Ungeschminkt

Der Selbstporträt-Monat Mai (ja, spät dran, ich weiß ^^) endet mit dem Pimpinella-Thema „Ungeschminkt“.

Bis jetzt habe ich mich ja ganz wacker geschlagen, obwohl die Umsetzung der Mai-Mottos nicht nur für mich eine echte Herausforderung dargestellt hat. Zu „Ungeschminkt“ könnte ich euch eigentlich jedes x-beliebige Foto von mir zeigen, denn bis auf einen schiefen Kajalstrich unter’m Auge (den ich dann meistens auch noch vergesse in der Eile morgens), ist bei mir mit Schminke nicht viel zu holen. Einzig bei Konzerten oder anderen wichtigen Events darf’s ein bisschen Make-Up in Verbindung mit Mascara und Lidschatten sein, aber auch nur, weil man sonst im Scheinwerferlicht auf der Bühne so grün aussieht (sagte mir mal jemand nach einem Auftritt, allerdings war ich zu der Zeit schwanger, die Gesichtsfarbe kann also auch daran gelegen haben…). Gegen ein bisschen Verschönern im Gesicht habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden, soll ja auch jeder so handhaben, wie er es mag. Aber wenn mir auf der Straße Mädchen begegnen, die bis vor 2 Monaten noch Unterhemd und Schlüppi statt Tanga und BH getragen haben und die jetzt aussehen, als wären sie kopfüber in einen Tuschkasten gestürzt, dann finde ich das einfach nur unangebracht. Eltern, die ihre Kinder so auf die Menschheit (oder sollte ich schreiben: „Männ“schheit?) loslassen, handeln ziemlich unverantwortlich, denn mit großgetuschtem Augenaufschlag und knallroten Lippen können aus 14 Jahren schon mal schnell 18 werden, inklusive der Folgen. Dislike! Aber es soll ja auch Kinder geben, die mit braven Zöpfen und altem Pulli aus dem Haus gehen und diese auf der Schultoilette erstmal gegen Minirock und Spaghetti-Top eintauschen. Von wegen schwer zu tragen im Schulrucksack. Kein Wunder, wenn die Schminkutensilien auch noch irgendwo neben dem dicken Bio-Buch untergebracht werden müssen.. Gut, dass Fiona noch ein bisschen Zeit hat, bis ihre Eltern anfangen schwierig zu werden ^^

Tja, was zeige ich euch nun zum Thema? Einfach nur ein unangemaltes Auge erschien mir zu banal.
Wie wäre es mit einer Weiterdeutung des Mottos, also keiner ungeschminkten Vivi sondern einer ungeschminkten Wahrheit…? Okay, hier kommt sie, wegen der Lockenpracht oft versteckt:

In meinem Nacken steht „Ente süß-sauer.“

Nein, das steht da natürlich nicht, aber das antworte ich, wenn ich danach gefragt werde. Die Blicke hinterher sind köstlich. Während meines Studiums, als die Musik nicht mehr nur Hobby und nicht Beruf war, sondern Lebensinhalt, ließ ich mir genau das auf den hinteren Hals schreiben. 2 Zeichen, denn im Chinesischen heißt „Musik“ soviel wie „Freude am Klang“. Und weil ich weiß, dass mich diese Freude ein Leben lang begleiten wird, steht es nun da. Satt sehen kann ich mich nicht dran, denn mir selbst ist es anatomisch unmöglich, die Zeichen anzugucken ^^ Wer sich jetzt fragt, ob der Tätowierer sich einen Spaß machen wollte und mir da tatsächlich „Ente süß-sauer“ oder „Wer das liest, ist doof“ raufgemeißelt hat, den kann ich beruhigen. Chinesisch ist zwar nicht Japanisch, aber beide Sprachen ähneln sich in gewisser Weise. In Trossingen fand sich zu meiner Studienzeit internationales Studenten-Volk ein, darunter auch Tomomi aus Japan, die mir die (richtige) Bedeutung meines Hautschmucks versichern konnte. Schönen Gruß!

Das obligatorische Auge schiebe ich trotzdem gleich noch hinterher, damit ich diese Woche wegen „am Thema vorbei“ nicht disqualifiziert werde 😉

Trotz brauner – wie ich dachte – dominanter Augen meines Mannes haben sich meine blaugrauen bei unserem Nono-Kind durchgesetzt. Da hat wohl jemand bei den Mendel’schen Erbsen im Bio-Unterricht doch nicht so gut aufgepasst…?

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

4 Kommentare zu „Ungeschminkt“

  1. Dem Mendel den Finger gezeigt, würde ich sagen. 🙂 Die Geschichte mit der Ente ist sehr schön, die Gesichter sind bestimmt Gold wert. Ein wunderbares Bild übrigens.
    Beste Grüße von Nina

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