Eltern-Kind-Blogparade Dezember

Hui, das ist jetzt aber wirklich auf den allerletzten Drücker…
Draußen knallt es schon fröhlich vor sich hin (haben die alle zu viel Geld?!), Pfannkuchen (oder „Berliner“, wie es andernorts heißt) sind überall ausverkauft und die Australier sind schon reingerutscht. Zeit für eine letzte gute Tat in den verbleibenden Stunden des Jahres 2012, denn darum geht/ging es diesen Monat bei der Eltern-Kind-Parade von Testmama Kerstin: Schreiben und gemeinsam Gutes tun. Sie möchte wissen, ob wir das ganze Jahr über oder speziell an Weihnachten etwas spenden oder anderweitig ehrenamtlich unsere Hilfe anbieten. Pro geschriebenem Beitrag werden 3€ an die Deutsche Krebshilfe gespendet.

Beim Spenden habe ich mich bisher sehr zurückgehalten, denn wie sicher kann man sein, dass seine Spende auch dort ankommt, wo sie dringend gebraucht wird? Lieber helfe ich den Menschen in meinem Umfeld mit kleinen Aufmerksamkeiten, beschränke das allerdings nicht auf die Weihnachtszeit, sondern gehe mit offenen Augen durch das Jahr. Mit religiösem Hintergrund, den ich nicht habe, würde man es wohl als „Nächstenliebe“ bezeichnen, für mich ist es einfach nur Hilfsbereitschaft als eine der Eigenschaften, die meine Eltern mir mit auf den Weg gegeben haben.
Kürzlich hing z.B. in der Kita meiner Tochter ein Aufruf am Schwarzen Brett: „Welche Mama kann stricken/nähen und würde eine unserer 3 nackten Puppen einkleiden?“. Direkt nach dem Lesen ließ ich mir eine der Puppendamen als Modell über’s Wochenende mitgeben und schneiderte ihr in einer Nachtschicht frei Schnauze Kleidchen, Hose, Halstuch und Mini-Mütze. Aus einem Stoffrest meines heißgeliebten Apfelstoffes und einem Rest Strickbündchen entstand spontan noch ein zweites Kleidungs-Set, so dass nun 2 angezogene Puppen darauf warten, bespielt zu werden. Die Augen der Erzieher waren schon sehr groß vor Erstaunen, als ich Montag mit den beiden Models im Arm in den Gruppenraum kam. Die der Kinder fielen fast aus den Höhlen, weil ihre alten Puppen mit süßen Sachen in neuem Glanz erstrahlten. Da ich selber noch nicht so lange nähe und eine Hose für Fiona (nach Schnittmuster) das allererste tragbare Kleidungsstück gewesen ist, war ich nicht sicher, ob ich überhaupt etwas halbwegs Anziehbares für eine Puppe zustande bringen würde, bin deshalb aber umso stolzer auf das Ergebnis!

Obwohl das Strahlen in den Kinderaugen Dank und Anerkennung genug war, bekam ich von der gesamten Gruppe kurz vor Weihnachten einen ziemlich großen, glitzrig-bunt bestempelten Weihnachtsbaum aus Tonpapier geschenkt mit „Vielen Dank, die Raupenkinder“. Schön, wenn man helfen kann!

Mit unserem Verein „Viva Musica macht Musik e.V.“ haben wir in diesem Jahr auch geholfen: 1€ pro verkaufter Eintrittskarte unseres großen Jahreskonzertes ging direkt an die große Spendenaktion von „Ein Herz für Kinder„, die am 15.12. live im ZDF übertragen wurde. Sagenhafte 14 Millionen Euro sind insgesamt zusammengekommen! Auch wenn wir mit unserer Arbeit in den Schulen nicht von Fernsehkameras begleitet und interviewt worden sind, konnten wir mit unserer Musik ein kleines bisschen dazu beitragen, dass hilfsbedürftige Kinder und Einrichtungen national und international unterstützt werden.

Ganz besonders stolz bin ich übrigens auf Fiona, wenn sie von sich aus anderen Kindern etwas abgeben möchte, auch wenn es nur ein kleines, klebriges Gummibärchen ist. Wie auch ich als Kind (sicher manchmal unter Tränen und Wutausbrüchen ^^) beigebracht bekommen habe, dass Teilen etwas Schönes ist, möchte ich natürlich, dass auch sie lernt, dass Geben mindestens genauso schön ist wie Nehmen. Nun ja, wir arbeiten daran 😉

So, ihr Lieben, die beiden Hexen (und der Hexer) verabschieden sich für dieses Jahr erst mal von euch und gehen nachher elegant schwarz-weiß gekleidet (und mit einer schnuckelig-pinken Minnie Mouse) zu ihrer kleinen aber feinen, privaten Silvesterparty. Wir freuen uns auf einen lustigen Raclette-Abend, an dem wir uns sicher mal wieder so viel zu erzählen haben, dass die mitgebrachten Spiele irgendwann in der Nacht unangetastet mit zurück nach Hause genommen werden ^^ The same procedure as last year, eben 🙂 Rutscht gut rein und bleibt neugierig!

 
Feuerzangenbowle Silvester 2011
„Es ist so schön, wenn’s brennt!“
 
Silvester 2011 – with love
 
Advertisements

Best of Dezember & Postkartengrüße

In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, zu Weihnachten mit einer Handvoll „echter“, analoger Postkarten den Menschen eine kleine Freude zu machen, die mich im Bloggerjahr 2012 begleitet und mit ihrer Kreativität und ihren Ideen besonders inspiriert haben. Denn das für alle „Freunde“ (dieser Begriff ist seit Facebook ziemlich dehnbar geworden) gepostete „Frohe Weihnachten“ ist so unpersönlich abgefertigt, dass nicht mal die gute alte Weihnachtskettenmail, wo man immerhin die Adressen noch eintippen bzw. aus dem Adressbuch auswählen musste, dem das virtuelle Wasser reichen kann. Ich habe einige liebe Kartenunikate zurück erhalten und von meinem charmanten Hundeherrn „Herr Bohne“ sogar ein kleines Paket! Elch Mio schmückt jetzt Fionas Kinderzimmertür und fühlt sich sichtlich wohl beim „Abhängen“ 🙂 Auch hier nochmal vielen Dank dafür!

Der Postkartensucht konnte ich gleich weiter frönen, denn wie schon zu Ostern und in den Sommerferien war ich auch bei der Weihnachtspostkartenblogparade von Nadines Naschblog wieder mit dabei. Hier die die drei erhaltenen Karten: von Pia, Heike und Jen – merci!

 
…und meine drei versendeten:

Über Jen bin ich übrigens zufällig erst auf Postcrossing.com aufmerksam geworden (danke!), eine Website, auf der man sich kostenlos registriert, anfangs 5 Adressen aus der ganzen Welt bekommt und denen dann eine Postkarte schreiben kann. Sind die Karten angekommen und vom Empfänger per Karten-ID online bestätigt worden, wird die eigene Adresse in den großen Random-Topf geworfen, damit man selber Karten erhalten kann. Meine ersten fünf gingen in die Niederlande, nach Finnland, Russland, Weißrussland und in die USA (satte 8000km!) und ich bin schon gespannt, von wo mich demnächst Post erreichen wird. Der arme Praktikant bei der Post durfte dann fleißig 20- und 10-Cent-Briefmarken kleben, weil ich erst nach dem Aufkleben der 0,45€-Marken beim Abgeben der Karten vorsichtig gefragt habe, ob die Dinger ins Ausland eventuell mehr kosten könnten (Ja, das tun sie).

Nun zum Best of: in der Blogstatistik hat sich „hässlicher Tannenbaum“ den ganzen Monat hartnäckig gehalten (wir mussten unseren quadratisch, praktisch, gut mit einem bisschen durchsichtigen Nähgarn an der Gardinenstange anbinden. Wenn was nicht geht, dann schiefe Weihnachtsbäume. Aber woher wissen die Leute das??), dazu kamen „Anti Weihnachtsmann“ (seit ich ein Kind habe, ist es nicht mehr so schlimm. Ehrlich!), „Plätzchen“ (nee, nee, Leute, da seid ihr hier falsch! Die Wahrscheinlichkeit, dass Atomkekse oder andere Backunfälle entstehen, ist ziemlich hoch!) und „Mario Barth Männer Schweine Frau“ (nanu?).

Und weil ihr das so liebt, folgt jetzt noch Fionas Zitate-Ausbeute aus dem Monat Dezember.
Viel Spaß beim Lesen & Lachen!
– Fiona ist 3 Jahre und zwei Monate alt –

„Weißt du denn, woher die Eier kommen?“
– „Ja, die fallen aus dem Po vom Huhn raus.“
 
„Mama, wozu ist das?“
– „Damit kann man sich wiegen, dort stehen dann Zahlen, dein Gewicht.“
„Darf ich mich auch mal auf die Wiege stellen?“
 
Eines Morgens im Berliner Berufsverkehr:
„Mama, du musst langsam fahren, weil Elche die Straße überqueren!“
 
„Heute ist ja Adventsfeier im Kindergarten!“
– „Ja, ich habe das Lied vom Floh vorbereitet.“
„Cool, singst du mir das mal vor?“
– „Nein, die anderen Kinder singen.“
„Und was machst du?!“
– „Ich ririgiere!“
 
„Hör mal bitte auf so zu schlürfen!“
– „Aber ich muss doch noch den Rest aus dem Trinkpäckchen rauszuttern!“
 
„Mama, ich weiß, warum Babys nicht sprechen. Die trauen sich noch nicht, guten Tag zu sagen!“
 
„Muss ich noch Medizin nehmen?“
– „Ja.“
„Aber ich bin doch fett gesund!“
 
Sie will mich fotografieren:
„Mama, bist du mal glücklich zu mir?“
 
Ihr Bauch knurrt. Fiona: „Magen! Beruhig dich mal!“
 
„Als ich ein Baby war, habe ich immer so geweint. Da wollte ich dir sagen, dass ich Durst habe!“
 
„Machst du mir ein Brötchen?“
– „Ja.“
Während ich schmiere, holt sie sich einen Fruchtzwerg aus dem Kühlschrank.
„Hey, ich denke, du willst ein Brötchen?“
– „Ja, das gehört alles zum Plan.“
 
Fiona sortiert Puppen, legt eine nach der anderen weg und sagt: „Die sehen nicht so höflich aus…“
 
„Ich brauche heute Nacht keine Windel, wirklich nicht!“
– „Aber wenn du im Schlaf aufs Klo musst und nicht wach wirst?“
„Nein, pullern kommt nicht in Frage!“
 
Nach dem (erfolgreichen) Klogang zitiert sie eines ihrer Kinderbücher und lacht sich halbtot dabei:
„Biddeschön, ein Mal Schafsköttel!“
 
Beim Aufbauen der Playmobilkrippe reißt sie mit dem Arm ein paar Tiere und das Strohdach um und sagt: „Oh nein, die ganze Welt ist umgefallen!“
 
Eine Top-Kreation, die sich auch nach Monaten noch hartnäckig hält, ist das Verb „schmerfen“ oder in Nono-Sprech: „s-merfen“ (schmeißen/werfen).
 Ich smerfe, du smerfst, er/sie/es smerft. Ich habe gesmerft, etc.
 
Im Musikunterricht geht es um Akkorde (kleines „m“ = Moll).
Ich: „Was ist denn „Dm“?“
Schüler: „Na so ein Laden wie Rossmann…“
 
Ich: „Das Konzert ist am Sonntag….“
Schüler: „Sonntags gehe ich immer baden.“
 
Orchesterspieler bauen ihre Hocker auf. Plötzlich sagt einer zum anderen:
„Ey, noch nie was von Sicherheitsabstand gehört?!“
 
Wir lernen „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Schülerin singt:
„Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt mit seinen Gabeln…“

Die Top 5 der nervigsten Weihnachtslieder

An den laangen Feiertagen, an denen ihr eigentlich in friedlich-besinnlicher Festtagsstimmung essend mit euren lieben Verwandten zusammensitzen und singen solltet, guckt ihr nur mal schnell „zwischendurch“ ins Netz und habt keine Lust mehr auf Geschenke-Posts…?
Inspiriert von einem Artikel aus dem letzten Jahr von Wir mit Kind gibt es hier heute keine Bescherungsbilder, sondern eine weihnachtliche Bestandsaufnahme dessen, was gerade so im Radio läuft.
Die Top 5 der nervigsten Weihnachtslieder – welche sind das für euch?
 

Mit Weihnachtsliedern ist das ja so eine Sache: man hat nur ziemlich genau 5 Wochen im Jahr die Möglichkeit, sie zu hören. Danach fristen diverse Best-of-Christmas-Compilations 11 Monate ihr trostloses Dasein ganz hinten im CD-Schrank. Wir Musiklehrer haben in dieser Hinsicht ein besonders schweres Los, denn damit die Schüler zur Adventszeit die gängigen Weihnachtslieder unfallfrei vortragen können, muss man je nach Dauer der Ausbildung zwischen September und November schon damit anfangen im Unterricht. Wenn dann endlich wirklich Weihnachten ist, sind wir froh, „Fröhliche Weihnacht überall“ und „Stille Nacht“ nicht mehr hören zu müssen 😉
Trotz der Tatsache, dass man sie das ganze Jahr über nicht jeden Tag im Radio hört, lösen manche Weihnachtshits bei mir schon beim ersten Hören nach dem Totensonntag spontanen Brechreiz aus.
Einer dieser Songs ist

5) „White Christmas“ im Original, von Bing Crosby gesungen. Ich kann nicht mal genau sagen, weshalb. Andere Versionen, z.B. die poppige von Michael Bublé oder die rockige der Kelly Family, mag ich nach wie vor sehr gerne. Das Weihnachtsalbum der Kellys lief bei uns übrigens in Endlosschleife, als ich klein war. Da kann man jetzt über die Zottelsippe denken was man will, aber gute Musik haben sie gemacht! In den (damals) süßen Paddy war ich sogar mal verliebt und habe akribisch Bravo-Artikel und Poster gesammelt. Hach, lange her 🙂

Meine Nummer 4) ist „Driving home for Christmas“ von Chris Rea. Es ist nicht supernervig, aber wenn mein Ohr die ersten Takte hört, drückt mein Zeigefinger automatisch den Sendersuchlauf am Radio. Durch dieses monotone Begleitmuster in Verbindung mit dem relativ eintönigen Text fühle ich mich selber wie ein LKW-Fahrer auf der A9, in der linken Hand den Kaffee, in der rechten die Zeitung… Er sitzt in seinem Auto und singt. Und fährt. Und singt. Rote Ampeln hier und da. Er singt obwohl ihn niemand hört. Aber bald wird er da sein, denn er fährt Weihnachten nach Hause. Und wenn er nicht gestorben ist, dann fährt er noch heute. Muss ja ganz schön weit weg wohnen, der Gute. Hoffentlich kommt er bald an, ich wünsche es ihm!

Auf der 3) ist ein Lied, was man zwar selten im Radio hört, mir aber dennoch gehörig auf die Nerven geht: das Weihnachtslied für Atheisten – „Oh Tannenbaum“. Vielleicht bin ich als „Frau vom Fach“ da ein bisschen empfindlicher als der Durchschnittsmusikkonsument, aber dieses Lied geht gar nicht. Schon nach den ersten vier Tönen ist eine Verzögerung, Musiker nennen das „Fermate“, die das feste Taktschema sozusagen aufbricht und bremst (singt’s mal im Kopf!). Typisch für Weihnachtslieder ist allerdings eigentlich, dass sie keine exotische Taktart haben – Walzer oder Vierer in der Regel – und wegen ihrer überschaubaren Struktur für jedermann leicht nachzusingen sind. Der Tannenbaum mit seinem grünen Kleid fällt also schon beim ersten Parameter durch mein persönliches Raster und hat deshalb den Platz in den Top 5 verdient. Es gibt zwar ollere Melodien („Kom-mehet i-hir Hir-tehen…“) und weitaus dramatischere Texte („So nimm uns’re Herzen zum Opfer denn hin…“ – Ihr Kinderlein kommet), aber die Fermate auf dem Tannenzweig toppt alles.

Den 2.) Platz belegt „Have yourself a merry little Christmas“. Ich weiß, Frank Sinatra ist einer der ganz Großen, aber mit diesem Song legt er mir einen Strick um den Hals und zieht ihn mit jeder Zeile ein bisschen enger, wirkt auf mich also so gar nicht „merry“. Und „light“ ist „my heart“ auch nicht gerade – im Gegenteil. Also schnell umschalten. Bei ganz großem Glück läuft auf dem Nachbarsender währenddessen die Nummer 1) meiner nervigsten Weihnachtslieder, das absolute No-Go. Da hilft nur Ausschalten:

„Last Christmas“ von WHAM.
Auf der Facebookseite meines Lieblingssenders fragten sie kurz vor dem angekündigten Weltuntergang, welches Lied sie in der letzten Stunde vor der Apocalypse spielen sollen. Ich postete den „Final Countdown“, las noch andere witzige Vorschläge wie „I will survive“, „Time to say goodbye“, „Highway to hell“ und „Muss nur noch kurz die Welt retten“  und lachte dann bei einem Liedvorschlag laut auf, denn dort schrieb jemand sinngemäß: „Last Christmas – diesmal wäre es wirklich das Letzte.“ Ich gebe ja zu (vorangegangene Diskussion mit meinem Mann über das Thema), die Harmoniefolge ist aus musikalischer Sicht tatsächlich nicht schlecht, aber das Gesamtpaket ist einfach so bäh wie es nicht unappetitlicher geht und dudelt trotzdem seit 1984 unerbittlich aus jedem Lautsprecher zur Weihnachtszeit. Soll er doch einfach aufhören zu nörgeln, sein Herz nicht ständig verschenken und alles wird gut…

Heiligabend 2012

Neben den wenigen nervigen Liedern gibt es natürlich auch sehr viele schöne! Die alten Schinken lasse ich mal außen vor (obwohl „Adeste Fideles“, „Stille Nacht“ und Konsorten nie an Aktualität verlieren werden) und beschränke mich auf meine Top 5 der charttauglichen Alle-Jahre-wieder-Lieblingsweihnachtslieder.
Auf der 5) ist „Merry Christmas everyone“ von Shakin Stevens. Kennengelernt habe ich diesen Song in der 6. Klasse im Englischunterricht. Statt eine mindestens 3-stündige Weihnachtsfeier mit Keksessen und Nasebohren zu veranstalten, hatte unsere damalige Klassenleiterin kleine Zettel mit Textfetzen ausgedruckt, die wir in eine sinnvolle Abfolge bringen sollten. Im Hintergrund lief permanent besagtes Lied. Dass ich den Ohrwurm danach erst mal nicht mehr losgeworden bin, brauche ich hier wohl nicht erwähnen. Mit seinem weihnachtlich-reduzierten Anfang, dem Rock’n’Roll-Refrain und dem Saxophonsolo, was ich Ton für Ton mitsingen kann, einer meiner liebsten Weihnachtssongs. Gute Laune pur!

Auf Platz 4) sitzt Bryan Adams, dem man nach dem ersten Eindruck wahrscheinlich eher kein Weihnachtslied in den Stiefel schieben würde. Wider Erwarten hat er eins gemacht und noch dazu ein wunderschönes: „Christmas Time“! „…to see the joy in the children’s eyes, the way that the old folks smile says that Christmas will never go away…“

Nummer 3) geht an die Band AID mit ihrem Afrika-Song „Do they know it’s Christmas“. Namhafte Künstler wie David Bowie, Phil Collins, Bob Geldof, Paul McCartney, Sting und Queen trafen sich kurz vor Weihnachten 1984, um dieses Lied als Reaktion auf eine Reportage über die Hungersnot in Äthiopien aufzunehmen und die Tantiemen zu spenden. Dieser kraftvolle Song mit seiner tiefen Botschaft hinter den gesungenen Worten („where the only water flowing is the bitter sting of tears […] well, tonight thank God it’s them instead of you. And there won’t be snow in Africa this christmas time. The greatest gift they’ll get this year is life…“) gehört für mich zu Weihnachten dazu wie Lebkuchen und Tannenbaum.
Gerade in Zeiten des kommerziellen Weihnachtswahns kann es nicht schaden, zumindest durch die Musik ein bisschen darüber nachzudenken, wie gut es uns auch mit kleineren Sorgen und Problemen trotzdem noch geht.

Die 2) hat John Lennon mit Yoko Ono im Bett komponiert: „Happy Christmas“. Im Rahmen einer Friedenskampagne mieteten sie 1969 Werbeflächen auf Plakaten in vielen großen Städten und ließen sie bedrucken mit „War is over, if you want it“. Auch dieser Song verliert wohl nie an Aktualität und kann von mir aus in der Weihnachtszeit in Dauerschleife laufen, ohne dass er langweilig wird. Schon bei den ersten Worten Lennons „So this is Christmas“ kriege ich parallel eine Gänsehaut und ein wohliges Gefühl im Bauch. Wenn John es ausgesprochen hat, dann kann Weihnachten kommen.

Mein Weihnachtstophit, der immer geht, 100%ig gute Laune bringt und irgendwie automatisch Hüften und Stimmbänder bewegt ist auf der 1) „Rocking around the Christmas tree“! Egal in welcher Version, bei dem Song kann ich einfach nicht stillsitzen. Auch früher lief dieses Lied schon in Endlosschleife, wenn wir gemeinsam den Baum geschmückt haben, es im ganzen Haus nach essen roch und hübsch verpackte Geschenke heimlich in den Schränken raschelten. Nicht so bedeutungsschwanger und völlig befreit vom tieferen Sinn hinter dem Fest der Liebe wird hier einfach nur getanzt, gegessen, gefeiert und unter dem Mistelzweig geknutscht. Muss auch mal sein. Merry Christmas!

eine Postkarte aus meinem Bestand

P.S. Seit vielen Jahren liegt hier außerdem noch eine glatt weiße Postkarte rum, auf der in Schwarz nur zwei kurze Sätze stehen:
„Schafft Weihnachten ab. Josef hat alles zugegeben.“
haha ^^
 
P.P.S. Wer Lust hat, darf sich gern anschließen und seine Top-Songs bloggen und hier verlinken oder einfach als Kommentar posten. Ich bin gespannt, was es bei euch Weihnachten auf die Ohren gibt bzw. was besser nicht 😉

12 aus 12

„…ein Mal werden wir noch wach…“

Der Dezember ist ja bekanntlich die Zeit der Rückblicke und Vorsätze. Wie kürzlich bei Günther Jauch gesehen, ging die Szene des (gefeuerten!) Kellners, der der mächtigsten Frau der Welt ein paar Bier über den Rücken gegossen hat, um die ganze Welt, genau wie Felix Baumgartner, der sich in diesem Jahr von Red Bull tatsächlich hat Flügel verleihen lassen…
Ganz so spektakulär wird es hier nicht, aber beim Fotos durchstöbern habe ich mich an viele schöne Momente in 2012 erinnert, die ich gerne mit euch teilen möchte.
Wie schon 2011 ruft 23qmStil auch in diesem Jahr wieder dazu auf, den Jahresrückblick in 12 Bildern zu veröffentlichen. In manchen Monaten kann man sich kaum für ein Bild entscheiden, in anderen ist die Auswahl recht übersichtlich – Spaß hat es auf jeden Fall gemacht! Hier sind sie:

Januar
 
 
Im Januar habe ich meinen 25. Geburtstag gefeiert. Gerade noch so vor dem Mauerfall geboren, habe ich aus diesem Grund eine DDR-Party gefeiert, mit allem, was dazugehört. Das obligatorische Ampelmännchen auf dem Shirt – Partnerlook mit Fiona übrigens – wurde noch ergänzt durch nostalgische Eierbecher, Knusperflocken, Badusan Schaumbad, Hallorenkugeln, Spielgeld-Deko und ein waschechtes DDR-Quiz, bei dem ich gar nicht mal so schlecht abgeschnitten habe! Während wir „Großen“ zwischen Begriffen wie LPG, Subotnik, FDJ, Erichs Lampenladen, Rennpappe, Schnitzler und Schwarzem Kanal feuchtfröhlich mein Vierteljahrhundert feierten, klebte sich mein Kind die Ampelmännchengummibären an die Wangen und tanzte ausgelassen zu Citys „Am Fenster“. A moment to remember!
 
 
Februar
der allererste Nähversuch auf Papier
Wie hier im Blog schon oft erwähnt, ist in diesem Jahr erstmalig eine Nähmaschine in mein Leben getreten, genauer gesagt im Februar. Inspiriert von vielen tollen Nähblogs und angetrieben von der Lust, auch so niedliche und individuelle Stücke selber machen zu können, clickte ich ziemlich spontan auf „in den Warenkorb“ bei Tchibo, als eine Singer-Nähmaschine gerade im Angebot war. Die Tatsache, dass ich laut meiner Oma, von Beruf Schneiderin (!), das untalentierteste aller 4 Enkelkinder beim Knopfannähen gewesen bin, hatte ich dabei einfach mal außer Acht gelassen. Als das Maschinchen dann leibhaftig vor mir stand, war ich ja praktisch gezwungen, mich näher (haha ^^) mit der Thematik zu befassen. Durch viele gut erklärte/bebilderte Anleitungen und ein bisschen Kreativität entstanden im Laufe des Jahres viele schöne Unikate, auf die ich sehr stolz bin. Silvester 2011 hätte ich nicht für möglich gehalten, dass ich keine 365 Tage später mit Begriffen wie Rollsaum, Bündchen, Matratzenstich und Versäubern etwas anfangen kann.
Es ist nie zu spät 🙂
(dass durch diverse Denkfehler in den Bereichen „Logik“ und „räumliches Vorstellungsvermögen“ Prinzessinnenkronen innen im Kuscheltier gelandet sind oder Hosen zwei komplett einzelne Hosenbeine mit geschlossener Schrittnaht hatten, verschweige ich an dieser Stelle…)
 
 
März
 
 
Neben dem Angrillen, einem Highlight in jedem Jahr, stand für März der allererste Zirkusbesuch auf dem Programm. Würgeschlange Paula hatte kurz zuvor Fionas Kindergartengruppe einen Besuch abgestattet, um Eltern und Kindern einen Gegenbesuch im Zirkuszelt um den Hals ans Herz zu legen. Für – trotz Rabattcoupon – sagenhaft-artistische Preise nahmen wir auf Stühlen in der ersten Reihe Platz und staunten über sich verbeugende Pferde, ziemlich haarige Kamele, tanzende Hunde und in schwindelerregender Höhe baumelnde Akrobatinnen.
 
 
April
 
 
Kurz vor Ostern flogen mein Schülerorchester VIVAccordia und mein Ensemble conAmici nach Irland zum „Irish Open Accordion Festival“ in Nevan; für die Schüler der allererste Wettbewerb, an dem sie teilnehmen durften. Mit einem sensationellen 2. Platz für die „Kleinen“ und dem 1. Platz in ihrer Kategorie für das Ensemble konnte diese Orchesterreise eindeutig unter dem Label „ERFOLG“ verbucht werden. Wir verbrachten ein paar schöne, eindrucksvolle Tage in Dublin und brachten 2 Pokale und mehrere Goldmedaillen mit nach Hause. Eindeutig mein Jahreshighlight!
 
 
Mai
 
 
Der Mai war eigentlich ein relativ ruhiger Monat ohne größere Ereignisse. Aufregend war allerdings das Anbaden im eigenen kleinen Pool im Garten (in Verbindung mit regelmäßigem Grillen, wer hätte das gedacht ;), als das Thermometer die für Mai doch eher untypische Marke von magischen 30°C geknackt hatte. Außerdem haben meine Eltern in ihrem Garten das riesige Trampolin für Fiona aufgebaut: Besuchermagnet und liebstes „Spielzeug“ through the year!
 
 
Juni
 
 
Der Juni war unser Konzertmonat. Das Publikum auf der linken Seite ist (leider) nicht das unseres im Zeitungsartikel angekündigten musikalischen Hoffestes ^^ Es ist das „Die Ärzte“-Konzert in der ausverkauften Kindl Bühne Wuhlheide am 01.06.12, wo sie mit vielen alten und neuen Hits gleich mehrere Generationen gerockt haben! Da die Sommerferien in Berlin schon Mitte Juni begonnen haben, standen vorher noch unsere traditionellen Schuljahresabschlusskonzerte an. Im Anschluss an das „offizielle“ Konzert gab es auch dieses Jahr ein Grillfest im Innenhof mit Bratwürsten, Berliner Weiße und offener Bühne. Unsere Musikcomedy kam wieder sehr gut an und wird wohl fester Bestandteil des Hoffestes bleiben 🙂 Sogar Fiona hatte mit gut Zweieinhalb den ersten richtigen Auftritt. Mit Maracas (klingt wichtiger als die simplen „Rasseln“) stand sie etwa 2 Minuten auf der Bühne und begleitete ihre Eltern ausdauernd bei dem Lied „Der dritte Mann“. Unser kleiner dritter Mann hatte bei den Proben zu Hause nach der Hälfte des Liedes einfach die „Arbeit“ niedergelegt und ist spielen gegangen. On stage hat Nono dann aber ganz gewissenhaft und konzentriert gerasselt und sich hinterher mit einer kurzen solistischen Gesangseinlage („Mh-mh macht der grüne Frosch im Teig“) noch einen Extraapplaus gesichert. Blut geleckt!
(„Mama, das war so eine aufregende Welt heute! Wann darf ich wieder auf die Bühne?“)
 
 
Juli
 
 
Stellvertretend für alle Urlaube dieses Jahr gibt ein Foto aus den 2 Wochen Tunesien im Juli. Während in Berlin schwere Unwetter tobten (na klar, der Sommer war ja auch schon im Mai ^^), lagen wir unter Palmen in der Sonne am Meer und ließen es uns gut gehen. Wer denkt, wir lagen 14 Tage auf der faulen Haut, der irrt. Nach etwa einer Woche setzte die erhoffte Erholung ein und dann wurden – so verrückt das klingt – bei 35°C im Schatten die Weihnachtskonzerte durchdacht und schon mal mental organisiert. Ansonsten haben wir rund um die Uhr gegessen, getrunken, getanzt und gebadet. Fiona ist den ganzen Tag über kaum zu merken gewesen, wenn wir am Strand waren. Sie liebt es, mit nackten Füßen im Sand zu spielen, Burgen zu bauen, interessante Meeresbewohner auch mal aus der Nähe zu betrachten (Oh weh, der von ihr tausendfach zitierte „Quallenbiss“…) und sie wird nie müde, Wasser für den Burggraben aus dem Meer zu besorgen. Also falls die Oktonauten mal Personalmangel haben: ich wüsste da jemanden 😉
Dank der warmen Temperaturen und des mobilen Koffertöpfchens sind „wir“ mit Windeln hingeflogen und ohne zurückgekommen!
 
 
August
 
 
Als ich während des Frühstücks auf der Butter meines Vertrauens von einem Schmetterlingsgewinnspiel gelesen hatte, bei dem man eine Handvoll Raupen gewinnen kann und nur erklären muss, warum ausgerechnet man selber Schmetterlingszüchter werden möchte, probierte ich mein Glück. Ich lud ein Bild hoch von unseren aus Pfeifenreiniger und bunt beklecksten Taschentüchern gebastelten Faltern und schrieb dazu, dass unsere gebastelten natürlich nicht annähernd so schön seien, wie die echten und dass niemand so süß „Schmettekage“ sagen könne, wie mein Kind als es noch sehr klein war („Schmettekage“ war eines der ersten Spielzeuge: ein Greifquietschrasselknistertier in Form eines Glühwürmchens, wie ich später erfuhr, das wir bis dato fälschlicherweise für einen Schmetterling gehalten hatten.) Nach einer Weile kam die Glückwunsch-Sie-wurden-ausgewählt-Email von der Butter und ein paar Tage später hielten wir schon das Züchterset und den kleinen Behälter mit den Raupen in den Händen. Wo einige unserer Gäste in Anbetracht der vielbeinigen Kriechtiere nur angeekelt das Gesicht verzogen, erwarteten Fiona und ich gespannt deren Metamorphose. Die fertigen Schmetterlinge durften wir noch wenige Tage beobachten und füttern, bevor wir sie in die Freiheit entließen. Der große Moment, ein Morgen im August, als wir unsere „eigenen“ Schmetterlingskinder fliegen lassen haben, wird uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben!
 
 
September
 
 
Im September haben wir ein Wochenende bei lieben Freunden in Warschau verbracht. Bei bestem Wetter konnten wir ganz gemütlich durch die Altstadt bummeln, hier und da einen Kaffee trinken, Eis essen und….Tauben füttern! Die dort in die Wege geleitete musikalische Kooperation mit einer polnischen Grundschule wird im November 2013 Früchte tragen bzw. werden die Früchte dann hoffentlich schon zu hören sein. Wir freuen uns!
 
 
Oktober
 
 
Der dritte Geburtstag – wenn man Fiona fragt, das beste Ereignis des ganzen Jahres! Gerade mit 3 Jahren, wo man alles schon richtig miterlebt, seine eigenen Wünsche und Vorstellungen äußern und eine richtig coole Party mit seinen Freunden feiern kann, ist so ein Geburtstag etwas ganz Besonderes. Mit aufwendig gestalteter Deko, süßen Köstlichkeiten, liebevollen Details und einem durchgestylten Kinderprogramm wurde der Tag zu einem großen Erfolg und wird auch heute noch regelmäßig erwähnt! Für mich war es der Tag, an dem mein Baby vor unglaublichen 3 Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Unvorstellbar, was aus dem hilflosen Säugling in dieser Zeit für ein kleiner, selbstständiger Mensch geworden ist!
 
 
November
 
 
Das von Eltern und Schülern gleichermaßen herbeigesehnte Jahresabschlusskonzert, bei dem fast alle Musikschüler auf der großen Bühne standen und zeigen durften, was sie in den vergangenen Monaten gelernt haben, stand in diesem Jahr unter dem Motto: „Farben verboten“. Nachdem alle Farben wiedergefunden waren, kam last but not least das Ensemble conAmici in bunten Hosen/Hemden auf die Bühne getanzt und präsentierte sein abwechslungsreiches Programm.
Da Capo!
 
 
Dezember
 
 
Das ultimative Dezemberhighlight steht uns sicher morgen, am Heiligabend, bevor, wenn Fiona dem Weihnachtsmann zum ersten Mal ein Gedicht aufsagt („Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…“) und hinterher die Augen vor Freude leuchten, weil er die gewünschte Puppe und die Holzkugelbahn aus seinem Sack zaubert. Warum ich mir so sicher bin, dass ihre zwei konkreten Wünsche in Erfüllung gehen werden? Nun ja, ich habe gute Beziehungen zu dem Mann mit dem weißen Bart, habe ihn ja auch letztens sogar spontan angerufen um einen wichtigen Wunsch mitzuteilen, als er gerade bei Amazon rumlungerte 😉
Das Dezemberfoto ist am Nikolaustag entstanden, als im Kindergarten eine kleine Weihnachtsfeier mit Adventskaffee stattgefunden hat. Vor dem Plätzchenessen wurden alle Eltern in den Turnraum gebeten, wo schon vorher Stühle und Bänke aufgestellt worden waren. Als wir alle saßen, kamen die Raupen- und Hasenkinder gemeinsam in den Raum und sangen ein paar niedliche Lieder. Im letzten Jahr hatten die Erzieherinnen einen süßen Schneeflockentanz vorbereitet mit kleinen Röckchen und Musik vom Band. Fiona klebte damals nur noch auf meinem Schoß, nachdem sie mich gesehen hatte und war leider nicht dazu zu bewegen gewesen, mit den anderen Kindern mitzutanzen. In diesem Jahr kam eine selbstbewusste Fiona in den Sportraum, die winkte und grinste, als sie mich sah, aber trotzdem die ganze Zeit ordentlich und aufmerksam sang und tanzte. Gegen Ende der Vorstellung blieb sie zwar inmitten „ihrer“ Mädels stehen, aber zog die Schultern hoch und bewegte den Mund zur lautlosen Frage:
„Hast du Liemhasi?“*
*(„Hast du meinen lieben Hasi?“ – heißgeliebtes Kuscheltier. Das einzig wahre.)
 
Natürlich hatte ich Liemhasi.  
Der hat ebenfalls mit stolzgeschwellter Hasenbrust verfolgt, was seine Nono auf der Bühne zum Besten gegeben hat. Aber auch große Mädchen wollen nach dem Kindergarten eben einfach ein bisschen auf Mamas Arm kuscheln und die ganze Welt für einen Moment vergessen…
 
„Lange Zeit, bevor ich erwachsen wurde, lehrte mich ein Teddy, was Liebe wirklich heißt: nämlich da zu sein, wenn man gebraucht wird.“
 
Ich wünsche euch an dieser Stelle ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise eurer Liebsten, einen fleißigen Weihnachtsmann und ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere von euch in der Zeit zwischen den Jahren vielleicht auch eine Sammlung seiner Top 12 aus 2012 zusammenstellt! Bleibt gesund!

Frage-Foto-Freitag & Weihnachtsgedanken

Wir sind mal wieder dabei: Steffi stellt 5 Fragen, wir beantworten sie mit 5 Bildern.

1.) Dich wie ein Kind gefühlt?

 
…beim REWE-Sticker sammeln, kleben und mit Fionas „Hilfe“ erfolgreich in der ganzen Wohnung verteilen. Hat man im nächsten Jahr eine Freude, wenn einem im Juli ein „Bluto“ mit Weihnachtsmütze aus der Sofaritze entgegen strahlt 😉
 
 
2.) Da ist was dran?
 
 
…um genau zu sein, ein echter Weihnachtsmannpoststempel aus Himmelpfort!
Gestern haben wir die verkaufte Kugelbahn in einem 3,4kg-Paket zur Post gebracht. Fiona: „Schicken wir die jetzt an den Weihnachtsmann, damit er mir eine Neue bringt?“ Habe bejaht. Schöne Vorstellung. Ob wir ihm jedes Jahr die ausrangierten Spielzeuge schicken sollten…?
 
 
3.) Was machst du gleich noch?
 
 
…die vielen gestempelten Händchen aus meinen Kleinkindkursen verschönern.
In die Weihnachtskarte kommt neben dem Handabdruck dieser Vers von mir:
„5 kleine Schneemannkinder, die gehör’n zu mir.
5 kleine Schneemannkinder, sagen mal zu dir:
Liebe Mama, lieber Papa,
habt ihr’s schon erkannt?
Kaum zu glauben, aber wahr:
so klein war meine Hand!“
 
 
4.) Gedacht: „Das kann nicht wahr sein!“
 
 
…als die süße Schneekugel aus dem selbstgebastelten Adventskalender leider keine 2 min überlebt hat. Ups!
Scherben bringen Glück…?
 
 
5.) Fast geschrien?
 
 
…vor Lachen! Bei Blogger kann man in den Statistiken sehen, was die Leute so googlen, wenn sie auf die eigene Seite geleitet werden.
„Hässlicher Tannenbaum“, „abstrakte Zahnbürste“ und „lustige Ultraschallbilder“ zählen zu den harmloseren Suchbegriffen. Bei „Kind klatscht an Scheibe“ musste ich zum ersten Mal grinsen, bevor es mich dann beim letzten Stichwort laut lachend völlig aus den Latschen gekippt hat.
Wer zum Teufel sucht im Internet nach nackten Männern, die sich Windelhosen (anziehen?) und was mich noch viel brennender interessiert: warum werden sie auf meinen Blog geleitet…?
Um das mal klarzustellen: Liebe Fetisch-Freunde, hier gibt es weder nackte Männer noch Windelhosen, schon gar nicht in Kombination. Und einen Tannenbaum haben wir dieses Jahr übrigens noch gar nicht, erst recht keinen hässlichen ^^
 

Wie ist das so bei euch mit der Tannenbaum-Tradition? Aufstellen am Heiligabend? Am 23.? Noch vorher? Wann wird euer Tännchen geschmückt? Ein-, Zweifarbig oder bunt? Traditionen sind ja sowieso eine interessante Sache. Oft ist es ja so, dass man etwas meist regional Geprägtes aus seinem Elternhaus kennt, von dem man im Leben nicht denkt, dass es bei anderen Menschen anders sein könnte, z.B. echte Nadeln oder Kunstbaum (kürzlich gelesen bei Saro), Christkind oder Weihnachtsmann (kürzlich gehört bei uns), Nüsse und Orangen vom Nikolaus oder Playmobil und Barbiepuppen, Kugeln oder Kitsch, Ja-Lametta oder Nein-Lametta (Weihnachten bei Hoppenstedts), Punkt-16-Uhr-Bescherung oder Warten-bis-der-erste-Stern-am-Himmel-zu-sehen-ist (eine polnische Tradition, schön!), Würstchen und Kartoffelsalat oder Entenbraten mit Rotkohl, „Stille Nacht“ oder „Rocking around the christmastree“, … Mit den letzten Weihnachtskonzerten im Theater, bunten Plätzchen mit einer Tonne Zuckerguss, dem wilden Schneetreiben vor der Tür und den brennenden Kerzen kommt sie endlich auch bei mir an, die Vorfreude auf das Fest der Liebe. Ein paar strahlende Kinderaugen haben vor etwas mehr als 3 Jahren den heimlichen Zauber in die Heilige Nacht und den Advent zurückgebracht und wenn ich ein bisschen sentimental das Foto über unserem Fernsehschrank im Wohnzimmer anschaue – eine 1-Jährige, die fasziniert die Lichterkette am Weihnachtsbaum berührt – wird mir bewusst, wie glücklich und dankbar ich bin, dieses kleine Menschlein auf seinem Weg in die Welt begleiten zu dürfen.

„Eine Mutter hält die Hand ihres Kindes für eine Weile, ein Leben lang sein Herz.“
 
Fiona, Weihnachten 2010
 
Sprühschneefensterdeko mit WeltSonnenuntergang 2012
 
 
 
Habt einen schönen 3. Advent!

Advent, Advent, der Hals, der brennt…

Sonntag, 8 Uhr früh, in meinem Traum weint’s.
Plötzlich steht der Traum mit glasigen Augen ziemlich real an meinem Bett: „Mama, mein Mund tut weh!“
– „Hier, trink mal einen Schluck Wasser.“
„Mama, mein Mund tut immernoch weh! Und meine Ohren auch!“
– „Zeig mal her, hast du vielleicht Fieber?“
38.5°C und dann war es auch schon wieder da, das Wasser…

Nach mehrmaligem Umziehen waren Stiefel und Winterhose endlich da, wo sie sein sollten – am Kind. Ich packte schnell alles Essbare ein, was ich auf die Schnelle finden konnte (Obst, Brote, Fruchtzwerge), einen ganzen Stapel Wechselsachen, Küchentücher, schnappte Nono, Liemhasi und das Buch von Elmar, dem karierten Elefanten, und fuhr in die Notfallambulanz des Kinderkrankenhauses.
Dort angekommen wurden wir in der Anmeldung sehr nett empfangen. „Na da näht wohl jemand gerne…?“ Sah Fionas Wendeschlupfmütze tatsächlich so schräg aus, dass sie mich sofort als Nähanfängerin outete? Ích fragte nach. Es war der rosane Affenjersey, der mich verraten hatte: „den gibt’s so nicht im Laden!“ Nachdem wir uns eine Weile nett über Stoffe unterhalten hatten, fragte sie Fiona, wo es klemmt. Als ich von den Ohrenschmerzen berichtete, erzählte sie gleich, dass sie im Auto schon viel besser geworden seien. Sie sei nämlich gar nicht krank! Aha…

Im Wartezimmer war ein riesiges, in die Wand eingelassenes Aquarium mit vielen bunten Fischen – ein Traum für Fiona! Eigentlich.. Heute allerdings war sie so fertig und schlapp, dass die Aufmerksamkeit dafür nicht gereicht hat. Sie legte sich längs auf die Sitzbank, verlangte eine Elmar-Lesung, bei der die Äuglein schon immer verdächtig lange geschlossen blieben beim Blinzeln und schlief dann zum Glück einfach ein, während ich ihr über den (heißen) Rücken streichelte. Im Behandlungszimmer untersuchte die nette Ärztin den Bauch, hörte Brust und Rücken ab (Fiona bei Letzterem: „Aber hinten ist doch gar nichts!“) und schaute in Ohren und Mund, um uns schlussendlich mit der Diagnose: „eine handfeste Angina“ den Übersichtsplan der diensthabenden Notfallapotheken in die Hand zu drücken… Entschädigung für den gesamten turbulenten Morgen waren die bunten Aufkleber, die sie von Frau Doktor bekommen hat: ein paar niedliche Bazillen zum mit nach Hause nehmen. Fiona erklärte mir im Auto ganz wichtig, dass diese „Bakteriren“ in ihren Hals gekrochen seien und einer von denen „Ingina“ heiße. Die „Inginen“ wurden zu Hause gleich auf Türen, Schränke und Hände geklebt und sie beschloss, morgen nochmal zur Ärztin zu fahren, wenn man da so tolle Aufkleber bekommt…

Am zweiten Advent brennen bei uns also nicht 2 große Kerzen, sondern 2 riesige Mandeln, die mit abwechselnd Caillou, Oktonauten und Micky Maus Wunderhaus, Apfelsaft und Kartoffeln mit Quark auf der Kuschelcouch kuriert werden… 10 Tage Antibiotikum und eine Woche Couch stehen nun also für sie auf dem Programm. Mama muss trotzdem arbeiten („Brauchen Sie eine Krankschrift?“ – „Nein, selbstständig…“ „Ach je…“), aber nicht übermäßig viel diese Woche. Hoffen wir, dass die Medikamente schnell Wirkung zeigen und es ihr bald wieder gut geht. Die Panik, die eine Mama befällt, wenn nach einem „Badewannenunfall“ mit dem sprunghaften Oktonauten-Uboot die Zunge blutet, die Anzeige auf dem Fieberthermometer unaufhaltsam nach oben klettert oder plötzlich kleine rote Punkte überall auf dem Körper des eigenen Babys sind, ist wohl ein Gefühl, das man sein Leben lang nicht mehr los wird.
„Hush little baby, don’t you cry, your daddy loves you and so do I…“



Als eines Morgens Seifenblasen im Adventskalender versteckt waren, mussten die auch umgehend getestet werden.
Während die Leute durch den Schnee eilten, standen wir – natürlich gut verpackt im Schneeanzug mit Mütze, Schal und Handschuhen – bei -8°C vor dem Kita-Eingang und machten seelenruhig Seifenblasen, die einfach auf dem Eis liegen blieben…

Blogparade: Weihnachtsbücher

Pünktlich zum 1. Dezember fiel in Berlin der erste Schnee – so muss das sein! So wenig ich die kalte Jahreszeit an sich mag, so schön finde ich aber, wenn es draußen ein stilles, unberührtes Winterwunderland zu bestaunen gibt und die Schneefegemobile mit dem Kehren noch nicht so schnell hinterher gekommen sind. Die meisten Autofahrer allerdings kriegen bei den ersten Flöckchen in unseren Breitengraden den sogenannten Bremsenfuß, der sich scheinbar nur schwer von besagtem Pedal lösen lässt. Sie fahren nicht nur sehr, sehr langsam, sondern so gut wie gar nicht mehr. Besonders häufig tritt dieses Phänomen übrigens bei älteren Herrschaften in teuren Autos auf. Die verfügen über ABS, ESP und anderen Schneeschnickschnack, nicht aber über GAS ^^ Vorsichtig fahren ist ja gut und richtig bei diesen Witterungsbedingungen, aber wer auf der Straße von Fußgängern überholt wird, der sollte sein Gefährt tatsächlich besser in der Garage lassen…

Am Wochenende haben wir gemeinsam mit meiner lieben Saro die Adventszeit eröffnet und zu fünft inklusive Fiona dem großen Berliner Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz einen Besuch abgestattet. Schon beim Aussteigen aus der Straßenbahn war das Nono-Kind beim Anblick blinkender und singender Karussells, riesiger Plüschtiere und haufenweise kandierter Früchte kaum noch zu halten. Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit, also direkt am Eingang, stürmte sie erst den rosa Truck und später noch das Feuerwehrauto vom Kinderkarussell, löhnte dafür sagenhafte 2,50€ (Benzin??) und Mama und Papa gönnten sich derweil erstmal einen heißen Glühwein. Ein großer Berg Zuckerwatte am Stiel ist übrigens die optimale Angriffswaffe für drängelnde und schubsende Mitmenschen: ungefähr so effektiv wie ein kleiner Elektroschocker, denn niemand möchte das klebrige Gedöns am nagelneuen Mantel kleben haben. Danke, Nono 😉 „Lasst mich durch, ich bin Zuckerwatte!“

Lustig: die Collage heißt „Dezember“. Wo suche ich im Ordner?
Unter den mit „November“ benannten Bildern und wundere mich, dass ich sie nicht finden kann ^^
Um es mir zu erleichtern, hätten die Kalender-Mönche, oder wer auch immer es gewesen ist, die Monate ruhig alphabetisch anordnen können!

Wer noch einen schönen Geschenktipp für Weihnachten sucht, wird vielleicht heute hier fündig, denn passend zur Vorweihnachtszeit läuft beim Ostwestfalen Marc derzeit eine Blogparade zum Thema „Die schönsten Weihnachtsbücher“, die er extra für mich (danke!) um 2 Wochen verlängert hat!
Er möchte wissen, mit welchem Buch/welchen Büchern wir die Advents- bzw. Weihnachtszeit verbinden, welche Erinnerungen wir an Bücher aus unserer Kindheit haben oder ob es es Lieblingsweihnachtsbücher in unserem Schrank gibt.
Diese Fragen hätte ich dir auch ohne Gewinnchance gerne beantwortet, obwohl ich sagen muss, dass ich mich über Axel Hacke, einen meiner liebsten Schreiberlinge, unterm Weihnachtsbaum doch auch sehr freuen würde 😉 Schade, dass sich bisher so wenig Blogger beteiligt haben, dabei würde es mich brennend interessieren, was andere an Weihnachten ihren Kindern bzw. sich selbst vorlesen! Also falls ihr ein schönes Weihnachtsbuch kennt, bitte gerne posten und noch schnell mitmachen, bis 16.12. habt ihr Zeit!

Vor einer Weile habe ich bei einer Talkshow (war es Markus Lanz?) zufällig den Kolumnisten Hans Zippert „kennengelernt“, der seit etlichen Jahren für „die Welt“ schreibt. Er berichtete dort über sein aktuelles Buch „Aus dem Leben eines plötzlichen Herztoten“, das er geschrieben hat, nachdem er einen Schlaganfall erlitten hatte. Auch wenn mich die Problematik nicht vordergründig interessierte, musste ich doch einfach ganz genau hinhören, denn dieser Mann schaffte es tatsächlich, seine erschreckenden Erlebnisse im Zusammanhang mit dem Schlaganfall mit so viel Selbstironie zu beschreiben, dass ich unwillkürlich lachen musste („Während der Fahrt zur Charité spürte ich, wie ich langsam wieder die Herrschaft über meine linke Körperhälfte zurück gewann. Ich konnte meinem Arm wieder Befehle erteilen, die dieser etwas schwerfällig aber ohne Diskussion ausführte.“). Das Buch mit dem Herztoten wollte ich nicht unbedingt im Schrank stehen haben, lieferte doch allein die Suche nach dem Titel schon ausreichend Ergebnisse, dass ich mich prophylaktisch mit Defibrillator Kombisets hätte eindecken können bis an mein Lebensende. Aber die Talkshow bot Anlass, mal den Namen Hans Zippert in die Suchleiste des Browserfensters einzutippen (wann „amazonen“ und „googeln“ wohl Eingang in den Duden finden werden?). Ich stieß auf eine Kolumnensammlung, die ich sofort bestellte (und über die ich mich fast täglich köstlich amüsiere) und auf liebevoll illustrierte Kinderbücher über den kleinen Löwen Heribert, der zum Ärger seines Vaters so ganz und gar nicht dem typischen Raubtierklischee entspricht: er ist Vegetarier, sammelt Briefmarken, trägt eine Brille und glaubt an den Weihnachtsmann.

Fotos mit freundlicher Genehmigung des Verlages Kein & Aber

Schon allein der Titel „Weihnachtsmänner frisst man nicht!“ bewegte meinen rechten Zeigefinger dazu, schneller auf „in den Warenkorb“ zu clicken, als ich die gesamte Beschreibung gelesen hatte. Bereut habe ich es keine Sekunde, denn das ist sie: meine unangefochtene Nummer 1 der schönsten Weihnachtsbücher!

Das Buch kommt im unschuldigen Kinderbuchgewand daher, hat es aber faustdick hinter den Ohren! Für die „Großen“ ist es Realsatire vom Feinsten, so wie man es von Zippert kennt, für die Kleinen ist es eine süße Weihnachtsgeschichte aus Afrika. Allerdings schaffen es wohl die wenigsten Kolumnisten, eine Weihnachtsmannstory so zu schreiben, dass Erwachsene sich vor Lachen krümmen und kaum erwarten können, wie es weitergeht.

Wenn ich dieses Jahr am Heiligabend statt weißen Schuhabdrücken ziemlich große Miezekatzenpfoten auf dem Fußabtreter finde, werde ich mich wohl nicht wundern und stattdessen einen Gruß und ein Dankeschön nach Afrika schicken, denn dort hat der kleine Löwenjunge Heribert mit seinen Freunden das gesamte Weihnachtsmanngeschäft übernommen. Der alte, bärtige Mann ist nämlich durch eine Verkettung unglücklicher Umstände manövrierunfähig mit einem Gipsbein im Wohnzimmer von Heriberts Eltern gelandet (der Tierarzt wollte ihn eigentlich einschläfern!). Dabei wusste Löwenpapa und Rudelführer Erwin, als er die zwei Rentiere in der Savanne gefressen hat, nicht, dass der dicke Mann, den er zu diesem Zweck vom Schlitten geschubst hat, der Weihnachtsmann auf seinem Testflug durch die Savanne war…

Ordentlich wie er ist, kann der kleine Heribert natürlich nicht zulassen, dass wegen dieses dummen Unfalls das Fest für alle Kinder auf der Welt ausfällt, deswegen will er sich vom Weihnachtsmann himself ausbilden lassen und Weihnachten mit eigenen Pfoten retten.
Heribert und sein Serengeti-Laubsägeclub versuchen kurz darauf, die vielen Geheimnisse der Bescherungsnacht zu lüften und genehmigen im extra dafür eröffneten Bescherungsbüro unter ungeheurem Zeitdruck unzählige Wunschzettel, all das auf einem hohen sprachlichen Niveau mit subtilem Witz und einer gehörigen Portion schwarzem Humor: „…es war klar, dass sie ihr Vorgehen rationalisieren mussten. Ab sofort wurde kein Wunschzettel mehr gegengelesen und überprüft, sondern alles wurde sofort genehmigt. […] Eine Barbara aus Stockholm hatte sich neben einer Ritterburg und einem Laserschwert noch Frieden und Völkerverständigung gewünscht und Dieter hatte alle 4 Wünsche genehmigt. […] Aber Wünsche wie „ein Meerschweinchen, einen Hamster und eine Würgeschlange“ sollten verantwortungsvolle Weihnachtsmänner lieber nicht erfüllen…“). Wer also unterm Tannenbaum mal wieder so richtig herzhaft lachen möchte, ist mit diesem Weihnachtsschatz für Klein & Groß sehr gut bedient!