Jetzt ein Eis!

Eigentlich hatte ich mir für den Wochenanfang fest vorgenommen, endlich den Mai-Artikel für die nur noch monatlich laufende Eltern-Kind-Parade von der Testmama zu schreiben, schließlich ist der Monat – der doch irgendwie gerade erst mit einem langen Wochenende angefangen hatte – schon wieder fast vorbei und am Freitag ist Juni. Und Mitte Juni sind wir als erstes Bundesland mit den Sommerferien dabei! Kam so plötzlich diesmal!
(Plötzlich wird dann wohl auch der Schulbeginn in der Hitze der ersten Augustwoche sein…oh oh)
Bevor ich aber das eben Angekündigte schreibe, muss ich euch erst von unserem Wochenende berichten.
Dem schönen Wetter sei Dank konnten wir jeden Tag grillen und viel Zeit im Garten verbringen. Dieser wurde am Sonntag auf Vordermann gebracht und mit vereinten Kräften von Tannennadeln, -zapfen und Unkraut befreit. Sogar Fiona hat sich eine Harke geschnappt und fleißig mitgeholfen. Auf die braune Mülltonne, das vorläufige Endlager des Gartenmülls, warten wir noch, aber dann kann der Sommer wirklich kommen! Der Apfelsandkasten wurde ein paar Zentimeter mit (kaltem!) Wasser aus dem reparierten Gartenhahn gefüllt und so konnten sich die kleinen Füße ein bisschen abkühlen. Planschst du schon oder harkst du noch?
Erst klappte das nur-mit-den-Füßen ganz gut aber wer aufsteht, setzt sich auch bald wieder hin. Schneller geht’s mit rutschig-nassem Mini-Pool und so wurde aus dem Fuß- ein Hüftbad ^^ Später kam Freundin Lilly von gegenüber zu Besuch. Die kommt nach dem Sommer schon in die 2. Klasse und liebt es trotzdem, sich mit dem kleinen Mausekind die Zeit zu vertreiben. Sie hatten sich eine ganze Weile nicht gesehen und Lilly stellte erstaunt fest: „Nono kann ja jetzt schon richtig sprechen!“ Die Unterhaltungen zwischen den beiden sind sehr niedlich.
Hier bitte, deine Seifenblasen.“
– „Danke, Nono. Wenn du sie nachher nochmal willst, brauchst du mir nur Bescheid sagen.“
„Okay, ich sage dann Bescheid. Wollen wir jetzt Eis backen im Sandkasten?“
– „Au ja, gerne. Ich möchte Schoko mit Sandstreuseln…hihihi…..“

Ich kann meinem Kind 10x und mit Nachdruck an’s Herz legen, dass es sich nach dem Trampolinspringen die Schuhe wieder anziehen soll. Nix. Sie läuft auf Socken mit Schuhen in der Hand durch den Garten und bringt Harz, Steine, Sand, Käfer und andere Gartenschätze an ihren Füßen in’s Haus. Neben Sandkasten und Rutsche war auch das Trampolin wieder stark frequentiert. Lilly zeigte Fiona allerlei Tricks, z.B. wie man auf den Po springt und danach wieder steht (klappte nicht, der Po ist zu schwer! Muss an der Windel liegen ^^) oder wie man eine Vorwärtsrolle macht (Nono positionierte sich genau wie Lilly, nahm Schwung und rollte sich seitwärts um die eigene Achse. „Guck mal, Mama, wie Lilly!“). Mit diversen Seifenblasengeräten wurde auch am Pfingstwochenende wieder kräftig geblasen, eine größer als die andere. Den ESC haben wir zwischen den Startpositionen 13 bis Ende auf der Couch verschlafen (Halt, bei Roman Lob bin ich kurz aufgewacht!) und wohl nichts Erwähnenswertes verpasst. Die russischen Omis waren ja zum Glück recht früh dran mit ihrem Beitrag, was habe ich gelacht. Ein Song mit Ohrwurmcharakter und russischem Charme: come on and danz. Hat was!
Am Sonntag waren meine liebsten Amicis zum (Achtung, selten!) Grillen da und wir hatten großen Spaß mit TABU XXL und dem lila Knoten Knut, der mit Ziehpapa Marco wunderbar pantomimisch demonstrieren konnte, wenn er einen Herzinfarkt hatte oder eine Kopfschmerztablette nehmen musste. Ganz großes Kino! Frauen gegen Männer brachte einen wortreichen, haushohen Sieg für die Damen 🙂 Nochmaaaaaaal!
Besagte Damen aus dem Winning-Team haben übrigens auch Blogs, die einen Besuch wert sind.

An Pfingsten macht man Ausflüge, heißt es. Und wenn man gerade keine gängigen Fahrräder in der Garage hat, schnappt man sich die Familie und fährt mit dem Auto irgendwo hin. „Irgendwo hin“ führte uns gestern, am Pfingstmontag, zum Schiffshebewerk nach Niederfinow, Europas größtem Fahrstuhl für Schiffe. Dass das dort ist, wusste ich, aber dass es eine eine richtige Sehenswürdigkeit mit einem Parkplatz voller Autos mit exotischen Kennzeichen (OA-SE ^^) ist, wusste ich nicht. Das 2-Hand-Modell, mit dem ich ihr zeigte, was dort vor sich geht, hat sie auf der Festplatte gespeichert, kurzerhand in ihr eigenes Gestikulations-Repertoire übernommen und fortan jedem erklärt, der wissen oder auch nicht wollte, was in einem „Schiffshebe-Berg“ passiert:
Zeigt eine flache Hand: „das ist das Wasser“
Legt andere Faust auf flache Hand: „das ist das Boot. Dann wird die Ampel grün.“
Bewegt beide Hände in die Luft: „dann kommt Wasser, Wasser, Wasser und dann geht es hooooooooch…..“
Prinzip verstanden, Eins, Setzen 🙂

Im Info-Center am Eingang konnte man zuerst in aller Ruhe anhand von anschaulichen Modellen verstehen, was im 1927 – 34 (!) gebauten Hebewerk vor sich geht und wie das Prinzip genau funktioniert.
In Niederfinow wird mit dem Schiffsfahrstuhl in nur 5 Minuten ein Höhenunterschied von 36 Metern im Zuge des Oder-Havel-Kanals überwunden. Von kleinen Paddelbooten über schwimmende Restaurants und sogar elend lange Frachtschiffe passt alles in den Fahstuhl und wird schwimmend im Trog in luftige Höhe befördert. Der Trog hängt an Seilen, die über Seilscheiben zu den Gegengewichten laufen. Diese haben das gleiche Gewicht wie die Wanne, in der das Schiff befördert wird. Der Trog wiegt wassergefüllt etwa 4.300 Tonnen! That’s physics.

Zuerst guckt man sich wie gesagt das Modell an und versteht entweder nur Bahnhof oder Schiffshebewerk und dann geht es zum Strichcodescanner und durch’s Drehkreuz bzw. die Tür für Familien mit Kindern und/oder Hunden. Drehkreuze sind schon eine verzwickte Erfindung. Es gibt Menschen (okay, Bonus, weil knapp 80+), die stecken das Geld in den Automaten, drehen „ihr“ Abteil mit der Hand und wollen eins dahinter dann durchgehen. Komisch, geht irgendwie nicht…
Bei unserer Eintrittskarte zeigte der grüne Pfeil auf die Tür, also Klinke runter und ab dafür. Als wir die Tür nach uns wieder ordnungsgemäß schließen wollten, hinderten uns 3 ältere Damen mit Hund daran, denn sie müssten mit dem Tier ja auch durch die Tür. Aber statt durchzugehen und die Tür zu schließen, hielten sie sie offen. Als wir sagten, sie sollen die Tür schließen, meinte eine, sie seien noch nicht vollständig, der vierte Mann fehle noch. Warum geht man bitte mit einer Gruppeneintrittskarte durch einen Strichcode-Eingang, wenn noch einer fehlt? Nee nee nee. Auch Altersbonus? Immerhin ist eine von den Omis nicht dem vorgesehenen Zickzackweg gefolgt, sondern ist quer durch’s Gelände eine ziemlich schräge Steigung hochgekraxelt und hat sich fast einen abgebrochen, als sie dann oben durch’s Geländer steigen musste… Sachen gibt’s! Man braucht nur rauszugehen ^^
Oben angekommen wurden wir mit einer traumhaften Aussicht über den Oder-Havel-Kanal und das Oderbruch belohnt und lachten über den im Himmelblau angekündigten Schiffsverkehr, denn wenn man von unten über die Treppen kommt, ist vom Wasser noch gar nichts zu sehen…

Die Holzbretter, über die man oben laufen muss, um bis zum Aussichtspunkt am anderen Ende zu kommen, sind sicher sehr stabil und doppelt und dreifach abgesichert. Ich bin auch absolut nicht der Typ Höhenangst und bezeichnete mich bisher als ziemlich schwindelfrei, machten mir doch Loopingachterbahnen und Freier-Fall-Turm nichts aus. Allerdings sind zwischen den Brettern schmale Rillen, durch die man 40m in die Tiefe gucken kann. Während man also sehr bedacht ist, mit den Füßen genau auf den Brettern zu laufen (obwohl durch den Mini-Spalt nicht mal eine Hundepfote passen würde) und deshalb nach unten guckt, stellt das Auge irgendwann auf Fernsicht und guckt durch die Hölzer durch geradewegs in die Tiefe. Auf dem Rückweg über die Bretter wollten selbige gar kein Ende nehmen und vom ständigen Runtergucken hatte ich ganz schwitzige Finger an denen sich Fiona festhielt (oder war es andersrum?). Ich sagte jedenfalls zu ihr: „Ich hab ganz nasse Hände.“ Und sie erwiderte ihre logische Schlussfolgerung: „Warum? Hast du in’s Wasser gefasst, Mama?“

Nono hatte sich am Aussichtspunkt einen Platz in der ersten Reihe auf Hüfthöhe erdrängelt und konnte nun genau beobachten, wie „ein großer Slepper“ in den Fahrstuhl fahren wollte. Ein umstehendes, älteres Ehepaar wunderte und unterhielt sich laut über den großen Frachter: „Passt der denn da überhaupt rein?“ Mein Kind, höflich wie es ist, antwortete ungefragt: „Na-tür-lich passt der Slepper da rein!“
Alles lachte.
Der große Slepper namens JANET fuhr nach dem Passieren des Schiffshebewerkes, übrigens einem historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst, in voller Pracht an uns vorbei und Nono winkte freudig der einen Frau, die an Deck zu sehen war. Hallo, Janet 🙂
Nach dem Abstieg hatten wir uns einen Kaffee verdient und kehrten im Schiffergasthaus ein, mit Hebewerkpanorama, versteht sich. Steffi vom Foto-Frage-Freitag (wieder ein Blogprojekt. Bald mache ich hoffentlich auch mal mit…bald) hat letzten Freitag nach der Überschrift unserer Woche gefragt. Bei mir hätte sie lauten können: „Jetzt ein Eis“ (siehe Foto)

Anschließend machten wir noch einen Abstecher auf die Carlsburg, ein historisches Panoramarestaurant, das seinem Namen auch wirklich alle Ehre macht. Mit einem bisschen Glück konnten wir auch ohne Reservierung einen Platz auf der schönen Terrasse mit Rundumblick ergattern und die leckeren Eierkuchen probieren. Die „Carlsburger Dekoscheune“, einen Laden im Einkaufscenter meines Vertrauens, kann ich jetzt auch endlich zuordnen. Direkt auf der Carlsburg hat die Dekoration (Teelichthalter, Figuren, Blumentöpfe) kleine Preisschilder und man kann sie einfach mitnehmen. Tolles Konzept. Essen und Trinken war super, da müssen wir nochmal hin! Einen Besuch kann ich nur empfehlen! 5-15 km lange Wanderwege bis zu Aussichtspunkten, etc. sind auch vorhanden, aber nach unserer „Schiffshebe-Berg“-Besteigung ließen wir den Wanderweg Wanderweg sein 😉 Wir sind ja eh nicht so das Wandervolk. Meine Mama hat – um die Lästigkeit des sinnlosen Laufens zu untermalen – vor ein paar Jahren mal einen Satz gesagt, an den sie bis heute bei jeder sich bietenden Gelegenheit gerne erinnert wird:
„Wandern ist für mich, wie für die anderen Kinder Hände waschen…“ ^^
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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

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