Kunterbunt

…vs. monochrom lautet das Wochenmotto bei Luzia Pimpinella.

Wie immer konnte ich mich nicht für ein einziges Bild entscheiden und zeige euch deshalb mehrere. Sieger dieses Battles ist ganz klar KUNTERBUNT!

Das Erste, worauf mein Blick am Morgen eines Arbeitstages fällt, ist kunterbunt vs. monochrom (okay, das Allererste ist der Wecker, dann der Spiegel – uääähhh, die Zahnbürste, das Marmeladenglas…aber das zählt alles nicht, denn richtig wach werde ich erst, wenn ich ins Auto steige…).

Ich habe in meinem Leben noch nie einen Thermobecher besessen. Wozu auch? Der Kaffee aus der Padmaschine hat gerade richtig lauwarme Trinktemperatur und wurde zum 15min-Expressfrühstück hintergekippt, als mir von Kaffee noch nicht übel wurde. Anders verhält es sich mit dem momentanen Kaffeeersatz, dem Guten-Morgen-Türkischer-Apfel-Tee. Meine empfindlichen Lippen können erst nach etwa 30min einen Geschmack identifizieren. Vorher melden sie nur heißheißheiß! Als es dann bei Tchibo diesen hübschen Becher gab (und mein Auto zufällig über einen total praktischen, festinstallierten Getränkehalter verfügt), war es Liebe auf den ersten Blick und nun begleitet er mich tagtäglich und versüßt mit seinen Farben (und seinem Inhalt) jeden noch so grauen, verregneten Morgen 🙂

Installing German summer – Installation failed. Error 404: summer not found.
Summer is not available in your country. Please try Tunisia…

Letzte Woche gab es keinen Foto-Frage-Freitag, keine 7 Sachen und auch Frl. Pimpinella kommt heute erst recht spät.
Dafür gibt es einen Grund und der ist ……. kunterbunt! (oh, reimt sich sogar! Na sowas…)
Gleich zu Beginn der Sommerferien waren wir mit unseren Musikschülern 4 Tage im Probenlager. Die Reise führte uns in die Nahe Berlin gelegene Europäische Jugenderholungs- und Begegnungsstätte am Werbellinsee. Begegnet sind wir uns, jugendlich waren wir auch (naja, fast) und wir hatten ein paar wunderschöne Tage mit sehr lieben Kindern. Das Gummistiefelmatschhosenwetter vom ersten Tag verwandelte sich pünktlich zu unserer Bootsfahrt auf dem See am zweiten Tag in strahlenden Sonnenschein und so hatten die Kinder ihre Bikinis und Badehosen nicht umsonst eingepackt.
Vom Trommelkurs über Freundschaftsbänder knüpfen bis hin zu arabischem Bauchtanz und Knüppelteig am Lagerfeuer war für jeden etwas dabei. Die täglichen Proben waren sogar so erfolgreich, dass das zukünftige Schüler-Orchester (9-11 Jahre) beim Abschlusskonzert vor den Eltern am Sonntag die „Bad Romance“ von Lady Gaga schon im Originaltempo 3-stimmig vortragen konnte. Einmal gespielt, wird man diesen Ohrwurm nicht mehr los: „rah rah ah-ah-ah, ro mah ro-mah-mah, ga ga oh-la-la, want your bad romance…“ Am Besten war der Spruch meiner Mama dazu, die laut lachte, als sie den Titel zum ersten Mal geschrieben sah: „Hahaha, ich dachte, es heißt „schlechte Römer“ – bad romans!“

Hier ein paar bunte Impressionen des Wochenendes:

Last but not least kommt hier das Bunteste am Leben als Mama: Nono!

Wie ihr seht, sitzen wir schon (fast) auf gepackten Mariechenkäfer-Koffern (ja, und Nono sitzt versehentlich auf einem Leuchtschwert – es ist nicht, wonach es aussieht ^^). Morgen geht’s los in die Sonne. Nach 2 Wochen Funkstille melden wir uns zurück mit Fotos, Geschichten und gutem Wetter im Gepäck. Bis dahin, bleibt uns treu und habt eine schöne Zeit!

P.S. Und vielleicht klappt das mit der Sommerinstallation in Germany zwischenzeitlich ja doch noch 😉
P.P.S. „Fiona, willst du die DVD von Ice Age mitnehmen?“ – „Ja, Schokoladeneis!“

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Schwarz vs. Weiß

Wer auch immer vor ein paar Tagen über 300x und heute immerhin noch 152x versucht hat, sich in mein Email-Postfach einzuloggen – ich schreibe es dir schwarz auf weiß: gib’s auf ^^

Apropos schwarz und weiß, da wären wir schon bei Luzia Pimpinellas Thema der (letzten) Woche.

Ich kann mich einfach nicht für eins entscheiden, deswegen schicke ich gleich 4 Bilder in’s Rennen.
Sucht euch eins aus  🙂

Nach den beiden absolut gelungenen Sommerkonzerten gestern müsste ich wohl stellvertretend für alle Beiträge ein Tastenbild hochladen. Erst haben 45 (!) junge Musiker aus den 1. Klassen des Stadtbezirkes auf ihrem Schuljahresabschlusskonzert mit der Melodika gezeigt, was sie in einem Schuljahr gelernt haben und anschließend durften die Fortgeschrittenen ihre Fähigkeiten nach einem Jahr Akkordeonunterricht unter Beweis stellen.

Das zweite Konzert bestritten mein Schülerorchester VIVAccordia und das Ensemble conAmici gemeinsam. Neben einigen Uraufführungen („Ai se tu pego“, „Those were the days“, „Music“) spielten wir auch unsere Wettbewerbsstücke vom Open Accordion Festival in Irland (April 2012) und ernteten viel Applaus vom Publikum. Für das anschließende Grillen im Innenhof des Theaters hatten wir (nach einem verregneten Samstag und einem Auftritt im Partykeller des Nachbarn statt im großen Garten des Geburtstagskindes) bestes Wetter und tolle Beiträge auf der offenen Bühne. Mein persönliches Highlight war Fiona, die mir schon seit Wochen in den Ohren lag, wann sie endlich auf die Bühne gehen darf. Gestern war es nun so weit, sie schnappte sich die Rassel, kletterte ans Mikro und verkündete laut und mit kräftiger Stimme: „Mama, Papa und Fiona spielen jetzt „Der dritte Mann““ und das taten wir dann auch. (Morgens vor dem Konzert: „Noni, du bist heute der dritte Mann!“ – „Hahaha, nein, Mama, DU bist der dritte Mann. ICH bin eine Ballerina….“) Unser kleines Rampenferkel hat tatsächlich das komplette Lied durchgerasselt. Bei der Probe zu Hause ist sie nach etwa der Hälfte einfach losgegangen ^^ Als das Stück zu Ende war und sie wieder ins Publikum gehen sollte, gab es fast Tränen und bedrohlich weit nach unten gezogene Mundwinkel à la Merkel. Sie wollte noch ein Lied singen. Welches?
„Mh-mh macht der grüne Frosch im Teig“. Leise von mir auf dem Akkordeon begeleitet, sang unsere zweieinhalbjährige Prinzessin in ihrem Blütenkleidchen laut und deutlich das Lied vom grünen Frosch in der Backware, meistens tonal sogar schon ziemlich dicht dran ^^
Ich glaube, sie hat jetzt Blut geleckt. Abends unterhielten wir uns:
„Ich bin stolz auf dich, Nono!“
– „Ja, ich bin auch stolz auf dich, Mama! Dis war eine aufregende Welt heute. Wann geh ich nochmal auf die Bühne???“

Außerdem habe ich euch noch eine hübsche Miezekatze zu zeigen, die sich neulich erst ausgiebig putzte und anschließend so vor meiner Handykamera positionierte, als hätte sie sagen wollen:
„Hast du Tomaten auf den Augen? ICH bin schwarz-weiß. Guck! Und jetzt mach gefälligst ein Foto!!!“
Es gibt eine Postkarte, auf der sind ein liegender Hund und eine sich auf dem Rücken räkelnde Katze zu sehen.
Denkblase beim Hund: „Sie pflegen mich, sie geben mir Futter, sie lieben mich…sie müssen Götter sein!“
und bei der Katze:
„Sie pflegen mich, sie geben mir Futter, sie lieben mich…Ich muss ein Gott sein!“

 Last but not least kommt hier mein persönlicher Sieger dieses Farb- bzw. Zustandbattles:
das weiße iPhonium 🙂
(und nicht nur, weil es so schön spiegelt ^^ einmal „i“, immer „i“)

Und noch ein paar 7-Sachen-Bilder der letzten Tage. Die Idee stammt von Fr.Liebe, die jeden Sonntag (oder auch Montag) dazu aufruft, Bilder von 7 Sachen zu zeigen, für die wir unsere Hände gebraucht haben, egal ob für 5 Minuten oder 5 Stunden:

üben üben üben…
T-Shirts gepimpt
Täschchen für die Fillys genäht
unsere 3 conAmici-Männer bei besagtem Kellerauftritt ohne Vorwarnung geknipst – und alle gucken beschäftigt weg….
Blumen, Bäume, Unkraut, die eigenen Füße und alles, was sonst noch im Garten zu finden ist, gegossen ^^
das bei ARLA gewonnene Schmetterlings-Züchterset ausgepackt und bestaunt
(Raupen werden aber erst nach dem Urlaub bestellt, ich berichte dann)
einen schönen Himmel gesehen und festgehalten

Frage-Foto-Freitag

Auch heute lädt Steffi wieder zur Teilnahme am Foto-Frage-Freitag ein. Hier kommt er:

1. Was vermisst du gerade?

…den Deckel vom „Auge“ meiner Spiegelreflex. Jemand gesehen…?
2. Was hast du diese Woche ganz schnell gemacht?
…mich mit Salatsoße eingesaut, so wie es sonst nur das Tochterkind schafft. Hätte diese Woche ein Motto gehabt, es wäre bei mir wohl irgendwas mit Kleckern gewesen. Erst versuchte ich am Dienstag, eine frisch zubereitete Pfanne Hawaii-Geschnetzeltes in einer Schüssel im Auto 1km weit zu transportieren. 10m vor dem Ziel drängelte ein dicker Mann im noch dickeren Wagen hinter mir so dermaßen, dass er mich (ausnahmweise Sonntagsfahrer wegen heißer Fracht) fast genötigt hat, einen Tick zu schnell um die Kurve zu fahren. Und dann nahm das Unheil seinen Lauf… Als würde das nicht schon genügen, kippte ich kurz darauf eine volle Tasse Pfefferminztee, der gerade bei Trinktemperatur angekommen war, über den Tisch und erzielte damit volle Punktzahl: Fußboden, Tischdecke, Zeugnisse, Briefumschläge, Fernsehzeitung, Eckbank und natürlich die eigene Hose. Tadaa – in der Disziplin „nachhaltiges Kleckern“ das beste Ergebnis seit Langem.
3. Ein toller Tipp?
Das Magazin – die Kultzeitschrift aus Berlin. Ich kann sie nur wirklich jedem ans Herz legen, der nicht über Beschwerden von Nachbarn wegen Hundekacka auf dem Bürgersteig oder die aktuellen Fußballergebnisse aus der Landesliga informiert werden will. Dieses Heft ist einfach mit nichts zu vergleichen, es erfindet sich immer wieder neu und kennt journalistisch keine Grenzen. Schon allein die monatlich wechselnde Überschrift über der Überschrift passend zum Thema der Ausgabe (z.B. „für alle, bei denen es Klick gemacht hat“, „für alle, die aus der Reihe tanzen“ oder „für alle, die irgendwie verkorkst sind“) nimmt das deutsche Lesevolk populärer, nicht wirklich objektiver Boulevardblättchen ein wenig auf die Schippe 😉 Die Kolumnen meiner Lieblingsautoren Stefan Schwarz und Kirsten Fuchs sind absolute Highlights, aber auch die nicht alltäglichen Artikel über Absurdes, Witziges und Sonderbares aus dem Leben gehören für mich zu den ausschlaggebenden Argumenten, weshalb man diese Zeitung lesen muss. Jahresabo 28€, Einzelausgabe 3€. Also wenn es euch nächstens am Zeitungsstand begegnet – kaufen! Fühlte mich selten besser unterhalten.
(In der aktuellen Ausgabe stehe ich sogar mit einem Leserbrief drin, ha!)
4. Eine Sache, die du nicht benutzt, weil zu hübsch?
Diese unglaublich süßen Knöpfe, speziell die Pfötchen, kann ich einfach nicht irgendwo annähen, denn dann habe ich sie ja nicht mehr in meiner kleinen Knopfschatztruhe ^^
5. Wie siehst du im Moment oft aus?

Okay, ich sehe nicht wirklich oft so aus, (weil privat viel zu faul dafür) aber heute morgen, denn da sollte der Friseur aus den quirligen Naturkorkenziehern große, konzertfeine Ausgeh-Löckchen zaubern. Hat funktioniert, nun müssen sie nur noch halten bis Sonntag. Werde wohl im Stehen schlafen ^^
(6. Worüber hast du dich kürzlich gefreut?)
Diese Frage gehört eigentlich nicht zum FFF, aber ich beantworte sie euch trotzdem, denn die liebe Jill hat mir die Auszeichnung „Liebster Blog“ verliehen! Yippiieee!
Vielen, vielen Dank! Darüber habe ich mich wirklich gefreut!
Vor Kurzem habe ich diesen Award zum ersten Mal bekommen und ihn weitergereicht. Wer noch mal gucken möchte, wen ich mir als besonders lesenswert ausgesucht hatte, der folge mir unauffällig
In der Zwischenzeit sind auch zwei meiner liebsten conAmici-Freunde unter die Blogger gegangen, denen ich diese Auszeichnung gerne weitergeben möchte:
und
Außerdem begrüße ich mittlerweile 70 treue Leser auf meinem Blog. Ich freue mich über jeden Einzelnen!
Herzlich Willkommen! Habt ein schönes Wochenende!

Eltern-Kind-Blogparade Juni

Im Juni schreibe ich nicht erst kurz vor knapp am 30. (denn zu dem Zeitpunkt sitze ich hoffentlich schon unter strahlend blauem Himmel in der Sonne am Meer, wie hier angekündigt), auch in der Hoffnung, dass es Mitte des Monats ein paar mehr interessierte Paradenteilnehmer gibt, die zum Lesen und Kommentieren vorbeikommen, als am Ende 😉

Testmama Kerstin hat schon im Voraus angekündigt, dass mir die Aufgabe sicher gefallen wird. Erwartet habe ich deshalb eine Kreativaufgabe (die auch gern in einem der nächsten Monate mal wieder dran sein darf ;), bin aber mit der aktuellen nicht weniger zufrieden: „Lernen und lernen lassen“, das ideale Thema für einen Lehrer! Aber keine Angst, ich möchte euch nicht mit Studien und Ergebnissen aus der Hirnforschung langweilen, sondern meine ganz eigene Meinung zum Thema Lernen aus zweierlei Blickwinkeln darstellen: aus Sicht der Lehrerin und aus Sicht der Mama.

Fangen wir bei der Mama an:

Stellt euch vor, was ihr da nach 9 Monaten Co-Produktion mit eurem Mann auf den Tisch im Kreißsaal „legt“: ein fertiges, im Idealfall rosa Baby mit allem dran, was es braucht: Arme, Beine, Hände, Füße, Nase, Ohren, manch eines sogar schon mit Haaren (die aber recht bald wieder ausfallen um dann mit dem Wachsen noch mal von vorn anzufangen ^^). Ob da ein 50cm großer Fußballer, ein Künstler oder ein Sprachtalent hungrig die Hebammen und Ärzte anschreit? Die jeweiligen Anlagen sind alle schon da und warten nur noch auf ihren Ausbau.
Nachdem die ersten Glückstränchen über dieses unfassbare Wunder getrocknet waren, fing es an, mich zu faszinieren. Bei genauerer Betrachtung, und dafür hat man im Krankenhaus reichlich Zeit, fielen mir die feinen Linien auf den Fingerspitzen und die individuell ausgeformte Ohrmuschel mit all ihren Vertiefungen und Erhebungen auf, die wie ein Filtersystem für die Richtung des Schalles funktionieren. Solche fein ausgeklügelten Systeme haben sich da in meinem Bauch entwickelt und sind fix und fertig für den Gebrauch rausgekommen. Der Wahnsinn!
Sobald das, was mal Arme und Beine wird, mit dem Rückenmark verbunden ist, beginnt ein Baby zu lernen. Bereits in der 9. Woche, also meist noch bevor das werdende Elternpaar Familie und Freunde eingeweiht hat, lernt der ca. 2cm große Embryo, erste Bewegungen von Kopf und Extremitäten zu steuern. Gipfeln wird das pränatale Lernen im Daumenlutschen, Kopf befühlen (manch kleiner Junge befühlt auch was ganz anderes ;), Mamas Stimme und die Muttersprache hören/wiedererkennen und Umdrehen im Bauch (das machen Babys, wenn sie es wollen und nicht, wenn eine alternative Hebamme der Mutter eine brennende Zigarre an den Zeh hält – Moxabustion, lest mal nach, das gibt’s wirklich!). Psychologen hängen sich sogar so weit aus dem Fenster und bezeichnen die Gebärmutter als das erste Klassenzimmer des Menschen. [Buchtipp: „Öhrchen im Bauch“ von Hetty van de Rijt]
Wann das Lernen wieder aufhört? Nie!
„Wer aufhört zu lernen, ist gedanklich bereits tot“, steht auf einer meiner unzähligen Postkarten.

Im (älteren) Volksmund wird das erste Vierteljahr mit Baby auch gern als „die dummen drei Monate“ bezeichnet, weil der Säugling fast nur schläft und noch nicht auf äußere Reize reagiert. Wer wirklich glaubt, dass Neugeborene nicht auf äußere Reize reagieren, der halte einem Frischgeschlüpften mal eine (gefüllte) Brust vor die Nase und schaue was passiert ^^ Natürlich schlafen Babys viel, das ist erstens Erholung für Mama und zweitens eine wichtige Lernphase! Alle Sinneseindrücke wollen verarbeitet und miteinander in Zusammenhang gebracht werden. Warum sonst heißt es, ein Baby lernt in den ersten 3 Monaten mehr als ein Student in 4 Jahren an der Uni…? Nach den „dummen Drei“, die absolut nicht dumm sind q.e.d., beginnt das Kind, in Abstimmung mit den jeweiligen körperlichen Fähigkeiten (so ein Kopf ist schwer, verdammt! Halt den mal einfach so als kleiner Hals!), die Eindrücke aus den vorangegangenen Monaten umzusetzen. Vormachen, Nachmachen. Mamas Zunge ist draußen. Nanu! Wie geht denn das? Hab ich auch sowas? Da! Tatsächlich. Ich hab auch sowas! Aber gleichzeitig den Mund aufmachen?! Geht nicht! Das mit dem Multitasking muss ich noch perfektionieren. Es muss aber doch gehen, Mama kann es auch. Also nochmal fest konzentriert, Mund auf und……. raus mit dem Lappen! Juhu! „bllllllll“
Für andere vielleicht unverständlich, weint die Mama dicke Kullertränen vor Freude und klatscht euphorisch in die Hände, wenn sich der Hosenpups vor Publikum das erste Mal vom Bauch auf den Rücken dreht. Das ist eine gigantische Leistung. Wartet’s ab, ihr werdet an meine Worte zurückdenken ^^ Das erste eigenständige Strampeln beim Babyschwimmen, das Hochziehen am Tisch oder die ersten freien Schritte sind nicht nur hochdosierte Stolz- und Glücksdrogen für Eltern und Großeltern, sondern in erster Linie sind es Lernprozesse, die in dem kleinen Kopf über die letzten Monate gereift sind und jetzt endlich erfolgreich umgesetzt werden können.

Nach den motorischen Fähigkeiten zieht der Kopf nach und bildet in Zusammenarbeit mit den Ohren die ersten „glglglgls“ und „mamamams“. Mamatränen sind selbstverständlich, brauche ich gar nicht mehr zu erwähnen 😉 Bei Fiona hat der Kopf scheinbar irgendwann die Motorik überholt. Mit dem Laufrad ist sie (noch?) nicht befreundet, dafür aber immer noch mit der Windel und aus dem kleinen Mund kommen Sätze wie: „Ich fürchte, Frau Mautes hat keinen Urlaub mehr…“, „Das ist aber nett von dir, dass du mir ein Eis mitgebracht hast!“ oder „Das sind Cheese-Strings“ (Käsestangen, die der Opa auf dem Abendbrotstisch hatte).
Das Sprechenlernen ist eine wirklich faszinierende Angelegenheit und ich wünsche jedem, dass er das (mindestens) ein Mal selber an seinem Kind miterleben darf. Mit etwa 2 oder 2,5 Jahren beginnt eine regelrechte Wortschatzexplosion und wer wie ich ein Sprachlernlexikon mit den ersten unverständlichen Wörtern angelegt hatte, der kann dann getrost einpacken. Andere Kinder sprechen mit 2 nur „Ball putt“ anstatt „Mama, ich schlage vor, wir sollten einen neuen Ball kaufen, denn der alte hat keine Luft mehr drin“. Beide Extreme sind weder Zeichen von fehlendem Intellekt noch von früher Hochbegabung. Generell spricht beim Thema Hochbegabung wohl eher der Ehrgeiz der Eltern eine deutliche Sprache, soviel sei aus der Arbeit als Lehrerin gesagt… Jedes Kind entwickelt sich in seinem ganz individuellen Tempo. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Mit 18 können die meisten einigermaßen geradeaus reden und Windeln haben sie auch nur in den seltensten Fällen noch an ^^ Alles wird gut.

Jetzt fragen wir mal den Pädagogen:

Beim Schuleintritt oder auch noch Jahre danach ist (neben dem passenden Schulrucksack!) wichtig, dass sich die Vertrauenspersonen (Mama, Papa, Großeltern) für das Kind und seinen Alltag interessieren. Einem Zweitklässler erschließt es sich mitunter nicht auf den ersten Blick, warum er das Kleine 1×1 oder das Alphabet auswendig pauken soll, wenn er stattdessen viel lieber draußen mit dem Kumpel Ball spielen könnte. Wenn Mamas oder Papas regelmäßig nachfragen und wissen wollen, was das Kind in der Schule gemacht hat, ermutigen sie es, zu erzählen, zu erklären und zu reflektieren. „Lernen durch Lehren“ ist ein ganz alter Trick – einfach mal Rollen tauschen. Wenn man anderen etwas schlüssig erklären kann, dann hat man es wirklich verstanden. Da hat Mama doch glattweg vergessen, wie viele Bundesländer Deutschland hat!! Und die dazugehörigen Landeshauptstädte sind auch alle weg… 
„Kannst du mir helfen, Sohnemann/Tochterkind?“ Das zieht, versprochen 😉

Ich finde, statt den Schülern langweilige Fakten vorzusetzen und seitenweise abschreiben zu lassen (wer hatte das nicht im Geschichtsunterricht an der Oberschule? Bücher auf, Seite 374 – 413….), sollten viel mehr Pädagogen auf die für uns Menschen einzig richtige Art des Lernens zurückgreifen: auf das ganzheitliche Lernen. Konkret bedeutet das, den Lernstoff mit dem bereits vorhandenen Wissen in Verbindung zu bringen, denn nur durch die Verknüpfung entstehen dauerhafte Verbindungen. Ansonsten wird alles Gelernte in separaten „Schubladen“ abgespeichert und irgendwann, wenn man sie lange nicht mehr geöffnet hat, klemmen sie dauerhaft und wir kommen nicht mehr an den Inhalt ran. Als einer meiner Tutoren im Abi sagte, wenn wir zu Günther Jauch auf den Stuhl wollen, sollten wir das genau jetzt tun, auf dem höchsten Stand unseres Wissens, haben wir darüber gelacht. Heute kratze ich mich so manches Mal am Kinn und denke zurück an die Sache mit der Photosynthese. Wie war das gleich…?!
Oder Bundesrat, Bundestag, Fraktion, Opposition, wer wählt da noch gleich wen wohin…?

Aber zurück zur Ganzheitlichkeit: unser Körper arbeitet überkreuz – die linke Gehirnhälfte ist für die rechte Körperhälfte zuständig und vice versa. Gleichzeitig „betreut“ die linke Hemisphäre das logisch-analytische Denken, die rechte Kreativität und Wahrnehmung. Optimales Lernen ist immer dann möglich, wenn beide Seiten zusammenarbeiten. Beim Lernen sollten also beide Gehirnhälften angesprochen und genutzt werden, um „gehirngerecht“ und vernetzt mit allen Sinnen zu lernen, also so, wie der Kopf funktioniert. Sicher kennt ihr das – eine Lernsituation in der Schule oder ein Test/ eine Klassenarbeit, die z.B. mit einer witzigen Begebenheit in Verbindung steht, wird man noch Jahrzehnte später hervorkramen können, wohingegen andere, ganz normale Stunden und deren Inhalte per Delete irgendwann im kopfeigenen Papierkorb gelandet sind.

Ein Beispiel? Wir sollten im Lateinunterricht aufschreiben, bis zu welcher Vokabel wir zur nächsten Woche auswendig lernen sollten. Der Lehrer nannte immer die Startvokabel, z.B. „avis- Vogel“ bis „ira – Zorn“. Nun schrieben wir also fleißig ins Hausaufgabenheft, was der Chef diktierte und ein paar Tage später rief mich meine Banknachbarin völlig verzweifelt an. Sie könne die Endvokabel nicht finden: „eamsidise“. Nirgendwo steht dieses verdammte eamsidise!!
Ich schaute in mein Lateinbuch und fing schallend an zu lachen. Die letzte zu lernende Vokabel lautete „eam“ und bedeutet übersetzt „sie, diese“… Tja, und bis heute ist es eine der ersten, die ich noch aus dem Effeff weiß, nur dass man danach nicht sonderlich oft gefragt wird ^^
Eine andere Story ist aus dem Musikgeschichteunterricht während des Studiums. Unser spanischer Dozent fragte mich, ob ich wisse, wie viele Sinfonien Beethoven geschrieben habe. Ich antwortete wahrheitsgemäß: „Nein.“ Und da im Unterricht oftmals ein bunter Mix aus Deutsch mit ein paar englischen Vokabeln gesprochen wurde, erhielt ich erstaunlicherweise ein Lob auf meine Antwort: „Richtig, nine!“ (Das werdet ihr nie wieder vergessen, wetten?)

Diesen Fakt des ganzheitlichen Lernens muss man aber erst ein Mal kennen, um ihn praktisch umsetzen zu können. Deswegen sollte die Aufgabe der Lehrer in erster Linie sein, den Kindern beizubringen, WIE man richtig lernt, bevor sie anfangen zu pauken.
[Buchtipp: z.B. „Trotzdem lernen“ von Vera F. Birkenbihl]

Konkret berichten kann ich von Erfahrungen aus der musikalischen Früherziehung und dem Instrumentalunterricht. In der Früherziehung im Kindergarten wird nicht nur gesungen, sondern es wird jede Stunde eine kleine Geschichte erzählt, die mit dem Lied im Zusammenhang steht. Jeder Liedtext wird natürlich mit zahlreichen Bewegungen untermalt und beschrieben. Außerdem werden nach und nach englische Vokabeln eingestreut und regelmäßig wiederholt. Diese Woche hatte ich meine Elternstunden in der Kita, also kleine Vorführungen, bei denen die Kinder den Eltern und Erziehern zeigen dürfen, was sie bei mir gelernt haben. Die Eltern waren völlig baff, dass ihre z.T. erst 4-jährigen Mäuse auf meine Fragen in einwandfreiem Englisch mit „good morning“, „bye bye“ oder „a book how to cook“ antworteten. Weil die Vokabeln an bestimmte Ereignisse innerhalb der Geschichte und des Liedes geknüpft sind, können die Kinder sie behalten und irgendwann sogar wiedergeben.

Mit dem Instrumentalunterricht fangen wir in der Regel in der 1.Klasse an. Grundsätzlich kann jedes Kind ein Instrument lernen. Klar wird es immer Schnellversteher und Auf-dem-Schlauch-Steher geben, aber die „rudimentären“ geistigen und motorischen Fähigkeiten dazu sind bei 98% der Kinder im Schuleintrittsalter vorhanden. Spielerisch und mit viel Spaß werden erste musikalische Grundlagen auf einem Tasteninstrument erfahren. Ein bisschen Musiktheorie und im ersten Dreivierteljahr ca. 30 Lieder mit der praktischen Umsetzung der theoretisch gelernten Schwerpunkte machen aus kleinen, schüchternen Zuckertütenkindern selbstbewusste, junge Musiker, die am Ende des 1.Schuljahres mit ihrem Instrument auf einer großen Bühne vor Publikum auftreten und stolz ihr Musikzeugnis in Empfang nehmen können (genau so ein Konzert ist diesen Sonntag; die Kinder überlegen schon seit Wochen, was sie anziehen ^^).

Von der individuellen Entwicklung und dem ebenso individuellen Lerntempo habe ich weiter oben schon geschrieben. Nun sieht man im Instrumentalunterricht ganz deutlich, wem es einfach so ohne großen Aufwand „zufliegt“ und wer zu Hause fleißig üben muss, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. Es heißt nicht umsonst, Erfolg = 5% Talent, 95% harte Arbeit. Manchmal kehrt es sich um und es sind die Checker vom Anfang, die irgendwann mit dem Unterricht aufhören, wenn es zum ersten Mal schwieriger wird und sie selbstständig üben müssten…
Ich merke im Verlauf des Kurses genau, bei wem Mama und Papa dahinter stehen, nachfragen, sich Notenblätter zeigen und vor allem zu Hause vorspielen lassen und bei wem die Eltern nur darauf bedacht sind, dass auch ja nicht ein Euro zu viel abgebucht wird, wo doch der Bildungsgutschein vom Amt schon beantragt ist… Ich kann nur alle Eltern ermutigen, sich wirklich für ihre Kinder zu interessieren, sich für sie einzusetzen und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Lernen ist ein lebenslanger Prozess. Vielleicht kann ja auch Mama langsam das Lied vom „Kuckuck und Esel“ spielen, wenn ein kleiner Lehrer zeigt, wie es geht…?

Halten wir mal fest: Kinder, weder Babys noch Schüler, sind kein Objekt, das es zu optimieren gilt. 70 Stunden intrauterine Kopfhörer-Dröhnung Beethoven-Sinfonien, ganze 9 an der Zahl ;), werden keinen kleinen Einstein hervorbringen. Eltern, die sich mit ihrem Kind/ihren Kindern beschäftigen, die intensiv Zeit miteinander verbringen und nie das Interesse verlieren, werden die Neigungen ihres Nachwuchses erkennen und (hoffentlich) fördern, egal ob es sich um mittelalterliche Dichtkunst oder impressionistische Malerei handelt 🙂

In diesem Sinne – habt ein offenes Ohr für eure Kinder, dann geht ihr einer aufregenden Zukunft entgegen, in der es immer etwas zum gemeinsamen Lernen geben wird!
(und sei es, wenn ihr dann mit 70 und 90 Jahren zusammen auf dem Klo die Kreuzworträtsel in der Apothekenzeitung löst ^^)

Urlaub

…nein, noch nicht ganz, aber die Tage lassen sich schon fast an einer Hand abzählen 🙂
Berlin startet dieses Jahr wie gesagt bereits am 20. Juni mit den Sommerferien. In den 6 Wochen gibt es natürlich viel zu erholen in erster Linie, aber auch viel zu tun. Weihnachtskonzerte (ja, ihr lest richtig!) wollen durchdacht, geplant und vorbereitet werden, weil wir Musiklehrer im August/September mit der Erarbeitung der Stücke anfangen müssen, damit bis Dezember alles steht. Und nie hat man genug Zeit und den Kopf so frei wie in den Ferien…
Nach ein paar Tagen Schüler-Probenlager in der Nähe beginnt unser Erholungspart dann Ende Juni mit einem 2-Wochen-All-inclusive-Urlaub knapp unter Sizilien: im warmen Tunesien, dem nördlichsten Land Afrikas. Fiona hat mittlerweile auch schon die gesamte Kita über ihren anstehenden Urlaub informiert. Der pink-weiß gestreifte Hello-Kitty-Badeanzug ist gekauft (ganz wichtig) und wird aktuell immer montags beim Kinderschwimmkurs getestet. Auch Taucher-, Sonnenbrille und Schwimmweste wurden schon organisiert und werden beim Packen wohl als Erstes im Koffer landen. Schwierig wird es mit der Auswahl der Kuscheltiere und Spielzeuge. Wenn sie schon einen eigenen Koffer hätte, wäre die Vorgabe ganz einfach: soviel, wie du selber tragen kannst. Da sie ab 2 Jahren zwar ein eigenes Stück Handgepäck haben dürfen, es aber grundsätzlich nach 10m Tragen zu schwer wird (auch wenn nur Liemhasi und ein Pixibuch drin sind) und die einmalige Bitte „Kannst du das nehmen, Mama?“ zu einer Grundvoraussetzung für den weiteren Urlaub wird, verzichten wir darauf besser.

Bei den letzten Urlauben sahen die Koffer in Etwa so aus: 1x Flip-Flops, 2 Shirts, 2 Hosen, einen Bikini und eine Hand voll Unterwäsche für Mama, darüber 14 kurze Shirts, 8 langärmlige Oberteile, 8 kurze & 8 lange Hosen, 20 Kleider, 20x Socken, 3 Bikinis, 4 Strumpfhosen, 5 Paar Schuhe, 20 Schlüppies, 20 Hemdchen für Fiona (okay, nicht ganz, aber das Verhältnis stimmt!). Alles, was noch darüber hinaus ging (Jäckchen, Weste, Mützen, etc.) wurde seitlich in Papas Koffer verstaut und Schwimmutensilien, wie der riesige aufblasbare Pinguin beispielsweise, reisten in Sasas Gepäck… Nun sind also alle Koffer randvoll und im Kinderzimmer stapelt sich nach wie vor der Turm aus Büchern, Tieren, DVDs, Stiften, etc., die laut Kind UNBEDINGT mit müssen. Dann setzt man sich gemeinsam vor den Turm und beginnt, zu sortieren. Nachdem man mit dem Nachwuchs unter lautstarken Protesten verhandelt hat, dass Stethoskop, Puppenhaus und Lego-Eisenbahn zu Hause bleiben können, gilt es, das eigene Handgepäck optimal zu bestücken. Mittlerweile weiß ich gar nicht mehr, was ich zu meiner noch kinderlosen Zeit alles mitgeschleppt habe. Mein Handgepäck war immer voll wenn es in den Urlaub ging. Bücher, Discman (ja! Es gab tatsächlich eine Zeit vor dem mp3-Player), CDs, Federtasche, Schreibblock, Fotoapparat, Noten, Essen, Trinken, Rätselblock, Sonnenbrille, Nackenkissen ^^ Heute sieht das ein bisschen anders aus: Buch, Handy, Reisepass. Voll ist die Tasche natürlich trotzdem! Die schwere Spiegelreflex muss weichen und Platz machen für: Liemhasi, Kuscheldecke, Windeln für unterwegs, Feuchttücher, Fruchttiger, Stullen mit Bärchenwurst, Gummibären, Bonbons, Lieblingsbuch (es ist reines Glück, wenn sie nicht das 365 Seiten starke Märchenbuch zum derzeit liebsten auserkoren hat….), portabler DVD-Player, DVDs, Stifte, Malbuch, Spritztiere, Kinderkamera, … Und nach Murphys Law ist es so, dass das, was gerade dringend gebraucht wird (z.B. Bonbon zum Druckausgleich bei der Landung) ganz ganz unten ist und man durch das Umgraben mit der Suchhand den kompletten, einigermaßen nach Themengebieten sortierten Inhalt auf den Kopf stellt, bis die Trinkflasche ausläuft, die Wurst aus der Tüte kommt, die Stifte ihre Kappen verlieren und die Windel ganz unten liegt. Und die wird mit Sicherheit als Nächstes sehr dringend gebraucht. Shit happens ^^

Wirklich gebraucht wird letztendlich sowieso nur Buddelzeug, was man im Kids-Club vor Ort ausleiht oder am Urlaubsort für 2€ kauft, weil es nicht in den Koffer gepasst hat ^^

Warum all-inclusive weit weg und nicht Ostsee-Ferienhaus mit dem Auto?

So richtig Urlaub steht für mich in unmittelbarer Verbindung zum Reisen mit dem Flugzeug. Ich möchte nicht an heimischen Gewässern auf Sonnenschein und gutes Wetter hoffen müssen, sondern mir nahezu sicher sein, dass jeden Tag die 30°C geknackt werden. Strand und Meer sind für mich der Inbegriff von Erholung. Nirgendwo sonst kann ich so loslassen vom Alltag wie mit Blick auf die Weite des Ozeans und mit Meeresrauschen im Ohr… Fiona kann sich am Strand stundenlang selbst beschäftigen; hinzuzufügen sind lediglich Sand, Wasser, Schippe, Eimer und Wechselsachen ^^
Ein weiterer, sehr wichtiger Faktor ist das Essen. Zu jeder Zeit an jedem Ort eine große Auswahl, über die ich mir im Vorfeld keine Gedanken machen muss: frische Brötchen und Omelett am Morgen, ein paar Kekse im Vorbeigehen an der Poolbar, Mittagessen im Strandrestaurant, Kaffee&Kuchen an der Bar, reichhaltiges Abendessen im Speisesaal und das Glas Wein während der Abendveranstaltung. Im Voraus planen, Zutaten einkaufen, zubereiten – nix. Einfach hingehen, wenn der Magen knurrt, Teller füllen und essen, wonach einem gerade der Sinn steht. Unter anderem das gibt mir eine Unbeschwertheit, wie ich sie eben nur im Urlaub erlebe. Für Fiona ist am Buffet immer etwas dabei: Reis, Bouletten, Nudeln, Pommes, Pizza – die Kinderecke wird ja grundsätzlich nicht nur von den unter-1,40m-Menschen gut besucht 😉
So langsam kommt sie auch in das Alter, in dem die Mini-Disco interessant wird. Im allerersten Urlaub „tanzte“ sie zu „Hokey Cokey“ noch auf Mamas Arm; letzten Sommer auf Korfu sah das schon ganz anders aus…

Tja, liebe Testmama, Inland-Reisetipps wirst du bei mir also vergeblich suchen. Wenn es euch mal in die Ferne ziehen sollte, einfach bescheid sagen. Ich kenn da gute Ziele 🙂
Ihr fragt euch, warum ich die Testmama erwähne? Ist doch gar keine Blogparade?! Ist es doch!
In Kooperation mit Gutscheinzeiger, wo es momentan viele tolle Reisepreise zu gewinnnen gibt, möchte Kerstin von uns wissen, wo wir dieses Jahr unseren Urlaub verbringen werden.

Wenn ihr diesen Sommer auch in den Urlaub fahrt (oder an einem sehenswerten Ort wohnt, von dem es Karten zu kaufen gibt), habe ich noch ein Last-Minute-Angebot für euch: bis 15.06. könnt ihr euch für die Sommer-Urlaubspostkarten-Blogparade vom Naschblog anmelden. Das Prinzip ist denkbar einfach:
3 Postkarten werden geschrieben, 3 Postkarten hat man über den Sommer verteilt im eigenen Briefkasten.
Na, Lust? Zur Anmeldung geht’s hier lang.

Frage-Foto-Freitag

Werbung für diese tolle Bloggeraktion hatte ich ja in einem der letzten Posts schon gemacht, heute schaffe ich es endlich, selber mal teilzunehmen. Vielen Dank an Steffi für die Idee dazu!
Die Spielregeln: es werden jeden Freitag 5 Fragen gestellt, die es mit jeweils einem Foto zu beantworten gilt.
Es ist immer interessant, bei anderen gucken zu können, worum sich deren Leben momentan hauptsächlich dreht. Ein bisschen Spaß am gepflegten Voyeurismus schlummert in uns allen, sonst würden wir wohl keine fremden Blogs lesen und dadurch am „Leben der Anderen“ teilhaben 😉
Wer also heute mal einen Blick durch unser Fenster werfen will, hier ist es:

1. Eins deiner Lieblingswörter?



Danke sollte man viel öfter sagen, egal ob für kleine Aufmerksamkeiten oder große Gefallen. Gestern sprach mich eine alte, schon stark geschrumpfte Mitbürgerin im Laden an, ob ich ihr helfen könne, den Tortenständer wieder in’s Regal zu stellen, sie käme nicht ran (wie zum Teufel hat sie ihn runtergeholt?!). Ich bejahte, stellte den Ständer zurück und wunderte mich, dass sie sich nicht bedankte. Ihr im Geiste den Altersbonus anrechnend, ging ich weiter und bemerkte plötzlich, dass sie mir folgte. Ich drehte mich um und hörte sie sagen: „Danke!“ Ich: „Gern geschehen, kein Problem!“ Plötzlich erwiderte sie ziemlich wirsch: „Doch, doch, das ist es! Danke und Bitte muss man sagen. Genauso wie Hallo und Auf Wiedersehen!!!“
— Abgang Oma ohne weitere Worte —
Ich stand da wie ein begossener Pudel. Was war falsch? Sie hatte doch mit ihrem Danke so lange gewartet. Hätte ich mich verabschieden sollen bevor sie sich bedankt hat? Fehlte das Hallo? Aber sie war es doch, die mich zuerst angesprochen hat. Vielleicht hielt sie mich aber auch nur fälschlicherweise für eine Verkäuferin und wollte ihren Dampf über den Ramsch in dem Laden ablassen, wer weiß. Jedenfalls ist „Danke!“ – oder wie Nono sagt: „Benk ju matsch.“ – ein schönes Wort.

2. Neu in deinem Leben?
Noch relativ neu in meinem Leben ist die Fähigkeit, mit meinen Händen, Nadel und Faden, einem Meter bunten Stoff und einem Nähmaschinengaspedal Dinge zu zaubern, die ich noch vor Kurzem nicht für möglich gehalten hätte. Nach diversen Kuscheltieren, die gerade durch ihre kleinen Schönheitsfehler liebenswert geworden sind, enstand vor ein paar Tagen das erste Kleidungsstück für Fiona. Ein luftig-sommerliches Insekten-Strandkleid, was tatsächlich passt!!!
3. Was kannst du selbst kaum glauben?
…dass in nicht mal mehr ganz 2 Wochen schon die Sommerferien beginnen und damit der Tunesien-Urlaub in greifbare Nähe rückt 🙂 Sonneeeee, wir kommen!
4. Dein Motto für diesen Samstagabend?
„…noch jemand ’ne Wurst?“
5. Was wirst du am Wochenende endlich tun?
Ich werde die Liebesbeziehung zu meinem Akkordeon pflegen und Solo- bzw. Bandprogramm für die anstehenden Sommerkonzerte (praktisch) überlegen….
Außerdem werden wir sicher viel Zeit im Garten verbringen, den neuen Kipplaster für den Sandkasten einweihen, uns über Mamas und Fionas Hula-Hoop-Versuche amüsieren und ein bisschen Fimo kneten (wenn’s nicht zu heiß dafür ist, den Backofen anzumachen ^^)
Habt ein schönes Wochenende!
P.S. Kurzes Update zum Sprüche-Best-Of aus dem Kindergarten:
Ich: „Wir gehen noch mal durch, was Lucy alles in ihren Koffer packt. Also: ein Glas Saft, Saft, Saft, denn der gibt (ich zeige Muckis)…?“
Kind: „Stark.“
„Wer hat sich denn gemerkt, was „fröhlich“ auf Englisch heißt?“
Kind: „Happy birthday!“
Beim Bärenlied wäscht sich der Bär mit den Tatzen im Fluss erst die Hände und dann das Gesicht.
Ich frage, was der Bär im Lied alles macht, nachdem er aufgestanden ist.
Kind: „Der wäscht sich die Hände und dann cremt der sich ein!“
Kind: „Meine Mama kriegt bald ein Baby. Das ist dann noch ganz klein und weiß nichts. Dem muss ich erst alles beibringen…“
„Lucy macht eine Reise in einem Haus auf Rädern. Wisst ihr noch, wie man das nennt?“
Kind: „Ja! Playmobil!“
„Was heißt denn „Spinne“ auf Englisch? Denkt man an den Held aus dem Fernsehen.“
Kind: „Ach, ich weiß, Batman!“
Nono (singt): „Mh-mh macht der grüne Frosch im Teig….“


Winzig klein vs. riesig groß

…heißt das erste der vier Gegenteil-Mottos im Juni.
Meine erste Idee, die winzigen Kinderfinger der neugeborenen Fiona in meiner großen Mamahand (kommt, gebt’s zu, so ein Foto hat JEDE Mama gemacht ;), hatten noch einige andere, die beim Pimpinella-Fotoprojekt dabei sind. Deswegen wurde kurzerhand umdisponiert und ich zeige euch etwas, bei dem ihr genau hinschauen müsst und vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennt, was hier das winzig Kleine und was das riesig Große ist. Es kommt immer auf die Perspektive an 😉
(Dazu fällt mir das Bild von der Katze vor dem Spiegel ein. Als ihr Spiegelbild sieht sie einen ausgewachsenen Löwen und drunter steht: „what matters most is how you see yourself“)

Der 386m hohe Berliner Fernsehturm, umgangssprachlich auch Tele-Spargel, ist eines der Wahrzeichen unserer Stadt. Obwohl er in der DDR geplant und errichtet wurde, ist er seit der Wiedervereinigung 1990 Symbol für Gesamtberlin geworden. Nach über 20 Jahren sollte die Mauer so langsam aus den Köpfen verschwunden sein, könnte man meinen. Davon sind wir allerdings noch weit entfernt! Ich persönlich glaube ja, dass Westberliner beispielsweise das Schloss Bellevue oder den Zoo als „ihre“ Sehenswürdigkeiten bezeichnen, wohingegen waschechte Ossis das Brandenburger Tor und den Tierpark für sich beanspruchen, auch wenn es wohl niemand zugeben würde.
(Nur am Rande: der Fernsehturm steht übrigens im Osten 😉
In meiner Zeit in Westdeutschland folgte auf die Frage nach meiner Herkunft und meiner dazugehörigen Antwort in den meisten Fällen sofort das Nachhaken: „Ost oder West?“. Soviel zum Thema…
Wenn wir mal (selten genug!) mit den Öffentlichen unterwegs sind, die hier übrigens nicht türkisch anmutende Verstümmelungen wie ÖPNV o.ä. über sich ergehen lassen müssen, sondern schlicht und einfach BVG geschimpft werden (und das meine ich wörtlich! Kabelklau bei der Bahn ist eine der Standardansagen im Radio…), fühlt sich die eigene Stadt an, wie eine fremde, je näher die S-Bahn Richtung Spandau ihrem Bestimmungsort kommt. Und sobald Friedrichstraße und Hackescher Markt auf dem Rückweg hinter einem liegen, entspannt man sich langsam wieder vom Trubel der Großstadt und lässt sich von der Bahn an den heimischen Berliner Rand und sanft in den entspannten Minuten-Schlaf schaukeln (sofern nicht wieder irgendwo ein Kabel fehlt bzw. man zur Berufszeit unterwegs ist…). Viele kommen extra nach Berlin, um das multikulturelle Tohuwabohu , blinkende Lichter und dröhnige Musik aus Hinterhausbars hautnah zu erleben. Mir reicht das immer für einen Abend ^^
Ob es den Westberlinern andersrum genauso geht? Und gibt es das in anderen Städten auch oder ist das geschichtlich bedingt nur in der Hauptstadt so?

Aber zurück zum Fernsehturm:

Witzig an der Planung des Turmes ist die Tatsache, dass der Standort in den Müggelbergen schon beschlossene Sache gewesen ist. Dort sollte eine neue Anlage gebaut werden, die vor allem zum Senden des DDR-Fernsehens vorgesehen war. Nachdem ein paar Nebengebäude bereits errichtet worden waren, stellte das Innenministerium fest, dass die Sendeanlage in der Einflugschneise des geplanten Flughafen Schönefelds stehen würde. Ganz großes Kino!
Dass das Ganze mal Probleme geben würde, stand also schon viiieeele Jahre vor der geplanten Eröffnung des neuen Großflughafens fest – haha…

Weiterhin sollte ein anderes, von der Sendeanlage unabhängiges, Großprojekt im Bezirk Mitte entstehen: ein Regierungshochhaus als architektonisches Symbol für die Gesellschaft. Selbiges wurde allerdings nie gebaut.

Beide verworfenen Pläne fanden zusammen und so entstand der Turm auf dem Alexanderplatz.
„Nu Genossen, da sieht man’s ganz genau. Da gehört er hin!“ soll der vor einem Berlinmodell stehende Walter Ullbricht, Staatsoberhaupt der DDR, einer Anekdote zu Folge gesagt haben.
Seit Oktober 1969 steht er nun da, wo er hingehört, und ist zu einem der beliebtesten Ausflugsziele geworden, sowohl für Touristen, als auch für die Berliner selbst. Wer ihm einen Besuch abstatten will, dem empfehle ich die (wenige € teureren) Reservierungstickets zu bestimmten Uhrzeiten, mit denen man ohne Schlange einfach reingehen kann. Bei gutem Wetter steht man andernfalls manchmal gute 2 Stunden, bis man überhaupt zum Schalter kommt, an dem man die Karten kaufen kann. Anschließend werden sich nochmal die Beine in den Bauch gestanden, bis man endlich hoch darf. Nee, nee, nich mit mir und schon gar nicht mit ungeduldigem Kleinkind!

In den 19 Jahren, die ich seit meiner Geburt in Berlin verbracht habe, bin ich nicht ein Mal auf dem Fernsehturm gewesen, dafür mit Fiona nun schon 2x. Die staunte nicht schlecht über winzige Autos, Busse und Straßenbahnen, die sich wie flinke Ameisen 200m unter unseren Füßen durch die Straßen gruben.