Best-Of April

Der Monat ist fast vorbei, Zeit für das zum Ritual gewordene Best-Of!
Letztes Jahr Ende April saßen wir in kurzen Strandkleidchen eisessend im Garten und haben die Füße in den Kinderpool gehalten. In diesem Jahr ist daran noch nicht wirklich zu denken. Das Wetter war ziemlich durchwachsen, von 26°C bis Nachtfrost. Auch momentan ist an kurze Kleidchen noch nicht wirklich zu denken, aber immerhin konnte die Grillsaison, mein Monatshighlight, trotzdem starten! Wenn die einmal eröffnet ist, grillen wir in einem Monat so viel, wie andere im ganzen Jahr nicht, aber dieses gemütliche Beisammensitzen ist einfach der Inbegriff von Wochenende, Freizeit und Erholung. Eis gab es natürlich auch trotz des kühlen Wetters schon und der Sandkasten wurde dieses Wochenende auch neu bestückt.

 
Was sonst noch so los war (bzw. wovon ich noch nicht hier im Blog berichtet habe) seht ihr im Best-Of in Bildern:
 
Wir haben in einer Samstagsaktion mit der Familie den Garten wieder sommertauglich gemacht, Schnecken gesammelt, Blumen gepflanzt und Fiona hat vor dem Essen einen „Gruß aus der Küche“ geschickt (u.l.): „Super-Suppe“ – mjam, schön kross, die Tannenzapfen ^^
 
 
Wir haben mit Badewasserfarben experimentiert und festgestellt, dass Blau und Rot
zusammen tatsächlich lila Wolken Wasser zaubern 🙂
 
 
 
Wir haben Gebrauch von unserer Tierpark-Jahreskarte gemacht und den pinken Vögeln, den Katzenbären, Stachelschweinen, Elefanten und Nashörnern einen Besuch abgestattet, erstmalig mit ausgeliehenem Bollerwagen. Tolle Sache! Auf dem großen Spielplatz, auf dem man mit dreieinhalb Jahren nun schon Vieles ganz ohne Mamas Hilfe machen kann, wurde natürlich auch wieder viel Zeit verbracht. Und beim Gehen kamen wir nicht drum rum, eine Biene Maja zu adoptieren und während der ganzen Rückfahrt die hintere Reihe im Auto singen zu hören: „In einem unbekannten Land…“.
Finde es übrigens immer wieder lustig, wie es Paare nach dem positiven Schwangerschaftstest in Tierparks und den Zoo zieht (mich eingeschlossen, ca. 3.Monat, ein Bauch war noch nicht mal zu sehen ^^). Als ob man sich genau dort am Besten einstimmen könnte auf das, was einen in den nächsten Jahren erwartet („Mamaaaaa, ich will nicht zu den Giraffen, ich will lieber ein Eiiiiis!“), waren auch bei unserem Besuch viele Kugelbäuche und Mamas mit ganz kleinen, schlafenden Tragebabys unterwegs. Beim allerersten Tierparkbesuch war Fiona ein halbes Jahr alt. Der lief so ab: Mama und Papa gehen in den Tierpark, Fiona schläft auf den 50m vom Auto in den Park ein. Mama und Papa gucken Tiere, Fiona schläft. Mama und Papa essen Mittag, Fiona trinkt eine Flasche. Mama und Papa gucken weiter Tiere, Fiona schläft. Mama und Papa sind von den vielen gelaufenen Kilometern abends fix und fertig, schlafen auf der Couch ein, Fiona ist wach, Party! ^^
 
 
 
Wir haben auf Fionas ausdrücklichen Wunsch hin das kleine Akkordeon ausprobiert und (siehe links) „Katzenmusik“ gemacht – haha
 
 
Fiona hat diesen Monat wieder viel gemalt und geschrieben und ist im feinmotorischen und sprachlichen Bereich, wie im jährlichen Entwicklungsgespräch im Kindergarten bestätigt wurde, sehr weit entwickelt und liegt über der Norm. Beherrschen müsste sie laut Tabelle beispielsweise das Zeichnen eines geschlossenen Kreises, das Zählen bis 5 (sie zählt mittlerweile schon auf Englisch), das sichere Halten von Besteck und das Öffnen und Schließen einer Streichholzschachtel. (Letzteres konnte sie anfänglich nicht, weil sie in ihrem Leben noch nie eine Streichholzschachtel gesehen hatte und ich auch nach wie vor der Meinung bin, dass ein 3-jähriges Kind besser nicht mit einer Streichholzschachtel umgehen können sollte.) Sie spielt und beschäftigt sich, wie auch schon im letzten Jahr, oft und gerne allein mit sich selbst, hat aber auch erste „feste“ Freundinnen gefunden. Wirkliche Defizite hat sie glücklicherweise keine, allerdings ist sie beim Anziehen oft ein bisschen faul, träumt vor sich hin und steht dann als Letzte der Gruppe immer noch in Hemd und Schlüppi da und weiß gar nicht, was sie eigentlich machen wollte; „Bummel-Liese“ nennt man das bei uns 🙂
 
Die Rollschuhe, die der Osterhase im Schnee „vergessen“ hatte, wurden vorsichtig angeschnallt und ausprobiert und so nach und nach funktioniert sogar das Spielespielen auch ohne non’schen Regelbruch immer besser. Auch das Roller- und Dreiradfahren, was so lange hat auf sich warten lassen, geht nun von dem einen auf den anderen Tag völlig problemlos. Mit dem Laufrad hat sie jedoch immer noch keine Freundschaft geschlossen. Ich schätze, das lässt sie einfach aus und steigt irgendwann auf ein richtiges Fahrrad um. Gekrabbelt ist sie ja auch nicht, sondern einfach aufgestanden und losgelaufen. Auf dem großen Trampolin wird bei schönem Wetter fast täglich gesprungen (ich bewundere ihre Kondition!). Jetzt übt sie auch schon kleine Tricks und kann seit gestern auf den Po fallen und mit dem Fall-Schwung wieder in den Stand hochkommen. Stolz wie Bolle!
 
 
 
Immer mittwochs ist im Kindergarten „Spielzeugtag“. Bisher hat sie Bagger, Bücher, Actionfiguren, Maltafeln und Pupskissen mitgenommen, letzte Woche war es auf ein Mal die Baby Born, die sich seit geschlagenen anderthalb Jahren in der Spielzeugkiste unbeachtet die Plastikbeine in den Bauch sitzt. Ich bin gespannt, wie lange diese neue Liebe anhält! Jedenfalls wird sie momentan herumgefahren, zugedeckt, gebadet, gefüttert und bekommt von ihrer Mama sogar Gutenachtgeschichten „vorgelesen“. Baby Born selbst staunt darüber mit offenem Mund…
 
 
 
Fionas Zitate-Best-Of darf an dieser Stelle natürlich nicht fehlen. Immer wieder gut und immer wieder so plötzlich aus dem Hinterhalt, dass ich die Lachtränen manchmal nicht zurückhalten kann! Danke, mein Kind 😉
Fiona ist 3 Jahre und 6 Monate alt.
 
 
„Fiona, Emily kann heute doch nicht kommen, sie ist leider krank und hustet ganz viel.“
– „Aber wenn Emily hustet, kann ich mich doch einfach verstecken!“
 
„Was gab es denn heute zum Mittag im Kindergarten?“
– „Kartoffel-Pulver mit Apfelmus.“
 
Anderes Kind sagt in der Garderobe zu seiner Mutter:
„Guck mal, Mama, das ist Viona!“
Nono: „Ich heiße FIONA, mit Eff!“
 
Ich singe die Melodie von „Schwanensee“.
Fiona: „Das ist von Hinter Alien Tschaikotzki!“
(Peter Iljitsch…)
 
Ich (morgens): „Hey, Nono, warum guckst du so zerknittert?“
Fiona: „Meine Augen sind ein bisschen salzig, weil ich nicht so gut geschlafen habe…“
 
„Mama, ich hab ein bisschen Bauchschmerzen.
Kannst du mir so ein Hirschkernkissen warm machen?“
 
Auf der Straße läuft eine alte Frau ohne Kopfbedeckung.
„Guck mal, Mama, die Frau hat eine weiße Mütze auf!“
 
In einer Kinderzeitung waren als Special zwei Spielfische mit einem Netz.
Ich: „Und wie sollen die heißen?“
Nono: „Mozart und Crescendo.“
(Crescendo ist ein italienischer Begriff aus der Musik und bedeutet „lauter werden“)
 
Wir spielen Knopf-Mau-Mau.
Man kann entweder einen Knopf in der gleichen Farbe oder der gleichen Form legen.
Sie fühlt blind im Knopf-Beutel und ruft: „Ich habe einen gelben gefühlt!“
 
„Nono, du hast dich ja mit Joghurt bekleckert!!“
– „Ja, ich habe den Deckel abgemacht und dann ist er einfach rausgeschissen!“
(schieße – schoss – geschissen, why not?)
 
Eines Morgens:
„Mama, ich bin noch sehr müde!“
– „Ja, ich auch.“
Sie drückt meinen Kopf zurück aufs Kissen und sagt:
„Na dann leg dich wieder hin…“
 
Momentan gibt es bei uns oft gezuckertes Obst.
„Mama, machst du mir salzige Erdbeeren?“
 
„Was ist das für ein Vogel?“
– „Das ist ein Pfau.“
„Quatsch, Mama, das ist doch kein Buchstabe!!“
 
„Was gab es heute zum Mittag?“
– „Es gab etwas sehr Schwabbeliges.“
(Germknödel)
 
Wir schauen ausnahmsweise ein bisschen zusammen DSDS.
Die schweizer Schlagerprinzessin singt „Du fängst mich auf und lässt mich fliiieeegen…“.
Fiona ganz entrüstet: „Aber man kann doch nicht Erwachsene fliegen lassen!“
 
„Bald ist in der Kita Entwicklungsgespräch, da sagt mir Frau S., was du schon besonders gut und, was du noch nicht so gut kannst. Was kannst du denn noch nicht so gut?“
Fiona überlegt eine Weile und sagt dann ganz ernst:
„Ich kann noch nicht alleine in ein Flugzeug gehen und Pilot sein.“
 
„Nono, ihr könnt ja nachher Vater, Mutter, Kind spielen.“
– „Wie geht denn das?“
„Na, du könntest z.B. die Mutter sein und die BabyBorn das Kind.“
– „Ja, genau! Dann ist Leon der Vater und Jasper die Oma.“
 
Fiona hilft sehr gerne beim Blumen pflanzen, deswegen habe ich ihr eine kleine
Gartenarbeitstasche gekauft mit Harke, Schippe, Schaufel und Kinderhandschuhen.
Fiona: „Bekomme ich heute noch meine Arbeitsüberraschung?“
Ich: „Ey, woher weißt du das denn schon?!“
Fiona: „Sasa hat mir das erzählt. Die ist ganz schön petzig!“
 
Wir wollen zu einem bekannten Drogeriemarkt mit rotem Logo.
Fiona: „Gehen wir heute wieder zu dem Rostladen?“
 
Sie sitzt krumm, guckt an sich runter und stellt fest:
„Mama, ich kann meinen Bauch knicken!“
 
Ich möchte ihr in der Spielzeugküche einen Kaffee abkaufen.
Sie zieht ihn über die Kasse und meint trocken: „Es kostet 25 Meter.“
 
Fiona sieht mein Tattoo im Nacken und stellt erschrocken und mit mahnendem Zeigefinger fest:
„Mama, du hast dich aus Versehen angemalt!!“
 
 
 
Und zum Schluss noch die Top 10 der skurrilsten Suchanfragen, über die die Leute auf meinem Blog gelandet sind:
 
„Kuscheltiere mit Glubschaugen, Schwanz und Kostüm“ 
– vielleicht lieber mal im Fetisch-Fachgeschäft nachfragen? Ach, oder meint ihr Build-A-Bear…? 😉
 
„Wie kommt Wasser in meine Lunge“
– also wenn es schnell gehen soll, empfehle ich Untertauchen und einfach nicht mehr hoch kommen.
 
„90-60-90 nackt“
– weder noch, sorry. Simple Solution: Barbie ausziehen.
 
„zugenähte Ohrlöcher“
– Aua! Die „nähen“ sich mit der Zeit von ganz alleine zu.
 
„Mendelsche Regeln blaue und braune Augen“
– gibt höchstwahrscheinlich braun. In Fionas Fall aber blau.
Ausnahmen bestätigen die Erbsen, oder wie war das..?
 
„Karat Lyrik uns hilft kein Gott unsere Welt zu erhalten“
– da gehe ich ganz karatkonform. Kennt ihr die neue Hornbachwerbung?
„Himmel, Erde, Licht, Wasser. Und jetzt du!“
 
„Kind rennt in TV“
– nicht empfehlenswert, ein bisschen viel 3D.
 
„Weihnachtsmann überholt“
– da stellt sich mir doch die Frage: aktiv oder passiv? Überholt er oder wird er überholt?
So ein Weihnachtsmann muss ja irgendwie mit Lichtgeschwindigkeit reisen, wenn er an einem Abend im Jahr die ganze Kinderwelt mit Präsenten beliefern will. Kann mir die passive Version also eher schwer vorstellen. Für die andere gilt: in jedem Fall Vorfahrt gewähren!
 
„Klobürste“
– was genau erwartet man, wenn man in die Suchmaske „Klobürste“ eingibt (im Selbstversuch getestet!)? Dass Wikipedia einem verrät, wozu man sie benutzt, wie sie andernorts genannt wird (mein Favorit sind die Österreicher mit dem „Klobesen“ – da bekommt die „Kehrwoche“ eine ganz neue Bedeutung, uerks!) oder, dass die Urgroßmutter der Klobürste „Xylospongium“ genannt wird und mit dem Glockenspiel so ziemlich wenig gemeinsam hat…?
 
„Messitum Kinder“
– ja, das ist eine Krankheit, die wohl jeden durchschnittlichen Haushalt, in dem Kinder leben, ein Mal befällt. Ich berichtete hier kürzlich über die sprunghafte Vermehrung der Kuscheltiere. Besonders schlimm inzestuös sind auch Überraschungseierfiguren, gesammelte Steine, bemalte Blätter und einzelne Socken…
 
 
Ich hoffe, ihr hattet mit diesem Monat auch so viel Spaß wie wir! Der neue, bei uns ganz im Zeichen der Musik mit der Teilnahme am World Music Festival in Innsbruck, startet mit einem Feiertag, das kann ja nur gut werden 😉
Advertisements

Frage-Foto-Freitag

Heute ist Gute-Laune-Freitag mit tollem Wetter und 5 neuen Fragen von Steffi. Hier sind sie:

1. Woran hattest du diese Woche Spaß?
 
 
An einer entspannten Latte in der Sonne und einem unglaublich lustigen Buch mit
exakt meinem Humor. Selten so gelacht!
 
 
2. Was geht am Wochenende?
 
 
Proben mit den Liebsten, Sandkastensaison einläuten und viel Zeit im Garten verbringen.
 
 
3. Der Hit?
 
 
Der dicke Obelix-Aufnäher für ein nicht mehr
zeitgemäßes, rundes Logo, was es zu überdecken gilt 😉
 
 
4. In Planung?
 
 
Grillen heute Abend – wird wohl nicht das letzte Mal
gewesen sein an diesem Wochenende 😉
 
 
5. Und sonst so?
 
 
Endlich Frühling in der Stadt – juhuu!
 

Habt ein schönes Wochenende und lasst es euch gut gehen!

Du bist was du fährst

Dass Menschen ihren Hunden meist ähnlich sehen, bzw. sie also unterbewusst beim Kauf des Tieres nach sich selbst suchen, kennt man ja schon. Vor ein paar Tagen ist uns im Tierpark auch ein Prachtexemplar eines solchen Paares begegnet. Aber was hat das mit Autos zu tun?

Aus gegebenem Anlass ist heute Morgen auf den Straßen von Berlin die Idee zu diesem Post entstanden, denn beim Rundum-Scan durch die unruhig mit dem Gas spielenden Autos an der roten Ampel ist mir ein Mal mehr aufgefallen, wie ähnlich in der Gesamtheit Autofahrer ihren Fahrzeugen sind.

Kleine, süße Japaner, bei denen das Leben auf der Straße in den letzten 15 Jahren sichtliche Spuren hinterlassen hat, werden meistens von sehr jungen Menschen gefahren, was der ABI-2012-Aufkleber auf der Heckscheibe oft bestätigt. Sie sind klein, kompakt, ein bisschen unerfahren und voller Lebensenergie, genau wie ihre jugendlichen Fahrer. „Ich war jung und …äh…brauchte das Geld für was anderes….“ 🙂

Den Franzosen geht es wie damals den gepuderten Perückenträgern im Barock: außen hui, innen pfui. Mein erstes Auto, ein heißgeliebter Peugeot 206 mit schlankem Gesicht, wunderschönen Katzenaugen und rundem Apfelpo, war für mich damals optisch der große Wurf, aber wenn ich allein die Enddarm-Operationen zähle, die er an seinem Auspuff in unseren gemeinsamen 5 Jahren hatte, ist an dem gängigen Vorurteil über französische „Wertarbeit“ vielleicht doch etwas dran. Über Citroen kann ich nichts sagen, freue mich nur immer hämisch über die Fahrer, wenn sie erwähnen, welches Auto sie haben. Vielleicht gibt es „Zitröhn“ ja bald als neue Sorte im Eisladen…

Deutsche Mittelklasse-Autos wie Fords, Opels oder VWs werden in der Regel von Menschen gefahren, denen nicht soo wichtig ist, wie ihr Auto aussieht, solange es fährt. Mit deutscher Gründlichkeit gebaut, leisten sie ihren „Herrchen“ oder „Frauchen“ oftmals viele Jahre treue Dienste, bis dann eines Tages auf der Autobahn, kurz bevor man das begehrte H-Kennzeichen ergattern könnte, die Räder winkend an einem vorbeirollen…
Oft sind es sogar die Leute, die sich durchaus auch einen teureren Wagen leisten könnten, das aber nicht tun, weil sie ihr Auto nicht als Prestigeobjekt sehen, sondern als praktischen Kumpel vor der Tür, der einen täglich begleitet, ein Gebrauchsgegenstand im Understatement. In meinem Fall war für die Auswahl des Fahrzeuges (VW Golf Variant) übrigens nur ausschlaggebend, ob 8 Schülerakkordeons problemlos in den Kofferraum passen. Damit tat sich der darmkranke Peugeot ein bisschen schwer („Koffer-was?“)…

Italiener müssen im Straßenverkehr besonders eines sein: schnell! Wer in Italien schon mal Auto gefahren ist, der wird wissen, was ich meine. „Rechts vor Links“ scheint da bloß ein grober Vorschlag zu sein. in Italiens Großstädten herrscht eine wahre Kindergartenmentalität: wer am lautesten hupt, hat am meisten recht. Und wer zuerst fährt, fährt zuerst. Bumms. Das Dreirad mit Motor, die berühmte italienische Ape, ist der beste Beweis für die Wendigkeit, die ein Italiener haben sollte. Und ich bin mir sicher, wenn wir nicht hingucken, fährt sie an der Seite Flügel aus und hebt einfach ab. Phonetisch hübsch-sinnliche Marken wie Lancia oder Alfa Romeo sind vermutlich ideale Autos für hektische Menschen mit Hummeln im Hintern und notorische Zuspätkommer. Und der gegen die anderen Markennamen ein bisschen plumpe „Fiat“ ist wahrscheinlich der Versuch, Deutsch zu sprechen und das Verb „fahren“ zu konjugieren: er/sie/es fiat.

Ein paar Vertreter der deutschen Upper-Middle-Class, also AUDI, Mercedes und BMW wollen dem Fahrer – und das ist jetzt subjektiv und spekulativ – nur eines sichern: die linke Spur auf der Autobahn. Wie sang der schwäbische Lokalpatriot Wolle Kriwanek so schön und aus vollster Kehle? „I fohr Daimler, d’Stroß g’hert mir…“
Running Gag vor vielen Jahren war es, Abkürzungen von Automarken kreativ zu entschlüsseln. Bei BMW sagte man „Bring mich Werkstatt“ und freute sich wie ein Schneekönig darüber. Sicher sind die Autos der Upper-Middle-Class nicht nur besonders teuer, sondern auch besonders sportlich, schnell und zuverlässig, aber was bringt mir ein dicker Schlitten mit allerhand Schnickschnack, wenn ich mit ihm und einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 25km/h im Stadtverkehr von Ampel zu Ampel gurke, während sich ein windschnittiger Italiener in jede Lücke drängelt? Dass ich beim Warten wenigstens bequem sitze…? An den Geschichten vom Auto des Mannes als Phallus-Symbol ist vielleicht auch etwas dran, wer weiß. Wer sich so ein Symbol in die Garage stellen möchte und kann, der soll das gerne tun, aber dann bitte nicht bei jedem Kratzer weinen, ok? 😉

Auf die richtige Upper-Class, bei der ich nicht mal die klangvollen Namen der Autos aus dem Gedächtnis fehlerfrei aufschreiben kann, verzichte ich an dieser Stelle, denn auf den Straßen begegnen die mir selten bis nie. Einzig der Hummer wird ab und zu im Stadtbezirk spazieren geführt. So breit wie er ist und so viel wie er „frisst“, frage ich mich allerdings, warum man ihn nicht „Whale“ getauft hat, wäre passender. Überholen kann der Hummer übrigens, in dem er einfach über das Plankton, also die ganzen anderen Autos, drüber weg fährt. Und zack, schon wieder Erster an der Ampel…

Zwei Extreme verdienen in dieser Aufzählung einen Extraplatz: der Jeep und der Smart.
Wer nicht gerade geführte Schlammtouren an der Nordsee oder Schwarzwaldrallyes zu seinen Hobbys zählt, sondern einen Jeep in der Stadt fährt, weil es sich so nach Abenteuer anfühlt, ist zumindest mal bestens vorbereitet, falls das kleine putzige Säbelzahneichhörnchen aus Ice Age irgendwann mal wieder versehentlich am Erdkern schraubt und sich die Platten so verschieben, dass Berlin plötzlich Gebirge hat. Mein Papa fuhr übrigens mal einen, aber die verdammten Berge kamen einfach nicht!
Smarts, diese kleinen praktischen Einkaufswägen, die man notfalls mal schnell seitlich mit der Hüfte zum Parken in einen Fahrradständer schieben kann, sieht man hier gerade wie Sand am Meer. Letztens begegnete mir einer von der Autovermietung mit der Aufschrift: „Car 2 Go“. Ob sie da so genau darüber nachgedacht haben, was der Slogan aussagt? Gestern stand an der Ampel einer vor mir mit dem Kennzeichen H-OS, denn viel größer als eine Hose ist er tatsächlich nicht ^^ Die Krönung war aber Fiona, die, nachdem ein Smart an ihr vorbeigefahren ist, laut lachte und mich fragte: „Hahaha, Mama, was war denn das für ein Auto?!“

Ich glaube, jeder, der eins hat, wird sein Auto zu schätzen wissen, ihm ggf. sogar einen liebevollen Namen geben und über die kleinen Eigenheiten oder Schwachstellen großzügig hinwegsehen. Denn 4 Räder sind in jedem Fall besser als keins! Bei manchen Autos allerdings, die es in die Top 25 der hässlichsten Autos weltweit geschafft haben, fragt man sich wirklich, ob ein Fahrrad nicht die bessere Alternative gewesen wäre. Autobild urteilt mit den Worten „Was ist das – eine gecrashte Seilbahnkabine? Ein Bügeleisen für Asphalt?“ und hat damit beim Partymobil Honda Fuya-Jo nicht wirklich unrecht. Diese Galerie ist wirklich sehenswert. Und ich hoffe, spätestens da gibt es zwischen Mensch und Auto keine Ähnlichkeiten mehr….

auf der Straße gesehen – hier liebt wohl jemand sein Auto…ähm, im übertragenen Sinne.

Was fahrt ihr und seid/wart ihr euren Autos auch irgendwie ähnlich in Aussehen oder Eigenschaften?
Ich freue mich auf Meinungen!

Die Top 5 der Jugendwörter

„Das Alte klappert, das Neue klingt.“ sagt ein Sprichwort. Gilt das auch für die Sprache der Jugendlichen?

Kürzlich las ich beim Spiegel online, dass der Langenscheidt-Verlag die Top 5 der Jugendwörter 2012 gewählt hat. Erschreckend: ich kannte kein einziges. Bin ich wirklich so alt?!

Auf Platz 5 landete „Komasutra“ als Bezeichnung für den „versuchten Geschlechtsverkehr zwischen zwei sehr betrunkenen Personen“. Der hat dann zwar vermutlich mit dem eigentlich zugrunde liegenden Wort nicht mehr viel gemeinsam, aber lasse ich als kreativen Neologismus gerne durchgehen.

Platz 4 geht an das Verb „wulffen“, was in Anlehnung an den ehemaligen Bundespräsidenten so viel bedeuten kann wie „jemandem die Mailbox vollquatschen“, „lügen“ oder „auf Kosten anderer leben“. Auch dafür gibt es von mir einen Kreativitätspunkt, obwohl ich bezweifle, dass alle Nutzer dieser Wortschöpfung wissen, dass sich El Presidente von dem Tier nicht nur durch den Vokal, sondern auch durch die Konsonantenverdopplung unterscheidet…

Auf der Nummer 3 landet „Yalla!“, ein aus dem Türkischen entlehnter Ausruf, der das Gegenüber zum Beeilen bewegen soll. Kurz und knackig und auch mit 2,4 Promille im Turm noch unfallfrei rauszubringen, was will man mehr?

Die Silbermedaille geht an den in ein niedliches Zweibuchstabengewand gehüllten Fluch „FU“, im Ursprung bestehend aus zwei Wörtern: einem unschönen mit „f“ und „you“. Für meinen Geschmack ist es gerade die spannungsgeladene Aussprache des F-Wortes, was dem Fluch die richtige Würze verleiht. Werfen sich Halbstarke hingegen nur noch ein hingerotztes „FU“ an den Kopf, dürfte das mit zischendem „F“ in etwa so klingen, als würde ein Papierflugzeug vorbeifliegen. Nun ja.

Und ganz oben auf dem Treppchen, also das Jugendwort des Jahres 2012, ist „YOLO“. Das ist kein Spielzeug mit einer langen Schnur und auch kein neues Musikgenre. Yolo ist eine Abkürzung für „You only live once“, also im Grunde „Carpe Diem“ auf Neudeutsch, unter Buddhisten mit Sicherheit umstritten. Auf der Straße ist es mir noch nie begegnet, wohl aber in Statusnachrichten beim Gesichtsbuch. Ich hatte es erst fälschlicherweise für eine Weiterentwicklung von „lol“ – laughing out loud – gehalten, hätte jedenfalls in die Stat.. (Mehrzahl von Status? Staten? Stati? Statusse(n)?) auch gepasst. Yolo scheint die Universalentschuldigung für die heutige Jugend zu sein: man kann nur bereuen, was man nicht getan hat, #yolo. Nimmt man nach der Diät wieder zu, könnte man das demnach als „Yolo-Effekt“ bezeichnen. Schei* auf die Kilos, schließlich lebt man nur einmal ^^

Apropos Essen – weil wir gestern Abend ausnahmsweise mal keine Ensembleprobe hatten, habe ich mich der Sache angenommen und den Bitte-bügel-mich-Stapel auf dem Wohnzimmerstuhl verkleinert. Um dabei ein bisschen seicht unterhalten zu werden, schaltete ich Heidi Klums Möchtegernmodel-Show ein. Ich gucke ja zum Entspannen abends auf der Couch auch viel Müll im Fernsehen, bei dem man nicht denken muss, aber GNTM sprengt da echt den Rahmen des Erträglichen. Dünn sind sie ja alle so, dass man sich nicht wundern müsste, würde der Lichtkegel auf dem Laufsteg noch die komplette Wand hinter dem Model beleuchten. Aber als dann ein schlankes Mädchen mit 98cm Hüftumfang von der Jury nachgemessen wurde und das sagenhaft-utopische Fettleibigkeitsmaß von einem ganzen Meter festgestellt wurde, herrschte erst mal geschockt-betretenes Schweigen, nur unterbrochen vom leisen Schluchzen der „Fetten“. Was macht dieses Ideal mit den ganz normalen Teenies vor dem Fernseher? Finde ich bedenklich, da hilft dann auch „yolo“ nicht mehr.
Aber auch sonst: was ist das für ein seltsames Format? Die Shootings sind ja ganz nett und es entstehen wirklich schöne Bilder, aber die restlichen 90min Sendezeit verlangen vom Zuschauer eine relativ hohe Toleranzgrenze, um nicht umzuschalten. Da stößt der Ellenbogen der Einen an die Haarspange der Anderen und schon ist Krieg. Als ultraprominenten Gast hat sich Heidi einen Victorias-Secret-Engel eingeladen, der den 16-jährigen Hüpfern beibringen soll, wie man sexy läuft. Der Engel betrat den Raum und ich wette, dass 80% der Damen zwar mit offenem Mund gestaunt haben, aber bis zur Nennung des Namens keinen blassen Schimmer hatten, wer zur Hölle das gewesen ist. Bikini-Hase Alexandra Ambrosio wippte danach lasziv über den Catwalk, räkelte sich in einer Federboa und guckte mit halboffenem Schmollmund sparsam in die Kamera. Cut.
Am Ende der Folge stehen die beiden Jüngsten der Top 10 auf der Abschussliste: eine „Kirchenmaus“, die zwar nicht gut laufen kann aber so abseits des jugendlichen Mainstreams ist, dass Heidis Muttergefühle überschwappen und ein „wenig wandlungsfähiges“ Blondchen, das sich für 16 schon relativ sexy bewegen kann, aber sonst nicht viel. Bevor wir erfuhren, wer von den beiden seinen Koffer packen darf, lief schon der Abspann. Muss Heidi mit solchen nervigen Cliffhangern sichern, dass die Leute auch nächste Woche wieder einschalten…? Für mich war es definitiv die erste und letzte Folge Zickenclub in diesem Jahr. Vielleicht ist man da auch sensibler, wenn man mal im Kindergarten gearbeitet hat („Der Quentin-Maurice-Anthony hat mich gekniffen! Wääähhhhh…“) ^^

Something Special (+Verlosung)

Ich lese gerne. Und viel.
Pardon: ich las gerne und viel.
Heute komme ich leider nicht mehr so oft dazu, wie ich eigentlich gerne möchte. Und obwohl mein noch ungelesener Bücherstapel schon ziemlich beachtlich ist und die To-Read-Liste immer länger wird, kann ich am Buchladen einfach nicht vorbeigehen. Und wenn ich nur ziellos durch die Reihen streife, die aktuellen Neuerscheinungen im Vorbeigehen scanne und ein paar Buchrücken von ansprechenden Covern oder Titeln lese um sie danach wieder zurückzulegen – es ist das Gefühl eines Buches in der Hand, die harten Seiten, das geräuschvolle Blättern, der typische Geruch – naja, Junkie eben. (Einen Ebook-Reader habe ich übrigens nicht, aber dafür die Kindle-App auf dem iPhone. Eigentlich ist die nur für’s Gefühl, immer ein Buch „in der Tasche“ zu haben und zwischendurch mal 3 Zeilen lesen zu können. An der Umsetzung im Alltag scheitert das aber auch meistens.)
Wie ich also so durch die Buchhandlung schlenderte und im Grunde wusste, dass ich kein neues Buch kaufen darf, weil ich genug ungelesene zu Hause habe, begegnete mir DAS Buch:

ein unscheinbarer grauer Einband mit weißer Schrift und einem kleinen gelben Umschlag im unteren Drittel, auf dem Situationen und Gefühle beschrieben sind, die mich sofort ansprachen.
Ich schreibe ja sonst nie über Bücher, es sei denn im Rahmen einer Aktion von Blogg-dein-Buch, aber da muss ich es rezensieren, wenn ich es zugeschickt bekommen habe. Dieses Buch ist anders. Es ist so außergewöhnlich, dass es mich im Grunde zwingt, es mit euch zu teilen.
„1000 Gefühle, für die es keinen Namen gibt“ von Mario Giordano – ich schlug die erste Seite auf:

1. Das Glück beim ersten Blick aufs Meer.

Ich stand mitten im Laden, schloss die Augen, atmete tief ein, vergaß dabei das Gewusel um mich herum für einen Moment und spürte genau dieses Glück. So intensiv, dass ich das Meer beinahe hören konnte.
Ich schaute weiter und blätterte mich einmal durch die gesamte Gefühlswelt:
von der „Dankbarkeit, keinen Krieg zu erleben“ über die „sadistische Freude beim Erschlagen einer Mücke“ bis zu der „Panik, es möglicherweise nicht mehr rechtzeitig aufs Klo zu schaffen“ und zum „Kino im Kopf, wenn man an der Supermarktkasse den Einkaufswagen des Vordermanns durchscannt“. Wenn man die nummerierten Gefühle einfach so hintereinander weg liest und den Kopf abschaltet, hat dieses Buch keinen Sinn. Wenn man sich aber darauf einlässt und sich die beschriebenen Situationen wirklich vorstellt bzw. sich zurückerinnert, wird das Lesen eine abenteuerliche Reise in das eigene Ich und die ganze Bandbreite der Emotionen. Die meisten der beschriebenen Gefühle hat man sicher schon irgendwann ein Mal erlebt („Die Scheu vor dem Drücken des Klingelknopfes“?) und die, die man nicht selber erleben durfte, kann man sich nur allzu gut vorstellen („Der Stolz, dass du 1989 auch auf der Berliner Mauer gestanden hast.“). Auch gegensätzliche Gefühle, die garantiert jeder kennt, sind dort aufgelistet, möglicherweise vor dem Kettenkarussel: „Die Trauer darüber, niemals mehr ein Kind sein zu dürfen.“ oder beim Zubettgehen nach dem Sandmann: „Die Erleichterung, niemals mehr ein Kind sein zu müssen.“
Ich würde gerne vorne anfangen und einfach alle Gefühle hier für euch aufschreiben, weil im Prinzip fast jedes diesen „Aha-Effekt“ hervorruft, aber das würde erstens den Rahmen sprengen und zweitens dem Autor wohl eher nicht so gut gefallen 😉
Wer also mal etwas ganz anderes lesen möchte, was so besonders ist, dass es in keine Kategorie passt, der sollte sich die „1000 Gefühle“ unbedingt zulegen! Es ist Lebenshilfe, kurzweiliges Vergnügen und bester Freund im Taschenbuchformat. Ohne das abwertend zu meinen (im Gegenteil!), ist es auch als Klolektüre bestens geeignet, denn man kann irgendwo in der Mitte anfangen zu lesen oder einfach wieder von vorne anfangen, wenn man vergessen hat, wo man beim letzten Mal aufgehört hat ^^

Seitdem ich es gelesen habe, gehe ich mit einem ganz anderen Blick durch die Welt. Ich nehme genau solche Gefühle viel bewusster wahr und vor meinem geistigen Auge poppt dann jedes Mal ein Fenster auf mit der dazugehörigen Beschreibung. Ein Hoch auf den Notizblock im Handy!
Hier mal eine kleine Auswahl meiner Alltagsgefühle:

Das Glück über die erste Frühlingssonne.
Die Wiedersehensfreude beim Abholen vom Kindergarten.
Die Erinnerung an das grenzenlose Freiheitsgefühl beim Anblick eines Motorrollers.
Der intensive Geschmack von Obst, nachdem man eine Weile auf Süßigkeiten verzichtet hat.
Die Schönheit der ersten floralen Farbtupfer auf der Schneewiese.
Die Genugtuung, wenn der blöde Automatik-Sprüher im Bad nur noch müde vor sich hin röchelt.
Die Fassungslosigkeit über das Ausmaß eines Stromausfalls.
(Ach, dann mach ich mir erst mal einen Kaffee….äähh…nein)
Das wohlige Prickeln im Mund beim ersten Eisbechers des Jahres.
Die Wut über die löchrige Tüte Perlen, die sich gerade über den Fußboden ergießt.
Die Panik, wenn man vom Kind geweckt wird mit den Worten „Ich habe ein F auf die Couch geschrieben!“.
Das leichte, befreite Gefühl am Freitag Nachmittag.
Die Hoffnung, auf der Rückfahrt nicht in genau den Stau auf der Gegenseite zu kommen.
Der Ärger über die tollen Schuhe, die es nur bis Größe 36 gibt.
Die kleinen Glücksstromstöße bei 23 Grad „kaltem“ Meerwasser, wenn die Luft zu Hause -17 hat.
Die Freude über das erste Rasenmähersurren im Frühjahr.
Das sommerliche Feriengefühl beim Riechen von Gegrilltem.
………to be continued………
 
Weitere Gefühle werden übrigens auf der Fanseite gesammelt, wie ich gerade gesehen habe.
 
 
Und jetzt kommt das Beste: der Berlin-Verlag hat sich bereit erklärt, ein Exemplar dieses tollen Buches für eine Verlosung an meine Leser bereitzustellen!!!!
Vielen Dank an dieser Stelle!
 
Um mitzumachen seid ihr 1.) bitte regelmäßige Leser meines Blogs
und hinterlasst 2.) unter diesem Post einen Kommentar, in dem ihr mir erklärt, weshalb genau ihr dieses Buch gewinnen wollt.
Extralose gibt es, wenn ihr den Link zum Gewinnspiel auf eurer Facebookseite teilt oder auf eurem Blog darüber berichtet. (bitte im Kommentar erwähnen)
Teilnehmen könnt ihr eine Woche, bis einschließlich 24.04.2013. Viel Glück!

Die große Liebe

Mit dem ersten Kind ziehen sie in die Wohnung ein.
Sie kommen nicht alle auf ein Mal, sondern Stück für Stück.
Hier mal eins, da mal eins: ach ist der nicht süß…? Mama, den möchte ich unbedingt haben!
Nach und nach bevölkern sie erst das Kinderzimmer und irgendwann die ganze Wohnung.
Will sich das Kind mal so richtig stinkwütend und trotzig mit Schwung in die Ecke werfen, wird nichts passieren, denn die Ecken sind bunt gepolstert.
Lauter niedliche Knopfaugen gucken unschuldig von den Regalen und feiern wilde Partys, wenn wir nicht zu Hause sind. Anders kann ich mir das Chaos in deren Reich beim besten Willen nicht erklären. Da wird lustig mit Spielzeugbaggern geworfen, es werden heimlich Stiftspitzen abgebrochen, Pixibücher geknickt und Murmeln unters Bett gekullert.
Ginge die Entwicklung so rasant weiter, wie in den ersten paar Jahren, würde mir wohl irgendwann Teddy persönlich am Abend die Tür aufmachen und mir die Jacke abnehmen. Ihr ahnt es sicher schon: die Rede ist von KUSCHELTIEREN.

 
eine kleine Auswahl…

meine Kuh „Emma“, die Fiona immer
liebevoll „Elmar“ nennt nach
dem gleichnamigen Buch mit dem Elefanten ^^

Versteht mich nicht falsch: ich liebe Kuscheltiere, wirklich. Ich habe selber welche, die auch noch nicht in non’schen Besitz übergewandert sind, die werden höchstens mal zum Kuscheln geliehen. Aber irgendwann ist der anfangs noch recht übersichtliche Bestand explodiert und jetzt kann Fiona fast jeden Tag im Jahr einen anderen Plüschfreund mit in die Kita nehmen…Wann ist das passiert?

Die ortsansässigen Kuscheltiere lassen sich in 3 Gruppen einteilen:
 
1.) nur Deko
2.) nähere Bekannte
3.) große Liebe

Zu Kategorie 1 zählen bedauerlicherweise die meisten. Die haben ihren festen Platz im Regal, den sie nur zu o.g. Sturmfrei-Partys verlassen. In Gruppe 2 fallen die, die an den sog. Kuscheltiertagen (alle Tage, die auf „g“ enden ^^) eventuell mit in den Kindergarten kommen dürfen. Die Spanne reicht von einer winzig kleinen Monchichi-Dame, die Mama gekauft hat, weil sie sie so an ihre Kindheit erinnert, bis hin zu der großen pinken Build-a-Bear-Kitty, die sogar eigene Schuhe und Kleider vorweisen kann. Wenn letztere zum Mittagsschlaf mit in den Kindergarten geht, muss die Erzieherin vermutlich noch eine weitere Matratze stellen, denn Kitty ist wirklich sehr groß…
Dazwischen finden sich ein paar „halbstarke“ Oktonauten, sprechende Enten, Micky Mäuse und eine ganze Batterie an Hasen in unterschiedlichen Größen und Farben. Damit wären wir auch schon bei Kategorie 3 angekommen: der großen Liebe.
Bisher haben wir nur ein Kind, fühlen uns aber wie Eltern von Zwillingen, denn um Hasi, den einzig wahren „lieben Hasi“, dreht sich das gesamte Leben, genauso wie um Fiona. „Liemhasi“, dessen Adjektiv über die Zeit zum nicht deklinierbaren Eigennamen geworden ist, begleitet Nono seit ziemlich genau 3 Jahren auf Schritt und Tritt. Er hat ein etwas struppiges Fell (war mal weich), lange Schlenkerbeine mit dicken Pfoten, eine heute nicht mehr erkennbare Schleife um den Hals und hat bisher schon mehr von der Welt gesehen als manch Erwachsener (das hat auch schon sichtbare Spuren hinterlassen…). Im Alltag ist er nicht mehr wegzudenken: als Kuschelfreund genauso wie als Beulentröster, Spielkamerad, Seelenverwandter und nächtlicher Beschützer. Gerade weil er so einzigartig und wertvoll ist, konnte ich glücklicherweise von Anfang an durchsetzen, dass Hasi nicht mit in den Kindergarten geht, sondern morgens zu Hause einen „Schlaf-Gut-Kuss“ von Fiona bekommt, in ihrem Bett zugedeckt wird und sich dann erst mal ausruhen muss, während sie in der Kita ist, weil er ja die ganze Nacht auf sie aufgepasst hat. Klingt logisch, leuchtet ihr ein. Zum Abholen kommt er dann immer mit und die Wiedersehensfreude bei beiden ist immens. Irgendwann fing sie an zu fragen, was Hasi gesagt hat, als ich ihn geweckt habe, und so sponn ich mir immer neue Geschichten zusammen. Mittlerweile ist es schon zu einem kleinen Ritual geworden:
„Mama, was hat Hasi heute gesagt?“
– „Also, er hat tiiief und fest geschlafen, hat sogar geschnarcht, kannst du dir das vorstellen? Und dann hab ich leise gerufen: „Haaasi, aufstehen, wir wollen doch Nono abholen!“ Und dann hat Hasi gesagt: „Aber ich bin noch sooo müde…“ Und dann hab ich gesagt: „Aber Hasi, wenn du jetzt nicht aufstehst, dann fahr ich alleine zum Kindergarten!“ Und dann ist er aufgesprungen und bis in den Himmel gehüpft und hat gerufen: „Neeeiiiin, ich will doch mit, meine Nono abholen! Ich hab sie sooo vermisst! Fahren wir jetzt gleich? Darf ich in ihren Sitz? Kannst du mich anschnallen?“ …..

Hasi 2009 und 2013

Es ist so schön, in diesen Momenten aus dem erwachsenen Arbeitsalltag abtauchen zu können und gemeinsam mit dem eigenen Kind ein bisschen in die (verloren geglaubte) Phantasie zu reisen! Da soll noch mal einer sagen, Kinder machen Eltern nicht kreativ 😉 Als wir am Wochenende Trampolin gesprungen sind, habe ich meinen roten Schal zum Hüpfen zur Seite gelegt, woraufhin ihn sich Fiona geschnappt und in die Mitte des Trampolins gelegt hat. Das sei das Feuer, wo wir auf keinen Fall reinspringen dürften – wir hatten solchen Spaß!
Aber zurück zum Hasi: eines Morgens durfte er ausnahmsweise mitfahren zum Kindergarten, weil ich an dem Tag vor dem Abholen nicht nochmal nach Hause gekommen wäre um ihn zu holen. Seitdem muss Hasi jeden Morgen mitkommen und sie verabschiedet sich erst direkt am Kindergarten von ihm. Heute morgen hatten wir keinen guten Start. Ein paar Minuten nach dem Losfahren stellte Fiona panisch fest, dass sie ja Liemhasi vergessen habe! Ich erfand spontan allerhand Geschichten, weshalb er vor dem Losfahren direkt eingeschlafen sein könnte, sang mit ihr Lieder und spielte „Ich sehe was, was du nicht siehst“ um sie vom fehlenden Langohr abzulenken. Aber vergeblich… Sogar im Kindergarten bei der Verabschiedung von mir war sie nicht so ausgelassen und fröhlich wie sonst, sondern der vergessene Hasi steckte ihr noch immer merklich in den Knochen. Ich freue mich schon jetzt auf die strahlenden Augen, wenn Hasi beim Abholen nachher um die Ecke guckt und sie wissen möchte, was er heute gesagt hat. Das muss Liebe sein!
Kennt ihr das von euren Kindern auch? Gibt es „the one and only“ oder haben eure Mäuse wechselnde „Bettpartner“?

>>Lange bevor ich erwachsen wurde, lehrte mich ein Teddy, was Liebe wirklich heißt:
nämlich da zu sein, wenn man gebraucht wird.<<
(Jim Nelson)

7 Sachen

Long time no see – oder wie sagt man?
Nach dem Bastelpost ist es hier erst mal ruhig gewesen, ich sag euch auch, wieso: die Schule hat wieder begonnen… Die letzten Tage der Osterferien haben wir in Trossingen verbracht, der Stadt, in der ich studiert habe. Es war schön und aufregend zugleich, die altbekannten Gesichter, Straßen und Gebäude wiederzusehen und einfach wieder mal ein bisschen schwäbische Musikluft zu schnuppern. Wir haben tagsüber einen Improvisations-Workshop und abends die Konzerte besucht, großartigen Jazz und unglaublich emotionalen Tango gehört und hinterher mit vielen anderen Musikern gemütlich beisammen gesessen mit einer (oder…äh…zwei) „Schorle weiß-sauer“, was mir außerhalb Baden-Württembergs in dieser Bezeichnung übrigens nie mehr begegnet ist 😉

Goran Kovacevic & sein Quinteto del arco nuevo mit „Alles Tango, oder was?“

Als wir nach achtstündiger Rückfahrt (ja, ist nicht gerade der nächste Weg…) wieder in Berlin angekommen sind, war irgendwie auf ein Mal schon Montag und der Schulalltag klopfte wieder an die Tür. Ostern und die Tage danach sind am Frühling spurlos vorbeigegangen und selbst nach ein paar Tagen April wollte das Thermometer nicht wirklich in den zweistelligen Bereich klettern. Das hat sich am vergangenen Wochenende glücklicherweise geändert! In weiser Voraussicht habe ich schon Mitte letzter Woche Grillfleisch besorgt, denn die Idee hatten vermutlich viele andere ebenfalls. Was sonst noch so bei uns los war, könnt ihr in unseren 7 Sachen vom Sonntag sehen, nach einer Idee von Frau Liebe.

Wir sind nach Potsdam gefahren zur Vernissage meiner Schwester
im „Benders“, haben Sekt getrunken, Canapés gegessen und Bilder bestaunt.

Ich habe die Ausstellung als Akkordeonsolistin musikalisch umrahmt
(und am Vormittag hatten wir noch Ensembleprobe mit conAmici – war ein musikalischer Tag!)
 
 
Wir haben einem heliumgefüllten Luftballon versehentlich die Freiheit geschenkt 😉
 
 
Wir haben uns kunstvoll verziertes Eis schmecken lassen.

 
Wie schon erwähnt haben wir angegrillt, in diesem Jahr allerdings wesentlich später als sonst!
Nichts schmeckt so nach Sommer wie ein Stück Fleisch vom Grill…
 
 
Wir haben nicht nur angegrillt, sondern auch angehüpft:
die Trampolinsaison wurde eröffnet!
 
 
…und wir haben die Playmobilclique zur Feier des (Sonn-)tages in den Häschenzoo eingeladen.
 
 
 
Die obligatorische Sonntags-Sendung mit der Maus haben wir zwar verpasst, hatten aber dennoch einen rundum gelungenen Tag! Nach Fionas böser Verstopfung der letzten Tage (Zitat Ärztin: „So schlimm hab ich es selten gesehen!“) geht es ihr mittlerweile zum Glück wieder besser. Was steht auf der Postkarte mit dem Bild der fast leeren Klopapierrolle drauf? „Irgendwas ist immer.“