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„…ein Mal werden wir noch wach…“

Der Dezember ist ja bekanntlich die Zeit der Rückblicke und Vorsätze. Wie kürzlich bei Günther Jauch gesehen, ging die Szene des (gefeuerten!) Kellners, der der mächtigsten Frau der Welt ein paar Bier über den Rücken gegossen hat, um die ganze Welt, genau wie Felix Baumgartner, der sich in diesem Jahr von Red Bull tatsächlich hat Flügel verleihen lassen…
Ganz so spektakulär wird es hier nicht, aber beim Fotos durchstöbern habe ich mich an viele schöne Momente in 2012 erinnert, die ich gerne mit euch teilen möchte.
Wie schon 2011 ruft 23qmStil auch in diesem Jahr wieder dazu auf, den Jahresrückblick in 12 Bildern zu veröffentlichen. In manchen Monaten kann man sich kaum für ein Bild entscheiden, in anderen ist die Auswahl recht übersichtlich – Spaß hat es auf jeden Fall gemacht! Hier sind sie:

Januar
 
 
Im Januar habe ich meinen 25. Geburtstag gefeiert. Gerade noch so vor dem Mauerfall geboren, habe ich aus diesem Grund eine DDR-Party gefeiert, mit allem, was dazugehört. Das obligatorische Ampelmännchen auf dem Shirt – Partnerlook mit Fiona übrigens – wurde noch ergänzt durch nostalgische Eierbecher, Knusperflocken, Badusan Schaumbad, Hallorenkugeln, Spielgeld-Deko und ein waschechtes DDR-Quiz, bei dem ich gar nicht mal so schlecht abgeschnitten habe! Während wir „Großen“ zwischen Begriffen wie LPG, Subotnik, FDJ, Erichs Lampenladen, Rennpappe, Schnitzler und Schwarzem Kanal feuchtfröhlich mein Vierteljahrhundert feierten, klebte sich mein Kind die Ampelmännchengummibären an die Wangen und tanzte ausgelassen zu Citys „Am Fenster“. A moment to remember!
 
 
Februar
der allererste Nähversuch auf Papier
Wie hier im Blog schon oft erwähnt, ist in diesem Jahr erstmalig eine Nähmaschine in mein Leben getreten, genauer gesagt im Februar. Inspiriert von vielen tollen Nähblogs und angetrieben von der Lust, auch so niedliche und individuelle Stücke selber machen zu können, clickte ich ziemlich spontan auf „in den Warenkorb“ bei Tchibo, als eine Singer-Nähmaschine gerade im Angebot war. Die Tatsache, dass ich laut meiner Oma, von Beruf Schneiderin (!), das untalentierteste aller 4 Enkelkinder beim Knopfannähen gewesen bin, hatte ich dabei einfach mal außer Acht gelassen. Als das Maschinchen dann leibhaftig vor mir stand, war ich ja praktisch gezwungen, mich näher (haha ^^) mit der Thematik zu befassen. Durch viele gut erklärte/bebilderte Anleitungen und ein bisschen Kreativität entstanden im Laufe des Jahres viele schöne Unikate, auf die ich sehr stolz bin. Silvester 2011 hätte ich nicht für möglich gehalten, dass ich keine 365 Tage später mit Begriffen wie Rollsaum, Bündchen, Matratzenstich und Versäubern etwas anfangen kann.
Es ist nie zu spät 🙂
(dass durch diverse Denkfehler in den Bereichen „Logik“ und „räumliches Vorstellungsvermögen“ Prinzessinnenkronen innen im Kuscheltier gelandet sind oder Hosen zwei komplett einzelne Hosenbeine mit geschlossener Schrittnaht hatten, verschweige ich an dieser Stelle…)
 
 
März
 
 
Neben dem Angrillen, einem Highlight in jedem Jahr, stand für März der allererste Zirkusbesuch auf dem Programm. Würgeschlange Paula hatte kurz zuvor Fionas Kindergartengruppe einen Besuch abgestattet, um Eltern und Kindern einen Gegenbesuch im Zirkuszelt um den Hals ans Herz zu legen. Für – trotz Rabattcoupon – sagenhaft-artistische Preise nahmen wir auf Stühlen in der ersten Reihe Platz und staunten über sich verbeugende Pferde, ziemlich haarige Kamele, tanzende Hunde und in schwindelerregender Höhe baumelnde Akrobatinnen.
 
 
April
 
 
Kurz vor Ostern flogen mein Schülerorchester VIVAccordia und mein Ensemble conAmici nach Irland zum „Irish Open Accordion Festival“ in Nevan; für die Schüler der allererste Wettbewerb, an dem sie teilnehmen durften. Mit einem sensationellen 2. Platz für die „Kleinen“ und dem 1. Platz in ihrer Kategorie für das Ensemble konnte diese Orchesterreise eindeutig unter dem Label „ERFOLG“ verbucht werden. Wir verbrachten ein paar schöne, eindrucksvolle Tage in Dublin und brachten 2 Pokale und mehrere Goldmedaillen mit nach Hause. Eindeutig mein Jahreshighlight!
 
 
Mai
 
 
Der Mai war eigentlich ein relativ ruhiger Monat ohne größere Ereignisse. Aufregend war allerdings das Anbaden im eigenen kleinen Pool im Garten (in Verbindung mit regelmäßigem Grillen, wer hätte das gedacht ;), als das Thermometer die für Mai doch eher untypische Marke von magischen 30°C geknackt hatte. Außerdem haben meine Eltern in ihrem Garten das riesige Trampolin für Fiona aufgebaut: Besuchermagnet und liebstes „Spielzeug“ through the year!
 
 
Juni
 
 
Der Juni war unser Konzertmonat. Das Publikum auf der linken Seite ist (leider) nicht das unseres im Zeitungsartikel angekündigten musikalischen Hoffestes ^^ Es ist das „Die Ärzte“-Konzert in der ausverkauften Kindl Bühne Wuhlheide am 01.06.12, wo sie mit vielen alten und neuen Hits gleich mehrere Generationen gerockt haben! Da die Sommerferien in Berlin schon Mitte Juni begonnen haben, standen vorher noch unsere traditionellen Schuljahresabschlusskonzerte an. Im Anschluss an das „offizielle“ Konzert gab es auch dieses Jahr ein Grillfest im Innenhof mit Bratwürsten, Berliner Weiße und offener Bühne. Unsere Musikcomedy kam wieder sehr gut an und wird wohl fester Bestandteil des Hoffestes bleiben 🙂 Sogar Fiona hatte mit gut Zweieinhalb den ersten richtigen Auftritt. Mit Maracas (klingt wichtiger als die simplen „Rasseln“) stand sie etwa 2 Minuten auf der Bühne und begleitete ihre Eltern ausdauernd bei dem Lied „Der dritte Mann“. Unser kleiner dritter Mann hatte bei den Proben zu Hause nach der Hälfte des Liedes einfach die „Arbeit“ niedergelegt und ist spielen gegangen. On stage hat Nono dann aber ganz gewissenhaft und konzentriert gerasselt und sich hinterher mit einer kurzen solistischen Gesangseinlage („Mh-mh macht der grüne Frosch im Teig“) noch einen Extraapplaus gesichert. Blut geleckt!
(„Mama, das war so eine aufregende Welt heute! Wann darf ich wieder auf die Bühne?“)
 
 
Juli
 
 
Stellvertretend für alle Urlaube dieses Jahr gibt ein Foto aus den 2 Wochen Tunesien im Juli. Während in Berlin schwere Unwetter tobten (na klar, der Sommer war ja auch schon im Mai ^^), lagen wir unter Palmen in der Sonne am Meer und ließen es uns gut gehen. Wer denkt, wir lagen 14 Tage auf der faulen Haut, der irrt. Nach etwa einer Woche setzte die erhoffte Erholung ein und dann wurden – so verrückt das klingt – bei 35°C im Schatten die Weihnachtskonzerte durchdacht und schon mal mental organisiert. Ansonsten haben wir rund um die Uhr gegessen, getrunken, getanzt und gebadet. Fiona ist den ganzen Tag über kaum zu merken gewesen, wenn wir am Strand waren. Sie liebt es, mit nackten Füßen im Sand zu spielen, Burgen zu bauen, interessante Meeresbewohner auch mal aus der Nähe zu betrachten (Oh weh, der von ihr tausendfach zitierte „Quallenbiss“…) und sie wird nie müde, Wasser für den Burggraben aus dem Meer zu besorgen. Also falls die Oktonauten mal Personalmangel haben: ich wüsste da jemanden 😉
Dank der warmen Temperaturen und des mobilen Koffertöpfchens sind „wir“ mit Windeln hingeflogen und ohne zurückgekommen!
 
 
August
 
 
Als ich während des Frühstücks auf der Butter meines Vertrauens von einem Schmetterlingsgewinnspiel gelesen hatte, bei dem man eine Handvoll Raupen gewinnen kann und nur erklären muss, warum ausgerechnet man selber Schmetterlingszüchter werden möchte, probierte ich mein Glück. Ich lud ein Bild hoch von unseren aus Pfeifenreiniger und bunt beklecksten Taschentüchern gebastelten Faltern und schrieb dazu, dass unsere gebastelten natürlich nicht annähernd so schön seien, wie die echten und dass niemand so süß „Schmettekage“ sagen könne, wie mein Kind als es noch sehr klein war („Schmettekage“ war eines der ersten Spielzeuge: ein Greifquietschrasselknistertier in Form eines Glühwürmchens, wie ich später erfuhr, das wir bis dato fälschlicherweise für einen Schmetterling gehalten hatten.) Nach einer Weile kam die Glückwunsch-Sie-wurden-ausgewählt-Email von der Butter und ein paar Tage später hielten wir schon das Züchterset und den kleinen Behälter mit den Raupen in den Händen. Wo einige unserer Gäste in Anbetracht der vielbeinigen Kriechtiere nur angeekelt das Gesicht verzogen, erwarteten Fiona und ich gespannt deren Metamorphose. Die fertigen Schmetterlinge durften wir noch wenige Tage beobachten und füttern, bevor wir sie in die Freiheit entließen. Der große Moment, ein Morgen im August, als wir unsere „eigenen“ Schmetterlingskinder fliegen lassen haben, wird uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben!
 
 
September
 
 
Im September haben wir ein Wochenende bei lieben Freunden in Warschau verbracht. Bei bestem Wetter konnten wir ganz gemütlich durch die Altstadt bummeln, hier und da einen Kaffee trinken, Eis essen und….Tauben füttern! Die dort in die Wege geleitete musikalische Kooperation mit einer polnischen Grundschule wird im November 2013 Früchte tragen bzw. werden die Früchte dann hoffentlich schon zu hören sein. Wir freuen uns!
 
 
Oktober
 
 
Der dritte Geburtstag – wenn man Fiona fragt, das beste Ereignis des ganzen Jahres! Gerade mit 3 Jahren, wo man alles schon richtig miterlebt, seine eigenen Wünsche und Vorstellungen äußern und eine richtig coole Party mit seinen Freunden feiern kann, ist so ein Geburtstag etwas ganz Besonderes. Mit aufwendig gestalteter Deko, süßen Köstlichkeiten, liebevollen Details und einem durchgestylten Kinderprogramm wurde der Tag zu einem großen Erfolg und wird auch heute noch regelmäßig erwähnt! Für mich war es der Tag, an dem mein Baby vor unglaublichen 3 Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Unvorstellbar, was aus dem hilflosen Säugling in dieser Zeit für ein kleiner, selbstständiger Mensch geworden ist!
 
 
November
 
 
Das von Eltern und Schülern gleichermaßen herbeigesehnte Jahresabschlusskonzert, bei dem fast alle Musikschüler auf der großen Bühne standen und zeigen durften, was sie in den vergangenen Monaten gelernt haben, stand in diesem Jahr unter dem Motto: „Farben verboten“. Nachdem alle Farben wiedergefunden waren, kam last but not least das Ensemble conAmici in bunten Hosen/Hemden auf die Bühne getanzt und präsentierte sein abwechslungsreiches Programm.
Da Capo!
 
 
Dezember
 
 
Das ultimative Dezemberhighlight steht uns sicher morgen, am Heiligabend, bevor, wenn Fiona dem Weihnachtsmann zum ersten Mal ein Gedicht aufsagt („Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…“) und hinterher die Augen vor Freude leuchten, weil er die gewünschte Puppe und die Holzkugelbahn aus seinem Sack zaubert. Warum ich mir so sicher bin, dass ihre zwei konkreten Wünsche in Erfüllung gehen werden? Nun ja, ich habe gute Beziehungen zu dem Mann mit dem weißen Bart, habe ihn ja auch letztens sogar spontan angerufen um einen wichtigen Wunsch mitzuteilen, als er gerade bei Amazon rumlungerte 😉
Das Dezemberfoto ist am Nikolaustag entstanden, als im Kindergarten eine kleine Weihnachtsfeier mit Adventskaffee stattgefunden hat. Vor dem Plätzchenessen wurden alle Eltern in den Turnraum gebeten, wo schon vorher Stühle und Bänke aufgestellt worden waren. Als wir alle saßen, kamen die Raupen- und Hasenkinder gemeinsam in den Raum und sangen ein paar niedliche Lieder. Im letzten Jahr hatten die Erzieherinnen einen süßen Schneeflockentanz vorbereitet mit kleinen Röckchen und Musik vom Band. Fiona klebte damals nur noch auf meinem Schoß, nachdem sie mich gesehen hatte und war leider nicht dazu zu bewegen gewesen, mit den anderen Kindern mitzutanzen. In diesem Jahr kam eine selbstbewusste Fiona in den Sportraum, die winkte und grinste, als sie mich sah, aber trotzdem die ganze Zeit ordentlich und aufmerksam sang und tanzte. Gegen Ende der Vorstellung blieb sie zwar inmitten „ihrer“ Mädels stehen, aber zog die Schultern hoch und bewegte den Mund zur lautlosen Frage:
„Hast du Liemhasi?“*
*(„Hast du meinen lieben Hasi?“ – heißgeliebtes Kuscheltier. Das einzig wahre.)
 
Natürlich hatte ich Liemhasi.  
Der hat ebenfalls mit stolzgeschwellter Hasenbrust verfolgt, was seine Nono auf der Bühne zum Besten gegeben hat. Aber auch große Mädchen wollen nach dem Kindergarten eben einfach ein bisschen auf Mamas Arm kuscheln und die ganze Welt für einen Moment vergessen…
 
„Lange Zeit, bevor ich erwachsen wurde, lehrte mich ein Teddy, was Liebe wirklich heißt: nämlich da zu sein, wenn man gebraucht wird.“
 
Ich wünsche euch an dieser Stelle ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise eurer Liebsten, einen fleißigen Weihnachtsmann und ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere von euch in der Zeit zwischen den Jahren vielleicht auch eine Sammlung seiner Top 12 aus 2012 zusammenstellt! Bleibt gesund!
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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

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