Eltern-Kind-Blogparade September

In Anbetracht der Tatsache, dass sich die Geburt des Mausekindes in ein paar Tagen zum 3. (in Worten: D-R-I-T-T-E-N!) Mal jährt, passt das Bloggerthema für die September-Ausgabe der Eltern-Kind-Blogparade gerade wie die Faust auf’s Auge: „Feste mit Kindern feiern“

Bevor ich euch ein paar Impressionen der letzten non’schen Geburtstage zeige, nehme ich euch mit in die 90er Jahre.
Ich war nie der große Partyking, deswegen wurde auch nicht jedes Jahr gefeiert, aber wenn, war es immer ein Erlebnis. Einer der vorderen einstelligen Geburtstage wurde im Kreise der Familie mit Cousin, Cousine und großer Schwester gefeiert. Ich bin mir nicht sicher, ob meine Handbewegung ganz steinböckchenlike heißen sollte: „Gib mir das Messer, dann schneide ich schon mal die Torte auf“. Möglich wär’s 😉

Mein 9. Geburtstag fand 1996 mit 3 Schulfreundinnen im Restaurant zum Goldenen M statt. Wir bekamen kleine weiße Kochmützen, eine Gratis-Küchenführung und ein selber gezapftes Eis. Anschließend hatten wir kaum Augen für Torte und Essen, weil wir dem bunten Bällebad mit Rutsche im Geburtstagsspielzimmer verfallen waren ^^ Great fun!

 
2 Jahre zuvor sah das Partygeschehen nicht ganz so harmonisch aus. Meine Eltern hatten flüssigen Gips und kleine Dinosaurierformen organisiert, mit denen die Tiere erst gegossen und später mit Pinsel und Farbe angemalt werden konnten. Da die Formen nicht für alle gleichzeitig reichten, durften natürlich erst die Gäste gießen. Heute leuchtet mir das ein, damals – meinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen – nicht wirklich ^^ Happy birthday!
 
 
Der erste Geburtstag des eigenen Kindes ist ein großer Tag, nicht nur für den kleinen Krabbler. Der erste Geburtstag ist der Punkt, an dem aus dem Baby definitiv ein Kleinkind wird. Vorbei sind die Zeiten des staunenden Herumliegens und Löcher-in-die-Luft-Guckens, während die kleine Schnute fröhlich Spuckeblasen produziert (okay, Spuckeblasen macht man trotzdem noch gerne, aber das geht auch im Stehen!). Alle Körperteile werden plötzlich ausprobiert um das große Ziel zu erreichen: Freiheit! Nach und nach erfährt man durch das einfache Prinzip Trial & Error, dass die Zehen nicht zum Lutschen und die Finger nicht (nur) zum Nasebohren gut sind. Da wird gebaut, gestapelt, zerrissen und gelacht und mitten in diese aufregende Zeit fällt das für Mama sehr sentimentale Ereignis: 365 Tage soll die Geburt schon her sein…
Den ersten Geburtstag haben wir im kleinen Kreis mit der Familie gefeiert. Fiona freute sich wahnsinnig über die vielen Aufmerksamkeiten, allerdings dachte sie, das hübsch glitzernde Geschenkpapier sei das eigentliche Präsent. Das Interesse an der darin verpackten Puppe Paloma war nicht der Rede wert ^^
Die Luftballons hatte ich am Abend vorher mit rotem Nagellack beschriftet. Das letzte A hat ein bisschen gekleckst. Wenn man genau guckt, wird man diesen Fleck noch heute auf dem Wohnzimmerfußboden finden…
 
 
Was von den damals geschenkten Dingen heute noch hoch im Kurs steht, ist die Maltafel unten rechts. Die wird immer mal wieder aus der Spielzeugkiste gekramt und mit Phantasiegemälden bestückt. Derzeit ist Nono in der akuten mit-Wachsmalkreiden-auf-Papier-mal-Phase („Fiona, kommst du?“ – „Nein, ich muss noch ein Bild malen, Mama. Ich bin doch ein Maler!!!“). Von heute auf morgen wurden aus den wilden Strichzeichnungen kleine Kunstwerke mit durchaus erkennbarem Inhalt! Ohne das mit ihr geübt zu haben, enstehen nun täglich mindestens ein Dutzend Gesichter, Säcke, Raketen, Gitarren, Pizzen, Pilze, Gespenster und Sternschnuppen. Ich komme mit dem Beschriften und Abheften gar nicht so schnell hinterher, wie sie malt. Beispiele gefällig?
 
 
Gestern hat sie auch ihre anstehende Geburtstagsparty sehr detailliert gemalt: diverse große und kleine Kreise stellen laut ihrer Aussage Enten angeln, Karussell, Rakete, Partyhut, Fisch, Sonnenbrille, Luftballons, Kuchen und Löwe dar. Wie wir das Karussell und den Löwen unterbringen weiß ich allerdings noch nicht genau, man darf gespannt sein ^^
 
Der zweite Geburtstag war der erste, der mit großer Vorfreude auf das Ereignis verbunden und sehnlichst herbeigesehnt war. Es gab Bücher, Spiele, Puzzles, Taschen und viele andere schöne Dinge, bei denen nun nicht mehr nur das Geschenkpapier die Hauptattraktion war, sondern tatsächlich der Inhalt. Wir feierten wieder im Familienkreis, aber zusätzlich mit Nachbarstochter Lilly – damals gerade in die Schule gekommen. Die beiden Mädels hatten großen Spaß beim Geschenke ausprobieren, auch wenn es Fiona ein bisschen geärgert hat, dass Lilly beim Formensortierspiel immer einen Tick schneller gewesen ist 🙂 Zu der Zeit war übrigens die mundlose, japanische Miezekatze sehr angesagt, weshalb Teller und Girlanden im Kitty-Design daherkamen. Die Muffins für die Kindergartenfeier erhielten von mir den Beinamen „die pinke Armee“. Geschmacklich eine mittlere Katastrophe zwischen sandig und künstlich, aber schön anzusehen. Die Kinder fanden’s toll, auch die Jungs. Als ich gefragt habe, ob sie im Kindergarten auch ein Geburtstagslied gesungen habe, bejahte sie eifrig. Auf die Frage, ob es „Happy birthday“ oder „Zum Geburtstag viel Glück“ gewesen sei, erwiderte sie ganz stolz: „Nein, hoch soll leben!“
 
 
Nun steht der dritte Geburtstag in den Startlöchern: die Vorstellungen sind (wie in der Zeichnung angedeutet) sehr konkret und die sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten für diese Konkretisierung enorm! Eine Unterwasserparty ist gewünscht mit allem, was dazu gehört. Hello Kitty wurde vor geraumer Zeit von den Oktonauten, den Helden des Meeres, abgelöst. Kwasi Katze, Peso Pinguin, Professor Inkling und Käpt’n Barnius übernehmen also die Schirmherrschaft über die Party und werden in von mir kreierten und gemeinsam bepinselten Pappteller-Masken von der Wand hängen. 
 
 
Okay, Käpt’n Barnius (2.v.r.) hatte wohl gerade einen sehr schwierigen Einsatz, bei dem vollster Körpereinsatz gefragt war.
Waschen war seitdem noch nicht möglich. Man möge es ihm nachsehen ^^
 
Dieser Geburtstag wird der erste richtige Kindergeburtstag, bei dem auch ein paar Gleichaltrige eingeladen werden. Fiona durfte sich aussuchen, mit wem sie feiern möchte und hat einen bunten Querschnitt aus Kita, Musikgruppe und Familie ausgesucht. Es macht mir großen Spaß, ihre Geburtstagsfeier vorzubereiten, weil ich sehe, wie viel Freude es ihr schon allein macht, wenn wir nur darüber reden. Jedem, der es hören oder auch nicht hören will, erklärt sie stolz: „Ich bin noch 2, aber ich werde 3 in Oktowa!“ 
Eine aufregende Schatzsuche mit niedlichen Unterwasser-Preisen für die kleinen Gäste, gemeinsames Motto-Basteln, Malen, Hände drucken, Singen, Topfschlagen, blauer Meeres-Wackelpudding und süße Marshmellow-Seeanemonen – da wird Mama sich was einfallen lassen. Ob die Oktonautenkonterfeis sich letztendlich auf dem Kuchen präsentieren werden, wird sich zeigen. Marzipanrohmasse habe ich da, bunte Lebensmittelfarben auch. Nachdem Nähen und Basteln auch mit zwei linken Händen geglückt sind, setze ich jetzt alles auf die Kreativitätskarte und hoffe, dass bunter Zuckerglibber genauso geduldig ist wie Baumwollstoff ^^
 
 
Mit unserem Beitrag zur Eltern-Kind-Parade (einen Gutscheinsponsor gibt es übrigens auch wieder) verabschieden wir uns erstmal für eine Woche in den Urlaub. Habt eine schöne Zeit und freut euch auf die Sonne, die wir aus Ägypten – zumindest auf Bildern – mitbringen!
 
 
P.S. Eine kleine DIY-Idee noch zum Schluss: schon mal Wachsmalstifte „entkleidet“, auf einer kleinen Leinwand befestigt und geföhnt?
 
 
 
Advertisements

Ordnung muss sein!

Nach meiner eher unfreiwilligen Begegnung mit der Polizei letzten Monat, kommt jetzt auch noch eine mit den netten Herren vom Ordnungsamt hinzu. Nein, ich habe weder nachts laute Musik gehört (Witz: „Stellt euch vor – da klingelt mein Nachbar mitten in der Nacht um 2.30 Uhr an meiner Haustür! Z-W-E-I Uhr Dreißig!! Ein Glück war ich noch wach, saß gerade am Schlagzeug…“) noch illegal Bäume gefällt. Aber ich habe einen Hund.
Mit gerade mal 11 Jahren konnte ich die Tragweite dieser Entscheidung damals noch nicht einschätzen, wusste ich doch nur, dass nach dem Tod des geliebten Vierbeiners schnell ein neuer einziehen sollte! Als ich bei meiner Oma Jauli zu Besuch war, wartete ich im Einkaufscentrum vor dem Klo auf sie und studierte derweil die Suche-Biete-Pinnwand. Beim Wort „Hundewelpen“ in Verbindung mit „abzugeben“ klingelten bei mir alle Pawlow’schen Glocken. Jauli, ihres Zeichens ganz sicher Hund im vorigen Leben, teilte meine Begeisterung und so fuhren wir kurzerhand Babys gucken. Ein ganzes Rudel weiß-blonder Labrador-Schäferhund-Mixe stürmte begeistert auf uns zu. Nur einer saß ein bisschen schüchtern vor der Hütte und guckte mir durch sanft braune Augen direkt ins Gesicht. Der sollte es sein! Mamapapa angerufen (die teilten meine Begeisterung im ersten Moment nur bedingt, erlagen aber meiner Euphorie ^^), alles klar gemacht und meine schüchterne Hundedame abgeholt. Weil sie, im neuen Zuhause angekommen, sofort glücklich im Garten spielte, nannten wir sie „Felicitas“, die Glückliche, kurz: Feli.
Mit 19 zog ich in die weite Welt hinaus und Feli blieb bei meinen Eltern. Mittlerweile bin ich wieder da, mit eigener Wohnung und eigener Familie. Feli ist immernoch da – bei meinen Eltern 😉
Am 1. September ist sie sagenhafte 14 Jahre alt geworden. Im zarten Alter von 3 ergriff Madame ein Mal die Gelegenheit, die so ein offenes Gartentor bietet, und verliebte sich spontan in einen vorbeigehenden, ziemlich großen Hund. Die beiden fackelten nicht lange, steckten mitten auf der Straße ihre Puzzleteile ineinander und machten Nägel mit Köpfen, 11 Nägel, um genau zu sein! 7 Braune und 4 schwarze tapsige Welpen wohnten also von da an zuerst in einer umgebauten und eigens für den Nachwuchs hergerichteten Europalette im Flur und später in unserem Garten. Da so eine Hundemama über keine 11 Zitzen verfügt, aber grundsätzliche alle Kinder gleichzeitig das haben wollen, was die Schwestern und Brüder gerade haben, musste Jauli mit dem Fläschchen einspringen und in dieser anstrengenden Zeit für Feli Nachsorge-Hebamme, Rückbildungsgymnastik-Lehrerin und Babysitter spielen.

Jauli aus Solidarität mit den Hunden im Käfig 🙂

Eins der schwarzen Welpenkinder, „Willy“, behielten wir selber. Er starb leider letztes Jahr an einer Autoimmunkrankheit, hat aber für einen so großen Hund ein langes und schönes Leben gehabt. Feli hat sich im Laufe der Jahre auch einige Gebrechen zugelegt: die Hüfte ist schon ziemlich steif und die Ohren sind auch nicht mehr das, was sie mal waren, zumindest, wenn man danach geht, wie gut sie auf Rufen reagieren… Nun hat unsere Hundedame also täglich den großen Garten zur freien Verfügung und hält sich nur stundenweise im Zwinger auf, während Herrchen und Frauchen arbeiten sind. Was früher einwandfrei funktionierte, stellt heute ein kleines Problem dar: Feli bellt. Solange sie sich im Garten irgendwo im Sand unter der Hecke einen U-Bahn-Schacht buddelt, in dem sie seelenruhig den Tag vorbeiziehen lassen kann, ist alles gut. Sperrt man sie ein, meldet sie sich nach 5 Minuten zu Wort Wuff. Einigen netten Nachbarn muss das scheinbar auch aufgefallen sein, denn als die Herren vom Ordnungsamt auf den Hof gelaufen kamen (was Feli übrigens tatsächlich nur mit einem einzigen, müden „WOW“ kommentierte ^^), erklärten sie Jauli und mir, dass sie einer Beschwerde nachgehen müssten, da ihnen eine Anzeige vorläge.
Hunden stehen über den Tag verteilt 30 min Bellen zu, also hier mal 2, dort mal 3, etc. In der Zeit zwischen 13 – 15 und 22 – 6 Uhr gar nicht. Das Dumme ist nur, dass Hunde so schlecht Uhren lesen können.
Das Ordnungsamt muss solchen Geschichten natürlich nachgehen, denn es gab auch schon den Fall, dass ein bellender Hund auf seinen verstorbenen Besitzer aufmerksam machen wollte, sagten sie. Unsere Besitzer sind alle noch topfit, das Bellen heißt einfach nur: „Ey, ihr Penner, macht die Tür auf und lasst mich in den Garten.“

Auf ihre Nachfragen erklärte Jauli, die zwar rein biologisch schon zwei Mal 40 geworden ist, im Kopf aber fitter als die beiden Männer vom Amt zusammen, dass der arme Hund so alt ist und den Winter wohl nicht mehr überstehen wird. Sie tat ein bisschen tüdelig-alt, packte die 11-Welpen-Geschichte und diverse Tierarztstorys aus, reflektierte die vergangenen 14 Jahre mit dem Hund in vielen Facetten und quatschte die Männer in Grund und Boden. Als der ältere von beiden dennoch nach den Daten des Halters fragte, packte der jüngere seinen Anzeigenerstattungsblock in die Tasche und erklärte ganz entrüstet, dass er in diesem Fall doch keine Anzeige erstatten würde! Schließlich solle der Hund seinen Lebensabend in Frieden verbringen und auch mal das tun, was ein Hund tun muss: nämlich ab und zu einen Ton von sich geben.

Fiona wollte die Herren eigentlich fragen, ob sie Polizisten sind. Ich ermutigte sie dazu, denn die Antwort hätte mich brennend interessiert, leider hat sie sich dann doch nicht getraut. Wenige Stunden vor dem Besuch des Ordnungsamtes hatten wir die Straßenmalkreide rausgeholt und Fiona hatte sich auf den Boden gelegt, wo ich ihren Umriss abzeichnen sollte. Besagter Umriss wirkte in dem Moment dann doch ein bisschen komisch auf die Beamten, als sie das Grundstück betraten. Auf die Frage, ob es hier Tote gegeben habe, erwiderte ich, dass die Leiche im Keller sei.
Punkt für mich ^^

Als Fiona gerade sprechen lernte, war die Bezeichnung für den Hund ein tiefes „Wu“, ähnlich einem Husten. Als der „Hund“ konkreter wurde, bekam er auch einen liebevollen Namen: „Fitzi“. Wir nennen ihn bis heute so.
Wenn Fitzi in den Zwinger gehen soll („Geh arbeiten!“), bekommt er einen „Cookie“, also einen Hundekeks. Fiona brennt darauf, den Hundecookie in nanometergroße Stücke zu reißen und einzeln durch das Gitter zu stecken. Ich versuchte bereits, ihr zu erklären, dass Feli die Stückchen nicht einatmen, sondern essen will, aber das Durchstecken ist eben einfach zu schön. Letztens kommentierte sie Felis Bellen lautstark mit gerunzelter Stirn: „Ey, Feli! Wir haben dir einen Cookie gegeben, deswegen bellst du jetzt nicht mehr! Geh in dein Zimmer!!!“

der Rest der Bande:
Charmeur Joschka – der dicke Willy R.I.P. – und Zicke Miezi

Die Glücksfee

Heute in Ermangelung von Zeit (und Mittagsschlaf) in ungewohnter Kürze nur schnell die Glücklichen unseres Bloggeburtstagsgewinnspieles:

 
In 3 Durchgängen mit vielen bunten Zettelchen zog sie erst die beiden Gewinner der Spielekiste,
dann die Gewinnerin des 10€-Gutscheines und zuletzt das neue Zuhause für Happy-Maker-Dame „Freaky“:
 
 
Meine kleine Glücksfee und ich gratulieren den Gewinnern!!!
 
 
Sabrina, Caro, Ori und Kaja, meldet euch doch bitte per Mail an hexhex{ät}sags-per-mail.de
 
 
Das Mausekind ist derzeit zu Hause, weil in der Kita letzte Woche mal wieder eine Seuchenwarnung an der Eingangstür hing und Mama die mikrometergroßen roten Pickelchen um den Mund für äußerst verdächtig hielt. Unsere Kinderärztin lässt ihr Stethoskop seit mittlerweile 3 Wochen irgendwo in der Sonne baumeln, so dass wir heute morgen die angestaubte Vertretung aufsuchen mussten. Angestaubt, weil sowohl ihrem „Spielzimmer“ als auch ihren Ansichten eine Generalüberholung oder wenigstens ein kleines Update nicht schaden würde. Whatever, immerhin konnte sie Entwarnung für die von mir befürchtete Hand-Fuß-Mund-Krankheit geben. Mit einer Feuchtigkeitscreme kriegen wir die Pickelchen schnell in den Griff und ab morgen kann Fiona wieder in die Kita gehen.
Vor dem Losfahren fragte ich, ob wir „Kinderärztin“ mit ihrem Arztkoffer spielen wollen. Fiona stiefelte los in Richtung Spielzeugkiste und rief zurück: „Ja, ok, ich hol schon mal die Kinderärztin…“
Am besten war allerdings die Szene vor Ort im Behandlungszimmer. Das „Spiel“ der echten Kinderärztin gefiel ihr nämlich überhaupt nicht und als die nach dem Ohrthermometer und dem Holzstäbchen für den Hals auch noch das schwarze Ohrenlicht zückte, wehrte Fiona es mit einer gekonnten Bewegung und den Worten „Ich mag das aber nicht!“ ab und hätte es der Ärztin dabei fast aus der Hand geschlagen ^^
 
Auch wenn es heißt, es sei nichts weiter, ich bin mir sicher, dass sie in den letzten Tagen einen kleinen Infekt durchgemacht hat (die heute noch erhöhte Temperatur spricht ebenfalls dafür). Sie war weinerlicher und müder als sonst und einfach insgesamt nicht so gut drauf. Vielleicht war es aber auch nur einer der berühmten Wachstums- bzw. Entwicklungsschübe, denn was sie heute morgen von sich aus mit Wachsmalstiften auf Papier gebracht hat, sah so gar nicht nach den normalen non’schen Kunstwerken aus.
Wo es bisher bestenfalls zum bunten Strichchaos ohne System gereicht hat, lacht mich heute ein Krokodil an. Ein grünes Krokodil mit spitzen Zähnen, Augen, Stacheln auf dem Rücken und einem langen Schwanz. Ich guckte ob des ziemlich eindeutigen Reptils auf dem Blatt in ihrer Hand mindestens so überrascht, wie das Tier selber. Von heute auf morgen und aus dem Stand malt sie Krokodile, Tiger, Libellen, Schildkröten und Quallen, als hätte sie nie etwas anderes getan. Ich heftete den Zoo gleich mit stolzgeschwellter Brust in den Nono-Ordner vor die „alten“ Strichbilder und staune im Stillen immernoch… Als mikroskopische Zeichnungen seltener Bakterienarten würden beide definitiv durchgehen, zumindest sahen meine im Biologieunterricht immer ähnlich aus 😉
 
„Krokodil“
 
Tiger – worauf er schielt, weiß man nicht so genau.
Fragt Papa, der hat einfach frech Pupillen ergänzt…


Der schönste Beruf der Welt

…ist natürlich neben meinem (Instrumentalpädagogik 🙂 der der Kinder: hauptberuflich Spieler!
Wenn Kinder spielen, entdecken sie die Welt.
Sie „begreifen“ im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch z.B. die ersten physikalischen Phänomene (Wo ein Bobbycar ist, kann kein zweites sein), das Gesetz der Schwerkraft (Auch der höchste Bauklotzturm kommt irgendwann in’s Wanken und nähert sich dem Kinderzimmerfußboden mit einer Geschwindigkeit von 9,81 Metern pro Sekunde…), architektonische Grundlagen mit Lego („Stein auf Stein, Stein auf Stein, das Häuschen wird bald fertig sein“), die elementare Farbenlehre (alle Farben gemischt ergeben ein dekoratives Kackbraun) oder akustische Grundlagen (Zwei Autos gegeneinander geschlagen erzeugen einen metallischen Klang, zwei Puppenköpfe dagegen eher einen dumpfen ^^). Nach neusten Erkenntnissen müssen (!) Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr ca. 15.000 Stunden spielen, das sind 7 – 8 Stunden täglich. Spielen heißt, Kompetenzen erwerben: sowohl die emotionalen, als auch die sozialen und motorischen Fähigkeiten werden entdeckt und (weiter) entwickelt, wenn ein Kind intensiv spielt. Ich habe im Kindergarten leider viel zu häufig erlebt, dass sich Kinder gar nicht mehr alleine beschäftigen können, weil sie schlichtweg nichts mit sich anzufangen wissen. Die angeborene Neugier – übrigens Voraussetzung für das Lernen – ist der multimedialen Verblödung gewichen und so wird lieber vor der Glotze gehangen oder an der Konsole geballert, statt eine Höhle im Wald zu bauen, Mutter-Vater-Kind zu sein, mit bunter Kreide die Straße zu verschönern oder Gummihopse zu springen. Nicht, dass ihr mich falsch versteht – ich habe nichts gegen den Fernseher! Fiona darf auch ab und zu ihre Lieblingssendungen gucken und die Sonntags-Sendung-mit-der-Maus ist Pflichtprogramm für die ganze Familie. Aber scheinbar gibt es ja genügend Haushalte, in denen der TV die Kinderbetreuung ersetzt. Eltern müssen nicht perfekt sein, aber sie sollten ab und zu ihr Verhalten reflektieren. Wenn man eigentlich „ganz normalen“ 5-Jährigen ein Ausmalbild, Stifte und eine Schere vor die Nase legt und sie einen nur verständnislos und gelangweilt (!) angucken, läuft wohl irgendetwas falsch. Eltern funktionieren als Vorbilder, wahrscheinlich sogar viel mehr, als ihnen bewusst (und lieb) ist. Wem ist nicht schon ein Mal versehentlich das fäkale Wort mit „sch“ rausgerutscht, was der Nachwuchs sofort hocherfreut und motiviert in seinen aktiven Wortschatz übernommen hat?

Neben Malen, Basteln, Bauen, Puppen und dem Spiel mit Naturmaterialien wie Sand und Wasser gibt es heutzutage ja auch ein riesiges Angebot an Gesellschaftsspielen. Schon für die Allerkleinsten (ab 2) haben sich erfahrene Pädagogen Gedanken gemacht und Farb- bzw. Formspiele entwickelt, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Frau Spirelli hat eine Bloggeraktion zum Thema „Spiele für Groß und Klein“ gestartet, bei der sie von uns wissen möchte, ob, was und wie oft wir spielen und welche Favoriten wir haben.

Als ich klein war, wurde bei uns zu Hause nicht oft gespielt, weil meine Eltern beide ziemliche Spielmuffel waren. Als Folge dessen kenne ich bis heute weder Skat- noch Rommé-, Canasta- oder Pokerregeln ^^ Das Spielmuffeltum hat sich allerdings bis zum heutigen Tage zumindest bei meiner Mama ein bisschen geändert. Karten- und simple Glücksspiele wie Mensch-Ärger-Dich-Nicht kommen uns nach wie vor nicht ins Haus, aber an Denkspielen, die besondere Kreativität erfordern, hat sie mittlerweile auch schon Gefallen gefunden. Meine sehr übersichtliche Spielesammlung beinhaltet ein kleines Reise-Activity und den Party-Knaller schlechthin: TABU XXL.
Hier wird – ähnlich wie bei Activity – nicht nur umschrieben, sondern auch gezeichnet. Die pantomimische Darstellung übernimmt bei Tabu XXL nicht der Spieler selbst, sondern sein lilaner Gehilfe, der Knoten Knut. Mit seinen unglaublich gelenkig-schlaksigen Armen und Beinen sieht jede Bewegung aus wie Slapstick-Comedy. Stellt Knoten-Knut pantomimisch dar, wie er seine Hose anzieht, Zahnschmerzen oder einen Herzinfarkt hat, kommt man oft vor Lachen nicht mehr zum Raten…

Die Spielesammlung meiner noch nicht ganz 3-jährigen Tochter ist um einiges größer als die ihrer Mama. In unserem Kinderzimmer ist alles vertreten: von Tierkinderpuzzles, Murmelspielen, blindem Ohrenziehen und dem Memory der Oktonauten-Unterwasserpolizei bis hin zu dem Klassiker der Kinderspiele und unangefochtenem Liebling schlechthin: dem ersten Obstgarten.

Einige Spiele spielt sie schon ganz gewissenhaft und ohne zu schummeln, bei anderen ändert sie die Spielregeln nach Lust und Laune ab. Memory zum Beispiel funktioniert noch gar nicht. Aufdecken und dann wieder umdrehen, wenn’s nicht passt, ist total blöd. Sie findet die Tiere so schön, dass sie die aufgedeckte Karte immer behalten will und ist grundsätzlich beratungsresistent gegen den vorgesehenen Spielablauf. Karten offen hinlegen und dann Paare raussuchen funktioniert schon besser, dabei hält sich mein persönlicher Spaßfaktor allerdings stark in Grenzen ^^ Bei Halli Galli Junior ist ihr meistens noch ziemlich egal, ob gleichfarbige oder unterschiedliche Clowngesichter aufgedeckt sind. Das Betätigen der Klingel macht Fiona solchen Spaß, dass sie sich selbige schnappt und verschwindet, während Mama in einem bunten Haufen lachender Clowns auf dem Kinderzimmerfußboden sitzen bleibt… Den tollen Obstgarten (was für ein Spaß, wenn der olle Rabe kommt!) kennen die meisten von euch sicher, deswegen stelle ich euch ein anderes interessantes Kinderspiel vor. Meine Herzensdame kennt es noch gar nicht, denn „Die freche Sprech-Hexe“ gibt es erst zum Geburtstag nächsten Monat.
Sprache spielt bei uns zu Hause eine große Rolle. Wir sprechen und lesen viel, singen, buchstabieren und bilden gerne witzige Quatschreime wie „na mein Nase-Hase“ oder „Inki-Stinki“ (das ist der liebevolle Spitzname für den Oktopus der Oktonauten, Professor Inkling). Um ein noch besseres Gefühl für Sprache und Laute zu bekommen, ist die Sprech-Hexe ideal. Die Reimwörter sind bildlich auf den Spielchips dargestellt; eine Hälfte liegt offen auf dem Tisch, die andere Hälfte verdeckt als Stapel. Man nimmt sich den obersten Chip vom Stapel, spricht das Wort laut aus und muss nun das passende Reimwort dazu finden. Kröte – Flöte, Eule – Beule und Schuh – Kuh sind nur wenige Beispiele von vielen Reimpaaren. Die beiden Chips werden anschließend verdeckt in den Hexentopf gelegt und mit der roten Zauberscheibe abgedeckt. Dabei kommt ein geheimes Symbol wie ein Hexenbesen, ein Kürbis etc. auf der Rückseite zum Vorschein. Ist auf beiden Spielchips das gleiche Symbol abgebildet, darf die Hexenkesselscheibe mit dem kleinen Zauberstab gedreht werden und die magischen Zutaten verschwinden wie von Zauberhand im Topf (einen Zauberspruch muss man auch noch sagen, der ist mir allerdings sofort wieder entfallen ^^). Für ältere Kinder gibt es noch die Spielvariante mit ähnlich klingenden Wörtern, wie z.B. Beeren und Bären. Vielleicht kennt ihr noch das „Teekesselchen“-Spiel von früher? Das Prinzip ist das gleiche. Die Altersangabe ist laut Hersteller 4-8 Jahre, allerdings bin ich mir sicher, dass Fiona auch mit 3 schon etwas damit anzufangen weiß. Für noch kleinere Kinder gibt es sogar eine weitere Spielversion: alle Spielchips werden aufgedeckt auf den Tisch gelegt. Ein Erwachsener erzählt eine gruslige Geschichte und immer, wenn eines der abgebildeten Wörter fällt, darf die entsprechende Karte vom Tisch genommen werden. Vor dem Spielen (egal welche Variante) müssen natürlich alle Bilder einmal benannt und ggf. erklärt werden. Schulkinder, die für die Sprechhexe schon zu groß sind, sind vielleicht mit der Englisch-Hexe gut bedient. So macht Lernen Spaß!

 
Was spielt ihr bzw. spielen eure Kinder gerne?
 
P.S. Eine ganze Kiste mit von euch ausgesuchtem, pädagogisch wertvollem Kinderspielzeug könnt ihr nur noch wenige Tage hier gewinnen. Viel Glück!

Theeeoooo, wir fahr’n nach….

…nein, nicht direkt nach, aber immerhin an Lódz vorbei, auf der neu gebauten Autobahn von Berlin nach Warschau!


Beauty is where you find it:
bring in the greens

Noch sind die nächsten Ferien – hier grün im Bild – nicht da, aber wir hatten mit einem verlängerten Wochenende schon einen kleinen Vorgeschmack darauf, denn aus einem beruflichen Besuch in Polens Landeshauptstadt wurde kurzerhand ein schöner Wochenendtrip mit bestem Wetter, viel gutem Essen, Sightseeing, Shopping u.v.m. Wir kamen in den Genuss der polnischen Gastfreundschaft und erlebten uns „Fremden“ gegenüber eine Herzlichkeit, wie man sie hierzulande wohl nicht ein Mal den nächsten Verwandten entgegenbringen würde. Wir fühlten uns sofort willkommen und verbrachten 3 tolle Tage in der Gesellschaft noch tollerer Menschen – Lena, Zofia, Agnieszka und Familie: vielen Dank, dziekuje!

Unsere polnische Partnerschule (Mitte rechts), mit der wir ein Musikprojekt für Schüler über die Ländergrenzen hinaus planen, sieht absolut nicht aus wie eine gewöhnliche Schule, weder von innen noch von außen! Ein kleiner Palast, hochmodern ausgestattet, bunt gestaltet und kinderfreundlich eingerichtet (ein Spielplatz mit weichen, gummiartigen Bodenplatten um das Verletzungsrisiko zu minimieren – wie geil ist das denn?!) mit netten Lehrerinnen und einer ebenso netten Direktorin. Die anderthalbstündige Unterhaltung zur Erläuterung des Konzeptes für das Projekt fand (wer konnte das ahnen!) auf Polnisch statt, so dass Fiona („Mama, ich versteh gar nix!“ – „Ich auch nicht!“) und ich uns über die Tasse Tee, das Stück Kuchen und anschließend über das iPhone und seine Meerestierepuzzleundausmalapps hermachten. Der Gummispielplatz wurde trotz leichten Regens hinterher noch beklettert und von der Stiftung Spielplatztest und seiner Vorsitzenden Fiona M. für sehr gut befunden. Die stellvertretende Direktorin überreichte der kleinen Testerin zum Abschied noch einen niedlichen Kuschel-Bären mit Doktorhut und Zeugnis (oben links), der dort zur Schule gegangen ist und nun mit nach Berlin kommen möchte. Der Bär wurde, weil der Doktorhut so toll dazu passt, liebevoll nach der Direktorin „pani Doktorska“ benannt.

Mitte links: „Eier“ zum Frühstück – auf dem Billiardtisch sitzend Kugeln versenken – tolle Beschäftigung!

„Pass auf! Halt ihn fest! Nono, der Delfin haut ab! Schnell die Tür zu. Komm, wir binden ihn lieber fest!“
Fragt nicht, wie wir die zwei großen Heliumtiere auf dem Heimweg 600km über die Autobahn transportiert haben. Nicht nur, dass sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Flucht gen Himmel ergreifen wollten; das „Nashorn“ (wie Nono es nennt) und der Delfin beanspruchten außerdem die komplette Rückscheibe für sich zum Rausgucken…

 
Das schöne Wetter lud am Samstag zu einer kleinen Sightseeingtour durch Warschaus wunderschöne Altstadt, übrigens UNESCO Weltkulturerbe, ein. Zu Fuß entdeckten wir Johanneskathedrale, Königsschloss, Sigismundsäule, Plateau mit Blick auf die Weichsel, das Geburtshaus der polnischen Physikerin Marie Curie und den Marktplatz, Mittelpunkt der Altstadt, mit der heimlichen Zwillingsschwester der Kopenhagener Meerjungfrau (Mitte oben).
 
 

Während wir uns genüsslich unseren Eisbechern hingaben, wollte Fiona immer „Möwen verscheuchen“. Die Möwen, die eigentlich Tauben waren, spielten ihr Spiel auch wunderbar mit, bis der alte Mann mit der Tüte kam. Er verteilte jeweils eine Handvoll Körner an die Umstehenden und bald saßen die Tauben nicht mehr nur auf dem Schwert der Meerjungfrau und am Ärmel des alten Mannes, sondern auch eifrig pickend auf den Händen der Kinder. Sie vergaßen ihre Menschenscheu, überwanden die deutsch-polnische Sprachbarriere mit einem internationalen „Gurruu“, stapelten sich übereinander auf dem Arm und stritten sich federnlassend um den Platz in erster Reihe. Unsere ganz normalen Brotkrümel stanken gegen die Taubenkörner ziemlich ab, aber der alte Mann hatte sichtlich Spaß an unserer Fütterungsaktion und verteilte immer fleißig „sein“ Futter.

Der aufmerksame Beobachter wird festgestellt haben, dass Fiona auf Socken unterwegs war. Nein, sooo warm war es nicht. Allerdings übt Wasser ja bekanntlich eine magische Anziehungskraft auf Kinder aus. So war es auch mit der Pumpe auf dem Marktplatz (Mitte) („Aber pass auf, dass deine Schuhe nicht nass werden!“). Nachdem sie genügend Wasser gepumpt hatte, sprang sie mit ihren Turnschuhen „nur ein kleines bisschen“ durch die entstandenen Pfützen, bis Schuhe, Socken und Hose endlich tropfnass waren, und alles innerhalb von Sekunden. Ersatzhose und -socken hatte ich dabei, Schuhe nicht. Ein Hoch auf den Buggy!

An der alten Stadtmauer verkaufen Händler ihre Produkte. Durchaus fotografierenswert war die Meute weißer Köche, bewaffnet mit Küchenutensilien, gegen die schwarze Akkordeon-Fraktion ^^ Genauso fotografierenswert war das große Überraschungsei, was am Rathausplatz rumsaß und den Blick auf das Warschauer Nationalstadion im Hintergrund genoss. Unten rechts genau auf der Ecke seht ihr eines der schmalsten Wohnhäuser der Welt, was tatsächlich Platz für eine Wohnung bietet.

 
Am Sonntag fuhren wir vor der Heimreise noch in ein Einkaufscenter namens „MAXIMUS“, hier ist der Name Programm. Unzählige, riesige Hallen nach Themengebieten geordnet boten Taschen, Schuhe, Kleidung, Spielzeug soweit das Auge reichte. Für Fiona und die Hochzeit, zu der wir nächsten Monat eingeladen sind, wurden wir dort auch sofort fündig und so konnte das von ihr ausgesuchte Punktekleid mit den wunderschönen Prinzessinnenschuhen direkt aus dem Maximus Fashion Center in den Berliner Kleiderschrank wandern. Eine „hubbelige Raupe“ musste auch noch mit. Heute morgen sollte diese natürlich auch mit in den Kindergarten. Ich erklärte ihr, dass heute kein Spielzeug-, sondern Kuscheltiertag ist. Daraufhin schmiegte sie ihre Wange an den hubbeligen Raupenkörper und brachte das schlagende Argument: „Ich kann dropsdem mit der Raupe kuscheln, Mama!“
 

Neben der Gastfreundschaft verblüffte mich auch die Hilfsbereitschaft auf der Straße! Aber kurz zur Vorgeschichte:
unser cleverer, tagesaktueller TomTom war dann doch nicht so aktuell, dass er die neue, im Juni 2012 in Betrieb genommene, Autobahn schon gekannt hat. Er war also auch auf dem Weg zur Autobahnauffahrt keine sonderlich große Hilfe, sagte die nette Dame im Inneren doch nur immerwieder: „Wenn möglich, wenden Sie!“. Ist man erstmal auf der Autobahn, ist es keine große Kunst mehr, nach Berlin zu finden. Aber der Weg bis zur Auffahrt gestaltete sich als kleines Abenteuer. Wir irrten ob der fehlenden Hinweisschilder ein bisschen planlos durch einen Ort namens Pruszkow und hielten an einer Tankstelle, um den Weg zu erfragen. Das Tankstellenfräulein wusste auch nicht so recht bescheid, aber ein tankender Mann bot sofort seine Hilfe an. Er erklärte nicht nur wortreich, wie wir fahren sollten (in Etwa: links, rechts, nochmal links, dann zweimal rechts, geradeaus über den Kreisverkehr, übernächste links und dann nochmal rechts, …), sondern stieg spontan in sein Auto und führte uns so bis zur Autobahn. Nach der letzten Abbiegung jubelten wir schon laut, denn da war sie tatsächlich, die Autobahn! Wir fuhren über die Brücke und konnten die schöne A2 schon fast mit den Reifen berühren…aber eben nur fast. Die Autobahn ist zwar da, aber in diesem Ort existiert noch keine Auffahrt…Ups! So gondelten wir noch ein bisschen durch Polen, bis wir zufällig auf der Landstraße über eine Kreuzung „stolperten“, die uns von der Landkarte in Erinnerung geblieben war. Wenn es links dorthin geht, rechts dorthin und geradeaus dorthin, dann müssten wir jetzt genau hier sein und am Ende dieser Straße zur Auffahrt kommen. Sollen wir’s probieren? Was solls, solange wir nicht laufen müssen. Und tatsächlich – am Ende des ca. 2km langen Weges wartete nicht nur die Autobahn, sondern auch eine dazugehörige Auffahrt. Yippie!

Während unseres Aufenthaltes bekräftigte Fiona immer wieder, wie sehr sie es „bei dem Warschau“ mag. Ich kann es euch ebenfalls wärmstens empfehlen und einen Besuch in dieser schönen Stadt nur ans Herz legen! Für uns war es mit Sicherheit nicht der letzte 😉

P.S. Nur noch ein paar Tage habt ihr die Chance auf tolle Gewinne anlässlich des 1. Bloggeburtstages – wer noch nicht drin sitzt, sollte schnell noch in den Lostopf hüpfen: hier entlang…

Achtung: bissig!

Neben der monatlich wiederkehrenden, tollen Eltern-Kind-Blogparade hat Testmama Kerstin diesen Monat noch eine einmalige „bissige“ Parade in’s Leben gerufen: sie möchte wissen, wie und womit wir und unsere Kinder Zähne putzen und was es sonst noch zu diesem Thema zu sagen gibt. Gesponserte Amazon-Gutscheine winken außerdem als Gewinn, also wer eine Zahnbürste (und optional ein Kind mit ein paar Milchzähnen) hat – ran an die Tasten!

Als ich zum Fotografieren die Schublade für’s Putzzubehör öffnete, lachten mich allerhand bunte Nono-Bürsten an. Sie hat in ihrem kurzen Leben wohl schon mehr Zahnbürsten besessen, als ich Schuhe ^^ Ganz normale sind hier ziemlich out, es muss schon ein geigespielendes Äffchen oder der gute alte Sandmann am Stiel kleben, damit das Putzen interessant ist. Auch die Auswahl der Zahnpasta kann im Laden unter Umständen einiges an Zeit beanspruchen. Die bunte Odol Med 3 Milchzahn? Die blaue Putzi-Creme mit dem gelben Hasenzahn? Oder doch lieber die pinke Prinzessin Irgendwas? Drückt man Fiona die Zahnbürste in die Hand und setzt auf ihre schnelle Kombinationsgabe, wie Zahnbürste, Zahnpasta und Zähne direkt in eine sinnvolle Verbindung miteinander gebracht werden könnten, wird sie sich hüten, das zu tun, was naheliegend wäre. „Kreatives Spiel“ nennt man sowas. Wenn man Zahnpasta auf den Wasserhahn schmiert und dann mit Klopapier abwischt, glänzt der hinterher so schön. Kann man mit der Bürste eigentlich auch die Haare kämmen? Einzig und allein die Androhung, dass Karius und Baktus schon ihre Bohrer gezückt haben, um die Zähnchen zu durchlöchern, macht mein Kind zum kooperativen Mundöffner.

 
Weil man seine Zahnbürste ja etwa alle 3 Monate gegen eine neue ersetzen soll, ist kürzlich „Wickie“ bei uns eingezogen.
Wickie ist ein kleiner, elektrischer Wikinger-Junge, der dem kreativen Spiel mit der Bürste zu ganz neuen Dimensionen verholfen hat: drückt man auf den Start-Knopf, wenn die Zahnbürste noch nicht im Mund ist, verteilt der rotierende Bürstenkopf ein nettes Zahnpasta-Punktemuster auf dem Badezimmerspiegel. Auch zur Nasenmassage eignet sich die elektrische Bürste viel besser als die herkömmlichen…
Nichtsdestotrotz – dank dieses großen Zauberstabes muss man sie zum Zähneputzen mittlerweile nicht mehr überreden. Direkt nach der Anschaffung sollte Wickie sogar mit ihr schlafen gehen, aber da bleiben wir streng: keine Jungs im Bett, bis sie mindestens 20 ist ^^
 
 
 
Zur Einstimmung auf das Bevorstehende oder währenddessen singen wir gerne mal das Lied vom Zähne putzen. Auf die Melodie von „Bruder Jakob“ heißt es im Lied:
 
Zähne putzen, Zähne putzen,
das muss sein! Das muss sein!
Mach ein Mal den Mund auf,
aaaaaaaaaaaaaaaaa
So ist’s fein! So ist’s fein!
 
Zähne putzen, Zähne putzen,
das muss sein! Das muss sein!
Denn sie wollen weiße,
denn sie wollen weiße
Zähne sein, Zähne sein!
 
Zähne putzen, Zähne putzen,
das muss sein! Das muss sein!
Karius und Baktus,
Karius und Baktus:
ich sag „nein!“, ich sag „nein“!

 
 
In meinen Musikkursen für Kleinkinder erfreut sich besonders die letzte Strophe großer Beliebtheit und wird von den 2- bis 3-Jährigen mit Inbrunst geschmettert! Die fiesen Keime Karius und Baktus können da echt einpacken!
Falls das Zähneputzen bei euch zu Hause nicht so recht klappen will, versucht es doch mal mit Singen oder alternativ mit der Lieblingspuppe/dem Lieblingskuscheltier. Erst werden Teddys Reißzähne geschrubbt und anschließend die eigenen. Dieses Prozedere könnte allerdings auch mal ausarten, falls ihr – wie wir – einen großen Vorrat an plüschigen Freunden besitzt und plötzlich alle zu den Lieblingstieren gehören…
 
Apropos „plüschiger Freund“: bald kommt Kroko in den Kindergarten, ein überdimensionales Zahnpflege-Reptil mit kleinen Geschenk-Bürsten im Gepäck! Kroko kommt jährlich, wirft einen Blick in die kleinen Münder und erklärt Wissenswertes zum Thema Zahngesundheit. Die Bürsten, die er dieses Jahr verschenkt, kommen nicht mit nach Hause (würde gegen Wickie eh abstinken ^^), sondern bleiben in der Kita. Ab 3 Jahren werden nämlich auch im Kindergarten nach dem Mittagessen die Zähne geputzt. Die Begründung der Erzieherin, dass das Putzen bei sehr kleinen Kindern eher Wasserfestspielen gleiche, kann ich absolut nachvollziehen. Nun wird das Zahnkrokodil also sehnlichst erwartet, damit die Mäuse endlich auch wie die großen Kinder Zähne putzen „dürfen“… Kommt alles auf den Standpunkt an! Es ist wie in dem Witz: „Erst trinkst du noch deine Cola aus und isst die Pommes auf. Dann darfst du vielleicht ein kleines Stück Brokkoli haben“ ^^
 
Nun zu den Großen: ich selbst bin für eine elektrische Zahnbürste viel zu ungeduldig, auch wenn mein Onkel – seines Zeichens Zahnarzt – so eine empfohlen hat. Dieses passive, zeitlupenartige Vorwärtsbewegen, während der Bürstenkopf sich einen Wolf schrubbt, dauert mir einfach zu lange. „Zähne putzen“ klingt nach einer aktiven Tätigkeit, deswegen muss ich das Gerät im Mund bewegen, um das Gefühl zu haben, dass die Kauwerkzeuge sauber werden. Vor etwa 2 Jahren habe ich die für mich optimale Kompromiss-Bürste gefunden und halte ihr bis heute die Treue (natürlich nicht genau der, sondern nur dem Modell): Dr. Best mit vibrierenden Borsten. Sieht aus wie eine normale, vibriert wie eine elektrische. Perfekt! Würde Dr. Best seine Bürsten noch heute im TV an rotem Gemüse testen – hätte man anschließend Tomatensauce auf der Mattscheibe ^^ Die bevorzugte Zahnpasta ändert sich bei uns saisonal und nahrungsmittelbedingt: im Sommer (viel Eis) gibt es eher Sensodyne für den frierenden Zahn, im Winter (viel Tee, viel Kaffee) auch mal Colgate Sensation White. Was ich auf dieser Welt mit am wenigsten leiden kann, sind fast leere Zahnpastatuben. Man drückt und drückt und drückt, erst kommt gar nichts und auf ein Mal ein riesiger Haufen als letzte Amtshandlung der Tube… Auch die Aufroll-Technik, bei der man die letzten Gramm Zahnpasta systematisch von hinten nach vorne platt walzt, frisst mir zu viel Zeit und Nerven. Weil ich also eine neue, jungfräuliche Tube dem kläglichen Resteauspressen vorziehe, wanderten die Alten immer in die Badschublade für meinen Mann. Dieser beschwerte sich irgendwann über Milliarden fast leerer Zahnpastatuben und fragte, warum ich sie nicht wegschmeißen würde. Der Liebesbeweis „ich habe sie extra für dich aufgehoben“ schien ihn nicht wirklich zu beeindrucken…
 
Da hat die Apothekenfrau nicht schlecht gestaunt, als ich so mir nix dir nix
mein Handy gezückt und für diesen Post „ihr“ Gebiss fotografiert habe ^^
 
Wie sieht’s mit euch aus – putzt du noch oder vibrierst du schon?
 
 
P.S. Wer von meinen lieben Lesern meint, dass wir – im Gegensatz zum Posttitel – so gar nicht bissig sind und uns deswegen ein Herz schenken möchte, der darf das mit einem Click auf der Seite der Brigitte MOM-Blogs gern tun – MERCI 🙂 Dort findet ihr übrigens auch noch viele andere interessante Mütterblogs mit den unterschiedlichsten Themengebieten von A wie Anziehen bis Z wie Zähne – hach wie passend ^^


Axolotl, bunte Muffins und der schwedische Einrichtungswahn

Nachdem ich den deutschen Sommer für dieses Jahr schon in der Kategorie „abgehakt“ verbucht hatte, staunte ich doch nicht schlecht über die letzten warmen Tage! Mein Problem ist nur, dass das klamottentechnische Einstellen auf eine bestimmte Wetterlage bei mir immer eine Art Inkubationszeit mit sich bringt. Anfang letzter Woche war das beste Beispiel dafür: Montag, Temperaturen im anfänglich zweistelligen Bereich, aber dabei nassekliges Pfützenwetter: also lange Hose, Jacke.
Dienstag Morgen: lange Hose, Jacke, wie Montag. Das Thermometer stieg im Laufe des Tages wider Erwarten bis über 25°C, ich schleppte mich mit nicht besonders elegant hochgekrempelten schwarzen Jeans-Hosenbeinen in die Schule zum Unterricht und notierte für Mittwoch im Geiste „sommerliche weiße 3/4-Hose“. Als ich Mittwoch Morgen mit eben dieser Sommerhose vor der Kita stand, fröstelte ich ein wenig angesichts der knappen 12 Grad, die Jacke zu Hause am Haken. Im Laufe des Donnerstages tauschte ich die Sommerhose resignierend wieder gegen die Herbstjeans, um am Wochenende erneut mit dem Kleiderschrank und wetter.com zu verhandeln. Bin ich zu unspontan für den deutschen Sommer? Fast scheint es so. Über den dünnen Longsleeve, den ich Fiona heute Morgen wegen des Taus auf der Wiese angezogen hatte, wird sie sich vermutlich nicht besonders gefreut haben, als sie nachmittags bei den im Radio angekündigten 25°C durch den Kitagarten gesprungen ist… Blöd nur, dass das Radio erst läuft, wenn wir schon im Auto unterwegs sind. Zu spät für den Garderobentausch.
Wie dem auch sei – das schöne Wochenendwetter haben wir viel an der frischen Luft verbracht. Die Jahreskarte „zwingt“ uns nun praktisch öfter mal zum Tierparkbesuch, in dem wir bei bestem Tierparkwetter einen tollen Sonntagnachmittag verbracht haben. Bestes Tierparkwetter, weil a) nicht nass und b) nicht so heiß, dass die Tiere stinken 🙂 Wir haben gestern echt Kilometer gemacht, so dass sich meine Fußsohlen hinterher anfühlten, als würden sie in Flammen stehen. Das abendliche Grillen bei meinen Eltern (und das vorher spontane Grillzubehöreinkaufen wegen verkaufsoffenen Sonntages!) war der perfekte Ausklang eines schönen Wochenendes. Tierparkbilder gab’s hier schon öfter zu sehen, deswegen nur eine kleine Collage Sonntagsimpressionen.
 

„Berta“

Mein persönlicher favourite ist das Axolotl (2.v.l.), den ich dort zum ersten Mal gesehen habe! Dieser nackte Wasserlurch hat ein Gesicht, wie eines meiner kürzlich genähten Kuschelmonster und sieht aus, wie ein Überbleibsel aus einem Jurassic-Park-Film. Weil er sein Leben lang im Larvenstadium verbleibt, eine sogenannte „Dauerlarve“ (hey, ein neues Schimpfwort? „Du Dauerlarve“? Oder lieber gleich: „Du Axolotl!“?), gab er dem wegen Plagiatsvorwürfen viel diskutierten Roman der jungen Autorin Helene Hegemann seinen Namen. Da geht es um eine 16-jährige Rebellin, die nicht erwachsen werden kann/will – genau wie der Lurch. Irgendwie faszinierend! Fiona fand an meinem Axolotl hinter Glas nicht sonderlich großen Gefallen, dafür aber live und in Farbe (naja, armeegrün? Camouflage?) an Bartagam-Dame „Berta“, die sie sogar „streicheln“ durfte („Die ist ein bisschen stachelig, Mama!“). Hätte ich nicht zufällig beim Nahtauftrennen eines genähten Nono-Kleidchens ein paar Tage vorher mit einem Auge RTL-Unterschichten-TV geguckt, in dem es um ein junges Paar ging, das zusammenziehen und statt Arbeits- oder Kinderzimmer ein Tierzimmer u.a. wegen der Bartagame einrichten wollte, hätte ich gar nicht gewusst, was wir da streicheln sollen: eine Mischung aus Echse und Krokodil, wie gesagt ein bisschen stachelig aber in erster Linie ganz zahm und zu Hause auf der Schulter der netten Tierparkmitarbeiterin. Fiona hat mit ihrer kleinen Spielzeugkamera, die ursprünglich mal mit Hello-Kitty-Brausebonbons gefüllt war (Danke, Kaja!), unzählige Fotos von den Tieren geschossen. Ich habe ihr versprochen, dass ich die Fotos von „ihrer“ Kamera ausdrucken lasse und ihr ein richtiges Fotoalbum zum Angucken mache. Allerdings musste ich ganz schön hinterher sein mit dem heimlichen Synchronfotografieren, oder „futterfieren“, wie Nono es nennt 🙂

die rasende Reporterin auf der Aussichtsplattform bei den Pingus – wo ist nochmal der Zoom?!

Über die Facebook-Fanpage des Löckchenzauber-Blogs, der neben dem von Anderen schon unzählig nachgebastelten Stoffbäumchen auch viele andere kreative Designideen für’s Kinderzimmer vorstellt, bin ich irgendwann mal über eine große Lampenverschönerungsaktion gestolpert. Eine Bloggerin, auf die ich leider nicht verlinken kann, weil ich mir ihre Blog-URL nicht gemerkt habe, hat die 4,99€-Papierkugel vom Schweden rundherum mit bunten Muffinförmchen beklebt. Das fand ich dort schon total toll, es scheiterte aber am Nichtvorhandensein des Zubehörs. Als mir vor ein paar Tagen im Drogeriemarkt zufällig ein 100er Pack bunte Muffinförmchen für 1,79€ über den Weg lief, schoss mir sofort das Bild dieser DIY-Lampe wieder in den Kopf. Naja, die Förmchen landeten in meinem Einkaufskorb und so nahm das Schicksal seinen Lauf: Familie M. begab sich also an einem schönen, sonnigen Samstagvormittag in das blau-gelbe Wohnparadies auf ein paar Köttbullar und eine Lampe. Schade, dass wir mit dieser Idee nicht allein gewesen sind. So kurz nach dem Erscheinen eines neuen Werbekataloges, der aber absolut nicht ausschlaggebend für unseren Besuch war, am Wochenende dort in Ruhe „bummeln“ gehen zu wollen, ist ein von vornherein zum Scheitern verurteiltes Vorhaben. Das weiß ich jetzt. Alle Generationen – die, die noch geschoben werden bis hin zu denen, die wieder geschoben werden – verstopften die Gänge in dem quadratkilometergroßen Einrichtungshaus. Kein Wunder, dass die Schilder einen duzen, so eng und familiär wie es an einem vollen Samstag ist ^^ Ganze Großfamilien verbringen scheinbar ihre freien Wochenenden direkt auf der Couch JENNYLUND und im Sessel POÄNG, um sich die schwedischen Hackbällchen (die ich beim Bestellen versehentlich umlautvertauscht als „Kottbüllar“ aussprach…peinlich) direkt auf den Couchtisch BOKSEL liefern zu lassen, da im Restaurant samstags die Tische knapp sind. Ich weiß nicht, mein Empfinden von „entspannt einkaufen“ ist irgendwie anders. Vor allem, wenn man programmiert ist auf „Rundlampe“ und „Blanco-Kissen“ und sich auch nicht staubedingt für eine neue Kinderzimmereinrichtung interessiert. Es war wie bei Mario Barth: „HOSE!“ – „LAMPE!“. Statt einfach einen Schritt zur Seite zu gehen, wenn sie merken, dass die Neuronen sich für ein Sitzmöbel interessieren, bleiben die Leute einfach unvermittelt direkt „auf der Straße“ stehen und verursachen Auffahrunfälle und einen nachfolgenden Stau von der Wohnzimmer- bis in die Küchenabteilung. Und dann versuch mal, entgegen der Pfeilrichtung in einen Bereich zurückzukommen, in dem du schon warst. Nahezu unmöglich! Es war ein bisschen wie die große Wanderung bei Ice Age, nur, dass weder Mammuts noch Faultiere unterwegs waren.
Immerhin besitze ich jetzt zwei Blanco-Kissen, für die ich Bezüge nähen kann, und eine bereits beklebte Papierlampe im Kinderzimmer. Dass die Förmchen nicht ausreichten und der obere Lampenkranz vorerst nackig bleiben musste, lasse ich an dieser Stelle einfach unter den Tisch fallen. Wenn man, wie ich, keine 1,70m groß ist, sieht man das von unten auch gar nicht… Fiona ist jedenfalls sehr glücklich mit der neuen Muffinlampe und macht sie an, egal ob es hell oder dunkel draußen ist: „Die Muffins leuchten so schön!“ Thematisch zum Rotkäppchenmärchen an der Wand und dem Waldteppich auf dem Fußboden vielleicht nicht 100%ig passend, aber dann wird das Märchen eben modernisiert, Rotkäppchen 2.0, und das rotbehütete Mädel bringt der Oma Kaffee und Muffins statt Wein und Brot. Cake happens! Auf dass das Kinderzimmer noch bunter werde 🙂
P.S. Das teuerste an der ganzen Aktion war wohl der Kleber…
 

 Gewummelt wurde auch wieder, weil der Postmann pünktlich am 01. die neue Kiste zum Thema „Farbe & Licht“ mit drei tollen Bastelideen gebracht hat. Die Kreisel-Blätter kann man mit Wachsmalstiften bemalen und dann beim Kreiseln beobachten, wie sich die Farben mischen. Fiona hat ziemlich schnell durchschaut, wie das mit der Feinmotorik am Kreisel funktioniert und hatte dann im wahrsten Sinne des Wortes „den Dreh raus“. Dass und wie sich die Farben mischen, fand sie ganz schön interessant.

 
Auch „übriggebliebene“ Projekte der letzten Kisten kamen doch noch zum Einsatz: das Wikingerfloß, das in der Badewanne zu Wasser gelassen wurde und die bunten Wurfringe aus der Zirkuskiste. Dass sie schon ziemlich gut mit der Schere umgehen kann, stellte Fiona beim Klebebandschneiden unter Beweis. Dumm nur, dass die Schere alles schneidet, was ihr zwischen die „Beine“ kommt, z.B. auch das neue Kleid… Ich weiß nicht, wer von uns beiden vor Schreck mehr geweint hat. Aber die Schneiderader in mir wird sich da schon was Schönes einfallen lassen, um das Loch zu kaschieren…
 
links unten: Spielparadies in der Kinderabteilung. Jemand Fiona gesehen…?!
Schön am Schwedenbesuch war übrigens neben dem Essen auch die Frage einer Mitarbeiterin, die wissen wollte, ob ich lernen möchte, wie man sich eine Kissenhülle mit Hotelverschluss selber näht und ich stolz antworten konnte:
„Nein, danke. Das kann ich schon.“ Ätsch! :)

Kennt ihr eigentlich den Cartoon mit dem Titel „Bewerbungsgespräch bei Ikea“? Der Bewerber kommt zur Tür rein und in der Sprechblase des Chefs ist zu lesen: „Please have a seat!“. Daneben ein Haufen loser Bretter und Schrauben. Haha…