Blogparade: Weihnachtsbücher

Pünktlich zum 1. Dezember fiel in Berlin der erste Schnee – so muss das sein! So wenig ich die kalte Jahreszeit an sich mag, so schön finde ich aber, wenn es draußen ein stilles, unberührtes Winterwunderland zu bestaunen gibt und die Schneefegemobile mit dem Kehren noch nicht so schnell hinterher gekommen sind. Die meisten Autofahrer allerdings kriegen bei den ersten Flöckchen in unseren Breitengraden den sogenannten Bremsenfuß, der sich scheinbar nur schwer von besagtem Pedal lösen lässt. Sie fahren nicht nur sehr, sehr langsam, sondern so gut wie gar nicht mehr. Besonders häufig tritt dieses Phänomen übrigens bei älteren Herrschaften in teuren Autos auf. Die verfügen über ABS, ESP und anderen Schneeschnickschnack, nicht aber über GAS ^^ Vorsichtig fahren ist ja gut und richtig bei diesen Witterungsbedingungen, aber wer auf der Straße von Fußgängern überholt wird, der sollte sein Gefährt tatsächlich besser in der Garage lassen…

Am Wochenende haben wir gemeinsam mit meiner lieben Saro die Adventszeit eröffnet und zu fünft inklusive Fiona dem großen Berliner Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz einen Besuch abgestattet. Schon beim Aussteigen aus der Straßenbahn war das Nono-Kind beim Anblick blinkender und singender Karussells, riesiger Plüschtiere und haufenweise kandierter Früchte kaum noch zu halten. Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit, also direkt am Eingang, stürmte sie erst den rosa Truck und später noch das Feuerwehrauto vom Kinderkarussell, löhnte dafür sagenhafte 2,50€ (Benzin??) und Mama und Papa gönnten sich derweil erstmal einen heißen Glühwein. Ein großer Berg Zuckerwatte am Stiel ist übrigens die optimale Angriffswaffe für drängelnde und schubsende Mitmenschen: ungefähr so effektiv wie ein kleiner Elektroschocker, denn niemand möchte das klebrige Gedöns am nagelneuen Mantel kleben haben. Danke, Nono 😉 „Lasst mich durch, ich bin Zuckerwatte!“

Lustig: die Collage heißt „Dezember“. Wo suche ich im Ordner?
Unter den mit „November“ benannten Bildern und wundere mich, dass ich sie nicht finden kann ^^
Um es mir zu erleichtern, hätten die Kalender-Mönche, oder wer auch immer es gewesen ist, die Monate ruhig alphabetisch anordnen können!

Wer noch einen schönen Geschenktipp für Weihnachten sucht, wird vielleicht heute hier fündig, denn passend zur Vorweihnachtszeit läuft beim Ostwestfalen Marc derzeit eine Blogparade zum Thema „Die schönsten Weihnachtsbücher“, die er extra für mich (danke!) um 2 Wochen verlängert hat!
Er möchte wissen, mit welchem Buch/welchen Büchern wir die Advents- bzw. Weihnachtszeit verbinden, welche Erinnerungen wir an Bücher aus unserer Kindheit haben oder ob es es Lieblingsweihnachtsbücher in unserem Schrank gibt.
Diese Fragen hätte ich dir auch ohne Gewinnchance gerne beantwortet, obwohl ich sagen muss, dass ich mich über Axel Hacke, einen meiner liebsten Schreiberlinge, unterm Weihnachtsbaum doch auch sehr freuen würde 😉 Schade, dass sich bisher so wenig Blogger beteiligt haben, dabei würde es mich brennend interessieren, was andere an Weihnachten ihren Kindern bzw. sich selbst vorlesen! Also falls ihr ein schönes Weihnachtsbuch kennt, bitte gerne posten und noch schnell mitmachen, bis 16.12. habt ihr Zeit!

Vor einer Weile habe ich bei einer Talkshow (war es Markus Lanz?) zufällig den Kolumnisten Hans Zippert „kennengelernt“, der seit etlichen Jahren für „die Welt“ schreibt. Er berichtete dort über sein aktuelles Buch „Aus dem Leben eines plötzlichen Herztoten“, das er geschrieben hat, nachdem er einen Schlaganfall erlitten hatte. Auch wenn mich die Problematik nicht vordergründig interessierte, musste ich doch einfach ganz genau hinhören, denn dieser Mann schaffte es tatsächlich, seine erschreckenden Erlebnisse im Zusammanhang mit dem Schlaganfall mit so viel Selbstironie zu beschreiben, dass ich unwillkürlich lachen musste („Während der Fahrt zur Charité spürte ich, wie ich langsam wieder die Herrschaft über meine linke Körperhälfte zurück gewann. Ich konnte meinem Arm wieder Befehle erteilen, die dieser etwas schwerfällig aber ohne Diskussion ausführte.“). Das Buch mit dem Herztoten wollte ich nicht unbedingt im Schrank stehen haben, lieferte doch allein die Suche nach dem Titel schon ausreichend Ergebnisse, dass ich mich prophylaktisch mit Defibrillator Kombisets hätte eindecken können bis an mein Lebensende. Aber die Talkshow bot Anlass, mal den Namen Hans Zippert in die Suchleiste des Browserfensters einzutippen (wann „amazonen“ und „googeln“ wohl Eingang in den Duden finden werden?). Ich stieß auf eine Kolumnensammlung, die ich sofort bestellte (und über die ich mich fast täglich köstlich amüsiere) und auf liebevoll illustrierte Kinderbücher über den kleinen Löwen Heribert, der zum Ärger seines Vaters so ganz und gar nicht dem typischen Raubtierklischee entspricht: er ist Vegetarier, sammelt Briefmarken, trägt eine Brille und glaubt an den Weihnachtsmann.

Fotos mit freundlicher Genehmigung des Verlages Kein & Aber

Schon allein der Titel „Weihnachtsmänner frisst man nicht!“ bewegte meinen rechten Zeigefinger dazu, schneller auf „in den Warenkorb“ zu clicken, als ich die gesamte Beschreibung gelesen hatte. Bereut habe ich es keine Sekunde, denn das ist sie: meine unangefochtene Nummer 1 der schönsten Weihnachtsbücher!

Das Buch kommt im unschuldigen Kinderbuchgewand daher, hat es aber faustdick hinter den Ohren! Für die „Großen“ ist es Realsatire vom Feinsten, so wie man es von Zippert kennt, für die Kleinen ist es eine süße Weihnachtsgeschichte aus Afrika. Allerdings schaffen es wohl die wenigsten Kolumnisten, eine Weihnachtsmannstory so zu schreiben, dass Erwachsene sich vor Lachen krümmen und kaum erwarten können, wie es weitergeht.

Wenn ich dieses Jahr am Heiligabend statt weißen Schuhabdrücken ziemlich große Miezekatzenpfoten auf dem Fußabtreter finde, werde ich mich wohl nicht wundern und stattdessen einen Gruß und ein Dankeschön nach Afrika schicken, denn dort hat der kleine Löwenjunge Heribert mit seinen Freunden das gesamte Weihnachtsmanngeschäft übernommen. Der alte, bärtige Mann ist nämlich durch eine Verkettung unglücklicher Umstände manövrierunfähig mit einem Gipsbein im Wohnzimmer von Heriberts Eltern gelandet (der Tierarzt wollte ihn eigentlich einschläfern!). Dabei wusste Löwenpapa und Rudelführer Erwin, als er die zwei Rentiere in der Savanne gefressen hat, nicht, dass der dicke Mann, den er zu diesem Zweck vom Schlitten geschubst hat, der Weihnachtsmann auf seinem Testflug durch die Savanne war…

Ordentlich wie er ist, kann der kleine Heribert natürlich nicht zulassen, dass wegen dieses dummen Unfalls das Fest für alle Kinder auf der Welt ausfällt, deswegen will er sich vom Weihnachtsmann himself ausbilden lassen und Weihnachten mit eigenen Pfoten retten.
Heribert und sein Serengeti-Laubsägeclub versuchen kurz darauf, die vielen Geheimnisse der Bescherungsnacht zu lüften und genehmigen im extra dafür eröffneten Bescherungsbüro unter ungeheurem Zeitdruck unzählige Wunschzettel, all das auf einem hohen sprachlichen Niveau mit subtilem Witz und einer gehörigen Portion schwarzem Humor: „…es war klar, dass sie ihr Vorgehen rationalisieren mussten. Ab sofort wurde kein Wunschzettel mehr gegengelesen und überprüft, sondern alles wurde sofort genehmigt. […] Eine Barbara aus Stockholm hatte sich neben einer Ritterburg und einem Laserschwert noch Frieden und Völkerverständigung gewünscht und Dieter hatte alle 4 Wünsche genehmigt. […] Aber Wünsche wie „ein Meerschweinchen, einen Hamster und eine Würgeschlange“ sollten verantwortungsvolle Weihnachtsmänner lieber nicht erfüllen…“). Wer also unterm Tannenbaum mal wieder so richtig herzhaft lachen möchte, ist mit diesem Weihnachtsschatz für Klein & Groß sehr gut bedient!

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

3 Kommentare zu „Blogparade: Weihnachtsbücher“

  1. Danke für den Tipp mit der Blogparade. Ich glaube, da möchte ich auch unbedingt mitmachen.
    Übrigens ein nettes Buch, das Du vorstellst. Habe ich vorher gar nicht gekannt. Die Illustrationen schauen schon so ungewöhnlich aus.
    Herzliche Grüße aus Wien
    Dita

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