Souvenir

…so heißt das Fotothema bei Luzia Pimpinella diese Woche, aber was heißt eigentlich „souvenir“?

Das Wort kommt aus dem Französischen und bedeutet „sich erinnern“, soll also als eine Art Gedächtnisshilfe für schöne Orte und schöne Momente dienen. Früher nahm man sich als Glücksbringer einen sog. „Hühnergott“ (Stein mit durchgängigem Loch) vom Urlaub am Meer mit und füllte sich Sand in kleine Fläschchen ab. Heute geht souveniren anders: die kommerzialisierte Mitbringselindustrie ist mittlerweile ein eigenständiger Wirtschaftszweig. Heutzutage bringt man sich von seinem Urlaub keine Muscheln, sondern „I (herz) Amsterdam“-Tassen, „Red Sea Divers-Shirts“, Meerkulissenkühlschrankmagnete, Kuhglocken, Matroschkas, Mützen, Buttons, Mini-Shishas, kleine Eiffelturmschlüsselanhänger, Pyramidenstifthalter oder Alkohol in hübschen Flaschen mit ^^ Von den genannten Teilen schwirren mit Sicherheit auch ein paar in unserem Haushalt rum, obwohl ich allerdings von jedem Urlaub noch Muscheln mitbringe. Was ich euch aber heute als Souvenir vorstellen möchte, ist keins der genannten, sondern ein klitzekleines, silbernes Schmuckstück mit großer Bedeutung. Fiona war dieses Jahr zum dritten Mal im gleichen Hotel in Hurghada, Ägypten. Neben dem Hotel ist ein Juwelier, den alle weiblichen Familienmitglieder regelmäßig (1-2x im Jahr) fast leer kaufen 🙂 Er strahlt jedes Mal, wenn er uns im Lande begrüßen darf, bis über beide Ohren (hm, würde ich an seiner Stelle wohl auch ^^), sind wir doch dort schon bekannt wie bunte Hunde. Ringe, Ketten, Anhänger, Armbänder, Ohrringe – was da insgesamt schon in deutschen Besitz übergewandert ist, möchte ich gar nicht so genau wissen. Am besten war dieses Jahr der Spruch: „Preise gut nach Mubarak weg!“
Jedenfalls kennt der Juwelier Fiona im Prinzip seit sie 6 Monate alt und zum ersten Mal dort gewesen ist. 2010 noch schlafend im großen Kinderwagen, ein Dreivierteljahr später wach und aufmerksam guckend im Buggy und zuletzt das Gegenteil von müde, buchstabierend mit eigenem iPhone zu Fuß. Über die Herzlichkeit, die dort speziell den Kindern entgegengebracht wird, habe ich in der Blogparade beim Thema „Wie kinderfreundlich ist Deutschland?“ schon geschrieben. Als die Mamas (Mama von Mama, Mama, ich) ihren Silberglitzerblingblingrausch befriedigt hatten und nach gefühlten Stunden den Laden verlassen wollten einen Tag vor der Abreise in’s kalte Deutschland, schenkte unser Juwelier meinem Mädchen eine Kette mit kleinem silbernen Schildkrötenanhänger. Stolz und glücklich stürmte sie aus dem Laden raus (hätte vor lauter überschäumender Turtle-Freude fast das iPhone liegengelassen) und hielt jedem ihren „Sammy“ (eine der Lieblings-DVDs: „Sammys Abenteuer“) unter die Nase, auch einer komplett verhüllten Frau, die gerade am Geschäft vorbeiging. Lachende Augen in dem schmalen Gesichtsschlitz murmelten etwas Arabisches und streichelten dem kleinen, deutschen Mädchen über den Kopf. Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt!
Dieses winzige Schildkrötchen bringt seitdem nun ein bisschen Wärme, Sonne, Strand und Meeresrauschen zu uns nach Hause, wenn man die Augen schließt und sich ein bisschen konzentriert…

Mein Souvenir aus dem letzten Urlaub ist eine große, rote getrocknete Blüte einer Blume, deren Namen ich nicht kenne. Beim Stöbern im Reisetagebuch ist sie mir auf den hinteren Seiten begegnet und in den Schoß gefallen. Diese persönlichen Erinnerungen (in Verbindung mit ca. 100 Muscheln, Steinen und Sand in den Bikinihosen ^^) erzählen auch noch in vielen Jahren ihre Geschichte und sind so viel lebendiger, als der Kühlschrankmagnet. Ich kann den Urlaub förmlich riechen!

Ich freue mich übrigens über die steigende Zahl der regelmäßigen Leser (59 momentan) und möchte mich bei euch mit einem kleinen Gewinnspiel bedanken, wenn wir die 60 voll haben. Seid gespannt 🙂

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

2 Kommentare zu „Souvenir“

  1. Schnurrhaare und Nase der Schnitty würde ich mit Rübenkraut malen. Müsste doch klappen wenn man es von Messer laufen lässt. Zeig uns dein Ergebnis 🙂

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