Best-Of Februar

Mit nur 28 Tagen ist dieser Monat eindeutig zu kurz, ich komme gar nicht hinterher!
Der Februar war ein unglaublich schöner und ereignisreicher Monat, so dass ich mich nur schwer für ein einziges Highlight entscheiden kann. Müsste ich es, wäre es aber wohl die Fahrt nach Hamburg mit dem Besuch des Musicals „König der Löwen“ (ich schrieb hier reich bebildert darüber). Die CD muss ich immer noch täglich bei jeder Autofahrt anmachen, während das Kind Titelbestellungen aufgibt: „Mama, ich möchte den Kampf um den Königsfelsen hören“ oder „Machst du bitte Simbas/Rafikis/Timon & Pumbaas Lied an?“ Am größten ist wohl ihre Faszination für den Song, wo der kleine Simba von Scar in die Schlucht gelockt wird und die Büffelherde auf ihn zugerannt kommt. Man hört das Traben der Herde und nervös zuckende Streicher zur Untermalung der Gefahr, sonst nicht soo viel. Findet sie total toll und sagt dann am Ende, wenn die Streicher melodischer werden, dass das die Stelle ist, in der Mufasa von Scar „einen kleinen Schubs“ bekommt… Wenn es nicht so teuer wäre, hätten wir die Karten für das nächste Mal sicher schon bestellt 😉

Was wir sonst diesen Monat noch so gemacht haben, seht ihr hier in Bildern:

…auf der Zugfahrt nach Hamburg plötzlich nicht mehr nur wahllos und unstrukturiert eine Seite eingefärbt, sondern die Grenzen eines Ausmalbildes für voll genommen. Die Technik hat sie in den letzten Wochen noch perfektioniert! (Tipp: speziell dieses Malbuch hat nicht nur schwarze Linien als Begrenzung, sondern eine Art dickes Glitzerrelief am Rand, was das Übermalen so gut wie unmöglich macht. Toll!)
…diverse Berliner Stoffläden zentimetergenau unter die Lupe genommen und z.T. geplündert.
Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Knöpfe liebe?


…aus einem der gekauften (und von Fiona ausgesuchten) Stoffe einen
gelb-glitzernden Schmetterlingstunikakörper gezaubert und am
Morgen des Faschingsdienstages 20 min Gesichtskunstwerk gepinselt…

…viele Geburtstage gefeiert (Mama, Oma, Stephan) und
blumentechnisch den Frühling ins Haus geholt.

…eine gelbe Giraffenhand auf grünes Tonpapier gedruckt
und mit Aufklebern und etwas Glitzer verziert.

…und wo wir schon mal beim Basteln und Spielen waren, ging es gleich weiter mit abenteuerlichen Playmaiskonstruktionen (v.l.n.r.: Papa, Mama, Fiona, Mama, Fiona), Herz-Glitzersteinen als Valentinstagsgeschenke für die Erzieherinnen (Kleberherz „aufmalen“, Glitzer drüber, fertig) und einem gedruckten Aquarium aus farbigen Fingerabdrücken. Und weil Schminken so viel Spaß macht, habe nicht nur ich mich zum Fasching für meine Schüler in ein Aloha-Mädchen verwandelt (versprochen ist versprochen!), sondern Fiona und ich haben uns dann auch noch gegenseitig bemalt. Ich bin übrigens ein verwegener Pirat mit deutlichen Kampfspuren des letzten Battles geworden…
*Fluch-der-Karibik-Musik an* 

…bei Pinterest den idealen Eiskleckerschutz gefunden, über Fionas Kleinfingertechnik beim iPhone-Scrollen gestaunt, Kresse gezüchtet mit der Tollabox, im Tierpark den Quallendrachen von der lieben Mari endlich mal steigen lassen, im Blumenladen eine Rose geschenkt bekommen, schwimmen gewesen und buntes Geschirr beim Schweden unseres werden lassen 🙂

…viel alleine gemalt und sogar geschrieben *stolz*

…und das letzte Wochenende mit conAmici zur Konzertreise im schönen Warschau verbracht!
(Wer sich für Sehens- und Wissenswertes rund ums Thema Warschau interessiert, sollte mal meinen Septemberpost dazu lesen + Bilder gucken). Ein Fakt über die polnische Sprache mit ihren vielen Zischlauten hat mich so begeistert, dass ich ihn hier erwähnen muss: es gibt ein aus dem Deutschen entlehntes Wort, wozu wir hierzulande „Dingsbums“ sagen. In Polen nennt man z.B. ein Gerät, dessen Name einem nicht auf der Zunge liegt, schlicht und ergreifend: „Wihajster“ (wie-heißt-er). Witzig!

Fionas Zitate Best-Of darf an dieser Stelle natürlich auch nicht fehlen:
(Fiona ist 3 Jahre und 4 Monate alt)
 
„Ich habe ein bisschen Süchigkeitenhunger!“
 
Fiona: „Du bist mir auf den Fuß getretet!“
Mama: „Nein, du bist mir auf den Fuß getreteN.“
Fiona: „Nein, DU bist MIR auf den Fuß getretet!“
 
In einem Einkaufscenter am Alexanderplatz ist der Build-A-Bear-Laden.
Sie sieht eine U-Bahn vorbeifahren und sagt:
„Die U-Bahn fährt ins Alexa, sich einen Teddy machen.“
 
Wir spielen Obstgarten.
Fiona zu mir: „Mama, du bist noch ein bisschen zu klein dafür, du würfelst immer den Raben!“
 
Immer noch Obstgarten. Nachdem der Rabe zwei Mal gegen uns gewonnen hat, meint sie:
„Ich sage jetzt, dass der Rabe eben ein lieber Rabe ist. Dann vermasseln wir es nicht!“
 
„Wir müssen noch saubere Gurken einkaufen, Mama!“
 
„Das ist lila.“
– „Genau. Weißt du auch, wie man Lila noch nennen kann?“
„Ja, Roulette!“
 
Beim Ausmalen:
„Also das Kleid hätten wir erledigt!“
 
„Warum hast du dir denn das T-Shirt ausgezogen?!“
– „Ich bin ein bisschen ins Schwitzen gekommen…“
 
Fiona schreibt ihren Namen und benennt die einzelnen Buchstaben.
„Das ist ein Strich.“
– „Wie heißt der Strich richtig?“
„i“
– „und was ist das?“
„ein Kreis.“
– „Wie heißt der Kreis richtig?“
„o“
– „Und was ist das?“
– „ein Zackenblitz“ (N)
– „Und wie heißt der Zackenblitz richtig?“
„ZAK-KEN-BLITZ“
 
„Mama, ist das Kräuterbutter?“
– „Nein, das ist Knoblauch-Creme.“
„KLOBRAUCH?!“
 
„Wie heißt denn das Haus, in dem die Kuh wohnt?“
– „Kuhgebäude?“
 
„Dürft ihr euch in der Kita selber das Trinken eingießen oder macht das die Erzieherin?“
– „Nein, wir nehmen die kleine Gießkanne und schütteln uns ein bisschen Saft rein.“
 
„Nono, ich habe heute keine Stimme! Die ist einfach weg!“
– „Das ist nicht so schlimm, Mama. Deine kleine Stimme ist ja noch da!“ (Flüstern)
 
Fiona malt eine Raupe. Ich zeige auf ein undefinierbares Körperteil relativ weit vorne und frage nach.
Sie: „Die Raupe hat auch einen Hals, weil der Hals an unseren Köpfen klebt…“
 
Sie sucht ihr Seepferdchen, kann es nirgendwo finden und sagt beim Wühlen in der Spielzeugkiste:
„…wo Schrott und Dreck ist, muss auch mein Seepferdchen sein!“
(o_O)
 
Wenn sie besonders zappelig und quirlig ist, schicke ich sie aufs Klo und behalte meist recht mit meiner Vermutung.
Letztens, ca. 30min nach dem Schlafengehen:
„Maaaaamaaaaaaa!!!“
– „Was ist denn los? Du sollst doch schlafen!?“
„Aber ich muss pullern!“
– „Das glaube ich nicht. Wir waren doch eben schon auf Toilette!“
„Doch, sieh doch mal, wie ich wackel!“ (zappelt hin und her)
 
Ich: „Du musst erst fragen, ob wir einen Löffel von Lena aus Warschau
im Zug mitnehmen dürfen, denn dann ist er ja hinterher in Berlin.“
Fiona: „Dann müssen wir den Löffel abgeben.“
 
„Mama, sieh doch mal, ich habe eine gelbe Rose geschenkt bekommen!“
– „Oh, toll! Riech mal!“
„Hmmm, die riecht nach Zitrone…“
 
Beim Ausprobieren von dem von Kerstin empfohlenen Lerncomputer „Emils Entdeckerreise“:
„Ich wollte einen echten Computer haben, wie du! Der hier ist aber nicht ganz echt!“ 😉
 
 
 
Und last but not least ein Best-Of der skurrilen Suchanfragen, über die die Leute auf meinen Blog gestoßen sind:
 
 
„Affe Kuscheltier mit zugehaltenem Mund“
– Ich sag ja: Vorsicht vor batteriebetriebenen Kuschelfreunden!
 
„Bienchen & Blümchen“
– detaillierte Beschreibungen habt ihr beim Suchen hier sicher nicht gefunden, wohl aber den Sexspielzeug-Comic im Brüderle-Post ^^
 
„Apfel Brüste“
– vom Apfelpo habe ich schon mal gehört. Aber Brüste?!
Rot/grün und mit einem braunen Stil? Sollte sich alles besser mal ein Arzt angucken…
 
„eine Weiße mit nem Schuss“
– bezieht sich hoffentlich nicht auf eine ethnische Rasse, sondern auf das Berliner Getränk…?
 
„Liebe Sex Ausdauer“
– kann nicht schaden…
 
„Gebiss künstlich“
– habe ich noch nicht, gottseidank 😉
 
„Kindergarten Windelfahrt“
– vielleicht ist das die Bezeichnung dafür, wenn 12 Kleinkinder ohne Hosen
auf dem Boden sitzen und Lokomotive spielen..? Who knows. 
 
„Bär zum Lernen von Hände, Nase, Mund“
– dem sollte man auch den Mund zuhalten!
 
„Nacktbilder zu Hause auf Bett“
– nicht vergessen: Vorhänge zumachen!
 
„Ein paar Mäuse in die Pfanne hauen“
– ob das schmeckt?
 
„Dir hätte ich im Kindergarten ne Schüppe übern Kopf gezogen“
– na dann ist ja mal gut, dass wir uns im Kindergarten nicht begegnet sind.
Ick wäre dir übrigens mit dem Schaufelbagger übern Fuß jefahren, so!
 
„Wir treffen uns am Kühlschrank“
– sollte ich ab und zu mal zu meinem Mann sagen. Dann haben wir auch wieder Dates 😉
 
„Arsch mit Ohren backen“
– habe ich noch nie versucht, sehe es aber durchaus als kreative Challenge…
 
„Witziger Tannenbaum aus Handschuhen“
– ich zieh sie dann doch lieber an.
 
„Halb Mensch halb Pudel“
– wenn das eine Anspielung auf meine Haare sein soll: danke ^^
 
„Maxi Biewer BH-Größe“
– also bitte!
 
„Das schönste Pferd der Welt“
– …heißt „Köttbullar“ – hahaha
 
 
Mach’s gut, lieber Februar. Bis zum nächsten Jahr!
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Eltern-Kind-Parade Februar

Bei der Eltern-Kind-Parade der Testmama geht es im Februar um das Thema „Essen“. Erst wollte ich aussetzen, weil ich nicht gerade mit Kochfähigkeiten glänze, es nichts Besonderes wie etwa vegane Ernährung zu verteidigen gibt und auch sonst Essen bei uns eher ein Vorgang ist, der sich nicht groß von dem bei anderen Menschen unterscheiden dürfte. Aber da mir bei der Blogparade bisher in jedem Monat etwas eingefallen ist, machte sich der Kopf auch im Februar irgendwann selbstständig und hatte eine Idee. Da ich es gerne kreativ mag, gibt es also ein Ernährungs-ABC für euch. Besonders gesund wird es vermutlich nicht, aber das liegt eindeutig an den Vorlieben der kleinen Herrin des Hauses ^^

A wie…Apfelsaft.
Ist ihr liebstes Getränk. Jeder Verdünnungsversuch zur Vermeidung eines Zuckerschocks wird mit „iiieehh, der ist mit Wasser!“ quittiert, es sei denn, ich habe genau das richtige Verhältnis erwischt. Glückssache.

B wie…BENTO!
Bento ist ein Onlineshop mit allerhand Kram, den man eigentlich nicht braucht, wie Bohrmaschinen-Keksausstecher, Teddy-Sandwichformer und die 100. Brotbüchse mit Pandagesicht. Manchmal, wie in unserem Fall, kann dieses scheinbar unnütze Zeug einem aber auch das Leben erleichtern, z.B., wenn man sich den Mund fusslig redet, dass leckere Apfelstückchen viel besser schmecken als klebrige Gummibärchen und das Kind sich trotzdem absolut unbeeindruckt vom bunten Obstteller zeigt. Mit den Tier-Foodpicks aus dem Shop kann ein Verweigerer auf ein Mal sogar Weintrauben essen – es geschehen noch Zeichen und Wunder. Das einzelne Aufspießen ist für Mama allerdings etwas mühsam ^^

C wie…Cheesestrings.
Ich kannte sie bis vor einer Weile noch nicht, mein Kind schon, rief es doch durch den gesamten Laden: „Mamaaaa, das sind „Schieß-Twinks“, die kenne ich aus der Werbung!“ Ups! Die Käsestangen sind einzeln verschweißt und bedruckt mit einer niedlichen Käsefigur, die ein bisschen an Tingeltangel-Bob aus den Simpsons erinnert. Mit etwas Geschick kann man von der dickeren Stange kleinere Streifen abziehen, muss man aber nicht. Schmeckt auch am Stück. Dass „der Käse zum Abziehen“ völlig überteuert ist und genau in der Grabbelzone für kleine Hände liegt, muss ich hier wohl nicht extra erwähnen 😉

 
 

D wie…“Das ist noch zu heiß.“
Dieser Satz kommt wohl jeder Mutter bekannt vor. Selbst, wenn ein Stück Pizza schon so kalt ist, dass man es beim Italiener anstandslos zurück in die Küche nehmen würde, melden die Sinneszellen im Kindermund noch akute Verbrennungsgefahr. Auf die Empfehlung „dann musst du pusten!“ folgt in der Regel das Totschlagargument: „Kannst du lieber?“ %$“&%$“!“!§$_:;>*#

E wie…Eiweiß.
Es gibt Gerichte, die sind leicht in ihre Einzelteile zu zerlegen („Ich möchte nur das Fleisch essen, den Blumenkohl nicht.“) und andere, bei denen sich das schwieriger gestaltet. Um mich beim Kochen nicht zu unterfordern, isst Fiona deshalb nur Spiegelei-Weiß ohne Gelb. Meine Königsdisziplin im letzten Sommerurlaub war übrigens das unfallfreie Herausdrücken der goldenen Kugel aus dem gekochten Ei. Lecker!

F wie…Fast-Food.
Ist es eigentlich ein schlechtes Zeichen, wenn das Kind die Buchstaben lernt und beim „M“ nicht in erster Linie an MAMA denkt, sondern feststellt, dass es der McD*nalds-Buchstabe ist…? Sie lernt einfach sehr schnell, denn oft essen wir dort wirklich nicht. Solange der Pommes-Konsum etwas Besonderes darstellt, sehe ich keinen Grund, diverse FastFood-Ketten zu verteufeln. Immerhin, bei denen war bisher noch kein Pferd im BigMac oder? 😉

G wie…Gemüse.
Iiiehh, bäh.
„Fiona, was gab es denn heute in der Kita zum Mittagessen?“
– „Fleisch und Kartoffeln.“
„Oh, lecker! Und was dazu?“
– „Gemüse. Aber das hab ich nicht gegessen. Ich mag nämlich kein Gemüse.
Aber den Pudding zum Nachtisch, den hab ich gegessen…“

H wie…Hip-Hop.
Der hat eigentlich nichts im Essen zu suchen, war aber in der Sprechlernphase lange Zeit die liebevolle Bezeichnung für Ketchup. 🙂

I wie…“Ich bin schon satt.“
Ein Satz, der bei Fiona leider meistens viel zu schnell fällt. Von den mikroskopischen Mengen, die sie zu sich nimmt, kann man gar nicht satt werden, es sei denn, es gibt –> Kartoffeln. Es ist mir ein Rätsel. Aber zum Aufessen gezwungen wird hier niemand.

J wie…“Jurken“.
In akuter Ermangelung einer Speise mit „J“ haben die Gurken auf Berlinerisch diesen Platz eingenommen. Die gehen nämlich immer und überall, egal ob frische Gurkenscheiben pur oder die sog. „sauberen Gurken“ ^^

K wie…Kartoffeln.
Kartoffeln mit Kräuterquark war die allererste richtige Mahlzeit, die sie nach der Breiphase gegessen hat. Schon damals war sie sehr wählerisch und hat mir die braun-grüne Gläschenpampe, in der laut Etikett feine Erbschen, Nudeln und Fleisch enthalten sein sollten, regelmäßig um die Ohren gehauen. Umso erstaunter war ich, als wir beim Schweden gegessen haben und sie mit Blick auf meinen Teller plötzlich den Mund aufsperrte und unruhig im Wagen hin und her rutschte. Ein kleiner Haps für sie, ein großer Haps für die Mama. Seitdem unangefochtenes Lieblingsessen.

L wie…Lebkuchen.
Wurden diesen Winter zum ersten Mal probiert und als „nicht lecker“ eingestuft. Allerdings erst, nachdem sich der gesamte Schokoladenüberzug in der Hand verflüssigt hatte… Das probieren wir nächstes Weihnachten nochmal 😉

M wie…Marmelade.
Gibt es jeden Morgen auf ihre Brötchenhälfte, aber wiederum nur zur Hälfte! Auf die andere Hälfte der Hälfte, das zweite Viertel also, kommt eine Art Schweizer Nutella namens Ovomaltine. Wichtig ist, dass die unterschiedlich beschmierten Brötchenviertel nicht durchgeschnitten werden, muss alles am Stück bleiben. Letztens hat sie beim Frühstück den Vogel abgeschossen, als sie den geöffneten Mund vor die Marmeladenseite des Brötchens hielt und dann feststellte: „Mama, ich wollte doch zuerst die Ovuseite essen! Du hast sie falschrum geschmiert!“ Haha… die Schwäche im logischen Denken ist wohl vererbt.

N wie…“noch mehr!“
Fällt leider fast ausschließlich im Zusammenhang mit –> „Süchigkeiten“ und –> Pudding.

O wie…Obst.
Bis auf Weintrauben (danke, Bento!) und Bananen ist auch da nicht so viel zu machen. Kiwis gehen auch ab und zu, Orange und Ananas mal ein kleines Stück. Aber wenn ich geschälte, mundgerechte Apfelschnitze in die Brotbüchse lege, kann ich Geld darauf wetten, dass die nachmittags immer noch drin sind. Beim Geburtstag meiner Mama diesen Monat gab es einen großen Obstsalat, aus dem sie fein säuberlich stückchenweise und mit einer ungeahnten Akribie ihr Lieblingsobst rausgesammelt hat: Erdbeeren. In letzter Zeit stehen wir auch sehr auf die leckeren Smoothies von innocent, jedoch sind die (wenn im Angebot) entweder ausverkauft oder sehr teuer, siehe –> Unkosten.

P wie…Pudding.
Damit ihr nicht fälschlicherweise denkt, ich sei Markenbotschafter, spare ich mir jetzt das Aufzählen aller Sorten, die sie gerne isst. Wenn sie beim Einkaufen dabei ist, schlägt sie zielstrebig den Weg zum Kühlregal ein und ist erst zufrieden, wenn Puddings mit Ecke von Micky Maus, Minnie Maus, Donald & Daisy Duck im Wagen liegen. Warum so viele? Na die Freunde darf man doch nicht trennen…argh! „Das ist das Micky Maus Wunderhaus, kommt herein, wir laden euch ein…“

Q wie…Quark.
Sein Name ist Quark, Kräuterquark. Er ist bei uns der Mann der Kartoffel. Allerdings geht sie auch manchmal fremd mit der Butter, shit happens.

R wie…Rotkohl.
Den gibt es oft, wenn meine Oma Jauli kocht, besonders häufig in der Weihnachtszeit zur Entensaison. Das absolute Gemüseverbot ist dann scheinbar ein bisschen gelockert.
Ich gehe mal davon aus, dass sie diverse Bücher zum Thema Ernährung und Diäten noch nicht gelesen hat. Trotzdem ernährt sie sich oft genau nach dem Trennkostprinzip: zu einer Mahlzeit gibt es nur Kartoffeln, beim nächsten Mal nur Fleisch. Wenn es Rotkohl gibt, kann es auch schon mal vorkommen, dass sie eben nur den Rotkohl isst.

S wie…“Süchigkeiten“.
Gern gesehene Gäste in allen Formen und Farben, Hauptsache Zuckergehalt >50%. Klingt in dieser non’schen phonetischen Abwandlung nach noch mehr Kalorien als mit „ß“ ^^

T wie…Tütensuppe.
Das Phänomen „Suppe“ habe ich jetzt schon von mehreren Mamas gelesen, da muss es jeden Tag Nudelsuppe geben, ob Sommer oder Winter, Mittwoch oder Sonntag. Und wenn dann zufällig keine Buchstaben im Teller schwimmen, ist das Geschrei groß. Suppe gibt es bei uns nicht so oft, aber wenn, dann muss es eine bestimmte sein. Bei „Micky Maus Wunderhaus“ kocht Minnie für den kranken Goofy eine (Achtung, Wortspiel) „Minniestrone“. Als ich Fiona letztens angeboten habe, für sie auch eine zu kochen, guckte sie etwas später entsetzt in den Teller und brach in Tränen aus. Als ich fragte, was passiert sei, erwiderte sie unter lautem Schluchzen, dass eine echte Minniestrone aber rot sei. Ich schickte sie aufs Klo und nahm in der Zwischenzeit einen Tropfen Lebensmittelfarbe zu Hilfe. Ein bis über beide Ohren strahlendes Kind fragte mich erstaunt und glücklich schmatzend: „Wie hast du das gemacht, Mama?“
– „Ich habe gezaubert.“
„Kann ich auch zaubern?“
– „Ja, später, wenn du mal Kinder hast….“ 🙂

U wie… Unkosten.
In die stürzt man sich eventuell, wenn man alles kauft, was bunt, kindgerecht und irgendwie niedlich ist. Weil Kinder spezielle Sensoren für überteuerte Produkte haben, sollte man sie ab einem gewissen Alter nicht mehr mit zum Einkaufen nehmen, sondern sich nur vorher eine Bestellliste der wichtigsten Zutaten ansagen lassen ^^ „Soll ich dir was von Rewe mitbringen?“ – „Ja, Süchigkeiten!“

 

V wie… „Vielleicht einen Nachtisch?“
Häufige Antwort auf die Frage: „Was möchtest du heute essen?“

W wie…Wiener.
Gibt es für Fiona jeden Mittwoch nach meinem Musikkurs für Kleinkinder im Theater. Wenn sie nach 45min Singen/Tanzen von meiner Mama abgeholt wird (weil ich noch ein bisschen weiter arbeiten muss), geht es erst mal zielstrebig in die Cafeteria, Würstchen mit Ketchup und ein Trinkpäckchen bestellen. Wichtig: selber bestellen und bezahlen dürfen!

X wie…Salzstangen.
Hä? X? Ja, das war meine erste Assoziation zu dem Buchstaben, denn wenn Fiona zufällig irgendwo Salzstangen von Papa findet, werden die zu Buchstaben gelegt. Das X ist das Naheliegendste der 26 möglichen.

Y wie… Y-Magnet.
Tier- und Buchstabenmagnete gibt (gab?) es gerade zum 6er-Pack Fruchtzwerge dazu. Klar, dass mein Kind sicherheitshalber einen Vorrat für die Zeit bis zur Einschulung angelegt hat. E wie Elefant, F wie Fuchs, K wie Kugelfisch. Frage mich, was beim Y steht. Yak?!

Z wie… „Zauber-…“
Der „Zauber“ lässt sich an nahezu jedes Nahrungsmittel hängen um es für den Nachwuchs attraktiver zu machen. Wer kennt das nicht? „Nein, mein Schatz, das ist kein Hustensaft. Das ist ein Zaubertrank!“ Bei uns gibt es alles, vom Zauberkäse bis hin zur Zauberzahnpasta. Kein Wunder, wir sind ja auch hexhex 😉

Date mit dem Sofa

Mittwoch Abend: mein Sofa und ich, wir haben ein Date.
Manchmal holen wir uns auch noch den Festplattenrecorder ins Boot, und zwar dann, wenn sich das Einschlafen der Prinzessin des Hauses schwieriger gestaltet als angenommen und länger dauert als bis Viertel 10. Anschließend geht es mit einem kühlen Glas Amarula-Elefantenlikör (wer die Sendung kennt, weiß wieso) auf die Couch. Fernseher ON, Hirn OFF.
Nach dem Dschungel in Australien ging es nahtlos weiter nach Südafrika, wo sich seit ein paar Wochen 20 mehr oder weniger helle Damen im Kampf um den gutaussehenden Single Jan mit ihren manikürten Fingernägeln die Augen auskratzen. Hach, herrliches Blödel-TV. Wie schon beim Dschungel geschrieben: für mich genau das Richtige, um nach einem anstrengenden Tag so richtig abschalten zu können und nichts mehr denken zu müssen. Da kann man einfach aus dem Bauch heraus entscheiden, wer einem sympathisch ist und wer nicht und der angeborene Hang zum Voyeurismus (und der zum Fremdschämen) wird auch noch befriedigt. Perfekt.

80% der teilnehmenden Dummchen haben beim Wort „BACHELOR“ wahrscheinlich weder an die veraltete Bezeichnung für Junggeselle noch an den akademischen Abschluss gedacht, sondern lediglich den phonetischen Verwandtschaftsgrad zum „Bett“ festgestellt.
Es wurde geflirtet, gezickt und hinterher gezittert, wenn Jan in der „Nacht der Rosen“ sprichwörtlich durch die Blume gesagt hat, wer nach Hause fahren und wer in seinem Harem bleiben darf.

Das Format wird von einigen Leuten als „menschenverachtend“ kritisiert. Natürlich ist es das! Wer sich da bewirbt, ist selber schuld. Hauptsächlich geht es den Frauen doch darum, ins Fernsehen zu kommen und Aufmerksamkeit zu erregen. Wenn dabei zufällig auch noch der Bachelor himself erregt wird, ist das ein positiver Nebeneffekt, aber nicht zwingend notwendig, so scheint es jedenfalls.
Das Bachelor-Sprungbrett nutzen wollte wohl vor allem Kandidatin Melanie, 24, unüberhörbar aus Sachsen. Die blonde Jägerin, die gleichzeitig als Erotikmodel arbeitet („Nachtigall, ick hör dir trapsen“ sagt man in Berlin dazu), hatte sich in den Shows durch Mädelknutschereien, skandalös-beabsichtigte Po-Blitzer und Ups-ich-habe-vergessen-mein-Höschen-anzuziehen ins Rampenlicht gedrängelt. Aus mir unerklärlichen Gründen ist sie sogar unter die Top 3 geraten und durfte ein sogenanntes Dream-Date mit Bachelor Jan verbringen. Bei den Dream-Dates jetlagt Jan von einem exotischen Ort der Welt zum nächsten, knutscht hier die eine, fummelt dort an der anderen. Mit Melanie ging es in die Schweizer Berge, wo er das normalerweise bunt getuschte Model von ihrer natürlichen Seite kennenlernen wollte. Das hat die scheinbar ein bisschen zu wörtlich genommen, als sie splitternackt in den Whirpool gestiegen ist und sich Jans Männlichkeit seinem Gesicht nach zu urteilen spontan zu inneren Werten verwandelt hat… Die Szene, wie sie klamottenlos und ungeniert in den Pool klettert, wurde eine Woche lang in jedem RTL-Werbeblock ausgekostet und selbst in Mittagssendungen wie Punkt12 durften die selbstverständlich absolut natürlichen Ballonbrüste einmal über den Bildschirm spazieren, so ganz ohne FSK. Als aus dem provozierten Badewannenporno vor laufenden Kameras nichts geworden ist, weil Jan sie gebeten hat, sich etwas anzuziehen, gab sie ihm bei der Rosenvergabe einen Korb und räumte freiwillig das Feld. Eine Rose hätte sie an diesem Abend sowieso nicht bekommen. Weise Entscheidung, vorher zu gehen. In aller Munde ist sie jetzt jedenfalls und genießt ein paar Tage Fotografenaufmerksamkeit, bevor sie – wie alle ehemaligen Bacheloretten – wieder in der Versenkung verschwindet.

Übrig geblieben sind die 25-jährige Alissa aus Speyer und die schweizer Mannheimerin Mona, 30. Ich mache es kurz: Alissa ist (wen wundert’s) Model und kann nichts außer gut aussehen. In persönlichen Gesprächen kriegt sie die Zähne nicht auseinander und kann ihr Gegenüber keine 2 Sekunden fokussieren, sondern muss ständig verschämt weggucken wie ein 13-jähriges Mädchen mit Pickeln und Zahnspange. Als Jan, der scheinbar von ihrem Aussehen (denn etwas anderes hat sie nicht) völlig fasziniert ist, im Pool „ihre Lippen schmecken“ wollte, drehte sie sich weg und spielte alberne Teeniespielchen à la „Fang mich doch“. Selbst als sie nach ihrem Dream-Date interviewt wurde, konnte sich nichts als debil grinsen.
Mona dagegen ist absolut authentisch, genießt ihre Stunden mit dem Bachelor, redet viel und offen, lacht mit ihm gemeinsam und strahlt auch ungeschminkt eine natürliche Schönheit aus. Die beiden verstehen sich blendend und das Knistern während des afrikanischen Sonnenunterganges spürt man förmlich durch den Fernseher hindurch. Offensive Pornoangriffe wie den von Melanie gibt es keine, aber aus Händchenhalten, Küsschen und Knutschen Plus machen sie keinen Hehl. Als Leiterin eines Fitnessstudios ist sie nicht nur hübsch, sondern auch noch intelligent und begegnet dem sog. Teilzeit-Juristen Jan in jedem Bereich auf Augenhöhe. Andererseits modelt der Teilzeit-Jurist nebenbei auch noch (mal wieder: wen wundert’s?) und will vielleicht gar keine Frau, die so viele positive Eigenschaften in sich vereint wie Mona. Mit Alissa könnte er sich immerhin auf jedem roten Teppich sehen lassen wie mit einem hübschen Kleidungsstück, und müsste keine Angst haben, dass die Designerjacke einem neugierigen Journalisten plötzlich ein Ei an den Kragen labert…

Beim Vorjahresbachelor waren er und seine Auserwählte, wie nach Ausstrahlung der letzten Folge bekannt geworden ist, schon kurz nach Drehschluss ein paar Monate vorher kein Paar mehr. Mit dem Unwort „Nachhaltigkeit“ hat es diese Sendung also eher nicht so. Grund zum Einschalten ist aber schon allein die traumhafte Kulisse Südafrikas, vor der heute Abend die Entscheidung fällt. Wem ich eine Rose geben würde, ist wohl unschwer herauszulesen. Sagenhafte 68% der Zuschauer seien laut Medienangaben für die sympathische Mona. Leider ist bei der Entscheidung kein Live-Publikum vor Ort, das sein Missfallen mit BUH-Rufen zum Ausdruck bringen könnte…
Jetzt zu euch: guckt ihr diesen saisonalen TV-Trash oder geht das völlig an euch vorbei?
Für die bekennenden Gucker: wen würdet ihr an seiner Stelle mit nach Hause nehmen?

Ich habe am Valentinstag bekommen, was das Herz vieler Bachelordamen hätte höher hüpfen lassen:
10 rote Rosen und alle für mich alleine 🙂

Ich liebe dich, aber….

„Ich liebe dich, aber ich denke beim Sex manchmal an völlig andere Sachen, zum Beispiel daran, was ich am nächsten Tag noch einkaufen will. Ich weiß auch nicht, warum – an unserem Sex liegt es sicher nicht!“
 
„Ich liebe dich, aber eigentlich bist du nicht mein Typ.“
 
„Ich liebe dich, aber feiern heißt für mich: grölen, trinken, singend auf den Tischen tanzen, Körperteile entblößen, …“
 
„Ich liebe dich, aber dein Bruder/deine Schwester ist so dumm wie ein Ziegelstein/Honigbrot/jemand, mit dem ich unter anderen Umständen nicht zwingend ein Bier trinken gehen würde, es sei denn, es ist ein ganz kleines und kommt direkt nach der Bestellung.“
 
„Ich liebe dich, aber darf ich dir ein Mal einen Satz neue Klamotten kaufen? Ein Mal?“
 
„Ich liebe dich, aber wenn ich dich mit unseren Nachbarskindern sehe, wirkst du recht angespannt. Sind dir Kinder generell suspekt oder liegt das an diesen besonderen?“
 
„Ich liebe dich, aber wir kommen aus derart unterschiedlichen Familien, dass unsere Eltern sich gegenseitig zerfleischen würden. Lass uns niemals heiraten: wir müssten die Eltern einladen.“
 
„Ich liebe dich, aber könntest du bitte aufhören, „Mumu“ oder „Pillermann“ zu sagen? Wenn wir über Sex reden, klingst du wie ein Vorschulkind. Oder willst du eigentlich gar nicht über Sex reden?“

Ich gebe es zu, ich stehe auf Ratgeber. Nicht vordergründig aus dem Grund, weil sie Rat geben, sondern, weil sie meistens so angelegt sind, dass man die Kapitel häppchenweise auf dem Klo lesen kann und auch nicht nochmal von vorne anfangen muss, wenn man ein halbes Jahr nicht mehr reingeguckt hat. Als ich bei Blogg dein Buch über das Buch „Urlaub mit deinen Eltern halte ich für keine gute Idee“ (sagt die Maus zur Katze) mit dem Untertitel „222 Dinge, die Liebespaare sich mal sagen sollten“ von Marc & Jolyne Schürmann gestolpert bin, habe ich es zum Lesen und Rezensieren bestellt. Wenn ein Ratgeber nämlich nicht nur Rat gibt, sondern mich dabei auch noch mit einem Augenzwinkern und feinem Sinn für Humor unterhält, bin ich bestens bedient.

„Urlaub mit deinen Eltern halte ich für keine gute Idee“ aus dem blanvalet-Verlag ist unterteilt in 15 Kapitel zu allen wichtigen Themen, die in einer durchschnittlichen Beziehung eine Rolle spielen, zum Beispiel „Andere Männer, andere Frauen“, „Bin ich schön?“, „Die Quadratur des Freundeskreises“, „Schwiegermuttermilch“, „Kinderkram“, etc.
An jedes Kapitel schließen sich die Dinge an, die man sich als Paar zum jeweiligen Thema mal sagen sollte, immer einleitend mit „Ich liebe dich, aber….“ (siehe oben).

Ganz ehrlich: wenn man sich, wie vom Autorenpaar vorgesehen, mit Stift bewaffnet an einem schönen Sonntag mal hinsetzt und gemeinsam dieses Buch „durcharbeitet“, sollte man vorher im Hinterkopf haben, wie es um die Kündigungsfrist in der gemeinsamen Wohnung steht und wer hinterher die Couch und wer den Fernseher bekommt. Jegliche Romantik oder gegenseitige Anziehungskraft wird stark in Richtung Null tendieren, wenn man sein Gegenüber bis auf die Knochen angekreuzt und abgehakt hat. Wenn ein konkretes Thema, z.B. der Umzug in eine andere Stadt aus Jobgründen, tatsächlich im Raum steht, müssen beide darüber reden und für sich als Paar eine Lösung finden oder eben als Konsequenz getrennte Wege gehen. Aber das rein hypothetische Festnageln ist für mich weder informativ noch unterhaltsam. Schade! Ich hatte auf 222 lustige Dinge gesetzt, die sich Liebespaare mal sagen sollten und nicht damit gerechnet, dass es hier darum gehen soll, den anderen zu sezieren und die einzelnen Schichten hinterher so wie es dem Partner passt wieder zusammenzubauen.

Sterne gibt es trotzdem, und zwar 2 von 5, weil die einzelnen Kapitel, wo es um das Allgemeine und nicht um das Spezielle geht, tatsächlich durchaus unterhaltsam sind und ich so manches Mal zustimmend nicken und grinsen musste.

 

Hier ein Auszug aus dem Kapitel „Die Quadratur des Freundeskreises“:
„Partner mögen die größeren Rechte haben, die älteren Rechte aber liegen bei den Freunden. Sie kennt man seit der dritten Klasse, sie hat man im Unterricht weinen, im Jugendzentrum knutschen und im Rausch kotzen sehen. Sie sind wie der alte Pulli, den man immer noch so gerne anzieht, weil er so gut passt und so vertraut riecht. […] Jeder Mann hat einen Kumpel, der mit etwas Abstand betrachtet ein Trottel, und jede Frau eine Freundin, die offenkundig eine furchtbare Diva ist. Aber trotzdem, das Weinen, Knutschen und Torkeln, die gemeinsame Geschichte – man mag sie so sehr, weil sie einen daran erinnern, wer man eigentlich ist.“

Am Besten hat mir der Witz gefallen, wo ein Mann in die Apotheke kommt und Gift kaufen möchte. Als der Apotheker fragt, wofür der Mann das braucht, antwortet der, er wolle seine Frau ermorden. Apotheker: „Aber das können Sie doch nicht machen!“ Als der Mann ein Foto seiner Frau aus der Tasche zieht, sagt der Apotheker: „Achso, Sie haben ein Rezept…“
Darüber hat übrigens auch mein Mann herzhaft gelacht und ich habe ihm nicht unterstellt, dass ich ihn zwar lieben würde, er aber für meinen Geschmack einen viel zu derben Humor habe und sich gefälligst nicht über mich lustig machen solle, wie es das Buch vorschlägt ^^

 

Ein bisschen hat es mich an den Film erinnert, in dem sich der charmante Matthew McConaughey die nervige Kate Hudson an’s Bein gebunden hat und sie aus journalistischen Gründen alles versucht, um ihn in die Flucht zu schlagen: „Wie werde ich ihn los in 10 Tagen.“ Nach der gemeinsamen Lektüre dieses Buches sollte das kein Problem mehr sein.

Weil aber normalerweise gerade die Dinge, die man von seinem Partner nicht bis ins Detail weiß, die Würze einer Beziehung ausmachen, kann ich es nur eingeschränkt weiterempfehlen. Wie gesagt, die Einleitungskolumnen für die einzelnen Kapitel sind durchaus gelungen und witzig beschrieben. Das „Ich liebe dich, aber…“ einfach überblättern. Wer das nicht tut und sezieren sexy findet, kann sich eigentlich auch gleich das Buch bestellen, was hinten in der Umschlagseite vorgestellt wird: „Diesen Partner in den Warenkorb legen“ – das neue Liebesverständnis einer vernünftigen Generation. Wenn all das nichts hilft: Backmischungen zum Traummann-Backen gibt es bei den Party- und Scherzartikeln in einschlägigen Ramschläden zu Hauf. Und wenn das auch nichts ist, kann man ihn einfach aufessen und muss ihm nicht noch blöde Fragen stellen, um ihn loszuwerden ^^

So, mein Mann kann sich jetzt wieder entspannen, nachdem er beim Lesen des Posttitels und der ersten Zeilen wahrscheinlich leicht ins Schwitzen gekommen ist 😉

Besser als mit dem Buch klappt das mit der Liebe wahrscheinlich mit folgendem Rezept:
 
Man nehme:
 
2 Herzen
1 Prise Romantik
200g Liebe
100g Aufmerksamkeit
50g Humor (je nach Geschmack auch mehr)
2 EL Leidenschaft
1 Pfund Geduld
2cl Vertrauen
und etwas Phantasie…
 
Wichtig: alles zu gleichen Teilen in die Herzen füllen und eine kleine Öffnung lassen, damit neue Zutaten hinzugefügt werden können 😉

Frage-Foto-Freitag

Beim Frage-Foto-Freitag geht es heute mal um etwas, das euch normalerweise bei hexhex eher selten begegnen wird, nämlich um Mode. Genauer gesagt fragt Steffi nach 5 Kleidungsstücken, die eine Geschichte zu erzählen und deswegen für immer eine Daseinsberechtigung im Kleiderschrank haben.

 1. ABI-Shirt

Fängt man chronologisch an, ist wohl das Abi-T-Shirt das erste erwähnenswerte Kleidungsstück. Aus dem Wunsch nach einem absolut individuellen Mottospruch wurde letztendlich doch einer der üblichen „Verdächtigen“, einfach aus dem Grund, weil Abi im Jahre „06“ nichts als Steilvorlagen aus der Sexismus-Schublade bot. Da mein Jahrgang ja gerade in den Kleinkindschuhen steckte, als die Mauer fiel und der bekannte Baywatch-Star der Meinung war, mit seinem Lied zu den politischen Umschwüngen beigetragen zu haben, bezogen wir das einfach auf uns und die Umschwünge, die die bestandene Hochschulreife so mit sich brachte (nicht nur den Beginn eines neuen Lebensabschnitts, sondern auch die Schließung des Gymnasiums wenige Jahre später: der Letzte macht’s Licht aus). Unter dem Motto „ABI looking for freedom“ feierten wir also im Sommer 2006 bei Nieselregen mit Badeshorts, Brusthaartoupet und Kriegsbemalung unseren letzten Schultag. Da es die Shirts nur in Girlie-Größen gab (ein Unwort!) passte es mir schon damals nur gerade so. Nach dem durch die Schwangerschaft geschenkten, zusätzlichen Zentimeter Oberweite, würde es mir heute wahrscheinlich nur noch bis zum Bauchnabel gehen und David Hasselhoff vermutlich unfreiwillig zu einem gedehnten Plus-Size-Model werden. I won’t try….

 
2. Umstandsbluse

An diesem hübschen Teil hängt mein Herz nicht nur, weil es eine Umstandsbluse ist und damit an eine ganz besondere Zeit erinnert, sondern es ist gleichzeitig das Kleidungsstück, was ich zu meiner praktischen Abschlussprüfung im Studium getragen habe, Juli 2009. Da steckten wir also drin, Fiona und ich, und haben Blut und Wasser geschwitzt vor Aufregung. Die vielen, vielen Stunden Üben, die Ausdauer und der Ehrgeiz haben sich absolut gelohnt! Diese Bluse ist für mich ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Erwachsenwerden und wird deswegen wohl immer in meinem Schrank bleiben.
 
 
3. Junggesellinnenabschiedsshirt
 
 
Das verpasste „Sex“ im Abi-Motto konnte ich bei meinem Junggesellinnenabschied nachholen, da bekam ich nämlich ein grooßes, beschriftetes Shirt übergezogen, auf dem die drei Buchstaben eine zentrale Rolle spielten. Das fehlende Wort ist übrigens nicht etwa „will“, sondern „hatte“ und wird noch ergänzt durch „vor der Ehe“. Kurz vor der Hochzeit war meine Kugel schon ziemlich stattlich, fast 8. Monat immerhin. Das in Verbindung mit dem Shirt sorgte für einige Lacher und viele gute Wünsche für die Zukunft an den Haustüren der Nachbarn. Tatsächlich gab es aber auch jemanden in der Nachbarschaft, der von lustigen Geld-sammel-Bräuchen zum Junggesellinnenabschied noch nie etwas gehört und eher gereizt auf die Truppe klingelnder Damen mit rosa Shirts vor seiner Tür reagiert hatte. Aus meinem liebevoll zusammengestellten Körbchen mit süßen Kleinigkeiten, Taschentüchern, Kondomen, etc. nahm er sich irritiert etwas heraus, trank einen Schluck Sekt und drückte mir mürrisch 50 Cent in die Hand. Ich bedankte mich, grinste über das staunende Gesicht und lachte dann laut, als die entsetzte Frau des Nachbarn sich für ihn entschuldigte, als sie hinterher davon hörte ^^
 
4. Konzerthose
 

Meine einstige, schwarze Konzerthose begleitete mich viele Jahre durch unzählige Auftritte als Solistin, Orchesterspielerin und Dirigentin. Erst mit der richtigen Kleidung wächst man in die Aufgabe rein, der man sich stellen muss. Eine Konzerthose darf nicht zwicken, drücken oder anderweitig stören, muss also bequem und chic zugleich sein, wie eine zweite Haut.
Als meine Oma (eine sehr modebewusste Schneiderin, die grundsätzlich weiß, was in der nächsten Saison modern ist und dabei auch noch immer recht hat!) vor nicht allzu langer Zeit beschloss, dass die Hose einfach nicht mehr zeitgemäß sei, konnte ich nicht anders als mich zu fügen. Es musste eine Neue her. Nach anfänglichen Schwierigkeiten („die fühlt sich einfach nicht so an wie die alte…“) haben wir uns mittlerweile angefreundet und stehen seitdem zusammen auf kleinen und großen Konzertbühnen.

5. Brautkleid

 
Einmalig und sehr wertvoll: ein ganz besonderes Kleid für einen ganz besonderen Tag und gleichzeitig Geschenk meiner Oma zu meiner Hochzeit, denn sie hat es für mich genäht. Den festen Platz ganz oben in meinem Kleiderschrank hat es sicher. Wie bei so Vielem im Jahr 2009, musste auch in’s Hochzeitskleid der Babybauch reinpassen. Es blieb bis zum Schluss die Überraschung, ob der Bauch vom letzten Anpassen des Kleides bis zum Tag der Hochzeit den Reißverschluss sprengen würde, aber das tat er glücklicherweise nicht und so konnte ich lachen, weinen, „JA“ sagen, tanzen, Brautstrauß werfen und O-Saft trinken in einem Kleid, das es so auf der Welt nicht noch ein Mal gibt…

"Ein großer Stuhl macht noch keinen König" (afrikanisches Sprichwort)

Es ist dunkel.
Aus dem Nebel über der afrikanischen Savanne steigt langsam die rote Sonne empor und
durch die unheimliche Stille dringt der Suaheli-Ruf eines weisen, alten Schamanenaffen:
„Naaaa zingonjaaaa….“
 
 
Schon nach den ersten Sekunden war es um mich geschehen. Die Gänsehaut am ganzen Körper war dicht gefolgt von Tränen der Überwältigung beim Anblick der Tiere, die dem Ruf des Affen folgten und ob der Geburt eines neuen Königs durch die Savanne zum großen Felsen pilgerten.
 
Direkt danach war ich regelrecht sprachlos vor Eindrücken. Aber auch heute, 2 Tage später, ist mein Kopf noch immer so voll mit den stimmungsvollen Bühnenbildern, der emotionalen Musik, den atemberaubenden Kostümen und der einmaligen Atmosphäre im Stage Theater im Hamburger Hafen, dass ich kaum die richtigen Worte finde. Wer es schon gesehen hat, wird jetzt bereits längst wissen, wovon ich spreche:
Der König der Löwen!
 
 
 

 
 
Ich bin Wiederholungstäter, habe ich es doch vor 8 Jahren in London mit meiner Schwester schon ein Mal erleben können. Schön fand ich es damals schon, allerdings ist „schön“ für das Erlebnis mittlerweile kein passender Ausdruck mehr. Den morgens aufgetragenen Eyeliner und Mascara hätte ich mir durchaus sparen können, denn sie klebten schon nach den ersten 15min Musical als schwarzgrauer Teppich von den Augenbrauen bis zum Kinn. Ein Blick rüber zu meiner Mama bot das gleiche Bild. Durch verschwommene Augen lachten wir uns zu, wohl wissend, was der andere gerade fühlt.
Vielleicht ist es meine Perspektive, die sich geändert hat: selber vom verspielt-naiven Löwenkind zur erwachsenen Löwenmama, die für ihr „Baby“ genauso kämpfen würde, wie König Mufasa, und die erst jetzt wirklich verstanden hat, dass „Der ewige Kreis“ und „Er lebt in dir“ viel mehr sind als einfache Liedtitel in dieser unglaublich positiven, lebensbejahenden Geschichte…
 
Für Fiona war es nicht das erste Mal im großen Musicaltheater. Vor ziemlich genau 1 Jahr, also als sie gut 2 Jahre alt war, haben wir die Kinderrevue im Friedrichstadtpalast Berlin gesehen, wo „Die Schneekönigin“ gezeigt worden ist. Ich hatte erst Bedenken, ob sie mit ihren jungen Jahren schon so lange stillsitzen und zuhören können würde. Überrascht musste ich feststellen, dass sie vorgestern im Hamburger Hafen genau wie vor 1 Jahr in Berlin absolut konzentriert, aufmerksam und begeistert zugeschaut und an den richtigen Stellen geklatscht hat! Von der Schneekönigin war sie so begeistert, dass wir wenige Wochen später zum zweiten Mal in die Vorstellung gegangen sind. Heute Morgen im Auto machte sie ähnliche Andeutungen über den König der Löwen. Sie hat die halbe Geschichte nacherzählt, wollte von mir nochmal ganz genau wissen, was passiert ist, als die Büffelherde auf den kleinen Simba zugestürmt kam und schwärmte vom witzigen Warzenschwein (hey, das war ein Bauer-sucht-Frau-Reim ;), der Hyäne mit der heraushängenden Zunge und dem lustigen Plappervogel Zazu. Als Fiona dann auch noch die Musik hören wollte, habe ich sie auf dem Handy laufen lassen (ein Hoch auf Youtube!) und hörte kurze Zeit später ein fröhlich-geschmettertes „Hakuna matata“ vom Rücksitz. Ich liebe ihre Begeisterungsfähigkeit! Und ich liebe Perfektionismus, wie er in diesen 3 Stunden Musical gezeigt worden ist. Beim Anblick der aufwändigen und wahnsinnig originalgetreuen Kostüme geht nicht nur ein Schneiderherz vor Begeisterung auf! Schon allein die sind es wert, die Vorstellung zu besuchen. Irgendwann, und nicht zuletzt auch wegen der authentisch imitierten Gestik der Raubkatzen, vergisst man regelrecht, dass es Menschen sind, die als Darsteller auf der Bühne spielen. Die gesamte Atmosphäre, die afrikanischen Klänge und die emotionale Geschichte lassen den Zuschauer so tief in das Geschehen eintauchen, dass er nach der Vorstellung förmlich überrascht ist, sich am Ufer der Elbe wiederzufinden und nicht mitten in der Masai Mara.
Für das Mausekind war schon die nur knapp zweistündige Zugfahrt mit dem ICE von Berlin nach Hamburg ein aufregendes Erlebnis, von den Schiffen und der F(r)ischluft am Hafen ganz zu schweigen. Als Krönung des Ganzen durfte sie nach der Vorstellung einen Kuschelsimba, der dem Kostüm des Schauspielers nachempfunden ist, adoptieren. Ich selber habe mir neben den zum Leben erweckten Erinnerungen an unsere Reise nach Kenia (2007) und dem afrikanischen Sonnenaufgang im Herzen noch etwas ganz Anderes, Unbezahlbares mit nach Hause genommen: „Denk immer daran, dort oben in den Sternen wohnen die großen Könige der Vergangenheit, sie werden dir den Weg weisen […] Simba, sieh dein Spiegelbild an: er lebt in dir!“
 
 

"Brüderle, komm tanz mit mir…

…beide Hände reich‘ ich dir.“ – Das wird so schnell wohl keine Journalistin mehr zu dem Politiker sagen, aus Angst, er würde ihren BH-Verschluss allein durch Kraft seiner Gedanken lösen können…

Quelle: www.toonsup.com

Ihr habt es sicher mitbekommen: die Brüderle-Debatte wird ja momentan heftig diskutiert und ein Mal quer durch die Medien gezogen. War seine Anmerkung zu der Journalistin („Sie können ein Dirndl auch ausfüllen“) nun ein schlechter Alt-Herren-Witz, ein harmloser Flirt oder gar sexuelle Belästigung? Nachdem sich auch Günther Jauch in seinem sonntäglichen Polit-Talk letzte Woche ausgiebig um das Thema gekümmert hat und ich vor dem Fernseher „mitdiskutiert“ habe, muss ich nun hier auch mal ein paar Worte darüber verlieren.
Ich selbst kann mit meinem Twitter-Account ja nicht wirklich viel anfangen, aber was ein Hashtag ist, weiß mittlerweile sogar ich. Angeregt von Brüderles Sexismus-Vorwurf twitterten unzählige tausend Menschen unter dem Schlagwort „#Aufschrei“ in 140 Zeichen ihre eigenen Erfahrungen zu dem Thema. Die Initiatorin dessen saß sogar bei Jauch auf dem Sessel.

Die Auswahl der Talkgäste ist ohnehin immer sehr interessant: passend zum Thema diskutierten im Berliner Gasometer doppelt so viele Frauen wie Männer, Jauch als Schiedsrichter mal außen vor. Einer der beiden Männer zählt allerdings für zwei: Hellmuth Karasek. Für den war eigentlich alles klar und er schien mir nicht so recht zu wissen, weshalb er eigentlich eingeladen worden war bzw. weshalb dieses Thema eine ganze Stunde Sonntagabend-Talk füllen kann, denn „das Dirndl wurde erfunden, damit man Frauen auf die Brust gucken kann“. Ganz unrecht hat er nicht, wie ich finde.
Zusammen mit Wibke Bruhns, der ersten Frau im westdeutschen Fernsehen, und Moderator Günther Jauch fand Karasek sich mit seiner liberalen Einstellung der notorischen Spaßbremse und Über-Emanze Alice Schwarzer und noch ein paar anderen stocksteif-ernsten Gästen gegenüber. Schwarzer, längst (und auch wortwörtlich) kein neues Gesicht mehr in der Szene, war scheinbar froh, mit der stacheligen Feministenkeule endlich mal wieder so richtig ausholen zu dürfen: Frauen waren und sind Männern gegenüber noch immer in der Opfer-Rolle und Y-Chromosom und Sexismus-Gen sind zwangsläufig untrennbar miteinander verbunden: „Die alte Kacke dampft noch.“.
Als ausgerechnet sie dann auch noch feststellte, dass Männer auch Menschen seien, war es sogar um den sonst sehr zurückhaltenden Moderator Jauch geschehen. Er wies Alice Schwarzer grinsend darauf hin, dass sie seine Krawatte vor einer Weile als „Penis-Ersatz“ bezeichnet habe, was sie einfach journalistenlike überhörte. Wenn er das Äquivalent dazu jemals zu einer Frau gesagt hätte, säße er schon längst nicht mehr in seinem Sessel. Sexismus at its best!

Der #Aufschrei wandert durch die Medien, sämtliche Cartoonisten haben mindestens einen Sketch zum Thema Brüderle im Repertoire und ganz normale, durchschnittliche Männer überlegen beim Busfahren, ob sie einer schwangeren Frau ihren Platz anbieten dürfen oder ob die das sofort als Busen-Bauch-Glotzerei auslegt…
Ich will „echte“ Missbrauchsfälle oder sexuelle Belästigung auf keinen Fall klein reden oder lächerlich machen, aber wenn durch die aktuelle Debatte jeder Furz zu einem Übergriff aufgebauscht wird und ganz normale, gebalzte Banalitäten plötzlich das Label „Sexismus“ aufgedrückt bekommen, schaffen wir uns tatsächlich irgendwann selbst ab, allerdings anders, als Sarrazin das vorausgesagt hat. Der #Aufschrei-Zug fährt durch die Lande. Möchte noch jemand mit?

Wirklich auf den Punkt gebracht hat es „The European“ in der Kolumne „Mach doch die Bluse zu“: „Was wir daraus lernen? Wo persönliche Befindlichkeit als ausreichender Gradmesser erscheint, um Sexismus zu definieren, verkommt der Begriff zur Beliebigkeit.“
Liebe Frauen, eine Bitte:
über Späße lachen, Machos verbales Kontra geben und sexuelle Belästigung anzeigen!

Noch krasser als die Sexismus-Debatte fand ich allerdings die bei Jauch am vergangenen Sonntag: „In Gottes Namen – wie gnadenlos ist der Konzern Kirche?“. Der Aufhänger: eine junge Frau wachte nach einer Feier auf einer Park-Bank auf. Verdacht auf K.O.-Tropfen und Vergewaltigung. Eine Allgemeinmedizinerin verschrieb ihr die „Pille danach“ und schickte sie ins Krankenhaus zur Abklärung, ob tatsächlich ein Missbrauch stattgefunden hat. Zwei (!) katholische Krankenhäuser lehnten daraufhin die Untersuchung ab!!! Obwohl fast alle kirchlichen Einrichtungen staatlich subventioniert werden, gelten dort religiöse Regeln. Nirgendwo sonst darf man jemanden wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminieren, wegen privater Umstände kündigen oder gar ärztliche Hilfe verweigern. Da wird von der arbeitswilligen Putzfrau mit Kopftuch verlangt, dass sie zum katholischen Glauben übertritt, der frisch geschiedenen Kindergartenleiterin wird gekündigt, weil sie ein „schändliches Ärgernis“ darstellt und im Krankenhaus muss man im Notfall vorher das Türschild lesen, weil nicht selbstverständlich ist, dass man im Falle einer Vergewaltigung auch behandelt wird. Das ist doch nicht mehr normal! Als sich dann noch Journalist und Fundamentalkatholik Martin Lohmann einmischte und sein permanenter Sprechdurchfall so viel Sendezeit bekam („Die Sache mit der Selbstentscheidung der Frau ist ja vielschichtig“, „Frauen müssen Kinder von Vergewaltigern austragen“, etc.), wäre ich gerne vor Wut in den Fernseher gesprungen, hätte ihn an seiner Krawatte gepackt und heftig geschüttelt. Alice Schwarzer hätte mich sicher tatkräftig dabei unterstützt.
Während ich meinem Ärger über Twitter Luft machte, zwitscherte ein anderer Nutzer: „Service für Jauch-Zuschauer: Kirchenaustritt.de“. Als dann am Ende der Sendung die junge Journalistin Eva Müller erwähnte, sie sei nach den Recherchen zu ihrem Buch „Gott hat hohe Nebenkosten“ aus der katholischen Kirche ausgetreten, erntete sie spontanen Applaus. Sehr bezeichnend, wie ich finde.

Konfliktpotential bietet sich bei uns auch über die Sendung hinaus, denn mein Mann ist katholisch und ich bin – zwar als Kind evangelisch getauft, aber grundsätzlich – nicht religiös, wie die meisten Ur-Berliner.
Über die aktuellen Vorfälle bin ich schlichtweg entsetzt und fassungslos. Zustände wie im Mittelalter. Ein Wunder, dass sie die junge Frau nicht auf dem Scheiterhaufen verbrannt haben… Und überhaupt: welcher Volldepp hat sich eigentlich einfallen lassen, dass Frauen wählen gehen dürfen?! Ist ja vielschichtig, die Sache mit der Selbstentscheidung… #&§/$%&/(=!“?#