Das Bastel-Experiment

„Blogparadenmama“ und kreativer Kopf Kerstin hatte Anfang März beim Basteln mit ihren Kindern eine tolle Idee: warum nicht mal den Spieß umdrehen und statt (wie in gängigen Bastelbüchern üblich) eines Ergebnisses und der dazugehörigen Materialliste mal nur das Zubehör besorgen und dann sehen, was die Leute draus machen…? (Sehen, was die anderen tatsächlich draus gemacht haben, könnt ihr übrigens hier – ich bin völlig beeindruckt von der Lokomotive!)
Wir haben uns natürlich angesichts einer kreativen Herausforderung auf die Aktion beworben und durften tatsächlich mitbasteln. In den wenigen Tagen von der Auslosung bis zum Erhalt des Paketes stieg die Spannung auf den Inhalt ins Unermessliche!
Beim ersten Blick in die Bastelbox mit den Materialien wurde das Fragezeichen im Gesicht allerdings immer größer, denn Kerstin war nicht nur in einschlägigen, dafür vorgesehenen Läden unterwegs, sondern ist auch im Bereich der Haushaltswaren und Aquarienutensilien fündig geworden. Ähm…eine Spülbürste…?!
Wie all diese scheinbar zusammenhanglosen Gegenstände eine sinnvolle Verbindung miteinander eingehen sollten, war mir erst ein großes Rätsel, aber so nach und nach kam Licht ins Dunkel und mittlerweile passt alles so perfekt zusammen, dass ich es mir gar nicht mehr anders vorstellen kann.

Das Paket

Das Öffnen
Das Auspacken

Das Team
Der Inhalt

ein nackter Styroporkranz, ein Haufen Watte, ein Stück grüner Bastelfilz, 5 Wäscheklammern, ein dunkelroter Herzluftballon, eine kleine Holzkugel, eine größere Styroporkugel, ein bisschen Moos, jeweils ein Bogen oranges und grünes Tonpapier, eine Spülbürste, ein Stück grüner Schlauch, 2x oranger Pfeifenreiniger, eine Handvoll roter Dekosteine, ein langer Faden, ein kleiner und ein größerer Tontopf und eine Packung Eierfarben. Ach, und eine Art undefinierbares, stacheliges Ostergras in Orange (unten links), von dem nicht mal Kerstin selbst weiß, was es genau ist ^^ Ihr Mann kennt sich da besser aus und meint, es heiße „Sisal“. Noch nie gehört, aber immerhin mittlerweile schon mal in der Hand gehabt.

Ich beschloss, dass aus diesen „Zutaten“ nicht ein großes Kunstwerk entstehen würde, sondern mehrere kleine und ordnete die (einigermaßen) zusammenpassenden Gegenstände auf kleinen Häufchen. Dabei ergaben sich schon erste Verbindungen, wie zum Beispiel die vom Luftballon mit dem Styroporkranz, denn ein Mal aufgeblasen und wieder entleert (während Fiona das tat, kam die Idee…), dehnen sich die Herzhälften so, dass sie auch problemlos als Osterhasenohren durchgehen, die neugierig hinter einem süßen Osterkranz hervorschauen könnten. Wir holten uns für den Kranz noch ein bisschen gelbes und pinkes Masking Tape und selbstklebende Moosgummi-Buchstaben ins Boot, die wir gerade einen Tag vorher für keinen bestimmten Zweck gekauft hatten, und begannen zu kleben.
Wenn die Ideen sprudeln und man so beim Werkeln ist, bleibt das Fotografieren der einzelnen Schritte vor lauter Eifer auf der Strecke, aber den fertigen Kranz zeige ich euch gerne:

Die kleine Holz- und die größere Styroporkugel lagen auf einem zweiten Haufen, zusammen mit den Tontöpfen. Wenn es nicht zwei Töpfe gewesen wären, hätte die große Kugel einen wunderbaren Kopf auf dem großen, umgekehrten Topf abgegeben, aber wohin dann mit der kleinen Holzkugel…? Und wie ich noch so überlegte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: die beiden Kugeln gehören zusammen! Und weil wir thematisch schon mal bei Ostern waren, blieben wir auch gleich dort. Ein Stück Eierkarton wurde zugeschnitten und weiß angemalt, die Kugeln gelb gepinselt und die Heißklebepistole bemüht. Im hauseigenen Fundus begegneten uns noch ein paar Federn und Wackelaugen, die ebenfalls unter- bzw. angebracht wurden. Mit einem Stück von dem orangefarbenen Tonpapier als Schnabel war das Osterküklein dann perfekt:

Dummerweise fiel es ständig vornüber aus seinem Ei, weil der „Holzkopf“ schwerer ist als der Körper ^^
Aber die Heißklebepistole, mein neues Lieblingsspielzeug, kennt für alles eine Lösung…

Von den ursprünglichen 4 Häufchen waren inzwischen nur noch 2 übrig, aber die olle Spülbürste lag immer noch da. Ich drehte und wendete sie und sah sie vor meinem geistigen Auge schon als Hexenbesen oder Igel am Stil verarbeitet, aber wirklich osterlich schien mir das irgendwie nicht… Zusammen mit den Wäscheklammern und dem grünen Aquariumschlauch probierte ich ein wenig herum und hatte plötzlich eine Blume in der Hand! Den „Samenstand“ mit den Bürstenborsten (was für ein Wort!) haben wir gelb gestrichen und die Klammern als Blütenblätter in zartem Pink, ausgesucht vom Tochterkind. Die wurden dann rundherum angesteckt und fertig war der Blütenkopf. Der Bürstenstil ist nicht komplett rund in sich, sondern hat wie eine Art durchgängige Einkerbung auf der einen Seite. Damit ich den Blumenstil mit grünem Masking Tape abkleben konnte, habe ich den Aquariumschlauch genau in diese Einkerbung gedrückt. Selten passte etwas besser! Weil die Blume nun aber keine liegende, gepflückte sein sollte, brauchte sie noch ein Stück Wiese unter sich. Die geliebte Heißklebepistole befestigte das Bürstenende am grünen Tonpapier, nachdem der Stil mit dem Haufen gestapelter Watte stabilisiert worden war. Über der Watte fand der grüne Bastelfilz als Gras seinen Platz. Hier ist also das freistehende Spülbürstenblümchen:

Die Spülbürste war verbaut, jetzt konnte es so schwer nicht mehr sein, wären da nicht die beiden Tontöpfe gewesen… Das Naheliegendste, sprich: Moos in Topf, schien mir zu offensichtlich. Ich legte die Töpfe erstmal zur Seite und nahm mir stattdessen die zwei Stücke Pfeifenreiniger zum Denken. Wie ich die beiden in der Mitte geknickten (siehe Materialbild) orangen Teile so nebeneinander in der Hand hielt, sahen sie auf ein Mal aus wie Hasenohren. Ich schnappte mir den kleineren der beiden Töpfe, steckte einen Rest Watte hinein und die „Ohren“ durch die Watte und das kleine Loch im Boden hindurch, damit sie hielten. Garniert mit einem bisschen Moos on top war er fast fertig, der Hasenkopf! Ein Gesicht war schnell aufgemalt und der passende Körper für das Häschen gefunden: der größere Tontopf! Warum war mir das nicht gleich eingefallen?! Meine Lieblingspistole klebte nicht nur den Kopf an den Körper, sondern auch noch die Dekosteine als Knöpfe an den Bauch. Das orangefarbene Ostergrasplagiat wurde kurzerhand zur borstigen Schleife umfunktioniert und ebenfalls festgeklebt. Mit der Schnur, die bis dahin noch keinem Häufchen zugeordnet gewesen war, bekam er noch zwei Schlenkerbeine verpasst und sitzt seitdem mit baumelnden Hinterläufen auf unserer Wohnzimmerschrankwand. Ladies & Gentlemen, I proudly present:

Die Materialien bastelten sich so hintereinander weg, übrig waren zum Schluss noch etwas Moos und die Eierfarben, von Beginn an haufenlos. Es war wie damals beim Sportunterricht: die Farben und das Grünzeug saßen als Letzte auf der Bank und mussten dann wohl oder übel noch ein Team bilden ^^ Zwei Eier aus dem Kühlschrank wurden also noch schnell gekocht, rot-gestreift gefärbt und mit den übrigen Moosgummibuchstaben beklebt. Mein Mann wollte noch einen Haartrockner daneben halten („Ei-Föhn“), aber diesen billigen Apple-Witz konnte ich noch gerade so verhindern ^^ Das Moos habe ich in Einzelteile zerpflückt und mit Klebestift in mühevoller Kleinarbeit an dem Stück Eierkarton befestigt. Der Mann mit dem Föhn amüsierte sich währenddessen köstlich, fotografierte seine Frau bei dieser Tätigkeit und kommentierte ihr Basteln mit den Worten:
„Von Weitem sieht das aus, als würdest du gerade einen Joint bauen…“

 Als am Schluss tatsächliche alle Materialien untergebracht waren, konnte ich mir nicht mehr vorstellen, wie es noch anders möglich gewesen wäre, deswegen bin ich umso gespannter auf die Basteleien der anderen 4 teilnehmenden Blogger! Wir hatten jedenfalls großen Spaß an dieser Aktion und bedanken uns recht herzlich bei Kerstin, dass wir dabei sein durften!

Und was hättet ihr aus diesen „Zutaten“ gezaubert?
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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

10 Kommentare zu „Das Bastel-Experiment“

  1. Ich bin auch – wie immer! – beeindruckt. Und ich habe viel gelacht beim Lesen.

    Mein absoluter Favorit: Die Spülbürstenblume. Die ist toll, ich finde, die könnte man genau so verkaufen. Hast du schon einmal über eine Zukunft als Spülbürstenblumenkünstlerin nachgedacht? 😀

    Aber auch die anderen Bastelwerke sind total klasse – und dieser Text, Vivien, ich finde, wir sollten unbedingt noch eine zweite Runde starten und du musst dabei sein. Über den Ei-Föhn komme ich gerade übrigens gar nicht mehr hinweg. *lach*

    Toll gelöst und schön, dass du beim Abenteuer Basteln ohne Anleitung dabei warst! 🙂

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  2. Ihr seid soo lieb, vielen vielen Dank für euer Lob!! Das Basteln an sich hat ja schon großen Spaß gemacht, aber das Lesen eurer netten Kommentare macht mindestens genauso viel :-* Merci!

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