Sprüche-Parade #3

Es ist wieder Zeit für die Sprüche-Parade bei der Testfamilie, wo es nach Postkarten und Wandtattoos diese Woche um die Sprüche gehen soll, die die lieben Kleinen so loslassen: Kindermund.
Wer regelmäßiger Leser meines Blogs ist, weiß, dass in fast jedem meiner Posts Zitate von Fiona zu lesen sind, denn was die im plapperigen Alter von gut Zweieinhalb so von sich gibt, ist mitschreibenswert.
Zu Beginn der Sprachlernphase habe ich ein kleines Lexikon angelegt, das Nonikon: in einer Spalte stand, was sie gesagt hat, in der zweiten, was es bedeuten soll und in der dritten, wann sie es zum ersten Mal gesagt hat. Beispiele?
„Bokack“ = Geburtstag, Juni 2011 oder „Gagn“/“Gign“ = Danke/Bitte, Nov. 2010. Ewige Favoriten (z.T. noch heute gebraucht!) sind „Hip-Hop“ für Ketchup oder „U-i“ für Pinguin ^^
Sehr früh, also noch lange bevor sie ihren Namen aussprechen konnte, war sie im Kindergarten für ihre Tierlaute bekannt. Wir haben schon immer viele Bücher angesehen und in den meisten ging es eben um Tiere. Wie macht der Hund? Naja, ihr kennt das sicher. (Das meistgelesene Buch zu der Zeit war wohl „Piep Piep Piep“ von Soledad Bravi. Uneingeschränkt empfehlenswert, wer es ein bisschen abstrakter mag)
Die Erzieherinnen haben sich kringelig gelacht, weil sie zwar noch nicht mal richtig krabbeln konnte, aber auf die Frage nach dem Löwen mit einem kratzigen „Roaaarrrr“ geantwortet hat. Auf unserem Kita-Weg lag bzw. liegt nach wie vor eine Feuerwehrstation. Wenn ich an besagter Stelle aus dem Autofenster zeigte, antwortete mein gerade 1-jähriges Mädchen mit einer meist exakten (Feuerwehr-)Quarte: „Ta-taaa!“
Das Sprechen hat sich rasant weiterentwickelt und aus dem kleinen Mund sprudelten bald zwei oder drei Wörter pro Satz, die Konstruktion Subjekt-Prädikat-Objekt hielt sie allerdings nur für eine grobe Richtlinie. „Nono satt ist.“

Was Fiona vermutlich dazu sagen würde:
ja, ja, zu den 3-Wort-Sätzen wurde ich ja praktisch gezwungen, weil Mama mich ständig damit aufgezogen hat. Sagte ich klar und deutlich „NamNam!“, fragte sie wie auf den Kopf gefallen „Hast du etwa Hunger, mein Schatz?“ als ob sie mich nicht richtig verstanden hätte und wenn mir am Sonntag Morgen der Appetit auf Waffeln mit Puderzucker stand und ich ihr ein zartes „WAFFE !!!“ in’s Ohr hauchte, guckte sie mich erst panisch mit großen Augen und dann belustigt an: „Achsooo, du wolltest sagen, dass du eine WaffeL essen möchtest…?“
Klar, was sonst?! Habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt?! Einzig und allein um meinen Eltern das Verstehen zu erleichtern, nahm ich noch ein paar Worte mehr hinzu, damit sie nicht immer so blöd fragen müssen. Ganz wichtig bin ICH, Nono, universeller Satzanfang. Eine Hand voll Verben wie „haben“ (hat Priorität!), „wollen“, „essen“ und „trinken“ in den Topf und dazu noch einige elementare Zutaten wie Bonbons, Eis, Stifte, Hasi, Buch, Wanne, Kekse, Urlaub, etc. Nun noch das kleine aber feine Wörtchen „nicht“ (oft in Zusammenhang mit „will“ gebraucht) in die Suppe gestreut und dann kräftig umrühren… So wie mein gesamtes Umfeld sich freute, als ich die ersten zusammenhängenden Sätze mit sinnvollen und konkret formulierten Wünschen ausspuckte, müssen sie gedacht haben, das sei ein unmögliches Unterfangen. Naja, immerhin verstehen sie mich jetzt ^^ So, Mama, jetzt darfst du wieder schreiben.

Mit Ironie und Sarkasmus sollte man bei Kindern generell vorsichtig sein. Vieles nehmen sie für bare Münze oder nageln dich fest auf das, was du gesagt hast. Wenn ein Kleinkind seinen vollen Becher auskippt und ein Erwachsener mit genervter Stimme: „Bravo. Ganz toll…“ dazu sagt, dann ist die Botschaft, die beim Knirps ankommt: „Bravo!!!! Super! Ganz toll!! Das hast du gut gemacht! Nochmal!“. So ähnlich ging es meinem Mann eines Morgens am Wochenende. Fiona und Mama lagen noch im großen Bett, während Papa schon heimlich aufgestanden war um Frühstück vorzubereiten. Als er wieder in’s Schlafzimmer kam, fragte Nona: „Papa, wo warst du?“ und er antwortete: „Wo soll ich gewesen sein? Im Schwimmbad?!“ Kurze Zeit später, als wir alle am Frühstückstisch saßen, fiel es Fiona wie Schuppen von den Augen: „Papa! Du wolltest doch noch in’s Schwimmbad!!!“

Schön ist auch die Antwort auf meine morgendliche Frage, wie sie geschlafen hat. Darauf antwortet Nono grundsätzlich mit: „So!“, dreht sich auf die Seite und schnarcht ^^

Einziger Sinn und Zweck meines Stillkissens…

Im Aufstellen von logischen Konsequenzen ist sie auch schon ganz groß. Im Kindergarten sollte nach dem Spielen aufgeräumt werden, als Belohnung wartete ein Gummibärchen. Ihre Erzieherin erzählte mir, dass Fiona nicht beim Äufräumen geholfen habe, sie soll einfach frech gesagt haben: „Nein.“ Als ich Nono später im Auto fragte, warum sie nicht aufgeräumt hat, erklärte sie mir ganz ernst:
„…na weil ich kein Gummibärchen wollte.“

Auch wenn ich an einer Hand abzählen kann, wie oft das Aufräumen von alleine klappt, funktionieren doch höfliche Umgangsformen wie „bitte“ und „danke“ schon einwandfrei. Auch „Gesundheit!“ wünscht sie, wann immer jemand einen undefinierbaren Laut von sich gibt, sei es Niesen, Husten, Räuspern o.ä. Aus mir unerklärlichen Gründen heißt es bei ihr „A-sundheit“, wahrscheinlich, weil man es so schnell und so nebensächlich ausspricht, dass das Wort erst bei der 2. Silbe richtig zu hören ist. Wer weiß. Letztens wies ich sie darauf hin, dass es „GE-sundheit“ heißt. Sie: „Achso, E-sundheit!“
Ach, komm, egal 😉

Noch ein paar Worte zu unserem Wochenende:

Wie ihr seht, haben wir nicht nur mit Aufbüglern Buchstaben geübt, sondern gestern an diesem verregneten Sonntag auch Hände gedruckt. Der bunte „Bilderrahmen“ besteht aus Masking Tape, Motiv-Klebeband, was ich ein paar Tage vor Ostern über amazon marketplace bestellt hatte. Als ich schon nicht mehr mit dem Erhalt der Ware gerechnet hatte, kam es nach fast 2 Monaten tatsächlich noch an: ein mit Zollaufklebern und chinesischen Schriftzeichen (Ente süß-sauer?) beklebtes Päckchen aus Hongkong… Können die das nicht vorher sagen oder war ich zu blöd zum lesen? Aber beginnen wir das Wochenende chronologisch. Freitag Abend waren wir beim Classic-Open-Air. Wo wir letztes Jahr nur mit T-Shirt bekleidet (nicht ausschließlich, versteht sich ^^) eine laue Sommernacht + Feuerwerk genießen konnten, wären diesmal lange Unterhosen und Schal angebracht gewesen. Der Wind vertrieb uns erst auf einen heißen Tee in’s Café nebenan (reimt sich, darf mir was wünschen. Besseres Wetter?!) und dann schließlich doch wieder auf die warme Couch nach Hause. Gewundert hat sich mein Mann, nicht über die Darbietung auf der Bühne, sondern über die als Flammkuchen verkaufte Pizza mit viel Grün…Am Samstag Vormittag ging es zum ersten Mal in meinem Leben in einen Stoffladen. Ich hätte noch vor einem halben Jahr nienienie gedacht, dass ich da mal freiwillig reingehe und auch noch was kaufe…!
(1m von dem Blauen namens „Bugs all over“ rechts außen ist jetzt übrigens meiner 😉
Besonders die Knöpfe hatten es dem Mausekind angetan. So bekam sie nach dem Bezahlen eine kleine Extratüte nur mit den süßen Buttons drin und trug diese stolz zum Auto.
Samstag Abend fanden die letztes Jahr im September (!) gekauften Karten für Die Ärzte endlich Anwendung! Unvorstellbar, dass 3 Mann es schaffen, ein 20.000er-Stadion an 3 Tagen hintereinander zu füllen! Am Tag des Konzertes sind mir zum ersten Mal die Plakate mit der Ankündigung und dem Zusatz „ausverkauft“ aufgefallen. Hingen die da vorher schon? Zuzutrauen wäre es der Band, dass sie die einen Tag vorher aufhängen lassen haben, nur um den Leuten ohne Eintrittskarte die Zunge rauszustrecken :p
Wir Klaustrophobiker (der beste Platz ist auf der Bühne…) hatten uns nicht nur die längste Schlange zum Eingang ausgesucht, sondern hatten auch nur auf den ersten Blick Glück mit unseren Plätzen (letzte Reihe ganz oben, Randplätze). In der Reihe vor uns vollführten wild gewordene Krankenschwestern auf den Bänken stehend Boogie-Woogie-Orgien statt Headbanging und hinter uns gröhlten proletenhafte End-70er so laut und falsch, dass wir den Gesang aus den Boxen nur noch vage erahnen konnten… Insgesamt war die Stimmung super und mit ihrem Mix aus Alt und Neu über die Jahrzehnte konnten DÄ alle Generationen begeistern. Durchschnittsalter lässt sich schwer festlegen, von 15 bis 50 waren alle Fans vertreten. Überrascht hat mich, dass wenig offensichtliche Punks zu sehen waren (oder die tummelten sich unten in den Anspringe-Pogo-Reihen, von denen nur die Köpfe rausguckten…) aber die Ärzte nehmen sich ja schon selber auf die Schippe und fragen sich im ersten Song des neuen Albums:
„Ist das noch Punkrock?“.
0,5-Plastikflaschen sind erlaubt, hieß es. Von wegen – beim Einlass durfte ich die Wasserflasche zwar behalten, musste aber den Deckel abschrauben und wegschmeißen! Die ganze Zeit in der Hand halten will man sie nicht. Aber stellst du sie hin, liegt sie Sekunden später in der Waagerechten, das Wasser sickert in deinen Schuh und durchnässt langsam aber sicher die Socken…lecker!

Weil ich es schon auf mehreren Blog gesehen habe, wollte ich sie als Neubastler auch ein Mal probieren: die Wummelkiste.
Wummelkisten gibt es ein Mal im Monat. Sie beinhalten verschiedene Bastelanleitungen und Materialien zu einem bestimmten Thema und sind geeignet für Kinder zwischen 3 und 7 Jahren.
Beim Ausfüllen des Anmeldeformulares erschien eine Fehlermeldung: „Der Geburtstag muss mindestens 3 Jahre in der Vergangenheit liegen!“. Na woll’n wir mal nich so kleinlich sein! Kurzerhand wurde das Geburtsdatum ein kleines Stück verschoben und schon passte die Sache. Das war Anfang Mai. Als am Freitag ein Paket ankam, adressiert an Fiona, hatte ich die Anmeldung schon wieder ganz vergessen gehabt. Gestern, am Regensonntag, probierten wir das erste von 3 Bastelsets aus. Thema diesen Monat ist „Geschicklichkeit“, nicht optimal für kleine (Noch-)Grobmotoriker aber der Pusteschmetterling ist mit ein bisschen Hilfe von Mama doch tatsächlich flugtauglich geworden. (Und dann erklär mal einem Kleinkind, dass die dazugehörige dicke, bunte Kreide, mit der man draußen den Landeplatz des Schmetterlings markieren soll, nicht für den Wohnzimmerfußboden gedacht ist…)

Um den Bogen zum Thema „Kindermund“ zu spannen: ich machte versehentlich aus dem „u“ ein „i“ (wie die Bücher) und erzählte Fiona, dass für sie eine Wimmelkiste angekommen sei. Sie stutzte, machte große Augen und rief:
„Waaaaaaas? Eine Windelkiste?!“

P.S. Sponsoren gibt es natürlich auch diese Woche wieder: vorteilscout.de, kinderzimmer-haus.de und tausendkind.de.

Advertisements

Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

4 Kommentare zu „Sprüche-Parade #3“

  1. Ihr habt ja doch auf derselben Seite gesessen beim Konzert wie wir 😉 Sieht zumindest vom Foto her so aus. Nächstes Mal dann wirklich zusammen, dann zeigen wir euch die kurze Schlange 😉

    Zum Thema Kindermund/Fiona: Ich muss mich hier auf der Arbeit immer zusammenreißen, nicht „Bänk ju matsch“ zu sagen, wenn ich mich bedanke ^^

    Gefällt mir

  2. Der Post ist mal wieder ein Knaller, ich könnte dich ehrlich stundenlang lesen. Es ist so erfrischend.

    Am besten gefällt mir Fionas Reaktion auf dein allmorgendliches “ Wie hast du geschlafen“ ! Herrlich.

    Hab noch einen schönen Abend,
    Maraike

    Gefällt mir

  3. Das mit der Ironie hatten wir erst heute wieder:
    Randalieschen: „Gehst Du auch zum Spielplatz Papa?“
    mein Mann: „Nee, ich fahr mit dem Fahrrad!“
    und sie: „ich auch Fahrrad fahren!“

    Schon hatten wir den Salat! 🙂

    Liebe Grüße
    Elli

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s