Best of November

Es haben sich mal wieder viele Bilder, Zitate und witzige Begebenheiten angestaut, die jetzt in einem Best-of-Post verarbeitet werden, auch wenn der November noch nicht ganz vorbei ist. Eigentlich auch eine gute Idee für etwas Regelmäßiges: ein Mal im Monat ein Best-Of. Vielleicht möchte sich ja jemand anschließen?




Fiona allein im großen Konzertsaal,
während wir auf der Bühne Soundcheck gemacht haben


Ich kann gar nicht wirklich glauben, dass der vorletzte Monat im Jahr einfach schon vorbei ist. Durch die vielen Proben und unser großes Jahreskonzert gestern, das Monats-Highlight übrigens, sind die Wochen wie im Flug vergangen und nun klopft der erste Advent schon an. Trotz absolut unweihnachtlich-milder 7°C draußen winken buntblinkende Rentiere und kletternde Weihnachtsmänner aus den Gärten, wenn man abends durch die Gegend fährt. Ihr seht schon, das Weihnachtsgefühl will sich bei mir noch nicht so richtig einstellen. Obwohl der Totensonntag vorbei ist, habe ich es auch bis jetzt noch nicht übers Herz gebracht, Weihnachts-CDs zu hören. Dabei haben wir so eine tolle von einer meiner Lieblingsbands, den Baseballs, hier rum liegen, aber die muss sich wohl noch ein wenig gedulden. Reinhören lohnt sich aber auf jeden Fall: Good ol‘ Christmas!

Jetzt folgen einfach bunt gemischt ein paar unserer Novemberimpressionen.

Wir haben…

…ein hübsches Herbstbäumchen aus Seidenpapier und Überresten des letzten Weinabends gedruckt: Korken als Stempel


 

…2x lecker gebruncht im Siegfrieds


…herzlich über die Spracherkennungssoftware „Siri“ gelacht ^^
(Gesucht war übrigens ein Titel namens „Everything’s okay“)

…Salzteig gemacht

…und angemalt

…am Laternenumzug vom Kindergarten teilgenommen und über Vergleichsbilder vom letzten Jahr gestaunt

 
 
…eine Giraffenhand auf eine kleine Leinwand gedruckt, mit übriggebliebenem Ostergras aus dem Fundus geschmückt und verschenkt
 
 
 
…mit einem Loch-Gefäß lustige Muster in den Badeschaum gegossen und Mama schaumig angepustet

…einen Schock verkraften müssen, als am 13.11. bei meinen Eltern eingebrochen wurde, in einem Zeitfenster von etwas über einer Stunde am Nachmittag!
Fiona: „Die haben bestimmt keinen eigenen Schmuck, deswegen mussten sie Sasas klauen…“

…dem Kind tolle, glitschige Grapefruitseife gekauft und das Versprechen abgenommen, damit jetzt noch viel öfter die Hände zu waschen 😉

…U-Boot-Muffins aus dem Bummi-Heft nachgebacken. Wir sind allerdings nur bis zum Einfärben gekommen, denn sie waren einfach zu lecker um sie erst noch aufwendig zu verzieren. Ein kleiner Fehler in der Zubereitung erwies sich nach dem Backen als die Entdeckung des Monats: durch die (zum Weichwerden auf der Heizung…) vergessene Butter waren die Muffins zufällig einfach umwerfend gut! Das solltet ihr unbedingt mal ausprobieren:
die Zutaten (3 Eier, eigentlich 180g Margarine, 180g Zucker, 1/2 Päckchen Vanillezucker, 125g Naturjoghurt, 180g Mehl, 1,5 TL Backpulver) mit dem Mixer verrühren und bei 180 Grad mit Umluft ca 25min backen. Mmmmhhhh…..Und nicht vergessen: die Butter vergessen, dann werden sie besonders gut 🙂 Zwar nicht so hoch wie normale Muffins, aber von der Konsistenz innen eher so wie dicke Eierkuchen. Perfekt!

…für das gestrige Konzert zum allerersten Mal die Fingernägel lackiert

 
… einen glitzernden Fisch-Weihnachtsbaumanhänger gekauft (der zweckentfremdet mal an der Türklinke im Kinderzimmer, mal am Kleiderschrank und mal am Wasserhahn der Kinderküche baumelt) und eine einfache Dekoidee umgesetzt: bunte Glitzeranhänger auf einen „verbrannten“ Rohling geklebt, Tonpapierflosse, -mund und -schwanz dran: fertig!
 
…mit der frechen Sprechhexe gereimt, gekocht und gezaubert
(Fiona: „Krone und Bohne – das habe ich mir gut gemerkt!“)
Es ist unglaublich süß, wenn sie beim Umrühren den Zauberspruch sagt:
„Hexenreim und Zauberschleim, sie sollen nun verschwunden sein, hex hex!“
 

 

…für das große Jahreskonzert mit der tollen Rahmengeschichte „Farben verboten“ geprobt: 2 Schülerorchester, das Erwachsenenensemble conAmici und die jüngsten Musikschüler haben auf der großen Bühne gezeigt, was sie in den letzten Monaten gelernt haben. Viel Musik, Tanz, Gesang und ein bisschen Schauspiel und ein fast ausverkaufter Saal – es war ein voller Erfolg! Hier gerade die Chorprobe zum Lied „Bunt“:

…die neue Tollabox ausprobiert und aus einem großen weißen Tuch, ein paar Haargummis und natürlich Augenstickern witzige Figuren gebaut. Einen ganzen Wochenendnachmittag haben wir damit zugebracht, abwechselnd die von Papa gemachte Taube (unten rechts) durch die Luft in die Verpackungskiste zu befördern.

Die Box zum Thema „Farbe und Fantollasie“ ist leider schon „leergebastelt“, denn auch die restlichen Projekte klangen so spannend, dass wir sie in den letzten Tagen einfach ausprobieren mussten. Hier das Filtertütenfarbstifte-Experiment:

 
…und einen Brief an den Weihnachtsmann geschrieben und abgeschickt.
 

Ein paar Novemberzitate habe ich nach der Bilderflut auch noch für euch:
 
„Mama, wann gehen wir in den Turnraum?“
– „Morgen ist Turnraum-Tag.“
„Ist heute morgen?“
 
„Was habt ihr denn beim Sport gemacht?“
– „Wir sind gelaufen wie ein Storch.“
„Cool! Auf zwei Beinen?“
– „Nein, auf drei.“
 
„Kennst du ein Tier mit einem langen Hals?“
– „Ja! Giraffen.“
„Genau, und wo leben Giraffen?“
– „Im Streichelzoo!“
 
„Guck mal, Mama, da ist ein Safari-Auto!“
(VW-Bus mit Extrarad hinten dran)
 
„Kennst du auch ein ganz kleines Tier?“
– „Ja, ein Nashornbaby.“
 
Singt: „Es tanzt ein lieber Putzemann in unserm Haus herum di di dum….“
 
„Das dauert noch eeeeewige Minuten!“ (zeigt 10 Finger)
 
„Wenn Frau S. (Erzieherin) sagt „Augen zu!“, dann gehen meine immer auf!!“
 
Zeigt auf ihr Sparschwein:
„Da sind meine Gelder!“
 
Ich erkläre, dass wenn die Sonne von hinten durch die Maltafel scheint, sie grün leuchtet.
Fiona: „Dann haben wir doch das Rätsel gelöst!“
 
„Mama, kannst du ein Kamel malen?“
Ich male trotz meiner beschränkten Zeichenkünste ein stilisiertes Kamel von der Seite.
Fiona: „Aber ein Kamel hat doch keine Tür!“
 
„Morgen gehen wir brunchen.“
Fiona: „Ich bin so gespannt, wie das Haus vom Grunch aussieht!“
 
„Mama, Mama, wir gehen jetzt auf den Laternen-Unfug!“
 
„Das Martinshörnchen wird geteilt, so wie der Martin seinen Umhang mit einem Bettler geteilt hat.“
Fiona (laut): „Ich will eins für mich allein!“
 
„Ah, da ist ein Feuer! Da können wir uns anwärmen.“
 
„Was habt ihr heute im Kindergarten gemacht?“
– „Wir haben die Sterne für euch angemalt. Aber das ist eine Überraschung. Das verrat ich noch nicht.“
 
Wir hören ein Lied aus Arabien.
Fiona: „Aber ein Teppich kann doch nicht fliegen!“
– „Das stimmt! Aber im Märchen, da kann der Teppich fliegen.“
„Also mein Teppich kann nicht fliegen. Und deiner auch nicht…“
 
„Was machst du da?“
Fiona: „Ich versuche an meinen Zähnen zu wackeln. Wenn sie rausfallen, komm ich in die Schule!“
 
„Wie alt bist du geworden im Oktober?“
– „Drei.“
„Und wie alt wirst du nächstes Jahr im Oktober?“
– „Da werde ich vier Jahre alt! Dann darf ich allein Auto fahren!“
 
Fiona bietet mir imaginären „Rosinensaft“ an. Ich „trinke“ und falle um aufs Bett.
Sie kommt mit ihrem Arztkoffer und sagt mit sanfter Stimme:
„Das ist eine Spritze für dich. Die tut ganz besonders weh!“
 
Wir gucken die Wiederholung von Raabs Turmspringen im TV. Es kommt Werbung.
Fiona: „Ich will nochmal sehen, wie die großen Kinder ins Wasser plumpsen! Aber ich hätte Angst, dass meine Haare nass werden!“
 
Fiona hat einen Leuchtstab in der Hand und sagt:
„Wenn die anderen Leute nicht so hübsch aussehen, kann ich sie einfach schön zaubern!“
 
„Guck mal, Mama, ich räume sehr konzentriert mein Zimmer auf!“

Und ganz zum Schluss mal wieder eine Mini-Mittwochs-Meinung. Ich frage, Fiona antwortet:

1. Was spielst du mit Oma und Opa am Liebsten?
– Glockenspiel.
2. Hat schon mal ein Babysitter auf dich aufgepasst?
– Nein.
3. Malst du lieber mit Wachsmalstiften oder Pinseln?
– mit Pinsel und Stiften.
4. Darfst du helfen, den Weihnachtsbaum auszusuchen?
– Ja, aber ich habe mit Papa noch keinen Weihnachtsbaum gekauft.
5. Kannst du schon alleine einen Wunschzettel malen?
– Ja! Ich habe auch eine Briefmarke raufgeschrieben!
6. Hast du schon mal eine Mandarine alleine geschält?
– Scheren sind doch gefährlich für Kinder!
6a. Nein, ob du schon mal von einer Mandarine die Schale abgemacht hast…
– Ja, das hab ich im Kindergarten geübt.
7. Wie weit kannst du schon zählen?
– 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 90.

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Eltern-Kind-Blogparade November

November, wie das klingt… November ist fast Winter! Eben war doch noch Juli! Entweder rast die Zeit mit Kindern einfach schneller oder der Herbst war dieses Jahr irgendwie komisch. Ich will mich nicht beschweren, mag ich doch grundsätzlich die warme Jahreszeit lieber als die kalte. Aber durch dieses Temperaturdurcheinander und den Anziehwahnsinn bin ich noch nicht wirklich im November angekommen. Im Oktober gab es Tage, an denen ich morgens die Scheibe freikratzen musste und kurz darauf Tage, an denen man fast die Flip-Flops wieder hätte rausholen können. Das führte unter anderem dazu, dass Fiona mal bei Frost mit Halbschuhen und mal bei 15°C mit Thermohose und Wintermantel in den Kindergarten gegangen ist. Dumm, wenn man das Radio immer erst im Auto einschaltet…  Ich bin heute ein bisschen unvorbereitet und dementsprechend überrascht (kommt immer so plötzlich!) im Vorweihnachtsmonat angekommen, beim Bummeln im Einkaufscenter. Da glitzert und blinkt es schon so, dass man beim Reinkommen vom Parkdeck gleich erst mal Sternchen sieht. Schneekugeln, Baumschmuck und falsche Bärte hängen in fast jedem Schaufenster und die Leute eilen so hastig, als wäre der 24. November der Tag, an dem der CocaCola-Werbemann an der Tür klopft. Muss man denn jetzt schon konkrete Geschenkideen für die Liebsten haben? Seid ihr schon mittendrin in der „Holy Night“ oder geht ihr auch erst los, wenn es den Weihnachtskram schon fast wieder runtergesetzt im „Alles-muss-raus“-Modus gibt?

Wie dem auch sei, jedenfalls bedeutet die 11 auf dem Kalenderblatt ja bekanntlich, dass darauf der Dezember folgt: Kerzen, Konzerte, Plätzchen, geputzte Schuhe, Last Christmas und……Adventskalender – das ist nämlich das Blogparadenthema diesen Monat. Vielen Dank dem edlen Sponsor!
Ich gebe zu, solange ich mich erinnern kann, gab es nur gekaufte Kalender im Hause M. Und weil ich das ganze Weihnachtsgedöns gerne ausklammere bis wir tatsächlich im letzten Monat des Jahres angekommen sind, überfiel mich schon oftmals am 30. November ein kleines bisschen „Türschlusspanik“, weil es weder im „Fachhandel“ noch in einschlägigen Discountern mehr kaloriengefüllte Tageszähler gab. Alle Jahre wieder…. Nicht so in diesem!
Testmama Kerstin zwingt mich praktisch dazu, mich ein paar Wochen vor Fälligkeit mit der Kalenderproblematik auseinanderzusetzen.

Wer hier regelmäßig mitliest, dem wird Fionas Begeisterung für die niedlichen Tolla-Monster aus der Tollabox, einer liebevoll zusammengestellten Bastelkiste, nicht entgangen sein. Beim Googeln und Pinteresten (was für ein Wort ^^) stieß ich auf diverse niedliche DIY-Kalenderideen, die sich dann so nach und nach zu meiner ganz eigenen entwickelt haben. In meinem Bastelfundus lachten mich sagenhafte 23 Klopapierrollen an – na wenn das kein Zeichen ist…? (Nur am Rande: wir haben keine ungewöhnlich hohe Toilettengangrate! Der Vorrat hat sich über’s letzte Jahr angesammelt…) Wie ich noch beim Durchzählen war, fiel mein Blick außerdem auf den „Augenvorrat“ auf meinem Schreibtisch: Tolla-Augensticker en masse. Tonpapier und allerhand anderer Bastelkrims ist sowieso vorrätig, also wurde hier gezeichnet, geschnitten, geklebt und gepinselt, bis eine stattliche Tolla-Armee zustande gekommen ist. Hüte auf, Watte dran und dann mit hübschen Kleinigkeiten befüllt. Highlights sind die Badestifte, mit denen man (rückstandslos) die Wanne bemalen kann, das kleine Armband mit einem „F“-Ahänger, die Seifenblasen, der pinke Glibberseestern, der selbstständig an geraden Flächen hinunter läuft und das Bindeez-Set am Heiligabend (von dem ich übrigens gerade unterirdische Rezensionen bei amazon lese…ups. Vielleicht doch lieber die ganz normalen Bügelperlen?). Ansonsten mal ein Lolli, mal Gummibärchen, ein kleines Fillypferd und ein Pixi-Stickerbuch. Probleme hatte ich einzig und allein mit der Anatomie des Eis. Wie ein Kind, das immer wieder probiert, den eckigen Bauklotz durch das runde Loch zu drücken, versuchte ich, das Überraschungsei irgendwie in der Klorolle unterzubringen. Irgendwann gab die Schale nach, deswegen musste ich die Schokoladenkrümel leider vernichten. Die gute Nachricht: das hüllenlose „Eigelb“ inkl. Spielzeug hat dann doch noch gepasst ^^ Sorry for that.

Als ich dann so den großen Wattesack gesehen habe, der eigentlich aus meinem Nähvorrat stammt und zum Befüllen von Kuscheltieren gedacht ist, hatte ich noch eine ganz andere Idee. Die englische Vorlage dazu stammt von Pinterest: eine Art Adventskalender ohne Türchen und ohne Süßigkeiten, trotzdem bestimmt „great fun“! Tonpapier und Wellpappe wurden frei Hand auf A3 zugeschnitten, aufklebt, Wackelaugen ergänzt, ein bisschen deutsch gereimt und fertig war der Weihnachtsmann ohne Bart. Jeden Morgen im Dezember wird ihm eine Kugel Watte ans Kinn geklebt und wenn aus dem weißen Schnauzer ein Vollbart geworden ist, dann müsste er auch schon bald vor der Tür stehen. Süße Idee, oder?

„Des Weihnachtsmannes Bart ist nackt, doch bis er seinen Sack gepackt,
schenkst du ihm jeden Tag ein Haar, am Heiligabend ist er da.
Dank Kleber und ’nem Wattebausch gibt es Geschenke dann zum Tausch!“

Ich erinnere mich übrigens gerade an einen selbstbefüllten Adventskalender, den ich mal vor einigen Jahren für meine Mama gemacht hatte, als ich noch im Schwarzwald gewohnt habe. Sie ist mich Ende November besuchen gekommen, reiste nur mit Handgepäck und hat die vielen kleinen Säckchen vom Kalender auch in selbigem transportieren wollen. Die Sicherheitskontrolle am Flughafen hat sie dann dazu genötigt, den Kalender verfrüht zu öffnen. Gestört haben sie sich tatsächlich an den mit einem Spritzer alkoholischer Flüssigkeit gefüllten Schokoladenpralinen à la Mon Cherie. Unfassbar! Könnte ja Sprengstoff sein. Zum Wohl!

Was ich nicht wüsste…

…wenn ich nicht Mama geworden wäre.
 
Heute gibt es hier mal etwas ganz anderes zu lesen als sonst. Vielleicht ist es der drohende Winter, der sich in Form von hübschen Eiskristallen auf die Bäume und in Form von hartnäckigen Schollen auf die Autoscheibe gelegt hat, die besinnliche Zeit, die sich unübersehbar als beleuchtete Schneeflockenkette an den Laternen entlang hangelt oder vielleicht sind es auch die Schokoweihnachtsmänner, die einen Hand in Hand mit Lebkuchensternen und Marzipankartoffeln aus jedem Regal anlachen… Beim sentimentalen Nachdenken über das Leben in den letzten 3 Jahren entschied ich mich, ein bisschen aus unserer Welt in Worte zu fassen und einfach mal „Danke“ zu sagen. 
 
 
Liebe Fiona,
 
bevor es dich gab, wusste ich nicht, dass der Schmerz eines anderen sich so anfühlen könnte, als wäre es mein eigener:
angefangen beim Pieks in deinen Babyfuß bei der U2 im Krankenhaus über eingeklemmte Finger, 40 Grad Fieber bis hin zum Verlieren eines kleinen, ideell-wertvollen Kettenanhängers.
Ich wusste nicht, dass ein zotteliger Kuschelhase ein Mal die Welt bedeuten würde.
Für dich und für mich.
Ich wusste nicht, dass der Geruch des eigenen Babys der schönste der Welt ist und mich ein Leben lang begleiten wird.
Ich wusste nicht, dass alle Gläschenmenüs im Grunde schmecken wie Mehl mit Wasser – egal, wer dafür mit seinem Namen steht – und ich wusste auch nicht, wer oder was Pastinake ist. Du wolltest es übrigens auch nicht wissen.
Ich wusste nicht, dass es im Körper einer Frau einen Muskel gibt, den man nach der Geburt mit einer Übung namens „Fahrstuhlfahren“ trainieren muss, um später keine inkontinenten Ausfälle beim Husten zu haben.
Ich wusste auch nicht, dass ich mal aus meinem Lieblingsbuchladen gehen würde mit nichts außer Kinderbüchern unterm Arm.
Ich wusste nicht, dass kindliche Stoffwechselendprodukte mich in verstopften Zeiten mal zu ekstatischem Applaus, Jubelgesängen und Belohnungsstempeln veranlassen würden.
Ich wusste außerdem nicht, dass „bunt“ mal meine Lieblingsfarbe werden würde.
Ich wusste nicht, dass ich mal an einer Kindergartentür stehen und heimlich sehnsuchtsvoll durchs Schlüsselloch gucken würde.
Ich kannte nicht das schmerzhafte Gefühl von Legosteinen unter der Fußsohle und des auf-die-Lippe-gebissenen, unterdrückten Schreis beim nächtlichen Darauftreten.
Ich kannte nicht das Glück, wenn sich zwei kleine Arme um den Hals legen und meinen Kopf fest an sich drücken, bis ich kaum noch Luft bekomme.
Ich kannte auch nicht das wohlige Gefühl, wenn mitten in der Nacht eine liebe Stimme fragt „Darf ich in dein Bett?“ und sich dann ein kleiner warmer Kinderkörper mit Eisfüßen perfekt an den eigenen Körper schmiegt und nochmal einschläft.
Ich wusste nicht, dass Pinguine am Südpol leben und ein Walhai so groß ist wie ein Schulbus.
Ich wusste nicht, dass ich jeden Abend vor dem Schlafengehen an dein Bett kommen, dich auf die Wange küssen und dir einen Moment glücklich beim Schlafen zuschauen würde.
Ich wusste nicht, dass ich mal Blätter, Eicheln, Steine und Kastanien sammeln und damit vor meinem geistigen Auge mit dir schon witzige Monster, bunte Käfer und Stockmännchen basteln würde.
Ich wusste nicht, dass Bus- und Bahnfahren wieder so viel Spaß machen kann.
Ich wusste nicht, dass ich mit dir zusammen aus Couchkissen und Decken mal Kamele bauen und auf ihnen reiten würde.
Ich wusste nicht, dass ich mal stolz und staunend zuhören würde, wie du ganz aufgeregt und mit großen Augen vom Puppentheater, der gestohlenen Krone und dem Stachelschwein erzählen würdest, was eigentlich ein Igel war.
Ich wusste nicht, dass eine abstrakte Zeichnung mit Nase an der Stirn und Beinen am Kinn mal das wertvollste Portrait von mir werden würde.
Ich wusste nicht, dass ich mal eine Jahreskarte für den Berliner Tierpark besitzen würde.
Ich wusste nicht, dass ich mal ein Fläschchen mit „unsichtbarer Hasi-Milch“ füllen und deinem Kuscheltier zum Trinken geben würde, weil du nicht schlafen kannst, wenn Hasi Durst hat.
Ich wusste nicht, dass ich mal lautstark mit dir zusammen Ballermannhits wie „Das rote Pferd“ gröhlen und riesigen Spaß dabei haben würde.
Ich wusste nicht, dass ich die Erinnerung an Ereignisse mal an deinem jeweiligen Alter festmachen würde.
Ich wusste nicht, dass der perfekte Sonntag ein Mal aus Sendung mit der Maus, Lego Eisenbahn und Salzteig bestehen könnte.
Ich wusste nicht mehr, dass dem bunten Regenbogen ein ganz besonderer Zauber innewohnt.
Ich wusste nicht mehr, wie schön es ist, den Schirmchen der Pusteblume beim Fliegen zuzusehen.
Ich wusste nicht, dass die schönste Musik in meinen Ohren mal der Klang deines Lachens sein würde.
Ich wusste auch nicht mehr, dass jede Seifenblase ein kleines Wunder ist.
Ich wusste auch nicht, dass ich mal Stücke pinken Affenstoffes mittels einer Nähmaschine sinnvoll miteinander in Verbindung bringen kann.
Und ich wusste nicht, dass ich deswegen mal die 500.000€-Frage bei Günther Jauch nach dem „Hotelverschluss“ jokerlos beantworten können würde. Leider nur zu Hause auf dem Sofa.
Ich wusste nicht, dass ich mal wissen wollen würde, wer dem Maulwurf auf den Kopf gemacht hat.
Ich wusste nicht, dass ich mich mal in ein Känguruh, eine Maus und einen Storch verhexen lassen und mich in der jeweiligen Gangart durch das Zimmer bewegen würde, begleitet von deinem Lachen.
Ich wusste nicht, dass meine Königsdisziplin am Frühstückstisch mal werden würde, das Gelbe aus dem gekochten Ei zu entfernen, ohne dass das Weiße dabei in tausend Teile zerfällt, denn du magst kein Eigelb.
Ich wusste auch nicht, dass ich aus einer Scheibe Toast, Käse und einem bisschen Obst Gesichter auf dein Brett und ein Lächeln in dein Gesicht zaubern würde.
Ich wusste nicht mehr, dass die Welt voller Wunder ist: der Raureif auf der Wiese, der Regentropfen am Blatt, die Raupe und der Schmetterling, die Richtungspfeile auf der Straße, der Vampir auf der Werbetafel und der Strohhalm, der seine Farbe verändern kann.
 
 
Obwohl ich mit 25 Jahren noch nicht soo lange zu den „Großen“ gehöre, hatte ich nicht bemerkt, wie schön die Welt eigentlich ist, bevor ich sie durch deine Augen sehen durfte. Jeden Tag.
 
Und vor allem kannte ich nicht das schönste, das liebevollste, das wichtigste Wort auf der Welt:
MAMA“.
 
 
Ich liebe dich!

Sind wir nicht alle ein bisschen toll(a)?

„Die Legende besagt, dass zwischen den Zeiten und zwischen den Welten, also ganz schön weit weg, die Tollas im Tolla-Stern leben…“

Bildquelle: www.tollabox.de

Ich wurde vor einiger Zeit vom Team der sog. Tollabox sehr nett und vor allem persönlich angeschrieben (also kein Standardtext mit geändertem Namen) und gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mit Fiona diese Bastelkiste auszuprobieren und Feedback zu geben. Der Blogpost ist kein Muss, aber über so ein tolles Gesamtkunstwerk blogge ich gerne! Die Anfrage ist schon ein bisschen her, aber was lange währt, wird gut. Wir hatten jedenfalls ausgiebig Zeit zum Testen 🙂

Warum?

Wenn man noch relativ frisch in die Elternliga aufgenommen wurde und vor dem dicken Bauch so gar nichts mit Basteln am Hut hatte, verfügt man in der Regel über keinen großen Materialfundus. Mittlerweile wurde mein Noten-, Bücher-, Ordner-, Unterlagenchaos unterm Schreibtisch noch um ein Dutzend Bastelbücher und 2 Körbe voller Pfeifenreiniger, Fingerfarben, Wolle, Kleber, Kreide, Federn, Fotokarton, Tonpapier, Bastelfilz, Moosgummi und was man sonst noch so braucht ergänzt. Normalerweise, bzw. vor dem Leerkaufen des örtlichen McPapers, steht man als Mama mit dem „Ich-möchte-basteln-Kind“ da mit Schere, Kleber und einem alten, eingetrockneten Tuschkasten. Die Zeiten sind vorbei!

Was?

Es gibt ja jetzt diverse Bastelkisten, die 1x im Monat nach Hause geliefert werden. Eine davon hatten wir abonniert, haben sie aber jetzt gegen die Tollabox eingetauscht.
Das Tolla-Prinzip ist denkbar einfach und mit einem Stichwort erklärt: PLAYDUCATION.
Spielend lernen und die Welt entdecken, der Kreativität freien Lauf lassen, Fragen stellen und erforschen oder anders ausgedrückt: Ich spiele, also lerne ich.
Zum Thema „Lernen“ hatte ich im Rahmen der Eltern-Kind-Blogparade schon mal ausführlich geschrieben. Die Tollabox, die ich beim Schreiben des Lernen-Artikels übrigens noch nicht gekannt habe, greift genau das auf und setzt das ganzheitliche Lernen für die Kleinsten optisch ansprechend und gründlich durchdacht um.
Grundsätzlich ist sie unserer „alten“ Bastelkiste recht ähnlich, fügt sich aber besser in den übergeordneten Zusammenhang ein. Es beginnt schon damit, dass die Box nach dem Spielen, unförmig wie sie ist, nicht in die Papiertonne gestopft werden muss, sondern als stapelbare Pappschublade funktioniert (zu sehen auf dem Erbsenbild weiter unten).
In der Box warten 3 Entdeckerspiele, die einzeln verpackt und mit einer großen, bunten Anleitung versehen sind.

Wer oder was sind Tollas?

Die Tollas sind 4 kleine Geschöpfe vom Planeten Tolla, die mit der Tollabox auf die Erde reisen dürfen um die Kinder besser kennenzulernen. Als Team finden die Vier für jedes Problem eine Lösung. Sie sind neugierig, frech und in ihrer Art den Kinder sehr ähnlich. Jeder Tolla hat andere Eigenschaften: Nao sieht aus wie ein lilanes X, glaubt, er sei der Chef und sieht Probleme und Gefahren schon kilometerweit vorher. Kess ist eine kleine gelbe Flamme, immer gut drauf und voller Tatendrang und Ideen. LumLum ist das umgekehrte Herz, singt und kuschelt gerne. Der blaue Pi sieht genauso aus wie die mathematische Kreiszahl, demnach zählt, rechnet und misst er den ganzen Tag.
Um die Tollas erst mal ein bisschen besser kennenzulernen, spielten wir das Tolla-Verstecken, bei dem man zuerst die 4 kleinen Geschöpfe aus Tonpapier im Zimmer versteckt und mit „warm“ und „kalt“ suchen lässt.
Anschließend wurden die Augensticker überall verteilt: am Bett, an der Kinderküche, an der Lampe, etc. Die Tollas können sich nämlich nicht nur hinter, sondern auch in den Dingen verstecken, nur ihre Augen gucken dann noch raus. Das erfährt man in der Tolla-Geschichte, einem kleinen Heft mit Text und Illustrationen, das sich wunderbar als Gutenachtgeschichte eignet und in jeder Box dabei ist.

Entdeckerspiel #1

Das unangefochtene Lieblingsprojekt: ohne Frage – die Seifenblasen!
Nicht etwa normale, kleine Pusteblasen, sondern große, seeehr große Riesenseifenblasen. Na wenn das nichts ist! Unter Anleitung konnte Fiona die Seifenblasenflüssigkeit alleine mit Wasser verdünnen, während ich die Schnur mit den beiden Bambusstäben verknotet habe. Mit etwas Übung gelangen ihr ganz allein wunderschöne, gigantische Blasen. Einziges Manko: der Spaß war leider viel zu schnell vorbei. Es gibt auf der Homepage zwar ein Rezept zur Herstellung, allerdings benötigt man dafür ziemlich abgefahrene Zutaten wie z.B. Ultraschallgel vom Arzt ^^

Entdeckerspiel #2

Eine Box Erbsen und eine Box Zahnstocher: wie können die beiden eine sinnvolle Verbindung miteinander eingehen? Ganz einfach: die Erbsen über Nacht in Wasser einlegen und am nächsten Tag das Bauen beginnen. Für größere Kinder ein toll(a) Zeitvertreib, für Fiona noch ein bisschen zu schwierig, denn mit geringfügig zu grobmotorischen Bewegungen ist die Erbse halbiert und der Zahnstocher im Auge. Passiert ist bei uns zum Glück (fast) nichts, aber sie hat sehr schnell das Interesse verloren. Man braucht schon ein bisschen Feingefühl und Geschick, um zu testen, wie viele Zahnstocher in eine Erbse passen oder wie hoch man einen Turm bauen kann, bevor er umfällt. In der Anleitung waren gute Beispiele gezeigt, die absolut nachmachenswert gewesen sind! Beim Stecken ihres Namens ist es mir dann aber doch passiert: ein kleiner Pieks und ein Tröpfchen Blut am Finger. Das Pflaster war in der Box auch schon mit dabei und meine Mini-Krankenschwester hat mich sogleich versorgt. Ich glaube, das war der größte Spaß bei der Aktion 🙂 Als ich wegen kindlichen Desinteresses das Bauen beenden wollte, hat Fiona aber dann doch noch eine kreative Verwendung für den Haufen Erbsen gefunden: den Kochtopf in ihrer Küche. Seitdem gibt es jeden Tag halbweiche Erbsen und harte Nudeln zum Mittag. Jeden.

Das grundsätzliche Interesse an dieser Art zu konstruieren ist allerdings trotzdem vorhanden! Zum Geburtstag bekam sie das Magnetspielset von GEOMAG geschenkt, das nach dem gleichen Prinzip funktioniert. Viele kleine Stäbe statt Zahnstochern und statt Erbsen magnetische Kugeln, mit denen man frei Schnauze bauen und experimentieren kann. Weil der Originalkarton schon kaputt gespielt ist vom vielen Rein und Raus, ist das Bauset in einen Filly-Schuhkarton umgezogen, steht immer griffbereit und wird wirklich jeden Tag bespielt. Daraus kann man leicht und unkompliziert Ketten, Drachen, Türme, Dreiecke und allerhand andere abenteuerliche Gebilde bauen. Noch abenteuerlicher wird es für Mama und Papa, wenn die Stäbe am nächsten Tag wie von Zauberhand am Geschirrspüler, dem Ofen und der Waschmaschine „kleben“… Faszinierendes Spielzeug, nicht nur für Kinder!

Das Erbsenprojekt ist mit der Zahnstochersteckaktion aber noch nicht beendet! 2 dicke Substrattabletten können in einen der Kunsttoffbehälter gelegt und mit Wasser aufgefüllt werden. Drückt man dann ein paar übriggebliebene Erbsen in die Erde („Das ist ganz plitschlig, Mama!“), ragen nach einigen Tagen ein paar zarte grüne Ärmchen aus dem Boden. Hat geklappt! Wir gießen fleißig und warten, was noch passiert (dass das Gefäß schon mehrfach versehentlich runtergefallen und die Erde zur Freude des Staubsaugers auf dem gesamten Kinderzimmerfußboden verteilt gewesen ist, lasse ich an dieser Stelle besser unerwähnt)

Hier ist auch die Schubladen-Kiste zu sehen. Beherbergt jetzt ca. ein Dutzend Malbücher unterm Schreibtisch 🙂

Entdeckerspiel #3

Das dritte Set besteht aus einem Schnürsenkel, ein paar Wäscheklammern und Stimmungskarten mit Begriffen wie „traurig“, „glücklich“, „verliebt“, etc. Gebaut werden soll hier ein Stimmungsbarometer, bei dem man jeden Tag (bei Kleinkindern ggf. auch mehrmals täglich ^^) die aktuelle Befindlichkeit eintragen kann. Auf rotes Tonpapier werden die Namen der Familienmitglieder geschrieben, ausgeschnitten und mittels Klebepunkten an den Wäscheklammern befestigt. Wir haben den Schnürsenkel mit mitgeliefertem Powerstrip auf Nonos Augenhöhe an der Tür befestigt und über Stimmungen gesprochen: sie wollte spontan „glücklich“ sein und schnappte sich gleich die gelbe Karte und ihre Namensklammer. Die anderen Familienmitglieder wurden entweder direkt befragt oder, wenn das wegen Nichtanwesenheit unmöglich war, spontan angerufen und nach ihrer „Stimme“ gefragt 😉 Wo ich erst dachte, dass ein Stimmungsbarometer für Fiona mit 3 Jahren vielleicht noch zu abstrakt sein könnte, weiß ich jetzt, dass sie mittlerweile viel genauer beobachtet, bewertet und die Stimmungseinteilung keine Eintagsfliege war. Manchmal steht sie morgens auf, geht zur Tür und wechselt die Karten, z.B. mit den Worten: „Heute bin ich stark, Mama!“. Gegen die abendliche „Müde“-Karte ist sie allerdings weitesgehend immun… Letztens habe ich sie gefragt, ob sie denn noch glücklich sei, wie es auf ihrer Karte stand. Sie bejahte und fragte, ob ich auch glücklich sei. Ich sagte: „Wenn du glücklich bist, bin ich auch glücklich.“ Fiona: „Dann brauchen wir aber noch eine gelbe Karte!“.
Das Barometer funktioniert auch einwandfrei als Drohung bei akutem Bockanfall mit auf-den-Boden-schmeißen-und-quengeln:
„Oh, du weinst? Na dann müssen wir zu Hause schnell deine Stimmungskarte ändern.“
– „Neeeeeeiiiiiiiiinnnnnn!“
„Na aber wenn du weinst, bist du doch traurig und nicht glücklich oder?“
– *mitÄrmeltränenabwischend* „Ich weine gar nicht mehr!“

Mein Fazit

„Wir brauchen mehr Kindergarten im Leben!“
Ihr seht schon, ich bin restlos begeistert von der Box und dem gesamten Konzept!
Jeden Monat werden mit unterschiedlichen Materialien und Inspirationen andere Entwicklungsbereiche der Kinder gefördert, eingeteilt in das sog. Play-Curriculum. Bei jedem Bastelprojekt steht dabei, welche Smart-Bereiche damit gezielt gefördert werden.

Konzipiert ist die Tollabox für Kinder zwischen 4 und 8, aber früh smart sein ohne Druck schadet nie – ich kann sie bedenkenlos ab 3 Jahren empfehlen! Am Günstigsten ist sie im Halbjahresabo für 20,90€ monatlich. Wer jetzt – wie ich – Tollazeichen (ha, was für ein Wortspiel) in den Augen hat, bekommt noch einen 10€-Gutscheincode für die Bestellung mitgeliefert (TOLLAFB4 – nur noch im November verwendbar). Mit der Box ist jeder Monat ein bisschen wie Weihnachten oder Geburtstag 🙂
Die Mama und die Pädagogin in mir sagen beide „JA“ zum bunten Playducation-Manifest, gibt’s hier auch zum Runterladen. Ein paar Auszüge:

Glück ist, staunen zu können.
Entdecken ist Lernen.
Aus wenig Material viel machen ist Kreativität.
Sich heiße Lava auf dem Boden vorzustellen und von Sofa zu Sofa zu springen ist Abenteuer.
Schmutz ist ok, Kinder sind zu 100% waschbar.
Ermutigung und Raum für Ideen sind die beste Schulvorbereitung.
Wir brauchen überhaupt mehr Kindergarten im Leben.

Fionas Fazit:

„Monster sind meine Lieblingstiere!“

7 Sachen

Mit etwas Verspätung zeige ich euch heute 7 Sachen, die wir am Sonntag gemacht haben und für die wir unsere Hände benutzt haben, ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig (nach einer Idee von Fr.Liebe). Erst haben wir uns einen entspannten Vormittag gegönnt: ausgiebig gefrühstückt und auf der pinken Kindercouch die Sendung mit der Maus zusammen angeguckt. Dann wurde gepuzzelt (hey, der Knoten ist geplatzt! Auf ein Mal geht’s!) und ein bisschen Theater gespielt 🙂

Anschließend ging’s in ein großes Familienfreizeitzentrum ganz in der Nähe, was normalerweise durch seine vielen Spielplätze interessant für’s Nono-Kind ist. An diesem Wochenende wurde allerdings etwas Besonderes geboten: „Das kann ich schon alleine!“ – ein Spiel-, Mal-, Bau-, Bastel-, Tanz-, Sing-, Ausprobierwochenende, bei dem die jüngsten Besucher zwischen 2 und 5 Jahren im Mittelpunkt standen. An vielen verschiedenen Ständen konnten die Kinder unter Anleitung (und oft unter den staunenden Blicken ihrer Eltern) selber kreativ werden und den Pinsel, die Buddelschippe oder das Tanzbein schwingen. Als in der Kinderspielecke (bis 4) der Geruch nach gefüllten Windeln Überhand genommen hat, sind wir auf ein Eis und einen Kaffee in die Cafeteria geflüchtet und haben Fionas Bastelwerke bestaunt. Obwohl es – sicher auch wegen des bescheidenen Nieselwetters – gut besucht war, musste sie nie lange warten und konnte alles ausprobieren, was sie interessiert hat. Ein Raum bot eine gigantische Kugelbahnausstellung: alles in XXL-Größe, damit selbst der kleinste Babymund oral nichts mit den Kugeln anfangen kann. Durch die vielen, z.T. sehr kleinen, Kinder, war der Raum ein bisschen elternüberbevölkert und ich hatte, am Rand sitzend, wirklich Probleme, mein eigenes Kind im Auge zu behalten. Da schoben sich inmitten der Murmelbahnen viele schwangere Murmeln und tragende Papas vorbei, um ihren umgefallenen Nachwuchs wieder aufzusammeln, Streit zu schlichten („Torben-Antonio, du kannst nicht alle Kugeln behalten! Die anderen Kinder wollen auch mal!“) und zum freundlichen Miteinander zu animieren („Meins!“). Wenn man – wie ich – auf Holz steht, findet man sich dort im Paradies wieder. Große Bahnen, kleinere Bahnen, ganze Städte mittendrin, bunte Xylophon-Klangtreppen, Rotationskegel – einfach alles, was das Holzherz begehrt. Unsere große HABA-Kugelbahn, die ich vor 2 Jahren gebraucht aber in sehr gutem Zustand bei Ebay gekauft hatte, wird demnächst in immernoch Topzustand auch genau dort wieder landen, denn jetzt ist es Zeit für eine filigranere Bahn mit größerem Entdeckerpotential. Jemand Vorschläge? Ich tendiere ja wieder zu HABA, denn die vielen Ergänzungsbauteile lassen es nie langweilig werden. Dass sich übrigens Qualität gegen billigen Plastikmüll tatsächlich durchsetzt, habe ich an unserer o.g. Bahn jetzt mal selbst gesehen, obwohl Fiona im Familotel natürlich auch großen Spaß daran hatte, der gelben, singenden Giraffe ihre Kugeln immer wieder ins Maul zu schieben ^^

Hier also eine Auswahl der gebastelten Sonntagssachen:



„Wir lassen aus Papier, Kleister, Perlen, Federn, Trinkhalmen, Stiftkappen, …… und Farbe plastische Bilder wachsen“

von Playmais hatte ich bisher noch nichts gehört. Ein Riesenspaß! Einfach anfeuchten und schon klebt’s.
Amazon sagt, dafür gibt es sogar ganze Vorlagenbücher.
Mein Kind sagt: „Guck mal, Mama, ich habe ganz allein eine große Rutsche gebaut!“
…viel Tisch und ein bisschen Bild bestempelt…
…und ein Bild aus dem Farbklatsch gemalt: bunte Farben auf die Platte gematscht und am Ende weißes Papier draufgelegt und abgedruckt.
Buntes Chaos wollte sie erst nicht. Wie man sieht, entstand zu Beginn eines ihrer berühmt-berüchtigten Gesichter 🙂
Hier das Ergebnis

Die 7. der sieben Sachen sind die Haare, die wir erstmalig ohne Tränen waschen und föhnen konnten. Okay, wollen wir ehrlich sein: nur Tränen sind untertrieben. Wir haben sie gewaschen ohne hysterisches Kreischen, als ob Mama mit einer Kettensäge gerade im Begriff ist, sämtliche Extremitäten ohne Narkose zu entfernen. Erfolg!

Nach diesem aufregenden Tag kann ich mehr als nur gut verstehen, dass Montag Morgen die Kita-Ankündigung keine Freudenschreie hervorgerufen hat: „Ich will aber bei dir bleiben!“. Glücklicherweise gibt sich das, bis wir dann im Auto sitzen. Autofahren macht im Moment sowieso großen Spaß wegen der neuen Kinderlieder-CD im Radio. Ich bin von Berufswegen her sehr kritisch mit Kinderlieder-CDs und es gibt mehr, die mir nicht gefallen, als die, die mir tatsächlich gefallen. Da geht es viel um Arrangements, Tonlagen zum Singen, Texte, Reime, etc. Detlev Jöcker und Volker Rosin sind den Eltern unter euch vielleicht ein Begriff, das ist alles ganz nett. Wirklich vom Hocker gehauen haben mich aber die CDs von Simone Sommerland, Karsten Glück und den Kitafröschen. Da kann man bedenkenlos jedes Album kaufen und wird nie enttäuscht (wir haben diverse zu Hause). Ob es die Spiel- und Bewegungslieder sind, die englischen Kinderlieder oder die Weihnachtshits – Fiona liebt sie, singt sie auswendig mit und ich kann sie anhören, ohne nach der 3. Wiederholung in die Kinderklapse eingeliefert werden zu müssen. Unser absolutes Highlight sind die „Kinderlieder auf Weltreise“, gerade frisch erschienen. Eine Reise in 30 verschiedene Länder wurde hier musikalisch so gut umgesetzt, dass man beim Hören wirklich ein kleines bisschen Urlaub auf Jamaica, Hawaii, dem Südpol, in Australien, Afrika, China, Irland, der Türkei, u.v.m.machen kann. Mein Mann lacht schon, wenn ich mal wieder gedankenverloren das kubanische „Oooh oh oh oh, Käptn Buba hat ne Tuba….tuBa!“ oder den „Popo-Tango“ aus Argentinien zum Besten gebe. 30 absolut hartnäckige Ohrwürmer tummeln sich auf diesem Album und ich kann es euch nur wirklich ans Herz legen. Die wird man nicht mehr los 😉

Keine Metaphern in die Headline: Bloggertreffen

Eigentlich wollte ich euch schon viel früher über das letzte Wochenende auf dem Laufenden halten, aber als weitestgehend wetterberichtresistenter Mensch wurde ich vom morgendlichen Raureif und den dazugehörigen nächtlichen Temperaturen in der Müritz ein bisschen überrascht und habe mir deshalb eine handfeste Erkältung halsaufwärts mitgebracht…

 
Fiona zeigt, wo wir sind
 

Wie ja bereits hier angekündigt, fand am vergangenen Wochenende das 1. Elternbloggertreffen Deutschlands im Familotel Borchards Rookhus in der Mecklenburgischen Seenplatte statt und wir waren dabei! 10 Blogger wurden von der PR Agentur Griffiths Consulting eingeladen, mit ihren Familien das Wochenende am Großen Labussee zu verbringen. Während die Kinder entweder mit Papas oder Omas auf Kutschen und Pferden das großzügige Gelände um den See erkundet oder ausgiebig die 1A-Kinderbetreuung im Happy Club getestet haben, waren für die Blogger ein Kreativworkshop am Samstag und eine Diskussionsrunde am Sonntag angedacht. Ich schreibe bewusst „angedacht“, denn geplant war das Ganze sicher ein bisschen anders…

Wenn es heißt „Stellt euch doch bitte mal kurz vor“, man mit ein paar Eckdaten wie Name, Alter und Beruf beginnt, danach bei sagenhaften 45min Selbstdarstellung einiger anderer Blogger zuhören darf und u.a. erfährt, welche Spitznamen die Leute ihren Brüsten geben, fragt man sich schon kurz, weshalb man eigentlich so weit gefahren ist. Denn dass jeder in die anderen Teilnehmerblogs schon ein Mal kurz reingelesen hat vor dem Treffen, ist – so dachte ich – selbstverständlich.
Wenn ein Blogger es allerdings schafft, mit nur einem Satz eine Handvoll der Anwesenden (unbewusst?) zu diskriminieren, hat man vorher offensichtlich nichts gelesen oder man ist ein soziales Trampeltier.
WIE, ihr schreibt keine keywords in die headline? Metaphern sollten da nicht drin stehen, sonst weiß ja niemand, worum es geht. Keinen teaser in der sidebar? Kein Logo? Pfui. Da kannst du gleich zu machen. Romane schreiben? Nee, du, das geht gar nicht. Das liest doch kein Mensch. Waas? Du schreibst nicht suchmaschinenoptimiert?! Ein Leser bleibt schließlich nur 3min auf der Seite, bevor er weiterclickt. So hält man die nie!
Es gibt aber tatsächlich noch Blogger im www, die kein verbales Fast-Food schreiben und denen SEO ziemlich weit am Lendenwirbel vorbei geht. Laut offenkundiger Meinung einiger weniger Teilnehmerinnen schreibt die restliche Welt weichgespülte, rosa Kinderkacke im Gegensatz zur ausgewiesenen „nackten Wahrheit“ der Szene-Mums. Großes Kino. Wie viele fehlgeleitete Googler „kommen“ wohl wegen dieses bestimmten key words hoffnungsvoll auf die Seite und verlassen sie nach den 3min enttäuscht und im wahrsten Sinne des Wortes „unbefriedigt“ wieder…?

Das bisschen Schreibworkshop, was nach der ausgeuferten Vorstellungsrunde noch übrig geblieben ist, war sehr interessant und aufschlussreich. Eine Aufgabe war das Clustern zum Thema „Was schlimm ist“. In eine vorgebene Strophenform (nach dem Gedicht von Gottfried Benn) sollten wir innerhalb von 10min selber bringen, was für uns schlimm ist:

 
Was schlimm ist

Wenn man seine Instrumentalschüler auf ein Konzert vorbereitet
und in der letzten Unterrichtsstunde feststellt,
dass die gesamte Schule auf Wandertag ist.
 
Morgens aufzuwachen und festzustellen,
dass nach hell – dunkel – hell – dunkel plötzlich wieder Montag ist.
 
Sich zu entscheiden, ob man das magendarmgeplagte Kleinkind
wäscht, umzieht, wäscht, umzieht
oder gleich in der Badewanne sitzen lässt.
 
Eine akute Blogidee im Kopf zu haben,
während der Laptop jegliche Verbindung zur realen Welt kappt.
 
Schlimm ist, in ein Hotel mit Pool zu fahren und festzustellen,
dass man die Badehose vergessen hat.
 
Schlimmer ist, wenn das Kind zwar eine Badehose hat,
sich aber dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen ein größeres Geschäft ankündigt.
 
Am schlimmsten ist es, festzustellen, dass Sonntag ist
und kein Klopapier im Haus.

Bei den Bloggern, die nicht den notorischen Drang verspürt haben, auf ausnahmslos jede gestellte Frage antworten und dabei bis in die Kreidezeit ausholen zu müssen, waren sehr sympathische und vor allem authentische Menschen dabei, mit denen der Kontakt sicher über dieses Kennenlernen hinaus gehen wird. Besonders gefreut habe ich mich über die Familie mit der weitesten Anreise: Mama, Papa und natürlich das Babymädchen vom Bloggerhund Herrn Bohne aus Hessen! Sie sind genau so herzensgute Menschen, wie man vermutet, wenn man ihren Blog liest und schon allein aus diesem Grund hat sich das Hinfahren auf jeden Fall gelohnt! Das Gruppenbild vom Treffen gibt es hier, auf dem familotel-Blog zu sehen. Der Fotograf war übrigens nicht nur draußen, sondern vor allem drinnen während des Workshops schwer damit beschäftigt, immer gleich sitzende, vornehmlich zuhörende Personen so abzulichten, dass das Ganze hinterher auch so interessant aussieht, wie es tatsächlich gewesen ist. Bei dem Vorhaben war zwischenzeitlich mehrfach eine tiefhängende Lampe im Weg, die ihm wohl ab und zu ein Bloggergrinsefoto (und die ein oder andere Beule) beschert hat ^^

Vom Hotel waren wir übrigens restlos begeistert! Die Betreiberfamilie Borchard erklärte, dass es früher ein Romantikhotel gewesen sei. Als dann aber eigene Kinder in ihr Leben traten, haben sie es kurzerhand zum Familienhotel umgewandelt. Es nur kinderfreundlich zu nennen, wäre untertrieben. Ein gigantischer Bobbycarfuhrpark im Garten, Klettergerüste, Spielzimmer, Streichelzoo, Indianerzelt, Kinderkino, Tritthocker am Buffet, eine Milchbar für Babyessen, etc. Die Spielecke direkt im Restaurant bescherte wohl allen Eltern ein entspanntes Aufessen, während der Nachwuchs an der Kinderküche das Dessert zubereiten konnte.

Im Zimmer gab es ein eigenes Kinderbett für Fiona, genau wie das, was sie zu Hause hat. Der bunte Zahnputzbecher mit Clown „Happy“ und die täglich wechselnde, laminierte A4-Gutenachtgeschichte sind nur zwei Beispiele für die absolut an Kinder angepassten Begebenheiten. Der Happy Club bietet eine Rundum-Kinderbetreuung und ein ebenfalls täglich wechselndes Freizeitprogramm für die kleinen Abenteurer an, Tränen gab es selten, sogar bei den Allerkleinsten nicht. Im „Badehuus“, dem frisch eröffneten Indoor-Schwimmbad, haben wir viel Zeit verbracht. Auch dort waren Schwimmhilfen, Bälle, Enten und anderes Badespielzeug vorhanden, so dass man im Prinzip an nichts denken musste außer daran, das eigene Kind mitzunehmen. Das Gelbrotgeringelte auf dem See ist übrigens ein Wassertrampolin. Wegen der Raureifproblematik und den sehr herbstlichen Temperaturen konnten wir das See-Angebot nicht nutzen, sondern nur über die Ruhe am Ufer staunen.

Die stolzen Preise wurden ganz unterschiedlich eingeordnet, wie ich im Gespräch mit einigen anderen erfahren habe. Obwohl Essen, Unterkunft und Angebot wirklich gut waren, wären mir persönlich 1500€ für eine Woche (2 Erw., 1 Kind) zu teuer. Es kommt ganz darauf an, was man vom Urlaub erwartet! Möchte man als Paar Urlaub machen und eine entspannte Zeit zu zweit erleben, während die Kids gut untergebracht sind, ist man mit familotel bestens bedient. Will man aber seinen Urlaub komplett mit Kind verbringen und das Betreuungsangebot nicht nutzen, kann man für das gleiche Geld eine Woche in den Süden fliegen und bei garantiertem Sonnenschein am Meer liegen… Für das Bloggertreffen war das familotel Borchards Rookhus zweifelsfrei eine sehr gute Wahl. Vielen Dank, dass wir dabei sein durften!

Cocktailkarte für Schwangere & Stillende, hihi