Eltern-Kind-Blogparade Mai

Wie schon im letzten Post angekündigt, ist die Eltern-Kind-Parade noch nicht vorbei. Weil viele Teilnehmer – darunter auch ich – großen Spaß am Schreiben und Lesen über das Leben mit Kind(ern) hatten, wird die Parade ab Mai monatlich weitergeführt. Ich weiß, heute ist der 31. und ich bin diesmal wirklich spät dran. Ich weiß auch eigentlich gar nicht, wieso. Diesen Monat war nichts Besonderes los, was mich vom Schreiben abgehalten hat. Aber wenn man ganze, laaange 4 Wochen Zeit hat, schiebt man erstmal auf und plötzlich ist Monatsende. Ja, ja…. Warum ist am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig? Apropos Ende des Geldes: Sponsoren sind auch wieder mit von der Partie und vielleicht ist mir das Glück des späten Paradenschreibers hold und beschert uns einen Amazon-Gutschein? *lechz*

Hier geht es heute um Kinderträume, d.h., vom kindlichen Schlafverhalten bis hin zur Frage „Wie habe ich mir das Leben mit Kind erträumt?“ darf alles dabei sein. Let’s go. Ich fange hinten an.

Wie erträumt man sich denn ein Leben mit Kind?
In der Schwangerschaft träumt man sich sein Leben zu dritt in erster Linie zartrosa bzw. hellblau. Man guckt sich seelig lächelnde Neueltern in irgendwelchen Babyzeitungen an, streichelt gedankenverloren über den eigenen dicken Bauch und richtet zu Hause die deLuxe-Wickelkommode für das große Geschäftchen vom Kindchen ein, was nicht stinken, sondern nach Vanillekekschen riechen wird…
Der erste Traum, der platzt, tut das gleichzeitig mit der Fruchtblase: Geburtsschmerzen sind schöne Schmerzen und es wird schon nicht so weh tun. Schließlich bekommen ja manche Mütter mehr als ein Kind. Ja, ihr Lieben, Mütter sind ja auch die stärksten Menschen der Welt, die den Fuß küssen, der sie eben versehentlich mit voller Wucht in die Milchfabrik getreten hat, die ihr laufmüdes Kleinkind wegen vergessenen Wagens durch die ganze Stadt tragen und die aus Cornflakeskrümeln lustige Gesichter legen können, um dem Spross ein Lächeln zu zaubern. Frei nach Chuck Norris sind es bei mir die Mütter, die nicht den Honig essen, sondern Bienen kauen, wenn es denn sein muss. So ein Bienenkauer kann die Wehwehchen, die Schwangerschaft und Geburt so mit sich bringen, auch locker ein zweites Mal verkraften.

Schon Wochen vor der Geburt, wenn die rosahellblau-Phase so langsam von der Angst um den Nachtschlaf abgelöst wird, kauft sich die besorgte Mama das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ und dazu einen Pucksack, denn gepuckte Babys sind laut Dr. Harvey glückliche (schlafende) Babys. [Wer nicht weiß, was „pucken“ ist: eine bestimmte (Tuch-)Wickeltechnik für Säuglinge, damit sie sich in die Enge der Gebärmutter zurückversetzt fühlen und nicht von ihren umherschlagenden Ärmchen am Einschlafen gehindert werden. Sieht ein bisschen mumien-like aus und ich stelle es mir nicht wirklich angenehm vor…] Man liest über 3-Monats-Koliken und sich-nicht-beruhigen-lassende Winzlinge, die man zu „Guten Abend, gut‘ Nacht“ unermüdlich im Mondenschein durch den Flur tragen wird und bekommt es mit der nackten Angst zu tun. Wann werde ich wieder schlafen können? Werde ich überhaupt je wieder schlafen können? Wie soll ich jemals wieder arbeiten gehen?!
So eine kräftige Hormonüberdosis, wie man sie in der Bauchzeit abbekommt, kann neben der allseits bekannten Stilldemenz auch noch andere wirre Gedanken mit sich bringen. Je gewaltiger der Bauchumfang, desto gewaltiger auch die Zweifel, ob man der Aufgabe überhaupt gewachsen ist. Und überhaupt, wie hält man so ein zerbrechliches Wesen eigentlich? Hilfe! Plötzlich wird einem bewusst, dass es viel zu viele Dinge gibt, die man gar nicht weiß und die einem auch keine Hebamme im Geburtsvorbereitungskurs sagen wird. Was tun, wenn es weint? Was tun, wenn es nicht schläft? Was tun, wenn es nicht trinken/essen will? Was tun, wenn es zum ersten Mal mit einer Schürfwunde nach Hause kommt oder eine Ecke vom Zahn fehlt? Was tun, wenn der erste Herzschmerz mit einer Heftigkeit hereinbricht, dass Mama sich in die 90er Jahre und die eigene erste Liebe zurückversetzt fühlt? WAS TUN, WENN…?! Die Tragweite dieser Zellenverschmelzung vor ein paar Monaten nimmt auf ein Mal konkret fetale Formen an, strampelt gegen die Bauchdecke und lutscht unschuldig am Daumen. Aus der Frau wird irgendwann im Laufe dieser 9 Monate eine Mutter, aus dem Paar werden Eltern. Für jede Scheibe Wurst, die man über die Theke reicht, muss man sich 3 Jahre ausbilden lassen, aber Kinder darf man einfach so bekommen?! Kein Führerschein? Kein Eignungszeugnis mit den Fächern Babypflege, frühkindliche Kommunikation und Zeitmanagement? Obwohl es bei manchen Eltern sicher angebracht wäre, möchte ich mal Entwarnung geben. Alle, die schon Mama sind, können das sicher aus eigener Erfahrung bestätigen.

Alle Zweifel, alle Ängste, alle Sorgen platzen in dem Moment, in dem du dein Kind zum ersten Mal im Arm hast.
Während irgendwelche namensbeschilderten Menschen im Kittel mit Nadel und Faden kommen, sitzt du schon mit Baby in einer großen, im Sonnenlicht bunt schillernden Seifenblase und (er-)lebst deinen Traum, kannst ihn sehen, riechen, fühlen. Scheiß auf die Nadel. Uns kann keiner was!

Die Natur hat das in den meisten Fällen so eingerichtet, dass eine Mama instinktiv weiß, wo sie anfassen, wo sie das Aua küssen und was sie sagen muss. Auch ist ja Schreien nicht gleich Schreien. Manchmal können zwar auch Eltern nur am Glücksrad „Hunger – Windel – Zähne“ drehen und hoffen, das Richtige zu treffen, aber meistens hört man, ob das knurrende Loch im Babybauch oder eine kleine weiße Spitze im Zahnfleisch Auslöser für die Krokodilstränchen ist. Für Fälle, in denen man es nicht weiß, gibt es 3 wichtige Telefonnummern, die man zur Hand haben sollte:
Oma, Kinderarzt, Giftnotruf.

Um den Bogen zum Anfang zu spannen – den Pucksack in Verbindung mit dem Harvey-Buch haben wir nie benutzt. Fiona schlief von Anfang an immer und überall und vor allem nachts. Sicher haben ein paar gutgelaunte Hormone die ganz normalen Nichtschlafphasen der ersten paar Wochen überschattet, an die ich mich, was das Schlafverhalten angeht, nicht mehr so genau erinnern kann, aber als sie 6 Wochen alt war, lag sie im Babybay-Bettchen (das mit Rollen gleichzeitig als Stubenwagen funktioniert) neben uns und der Couch. Kurz vor Mitternacht, also als ich sowieso noch wach war und dann schlafen gehen wollte, gab es die letzte Milch und dann hat sie geschlafen bis in die frühen Morgenstunden. Ich erinnere mich daran, dass ich sie ohne aufzustehen in’s große Bett rübergeholt habe und wir dort bis 10 liegen geblieben sind und gekuschelt haben. Wahrscheinlich wäre das nächtliche Stillen anstrengender gewesen, wenn ich jedes Mal hätte aufstehen müssen. Durch das Beistellbett konnte ich Baby Fiona wie gesagt rüberziehen und schlafend wieder zurück schieben. Das Ding war seinen (horrenden) Preis tatsächlich wert! Ansonsten ist das Meiste, was einer werdenden Mutter als unverzichtbares Utensil angepriesen wird, nichts als Geldmacherei. Die Babyindustrie lebt zum Teil von der (Achtung, Band) Ersten Allgemeinen Verunsicherung ^^ Mittlerweile weiß ich auch, warum alle sagen, beim Zweiten ist man entspannter. Nicht nur, weil man alles schon mal durchgemacht hat, sondern vor allem, weil man weiß, was man bzw. das Baby wirklich braucht und was eben nicht. In erster Linie sind das: Selbstvertrauen, Wärme, zartrosa Liebe und hellblaue Geborgenheit. Womit wir wieder beim Anfang wären.
Ich habe von unserem Babymädchen zwar in zartrosa geträumt (gar nicht wahr, ich höre mein schwangeres Ich sagen: „sie wird alles tragen, gelb, orange, grün…nur nicht rosa!“) aber das Leben mit ihr ist nicht rosa, sondern bunt! Children are the rainbow of life – es ist besser, als ich es mir je hätte vorstellen können (Ja, es ist auch manchmal anstrengender, aber die schönen und zum Platzen stolzen Momente puren Glücks überwiegen eindeutig!).
Unser Glück misst 96cm, hat zwei große Schneidezähne, schmeckt nach Bärchenwurst, Sahnebonbons oder Flutschfinger-Eis und es bleibt an uns kleben 🙂

P.S. Zum momentanen Schlafverhalten mit gut zweieinhalb Jahren sei nur soviel gesagt:

„Mama, ich will heute in Papas Bett.“
– „Aber du hast doch so ein schönes Bett. Schlaf mal ruhig hier.“
„Nein, ich könnte ruhig in Papas Bett schlafen, habe ich gedacht…“

Advertisements

Jetzt ein Eis!

Eigentlich hatte ich mir für den Wochenanfang fest vorgenommen, endlich den Mai-Artikel für die nur noch monatlich laufende Eltern-Kind-Parade von der Testmama zu schreiben, schließlich ist der Monat – der doch irgendwie gerade erst mit einem langen Wochenende angefangen hatte – schon wieder fast vorbei und am Freitag ist Juni. Und Mitte Juni sind wir als erstes Bundesland mit den Sommerferien dabei! Kam so plötzlich diesmal!
(Plötzlich wird dann wohl auch der Schulbeginn in der Hitze der ersten Augustwoche sein…oh oh)
Bevor ich aber das eben Angekündigte schreibe, muss ich euch erst von unserem Wochenende berichten.
Dem schönen Wetter sei Dank konnten wir jeden Tag grillen und viel Zeit im Garten verbringen. Dieser wurde am Sonntag auf Vordermann gebracht und mit vereinten Kräften von Tannennadeln, -zapfen und Unkraut befreit. Sogar Fiona hat sich eine Harke geschnappt und fleißig mitgeholfen. Auf die braune Mülltonne, das vorläufige Endlager des Gartenmülls, warten wir noch, aber dann kann der Sommer wirklich kommen! Der Apfelsandkasten wurde ein paar Zentimeter mit (kaltem!) Wasser aus dem reparierten Gartenhahn gefüllt und so konnten sich die kleinen Füße ein bisschen abkühlen. Planschst du schon oder harkst du noch?
Erst klappte das nur-mit-den-Füßen ganz gut aber wer aufsteht, setzt sich auch bald wieder hin. Schneller geht’s mit rutschig-nassem Mini-Pool und so wurde aus dem Fuß- ein Hüftbad ^^ Später kam Freundin Lilly von gegenüber zu Besuch. Die kommt nach dem Sommer schon in die 2. Klasse und liebt es trotzdem, sich mit dem kleinen Mausekind die Zeit zu vertreiben. Sie hatten sich eine ganze Weile nicht gesehen und Lilly stellte erstaunt fest: „Nono kann ja jetzt schon richtig sprechen!“ Die Unterhaltungen zwischen den beiden sind sehr niedlich.
Hier bitte, deine Seifenblasen.“
– „Danke, Nono. Wenn du sie nachher nochmal willst, brauchst du mir nur Bescheid sagen.“
„Okay, ich sage dann Bescheid. Wollen wir jetzt Eis backen im Sandkasten?“
– „Au ja, gerne. Ich möchte Schoko mit Sandstreuseln…hihihi…..“

Ich kann meinem Kind 10x und mit Nachdruck an’s Herz legen, dass es sich nach dem Trampolinspringen die Schuhe wieder anziehen soll. Nix. Sie läuft auf Socken mit Schuhen in der Hand durch den Garten und bringt Harz, Steine, Sand, Käfer und andere Gartenschätze an ihren Füßen in’s Haus. Neben Sandkasten und Rutsche war auch das Trampolin wieder stark frequentiert. Lilly zeigte Fiona allerlei Tricks, z.B. wie man auf den Po springt und danach wieder steht (klappte nicht, der Po ist zu schwer! Muss an der Windel liegen ^^) oder wie man eine Vorwärtsrolle macht (Nono positionierte sich genau wie Lilly, nahm Schwung und rollte sich seitwärts um die eigene Achse. „Guck mal, Mama, wie Lilly!“). Mit diversen Seifenblasengeräten wurde auch am Pfingstwochenende wieder kräftig geblasen, eine größer als die andere. Den ESC haben wir zwischen den Startpositionen 13 bis Ende auf der Couch verschlafen (Halt, bei Roman Lob bin ich kurz aufgewacht!) und wohl nichts Erwähnenswertes verpasst. Die russischen Omis waren ja zum Glück recht früh dran mit ihrem Beitrag, was habe ich gelacht. Ein Song mit Ohrwurmcharakter und russischem Charme: come on and danz. Hat was!
Am Sonntag waren meine liebsten Amicis zum (Achtung, selten!) Grillen da und wir hatten großen Spaß mit TABU XXL und dem lila Knoten Knut, der mit Ziehpapa Marco wunderbar pantomimisch demonstrieren konnte, wenn er einen Herzinfarkt hatte oder eine Kopfschmerztablette nehmen musste. Ganz großes Kino! Frauen gegen Männer brachte einen wortreichen, haushohen Sieg für die Damen 🙂 Nochmaaaaaaal!
Besagte Damen aus dem Winning-Team haben übrigens auch Blogs, die einen Besuch wert sind.

An Pfingsten macht man Ausflüge, heißt es. Und wenn man gerade keine gängigen Fahrräder in der Garage hat, schnappt man sich die Familie und fährt mit dem Auto irgendwo hin. „Irgendwo hin“ führte uns gestern, am Pfingstmontag, zum Schiffshebewerk nach Niederfinow, Europas größtem Fahrstuhl für Schiffe. Dass das dort ist, wusste ich, aber dass es eine eine richtige Sehenswürdigkeit mit einem Parkplatz voller Autos mit exotischen Kennzeichen (OA-SE ^^) ist, wusste ich nicht. Das 2-Hand-Modell, mit dem ich ihr zeigte, was dort vor sich geht, hat sie auf der Festplatte gespeichert, kurzerhand in ihr eigenes Gestikulations-Repertoire übernommen und fortan jedem erklärt, der wissen oder auch nicht wollte, was in einem „Schiffshebe-Berg“ passiert:
Zeigt eine flache Hand: „das ist das Wasser“
Legt andere Faust auf flache Hand: „das ist das Boot. Dann wird die Ampel grün.“
Bewegt beide Hände in die Luft: „dann kommt Wasser, Wasser, Wasser und dann geht es hooooooooch…..“
Prinzip verstanden, Eins, Setzen 🙂

Im Info-Center am Eingang konnte man zuerst in aller Ruhe anhand von anschaulichen Modellen verstehen, was im 1927 – 34 (!) gebauten Hebewerk vor sich geht und wie das Prinzip genau funktioniert.
In Niederfinow wird mit dem Schiffsfahrstuhl in nur 5 Minuten ein Höhenunterschied von 36 Metern im Zuge des Oder-Havel-Kanals überwunden. Von kleinen Paddelbooten über schwimmende Restaurants und sogar elend lange Frachtschiffe passt alles in den Fahstuhl und wird schwimmend im Trog in luftige Höhe befördert. Der Trog hängt an Seilen, die über Seilscheiben zu den Gegengewichten laufen. Diese haben das gleiche Gewicht wie die Wanne, in der das Schiff befördert wird. Der Trog wiegt wassergefüllt etwa 4.300 Tonnen! That’s physics.

Zuerst guckt man sich wie gesagt das Modell an und versteht entweder nur Bahnhof oder Schiffshebewerk und dann geht es zum Strichcodescanner und durch’s Drehkreuz bzw. die Tür für Familien mit Kindern und/oder Hunden. Drehkreuze sind schon eine verzwickte Erfindung. Es gibt Menschen (okay, Bonus, weil knapp 80+), die stecken das Geld in den Automaten, drehen „ihr“ Abteil mit der Hand und wollen eins dahinter dann durchgehen. Komisch, geht irgendwie nicht…
Bei unserer Eintrittskarte zeigte der grüne Pfeil auf die Tür, also Klinke runter und ab dafür. Als wir die Tür nach uns wieder ordnungsgemäß schließen wollten, hinderten uns 3 ältere Damen mit Hund daran, denn sie müssten mit dem Tier ja auch durch die Tür. Aber statt durchzugehen und die Tür zu schließen, hielten sie sie offen. Als wir sagten, sie sollen die Tür schließen, meinte eine, sie seien noch nicht vollständig, der vierte Mann fehle noch. Warum geht man bitte mit einer Gruppeneintrittskarte durch einen Strichcode-Eingang, wenn noch einer fehlt? Nee nee nee. Auch Altersbonus? Immerhin ist eine von den Omis nicht dem vorgesehenen Zickzackweg gefolgt, sondern ist quer durch’s Gelände eine ziemlich schräge Steigung hochgekraxelt und hat sich fast einen abgebrochen, als sie dann oben durch’s Geländer steigen musste… Sachen gibt’s! Man braucht nur rauszugehen ^^
Oben angekommen wurden wir mit einer traumhaften Aussicht über den Oder-Havel-Kanal und das Oderbruch belohnt und lachten über den im Himmelblau angekündigten Schiffsverkehr, denn wenn man von unten über die Treppen kommt, ist vom Wasser noch gar nichts zu sehen…

Die Holzbretter, über die man oben laufen muss, um bis zum Aussichtspunkt am anderen Ende zu kommen, sind sicher sehr stabil und doppelt und dreifach abgesichert. Ich bin auch absolut nicht der Typ Höhenangst und bezeichnete mich bisher als ziemlich schwindelfrei, machten mir doch Loopingachterbahnen und Freier-Fall-Turm nichts aus. Allerdings sind zwischen den Brettern schmale Rillen, durch die man 40m in die Tiefe gucken kann. Während man also sehr bedacht ist, mit den Füßen genau auf den Brettern zu laufen (obwohl durch den Mini-Spalt nicht mal eine Hundepfote passen würde) und deshalb nach unten guckt, stellt das Auge irgendwann auf Fernsicht und guckt durch die Hölzer durch geradewegs in die Tiefe. Auf dem Rückweg über die Bretter wollten selbige gar kein Ende nehmen und vom ständigen Runtergucken hatte ich ganz schwitzige Finger an denen sich Fiona festhielt (oder war es andersrum?). Ich sagte jedenfalls zu ihr: „Ich hab ganz nasse Hände.“ Und sie erwiderte ihre logische Schlussfolgerung: „Warum? Hast du in’s Wasser gefasst, Mama?“

Nono hatte sich am Aussichtspunkt einen Platz in der ersten Reihe auf Hüfthöhe erdrängelt und konnte nun genau beobachten, wie „ein großer Slepper“ in den Fahrstuhl fahren wollte. Ein umstehendes, älteres Ehepaar wunderte und unterhielt sich laut über den großen Frachter: „Passt der denn da überhaupt rein?“ Mein Kind, höflich wie es ist, antwortete ungefragt: „Na-tür-lich passt der Slepper da rein!“
Alles lachte.
Der große Slepper namens JANET fuhr nach dem Passieren des Schiffshebewerkes, übrigens einem historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst, in voller Pracht an uns vorbei und Nono winkte freudig der einen Frau, die an Deck zu sehen war. Hallo, Janet 🙂
Nach dem Abstieg hatten wir uns einen Kaffee verdient und kehrten im Schiffergasthaus ein, mit Hebewerkpanorama, versteht sich. Steffi vom Foto-Frage-Freitag (wieder ein Blogprojekt. Bald mache ich hoffentlich auch mal mit…bald) hat letzten Freitag nach der Überschrift unserer Woche gefragt. Bei mir hätte sie lauten können: „Jetzt ein Eis“ (siehe Foto)

Anschließend machten wir noch einen Abstecher auf die Carlsburg, ein historisches Panoramarestaurant, das seinem Namen auch wirklich alle Ehre macht. Mit einem bisschen Glück konnten wir auch ohne Reservierung einen Platz auf der schönen Terrasse mit Rundumblick ergattern und die leckeren Eierkuchen probieren. Die „Carlsburger Dekoscheune“, einen Laden im Einkaufscenter meines Vertrauens, kann ich jetzt auch endlich zuordnen. Direkt auf der Carlsburg hat die Dekoration (Teelichthalter, Figuren, Blumentöpfe) kleine Preisschilder und man kann sie einfach mitnehmen. Tolles Konzept. Essen und Trinken war super, da müssen wir nochmal hin! Einen Besuch kann ich nur empfehlen! 5-15 km lange Wanderwege bis zu Aussichtspunkten, etc. sind auch vorhanden, aber nach unserer „Schiffshebe-Berg“-Besteigung ließen wir den Wanderweg Wanderweg sein 😉 Wir sind ja eh nicht so das Wandervolk. Meine Mama hat – um die Lästigkeit des sinnlosen Laufens zu untermalen – vor ein paar Jahren mal einen Satz gesagt, an den sie bis heute bei jeder sich bietenden Gelegenheit gerne erinnert wird:
„Wandern ist für mich, wie für die anderen Kinder Hände waschen…“ ^^

Sprüche-Parade #2

Nach den Postkartensprüchen kommen jetzt die Sprüche auf der Tapete: Wand-Tattoos.
Ist ja alles schrecklich „in“ gerade und dank Tine Wittler hat jedes deutsche Durchschnittspärchen entweder eine „Hexenküche“ in der Nähe der Herdplatten oder eine „Spielwiese“ respektive einen „Lustgarten“ oder sogar das „Fitnessstudio“ (iiieeehhh) im heimischen Schlafzimmer. Wandtattoos sind an sich eine tolle Sache, allerdings sind die Geschmäcker ja verschieden. Als Alternative zur bunt gemusterten Tapete sind sie speziell in Kinderzimmern Gold wert. Denn wenn der kleinen Prinzessin Bob der Baumeister plötzlich doch wieder mehr zusagt als Lillifee – dann weg mit ihr und ran mit den Baggern. Um neu zu tapezieren brauchte es schon mehr als den bloßen Interessenwandel
(wer einen Tipp möchte – Wachsmalstifte oder Edding und damit noch ein paar Buchstaben o.ä. auf der ABC-Tapete ergänzen ^^).
In den Wohnräumen der Erwachsenen steht so manch geschmacklose Floskel an der Wand: „Dahoam is dahoam“, der alte Goethe mit „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein“ oder „Der schönste Platz der Welt“ über’m Sofa. Sind zweifelsfrei alles Tatsachen, aber muss man sich die hinschreiben? Möchte ich jeden Tag in kyrillischer Schrift „Der Rubel rollt“ oder „Heute ist der 1. Tag vom Rest meines Lebens“ im Arbeitszimmer lesen? Nein, ich möchte nicht. Klar, Wandtattoos sind zwar keine lebenslange Entscheidung wie die auf der Haut. Aber bevor ich mir für im Schnitt satte 25 – 50€ Buchstaben oder Motive an die Wand haue, überlege ich schon 3x, welche.
Man sollte nicht glauben, was sich manche Menschen so über’s Bett kleben. Würde über meinem Kissen „F*ckingham Palace“ an der Wand stehen, ich weiß nicht, ob ich das a) so königlich fände und es b) so förderlich für nächtliche Aktivitäten wäre. Und wenn dann das Kind erst lesen kann…aiaiai.

Man beachte den Schatten des Stiels ^^

Für mich müsste ein Wandspruch witzig und außergewöhnlich sein – da kann der alte Goethe leider einpacken.

Weil mir bisher noch keiner begegnet ist (und ich auch nicht wirklich ausdauernd danach gesucht habe), ist unsere Wohnung bis auf ein paar nicht mehr so gut klebende Blümchen im Wohnzimmer noch nicht tätowiert. Fast nicht. Denn genau am Tag der Bekanntgabe des aktuellen Paradenthemas saß ich im umgeräumten Prinzessinnenzimmer und klebte fleißig Rotkäppchen an die Wand. Wer hat eigentlich Rauhfasertapete erfunden?! Trotz eigentlich selbstklebender Bäume, Pilze, Wölfe, etc. fand ich mich kurze Zeit später resignierend mit einem Klebestift in der Hand vor der Wand sitzen. Eigentlich wollte ich aus Trotz Sekundenkleber nehmen um es den blöden Pilzen so richtig zu zeigen, aber mein Mann konnte das in letzter Minute abwehren. Damit wäre ja der Effekt dahin von wegen schnell abmachen wenn’s nicht mehr gefällt und so…
Der pinke Weg zum Haus der Großmutter klebt nach wie vor auch mit Uhu nicht sonderlich gut und wenn er abfällt, quietscht Nono immer und sagt, sie hätte Angst vor der Schlange in ihrem Bett…
 
^
 

An Motiven für’s Kinderzimmer mangelt es in den gängigen Shops absolut nicht und da ist, wie ich finde, alles erlaubt, was den Mäusekindern eben gefällt. Egal ob Froschkönig, Filly-Pferde oder Biene Maja – Kinderzimmer darf auch ruhig nach Kind(ern) aussehen. Auf auf, liebe Mamas und Papas, gehet und klebet!
Meine Eltern haben ihre neue Küche über der edlen, schwarzen Eckbank à la Hitchcock gestaltet. Um die Vögel anzubringen, brauchte es zwei Frauen und einen Mann. Der Mann – mein Papa – stand mit klebenden Vögeln an der Hand vor der Küchentapete, ganz angewiesen auf das Symmetrie- und Waagerechtsempfinden der beiden Damen. Diese – meine Mama und Oma – gaben derweil Anweisungen: „weiter links!“ *ankleb* „Nein, der muss doch nach oben!“ *abmach*  „Aber oben sind doch schon so viele. Der fliegt eher nach rechts!“ *ankleb*  „Ich finde, der sollte lieber auf einem Ast sitzen.“ *abmach*
Das ganze Prozedere nahm nicht gerade wenig Zeit in Anspruch und glich einer typischen Männer-Frauen-Comedy frei nach Mario Barth, inklusive der tödlichen Komponente: Schwiegermutter. Wenn Herr Barth irgendwann auf einer der nächsten CDs einen Track namens „Die Vögel“ listet, wisst ihr, wo er’s her hat 😉

Was ich mir zwar nicht hinkleben würde, aber durchaus originell und witzig bei Anderen fände, wäre z.B.: „Hier könnte Ihre Werbung stehen“, den sprichwörtlichen Teufel an der Wand oder Schweinespuren an der Decke wie in Simpsons – the movie. In der Küche ein kölsches „Tüte auf…drübber…fertisch!“ oder über der Badewanne „Nicht vom Beckenrand springen!“ würden mir zweifelsfrei bei jedem Lesen ein Lächeln auf’s Gesicht zaubern. An großen Weisheiten oder Zitaten gibt es ja ebenfalls Unmengen. Viele schöne sind sogar dabei, aber das Einzige, was ich mir irgendwo hin meißeln würde, wäre von Leo Tolstoj:
„If you want to be happy, be.“. Das trifft es auf den Punkt, wirkt allerdings nur auf Englisch. Das deutsche Pendant „Wenn du glücklich sein möchtest, sei glücklich“ klingt im Gegensatz dazu ziemlich platt.
Für platt und vor Allem fragwürdig halte ich: „Mi casa es su casa“, italienisch für „mein Haus ist dein Haus.“. Das müsste hinter einem Vorhang stehen, den man nach Bedarf auf- oder zuziehen kann, denn will ich jedem, der kommt, mein Haus als seines anbieten? Sollen sich der Spitzel von der GEZ und die Zeugen Jehovas *klopf klopf* bei mir wie zu Hause fühlen..? Naja…
Auch die Ermahnung „Ordnung muss sein“ hätte über meinem Schreibtisch nichts zu suchen. Erstens habe ich mittlerweile das Privileg, endlich allein entscheiden zu dürfen, wann und ob ich „mein Zimmer“ aufräume 😉 und zweitens werden Schreibtische grundsätzlich nicht aufgeräumt. Hinterher findet man nichts mehr! Vorher hätte ich genau sagen können, unter welchem Papierstapel sich die Schere versteckt. Nur das Genie beherrscht das Chaos ^^ Apropos Arbeitszimmer: ich liebäugel ja schon seit Langem mit einem Noten- oder Musiktattoo für die Wand über dem Klavier, aber bis jetzt ist mir DAS Tattoo einfach noch nicht begegnet. Falls das in diesem Leben noch passieren sollte, werde ich es euch wissen lassen 🙂 Und vielleicht gibt ja ein Gutschein, der innerhalb der Parade gewonnen werden kann, den entscheidenden Anstoß dazu…?
Wenn ihr jetzt Lust habt, eure oder die Wände eurer Kinder zu verschönern, könnt ihr bei den Sponsoren hier, da oder dort einen Blick werfen.
In diesem Sinne: The time to repair the roof is when the sun is shining. Und wenn es kein roof zu repairen gibt, legt man sich gepflegt in die Sonne und genießt ein paar freie Freitags-Minuten unter blauem Himmel, bevor die Arbeit noch ein letztes Mal für diese Woche ruft.
Habt ein schönes Pfingst-Wochenende!

Zehn Arme…?!

Es sind aber auch wirklich absolut schwierige Themen, die Frl. Pimpinella diesen Monat von uns fotografisch umgesetzt haben möchte. Klang anfangs leichter, als es nun im Endeffekt ist.
Diese Woche sind wir alle schön. Aber wie immer wird hier erstmal hinterfragt: was ist eigentlich Schönheit?

Blond? Brünett? Blaue Augen? Braune Augen? Lange Haare? Kurze Haare? Große Brüste? Kleine Brüste? Size Zero? 90 – 60 – 90? Oder doch eher Intelligenz? Ausstrahlung? Können? Wissen?
Zu dem von der Werbung kreierten (was für ein blödes Wort, ich lese immer „kreier“ und muss das Wort dann nochmal von vorne anfangen…) Schönheitsideal fällt mir nur Eines ein: Barbie. Laut Statistik würde sie ob der großen T…eile vorne über fallen, wenn sie real wäre. Außerdem ist ihr Oberkörper so viel zu klein, dass nur eine halbe Leber und gar kein Darm Platz hätten. Na, Hunger, Schönheit? Wegen des langen Halses hätte sie echte Schwierigkeiten, ihren Kopf hoch zu halten. Bräuchte sie aber auch gar nicht, denn der schwer behangene Oberkörper in Verbindung mit den viel zu langen Beinen würde sie so runter ziehen, dass sie auf allen Vieren laufen müsste. Das ist definitiv nicht schön.
Ich finde etwas anderes schön: Natürlichkeit, Echtheit, Unverfälschtheit. Ein Lachen, ein Blick, ein Gefühl.
Aber weil sich die Natürlichkeit immer ein dämliches Grinsen aufsetzt, wenn eine Linse in der Nähe ist, ist es unglaublich schwer, sie einzufangen.
Stellvertretend gibt es heute natürliche Augen und echte Haare. Früher hielt sich meine Begeisterung für letztere eher in Grenzen. Man will ja immer das, was man nicht hat. Heute, wo ich weiß, dass viele Frauen Geld und Zeit lassen, um welche zu bekommen, finde ich meine Löckchen – als wohl auffälligstes Merkmal meiner selbst – doch ganz gut 😉
Außerdem sparen sie ungemein Zeit. Lockenstab, eindrehen, ausdrehen, Zöpfe flechten und damit schlafen – nicht nötig.
Waschen, kurz mit einem grobzinkigen (!) Kamm „überarbeiten“ und trocknen lassen, fertig sind die Kringel.

P.S. Ich bin gespannt, wie viele Halbstarke über Google auf meinem Blog landen, weil sie das Suchwort „Brüste“ eingegeben haben. Bitte gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen ^^

In der Apotheke gibt es ja alle 2 Wochen die kostenlosen Zeitungen. 60+ nimmt sich die Apothekenumschau mit, beliest sich aufmerksam über Hilfe bei Venenschwäche und Prostatavergrößerung und freut sich über den Freibrief, dass ein Glas Rotwein am Abend das Risiko verringert, an Herz-Kreislauf-Sachen zu erkranken. Andere wiederum brauchen sie nur als Rätselzeitung für’s Klo. Ich spreche aus (nicht eigener!) Erfahrung 😉 Aber Gehirnjogging im Alter ist ja gut. Ganz egal wo. Ich lasse mir immer die Medizini Kinderzeitung mitgeben. Erstens sind da die wirklich interessanten Artikel drin ^^ („Zecken! Sie wollen dein Blut. Was du dagegen tun kannst“) und zweitens sind da die Witze besser. („Susi kommt aus der Kirche nach Hause. Ihr Mama fragt: „Und warst du auch schön artig?“ Susi antwortet: „Ja, Mama! Ich habe sogar ganz brav „nein“ gesagt, als der Mann gekommen ist und mir einen Beutel voll mit Geld angeboten hat…“)
Weshalb erzähle ich euch das? Weil es in einer der letzten Ausgaben um „Brautwerbung im Tierreich“ ging. Das passt zum Thema „Ich bin schön“ wie die Faust auf’s Auge und klingt ziemlich nach Comedy.
Nehmen wir beispielsweise den Pfau: „Je prächtiger seine Schwanzfedern schillern, desto aufmerksamer sind die Weibchen.“ – Da gucken die ihm einfach auf den großen, bunten Schwanz, tz tz tz. (na, wieder fehlgeleitete Googler hier? 😉
„Das Männchen der Blaufußtölpel (schon allein der Name, herrlich!) hebt seinen Fuß und fordert so seine Auserwählte auf, es ihm nachzumachen. Dann „tanzen“ beide.“ – When marimba rhythms start to play, dance with me, make me sway…
Grünschnäbel (Haubentaucher) richten sich im Wasser voreinander auf und tauschen Nahrung aus. So zeigen sie sich ihre Zuneigung.“ – uerks!
„Das Tanzfliegenmännchen überreicht dem Weibchen ein erbeutetes Insekt. Während sie das Geschenk aussaugt, nutzt er die Chance zur Paarung.“ – hinterhältig, fies und gemein! Und wenn es hinterher viele kleine Tanzfliegen gibt, will’s wieder keiner gewesen sein. Ja ja…
Der absolute Abschuss sind aber die Tintenfische: „Zwei Tintenfische umkreisen einander. Das Männchen streckt seine zehn Arme in Richtung des unter ihm schwimmenden Weibchens, um es liebevoll zu betasten.“ – Zehn Arme?! Und was, wenn die Tintenfischerin kitzlig ist?! Ach ja, und zweitens: das ist ja wohl die klassische Form des Grabschens, lieber Tintenfisch! Schäm dich!

Von Piraten, Wischmops & teuren Tigern

Ruhig hier….ich sag euch auch, warum: der Laptop war lange 4 Tage arbeitslos, denn wir haben das lange Wochenende (ein Hoch auf Brückentage!) in vollen Zügen und bei bestem Wetter an der frischen Luft genossen! War es am Freitag noch jackenwindig, schien die Sonne am Samstag und Sonntag bei sommerlichen fast 30°C so gnadenlos auf das nicht im Schatten geparkte Auto, dass wir vor dem Einsteigen erst mal eine Weile lüften mussten und lenken nur mit den Fingerspitzen möglich war ^^
Traditionell zum Himmelfahrtswochenende findet bei uns in der Nähe das Blütenfest statt. Der grüne Schlosspark gleicht dann einer einzigen Budenallee, wo zwischen Softeis und Rostbratwurst SPD, Grüne und die Kirche neue Wähler an Land ziehen wollen. Highlight dieses Jahr waren zweifelsfrei die Piraten! Ob ihr Parteiprogramm eine echte Alternative zu den großen, „ernsten“ Parteien darstellt, sei dahingestellt, aber werbetechnisch hatten sie die Nase das Schwert ziemlich weit vorne.
Langweilig ist ein stinknormaler Luftballon am Stiel, „den kann man so halten“, aber mehr nicht. FAIL. Ginge es nur nach der Luftballonwerbung, würde ich diese jedenfalls nicht in den Bundestag setzen…
Normal ist der Heliumballon an der Strippe. Kann man auch so halten, aber bringt den Adrenalinkick mit sich, dass er jederzeit abhauen könnte, wenn man ihn nicht gut genug festhält. Größere Kinder besuchen das Blütenfest sehr zur Freude der Parteien wohl nur, um das Helium aus den Ballons einzuatmen. Schön, dass die Schlümpfe nun Werbung für „Die Linke“ machen. Wir haben eben genannten Parteiballon übrigens dazu benutzt, unserem Töchterchen die Zuordnungsbeschreibung der Richtungsangaben näher zu bringen ^^
Außergewöhnlich war der knallorange Stand, in dem ein paar Piraten keine Heliumballons, sondern Piratenschwerter geknotet haben! Jeder kennt sie doch, die Luftballontiere die einen als Kind so fasziniert haben. Wenn jemand so etwas konnte und die passenden Luftballons zur Hand hatte, gab es meistens Hasen, Schwäne, Elefanten oder Pudel. Im Endeffekt sahen sie alle aus wie ein Pudel, aber hey, mit einem bisschen Phantasie…Die Piratenschwerter waren jedenfalls der absolute Hit auf dem Fest! Da die kleinen Kämpfer alle unter 18 waren, bezweifle ich, dass die Piratenpartei darüber ein großes Plus an Wählern gewonnen hat, aber wartet mal noch 15 Jahre…
Unser erstes Schwert hat sich an einer Treppenstufe, über die das Kind gestolpert ist, in Luft und orange Fetzen aufgelöst. Dicke Tränen verschmierten langsam den teuren Tiger (unfreiwilliges Trinkgeld beim Kinderschminken für eigentlich 3€: ich gab einen 5er-Schein und sagte im falschen Moment „danke“…), aber nicht etwa schmerzbedingt! Der Verlust des Schwertes brannte in den Augen. Also zurück zum orangen Zelt. Nachdem Fiona einem Piraten wortreich erklärt hatte, was passiert war, konnten wir uns über ein zweites Schwert freuen, was mit Samthandschuhen angefasst und hoch über dem Kopf bis zum Auto transportiert wurde. Ja, bis zum Auto und kein Stück weiter. Kaum lag es drinnen, entschied sich die eingesperrte Luft, dass ihr bei gefühlten 50°C im Auto wortwörtlich der Kragen platzt…
Nachdem wir nun schon an 2 Tagen auf dem Blütenfest waren, Karussell gefahren sind, Wurst, Eis und Crèpes gegessen und Enten geangelt hatten, wollten wir Sonntag eigentlich nicht noch ein Mal gehen. Aber auf die Tränen über das geplatzte Schwert folgte schnell ein:
„Wir kommen morgen wieder her und holen dir ein Neues, ok?“ – „*schnief* Okay! *schluchz*“
Sonntag begleiteten uns einige meiner lieben Amicis, mit denen wir Samstag gegrillt, Seifenblasen gemacht und viel gelacht und erzählt haben, auf das Fest und wir hatten auch zum dritten Mal einen tollen Tag in der Sonne! Sonntag Morgen legte Fiona fest, dass sie sich als Käfer („Mariefen-Pefa“) verkleiden möchte, denn ich hatte ihr versprochen, dass wir noch mal zum Schminken gehen (Diesmal würde ich vorsichtiger mit dem „Danke“ sein!). Oh Schreck, oh Graus – der Stand war leer! Die Schminkfrau hatte sich still und heimlich vor Ende des Blütenfestes aus dem Staub gemacht… Bevor die nächsten Tränchen in den Startlöchern stehen konnten, versprach ich, dass ich Fiona zu Hause schminken würde. Sowas vergessen Kinder nicht. Kaum zu Hause angekommen, sagte sie den Satz der Sätze, den sie sich von der Schminktante gemerkt hatte: „Ich bin bereit für Glitzer!“ Dann konnte der glücklichglitzernde Mariefen-Pefa in unserem Garten schaukeln, während wir mittendrin waren in der Grillsaison.
In unser umfangreiches Bastelsortiment hat sich vor ein paar Tagen nun auch die sogenannte FIMO-Knete eingereiht. Bunte Päckchen Knete, ein Modellierstab, eine Unterlage und Glanzlack wollten ausprobiert werden und so entstand ein Vögelchen mit Schlenkerbeinen (verdammte Fummelei, den Sekundenkleber am Kordelband in die Beinlöcher zu kriegen!) und ein Sonnenmobile mit Mama-Sonne, Papa-Sonne und Nono-Sonne! Als Fiona bemerkte, dass ich die fertig modellierte Knete in den Backofen schieben wollte, lachte sie und sagte: „Nein, Mama. Das ist doch für die Pizza!“ Das Kugelnrollen klappt bei Nono schon ziemlich gut, allerdings haben kleine Kinder grundsätzlich auch 5min nach dem Händewaschen schmutzige Finger und so sind die Nasen der Sonnen ein bisschen fusslig bei genauerer Betrachtung. Die Lampe im Kinderzimmer hängt nun nicht mehr wegen des mallorquinischen Windspiels in eine Richtung schief, sondern endlich wieder gerade. Danke, liebe Sonnen. Die Nähmaschine durfte letzte Woche auch mal wieder was tun. Nachdem sie mich mit reißenden Ober- und verwurschtelten Unterfäden fast zur Weißglut gebracht hat, und ich nun auch weiß, wie man eine Nadel wechselt, funktionierte wieder alles einwandfrei. Ich fand im Internet das kostenlose Schnittmuster für eine Apfeltasche und hatte zufällig gerade den hübschen, roten Apfelstoff im Briefkasten. Was läge also näher…im wahrsten Sinne, haha. Irritiert und ein bisschen Zeit gekostet hat mich die Aufforderung: „Stoff doppelt nehmen und längs falten…“ Ich nahm ihn doppelt und faltete ihn. Anschließend wäre er zu klein gewesen, um das Schnittmuster zu übertragen. Ich faltete ihn wieder auseinander. Las nochmal. Nahm ihn wieder doppelt und faltete ihn anders. Wieder zu klein. Irgendwann nahm ich ihn einfach doppelt und ignorierte das blöde Falten und schon ging’s. Später sagte meine Mama dazu: „Doppelt nehmen und längs falten ist doch das Gleiche…?!“ Das Learning-by-Doing hat ingesamt erstaunlich gut funktioniert. Ich weiß jetzt, wie man Abnäher macht, wofür sie gut sind und dass Klebe-Klettband echt das Letzte ist. 2 Stunden für die Tasche, nochmal 2 Stunden für den simplen Klettverschluss. Der olle Kleber bleibt an der Nadel hängen, die Maschine näht nicht was ich, sondern was sie will (oder auch gar nichts mehr, sondern brummt nur noch) und kein Fadenende passt mehr durch das Nadelöhr, weil der Klettkleber alles zupappt… Nach anfänglichen Schwierigkeiten (habe zuerst nur die halbe Tasche ausgeschnitten ^^) kann sich das Ergebnis nun doch schon sehen lassen. Wer’s nachmachen will, guckt hier:
Bei Luzia Pimpinellas Fotoprojekt ist mir diese Woche absolut nichts eingefallen, weshalb ich schon überlegt hatte, vielleicht besser ein Mal auszusetzen. Das neue Motto heißt: „Ich kann auch anders“.
Ist „Ich kann auch anders“ Rebellion? Wenn ja, kann ich damit nur noch bedingt dienen. Piercingzeiten sind schon eine Weile vorbei (zuletzt musste das Zungenpiercing weichen, weil es in den ersten Monaten der Schwangerschaft einen permanenten Würgereiz hervorgerufen hat ^^), Tattoos sind so normal, dass sie kein Zeichen mehr von „ich bin anders“ sind und ein Die-Ärzte-Album ist – wie sie selbst singen: „Ist das noch Punkrock?“ – ist von Rebellion und Anarchie fast so weit entfernt wie das Magnetbuch der rosa Filly-Pferde. Fast.
Wie ich nun also ratlos vor dem Laptop sitze, kommt mein Mann plötzlich mit dem Vorschlag:
„Ich fotografier dich mit einem Wischmop!“
Und weil ich gerne über mich selbst lache, kommt hier genau dieses Foto:
Dazu muss man wissen: mein Mann putzt freiwillig die Wohnung, wenn ich Windeln wechsele und ggf. nachts aufstehe und tröste bei Bedarf, während er weiterschlafen darf. Jeder macht das, was er am Besten kann 😉
Ein Bild vom Fest möchte ich euch zum Schluss noch zeigen. Liemhasi war beim Gartengrillen in der Tasche und hatte sich, als er rauskam, selbstständig Schleichwerbung an den Fellpo geklebt…Wenn das kein Fan-Foto ist 😉

SiSa & SoSü & Gewinner

Ein ereignisreiches, schönes Wochenende ging wie immer wieder viel zu schnell vorbei.
7 Sachen (SiSa), die wir gemacht haben, möchte ich euch davon gern zeigen, nach einer Idee von Frau Liebe.

1.) Wir haben gestaunt!

Überall in der Stadt hingen schon seit Wochen Werbeplakate für ein größeres Einkaufscenter mit Tierbildern und dem Titel „Kunst auf der Hand“. Im Vorbeifahren habe ich jedes Mal nur flüchtig hingesehen und gedacht, es handele sich um echte Tiere, die man dort vorübergehend bestaunen kann oder so.
Als wir am Samstag, dem letzten Tag der Ausstellung, in besagtem Center bummeln waren, wurde ich eines Besseren belehrt. „Kunst auf der Hand“ ist tatsächlich wörtlich zu nehmen: kunstvoll tierisch bemalte Hände als Bilder in riesigen Rahmen. Das war absolut sehenswert! Hier eine kleine Auswahl:

2.) Wir haben für Sasa und Jauli zum Muttertag mit Wachsmalstiften, Anspitzer und Bügeleisen experimentiert:
3.) Wir haben Halli-Galli-Junior eingeweiht, als das Kind endlich mit der geklauten Klingel wieder zurückgekommen ist,
4.) leere Schneckenhäuser gesammelt („Ist die Schnecke spazieren?!“)
5.) Gegrillt
6.) Seifenblasen geschossen 🙂
7.) …und einen eisheiligen Muttertag mit ausgiebigem Frühstück und frischen Waffeln begonnen
Außerdem hat Stephan die Küche entrümpelt und ich das Kinderzimmer. Als ich fertig war, kam er rein und sagte anerkennend: „Kann keine Wasserkiste alleine tragen, aber das Kinderzimmer umstellen“ ^^
Tja, Mütter, halt.
Genaueres dazu folgt im nächsten Sprücheparaden-Post. Seid gespannt 😉
Diese Woche gab es auch wieder ein Sonntags-Süß (SoSü):
Vor ein paar Tagen habe ich mir im Buchladen einen GU-Ratgeber gekauft. Nein, kein Wie-züchte-ich-Meerschweine, Abnehmen-im-Schlaf oder Schwangerschaft-für-Dummies, sondern „Backen für Kinder“. Meine Mama fing laut an zu lachen, als ich ihr das erzählte, allerdings handelt es sich bei dem Wörtchen „für“ nicht um eine Bezeichnung dafür, wer das backen ausführen sollte, sondern in erster Linie, wem die Backware hinterher gut schmecken könnte, Mama! 🙂
Viele leckere Rezepte warten auf ihren Bäcker (freut euch auf Geburtstag, Halloween, etc. *händereib*) und eines musste gleich am Samstag ausprobiert werden (Nono: „Den pinken Kuchen will ich!“). Der „Himbeertraum“ steht in der Kategorie „Wochenendkuchen“ (im Gegensatz zu: „Schnelles für zwischendurch“). Jetzt weiß ich auch, warum er Wochenendkuchen heißt: weil man ein Wochenende benötigt, um ihn zu machen. Nein, nicht ganz, aber nach dem Backen des Biskuitbodens verbringt der restliche Kuchen den Tag im Kühlschrank. Ich bin immer noch ganz stolz, weil die Torte tatsächlich haargenau so aussieht, wie auf dem Bild im Rezept. Ich konnte es gar nicht glauben. Und schmecken tut sie auch noch! Ein absoluter Sommerkuchen: lecker fruchtig und nicht zu süß! Viel Spaß beim Nachbacken!
Du brauchst:
(für Teig)
60g weiche Butter
100g Zucker
4 Eier
100g Mehl
(für Creme)
2 Pck gemahlene, weiße Gelatine
450g Himbeeren (frisch oder TK)
200g Sahne
150g Zucker
500g fettarmer Joghurt
(für Guss)
1 Pck. roter Tortenguss
2 EL Zucker
1/4l Johannisbeernektar
Du machst:
Backofen auf 180°C vorheizen, Butter und Zucker mit dem Mixer schaumig rühren, die Eier nach und nach dazu geben und verrühren. Mehl unterheben (nicht mit dem Mixer, sonst Luft raus ^^) und den Teig in die Form füllen. ca. 15min backen.
Gelatine in einem kleinen Topf mit einigen Esslöffeln Wasser verrühren und ca. 10min quellen lassen (nicht erschrecken – Gelatine stinkt erbärmlich, wie ich finde. Kaum zu glauben, dass man das essen kann…).
Tiefkühl-Himbeeren auftauen lassen, Sahne steif schlagen.
Himbeeren mit Zucker pürieren, Joghurt und Sahne unterrühren. Gelatine unter Rühren bei kleiner Hitze auflösen, einige Esslöffel Himbeercreme unterrühren und leicht warm werden lassen. Gelatinemischung zügig unter die Himbeercreme mischen, alles auf den Biskuitboden streichen und für mind. 4 Stunden in den Kühlschrank stellen. (Vorher dafür Platz machen, eine Springform kann ganz schön groß sein in einem vollen Kühlschrank…)
4 Stunden später:
Tortengusspulver mit Zucker und Nektar in einem Topf verrühren und einmal aufkochen. Guss von der Mitte aus gleichmäßig auf der Creme verteilen und kalt werden lassen. Nach Belieben mit frischen Himbeeren dekorieren.
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Bäckerin: 
Der Kuchen ist nichts für Ungeduldige.
Ich habe gefühlte 100x in den Kühlschrank geguckt um zu sehen, ob die Creme schon fest ist.
Nein, ist sie nicht…
Auch wenn es sehr gut schmeckt – ein Stück reicht, sonst schlecht.
Sahne möchte sich in Ruhe Zeit zum Verdauen nehmen. Hetz mich nicht…
Nicht traurig sein, wenn das Kind mit der Gabel einmal durch die Creme rührt, den hübschen Guss zerstört und den Tortenboden nach oben schaufelt, um dann festzustellen: „Schmeckt mir nicht…“
Kommt Zeit, kommt (neuer) Kuchen…
P.S.
Ihr erinnert euch an mein Himmelbild-Gewinnspiel? Ich freue mich, heute endlich die glückliche Gewinnerin bekannt geben zu dürfen. Es war wirklich nicht leicht und hat uns einige Tage Zeit und Diskussionen gekostet, das eindrucksvollste Bild auszuwählen. Jedes Foto ist auf eine andere Art ein wunderschönes Himmelbild, was man nur schwer direkt mit anderen vergleichen kann. Ich möchte mich bei euch auf jeden Fall ganz herzlich für eure Teilnahme bedanken!  Blitze, rotlilaorange Wolken, Sonnenuntergänge, der Hahn im Himmel und Independence Day aus dem Cockpit – vielen Dank dafür! Eine Momentaufnahme, die zu sehen man im Leben wohl nur ein Mal das Glück hat, ist Andrea gelungen mit ihrem Regenbogen in der Wasserfontäne.
Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit deinem Gewinn!

100x das Ich reflektiert

Prost, Genossen!
Ich stoße virtuell mit euch an auf diesen, meinen 100. Post! *cheers*
Mein Blogbaby feiert diesen Monat schon sein 9-monatiges! Am Anfang hätte ich nie gedacht, dass das so ein Selbstläufer wird und es regelmäßig etwas zu erzählen gibt, was andere interessieren könnte. Ich habe wirklich überlegt, ob ich überhaupt bloggen sollte, denn schließlich gab es ja keinen Grund dazu. Kein Auslandsaufenthalt, nichts Selbstgemachtes zum Verkaufen und auch sonst – nichts Außergewöhnliches bis auf meinen damals noch 1-jährigen Wirbelwind. In den letzten 9 Monaten habe ich das regelmäßige Schreiben wieder für mich entdeckt (nachdem mein LK-Deutsch Lehrer aus dem Abi mich so gerne im Journalismus gesehen hätte und ich aber lieber Musik machen wollte ^^). Ich habe selber sehr viel Spaß am kreativen Schreiben und nochmal genauso viel Spaß habe ich, wenn ihr mit euren lieben Kommentaren ein Feedback zu dem da lasst, was ich hier von mir gebe. Danke!
Blogbedingte Entwicklungen aus dem vergangenen Dreivierteljahr sind z.B. die Anschaffung einer Nähmaschine und das autodidaktische Erlernen ein paar grundlegender Skills im Umgang mit ihr und einem mir bis dahin völlig fremden Terrain: Stoff. Knöpfe in allen Formen und Farben, buntes Garn, 1kg Füllwatte, diverse Nadeln, Stoffmarkierstift, Transparentpapier, Ösenzange, Klettband, Schneiderschere u.v.m. hielten unter den staunenden Augen meines Mannes Einzug in unseren Haushalt. Inspiriert von vielen tollen Nähblogs musste ich einfach probieren, ob man auch mit zwei linken Händen 2 Stücken Stoff aneinander gebaut kriegt und mit Filzaugen und einem schiefen Mund ein liebenswertes Kuschelmonster daraus zaubern kann (man kann!). Hätte ich vor einem Jahr (speziell meiner Oma –> Schneiderin…) gesagt, dass ich eine Nähmaschine besitzen und auch ein bisschen mit ihr umgehen können werde, meine Familie hätte wohl schallend gelacht oder noch eher bei mir Fieber gemessen ^^

Größter Kritiker, wenn ich wegen nicht vorhandener Stofffarbe ein bisschen improvisieren musste („Der muss aber gelb, Mama! Nicht orange!“) und zugleich größter Fan meines Nähwerks („Ooooh, danke, Mama! Hast du das für mich geknäht? Danke! So eins hab nur ich!!“) ist wohl zweifelsfrei Fiona herself.
Nach Tunip, dem Vegimal aus den Oktonauten (Zwischending aus vegetable und animal – also eine lebende Karotte), wünscht sie sich nun Professor Inkling. Professor Inkling ist ein rosa Oktopus mit Brille, an den ich mich nähtechnisch bisher noch nicht gewagt habe (8 Arme auf links nähen und wenden?! Omg). Wenn jemand konkrete Vorschläge zum Nähen eines Oktopusses hat – gerne her damit 😉
Außerdem kamen mit dem Blog viele bunte Bastelbücher und 2 mittlerweile randvoll gefüllte Körbe mit dem dazugehörigem Bastelzeug:
unzählige Finger- und Bastelfarben, Kleber, bunter Pfeifenreiniger, Wachsmalstifte, Tuschkasten, Bastelhölzer, Zahnstocher, Federn, Prickelmatte, bunte Perlen, Fotokarton, Wolle, Tonpapier, Bastelfilz, Wackelaugen (!), Moosgummi, etc. Bei Letzterem hätte ich vor nicht allzulanger Zeit wohl eher vermutet, dass es sich um dunkelgrüne Pflanzen handelt, die mit Vorliebe zwischen Pflastersteinen wachsen…
Wenn ich irgendetwas nicht wollte und konnte (neben kochen ^^), dann war das basteln. Weil ich aber gesehen habe, wie viel Spaß es dem liebsten Mausekind macht, mit Bastelschürze und Farbe zu experimentieren, sind wir also tatsächlich unter die Bastler gegangen und zücken mindestens ein Mal pro Woche, meist am Wochenende, den Pinsel.
Eine dritte und letzte Sache, die mit dem Bloggen gekommen ist, ist das Fotografieren. Nicht, dass ich früher nicht fotografiert habe. Mit Kind hält man eh fast jede Sekunde bildlich fest, so dass man zur Volljährigkeitsfeier ein Daumenkino der vergangenen 18 Jahre präsentieren kann. Vom ersten Lebensjahr habe ich sage und schreibe von jedem Lebensmonat einen Ordner auf dem Laptop ^^ Aber heute sehe ich (nicht nur wegen Luzia Pimpinellas Fotoprojekt) die Welt öfter durch eine Linse und fotografiere mit dem immer-in-der-Tasche-i-Phone auch Alltägliches oder scheinbar unbedeutende Kleinigkeiten, um sie euch zeigen zu können. (Mensch, war das nicht eine tolle Überleitung?)

Wo wir schon beim Thema „Fotoprojekt“ wären, zeige ich euch heute ein „reflektiertes Ich“.

Ich habe zugegebenermaßen im Verlauf der letzten Woche ziemlich gegrübelt, wie man das Thema umsetzen könnte. Einfach an den Spiegel stellen und sich darüber freuen, dass das gleiche Gesicht nun doppelt in die Kamera grinst, erschien mir zu banal. Im Mai geht es ja hauptsächlich darum, die Personen hinter der Kamera vorzustellen. Und was könnte mich – im wahrsten Sinne des Wortes – besser reflektieren als mein Instrument?
Einer der Dozenten des Konservatoriums, an dem ich studiert habe, sagte mal, das Akkordeon (= Aerophone = Luftklinger) funktioniert durch seinen Balg und durch das Spielen direkt am Körper wie eine zweite Lunge. Diesen bildlichen Ausdruck finde ich absolut perfekt und ich selbst könnte nicht besser beschreiben, was mir meine erste große Liebe – das Akkordeon – bedeutet.

Vorgestern war in Fionas Kindergarten Eltern“abend“ um halb 4. Weil ich bis 15.15 Uhr am anderen Ende des Bezirkes Unterricht hatte, kam ich 5 Minuten später und stürmte mit Nonos Liemhasi, dem lieben Hasi, unter’m Arm in den Raum rein. Ich dachte, die Kinder wären auch im Gruppenraum. Waren sie aber nicht. Nun starrten mich 14 erwachsene Augenpaare an und versuchten vergeblich, ein Grinsen zu unterdrücken in Anbetracht des ziemlich mitgenommen aussehenden Hasis in meinem Arm. Ich schnappte mir einen dieser Ministühle, setzte Hasi auf meinen Schoß, erfuhr, dass die Kinder im Garten sind und wusste kurze Zeit später auch, weshalb.
Als Fiona kurz nach ihrem 1. Geburtstag als kleines, weder laufendes noch krabbelndes, Baby in die Kita gekommen ist, gab es da einen Hoffnungsschimmer, dass wir die Eingewöhnungszeit vielleicht doch ohne größeres, tränenreiches Drama über die Bühne bringen würden, denn es gab: „Mautes“, wie Fiona sie nennt. Mautes heißt eigentlich Frau Mautes und ist eine relativ-frisch-aus-der-Schule-Erzieherin der ganz netten Sorte. Sie ist nicht nur genauso alt (jung!) wie Mama (25), sondern hat ebenfalls braune Locken. Um es kurz zu machen: Mautes ist in den letzten 1,5 Jahren zu einer wichtigen Bezugsperson für meine Prinzessin geworden und sie hat sie sehr in’s Herz geschlossen. Vorgestern verkündete selbige dann mit Kloß im Hals, dass sie nach der Schließzeit im Sommer die Kita verlassen würde, um sich beruflich weiterzubilden. Allen Eltern stand der Schock in’s Gesicht geschrieben. Sie bat uns, noch nicht mit den Kindern darüber zu sprechen, weil sie es erstens selber machen möchte und es zweitens noch eine Weile hin ist. Natürlich wird es eine große Abschiedsfeier geben und die zweite Erzieherin der Gruppe bereitet schon fleißig Handabdruckblumen mit Fotos, etc. als Erinnerung vor, aber den Schock mussten alle erstmal verdauen.
Vor 2 Jahren war ich froh, überhaupt noch durch Zufall einen Kitaplatz bekommen zu haben (weil in Nonas Kita die 2009er-Gruppe so voll war, dass sie geteilt werden musste), denn im kompletten Stadtbezirk waren alle Einrichtungen bis auf den letzten Platz ausgebucht. Ich verbrachte Tage am Telefon, um mir nicht nur im eigenen, sondern auch in den umliegenden Stadtbezirken immer wieder den gleichen Satz anhören zu müssen: „Tut mir leid, wir haben lange Wartelisten…“ Auf vielen dieser Wartelisten stehen wir sogar seit Mitte 2010 drauf. Getan hat sich bis jetzt noch nichts. Unter Anderem, weil der Fahrtweg hin und zurück ca. 45 min Zeit beansprucht, spiele ich schon länger mit dem Gedanken, Fiona die Kita wechseln zu lassen. Der Elternabend vorgestern war der Auslöser, es direkt am selben Tag in die Hand zu nehmen. Wir klapperten 4 Kindergärten ab, die alle mit der gleichen Antwort kamen: „Wartelisten bis 2015“. Wie krank ist das? Wenn du dein Kind mit 2 Jahren betreuen lassen willst, musst du den Platz jetzt schon für 2015 anmelden. Das heißt, für ein Kind, was noch nicht mal gezeugt wurde….! Fiona wollte auf unserer Kita-Tour von mir wissen, ob sie auf den Spielplatz gehen kann. Ich nahm sie auf den Arm und erklärte ihr, dass wir fragen wollen, ob hier ein Platz für sie ist. In der dritten Kita rannte sie zielstrebig zu einer kleinen Bank im Garten, setzte sich und rief mich. Ich ging hin und sie sagte stolz: „Ich hab einen Platz, Mama!“

Weil neben ihrem Kindergarten (in dem heute übrigens Kuchenbasar gemacht wird *mmmmhhh* Donnerstags-Süß ^^) ein Jugendzentrum ist, in dem die Halbstarken von heimlich hinter-der-Hausecke-rauchen bis laut-auf-dem-Handy-Musik-hören, knutschen und Boden bemalen alles machen außer ihre Hausaufgaben, konnten wir vor dem Eingang schon öfter kleine Kunstwerke bewundern. Meistens steht da zwar nur in großen Lettern „Jamie-Lee + Rodney = LOVE“ oder so aber wie die Farbe auf den Fußboden kommt, wo man doch nur auf Papier malen darf, das beschäftigte mein Kleinkind. Als uns dann letztens in einem Laden, der so heißt wie wir, eine Box Straßenmalkreide begegnet ist, musste die natürlich mit. Dass Kreide abbricht, wenn man sie fallen lässt, ist eine sehr schmerzliche Erfahrung. Und dass die ganzen abgebrochenen Kreidestückchen hinterher nicht mehr so schön in die Box passen, auch…
Das Malen und Hopsen in die vorgezeichneten Felder hat wunderbar funktioniert. Ganz tatortmäßig hat sich Nono dann auf die Steine gelegt und ich habe mit der Kreide unter lautem Kichern ihrerseits ein Mal rum gemalt, bis wir einen Umriss hatten. Der kann dann ausgestaltet werden, wie man möchte. Entweder originalgetreu wie die Vorlage, oder warum nicht mal einen Jungen draus machen oder ein Tier oder ein Monster oder Hackenschuhe……
Es gibt viel zu tun malen – ich kann’s nur empfehlen!
Jetzt wird ja auch endlich das Wetter wieder schöner, juhuuuu! Ab nach draußen, Blumen pusten…..