Blogparade #12

Bedingt durch die Irland-Reise kommt hier auf den letzten Drücker die neue Aufgabe der Blogparade:

Testmama Kerstin hätte von uns gerne ein kreatives Familien-ABC, das heißt, zu jedem Buchstaben des Alphabets sollte mindestens ein Satz geschrieben werden, der etwas mit der eigenen Familie zu tun hat. Wer mich kennt, weiß, dass es bei diesem einem Satz nicht geblieben ist 😉 Sponsoren sind hier, da, dort und da verlinkt.
Ladies & Gentlemen, I proudly present:

A wie…
…Auto. Ist neben diversen Kinderwägen, Tretautos, Rollern und Laufrädern eins der wichtigsten Fortbewegungsmittel. In unserer deutschen Hauptstadt existiert zwar ein hervorragend ausgebautes S- und U-Bahn sowie Bus- und Straßenbahnnetz, allerdings sind die Preise für die Benutzung, wenn man nicht gerade Schüler, Student, HartzIVer oder Rentner ist, alles andere als hervorragend. Da das Auto für meine Arbeit unverzichtbar ist, weil ich nur ungern 6 Schülerakkordeons, Glockenspiele, Rasseln, bunte Tücher, Fingerpuppen und anderen Musikstuff in der S-Bahn transportieren würde (und mir dazu mindestens 6 Arme fehlen!), sind wir auf die 4 Räder angewiesen und können den Ölkonzernen angesichts der in’s Unverschämte steigenden Benzinpreise leider keinen ausgestreckten Mittelfinger zeigen. Spritpreise sind mir also momentan egal, ich tanke einfach immer für 20€. Letztens sagte Fiona, als wir zum Tanken auf eine Tankstelle fuhren: „Hast du keinen Strom mehr, Mama?“

B wie…
…Baby. Haben wir keins mehr. Nein, wirklich nicht. Wann die sonderbare Mutation von Baby zu Kleinkind passiert ist, kann ich nicht mehr so genau sagen. Aber auf ein Mal war auf den Fotos kein winziges, hilf- und zahnloses wääääähhhh mehr zu sehen, sondern ein kleines, sich erschreckend gut artikulieren könnendes Mädchen mit blonden Haaren, blauen Augen, frechem Blick, dem Schalk im Nacken und einem nahezu vollständig grinsendem Satz Milchzähne; in der einen Hand ein iPhone, in der anderen einen Zauberstab. Hex hex!

C wie…
…Cola. Hätt‘ ich gern. Krieg ich nicht. Mama sagt, sie sei wohl der einzige Mensch auf der Welt, der dem braunen Gesöff nichts abgewinnen kann. Scheinbar hat sie mir ausgerechnet das nicht vererbt.

D wie…
…“doch!“. Eines der häufigsten Wörter im Sprachgebrauch unserer 2-Jährigen.
Nein, jetzt gibt es keine Gummibären. Wir essen gleich Mittag!“ – „Doch.“
Fiona, Papas Lakritzschnecken schmecken dir nicht.“ – „Doch.“
Du kannst nicht mit den Sandalen in die Pfütze gehen!!“ – *platsch*

E wie…
…eigener Kopf. Den hat sie und er ist erschreckend eigen für eine 2,5-Jährige. Da kann es schon mal passieren, dass ein tränenreicher, hochroter Wutausbruch mit Fallenlassen, Umsichtreten und angetäuschtem Würgereiz die Folge ist, wenn der Auslöser ein gelber statt des gewünschten blauen Strohhalmes war. Ups!

F wie…
…Fiona. So heißt das Kind. Der erste spontane Einfall nach dem positiven Test. Danach wurden ca. 5 dicke Namensbücher gewälzt, mehrere tausend Namen notiert und am Ende war es doch der Allererste. Nicht alltäglich und trotzdem leicht zu sprechen – so wie man schreibt, eben. Denkste! Von Viola bis Wiona lässt die deutsche Prä-Shrek-Generation ihre Phantasie spielen. Nur englischsprachige Mitbürger haben mit ihrem Namen kein Problem. Im Gegenteil, deren offenes O in der Mitte verleiht der Prinzessin den adeligen, pinken Schuh: Fee-Owna. Hach!

G wie…
grün. Fionas erste Farbe. Fortan war alles „düün“: der gelbe Bus, das blaue Auto, der rote Buddeleimer. Dün. Düüüüün! Es war ein bisschen wie bei Mario Barth und dem Problem der Männer beim Hosenkauf. Hose! Welches Modell? Hoose! Welche Farbe, welche Größe? HOOOSEEE! Als die Sprache aus den Schuhen des grünen Einwortstadiums hinausgewachsen war, kam noch ein ergänzender Satz hinzu, der allerdings nichts an dem falschen Fakt ändern konnte:

„Dün! Dün wie die liebe Sonne.“

Aber die ist doch gelb und nicht grün.“
– ihre Antwort? siehe „D wie doch“

H wie…
Hörspiele. Die ultimative Einschlafhilfe, zumindest eine Zeit lang. Man hörte alles: von Bibi Blocksberg (deswegen heißt der Blog „hex hex“) über Bibi & Tina bis Benjamin Blümchen, Leo Lausemaus, Filly-Traumland, Findet Nemo, Regenbogenfisch bis Sendung mit der Maus. Wenn beim Drücken der Play-Taste aus dem Bett noch ein flehendes „Mama, bleib bei mir!“ kam, flüsterte mein Schulterteufelchen leise: „Psst, heute kommen die Simpsons und Dr. House. Das willst du sehen, darauf freust du dich schon seit einer Woche! Geh leise raus, das wird sie schon nicht merken“. Aber das Teufelchen kennt Fiona schlecht. Währenddessen zerriss das Engelchen die virtuelle Fernsehzeitung in meinem Kopf in kleine Teile, stopfte damit ein Kissen aus und legte es mir neben den Kopf meines Kindes, wo ich den weiteren Abend unter dem Sternenhimmel-Nachtlicht verbrachte und leise die Dialoge von Käpt’n Blaubär und Hein Blöd mitsprach…

I wie…
iPhone. Wahrscheinlich ist sie nicht nur eine der wenigen 2-Jährigen mit eigenem iPhone, sondern auch eine der wenigen 2-Jährigen, die ihr erstes iPhone schon verloren verlegt haben…Sollte man mal das Orakel der heiligen Spielzeugkiste befragen?

J wie…
…“Juppi“. Superlativer Ausruf der Freude, scheinbar Mix aus Jippie, Juhu und Hurra. Oft zu hören bei der Ankündigung: „Heute gehen wir Eis essen.“

K wie…
…Krümel. Kommt Kind, kommen Krümel. Die Spezies Krümel stammt von allem ab, was ein mal größer war als der Krümel selbst: vor allem Brot, Brötchen und Kekse, aber auch Schokolade, Eis, Bonbons, Weintrauben, Bananen, Käse, Wurst, etc. Noch nie Wurstkrümel gesehen? Nichts ist unmöglich! Ökologische Nischen der Krümelpopulation sind nach der Häufigkeit des Vorkommens Autositze, Sofaritzen, Teppiche und Schlüppis. Weshalb letzteres wird wohl auf Ewig ein unerforschtes Rätsel der Menschheit bleiben. Amen.

L wie…
…Liemhasi. Ich könnte nicht schöner sagen, was ein zerzaustes, geliebtes Langohr einem kleinen Menschen bedeuten kann:

(vor dem Weiterlesen bitte Schnipsen auf 2 und 4)
When the night has come, and the land is dark.
And the moon is the only light we’ll see.
No, I won’t, be afraid, oh I-iiiiii won’t be afraid
Just as long as you stand, stand by me.
So darlin‘, darlin‘ stand by me…

If the sky that we look upon,
Should tumble and fall.

Or the mountain should crumble to the sea.
I won’t cry, I won’t cry.
No I-iiii won’t shed a tear.
Just as long as you stand
Stand by me.

M wie…
Mama. So beginnt – bis auf wenige Ausnahmen, die stattdessen mit „ich“ anfangen – jeder Satz.

N wie…
…Nein. Das vehemente „Nein“ auf 90 von 100 Fragen ist eine typische Begleiterscheinung der sogenannten Kleinkindpubertät. Auf Englisch heißt dieser Abschnitt „The Terrible Twos“ und wie man die „terrific“ macht, darüber gibt’s sogar ein Buch.

Möchtest du auf’s Töpchen gehen?“
– „nein.“
Wollen wir Enten füttern gehen?“
– „nein.“
Kannst du deine Socken bitte wieder anziehen?“
– „nein.“

Wenig tröstlich aber wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass diese Trotzphase bei allen Kindern früher oder später eintritt und einen wichtigen Schritt in der Entwicklung markiert. Es ist die Zeit, in der die Kleinen ihr eigenes Ich ganz bewusst wahrnehmen und sich ein kleines Stück von den Eltern abgrenzen. Sie stoßen an ihre Grenzen und erfahren irgendwann, dass auch Mama oder Papa nicht in der Lage sind, die Schwerkraft auszutricksen, wenn sie den Wunsch äußern, dass das Filly-Pferd auf seinem Einhorn stehen soll und nicht auf den Hufen. Auch bringt es nichts, darauf zu beharren, rechts rum zu gehen, wenn der Kindergarten links um die Ecke ist. Dieser Frust über das Nicht-in-Erfüllung-Gehen mancher Wünsche äußert sich mitunter in starken Emotionen. Damit umgehen zu lernen ist ein wichtiger Schritt für den weiteren Lebensweg der kleinen Trotzkis 😉

O wie…
…Oktonauten. Der größte Fan dieser Unterwasser-Star-Wars-Hello-Kitty-Mischung sitzt in unserem Wohnzimmer auf einer pinken Couch. Diese Unterwasserpolizei bestehend aus dem Kopf-Trio Captain Barnius, Kwaazi Katze und Peso Pinguin schützt und rettet alle Lebewesen im Meer vor Unglücken (Algenplage, Vulkanausbruch) oder hilft bei Problemen (Albinohuckelwal mit Sonnenbrand, Kammqualle mit verletztem Kamm, streitende Seeanemonen). Auch verirrte Lederschildkröten aus einer gefährlichen Strömung retten, Hebamme bei der Geburt von 100 Seepferdchen spielen oder dem Pistolenkrebs bei der akustischen Erforschung seines lauten Knalls unterstützen zählen zu den Aufgaben eines waschechten Oktonauten. Wegen der akuten Oktomanie zogen bei uns vor Kurzem die Actionfiguren und ihre Unterwasserstation, das Oktopod, ein. Seitdem müssen diese überallhin mit und werden so ausgiebig bespielt wie noch kein Spielzeug vorher. Heute Morgen wachte ich übrigens mit Rückenschmerzen auf und stellte fest, dass ich auf einem Pistolenkrebs geschlafen hatte. Na wen wundert’s…

P wie…
…“Prepessin“. Prinzessinnenkleid, Prinzessinnenkrone, Prinzessinnenschuhe, Prinzessinnenschminke. Alles rosa. Zum nächsten Fasching wünsche ich mir einen Pirat.

Q wie…
Quatsch. Machen wir gerne. Neuste Angewohnheit ist es, bei jeder Kamera, die auf einen zeigt, die Zunge rauszustrecken und sie erst wieder einzuholen, wenn die Kamera weg ist. Ansonsten bemalen wir uns auch schon mal gegenseitig an Fasching oder lesen witzige Bücher wie „Eins, Zwei, Drei, Tier.“ Kreative Mamas schaffen es sogar, dem gelangweilten Kind aus einer Papiertüte mittels zweier Löcher und eines Stiftes ein kleines Handmonster zu zaubern und so ein wenig von der nervigen Warterei in der Arztpraxis abzulenken. Der kindliche Quatschkopf antwortet in so einem Fall: „Haha, ein Monster. Und jetzt mach mir ein Nashorn, Mama!“. Juppi!

R wie…
Rückbildungskurs. Was tut man nicht alles für so ein Baby: erst bildet man sich vor, während der Geburt bildet man sich weiter und hinterher bildet man sich zurück. Aber wenn es eine Veranstaltung gibt, die noch lächerlicher ist, als der Geburtsvorbereitungskurs, in dem dickbäuchige Frauen von ihren hilflosen Männern von hinten umarmt werden (in Raten) und dann gemeinsam den Namen des Ungeborenen tanzen, dann ist es der Rückbildungskurs. In selbigem sind nämlich genau die gleichen nach wie vor Dickbäuchigen, allerdings nun ohne Männer und ohne Baby im Bauch, die auf riesigen Gummibällen hüpfen und mit ihrem Beckenbodenmuskel Aufzug fahren üben. Nee, nichts für mich. Und ja, ich hab’s trotzdem im Griff und keine nasse Hose, wenn ich niesen muss 🙂

S wie…
…Spitznamen. Gibt es beim Namen Fiona nicht. Haha…weit gefehlt! Nona (gab sie sich selbst), Nono, Noni, Nonchen, Noni-Kloni oder auch Nono-Klono, früher einfach nur Krabb. Einer der ersten kehligen Laute war „chrap“. Kein Mensch weiß, wofür das die Bezeichnung war. Irgendwann war es eine Anrede: „Na, Krabb?“

T wie…
Taufe. Kommt noch, aber erst, wenn meine Freundin, die „kleine Anna“, ihr Theologiestudium beendet hat und tatsächlich Pastorin geworden ist. Dieser besondere Moment gehört dann nur uns. Während wir ganz in Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit in Trossingen (mein erstes Studienjahr und ihr FSJ) schwelgen, muss die inzwischen volljährige Fiona sich dann den geweihten Jacky-Cola über die Stirn gießen lassen…Spaß!

U wie…
…Urlaub. Machen wir gerne und oft. Mit 6 Monaten zum ersten Mal in Ägypten, war sie mittlerweile außerdem noch auf Mallorca, Korfu, in Polen und Irland. Der kleine Reisepass (mit Babybild!) beherbergt mehr Visa-Sticker und Stempel als der manch eines Erwachsenen…

V wie…
…Vivi. So heißt Mama noch. Mittlerweile weiß Prinzessin F. das. Da aber meine Mama immer scherzhaft „Na, Mutter?“ zu mir sagt, war die Sache mit den richtigen Vornamen am Anfang noch gar nicht so selbstverständlich. Als Fiona nämlich mal gefragt wurde, ob sie weiß, wie Mama noch heißt, antwortete sie wie aus der Pistole geschossen mit: „Ja, die heißt Mutter!“

W wie…
Wasser. Ihr liebstes Element, ob am Strand, im Pool, im Waschbecken, in der Badewanne oder im Hallenbad. Nur auf dem Kopf in der hochexplosiven Mischung mit Haarshampoo hat’s nichts zu suchen, sonst → „N wie nein“

X wie…
X für ein U vormachen. Lässt sie sich nicht. Gummibärchen sind alle? In deiner Tasche ist noch eine kleine Tüte, Mama. Ich hab die genau gesehen. Hmpf.

Y wie…
…y (why?). Die Warum-Phase hat bei uns glücklicherweise noch nicht begonnen. Noch nimmt sie die meisten Dinge einfach hin und sagt „Aha.“. Wenn sie aber irgendwann sämtliche Zusammenhänge ganz genau verstehen und physikalische Phänomene kindgerecht erklärt haben will, werde ich wohl öfter mal meine 3. Gehirnhälfte Google befragen oder auf die Sendung mit der Maus verweisen müssen…

Z wie…
…Zählen. Geht schon ganz gut. Bis 11. Wenn nach der 11. noch weitere Treppenstufen kommen, zählt man einfach wieder rückwärts: 9, 10, 11, 10, 9, … Wenn man bunte Eier zählen soll und eigentlich keine Lust dazu hat, fasst man jedes Ei einzeln an, legt es in den Korb und zählt dazu: eins, noch eins, noch eins, …

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

10 Kommentare zu „Blogparade #12“

  1. kleine ErgÄnzung von mir;-)mit Verlaub
    Ä wie
    ähnlich musikalisch wie Mama(und Papa),
    …tanzt und „klatscht“ NONO genau im Takt
    und schlä!ft bei richtig lauter
    Öööhh…
    Örchestermusik mit Schlagzeug wie ein kleines Murmeltier
    Ü wie
    überraschend geduldig für eine 2,5 jährige mit langen musikalischen Veranstaltungen und weiten Reisen und genauso überraschend wortgewandt!!!

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  2. Also ein „nein“ gibt es hier eher selten… Momentan herrscht die Phase „aber ich kann das nicht“… obwohl ich es ja ganz genau weiss, das sie es kann… Ich weiss nicht, woher Kids das haben und welche der Phasen schlimmer ist… *g*.

    Ich hoffe ihr hattet ein schönes Osterfest!
    Guten Start in die Woche…
    Zimtschnute

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  3. Ich drücke fest die Daumen, dass Klein-Anna das mit dem Zu-Ende-Studieren noch vor Fionas 18. Geburtstag schaffen wird, denn die Taufe ist so ein wundervolles Ereignis – wobei es ja auch schnön ist, wenn Fiona schon alles richtig mitbekommt und versteht.

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