Blogparade #11

Dienstag ist bei mir eigentlich kein Blogparadentag. Ich schaffe es normalerweise erst mittwochs, den wöchentlichen Paradenpost zu schreiben, aber diese Woche muss ich mich ein bisschen ranhalten, denn es wollen noch Koffer zu Ende gepackt und letzte Vorbereitungen für’s Wochenende getroffen werden. Wir fliegen nämlich Donnerstag früh nach Irland zum „Irish Open Accordion Festival“. Sowohl mein Schülerorchester VIVAccordia als auch mein Ensemble conAmici nehmen an diesem Wettbewerb teil und sind schon aufgeregt, gespannt und natürlich voller Vorfreude auf Land, Leute und vor allem auf die Musik! Für die „Kleinen“ ist es die erste Teilnahme an einem Akkordeonfestival, für viele sogar der allererste Flug! Auszüge aus meinem Dirigenten-Reisetagebuch und dazugehörige Fotos von der grünen Insel folgen, wenn wir zurück sind.
Testmama Kerstin hat sich diese Woche mal wieder eine kreative Aufgabe namens „Kommt Kind, kommt Hausrat“ (oh ja!) ausgedacht, die in 3 Teile gegliedert ist.

1.) Zeige 3 Stellen in deiner Wohnung, an denen man erkennt, dass hier Kinder leben (Kinderzimmer ausgenommen).
2.) Nenne 3 Gründe, woran Fremde, wenn sie dich sehen oder sich mit dir unterhalten, erkennen, dass du Kinder hast.
3.) Schieße ein Foto von einem Gegenstand, den du seit der Geburt eures Kindes nicht mehr benötigt oder benutzt hast.

zu 1.)
Ich lasse bewusst die bunten Schuhe im Treppenflur und den klebrigen Hochstuhl in der Küche weg, obwohl das bei uns natürlich auch untrügliche Anzeichen für kleine Menschen im Haus sind. Auch die unendlich süße, gebastelte Filtertüten-Hasendame aus dem letzten Post würde wohl auch eher nicht an unserer Haustür hängen, sondern immernoch ihr Dasein als stinknormale, weiße 08/15-Filtertüte im Melitta-Regal von REWE fristen (denn bitte WER kauft in Pad- bzw. Bohnenzeiten noch Filtertüten und gemahlenen Kaffee?! Anyone?). Als vermisst gemeldete Legosteine suchen sich die abenteuerlichsten Verstecke aus und kommen erst im Dunkeln zum Vorschein. Sie legen sich suizidal in den Weg, wenn man auf leisen Sohlen barfuß am Kinderzimmer vorbeischleichen will und greifen dann aus dem Hinterhalt an. Ihre kleinen spitzen Ecken und die dicken Hubbel bohren sich zentimetertief in die Fußsohle des Schleichenden, der daraufhin nur noch humpelnd und mit zugehaltenem Mund den Schmerz veratmen kann…Das Kamikaze-Lego-Phänomen dürfte wohl jedem Haushalt mit Kindern bekannt vorkommen…
Viel interessanter finde ich da die folgenden Ecken unserer Wohnung:

Links oben seht ihr das mittlere Regal unseres Kühlschrankes, in dem sich zwischen Mini-Salami und Fruchtzwergen ein Aua-Monster versteckt und auf seinen nächsten Beulen-Einsatz wartet. Insgeheim glaube ich ja, dass es das Monster ist, was ständig heimlich von der Bärchenwurst den Kopf abfrisst und „Meckermäulchen“-Quarks aufreißt, um einen – ja, nur einen – Löffel voll davon zu nehmen und den angefangenen Quark dann stehen zu lassen… Habt ihr auch solche Fressmonster im Kühlschrank?
Rechts findet sich ein Blick in unser Wohnzimmer mit dem wohl eindeutigsten, sogar geschlechtsspezifischen Anzeichen für ein Kind im Haus: eine kleine, pinke Couch. Meine Eltern haben das Pendant zur Couch – einen kleinen, pinken Sessel – bei sich im Wohnzimmer zu stehen und schenkten Fiona das Sofa zu Weihnachten. Seitdem wird es heiß geliebt, besprungen, bekleckert, etc. Mal sitzt sie ganz ordentlich, reiht fein säuberlich alle Kuscheltiere, die sie finden kann, neben sich auf und mal macht sie es sich der Länge nach mit ihrem lieben Hasi bequem. Weihnachten sagten wir zu ihr, sie könne die Füße auch hoch machen (um ihr die Liegeposition näher zu bringen, kannte sie ja noch nicht vom Sessel). Fiona saß dann ganz normal auf der Couch und hob beide Beine gleichzeitig an. Die Lacher waren natürlich auf ihrer Seite, auch wenn sie in dem Moment wohl nicht genau wusste, was die „Großen“ so lustig fanden…

Ich gebe zu, farblich nicht 100% passend in einem ansonsten eher schlicht beige-lila-braun gehaltenen Living-Room aber manche Sachen sind eben so wie sie sind. Das Sofa wäre nur halb so schön, wäre es nicht pink, stimmt’s, Prinzessin Lillif… Fiona? 😉
Die Klotreppe im Badezimmer geht wohl auch nicht mehr als Mama-Papa-Accessoire durch. Ebenso wenig die Milliarden Spritztiere (die manchmal abends nach dem Händewaschen ALLE mit in’s Bett und demzufolge komplett geleert werden müssen *argh* da trocknet man sich ’nen Wolf!), der riesige Hello-Kitty-Seifenspender, dem Fiona regelmäßig den Kopf abreißt um selbigen mit Wasser zu füllen, der Nemo-Waschlappen, die Wasser-Flöten, das Seifenblasen-Puste-Schaumbad, das rosa Glitzershampoo, die Shrek-Haarwäsche sowie der Tinti-Badeschaum und die Tinti-Malseife in 3 Farben…
Kommt Kind, kommt Hausrat – genau so ist es. Es kommt sogar so viel Hausrat, dass man es sich als Nicht-Eltern im Leben nicht träumen lassen würde. In der Schwangerschaft behauptete ich noch steif und fest, es würde kein rosa geben. Gelbe Strampler, grüne Strampler, orange Strampler, ganz egal, nur kein Klischee-Pink. Und nun? Kaum war das süße Mädchen geboren, sah es einfach am Lieblichsten in zartem Rosa aus. Nach und nach hielt dieser Farbton Einzug in unser Leben und schleicht sich auch heute noch hinterhältig und leise in Form von kleinen Filly-Pferden oder Lillifee-Zauberstäben an ^^
Wehren ist also zwecklos. Es heißt ja: „Die eleganteste Art, deinen Feind bewegungsunfähig zu machen, ist es, ihn zu umarmen.“ Ich umarme das Rosa nun seit über 2 Jahren aber es lässt mich einfach nicht mehr los…

Dass man an der eigenen Wohnung erkennt, dass dort kleine Menschen wohnen, ist ja nichts ungewöhnlich. Bedenklich wird es allerdings, wenn die Spielzeugisierung um sich greift und sogar auf andere Haushalte überspringt.
Glaubt ihr nicht? Dann folgt jetzt ein Bild aus dem Wohnzimmer meines Elternhauses, was Fiona liebevoll mit „mein Zimmer“ bezeichnet (und abgebildet sind nur 2 Ecken!):

Letztens kam sie dort rein und der Inhalt ihres Einkaufswagens, sowie diverse Bauklötze, Bücher und Stifte lagen noch von ihrer letzten Spielaktion auf dem Fußboden verstreut. Ihr Kommentar: „Ooh, ist das schön hier!“
Ja, ohne Worte. Kommt Kind, kommt Hausrat.

zu 2.)
Ich bin mir nicht sicher, ob Fremde auf den ersten Blick überhaupt erkennen würden, dass ich ein Kind habe.
Die Milchspucke-auf-dem-Shirt-Zeiten sind lang vorbei, auch trage ich keine gigantische Wickeltasche mit mir herum. Wenn in meiner Arbeitstasche mal eine Windel rumschwirrt, ist das reines Glück 😉 Letztens hatte ich genau solches Glück; da hat mich eine dieser zufälligen Taschenwindeln vor einem Totalchaos bewahrt. Das Fassungsvermögen einer durchschnittlichen Billigmarke-Größe-5-Windel sollte man nicht unterschätzen! Der Inhalt einer fast noch vollen 0,5l-Wasserflasche hatte es sich ohne mein Wissen so nach und nach im Windelpolster bequem gemacht und so meine Noten und andere wichtige Unterlagen vor Wasserschäden geschützt. Top!
Ansonsten kleide ich mich normal weiblich ohne „Mutterstempel“, Eyeliner und Mascara gehören nicht zu den Dingen, die ich seit der Geburt nicht mehr benutzt habe und auch Ohrringe und Schuhe mit Minihacken kommen genauso häufig vor wie in kinderlosen Zeiten. Selbst am Strand im Bikini würden mich keine verräterischen Streifen als Muttertier „outen“, denn aus rätselhaften Gründen (*freu* gute Gene..? Danke, Mama..?) bin ich von denen glücklicherweise komplett verschont geblieben 🙂
Was mich allerdings verrät, ist wie bei vielen der Kindersitz im Auto und der Inhalt meines Einkaufswagens („Sie haben gerade Knoppers gekauft. Darf ich fragen wieso?“ -„Ja, weil ich ein Kleinkind dabei habe, was alles in den Wagen räumt, was nach Schokolade aussieht und einen mittelschweren Wutanfall kriegt, wenn ich vorschlage, das braune Gold gegen gesundes Obst einzutauschen!“). Wenn ein Fremder durch meine Autoscheiben guckt, vermutet er sicher mindestens 4 Kinder. Aber auch das kann ich erklären: durch meine Arbeit als Musiklehrerin in Kindergärten habe ich diverse Puppen, Glockenspiele, bunte Tücher, Rasseln und Kuscheltiere sowohl auf, unter und neben dem Rücksitz, als auch in sämtlichen Ritzen ^^ Ich habe übrigens festgestellt, egal wie klein oder wie groß mein Gefährt ist – ich kriege es randvoll und meine damit nicht Benzin. Sollte ich also mal die Anschaffung eines Kleinbusses in Erwägung ziehen, haltet mich bitte davon ab…

zu 3.)
Groß nachdenken musste ich da nicht. Ein Fahrrad hatte ich lange vorher schon nicht mehr in Gebrauch; Wii, Xbox oder ähnliche Konsolen zählten ebenfalls nicht zu meinem Hab und Gut; Still-BHs, Umstandshosen und andere saubequeme Bauchkleidung erklärt sich von selbst und bei Schuhgröße 42 ist es wohl überflüssig zu erwähnen, dass ich High Heels nie besessen habe. Es ist etwas ganz anderes, völlig Simples: ein Tee-Sieb.

Kurze Erklärung dazu: ich bin eher Kaffee- statt Teetrinker; bis zu 6 Tassen am Tag war vor der Schwangerschaft und speziell im Studium eine ganz normale Größenordnung. Das änderte sich schlagartig mit dem positiven Test. Ich wollte meinen Kaffeekonsum stark einschränken, um meinem Bauchkind nicht gleich pränatal die volle Dröhnung Koffein mitzugeben, brauchte mir aber dabei keine große Mühe geben. Manche Dinge erledigen sich von selbst. Ich konnte von einen Tag auf den anderen keinen Kaffee mehr sehen. Schon vom Geruch wurde mir übel. Wenn es Tee gab, gab es den in praktischen Beuteln: rein, warten, raus, fertig.
Einen speziellen Tee, nämlich Himbeerblättertee, gab es nur als krümelige Angelegenheit. Da dieser aber – nicht nur von der Hebamme – als Wunderwaffe bei der Geburtsvorbereitung angepriesen wurde, weil er Beckenmuskulatur und Muttermund entspannt (ein einfacher Tee…? Aber gut, mit Baby im Bauch und kurz vor’m „Platzen“ glaubt man an so Einiges ;), wurde er gekauft und ein Teesieb gleich mit. Zum viel davon Trinken bin ich nicht gekommen, weil Madame 2 Wochen vor dem Termin die Faxen dicke hatte und der Teaparty sprichwörtlich den Hahn zudrehte. Ja, und seitdem ist das Teesieb unverändert arbeitslos und unsere Senseo wieder im Dienst 😀

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Frühlingsgefühle

Im Laufe der letzten Woche haben sich hier mehrere Sachen gestapelt, die ich euch gerne zeigen möchte, wird also heute viel zum Gucken geben 🙂 Fangen wir chronologisch an:
Ende letzter Woche waren Fiona und ich beide krank und haben dann aber am Wochenende die ersten zaghaften Rausgehversuche gestartet, denn bei dem tollen Frühlingswetter (zum ersten Mal in diesem Jahr, endlich!) können auch kranke Mäuse und ihre kranken Mäusemamas nicht drin hocken und den Tag nur mit den Oktonauten im TV verbringen
(ihre Lieblingsfolge ist übrigens die mit dem „Huckelwal“ *lach*)…
Bewaffnet mit Modderhose und Buddeleimer wurde von Nona die Sandkasten- und von den „Alten“ die Grillsaison eröffnet! Sogar die 4-Beiner meiner Eltern genossen die Sonne auf dem dicken Pelz und halfen, wo sie konnten ^^ („Wenn ihr jetzt die Gabel ausrutscht und ich rechtzeitig das Maul öffne, müsste laut meiner hundematischen Berechnungen das Stück Fleisch direkt auf meiner Zunge landen…“)

Weiter ging’s dann am Sonntag Morgen mit der Sendung mit der Maus. Dort werden ja regelmäßig Gebäude gesprengt, Autos gebaut, CDs hergestellt, Forellen gezählt, Ameisen von Hochhäusern geworfen und andere interessante Experimente durchgeführt. Während Fiona eher scharf auf Shawn das Scha(r)f, den kleinen Eisbär Lars und Käpt’n Blaubär ist (und natürlich auf die Maus-Spots zwischen den Beiträgen), finde ich die Sachgeschichten immer absolut lehrreich und verständlich erklärt, nicht nur für Kinder 😉
Letztes Wochenende war nun aber eine Geschichte dabei, bei der ich nicht ganz sicher bin, ob sie zu den Lach- oder doch eher den Sachgeschichten gezählt hat. Weil es ein Zeichentrickfilm war, las ich derweil in meinem MAGAZIN-Heft, wurde dann aber doch aufmerksam, als plötzlich vom Spermium „Willy“ die Rede war, der ein ganz toller Schwimmer sei. In gewohnt unbeschwerter Mausmanier erklärte Sprecher Armin, dass Spermium Willy im Herrn Braun wohnt (Bild: nackter Mann, Pfeil etwa mittig). „Ja und das, liebe Kinder, das ist die Frau Braun. Die hat ein Ei in sich drin“ (Bild: nackte Frau, Pfeil etwa mittig). Dann bekamen Willy und seine Freunde kurz vor dem großen Tag in der Schule 2 Schatzkarten ausgehändigt (1. Bild v.l., 2.Reihe). Die eine beschrieb, wie sie aus dem Herrn Braun raus und die andere, wie sie in die Frau Braun rein kommen. Herrlich! Na bei wem da keine Frühlingsgefühle aufkommen! Dann sah man, wie Herr und Frau Braun unter die Decke schlüpften und das Licht ausmachten. Alles weitere bedarf wohl keiner Worte mehr. Ich verbrachte diesen Beitrag mit dem ständigen Abfotografieren des Fernsehers, Fiona nahm ihn einfach kommentarlos hin. Aber seht selbst ^^
Zu „ernsthaften“ Osterbasteleien sind wir krankheitsbedingt noch nicht gekommen, aber eine niedliche Filtertüten-Hasendame ziert jetzt unsere Haustür und gut riechende Tulpen unseren Wohnzimmertisch. Früüüühling!!!
(Für die Häsin einfach wie abgebildet buntes Tonpapier in zweifacher Ausfertigung zuschneiden und bemalen – außer den Kopf, den natürlich nur 1x ^^ -, eine weiße Kaffeefiltertüte mit Bunstiften bemalen, Körperteile ankleben (unser must-have für Basteleltern: WACKELAUGEN!) und ggf. eine kleine Schleife und 2 Knöpfe aufkleben. Fertig!)
Und weil ich jetzt schon mehrmals nach den Bastelideen bzw. den dazugehörigen Büchern gefragt wurde, kommen sie hier jetzt mal alle vereint auf einem Bild (zu finden als Suchanfrage bei www.amazon.de). Hauptsächlich sind sie speziell für kleine Kinder (ab 2) geeignet und beinhalten sehr leichte Basteleien nach Jahreszeiten sortiert. Bastelmaterialien, die man vorrätig haben sollte, sind natürlich Schere und Kleber, sowie Acrylmalfarben (oder Fingerfarben), Pinsel, buntes Tonpapier, Pfeifenreiniger, Wattepads und Klopapierrollen. Mit Kaffee- und Teefiltertüten lassen sich auch ganz leicht viele schöne Dinge wie Häuser, Fische, Eisenbahnen, Clowns, Drachen, etc. zaubern. Wolle, bunte Perlen, Prickelnadel und bunte Federn braucht man nicht unbedingt, aber wenn man sich erst mal eingebastelt hat, kann man an sowas im Laden auch nicht mehr vorbeigehen. Hätte mir das jemand vor ca. 3 Jahren prophezeit, ich hätte schallend gelacht und ihn für völlig durchgeknallt erklärt ^^
Bei der Kinderärztin waren wir in den vergangenen 7 Tagen zwei Mal. Fiona hatte zum Glück nur einen kleineren Infekt, den man außer mit Zäpfchen, Hustensaft, viel trinken und schlafen mit nichts besänftigen konnte. Aber wenn so ein Kind plötzlich knapp 40 Fieber hat, wird man als Mutter schon unruhig und geht lieber ein Mal mehr zum Doc, vor allem, wenn es dann noch heißt: „Mama, ich bin schlecht darauf…“
Bei unserem ersten Arztbesuch staunten wir über die osterliche Dekoration vor der Praxis, denn zu den 4 echten Zwergkaninchen hatten sich in der Zwischenzeit u.a. noch ein paar Unechte gesellt. Mein Kind verliebte sich spontan in ein gelbgefedertes Styroporküken und trug es ohne mein Wissen zu unserem Auto. Wartet mal ab, was wir also als nächstes basteln – haha. Selbstbewusst, aber mit glasigen Augen, stiefelte sie in die Anmeldung und verkündete dort laut zur Arzthelferin, sie habe „Schnupfen, Husten und eine kratzije Stimme“. Sorgte für große Erheiterung bei den Schwestern, zu mal sie die kratzige Stimme auch noch in perfektem Berlinerisch vortrug ^^ Da die Praxis an diesem Morgen menschenleer war, konnten wir nach dem Jackeausziehen direkt in’s Behandlungszimmer durchgehen. Fiona hatte ja mit Vielem gerechnet, aber damit nun wirklich nicht. Bockig ließ sie sich auf den Boden fallen und sagte mit ihrer „kratzijen Stimme“, dass sie aber in’s Wartezimmer gehen möchte zum Spielen. Oha! Bei unserem zweiten Besuch bot sich diese Gelegenheit dann. Als „Bob der Bauermeister“ (irgendwas hat sie da durcheinandergewürfelt….irgendwas!) verkleidet – also mit Bauhelm – malte sie einen Fisch nach dem anderen. Leider nicht auf’s Papier, sondern ein Stück weit auch auf den Tisch. Ups! Das war wohl die „Strafe“ dafür, dass wir beim letzten Mal sofort rangekommen sind… Während ich im Sprechzimmer ein von ihr ausgekipptes Musterpuzzle wieder zusammenbaute (verdammt knifflig, sowas!), testete sie das Laufband aus. Gut, dass sie für eine Mitgliedschaft bei McFit noch zu jung ist! Apropos, ich sollte mal wieder….naja, lassen wir das.
Ach ja, im morgendlichen Kinderzimmerchaos, was entsteht, wenn Mama und Papa noch im Halbschlaf vor sich hin dösen, spielt es sich am Besten und wenn man bei sich selbst einkauft, muss man an der Kasse nichts bezahlen….oder doch? *piiiiiiieeeeeeeeep* *ratter* *piiiiieeeeeep* *klapper* *piiiiiieeeeeep* neben meinem schlafenden Ohr. Kassengeräusche vor dem Aufwachen sind zwar nervig, aber tolerierbar, wenn man nur noch müde genug ist. Anders ist es mit fehlenden Buchstaben, die einen schon mal senkrecht im Bett stehen lassen können, was der folgende Satz beweist:
„Guck mal, Mama, ich hab eine Waffe für dich!“
(und als ich dann wach war: „Möchtest du auch Puderzucker rauf?“)
Genähtes gab es in letzter Zeit auch ab und zu, obwohl die Nähmaschine gerade auch viel Freizeit hat… Die Ideen für Gitarre (Geburtstagsgeschenk für Stephan) und Zahnfee (Mund ist gleichzeitig eine kleine Tasche für ausgefallene Milchzähnchen) stammen aus dem Internet bzw. ist die „Fummelgiraffe“ (heißt so, weil es eine unglaubliche Fummelei ist, das Ding „zusammenzubauen“ ohne etwas falsch an- oder sich selbst über die Finger zu nähen!) nach Caros Vorbild entstanden, allerdings ist meine ein sehr mageres Exemplar, versehentlich auch noch taub, weil keine Ohren 🙂 Dabei musste ich übrigens feststellen, Westfalenstoff ist für den A….bfalleimer.
PS. Merke: vermeide das Nähen von Objekten mit langem Hals.
Dazu zählen auch Giraffen und Gitarren ^^
So, ich habe fertig. Macht’s gut, schließt euren Browser und geht ab nach draußen, Sonne genießen!

"Spaß wie…

…Bolle“ heißt das neue Fotoprojekt-Motto bei Luzia Pimpinella und den hatten wir heute!

Bei wunderschönem T-Shirt-Frühlingswetter ging es nachmittags in den Zirkus! Vor ein paar Wochen war ja schon Schlange Paula zu Gast im Kindergarten und hat als Werbeaktion Sondereintrittskarten verteilt. Und weil am Donnerstag Familientag ist und ich die Sonderkarte hatte, machten wir uns also auf in’s Zelt. Trotz allem stolze Preise: 24€ für Mama und Kind mit allen Ermäßigungen, allerdings hatten wir Plätze in der ersten Reihe, damit das Mausekind auch was sieht. Als dann die Pferde bedrohlich dicht mit ihrer Duftwolke an unseren Nasen vorbei galoppierten, überlegte ich einen Moment, ob die erste-Reihe-Entscheidung eine so gute war…Aber ein Blick zu Fiona genügte um zu wissen, dass unsere Plätze goldrichtig waren. Sie klatschte und jubelte, wenn die Pudel durch den Reifen sprangen oder die Pferde aufs Podest stiegen. Was ihr jedoch so gar nicht gefiel, war die junge Artistin am Trapez. „Die fällt doch runter! Mama, die muss runter kommen! Ich hab Angst. Jetzt ist die fertig, ja? …“ Bei den Seiltänzern konnte sie auch kaum hingucken, das Gleiche beim Handstandartisten. Während die Hula-Hoop-Tänzerin mit ihrem Hüftschwung mehrere Reifen auf selbiger kreisen ließ, gab es in den Zuschauerreihen – genauer gesagt auf meinem Schoß – einen mittelschweren Wutanfall, weil ich meinem Kind versuchte zu erklären, dass es jetzt nicht in die Manege (oder „Mayonnaise“, wie Clown Banane sie nannte) laufen und sich die Reifen holen kann, weil erstens alle Kinder auf ihren Plätzen sitzen bleiben und zweitens die Frau alle Reifen benötigt. Gleichzeitig. Ja, wirklich alle. Und tatsächlich: 20 Reifen drehten sich zwischen Hals und Kniekehle der jungen Dame im Glitzeroutfit und als Krönung waren es auch noch 20 pink farbene! Whoo! Kind klatscht begeistert und ruft „nochmal!“. Ärger vergessen.
Den Vogel abgeschossen hat sie dann zum Schluss mit ihrem (lauten!) Kommentar zum Fakir:
„Mama! Der darf doch nich das Feuer essen!!!!!!“
Wir haben gestaunt, gelacht, geklatscht, gewunken, gestreichelt, geritten, genossen, geleuchtet und hatten wirklich Spaß wie Bolle!

Blogparade #10

Die Zeit rennt! Haben nicht gerade erst alle Teilnehmer den Vorstellungsartikel geschrieben…? Wahnsinn, wie die Wochen dahin fliegen. Und jeden Sonntag Abend steigert sich die Spannung in’s Unermessliche, bis die Testmama endlich das neue Wochenmotto bekannt gibt. Ein paar ganz Schnelle posten schon eine halbe Stunde später die ersten fertigen Artikel, darüber kann ich nur staunen… Ich selbst brauche nämlich immer ein paar Tage, bis ich meine Gedanken zu dem vorgegebenen Thema im Kopf so bündeln konnte, dass daraus ein zusammenhängender Text entstehen kann. Ach ja, und die Zeit zum eigentlichen Schreiben nicht zu vergessen ^^

In Woche 11 (Sponsoren sind hier verlinkt) dreht sich alles um die Kinderfreundlichkeit in unserem Land. Ein Thema, bei dem sich die Meinungen spalten. Ich habe schon viele unterschiedliche Artikel der anderen Teilnehmer gelesen und musste feststellen, dass die eigene Meinung zur Kinderfreundlichkeit in ganz Deutschland doch sehr stark von den Gegebenheiten im persönlichen Umfeld abhängt.
Ein Beispiel: Familie A hat einen sauberen Spielplatz vor der Haustür, Hundebesitzer mit Plastiktüten-Spleen in der Nachbarschaft (hier clicken für den passenden Cartoon dazu) und der dicke Kinderwagen passt trotz seiner Ausmaße problemlos durch die Regale im naheliegenden Supermarkt. Wenn dann noch ab und zu jemand freundlich in den Kinderwagen guckt und anerkennend die Süße des Nachwuchses feststellt, findet Familie A Deutschland mit all seinen Hilfen und Angeboten für Eltern und Kinder insgesamt doch gar nicht so schlecht. Familie B muss zum nächsten Spielplatz einen längeren Spaziergang in Kauf nehmen. Dort angekommen muss der Sprössling an der Leine geführt und mit Aufprallschutz versehen werden, da der Zahn der Zeit schon mächtig am Holz des Klettergerüstes genagt hat. Fehlende Latten, besprayte Rutsche, Hundehinterlassenschaften im Sand und kaputte Wippe, dazu noch die zu eng gestellten Regale beim Einkaufen, durch die der teure Kinderwagen nicht mal hochkant passen würde, werfen ein schlechtes Licht auf ganz Deutschland. Ach, und Kindergeld ist zu wenig. Elterngeld ein Witz. Wer Kinder unter den Bedingungen in die Welt setzt, ist selber schuld…
Das war jetzt ein auf die Spitze getriebenes Beispiel zur Verdeutlichung, wie subjektiv die allgemeine Situation im Land bewertet wird. Es ist also ganz stark von Wohnort, Job und Freizeitgestaltung abhängig, ob die Deutschen bei der Kinderfreundlichkeit im grünen oder im roten Bereich angesiedelt werden.
Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es um die Kinderfreundlichkeit bei uns oftmals nicht zu gut bestellt ist, wohingegen die Welt in südlicheren Ländern sprichwörtlich ganz anders aussieht. Wenn man mit Baby im Flugzeug verreist, darf man einen zusammenklappbaren Kinderwagen mit sich führen. Der Wagen wird bis direkt auf’s Rollfeld mitgenommen und dort dem Bodenpersonal übergeben, damit einem in den 2 oder mehr Stunden zwischen Einchecken und Einsteigen mit Baby auf dem Arm selbiger nicht abfault.
Eine kurze Rückblende:
wir hatten uns gegen Ende der Schwangerschaft für einen No-Name-Wagen aus dem Internet entschieden (aber hübsch war er!) mit dazu passender Wickeltasche und Autoschale für um die 250€. Das ist nix, weiß ich heute. Der Wagen war erstens unhandlich, zweitens zu groß für meinen kleinen Peugeot-Kofferraum damals (würde mir heute nicht mehr passieren, ha!), fuhr drittens ständig nach links rüber und war viertens mit zwei Worten zusammengefasst: nicht optimal. Auch die viel angepriesene Umbaufähigkeit dieses Kombiwagens zum Buggy nützte mir nichts, denn groß und schwer blieb er auch in umgebautem Zustand. Die wichtigsten Eigenschaften eines Buggys sind aber klein, handlich, leicht und schnell zusammenfaltbar. Das war er alles nicht, wurde also recht bald wieder verkauft. Jetzt besitzen wir mindestens drei 19,95€-Buggys von Spielemaxx in allen Farben und sind mit denen voll und ganz zufrieden. Als Fiona noch ein Baby war, wollte meine Mama für sich zu Hause auch einen Kinderwagen haben, wenn wir mal bei ihr sind (was dann wohl tatsächlich fast öfter eintraf, als ihr lieb war ^^). Abgeschreckt von den Kinderwagenpreisen sah sie sich bei Ebay um und fand einen hübschen, sehr gut erhaltenen Wagen aus der näheren Umgebung, der für 40€ ebenfalls als Zweitwagen von Großeltern verkauft wurde. Dieser Wagen war eine der besten Anschaffungen überhaupt und die läppischen 40 Euro haben wir locker „abgefahren“ in der Zeit seiner Nutzung. Mit seiner großen Liegefläche und seiner mit-einem-Handgriff-zusammenklapp-Technik begleitete er uns in diverse Urlaube und diente als Fahrzeug, Bett, Spielzimmer, etc.
Nun aber zurück zum Berliner Flughafen, von dem wir mit 6-monatigem Baby und besagtem tollen Kinderwagen in die Ferien nach Ägypten starten wollten.
Frau am Schalter beim Einsteigen: „Hallo?! Wer hat sie mit dem Teil denn durchgelassen?!?“
Wir: „Das Check-In-Personal. Der Wagen lässt sich mit einem Handgriff ganz klein zusammenklappen, das machen wir schnell auf dem Rollfeld. Das ist gar kein Problem. „
Frau: „Oh doch, das ist es! Nur kleine Buggys dürfen durch. Den großen Wagen hätten Sie aufgeben müssen! Das kann doch nicht wahr sein. So kann ich sie hier nicht durchlassen! (flucht halblaut vor sich hin, während sie telefoniert und sich hinter uns eine Schlange bildet, weil das Flugzeug zum Einstieg bereit ist)
Ich: „Aber ich kann das Baby doch nicht die ganze Zeit auf dem Arm tragen.“
Frau: „Das ist mir egal. So sind die Vorschriften. Diesen Wagen können Sie jedenfalls nicht mitnehmen. Hier müssen Sie außerdem auch erstmal eine Treppe runter bis zum Rollfeld. Wie soll das gehen mit dem Wagen? Sie halten hier den ganzen Verkehr auf!“
Wir: „Einer von uns fasst links an, der andere rechts und auf dem Rollfeld geben wir ihn ab. Glauben Sie uns, wir haben das im Griff!“
(sie telefoniert nochmal, die trampelnde Meute hinter uns wird unruhig, aber nicht etwa wegen unseres Wagens, sondern wegen der Zeitverzögerung, die Fräulein Flughafen mit ihrer Diskutiererei ausgelöst hat…)
Ende vom Lied war ihr gemaultes „auf dem Rückflug geben Sie den aber auf!!!“ und anschließend ein völlig problemloses Runtertragen und Abgeben direkt am Flugzeug.
Auf dem Rückflug aus Ägypten wollten wir dann schweren Herzens auf unser Goldstück (ich meine natürlich den Wagen, nicht Fiona!) verzichten und ihn als Sondergepäck aufgeben, mussten wir aber gar nicht! Die freundlichen Ägypter winkten uns mit Wagen durch, klappten ihn problemlos beim Einstieg zusammen und fragten, ob wir noch weitere Hilfe benötigen würden.
Meinem zu der Zeit breispachtelnden Baby wurde im Urlaub mehr als ein Mal extra eine ganze Staude Mini-Bananen gebracht, weil Fiona mit dem regulären All-Inclusive-Buffet noch nicht sonderlich viel anfangen konnte. Der Hochstuhl stand schon an unserem Tisch, wenn die Kellner uns nur von Weitem kommen sahen und die Liege am Hotelstrand unter dem schattenspendenden Schilfdach wurde schon am frühen Morgen „for the baby“ reserviert.
Will sagen: von der Kinderfreundlichkeit in den südlicheren Ländern kann sich Deutschland mit gutem Gewissen eine Mini-Banane absäbeln 😉
(3.v.l.: da ahnten die Kellner auf Korfu noch nicht, dass auch süße Babys mal die Windeln voll haben ^^ und auf der linken Seite ist eine ganz liebe griechische Kinderärztin namens Maria zu sehen, die kurzerhand aus einem Einweghandschuh einen lustigen Luftballon mit Gesicht für mein krankes Mausekind zauberte…)

Als ich ein weiteres Mal allein mit Baby Fiona unsere Zeit am Flughafen zubrachte, warteten viele, viele Menschen auf ihre verspäteten Flüge und belegten demzufolge alle Sitzplätze. Von einer jungen, stehenden Mama mit quengeligem (weil hungrigem) Baby auf dem Arm wollte niemand Notiz nehmen. Plötzlich waren alle Bücher, Zeitungen und SMS im Handy so spannend, dass man nicht mal hochgucken konnte. Die Blicke zog ich erst auf mich, als ich mich mit Sack und Pack mitten auf den Flughafenflur setzte und meine Tochter stillte. Aber selbst dann stand niemand auf. Traurig!
Das gleiche Szenario kenne ich aus dem Bus, in dem die Sitzplätze scheinbar für „outgeburnte“, querschnittsgelähmte Teenager reserviert sind, die an ihrer Endhaltestelle eine wundersame Heilung erfahren und plötzlich wieder gehen können. Kein Verständnis dafür.
Generell erlebt man ja eher selten, dass einer Schwangeren, einer Mutter mit Kind oder einem älteren Menschen heutzutage noch ein Platz angeboten wird. Jeder lebt und stirbt für sich allein. Das letzte Hemd hat keine Taschen und der letzte Bus nur noch Stehplätze. Shit happens!

Die finanzielle Unterstützung, die das Land für Eltern bereit hält, ist von 154 auf 184€ gestiegen – immerhin! Klar reicht das hinten und vorne nicht, wenn man bedenkt, was Kinder anziehen und essen, womit sie spielen wollen und dass sie in die Kita gehen sollen. Aber der Staat soll ja auch nicht voll und ganz für ein Kind aufkommen, sondern den Eltern finanziell unter die Arme greifen und das tut er damit.
Zum Elterngeld: bei Fiona war ich vorher Studentin, habe ziemlich dick schwanger mein Studium abgeschlossen und bin kurz darauf Mutter geworden, das bedeutete, ich bekam den Mindestsatz von 300€ monatlich für 12 Monate gezahlt. Mit 300€ und Neugeborenem stößt man natürlich recht schnell an die Grenzen des eigenen Kontos….Mittlerweile arbeite ich in meinem Job als Musikpädagogin. Es heißt ja immer, Lehrer haben vormittags Recht und nachmittags frei. Ganz so ist es nicht. Auch, wenn nicht der ganze Tag mit Unterricht vollgepackt ist, wollen die Stunden, die man letztendlich hält, auch gut vorbereitet werden. Stücke wollen arrangiert und Noten wollen geschrieben werden… Dafür geht nicht selten ein Nachmittag drauf, aber in der Zeit zu Hause bin ich flexibel und kann Fiona bei mir haben. Außerdem kitzelt speziell das Notenschreiben mein Kreativitätszentrum, ist also Arbeit, die wirklich Spaß macht. Vom Komponieren und Auftreten allein können heutzutage nur die Wenigsten leben, deshalb geben auch viele Solokünstler oder Bandmusiker nebenbei Unterricht.
Festanstellungen als Instrumentallehrer gibt es so gut wie nicht, d.h., man arbeitet für eine Musikschule auf Honorarbasis als freier Mitarbeiter oder als Privatlehrer. Meine Angst, bei einem 2.Kind wieder nur mit den 300€ Mindestsatz an Eltergeld da zustehen, ist zwar unbegründet, denn auch Selbstständige haben Anspruch auf Elterngeld. Allerdings ist das mit unzähligen Nachweisen und Erklärungen verbunden. Wenn man alles glaubhaft nachweisen konnte und in dem Dschungel aus Papierkram noch nicht vergessen hat, wie eigentlich der eigene Name lautet, kommt man also auch als Selbstständiger in den Genuss des Elterngeldes. Will man allerdings stundenweise arbeiten gehen, während man Elterngeld erhält, muss man der Elterngeldkasse jeden Monat eine vom Steuerberater erstellte betriebswirtschaftliche Abrechnung vorlegen. Das sind dann so Momente, in denen man sich ernsthaft fragt, ob das Land sich bürokratisch nicht völlig verwirtschaftet… Also lieber das Jahr zu Hause bleiben und jede Sekunde genießen…

Ab wann man sein Kind betreuen lässt von Kita oder Tagesmutter, kann ja jeder selbst entscheiden. Fiona ist in den Kindergarten gegangen, als sie 1 Jahr alt war (Teilzeit, 9 – 15 Uhr) und ich habe nicht den Eindruck, dass es ihr geschadet hat. Im Gegenteil! Sie geht gerne hin, genießt die Aktivitäten von Sport im Turnraum über Malen und Verkleiden bis Singen und Spielen. Für mich war nach 1 Jahr der richtige Zeitpunkt, wieder arbeiten zu gehen, sonst wäre mir recht bald danach wohl die Decke auf den Kopf gefallen. Ich brauche den Kontakt mit Menschen – auch mal mit Nicht-Mamas – und ein bisschen positiven (Arbeits-)Stress, der nicht mit Fiona zusammenhängt.
Wenn ich höre, dass eine Mama für sich entscheidet, ganze 3 Jahre mit dem Nachwuchs zu Hause zu verbringen, akzeptiere ich das, auch wenn es wohl nichts für mich wäre. Bei manchen Müttern beschleicht mich allerdings das Gefühl, dass sie keine Lust haben, arbeiten zu gehen, HartzIV als finanzielles Lebensziel ansehen und deswegen mit erschreckender Regelmäßigkeit eine Kugel vor sich herschieben. Nur so ein Gefühl. Wer weiß…Kennt ihr solche Leute auch?
Für das andere Extrem, also ein Kind zu bekommen und es nach wenigen Monaten von 6 Uhr früh bis 6 Uhr abends im Kindergarten abzugeben, habe ich nur wenig bis kein Verständnis. Wenn sich die gemeinsame Zeit mit der eigenen Tochter oder dem eigenen Sohn nur auf das frühe An- und das späte wieder Ausziehen beschränkt, ist das für beide Seiten nicht gerade erfüllend: Mama heißt die Frau, die mich abholt. Für alles andere ist meine Erzieherin zuständig.
Karriere ist schön und gut und der Wiedereinstieg in den Job sehr vorbildlich, aber die Zeit mit dem „Baby“ ist so schnell vorbei und kommt auch nicht zurück. Das sollte man bei so wichtigen Entscheidungen bedenken.

Bis jetzt ist Deutschland bei mir gar nicht sooo schlecht weggekommen, was die Kinderfreundlichkeit angeht. Bis jetzt. Denn was tatsächlich katastrophal ist, ist die aktuelle Betreuungssituation: viel zu viele Kinder auf viel zu wenig Kitaplätze. Bevor man also mit seinem Liebsten in’s Bett geht und das Licht ausmacht, sollte man schon mal in der Wunschkita angerufen und einen Platz auf der Warteliste angemeldet haben. Dumm nur, wenn man sich vor der Geburt absolut gar keine Gedanken darüber gemacht hat, weil man nicht wusste, wie sowas läuft. Ich habe allen Ernstes versucht, in den Sommermonaten für Oktober des gleichen Jahres einen Kitaplatz zu bekommen. An Reaktionen war von schallendem Gelächter bis hin zu verständnislosem Kopfschütteln alles dabei, sowohl von Seiten der Kitas als auch von Seiten des zuständigen Jugendamtes.
„Oktober 2010?!?! Na das können Sie vergessen. Für August 2011 könnte ich Ihnen was anbieten.“
Irgendwann wunderte ich mich nicht mehr, wenn ich Frauen mit faktisch noch nicht existentem Schwangerschaftsbäuchlein in den Büros der Kindergärten sah. Als ich die Suche nach einem Platz schon fast aufgegeben hatte (und Tagesmütter wegen der stark festgelegten Betreuungszeiten – „spätestens um 8 muss sie hier sein!“ – nicht in Frage kamen), ergab sich doch noch eine Möglichkeit. Der starke 2009er Jahrgang wurde in einer Kita aufgeteilt in Januar- bis Juni- und Juli- bis Dezember-Kinder. Dort konnten wir glücklicherweise den letzten freien Platz ergattern. Andere haben nicht so viel Glück und warten bis zu 2 Jahre. Direkt in unserer Straße hat letzten Sommer eine Kita neu eröffnet. Freie Plätze? Fehlanzeige. Wir stehen seit über 1 Jahr dort auf der Warteliste, aber getan hat sich noch nichts. Momentan haben wir einen Fahrtweg von 45 min (hin- und zurück), das Auto ist unverzichtbar.
Naja, wer zuerst kommt, malt (!) zuerst – mit Buntstiften auf das Papier in der Kita ^^

So, das war’s nun aber wirklich für heute.
Wer bis hier gekommen ist: vielen Dank für eure Aufmerksamkeit!
Und wer eine Meinung dazu hat: her damit!

P.S. Fast vergessen: wirklich kinderfreundlich sind manche Mitarbeiterinnen an der Fleischtheke im Supermarkt. Da gibt’s schon ab und zu mal eine kostenlose Wiener auf die Hand für’s Mausekind 🙂

BIWYFI #10/12

„Immer wieder donnerstags…“ *sing*…gibt es ein neues Foto-Thema bei Luzia Pimpinella. Letzte Woche – äh, vorgestern – war ich ein bisschen spät dran, diese Woche gehöre ich zu den ersten, dachte ich. Sagenhafte 110 fleißige Blogger dachten sich genau das wohl auch ^^ Thema dieser Woche ist das relativ allgemein gehaltene Motto „In’s Licht“. Dazu fällt mir spontan als Erstes der Falco-Song „Out of the dark“ ein.
Ich habe versucht, die Vielseitigkeit des Lichtes einzufangen und die Situationen, in denen es uns begegnet. Ein ganz besonderer Zauber geht aus vom orangeroten Sonnenaufgang über den Wolken, wie ich finde. Durch die Stille (gut, bis auf das Surren der Flugzeugturbinen…) und die Weite wird einem die Unbedeutsamkeit kleiner Sorgen und Probleme des Alltags erst bewusst…
Feuer fasziniert die Menschen seit je her. Genauso auch meine Familie, als mein Mann – Lord of the flames – sich im letzten Winter mehrmals die Woche der Feuerzangenbowlenproduktion angenommen hat und die Masse staunend mit großen Augen, leeren Gläsern und offenen Mündern davor saß, „Ist so schön, wenn alles brennt…“
Palme und Schaukelkind stehen für das Licht, das es zweifelsfrei geben muss, wenn es den passenden Schatten dazu gibt.
Ja, und Mittelpunkt des Ganzen ist schließlich ganz metaphorisch:
das Licht der Welt…
hush, little baby, don’t you cry. Your daddy loves you and so do I

Blogparade #9

Ihr Lieben, es ist wieder Blogparadenzeit!
Bevor ich euch das Thema dieser Woche präsentiere, muss ich noch ein paar Worte zum Layout meines Blogs loswerden. Einige von euch haben angemerkt, dass mein pink auf schwarz mitunter schwer zu lesen ist bzw. bei der durchschnittlichen Länge der Posts in den Augen weh tut. Weil mir meine Leser natürlich am Herzen liegen, habe ich das Design geändert. Der schwarze Hintergrund soll allerdings bleiben, denn das ist das Markenzeichen von HexHex. Weiße Schrift auf schwarz ist ja eine gängige Einstellung (die ich übrigens auch auf meiner iPhone Kindle-App gefunden habe, yeah!). Allerdings ist jetzt nicht nur der Posttext in weiß, sondern auch die Schrift in der Sidebar. Weil weiß auf weiß nun aber wirklich sehr schwer zu lesen ist, wollte ich das wieder ändern, aber keine Chance. Bei der Umstellung auf weiße Schrift hat er schon seeeehr sehr lange nachdenken müssen, bevor er die Änderung angenommen hat. Jetzt geht gar nichts mehr. Seit gestern kämpfe ich mit der Blogger-Seite und meinem Laptop, habe es sogar über’s Handy versucht. Ergebnis dessen war 2x ein Totalcrash mit rien ne va plus und komplett schwarzem Bildschirm, der nicht mal den als Affengriff bekannten Taskmanager-Befehl „Strg + Alt + Entf“ mehr angenommen hat… Da sowohl mein Kopf als auch mein Laptop eigentlich multitaskingfähig sind, habe ich – um Zeit optimal zu nutzen – während meiner Design-Änderungsversuche mit dem Aufnahmeprogramm im Hintergrund das neue Lied für meine Früherziehungskurse diese Woche aufgenommen. Als ich heute morgen in der Kita stand und den mp3 abspielen wollte, staunte ich nicht schlecht. Von ursprünglichen 5 Strophen sind nur 3 angekommen, die restlichen beiden fielen wohl dem Lap-Crash zum Opfer und wurden dann acapella gesungen. Und alles nur wegen der pinken Schrift ^^ Aber wie gesagt, sobald ich die Blogger-Einstellungsseite öffne, steht alles still und nichts geht mehr. Kennt jemand dieses Problem (und passende Hilfe dazu)?

Jetzt aber zur Blogparade:
das Motto dieser Woche trägt zwar keine weiße Toga und Ledersandalen, wohl aber das olympische Feuer: „höher, schneller, weiter“. Es geht um das leidige Thema Vergleichen, wer wann was besser kann als jemand anderes. Die vier Sponsoren sind wieder hier verlinkt.

Schwangerschaft:

Gerade erst den Teststreifen bewässert und tatsächlich 2 Linien gezaubert, schon fangen die Zweifel an. Welche Früherkennungs-Untersuchungen sollten wir machen lassen, um rauszufinden, ob die 14mm große Frucht unserer Lenden wirklich die Anlagen für Papas Fußballerwaden und Mamas Intelligenzquotienten hat? So schön wie es ist, bei jedem Termin ein Ultraschallbild zu bekommen, kann es vielleicht sein, dass das viele Schallen unserem Baby nicht gut tut? Jedenfalls behauptet das Frau Meier. Sollten wir den Arzt wechseln, wenn er nicht die neusten Geräte hat? Vielleicht ist er oder sie gar nicht auf dem aktuellsten Stand? Frau Stein erzählt ja schon lange, dass Dr.XY hinter dem Mond lebt. Sollten wir den völlig überteuerten AngelSound kaufen, um Babys Herzschlag im Bauch hören zu können? Frau Schmidt fragt sich, wie wir auch nur eine ruhige Minute haben können, solange wir das Schlagen von Juniors Herzchen nicht jederzeit überprüfen können. Sollten wir lieber gleich in die Notaufnahme fahren, wenn AngelSound zwar einen grummelnden Magen verstärkt aber das Baby-Bumm-Bumm nicht finden kann? Frau Mai ist eine Schwangerschaftswoche weiter als ich und guckt immer so komisch auf meinen Bauch. Täuscht das oder ist ihrer schon viel, viel größer als meiner? Vielleicht ist unser Baby unterentwickelt? Genau das schwingt nämlich im Subtext mit, wenn sie mich so doof von der Seite anguckt…

Schon in der Schwangerschaft werden Bäuche und Ultraschallaufnahmen verglichen und erste Spekulationen über eine mögliche Bedeutung der festgestellten Unterschiede gemacht.
„Meiner hat einen größeren Kopf. Der wird bestimmt mal sehr intelligent…“
„Aber sieh mal, was meine für lange Beine hat! In ein paar Jahren wird sich Heidi Klum bei den Popmodels die Finger lecken…“
Mal ganz ehrlich, muss das denn sein? Kann man nicht einfach akzeptieren, dass keine Schwangerschaft wie die andere verläuft und dass jeder Embryo in seiner Entwicklung ein ganz eigenes Tempo hat? Bei Fiona hieß es erst, das Baby habe einen sehr schmalen Kopf und einen schlanken Körper. Kurz vor der Geburt nannten sie es einen dicken Kopf und ein sehr kräftiges Baby. Hä?
Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich die Meinung der Ärzte oder sie bleibt wie sie ist…

Geburt, Baby & Kleinkind

(Nur am Rande: ich hatte eine natürliche Geburt ohne PDA – obwohl ich bei den ersten Presswehen für diese verdammte Spritze meine Uroma verkauft hätte – aber man kann manchmal die Ohren einfach nicht verschließen, wenn sich Zimmernachbarinnen oder Rückbildungsgymnastikerinnen neben einem unterhalten…)

„Waaaaas?! Einen Kaiserschnitt? Medizinisch notwendig?! Papperlapapp! Früher haben alle Frauen ihre Kinder auf natürlichem Wege bekommen und das ging auch….“

„Eine PDA?! Also ich habe ja von vorn herein gesagt, dass ich sowas nicht möchte. Ganz natürlich soll es sein, das ist das Beste für Mutter und Kind. Sonst kommt das Baby ja schon benebelt auf die Welt…“

„Mit 4 anderen Müttern auf einem Zimmer? Das muss ja die Hölle für Ihr Neugeborenes gewesen sein…“

19-Euro-Bio-Cotton-Strampler oder SecondHand?
60€-Klima-Schlafsack oder Decke?
Pampers oder Billigmarke?
Avent oder Nuk-Fläschchen?
Impfen oder nicht impfen?
Hipp oder Alete?
Römer oder Maxi Cosy?
Leitungswasser oder teures rosa Sprequell?
Adidas-Sneakers oder Bobbi-Shoes?
Puky Wutsch oder Kettler Speedy?

Was benutzt die Nachbarin mit den gleichaltrigen Kindern und warum? Weiß die was, was ich nicht weiß? Sind die billigen Windeln wirklich so schädlich für den empfindlichen Babypopo? Welche Flaschen enthalten das giftige Bisphenol-A? Schläft deren Tochter besser, weil sie die Schlafzimmertemperatur ein Grad kühler eingestellt haben? Ist die chemische Belastung der Kunststoffreifen am Laufrad wirklich so hoch? Sollte ich mit unserem Kind zum Arzt, weil es sich mit 6 Monaten immer noch nicht vom Bauch auf den Rücken dreht? Warum läuft deren Sohn mit 12 Monaten und unsere Kleine kann noch nicht mal richtig krabbeln?
„Süße, der kleine Leon von Ines, der sagt schon so schön und deutlich „Mama“. Kannst du auch mal Mama sagen?“
– „Brrrrrrrpppprrröööö“
„Nein, sag mal: M-A-M-A!“
„Brrrrrööööömmmmjjjjlllll“ ……..

Ob man will oder nicht, man vergleicht. Tagein, tagaus und man merkt gar nicht, wie man seine Zweifel (über-)füttert und sich selbst unglücklich macht. Ein weiser Mann, Sören Aabye Kierkegaard, hat mal gesagt: „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“
Die Nachbarin oder die Freundin mit den gleichaltrigen Kindern weiß es nicht besser. Genauso wenig wissen es die Milliarden kommentierfreudigen Mütter in den Online-Foren oder die Schwiegermutter. Unsere Unerfahrenheit, besonders beim ersten Kind, wird von Medien und Umfeld oft genug schamlos ausgenutzt. Da wird einem schon mal das doppelt so teure Produkt angedreht, obwohl es das günstige auch (oder sogar besser!) getan hätte. Man will eben nur das Beste für sein Kind und das wissen die Hersteller diverser Baby- und Kleinkindprodukte ganz genau.
Sobald der Nachwuchs den Krabbelschuhen entwachsen ist, fängt das Vergleichen erst richtig an und immer öfter ertappen sich Mütter dabei, wie sie auf ihre To-Do-Liste im Kopf gedanklich den Vermerk notieren, beim nächsten Arztbesuch mal nachzufragen, ob das eigene Kind in dem und dem Alter schon das und das können sollte.
In 95% der Fälle kann ich euch per allgemeiner Ferndiagnose beruhigen: was euer Kind kann oder auch noch nicht kann, es ist völlig normal. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Der eine 2-Jährige malt schon erkennbare Häuser auf’s Papier, der nächste erzählt grammatikalisch korrekt vom Theaterbesuch in Hamburg und der übernächste kann bis 20 zählen. Gerade letzte Woche waren wir ja zum Entwicklungsgespräch in Fionas Kindergarten. Klar ist man als Eltern stolz, wenn das eigene „Baby“ als einzige in der Gruppe etwas kann, was viele andere noch nicht können aber muss man sich das gleich mit Edding auf die Stirn schreiben? Fiona zum Beispiel quasselt wie ein Weltmeister und erzählt von Steinbutten, Oktopussen, dem SeaLife und ihrem Besuch im Museum, wohingegen sich die sprachlichen Fähigkeiten ihrer Freundin XY noch auf „Meine Mama auch abholt?“ beschränken. Dafür flitzt XY dann mit dem Laufrad in Tempo 20 an uns vorbei, als ihre „Mama auch abholt hat“. Fiona sitzt auf dem Laufrad wie der Affe im Bus und wartet, dass es losfährt. Passiert aber nix. Also absteigen und sagen: „Mama, gib mir bitte mein Handy. Es war schon am Strom. Es geht jetzt wieder…“
Auch im Pädagogikunterricht während des Studiums haben wir gelernt, dass Kinder nur mit sich selbst, nicht mit anderen verglichen werden sollten. Auch Killerphrasen à la „XY kann das aber auch. Warum kannst du das nicht?“ motivieren absolut nicht. Im Gegenteil! Ich habe früher nach einem miserablen Mathetest gerne mal zu Hause erklärt, dass ich mit meiner 4+ zu den Besten zähle, weil alle anderen eine 5 oder sogar eine 6 haben. Was hat meine Mama dann geantwortet? „Mir doch egal, was die anderen haben! Warum hast du keine 2?“
Mir war das in dem Moment zwar nicht egal, war ich zum Zeitpunkt der Rückgabe doch froh, weiter oben im Notenspiegel zu stehen, als mein damaliger Erzfeind ^^ Aber heute verstehe ich ihr Argument und der Test wurde sowieso wegen akuter Schlechtigkeit wiederholt…
Ich kann euch nur an’s Herz legen, eure Kinder als das zu sehen was sie sind: einmalig auf dieser Welt.
Wer ständig vergleicht, wird unglücklich. Akzeptiert die Individualität eurer Kinder; sie sind weder ein exaktes Abbild ihrer Eltern, noch ihrer Geschwister, Freunde, etc. und sie entscheiden selbst, wann sie was können.
„Wer in den Fußstapfen eines anderen wandelt, hinterlässt keine eigenen Spuren“ sagte Wilhelm Busch einst.
Und wenn ich das nächste Mal zu hören bekomme, dass meine Tochter für ihr Alter schon sehr gut spricht, sage ich ganz stolz und gelassen: „Ja, spricht wie ein Advokat aber ka*** in die Windeln“ 🙂

BIWYFI #09/12

Wer jetzt über den Titel des Posts rätselt und die Abkürzung für einen englischen Fluch oder eine neue Wurstsorte hält, dem möchte ich gerne das Fragezeichen aus dem Gesicht entfernen. Je länger man sich in der Bloggerwelt ein- und ausloggt, desto öfter stößt man beim Stöbern im Schneeballprinzip auf kreative Blogs, neue Ideen, Blogparaden oder andere schöne Dinge. So ging es mir mit dem Blog von Luzia Pimpinella. Der Name erinnerte mich ein bisschen an Pippi Langstrumpf, die ich zwar weder heute noch als Kind besonders mochte, aber Interesse geweckt hat es auf jeden Fall, also click. Sie hat vor einiger Zeit ein Foto-Projekt in’s Leben gerufen, das sich großer Beliebtheit erfreut. Es heißt Beauty Is Where You Find It (na, mal ehrlich, wessen versauter Kopf hat beim Kürzel erwartet, dass zumindestens „fuc*“ und „you“ enthalten sind…?) und ist gleichzeitig eine Aufforderung, die Welt durch das Linsenauge aus anderen Perspektiven zu betrachten, um so auch vielleicht verborgene Schönheit ablichten zu können und sie mit der Bloggerwelt zu teilen. Hier ist also ein Auge für Details gefragt und die fotografische Umsetzung eines bestimmten Themas. Erstens schade, dass ich davon nicht früher gehört habe und zweitens schade, dass die Idee nicht von mir ist ^^ Zum ersten Schade – besser spät als nie. Das Thema dieser Woche lautet also „Frühlingsschnipsel“

Über die Temperaturen Mitte März kann man sich ja nicht wirklich beschweren. Momentan fast – aber eben noch nicht ganz – im zweistelligen Bereich, zum Wochenende sollen sogar 17 Grad erreicht werden! Mein persönlicher Favoritenschnipsel wäre ein Bild des brennenden Grills zusammen mit eingelegtem Fleisch und Thüringer Rostbratwürsten gewesen, aber mit dem Angrillen sollten wir vielleicht doch noch ein paar Tage warten. Die Vögel vor meinem Fenster singen zwar schon fröhlich vor sich hin, aber ohne Hochgeschwindigkeitskamera erwischt man ja maximal leere Äste mit einem verschwommenen Fleck statt eines Flattertieres.
Deswegen hier nun statt Grill und „Vögeln“:
Schokoeier, „Kroküsse“, Osterglöckchen und ein buntes Lollipop-Kleid für Fiona

Als Stephan und ich uns nach meinem Spontankleidkauf im Shoppingcenter wieder trafen, begrüßte ich ihn mit den Worten: „Ich glaub, ich hab grad ein total hässliches Kleid gekauft!“
In fact war ich mir tatsächlich dann noch nicht sicher, ob es total hässlich oder total hübsch ist, habe mich aber (auch angesichts meines schon vollzogenen Kaufes ^^) für letztere Variante entschieden. Wenn dieses Kleid nicht Frühling, Blumen, Sonne, Eis und Bonbons ist, was dann? 🙂

Mittlerweile sind übrigens schon 180 Teilnehmer beim Beauty-Is-Where-You-Find-It-Projekt dabei (und das sind nur die Beiträge der letzten Woche!) und ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere nun auch Lust bekommen hat. Über Frühlings- oder anderes Feedback freue ich mich natürlich auch immer, also feel free to comment… Letzte Hürde war wohl bei vielen das nervige Captcha („Geben Sie die folgenden Buchstaben ein um zu beweisen, dass sie kein Robot sind: „§g$%f&/(3)(a/!?ß)=I“‚#*+°^“). Frei erfundene Phantasiewörter, die dann auch noch schlecht zu lesen sind (vom Anhören wollen wir gar nicht reden…) nehmen so manchem die Lust am Kommentieren. Ich habe sozusagen hinter den Kulissen des Blogs das Kästchen dafür gefunden und den Haken entfernt, also kein Captcha mehr!
Liebe Robots, wenn ihr das lest und gerade sinnlose Zeichen in mein Kommentarformular kritzeln wolltet – ich bitte euch hiermit herzlichst, das Spammen zu unterlassen. Danke 🙂