeln und weinen vor Freude und sind alle gemeinsam Teil von etwas ganz Besonderem. Lange Zeit, darüber nachzudenken, hatte ich nicht, denn dann wurde schon unsere Kategorie vorgelesen. Ich trat nach vorne in die Schlange der Dirigenten und lauschte gespannt auf die Ergebnisse. Die von der Fachjury vergebenen Punkte von 0 bis 50 sind in 10er-Abteilungen nach Prädikaten gestaffelt: „mit Anerkennung“ (0-10), „gut“ (11-20), „sehr gut“ (21-30), „ausgezeichnet“ (31-40) und „hervorragend“ (41 bis 50). Vor der Abfahrt hatte ich auf ein „sehr gut“ gehofft, das entspricht in Schulnoten der 1 und ist ein durchaus erstrebenswertes Ziel für die Teilnahme am World Music Festival. Zu meiner großen Überraschung hat das Schülerorchester in seiner Kategorie den 2. Platz mit sagenhaften 37 Punkten und damit das Prädikat „ausgezeichnet“ erhalten!!! Kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses sprangen alle Spieler von ihren Plätzen auf und stürmten runter zu mir. Als ich sie alle so auf mich zu rennen sah, gab es auch bei mir kein Halten mehr und die Freudentränen liefen nur so, während ich alle 20 auf ein Mal in den Arm nahm und wir gemeinsam jubelten.

„Wir bitten jetzt nach vorne: die Kategorie Akkordeonensemble, Erwachsene, Oberstufe“ – oh Gott, das ist unsere Kategorie. Ich ging mit wackligen Knien nach vorne zu den anderen 14 Ensembleleitern, wir unterhielten uns, während die ersten Fotos der schon Genannten gemacht wurden und klatschten Beifall. Die Reihe der „sehr gut“s schien gar kein Ende zu nehmen. Meine Hände wurden eiskalt und schwitzig. Einer nach dem anderen wurde aufgerufen und nahm unter den Jubelrufen des eigenen Vereins seine Urkunde entgegen. Es wurden immer weniger. Ich stand nach wie vor in der Reihe. „……32 Punkte…“ las die Frau am Mikro vor – na immerhin sind wir schon bei „ausgezeichnet“ angekommen. Die Punktzahlen stiegen und irgendwann hieß es „hervorragend“ für die wenigen, übrigen Leiter. Es existieren von diesem Moment fast nur Fotos von mir mit der Hand ungläubig vor dem Mund. Hatten sie uns etwa vergessen?! Und was dann passierte, werde ich wohl mein Leben lang nicht vergessen. Es geschah alles wie in Zeitlupe, dabei handelte es sich nur um wenige Sekunden. Meine Knie wurden weich, ich hatte das Gefühl, dass in der riesigen Halle nicht genug Luft sei, damit ich atmen konnte. Ich sagte immer wieder: „Oh Gott, mir ist schlecht, mir ist schlecht, ich kipp gleich um….“.
„Und der ERSTE PLATZ in der Oberstufe mit 43,6 Punkten, dem Prädikat „hervorragend“ und Pokal geht an……das Ensemble „conAmici“ aus Berlin unter der Leitung von Vivien M.!“
Tosender Applaus, mein Gesicht auf der Leinwand, 10.000 Menschen jubelten und ehe ich es begreifen konnte, stand ich ganz oben auf dem Siegertreppchen und hielt unter Tränen der Überwältigung den Pokal in Richtung unseres Fanblockes! Selbst als hinterher unzählige Menschen gratulierten und Fotos gemacht wurden, hatte ich es noch nicht wirklich begriffen. Sie hatten tatsächlich unseren Namen genannt, MEIN Ensemble, erster Preisträger dieses großen, internationalen Wettbewerbs – scheiße, ist das geil!!!

Foto: www.studio157.de

 

Auch heute, fast eine Woche nach dem großen Ereignis, kommen mir noch die Tränen, wenn ich Videos von der Preisverleihung, vom Queen-Hit „We are the Champions“ am Schluss und der emotionalen Spontan-Rede sehe, die ich am Sonntag Abend immer noch irgendwie kopflos bei unserer Siegesfeier in der Herberge gehalten habe. Es ist wirklich unfassbar und das Highlight 2013, das kann ich guten Gewissens jetzt schon sagen! Auch an dieser Stelle noch mal vielen, vielen Dank an alle Eltern, Fans und Freunde, die uns unterstützt haben, die zu unseren Konzerten kommen und die einfach immer für uns da sind. Ihr habt wesentlich zu unserem Erfolg beigetragen und wäre der Pokal nicht im Ganzen so atemberaubend schön, würde ich ihn in viele kleine Teile teilen und jedem eines abgeben. „We are the Champions“ – DANKE!

Das kleine i: Gefahr der Faszination?

Letzte Woche ging es bei SternTV gleich eingangs um die Frage, ob bereits kleine Kinder Zugang zu Smartphones und Tablets haben sollten und inwiefern Apps & Co. die Entwicklung beeinflussen.
Zu Gast im Studio war Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff, der ganz rigoros die Meinung vertritt, dass neue Medien überhaupt nicht in Kinderhände gehören und dass genau diese „digital natives“, also Kinder, die in das digitale Zeitalter hineingeboren werden, später zu seinen Patienten zählen.
Medienpädagogin Luise Ludwig ist genau gegenteiliger Meinung. Sie sagt, es sei falsch, Kindern bewusst diese Geräte vorzuenthalten, die sich mittlerweile in fast jedem Haushalt befinden, denn was verboten wird, sei erst recht interessant.
Es entstand eine hitzige Diskussion über Vor- und Nachteile, bei der die beiden Gäste aber scheinbar völlig aneinander vorbei redeten. Er hatte die Frage so verstanden, ob man 2-Jährige bewusst einlernen sollte am iPad und sie dachte wohl, es ginge darum, ob man es den Kleinen absichtlich vorenthalten solle. Zwischendrin der zerrissene Hallaschka, dessen Tochter mit 1 Jahr versehentlich auf dem Smartphone ein Video gedreht hatte, und für den Herr Winterhoff nur ein verständnisloses Kopfschütteln mit hochgezogener Augenbraue übrig hatte. Der obligatorische Test direkt aus dem Kindergarten ergab, dass die größeren Kinder nicht von sich aus aufhören, wenn sie mit dem iPad beschäftigt sind. Bei den Kleineren sah das schon anders aus; die ersten verloren nach 5min das Interesse und widmeten sich wieder den Bauklötzen.
30min täglich hielt Frau Ludwig für eine vertretbare (gemeinsame) Nutzungszeit, auch schon für kleinere Kinder. Herr Winterhoff sprach mit einem angedeuteten Ich-habs-doch-gleich-gesagt-Lächeln von der „Gefahr der Faszination“ und er artikulierte die einzelnen Silben so langsam und deutlich, als seien sie hochgiftig. Autisten mit gestörter Kommunikation ohne soziale Kompetenz seien die Folge, wenn schon 2-Jährige auf dem harten, kalten und hässlichen (?) Gerät tippen und wischen.
Natürlich hat er zweifelsfrei recht, dass die Entwicklung in diesem Alter vorgesehen hat, einen Ball zu fühlen und zu erfahren, dass die Schwerkraft ein ziemlicher Idiot sein kann, wenn man bergab hinterherlaufen muss, aber es spricht doch nichts dagegen, den digitalen Ball zusätzlich zum analogen zu berühren und zu erfahren, wie er auf Englisch heißt. Als der Buchdruck erfunden war, hieß es sicher auch, dass Lesen schädlich sei und niemand mehr mit einem anderen spräche, so von wegen „gestörte Kommunikation“. Ganz zu schweigen von der Schreibmaschine – da kann ja irgendwann niemand mehr einen Stift halten beziehungsweise einen Buchstaben mit Hand zu Papier bringen!

Ich bin der Meinung, man darf den Kindern die virtuelle Welt nicht als Ersatz für die reale anbieten und sie mit den Geräten „ruhigstellen“. Aber wenn ein Kind doch im Buddelkasten Sandkuchen und Grassuppe gekocht, eine Puppe gefüttert, das Dreirad benutzt und ein Buch „gelesen“ hat, kann es ruhigen Gewissens eine Folge „Caillou“ im Fernsehen schauen oder ein paar Spiele auf dem iPhone spielen.
Auch ich bin übrigens sehr froh über die heutige Informationsgesellschaft mit Google, Youtube und die Sendung mit der Maus, die auf jede Kinderfrage eine zufriedenstellende Antwort parat haben.
Vor ein paar Tagen stellte mir Fiona morgens im Auto auf dem Weg zum Kindergarten nämlich genau die Frage, vor der ich seit 3 Jahren Angst habe. Nein, sie wollte nicht wissen, wer die Babys in den Bauch macht, sie wollte wissen, woher die Löcher im Käse kommen! Ich stammelte ein bisschen verlegen mit irgendwelchen Gasen um den heißen Käsebrei und verbrachte anschließend noch ein paar Minuten videoguckend mit ihr im Auto, obwohl wir schon vor dem Kindergarten standen (Bakterien im Herstellungsprozess produzieren Gasblasen, die dann von innen die Löcher in den Käse „bomben“, weil sie anders nicht raus können).

Der sichere Umgang mit Computer, Tablet & Co. ist in der heutigen Zeit eine Grundvoraussetzung, die so selbstverständlich ist, dass sie im Lebenslauf unter „besondere Fähigkeiten“ schon gar nicht mehr extra erwähnt wird. Wenn man also die Möglichkeit hat, von Klein-Auf den Umgang mit der Technik zu lernen, sollte man sie auch nutzen (lassen), finde ich.
Fiona, die seit etwa anderthalb Jahren ab und zu mein altes iPhone benutzt, weiß intuitiv, wie sie das Gerät bedienen muss. Ich achte natürlich genau darauf, welche Spiele installiert sind und suche die auch nach bestimmten Gesichtspunkten aus. Kinder in diesem Alter sind mitunter noch sehr eigen in ihrem Lernverhalten, so sucht sich Fiona selbst den Zeitpunkt aus, an dem sie etwas Neues wissen möchte. „Frontalunterricht“ à la „Das ist ein M, mit dem M schreibt man MAMA….“ fruchtet selten. Sucht sie sich aber gezielt die Buchstaben-App heraus, möchte sie genau das in dem Moment ausprobieren und erfahren und ist unendlich stolz, wenn sie es geschafft hat, einen Buchstaben alleine zu schreiben. Das Gelernte wandert von der Smartphone-App auf direktem Wege zum Ausprobieren auf das Papier auf ihrem Schreibtisch und von dort in meinen „Aufheben“-Ordner. Zwischen den ersten erkennbaren Zeichnungen und vielen Fotos finden sich da mittlerweile nun auch beschriebene Blätter mit „FIONA“, „MAMA“, „PAPA“ und „SASA“ (meine Mama) und das mit gerade mal Dreieinhalb!

Als Lehrerin bin ich natürlich begeistert von pädagogisch wertvollen Apps, mit denen sie nicht „nur“ spielt, sondern dabei auch etwas lernt. Memory spielen kann sie selbstverständlich auch auf dem Fußboden in ihrem Zimmer, dafür braucht man keine App, allerdings ist es auf dem Handy insofern sinnvoll, dass sie lernt, sich an die vorgegebenen Regeln zu halten, denn in der App werden die aufgedeckten Karten von allein wieder umgedreht, wenn man kein Paar gefunden hat 🙂 Als sie noch kleiner war, gefiel ihr die „SoundTouch“-App sehr gut, bei der man immer 12 kleine Bilder aus verschiedenen Bereichen sieht (Haustiere, wilde Tiere, Vögel, Fahrzeuge, Musikinstrumente, Haushalt) und beim Anwählen das jeweilige Geräusch hören kann. „Cut the Rope“ und „Wo ist mein Wasser?“ sind Strategiespiele, die logisches Denken voraussetzen (die mag Mama auch sehr gerne!). Nach dem Prinzip Trial & Error versucht Fiona solange, den richtigen Weg für das Wasser zu graben, bis es bei Krokodil „Swampy“ angekommen ist und er sich duschen kann. Die Apps aus der Reihe „Meine ersten Wörter“, von denen wir „Tiere“ und „Farben“ haben, lassen sich in verschiedenen Schwierigkeitsgraden spielen. Im ersten sieht man z.B. das Bild eines Tieres, darunter die Buchstaben in der richtigen Reihenfolge „vorgeschrieben“ und unten durcheinander die einzelnen Buchstaben, die man mit dem Finger an die richtige Position im Wort ziehen kann. Im schwierigeren Modus fehlen dann die vorgezeichneten Buchstaben. Die beste App, die ich auch ohne Einschränkung jedem mit wissbegierigem Kindergartenkind empfehlen würde, heißt „Letter School“. Hier wird nicht nur gezeigt, wie die Buchstaben aussehen, sondern auch, wie man sie schreibt! Im ersten Modus tippt man nacheinander die Startpunkte des Buchstabens an und eine witzige Animation (Rennauto, Zuckerperlenkette, Raupe, o.ä.) fährt die Strecke nach, die man mit dem Stift schreiben würde. Der Buchstabe „S“ hat beispielsweise nur einen Startpunkt, weil er an einem Stück geschrieben wird, das „A“ hat drei Startpunkte: immer da, wo man beim Schreiben neu ansetzen würde. In der zweiten Stufe sieht man die Startpunkte und muss sie nicht nur antippen, sondern gedrückt halten und den richtigen Weg nachziehen und in der letzten Stufe soll der Buchstabe aus dem Kopf geschrieben werden, allerdings ebenfalls unter Beachtung der richtigen Reihenfolge der Linien. Die Beispiele sind zwar auf Englisch, aber in den meisten Fällen stimmen sie mit den deutschen überein: E is for elephant, M is for monster, etc.

Um nochmal auf die Sendung vom vergangenen Mittwoch zurückzukommen: ich fand es erstaunlich, dass knapp 60% der Leute Kindern unter 3 Jahren keines der Geräte in die Hand geben würden, auch nicht bei gemeinsamer und zeitlich begrenzter Nutzung.
Wie steht ihr dazu? Könnt ihr tolle Apps für Kinder empfehlen oder kommt euch dieses „Teufelszeug“ nicht ins Haus?
Ich bin jedenfalls gerade für lange Flugreisen oder Autofahrten, wie diese Woche wieder eine ansteht, sehr froh über den portablen DVD-Player und das iPhone!