Zenk ju vor trewwelling wis… Playmo-Airlines!

Schon seit bestimmt 1 Jahr liegt ein mittelgroßes Playmobil-Puppenhaus zwischen vielen anderen schönen Dingen in meinem Amazon-Warenkorb rum und wartet vergeblich auf seine Bestellung. Um ehrlich zu sein: es ist nicht unbedingt Fiona, die sich ein Puppenhaus gewünscht hat, sondern Mama, die vor Freude und Niedlichkeit quietschen könnte, wenn sie das Mini-Klo, die Stereoanlage, den mit Nano-Eiern und Marmeladengläschen gefüllten Kühlschrank und das winzige Babybettchen sieht. Eines schönen Tages im Juni war das große Mitnehm-Puppenhaus mit Henkel von Playmobil im Drogerie-Krims-Kram-Laden um die Ecke im Angebot und was passierte…? Brauchen Sie ’ne große Tüte oder geht’s so?“
Seitdem steht das Häuschen samt Karton in Erwartung des Geburtstages (wir haben angesichts der Geschenkeflut noch mal auf Weihnachten verschoben) noch eingepackt unter’m Esstisch und ist praktisch schon zum festen Einrichtungsgegenstand geworden, so dass Fiona der viereckigen Plastiktüte keine Aufmerksamkeit schenkt, wenn sie im Wohnzimmer spielt.
Ende September las ich bei Testmama Kerstin von einer Playmobil-Aktion für Produkttester. Obwohl wir eigentlich keine sind, sondern ich nur aus Spaß am Schreiben blogge, musste ich eine Bewerbung im Kommentarfeld hinterlassen. Bedingung für das Testen sollte eine besonders kreative Bewerbung sein. Während ich das meinem Mann laut vorlas, rappelte es gewaltig im Karton unter dem Tisch. Ich schaute nach und sah, wie die Playmobilfamilie ganz aufgeregt und wild von innen an die Fensterscheiben klopfte. Sie sagten, dass das Leben in ihrem großen Einfamilienhaus manchmal ganz schön stressig sei und sie deshalb für eine Reise gespart hätten. Das Geld für den geplanten Urlaub hätten sie bereits beisammen, jedoch würden sie nur äußerst ungern mit der Lego-Eisenbahn verreisen. Deshalb baten sie mich kurzerhand, in ihrem Namen eine Bewerbung auf das Playmobil Flugzeug zu verfassen…

Ja, was soll ich sagen – wir wurden tatsächlich ausgewählt! Die Playmos klatschten – so gut es eben ging – vor Freude in die Hände und begannen gleich mit dem Kofferpacken. Wie versprochen folgt hier nun der bebilderte und detailreiche Bericht ihrer Reise, inklusive der Vorbereitungen.

Darf ich vorstellen?

Das sind Herr und Frau P. Sie wohnen in einem schönen Häuschen im Grünen, haben einen kleinen Garten und auch sonst alles, was das Herz begehrt. Fast alles….



im Hintergrund: Fionas (in Zusammenarbeit mit Mama) neustes Landschaftsbild
 
Der Wunsch nach einem kleinen „P“ wurde immer größer… Bienen & Blumen, ihr wisst schon 😉
*censored*

 
1 year later….

 
Weil die drei zwar ein Haus im Grünen haben,
aber auch gerne mal ins „Gelbe“ bzw. „Blaue“ fahren würden, begannen sie zu sparen.

das zweite Nono-Bild erfolgreich untergebracht 🙂

Mit dem Flugzeug sollte es nun endlich in den langersehnten Urlaub gehen.
Am Abreisetag schliefen sie aus und standen ganz entspannt auf…
 
 
…ließen sich alle 3 viel Zeit im Bad…
 
 
…frühstückten gemütlich…mmhhh, riecht ihr das Spiegelei?
 
 
…und versicherten sich, dass alle Fenster und Türen geschlossen waren,
bevor sie sich auf den Weg zum Bahnhof machten. Check!
 
 
 
Mit der LEGO-Bahn ging es anschließend an steilen Bergstraßen vorbei in Richtung Flughafen.
 
 
Als sie ihren Koffer abgegeben hatten und auf das Boarding warteten, wurden sie von einem netten Flughafenmitarbeiter eingeladen, sich den Tower etwas näher anzugucken. Da staunte nicht nur das kleine P über so viele blinkende Lämpchen und die Flugzeuge, die auf der Start- und Landebahn zu sehen waren.
 
 
Nach einer ganzen Weile leuchtete ihr Flug an der großen Anzeigetafel und sie durften endlich einsteigen.
Über eine Treppe betraten sie den Flieger, wurden von der Stewardess freundlich begrüßt und setzten sich auf die Plätze, die auf ihren Boardkarten standen: 1 A und B. Weil der kleine P noch keine 2 Jahre alt ist, bekam er keinen eigenen Platz, sondern durfte auf Mamas Schoß fliegen, natürlich gesichert mit einem Extragurt für Kinder.
 
 
Auch der Pilot im Cockpit bereitete sich für seinen Flug vor,
kontrollierte alle Anzeigen und wartete auf das Verladen der Koffer.
 
 
Als die Durchsage „Boarding completed!“ ertönte und sich das Flugzeug langsam in Bewegung setzte, demonstrierte die Flugbegleiterin noch kurz anschaulich, wo im Notfall Schwimmwesten, Druckmasken und Notausgänge zu finden sind.
 
 
Nachdem Fluglotse und Tower die endgültige Startfreigabe erteilt hatten, nahm die Boeing Geschwindigkeit auf und verließ die Startbahn Richtung Himmel.
 
 
Kurz vor der Landung konnten sie durch das Flugzeugfenster aus einer einmaligen Perspektive einen Blick auf ihren Urlaubsort erhaschen. Die Vorfreude war riesig und besonders das kleine P wurde mit jeder Minute aufgeregter. Aus den Lautsprechern knarzte ein letzter Gruß des Piloten und die Ankündigung, dass aus den aktuellen -45°C Außentemperatur unten angekommen satte 30°C werden würden. Juhu!
 
 
Nach der Landung am Zielflughafen warteten sie geduldig am Band auf ihre Koffer, genossen den warmen Wind um die Nase und fuhren mit einem Taxi in das nur wenige Kilometer entfernte Hotel.
 
 
Familie P erlebte eine tolle, erholsame Urlaubswoche zwischen Sandburgen und Saftcocktails und am Abend bei der Minidisco wurden auch schon erste Freundschaften geschlossen.
 
 
 
Wir – Familie P, Fiona und ich – bedanken uns ganz herzlich bei Kerstin und bei Spielwelt, dass wir das Passagierflugzeug testen durften!
 
Bei uns hatten nicht nur die Playmobilfiguren Spaß! Eigentlich wäre es das wert gewesen, mich dabei zu fotografieren, wie ich beim Szenennachstellen mit den Füßen auf den Tragflächen einen Start simulierte, versuchte, Mama P das verdammte Handtuch umzubinden, Papa P wieder aufrichtete, nachdem er beim Anblick der Stewardess von der Treppe gefallen war und seine Familie mit umgerissen hatte oder wie ich mit dem Dreiviertel-iPhone im Flugzeug steckte, um aus dem Fenster zu fotografieren, mit der anderen Hand und angespannten Bauchmuskeln die Postkarte im richtigen Winkel hielt und dabei das (ziemlich reale) Klingeln des Festnetztelefones ignorieren musste ^^
 
Aber nicht nur ich, sondern die ganze Familie (inklusive Tiere!) hat sich ausgiebig mit dem fast 60cm langen Flugzeug beschäftigt. Als das große Paket angekommen ist, wurde es im Garten meiner Eltern erstmal auseinander genommen. Mit Opas Hilfe konnten wir den vormontierten Jet vollständig zusammenbauen und ihn ein erstes Mal steigen lassen. Die gesamte Innenausstattung von Flugzeug und Tower ist sehr detailliert (die süße Toilette *quietsch*) und lädt zum ausgiebigen Bespielen ein. Auch Flugbegleiterin, Pilot und Fluglotsen sind absolut originalgetreu. Unser Flugzeug war bis auf Räder, Flügel und Heckflosse schon zusammengebaut (puh!) und hatte leichte Gebrauchsspuren, deshalb tippe ich auf ein Ausstellungsstück. Das hat unserem Spielspaß allerdings keinen Abbruch getan!
 
Und wie es sich für eine komplette Fotoserie gehört, kommt hier das Beste: die Outtakes!
Neugierige Katzenpfoten in der Kabine, unheimliche Augen hinter dem Tower, Hunde auf der Startbahn, Toilettenmitschnitte und versehentlich beim Start abgefallene Heckflossen…ups!
 

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Mit Laptop zwischen Windeln und Babybrei

Okay, der Laptop stimmt zwar, aber Windeln und Babybrei sind glücklicherweise mittlerweile passé. Mit Laptop zwischen Playmobil-Männchen und Wachsmalstiften würde es wohl eher treffen. Wenn Brei und Windeln bei uns keine Rolle mehr spielen – warum dann diese Überschrift (die übrigens nicht aus meiner Feder stammt)?

Im Sommer wurde ich eingeladen, beim ersten Elternbloggertreffen Deutschlands Ende Oktober dabei zu sein! Ich befürchtete anfangs, es wäre eine Art Kaffeefahrt, nur für Blogger statt Rentner, und schrieb das der PR-Agentin auch genau so. Die versicherte mir, dass es das definitiv nicht sei und so freue ich mich nun seit ein paar Monaten auf das (kommende) Wochenende an der Mecklenburgischen Seenplatte. 10 Blogger und ihre Familien werden dort sein, um sich in (laut Bildern und Beschreibung) angenehmer und familienfreundlicher Atmosphäre kennenzulernen und an Workshops rund um’s Thema „Schreiben“ teilzunehmen. Mein Herz fing spontan an zu tanzen, als ich vor Kurzem gelesen habe, dass die Adoptiveltern meines liebsten Bloggerhundes, Herr Bohne, auch da sein werden. Da ist die Vorfreude gleich doppelt so groß! Auf dem Familotel-Blog wurden nach und nach alle 10 Teilnehmerblogs vorgestellt, HIER geht’s lang zum hexhex-Fragebogen…

Ich bin schon sehr gespannt auf das Hotel, die Umgebung, die Workshops und die anderen Teilnehmer und werde euch natürlich hinterher von dem Wochenende berichten und Bilder von der schönen Seenplatte zeigen. Freut euch drauf 🙂

Noch kurz etwas Anderes: Darf ich dir das Du anbieten?

Habt ihr schon mal so richtig aktiv gemerkt, dass ihr alt werdet?
Ich weiß, ein Großteil von euch wird mich jetzt auslachen angesichts der Tatsache, dass ich im Januar dieses Jahres erst meinen 25. Geburtstag gefeiert habe. Ich habe weder erste graue Haare gefunden noch hänge ich den halben Tag mit einem Kissen über der Fensterbank und gucke mir die Leute an. Aber letztens beim Einkaufen dachte ich eben kurzzeitig: „Oh, ich werde alt.“
Wenn man früher, frisch volljährig geworden, in der Oberstufe von den Lehrern mit „Sie“ angesprochen wurde, war das noch ziemlich witzig und ungewohnt. Beim Studium ist es dann schon normal und nach dem Studium im Job erwartet man es. Wie schon im PAL-Blog als Kommentar geschrieben: ich fühle mich geschmeichelt, wenn ich eine Flasche Wein kaufen will und nach meinem Ausweis gefragt werde. Wenn ich allerdings Windeln (die wir jetzt nicht mehr brauchen, ha!), Milchpulver, Prinzessinnenpudding und Fruchttiger auf’s Band lege, fragt da niemand mehr.
Vor ein paar Tagen war ich nun also nach langer Zeit mal wieder in einem Klamottenladen, in dem ich mich als Jugendliche gern eingekleidet habe. Meine Hüftknochen habe ich schon als Teenager nur irgendwo in der Mitte vermuten können, sprich: ich habe nie die schlanke Kleidergröße S getragen. Als ich aber in besagtem Laden ein XL-T-Shirt für’s Augenmaß hochgehalten habe, staunte ich nicht schlecht, denn es entsprach in Etwa der Größe S bei CundA. Das Einzige, was wohl international gleich ist, sind die BH-Größen, also kam das Shirt wieder an den Ständer und die Beute an die Kasse. Wie ich da so stehe – mit (gefülltem) Kinderwagen, wohlgemerkt!- und bargeldlos bezahle, lächelt mich die Tante an und sagt doch glattweg: „Hier ist deine Karte.“
Deine?! Und als ob das nicht reichen würde, schob sie noch hinterher: „Dein Bon ist in der Tüte.“
Dass mich der Einrichtungs-Schwede auf seinen Schildern duzt und mir „deine Schränke“, „deinen Einkaufswagen“ und „deine Hotdogs“ anbietet, damit kann ich leben. Schweden dürfen das. Aber die Olle an der Kasse?!
Ist man alt, wenn einen sowas stört? Oder sollte man sich geschmeichelt fühlen, wenn Verkäuferinnen meinen, man wäre noch im duzfähigen Alter?
Apropos „Bon“: letztens lag in meinem Auto ein Kassenbon vom Einkaufen rum. Fiona sah den und sagte: „Guck mal, Mama, ich hab ein Zeugnis von REWE gefunden!“

Noch ein paar Nono Best-Ofs…?
 
Fiona: „Mama, wir können doch beide in meinem Zimmer spielen.“
Ich: „Ja, ich komm gleich, muss noch abräumen.“
Fiona: „Ok, ich spiel schon mal vor…“
 
Ich: „Ich muss dich kämmen! Du siehst aus wie Struwwelpeter!“
Fiona (entrüstet): „Ich bin kein Strubbeltäter!!!“
 
Eine App ihres iPhones machte ein unvorhergesehenes Geräusch, Fiona:
„Mein Handy hat mich angerufen!“
 
Vor dem Essen:
„Mama, mein Bauch hat geknotet!“
 
Ich: „Wir gehen jetzt auf einen Piratenspielplatz.“
Fiona: „Da! Ich hab schon das Rad vom Pirat gesehen!“
 
Ich (mit Eicheln in der Hand): „Weißt du, wie die Dinger heißen?“
Fiona: „Ja. Das sind Eiernüsse.“
 
Fiona sieht Richtungspfeile auf der Fahrbahn und ruft:
„Mama, die Straße zeigt dir, wo du lang fahren darfst.“
 
Ich: „Kannst du mal Feli malen?“ (den Hund meiner Eltern)
Fiona: „Nein, Feli passt nicht auf ein Blatt, die ist doch zu groß!“
 
Fiona beim Einweihen ihrer Spielzeugküche:
„Ich brauche noch ein paar Töpfchen!“
 
Von CD läuft „Das ist gerade, das ist schief“.
Nono: „Das singen wir im Kindergarten immer vor dem Abendessen!“
(Ist es nicht mein Kind, was ich immer am frühen Nachmittag abhole???)
 
Ich: „Heute müssen wir ein Klebepassbild für deinen Zahnputzbecher mit in die Kita nehmen, denn heute kommt ja Kroko zu euch.“
Fiona: „Darf ich es festhalten? Dann gebe ich Kroko meinen Pass.“
 
Ich: „Nono, wollen wir heute mit den TipToi-Büchern spielen?“
Fiona: „Ja, gern! Dann kann ich mit dem sprechenden Stift reden…“
 
Fiona: „Meine Lampe haben wir mit Muffins dekoraviert.“
 
Ich: „Probier mal, hält der Magnet an der Waschmaschine?“
Fiona: „Nein, die ist nicht aus Bügeleisen.“

Eltern-Kind-Blogparade Oktober

Ich kann es kaum glauben, jetzt begleitet uns das monatliche Schreiben zum Thema Kinder schon seit fast einem Jahr, dabei kommt mir der Start im Januar vor, als wäre er erst vor Kurzem gewesen! Wir haben über Bücher, die Hausapotheke, das Geschlecht, viele erste Male, das Lernen, das Feiern, das Spielen u.v.m. geschrieben, aber mein persönlicher Höhepunkt  der Eltern-Kind-Blogparade war die Aufgabe 2.0., in der es darum ging, seine Familie nachzubasteln. Bei uns entstanden Mama, Papa, Fiona und Hasi aus beklebten Klopapierrollen, etwas Bastelfilz und Wackelaugen. Die vier stellten damals ein paar Szenen aus unserem Familienalltag dar, haben dafür sogar einen Oscar gewonnen und hatten hier auf dem Blog auch danach immer mal wieder kleine Gastauftritte.

In der Oktoberaufgabe von Testmama Kerstin ist wieder Kreativität gefragt: die Familie soll ein Haus bekommen! Die meisten Familien von damals sind entweder mittlerweile aufgegessen, geschmolzen (Schneemänner), oder recycelt worden (Knete, Lego, …). Unsere existiert allerdings noch und kann sich daher ganz real selber Gedanken zum Thema „Schaffe, schaffe, Häusle baue!“ machen.

 

Unsere Klorollenmenschen wohnten ja – wie auf den Bildern von damals unschwer zu erkennen war – mit bei uns im Haus. Als ich ihnen von der Aufgabe erzählte, waren sie spontan total begeistert und (im wahrsten Sinne des Wortes!) völlig aus dem Häuschen. Mama und Papa schauten gemeinsam in den Himmel zu ihrer bunten Sonne und wollten nicht mehr nur von heliumgefüllten Luftschlössern träumen, sie wollten ihr eigenes bauen!

Sie beschlossen also, dass es nun wirklich an der Zeit wäre, in die eigenen 4 Wände umzuziehen, beauftragten mich als Makler und entschieden sich dann für eine ganz tolle Immobilie, die (tatsächlich) wie für sie gemacht ist, aber lest selbst.

ein paar bunte Blattkäfer inspiriert von Wenke sind auch noch dabei rausgesprungen…

Sie beschafften mit vereinten Kräften einen Milchkarton, ein Stück Küchenpapier, Klopapierrollen (was sonst?!), ein paar Zahnstocher, buntes Regenbogenpapier, Glitzerdekostifte, einen Rest grüne Wolle, Bastelfarben, Pinsel, ein kleines Stück rotes Seidenpapier und liehen sich von mir noch ein paar Zentimeter Masking-Tape aus.
Dann wurde hinter verschlossener Tür gebohrt, gehämmert, gesägt, geklebt und gestrichen und am nächsten Morgen erstrahlte es in vollem, pinken Glanz, wie es sich für eine waschechte Prinzessin Fiona gehört: ihr Märchenschloss!

Und weil ihr die Müller-Fotostorys so liebt, läuft jetzt für euch eine Sonderfolge „Unsere erste gemeinsame Wohnung“ auf dem Hexhexblogchannel mit dem Untertitel: „von der Klorolle zum Eigenheim“.
Wer schon mal umgezogen ist, der wird wissen, dass es mit Richtfest und Schlüsselübergabe noch lange nicht getan ist.
Zuvor gepackte Kisten und prallgefüllte Koffer wollten mit den Müllers in das neue Heim einziehen. Bei der Koffergröße galt übrigens das Gesetz der umgekehrten Proportionalität: die kleinste hat den größten ^^

In der großen Spielzeugkiste fanden sich viele nette Umzugshelfer, die spontan angeboten haben, den Laster mit den Instrumenten zu fahren. Auch der rote Umzugswagen mit Bestimmungsort „Prinzessinnenzimmer“ hielt kurze Zeit später vollbeladen auf dem Waldweg vor dem Schloss…

Kisten und Koffer waren noch nicht ganz ausgepackt, als Fiona und Hasi schon die kleine Badebucht am See hinter’m Haus entdeckt und es sich im Sand gemütlich gemacht hatten. Mama und Papa nutzten eine kleine Kaffee-Pause zum Testen des schlosseigenen Swimming-Pools, oder wie Fiona sagt: „Zwillings-Pool“, wahlweise auch „Swinging-Cool“.

 
Auf diesem Bild ist sogar Papas Tattoo am Bein zu sehen – da hat ihm der Klorollenmann aber was voraus 😉
 

Als die komplette Einrichtung am frühen Abend endlich in die eigenen vier Türme eingezogen war, luden sie sich die Nachbarn zu Besuch ein. Zur Feier des Tages öffnete Papa seine große Truhe und präsentierte stolz die riesige Flasche, die er extra für einen besonderen Anlass aufgehoben hatte. Während sich die Erwachsenen über die „Pflaume“ hermachten (und das meine ich ganz und gar nicht doppeldeutig), spielten die Kinder im den Türmen „Verstecken“. Die Halbwertszeit dieses beliebten Kinderspieles hat sich in dem großen Schloss mehr als verdoppelt! Was für ein Spaß, wenn man vom „Ich koooommeeeee!“ nur das Echo hört ^^

Dank der nagelneuen Gläser (oder war es doch die Pflaume…?) hat es auch mit dem Nachbarn geklappt und so konnten sie gemeinsam mit den neuen Freunden einen schönen ersten Abend im farbenfroh-modern gestalteten Kaminzimmer verbringen. Von der Schlossterrasse wurde den Gästen zum Abschied noch gewunken und ein baldiges Wiedersehen versprochen.

Die Kinder hatten sich gleich für den nächsten Tag zum Spielen verabredet, weil der nette Nachbarsjunge vor Kurzem eine unglaublich tolle Hubelino Kugelbahn geschenkt bekommen hat. Da die kompatibel mit Fionas LOGO-Steinen ist, packte die Prinzessin selbige in ihren Koffer und ward daraufhin bis zum Abend nicht mehr gesehen. Ende vom Lied ist der ziemlich akute Wunsch nach ebenso einer tollen Bahn.

Manchmal werden Träume wahr – vielleicht auch der nach einer eigenen Kugelbahn. Wer weiß 😉

P.S. Lieber Zufall, schön, dass du da bist! Lies doch bitte den letzten Satz nochmal ^^

Sto lat, Sto lat

…ist ein polnisches Lied mit dem Bekanntheitsgrad von „Happy Birthday“ bei uns und heißt übersetzt „100 Jahre“. So alt soll derjenige werden, der besungen wird, an Geburtstagen, Namenstagen, Hochzeiten oder einem anderen Jubiläum.

Dass die Polen gerne und viel singen, wusste ich.
Dass sie trinken können, auch.
Aber WIE sie tatsächlich feiern können, wusste ich bis Samstag Abend noch nicht…

Wir waren am Wochenende zu der Hochzeit eines Bekannten in den Südwesten Polens nach Karpacz im Riesengebirge am Fuß der Schneekoppe eingeladen.
Nach etwa 4 Stunden Fahrt (mit Pause und sehr gutschmeckenden Pierogi, also gefüllten Teigtaschen mit Kartoffeln, Zwiebeln und Käse) ließen wir nur schnell die Koffer im Hotel fallen und fuhren gleich weiter nach Karpacz, zu Deutsch „Krümmhübel“. Dort gibt es nämlich eine Sehenswürdigkeit, bei der man auf den ersten Blick gar nicht so viel sehen kann: eine Gravitationsanomalie.
Über eine Strecke von etwa 400m rollen vollbesetzte Autos im Leerlauf erst langsam und dann immer schneller bergauf, ohne zusätzlichen Antrieb! Ich hatte es vorher im Internet recherchiert (click) und konnte beim besten Willen nicht glauben, was dort stand – bis ich es mit eigenen Augen gesehen habe. An der kurvigen Bergstraße stehen ein buntes Schild und eine kleine Tafel, die in 4 Sprachen beschreibt, was mit Autos, Flaschen und anderen Gegenständen an dieser Stelle passiert. Nicht nur wir, sondern auch andere Autos fuhren immer wieder zurück, um nochmal ungläubig mit Gangschaltung im Leerlauf bzw. bei Automatik auf „N“ staunend den Berg hinaufzurollen. Die Gravitationsanomalie in Karpacz (und an weiteren Orten auf der Welt) ist ein wissenschaftlich bewiesenes, aber bisher noch nicht erklärbares Phänomen. Lustig, wie die Menschen am Straßenrand stehen und mit offenen Mündern einer in die falsche Richtung rollenden Flasche hinterhergucken…
(„Halt den Ball gut fest, sonst rollt er den Berg rauf und ist weg…“)

Für alle, die es auch nicht glauben können: hier rollt sie, die Flasche…

Anschließend ging es noch zur Kirche Wang, einer mittelalterlichen Stabkirche, die im norwegischen Vang erbaut und Mitte des 19. Jahrhunderts vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. ins Riesengebirge gebracht wurde.
Das besondere an dieser Kirche ist die Tatsache, dass sie ohne auch nur einen Nagel erbaut wurde.
Weil wir den Nachmittag mit herumrollenden Flaschen verbracht hatten, war es mittlerweile schon ziemlich schummrig geworden. Das sparte uns nach 18 Uhr zwar den Eintritt und die Parkplatzkosten, warf aber – im wahrsten Sinne des Wortes – auch nicht das beste Licht auf die schöne Kirche. Bei immerhin noch 29% Akku beschloss mein Handy, was an dem Wochenende hauptsächlich als Kamera unterwegs war, es habe genug gesehen und ging einfach aus…

Am nächsten Morgen zogen alle Hochzeitsgäste in den extra dafür angelegten Hochzeitspalast um. Dort kann man nicht nur Fotos vor einer wunderschönen Kulisse machen und feiern, bis der Arzt kommt, sondern man kann nach der Party einfach ein paar Stufen hochstolpern und ins Bett fallen, wenn man sich bei der polnischen Art zu festen den Sender verbogen hat ^^

 
Blick aus unserem Hotelzimmer
Kastanien gab es auch zu genüge – Koffer voll!

Mit einem großen Bus wurden wir kurz vor 15 Uhr zur Kirche gebracht und bewunderten kurz darauf die hübsche Braut, wie sie zum Altar geführt wurde (Nono flüsterte einen Moment vorher: „Mama, wann kommt denn der Braut?“). Die Messe wurde auf Polnisch abgehalten, Vieles hat eine Dolmetscherin am Mikro aber für die deutschen Freunde und Verwandten übersetzt. Nachdem in einem Rutsch mit der Trauung noch der gemeinsame Sohn Alexander getauft worden war, wurde Reis und Konfetti geworfen, gratuliert und anschließend zurück in den Eventpalast gefahren.
Fiona hat es sich übrigens auf der Kirchenbank und meinem Schoß bequem gemacht und die gesamte Zeremonie gemütlich verschlafen. Das war hinsichtlich ihrer Stimmung am Abend sehr positiv, war sie doch sehr lange sehr gut drauf beim Feiern, aber für mich, die ich nun immer sitzen bleiben musste, wenn alle Leute aufstanden (und das war wirklich oft!), eher unpraktisch. Ich fühlte mich in der Perspektive wie ein kleines Kind in einer Menge großer Leute und bekam vom Täufling überhaupt nichts mit. Nur ein kleiner Protestschrei verriet mir, dass da wohl gerade Wasser von oben gekommen war…

 
Vor dem Hochzeitspalast wurde der rote Teppich für das Brautpaar ausgerollt und es erklang zum ersten (aber weiß Gott nicht zum letzten!) Mal „Sto lat“ – 100 Jahre sollt‘ ihr werden. Fiona erklärte zur Freude aller Umstehenden, sie habe „einen Bärenhunger“ und könne „einen Elch verschlingen“. Als wir allerdings noch nicht mal mit der Vorspeisensuppe fertig waren, wollte sie schon tanzen gehen. Ich staunte nicht schlecht, dass Nono Kartoffeln, Klöße in Donut-Form, Sesamschnitzel und Braten links liegen gelassen und stattdessen einen Brokkoli-Strauß nach dem anderen gegessen hat. Als sie 6 Stück (!) intus hatte, war es schwer, sie davon abzuhalten, sofort die Tanzfläche zu stürmen. Als dann das Brautpaar ENDLICH den Eröffnungstanz aufs Parkett gelegt hatte, konnte es losgehen. Es wurde gesungen und getanzt, was das Zeug hielt. Zwischendurch wurde häufig angestoßen: auf die Braut, den Bräutigam, die Trauzeugen, die Eltern, die Freunde, die…. Prost – Nazdrowie!
 

 Das eine Essen war noch nicht ganz vom Tisch, da wurde schon das nächste gebracht. Erst kaltes Buffet mit vielen Salaten, gegen 23 Uhr nochmal eine warme Mahlzeit (Nudeln und Fleisch), dann die vierstöckige Hochzeitstorte und als wir schon selig schlummerten, gab es für die ausdauernden Tänzer nochmal einen Snack mitten in der Nacht.
Man saß nie lange auf seinem Platz: entweder kam jemand mit einem Glas Farblosem vorbei und wollte auf das schöne Wetter, die Nachbarn oder die Feier anstoßen oder man wurde zum Tanzen auf die Bühne geordert. Genau zur richtigen Zeit (und dem richtigen Pegel) gab ein ganzer Saal ungeniert ein Volk Enten zur Musik oder tanzte ausgelassen Polonaise. Bei Hits wie „Kalinka“ tobte und klatschte die Menge, Beine und Röcke flogen nur so und der Vodka floss…
Fiona hat übrigens scheinbar etwas ganz Entscheidendes von mir geerbt: die Fähigkeit, immer und überall zu schlafen. Bei einem Lautstärkepegel, der nahe an einem startenden Flugzeug gewesen sein muss, legte sie sich in einer Ecke des Partysaals auf den Boden, ließ sich zudecken und schlief einfach ein. Kein panisches Treppenrennen im 15min-Abstand, um zu gucken, ob das Kind noch schläft, kein dekoratives Babyphon am Ausschnitt – einfach hinlegen und weg. Toll!

Am nächsten Morgen traf sich die Hochzeitsgesellschaft zum Frühstück und ich staunte mit ziemlich kleinen Augen, dass z.B. die Trauzeugin, die locker als Animateurin in einem Club arbeiten könnte, schon wieder topfit und vor allem in Topform war. Gut drauf („Sto lat, sto lat….“), kurzes Kleid und wieder hohe Hacken – meine Füße waren von den weißen Riemchensandalen mit Mini-Absatz so gebeutelt, dass ich zum Schluss barfuß getanzt habe und auch am nächsten Morgen nur unter Schmerzen in die normalen Schuhe gekommen bin. Der Bräutigam kommentierte die quietschfidele Trauzeugin mit den Worten: „…die hat Duracell-Batterien gefressen…“ 🙂

Fiona fragte direkt, ob wir nochmal Hochzeit feiern würden, denn „wir hatten einen Riesenspaß“!
Beim Frühstück musste man sich übrigens für den Kaffee an der Bar anstellen, der Vodka stand direkt auf dem Tisch. Soviel dazu ^^

Ich bin ja nicht der große Trinker und habe mich deshalb an meinen paar Gläsern Weinschorle festgehalten, denn der Anstoß-Vodka hatte mir schon schlückchenweise beim ersten Glas gereicht. Hui! Meine Mama hat sich heimlich Wasser ins Vodka-Glas gefüllt und konnte dann fröhlich mitprosten, allerdings nur, bis besagte Trauzeugin mit der Flasche zum Nachschenken vorbeikam… Ätsch!

Gestern ging es dann wieder in Richtung Heimat, übrigens zufällig an einem großen Basar vorbei. Meine Mama: „Auf einem Polenmarkt kannst du alles kaufen, von einer Atombombe bis zum Kronkorken…“
Wir sind allerdings atombomben- und kronkorkenlos weitergefahren und waren ohne Pause in 3 Stunden wieder in Berlin, wo wir uns bei einer Tasse Kaffee erstmal über den mitgebrachten Kuchen hergemacht haben 🙂 Beim Kofferaus- und Sachen-in-den-Schrank-Packen überkam mich ein plötzlicher Aufräumanfall. Den sollte man entweder schnell liegend auf der Couch veratmen oder sich ihm stellen. Ich tat tatsächlich Letzteres und räumte etwa 2 Stunden in Fionas Kleiderschrank rum mit dem Ergebnis, dass Bodies in Größe 74, Babyhosen, Mini-T-Shirts, Handschuhe mit 3cm langen Fingern und weitere Relikte aus der Vergangenheit nun endlich in einen blauen Sack umgezogen sind. Was sich als kiloschwerer Berg angesammelt hat, von dem ich vor 3 Jahren noch nicht gedacht hätte, dass man es tatsächlich benötigen würde, sind Strumpfhosen. Bei Strumpfhosen denke ich immer an Robin Hood, hätte sie nie freiwillig meinem Kind angezogen. Und auf einmal wohnen davon zwei Dutzend in den Tiefen des Kinderzimmerschrankes und kein Robin Hood weit und breit. Komisch… 😉

P.S. Wer nach dem Lesen noch eine Minute Zeit hat und etwas Gutes tun möchte, darf oben links gerne auf den Link zur DiBa-Vereinsaktion clicken. Es geht um 1000€, die gespendet werden und die wir mit unserem Verein „VivaMusica macht Musik e.V.“ gut gebrauchen könnten. Es funktioniert ganz leicht und ohne Registrierung, per SMS aufs Handy. Vielen Dank für eure Hilfe!

Mottoparty Unterwasser

Wie im Urlaubsartikel schon angekündigt, folgt heute nun endlich der Geburtstagspost! Ich hänge durch die Woche Ägypten und die ausgeuferten (haha, das Motto ^^) Geburtstagsvorbereitungen ein bisschen hinterher, warum genau werdet ihr gleich sehen. Und weil Feiern so schön ist, mache ich das jetzt hier mit meinen lieben Lesern und entführe euch in die Unterwasserwelt. Taucherbrille auf, Schnorchel dran und dann geht’s auch schon runter…..

15:04 Uhr, Fiona: „Mama, wo sind meine Gäste? Wann geht die Party los?“

Gewünscht hatte sich Prinzessin Fiona eine Unterwasserparty mit den Helden ihrer Lieblingsserie: den Oktonauten.
Ich surfte seit Wochen ziellos durch das worldwideweb auf der Suche nach zündenden Ideen für die Party. Dass die Oktonauten auf den Kuchen müssen, war mir klar. Aber WIE?! Es gibt solche großen, bedruckten Oblatenscheiben, die man einfach auf die Torte oder die Muffins legt, aber das erschien mir dann doch ein bisschen zu unkreativ. Mit Vertrauen in die eigenen (ungeahnten!) Fähigkeiten kaufte ich also Marzipanrohmasse, Lebensmittelfarben und Zuckerschrift und deponierte diese im Küchenschrank, damit mein kreatives Zentrum im Urlaub darüber nachdenken konnte, wie wir – Hirn und Hand – alle gekauften Zutaten eine sinnvolle Verbindung miteinander eingehen lassen können. Hat man erst einmal das Motto im Kopf und eine ungefähre Vorstellung davon, wie es aussehen soll, kommen die Ideen von ganz alleine. Da stolpert man plötzlich ständig über Anregungen, die sich mit kleinen Veränderungen wunderbar an das Motto anpassen lassen.
Aber genug der Vorrede, ihr wollt jetzt sicher Fotos sehen 🙂
Mit Hilfe meiner Eltern, die ich vorher übrigens noch nie mit Pinsel in der Hand gesehen hatte, entstanden aus übriggebliebenen Styroporplatten der Billy-Regale große Meerestiere, die später als Deko von der Decke hängen sollten. Ich schnappte mir das Handy, googelte mit der Bildersuche Begriffe wie „Schildkröte“, „Delphin“ und „Clownfisch“ und schnitt sie dann frei Hand mit dem Cuttermesser aus. Es wurde mit vereinten Kräften und bunten Bastelfarben drauf los gepinselt und Fiona hatte währenddessen ihren Spaß mit den Styroporresten, aus denen sie mit einer erstaunlichen Akribie und Geduld Kleinholz herstellte.

Des Krebsens Arm musste schon vor Partybeginn getaped werden – Diagnose: Scherenbruch!

Hat man erst mal angefangen zu dekorieren, kommt man vom Hundertsten ins Tausendste. Hier noch ein kleines Detail, dort noch eine coole Idee für’s Essen. Das süße Unterwassergedeck inklusive Pappbecher, Tischkonfetti, Mitgebseltütchen für die Gäste und Servietten habe ich übrigens von hier. Falls ihr auch eine Mottoparty plant, werdet ihr im Shop auf jeden Fall fündig, was die Grundausstattung betrifft – nicht nur für Kinderpartys!
Als die Styroportiere mit vorher ausgelotetem Schwerpunkt endlich hingen und Tische und Stühle am richtigen Platz standen, wollten wir nur noch „schnell“ die Tische decken. Diese überniedlichen Servietten kann man aber nicht einfach so danebenlegen, dann kommen sie ja gar nicht richtig zur Geltung. Also – was passt zum Motto? Kleine Schiffe, die werden wir ja wohl hinkriegen! Im Tunesienurlaub hatten wir von einem Kellner gelernt, wie man ein Schiff faltet. Allerdings waren es dort Stoffservietten, die sich irgendwie besser in Form bringen ließen. Wir falteten uns einen Wolf, aber was dabei rauskam, ähnelte eher einem windschiefen Surfbrett als einem Boot. Nun sollte also das Smartphone seinem Namen gerecht werden und uns kurz und smart erklären, wie aus einem bunten Stück Stoff ein Schiff werden kann. Meine Mama und ich falteten fein säuberlich die 12 (!)-seitige PDF-Anleitung nach und stockten beide an einer Stelle, wo irgendwelche Ecken nach innen über Kreuz gefaltet werden sollten. Trotz Zeichnung: da waren keine Ecken und Kreuze schon gar nicht. Mein Papa stand derweil grinsend daneben und fragte, warum wir die nicht einfach neben den Teller legen würden. Ich gab zu, dass sie am Ende garantiert einfach nur dreieckig da stehen würden, es uns aber jetzt wurmt, dass wir kein simples Schiff gefaltet kriegen! Wenige Minuten später hatte ich sie gefunden: eine Kinderseite mit Anleitung für einen Serviettendampfer. Ungefragt bekam mein Papa auch einen Stapel Servietten vor die Nase gelegt und so falteten wir die nächste Stunde 16 formschöne Dampfschiffe mit Schornstein, ahoi!

Als Fiona am 6. abends im Bett war („wenn ich aufstehe, habe ich Geburtstag??“ – „nein, mein Schatz. Wenn du MORGEN aufstehst, dann hast du Geburtstag“ <– habe schon dazu gelernt ^^), ging es an die Essensvorbereitungen. Der fluffig-schokoladige Wolkenkuchen war schnell gebacken, nun hieß es Ärmel hoch und ran an's Marzipan. So nach und nach entstanden tatsächlich süße Scheiben mit Ohren, Hüten und Augenklappe, deren ganz und gar beabsichtigte Ähnlichkeiten mit besagten TV-Helden nicht zu verleugnen war. Was bin ich stolz! Marzipanrohmasse in Verbindung mit Lebensmittelfarbe ist eine ziemlich klebrige Angelegenheit, ich habe noch am nächsten Morgen Reste an meinem Ellenbogen gefunden, aber das Nono-Gesicht war's absolut wert!!

Um das reichhaltige Kuchenbüffet von meiner Mama und mir zuckertechnisch ein bisschen zu relativieren, enstanden noch „Bananemonen“, also Seeanemonen bestehend aus einem Stück Banane am Stiel, was zuerst in geschmolzene Schokolade und anschließend in bunte Zuckerstreusel getaucht wurde. Gesund ist anders, aber immerhin war Obst beteiligt 😉 Die Anemonen habe ich in Gläser mit blau gefärbtem Reis gestellt, dafür einfach einen Tropfen Lebensmittelfarbe und einen Beutel Reis in eine Plastiktüte füllen und ein bisschen kneten. Toller Effekt und vielseitig anwendbar! Meine Mama hat grünen Wackelpudding mit blauer Lebensmittelfarbe bearbeitet, das Ergebnis war allerdings weniger türkis als gedacht. Weil im Algenwasser auch Algen schwimmen, kamen ein paar Kiwischeiben dazu, auf denen es sich Oktopusse und Seeigel gemütlich gemacht haben. Gesünder als meine Bananemonen waren sie auf jeden Fall, denn sie bestanden zu 100% aus Pflaumen, Weintrauben und Physalis mit Zahnstochern. Last but not least seht ihr in der oberen Collage unten links den Melonen-Hai. Der hat in der Herstellung die Marzipanschweinerei noch um Längen übertroffen, kam aber bei Fiona und ihren Gästen sehr gut an! Ich habe das „Maulstück“ aus der Melone entfernt, das Innere mit einem Löffel ausgeschabt, Zähne geschnitten und vorsichtig die grüne Schale darüber abgeschabt. Am Ende kamen die mundgerecht portionierten Melonenstückchen wieder ins Maul, ein Stück Schale als Flosse oben rauf und zwei Weintrauben als Augen eingepiekt – fertig war der Hai.
(Die Flosse war unbemerkt über Nacht in unserem Kühlschrank abgefallen, die hat der Papa dann separat mit zur Party gebracht ^^)

Als die ersten Gäste eintrafen, wurden freudig Geschenke angenommen, Kerzen ausgepustet und das Büffet erobert. Erstes Highlight waren die Wachsmalstifte und das niedliche „Luftschloss“ (kleiner Heliumballon am Stiel), die erstmal jedem erwachsenem Gast stolz präsentiert wurden, auch mehrfach 🙂 Beim anschließenden Auspacken der Geschenke war Fionas Freude ungebremst über so viele liebe Aufmerksamkeiten, einige sogar dem Motto entsprechend: Unterwasserpuzzle, Plüsch-Peso (Oktonauten…), Playmobil-Urlaubsset, Oktonauten-Actionfiguren, Spiele, Schubkarre, etc. Ich staunte, dass Fiona ihr nagelneues Spielzeug so problemlos mit ihren Freunden teilte, als sie sich gegen Ende der Feier auf dem Spielteppich versammelt hatten und die Playmobilfiguren unter fachkundiger Anleitung vier kleiner Spielmädchen ihren mitgebrachten Mini-Pool ausprobieren durften.
Vorher wartete aber das Partyprogramm auf die kleinen Gäste. Es war zwar „nicht gerade Biergartenwetter“, aber für unsere aufregende Schatzsuche konnten wir sogar in den Garten gehen, kurz bevor es dann wirklich anfing zu regnen. Im Partyraum waren insgesamt 4 Schatzkarten versteckt (von Fiona ausgemalte, laminierte Meerestiervorlagen), von denen nur eine auf der Rückseite einen Hinweis auf den Schatz hatte. Die Kinder haben nach der Suchanweisung den Raum auf den Kopf gestellt und alle vier Kärtchen gefunden. Auf der Krabbe war hinten etwas großes Rundes abgebildet und ein springendes Kind: na klar, auf zum Trampolin! Im Jackengewusel beim Anziehen konnte ich unbemerkt verschwinden und die Schatztruhe noch schnell an ihren Bestimmungsort bringen, das war im Vorfeld irgendwie untergegangen ^^ Die Mäuse – unanbgesprochen alle in Pink – schlichen wie Falschgeld durch den Garten und suchten, was das Zeug hielt. Als Nonos „besondere Lena“ den Schatz unter einem Gebüsch gefunden hatte, steckten gleich 4 Mädchenköpfe zur feierlichen und spannenden Öffnung der Schatztruhe zusammen. Das Suchen hatte sich gelohnt: wunderschöne Fischmagnete warteten in der Kiste auf die Kinder.

Und wo wir schon mal da waren, wurde auch gleich noch quietschvergnügt das (an den Seiten vom Vortag noch nasse) Trampolin besprungen. Nach dem anschließenden Strumpfhosenwechsel habe ich mit den Kindern Kreisspiele getanzt und gesungen, wir haben Enten geangelt, kleine Preise abgestaubt und gemeinsam große Fische gebastelt. Aus von den Mädchen mit Glitzerfarben und viel Spaß bemalten Papptellern wurden die Münder mit Mamas Hilfe ausgeschnitten, Wackelaugen und Schuppen aufgeklebt, sowieso Rück- und Seitenflossen befestigt. Und wo wir eh schon matschig waren, konnten wir auch gleich noch die Handabdrücke für das Erinnerungsaquarium drucken – blubb. Die „Großen“ vom Erwachsenentisch guckten allesamt ganz interessiert in die Kinderbastelecke und hinterher auf die superschönen Fischkreationen! Tja, da kann man schon mal neidisch werden 😉

Zum Ausklang der gelungenen (ich weiß, Eigenlob stinkt, aber es war wirklich schön) Party mit den besten Gästen und den tollsten Geschenken gab es einen von meiner Mama kreierten Clownteller für die Kinder mit einer Scheibe Toast als Gesicht, Gurkenaugen, einer Boulettennase, einem Wienerwürstchenmund und Ketchup-Haaren  – na wenn das nix is 😉 Die Erwachsenen bekamen Kassler und Sauerkraut serviert und auch da erwischte ich wieder neidische Blicke auf den Kindertisch ^^
Kleine Ketten mit seifenblasenflüssigkeitsgefüllten Delphin-, Fisch-, Pinguin- und Oktopusanhängern gab es für die Kinder beim Nachhausegehen noch, so konnte auch das Partyverlassen ohne Meckern von statten gehen, denn alle sind schon länger geblieben, als sie es für einen Sonntag Abend eigentlich vorgesehen hatten. Vielen Dank, dass ihr da wart! Ihr habt Fiona einen unvergesslich schönen 3. Geburtstag beschert, an den sie sich noch lange erinnern wird!
Happy Birthday!

P.S. Und nachdem das Kind schon lange im Bett war und wir Großen beim nichtssagenden Sonntagabendfernsehprogramm nach diesem aufregenden und anstrengenden Tag im Halbdunkel auf der Couch lagen, hatte ich meinen ganz persönlichen Geburtstagsmoment, nämlich, als ich um exakt 23:59 Uhr auf die Uhr schaute und mich erinnerte, wie ich vor genau 3 Jahren mein 50cm langes GLÜCK zum ersten Mal in den Armen hielt…schnief 😉

"Inschaallah"

…“so Gott will“ werden wir uns bald wiedersehen im Land der Pharaonen, sprachen Kellner, Roomboys, Animateure, Juwelier, Hotelmanager, Taxifahrer und unsere neuen ägyptischen Freunde zum Abschied.

Nach einer Woche goldgelben Ägyptens sind wir – meine Mama, Fiona und ich – letzten Donnerstag gesund und gut erholt im goldenen Berliner Herbst gelandet, der sich allerdings bei unserer Ankunft nicht gerade von der besten Seite gezeigt hat.
Der Pilot, der als „Samson“ vorgestellt wurde (ich sah im Geiste den großen, braunen Sesamstraßen-Zottel das Flugzeug lenken ^^), kommentierte zu Beginn des Fluges die Reisegeschwindigkeit von 820km/h mit den Worten „Ja, ich weiß, nicht die Wucht, aber wir haben Gegenwind“ und kündigte uns anschließend die zu erwartenden 10 °C in der Hauptstadt als „nicht gerade Biergartenwetter“ an…

Unsere Reise führte uns mal wieder in das „Giftun Beach Resort“ in Hurghada – mal wieder, weil Fiona mit ihren nun gerade mal 3 Jahren schon zum 4. Mal dort Urlaub gemacht hat 😉
Der süße trunki-Mariechenkäferkoffer war natürlich auch wieder mit dabei und hat uns gute Dienste erwiesen! Meinen großen lila Koffer habe ich spontan am Abend vor der Abfahrt mit Masking Tape und einer handvoll Herzen, Schleifen und Schmetterlingen individualisiert. War ein Hingucker auf dem Rollband! Nach dem Urlaub war von meinen Initialen allerdings nur noch „V 1“ übrig… Die Landung beim Hinflug war etwas unsanfter, um nicht zu sagen holprig. Das Flugzeug setzte auf, hob noch mal 1 Sekunde ab und landete ein zweites Mal. Der Applaus hinterher klang direkt ein bisschen erleichtert. Fiona: „Uiiii, das war lustlich, Mama! Wir sind geschwebt!“

Da spart man so eifrig auf seinen Urlaub und fährt immer wieder genau dorthin?! Ist das nicht langweilig?! Nein!
Wir sind ganz sicher nicht der Typ Urlauber, der immer nur in das gleiche Land, den gleichen Ort und in’s gleiche Hotel fährt, man möchte ja auch was sehen von der Welt, aber wenn Ägypten, dann Giftun Beach. Da weiß man, was man hat, wenn mit 7 Tagen nur verhältnismäßig wenig Zeit zum Erholen ist. Langer, feiner Sandstrand am Roten Meer, Fußgängerbummelzone vor der Tür, sehr gutes Essen, nettes und zuvorkommendes Personal, ordentliche und gutausgestattete Zimmer, 10min vom Flughafen entfernt – da beginnt die Erholung in der ersten Minute vor Ort. September bis Dezember ist Hauptsaison im Land am Nil, denn tagsüber knackt das Thermometer unter Garantie täglich locker die 30°C-Marke. Vom reichhaltigen Frühstücksbüffet ging es kurz auf’s Zimmer zum Umziehen und dann direkt an den Strand. Ein kleiner Auszug von unserem Frühstücksteller zum Neidisch-Machen: Spiegelei (named „sunset up“) direkt aus der Pfanne, frisches Brot, Cornflakes, Toast, Marmelade, Honig, Pancakes mit Schokosauce, leckerer Obstsalat, Mini-Kuchen, Kaffee, Saft, warme Croissants, etc. Und an das einfach Aufstehen und das Chaos auf dem Tisch stehen lassen gewöhnt man sich viel zu schnell ^^

Zum Ausruhen auf der Liege geschweige denn Sonnen war es viel zu warm, deswegen verbrachten wir unseren Vormittag direkt im Meer und kamen erst kurz vor dem Mittagessen wieder raus 🙂 Mittagsbüffet gibt es immer direkt am Strand im Beach Restaurant, d.h., man muss sich nicht erst großartig umziehen, sondern wirft sich nur ein Strandkleid, ein Tuch o.ä. über und kann dann gleich zwischen Fleisch, Fisch, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Gemüse, Salat, Obst, Kuchen und Pizza wählen, alles liebevoll dekoriert mit geschnitzten Melonen und anderen Köstlichkeiten. Die Poolbar nebenan bietet Kaffee, kleine Leckereien, Popcorn, Eis, Eiskaffee und natürlich alkoholische und nicht alkoholische Getränke rund um die Uhr. Das Abendessen im internationalen Restaurant über der Hotellobby (alternativ: arabisches Restaurant ein Stockwerk tiefer) trägt jeden Abend ein anderes Motto: „Europe on the Plate“, „Barbecue“, „Fishermens Delight“ oder „Exotic Night“ lassen einen schon beim Anblick des Schildes das Wasser im Mund zusammenlaufen. In der Kids Corner findet auch jeder kleine Urlauber, unabhängig vom Essensmotto, Kartoffeln, Pommes, Würstchen oder Spaghetti. Das Tolle ist das Selbst-Auffüllen, denn man ist ja schon groß!

Fiona hat ihre Ferien sichtlich genossen, auch, weil sie sich in der Hotelanlage mittlerweile bestens auskennt und wie zu Hause fühlt. Auch dieses Jahr wurde wieder viel geplanscht, gespritzt, geschwommen, gespielt, gebuddelt und gebaut. Muscheln haben wir am Strand und im Meer natürlich auch wieder gesammelt. Tatsächlich waren es am Ende so viele, dass ich befürchtete, Übergepäck zahlen zu müssen. Dem war glücklicherweise nicht so, aber unser Aquarium ist schon voll mit den Schätzen aus Tunesien, das Strandbild in der Küche klebt voll mit Muscheln und Sand und jetzt liegt hier schon der nächste Zip-Lock-Beutel mit Meeressouvenirs. Aber es ist einfach zu schön!
Während ich gerade versuchte, die gesammelten Muscheln auf meinem Bein und das im Wasser spielende Kind mit der Schärfe-/Unschärfefunktion gekonnt in Szene zu setzen, lief Kamel Oskar einfach durch’s Bild. Scharf ist keiner der drei wirklich, aber sehenswert ist das Bild allemal!

Nach dem Mittagessen verabschiedeten wir uns täglich für einen kleinen Fiona-Mittagsschlaf auf das gekühlte Zimmer. Ende vom Lied waren 3 schlafende Grazien, die manchmal erst wieder aufwachten, wenn draußen schon die ersten Laternen angingen ^^ Man könnte jetzt sagen, schade um die schöne (Urlaubs-)Zeit, die wir verschlafen haben. Andererseits holt sich der Körper ja bekanntlich, was er braucht. Uns fehlen nun zwar täglich ein paar Stunden Sonne, dafür sind wir schlaftechnisch so erholt wie nie. Hier ein kleiner Auszug aus meinem (handschriftlichen!) Urlaubstagebuch:

Samstag, 29.09.12, 15:08 Uhr, Hotelzimmer, Hurghada

Alles schläft, einsam wacht. Die bleierne Müdigkeit schien nach der zweiten Nacht heute morgen doch ein bisschen besser, der aktuelle Zustand in unserem Hotelzimmer spricht allerdings eine andere Sprache… Gestern verschliefen wir das Kaffeetrinken und lagen bis kurz vor 17 Uhr (!!) in den Laken, alle drei! Bei 4 Stockwerken und über 50 Stufen überlegt man sich doch 2x, ob man wirklich öfter als zu den Mahlzeiten gehen sollte ^^ Wir haben für uns entschieden, dass die täglichen 500 Stufen ein kleines Stückchen Kuchen am Abend rechtfertigen 🙂
Die Schlafkrankheit hatte uns übrigens schon direkt nach der Ankunft befallen, wo wir in Erwartung eines Zimmers mit toller Aussicht auf einer Couch in der Hotellobby eingeschlafen sind…


Nach dem Erwachen aus dem nachmittäglichen Dornröschenschlaf geht es meist nochmal kurz ans Meer, wo sogar schon der Handtuchmann mit seinem LKW weg ist. Während Fiona noch schnell Füße badet (die erstaunlicherweise bis zum Hals zu reichen scheinen), geht kurz vor 6 die Sonne unter und es ist Nacht in Hurghada. Schlafenszeit: yippiiiee 🙂

P.S. Heute am Strand, Massage-Aiman zu Fiona:
„Ist die schöne Frau deine Mama?“
F: „Ja, das ist meine Mama. Sie heißt Vivi. Ich bin Fiona und die Große heißt Sasa.“

Erst am 4. Tag hatten wir die Ferienmüdigkeit so weit weg geschlafen, dass wir abends vor dem Essen ein bisschen durch die Fußgängerzone bummeln und unserem Stamm-Juwelier einen Besuch abstatten konnten. Er freute sich riesig, uns zu sehen („Heute angekommen?“ – „Ääh…nein… immer geschlafen…“) und fragte gleich nach dem Rest der Bande: „say hello for me to the family!“. Als ich ihm die Geschichte mit Fionas im Kindergarten verlorenem Schildkrötenanhänger, den er ihr beim letzten Urlaub geschenkt hatte, erzählte, zögerte er keine Sekunde und legte der stolzen Nono ein Lederkette mit neuem Sammy um den Hals (Aufmerksame Leser werden sich erinnern, dass wir im Sommer in Tunesien eine neue Kettenschildkröte gekauft haben. Die ist zwar sehr süß und wird auch häufig getragen, aber es ist eben nicht Sammy….)

Anschließend wurde noch ein ganzer Schwung Postkarten gekauft und an die Liebsten verschickt. Beim Schreiben am Strand lag ich auf der linken Seite und merkte – mit den bunten Stiften beschäftigt – nicht, wie die Sonne langsam aber sicher unter den Sonnenschirm kroch und ihren Job tat. Ich habe zwar keinen Sonnenbrand, aber nun ein weißes und ein braunes Bein. Apropos weiß – Chefanimateur Ali, den wir seit mittlerweile 11 Jahren (!) in verschiedenen Hotels immer mal wieder treffen, begrüßte mich mit den Worten: „Ah, Mozzarella – hi!“
Wenn wir morgens an den Strand gingen und er uns beim Volleyball, beim Boccia, bei der Wassergymnastik, beim Dart oder anderen Rentnerbeschäftigungen zufällig vorbeigehen sah, rief er: „Hallo, schöne Leute!“. Das ist doch mal eine Begrüßung, so muss das 🙂
Die Wassergymnastikgruppe bestand überwiegend aus welligen Damen jenseits der 70, die mit Schwimmnudeln rhythmisch-angedachte Bewegungen ausführten und dabei lustige Sachen riefen: „Hey! Huh! Ha!“ Dschingis Khan?
Fiona zeigte auf die bunten Stangen und sprach versehentlich von „Schwimmwindeln“, was ich angesichts des Durchschnittsalters als Bezeichnung für die Turngruppe absolut passend fand.

Die Katzen, die sich in der Hotelanlage tummeln, kennen wir mittlerweile auch schon ganz gut. Meine Mama, in deren Brust zweifelsfrei ein Felidae-Herz schlägt, hat sogar extra Trockenfutter aus Deutschland mitgenommen als Gastgeschenk für die arabischen Miezen. Es lag sicher nicht an den Verständigungsschwierigkeiten, aber damit wussten sie beim besten Willen nichts anzufangen. Viele, die wir als Babys kennengelernt hatten, sind inzwischen zu stattlichen Spitzohren herangewachsen. Eine ganz Junge ließ sich von Fiona streicheln, ignorierte genau wie ihre Kumpels die Brekkies, aber interessierte sich brennend für die neuste Technik und fasste kurzerhand mein iPhone an, während ich versuchte, ein halbwegs scharfes Miezenbild zu knipsen. Mein Highlight!

Wenn wir vom Strand in’s Zimmer gehen wollten und Fiona vom „Erdbeerkuchen mit Zucker“-Backen noch komplett sandig zuckrig war, schickte ich sie kurz nochmal zum Meer, Hände waschen. Das klappte auch meistens ganz gut, allerdings ist es für die Entsandung nicht gerade förderlich, wenn man anschließend auf allen Vieren zurück zur Strandliege gekrochen kommt ^^
Wie es sich für einen richtigen Mädelsurlaub gehört, haben wir uns natürlich auch verliebt.
Gleich zu Beginn der Ferien lernte Fiona den kleinen Mika kennen, 2 Jahre alt, aus Braunschweig. Ein paar gezielte Anmachversuche („Komm mit, wir können im Wasser spielen und uns nass spritzen!“) verliefen ins Leere, so dass sie kurzerhand alleine spritzen ging. Als Mika mit Ermutigung von Mama dann doch ins Wasser kam und immer Matschsand auf Nonos Rücken verteilte, war es aber auch relativ schnell wieder aus mit der Freundschaft. „Maaaaaamaaaaaaaa, der Junge wirft immer Sand an mich ran!“
Liebe Nummer 2 heißt Kareem, ist ebenfalls 2 Jahre alt und Ägypter. Mit Mama Shereen und Papa Ahmed kamen wir recht schnell ins (englische) Gespräch und unterhielten uns über Gott und die Welt, während die Kinder friedlich im Sand buddelten. Sie sagten, sie seien stolz, dass sie jetzt Freunde in Deutschland haben, wir tauschten Emailadressen und versprachen, in Kontakt zu bleiben. Unglaublich liebe Menschen und ein zuckersüßer Kareem!
Die dritte Liebe heißt Pepo, ist 5 Jahre alt, ein ägyptischer Junge und der pure Zucker! Dem sind wir alle verfallen!
Wenn er lächelte, ging nicht nur für Fiona die Sonne auf. Kennt ihr die Werbung für Kinderschokolade? So ähnlich sahen die zwei aus, wenn sie nebeneinander am Strand saßen und planschten.
Auch mit Pepos Eltern und seinem Onkel (lebt mit deutscher Frau in der Nähe von Mannheim!) haben wir uns gefacebookt und werden sicher in Kontakt bleiben.
Wenn wir den braungelockten Jungen beim Frühstück nicht gesehen haben, fragte Fiona ganz beunruhigt:
„Wo ist mein Junge mit den lockeren Haaren??“

Am vorletzten Tag trafen wir uns im Hotel mit Mohammed, den Personalmanager, mit dem wir im Gesichtsbuch befreundet sind. Er hat 2 Berufe: Musiker und Anwalt. Er erzählte uns, dass er ersteren am Abend in der Shisha-Bar ausüben würde und lud uns herzlich zu seinem Konzert ein. Bei klangvollen Cocktails wie „Earth Quake“ (für Mama: Brandy, Rum, Kakao) oder „Honolulu“ (für Nono: alle Säfte, die es gibt) genossen wir gute Musik und interessante Gespräche von Musiker zu Musikerin mit der Einladung, beim nächsten Mal gemeinsame Konzerte zu geben (Er ist ein sehr talentierter Schlagzeuger – die ihm zugeteilte Sängerin für diesen Abend war allerdings eher unterirdisch…)

Wir haben unsere Woche in der Sonne mit All-Inclusive sehr genossen, sogar der Mond war ständig voll 😉
Der Rückflug war für 12.45 Uhr geplant, ging allerdings über die Sinai-Halbinsel nach Sharm-El-Sheikh, wo wir eine kurze Zwischenlandung mit Aufenthalt im Transitbereich hatten. 14.30 Uhr starteten wir mit der riesigen Boeing 757-300 (50 Sitzreihen à 6 Leute) und Kapitän Samson in Richtung Berlin, wo wir kurz nach 19 Uhr landeten. Die Sonne sahen wir ein letztes Mal kurz vor der Landung rosarot am Himmel leuchten, bevor wir in die kilometerdicke, graue Wolkendecke abstiegen. Die obligatorische Klimaanlagenrotze, die ich übrigens wie jedes Jahr als Souvenir mitgebracht habe, drückte ein bisschen auf Ohren, Kiefer und Stirn, aber nach der Landung war alles wieder weg. Ich bin – zumindest rechtsseitig – braun geworden, habe tolle Erinnerungen und ein Kilo Muscheln im Gepäck, einen Sammy um den Hals und die Sonne im Herzen… Bye Bye Egypt!

P.S. Wir haben gestern einen unglaublich tollen 3. Geburtstag gefeiert – Bilder und Bericht folgen in Kürze.
Seid gespannt 🙂