Blogparade #5

Wie der ein oder andere vielleicht bemerkt hat, habe ich mit der Blogparade urlaubsbedingt eine Woche ausgesetzt. Da wir Samstag ganz früh losgeflogen sind und das Thema der neuen Woche von der Testmama immer am Sonntag Abend bekannt gegeben wird, war ich bei unserer Rückkehr am letzten Sonntag dementsprechend gespannt auf das, was ich bloggertechnisch verpasst habe. Ich konnte aufatmen: Thema Sparen mit Kindern – Tipps & Tricks. Dazu wäre mir wenig bis nichts eingefallen, denn ich kann nicht sparen. Für den Urlaub ja, kein Problem, im Alltag nicht. Wenn bei REWE die Hausmarke „ja!“ vergriffen ist aber direkt neben den vergriffenen andere Kirschen stehen, die aber 20 Cent teurer sind, kommen sie trotzdem in den Einkaufswagen, auch, wenn ich weiß, dass es Kirschen bei Kaufland gerade für die Hälfte gibt. Ich gehe nicht besonders gerne einkaufen und versuche deshalb, alles was ich brauche auch dort zu bekommen, wo gerade meine Zeit für’s Einkaufen drauf geht. Denn was Hin- und Hergondeln – besonders mit Kind – für ein Zeitfresser ist, brauche ich euch wohl nicht zu erläutern. Ich frage mich manchmal, wie Mütter auf der Suche nach Schnäppchen es schaffen, das Brot bei Aldi, die Wurst bei Netto, die Getränke bei Lidl und die Milch bei Kaufland zu besorgen. Machen die noch was anderes außer Einkaufen?! Arbeiten sicher nicht, denn wer arbeitet, hat für solche „Spielereien“ einfach keine Zeit, so meine These.
Gespart wird bei uns nicht an Lebensmitteln, nicht an Büchern (siehe Bücher-Post) und nicht an Schuhen (man hat schließlich nur ein Paar Füße und die laufen das gesamte weitere Leben mit einem rum…). Günstige Nona-Oberteile oder Hosen, die vielleicht optisch nicht der große Wurf sind aber ihre Funktion voll und ganz erfüllen, gibt es auch schon mal für 2,99€ bei KiK oder Takko. Genauso mit Windeln: ab und zu die richtigen, echten Pampers (bei denen man jedesmal ein 0,50€-Stück mit klappern hört, wenn man sie wegwirft)  aber größtenteils irgendwelche No-Names von Rossmann, dm oder REWE. Diesen ganzen Super-Night-Dry-Flexible-Quatsch glaube ich eh nicht. Windeln müssen saugfähig sein und Klettverschluss haben. Basta.
Und überhaupt – langsam ist auch mal gut mit den Windeln, mit über 2 Jahren. Früher waren mit 2 alle Kinder trocken, sagt der weibliche Teil meiner Familie (der z.T. aber auch noch Windeln per Hand waschen musste…..uäh). Aber was macht man, wenn das eigene Kind einfach noch nicht trocken sein will bzw. Mamas Versuch nach 5min mit nassem Schlüppi, nasser Hose und nassen Socken quittiert?! Ich setze alles auf’s einfache Aussitzen. Geduld, Geduld und noch ein paar Hunderter in Windeln anlegen. Habe selten Jugendliche mit Windeln rumlaufen sehen, die haben ihre dicken Hosen dann von was anderem ^^ Also, liebes Kind, ein bisschen Zeit hast du noch. Aber wenn du zum 18. noch Größe 6 – Junior Extra Large trägst, gibt’s kein Auto 😉
Meine Oma hat im Urlaub sehr treffend bemerkt: „Redet wie ein Advokat, aber ka*** in die Windeln…“

Nun aber zum Blogparaden-Thema Nummer 5:

Gesundheit, Entspannung und Freizeit. Was machen wir, wenn die Kinder krank werden? Wie verhindern wir, dass sie überhaupt krank werden?
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Das Thema „kranke Kinder“ ist so ein bisschen wie kranke Haustiere. Nicht, dass ich hier mein Kind mit einem Haustier vergleichen möchte, um Gottes Willen! Aber wenn man als junges Schulkind nach dem Sachkundeunterricht nun endlich einen Hamster haben will und hoch und heilig schwört, sich jeden Tag um ihn zu kümmern, seinen Stall sauberzumachen und ihn zu lieben und zu ehren, bis dass der Tod…und so weiter, dann sieht man sich selbst mit dem lieben, kleinen, süßen Hamsterlein, wie es fleißig im Laufrad rennt, brav aus der Hand frisst, auf seinen Namen hört und quietschvergnügt und gesund seine Mitmenschen erfreut. Dann kommt der Hamster tatsächlich. Widerwillig und schlechtgelaunt (weil nachtaktiv) zieht er in sein neues Heim ein, lässt das Laufrad links liegen, pennt den ganzen Tag und nachts, wenn das Schulkind schlafen möchte, kommt er raus und nagt an den Gitterstäben als plane er einen größeren Gefängnisausbruch, so dass er als Konsequenz dessen für den Rest seines Lebens im Badezimmer einquartiert wird und nur ab und an nächtlichen Toilettenbesuch bekommt (ein persönliches Trauma, sorry). Aber zurück zum Thema Krankheit – nun hat man diesen Hamster also schon eine ganze Weile. Man weiß, in welche Finger er mit Vorliebe beißt, welches Grünzeug er frisst und dass er seinen Körnermix grundsätzlich erstmal in die Backentaschen steckt, um ihn 5cm weiter in einer nicht großartig appetitlichen innen-nach-außen-Prozedur wieder herauszubefördern. Und eines Tages ist der Hamster krank, liegt schlaff in der Ecke, atmet flach, verschmäht den Lieblingsbeißfinger und sieht auch sonst nicht sehr lebendig aus. Und dann sitzt die gesamte Familie vor dem Käfig und guckt hilflos rein wie ein Schwein in’s Uhrwerk.
So ähnlich wie damals mit 12 fühlte ich mich auch wieder, als Baby Fiona mit ein paar Monaten zum ersten Mal krank war. Man hat sich schon gut an das Mama-Leben mit Baby gewöhnt, man weiß, wann es schläft (oder auch nicht schläft), wann es isst, was es isst, wann die Windel voll ist, etc. Und auf ein Mal ist es krank. Da schauen einen müde, glasige Augen an, die Ohren sind rot, die Haut ganz blass und das Fieberthermoter schlägt aus. PANIK! Wie oft ich in den letzten 2 Jahren wegen nichts beim Kinderarzt war, kann ich gar nicht mehr zählen. Dann war es mal ein Infekt der oberen Atemwege oder einfach mal nur ein paar Tage Fieber, was ja auch beim Zahnen vorkommen kann. Aber Temperaturen über 39°C jagen der normalen Durchschnittsmama einfach sofort Angst ein, zumindest beim ersten Kind. Beim Ersten sterilisiert man die Fläschchen noch, beim zweiten spült man sie nur noch aus und beim dritten klopft man den Staub ab, habe ich mir sagen lassen ^^ Bevor ich mit Zuckerkügelchen und Selbstgemachtem an eine Krankheit rangehe, fahre ich lieber noch ein Mal mehr zur Kinderärztin, bei der wir zum Glück auch nie lange warten müssen. Wenn die einen leichten Fieber-Infekt bestätigt, der außer Nasentropfen keiner weiteren Behandlung bedarf, greifen Omas Hausmittel: Wadenwickel dürften ja jedem ein Begriff sein, genauso der ultimative Kraftspender schlechthin: Hühnerbrühe. Außerdem ist eine herkömmliche Zwiebel laut Paracelsus so viel wert wie eine ganze Apotheke! Hier ein paar Beispiele:
* bei Insektenstichen eine Zwiebel aufschneiden und den Stich damit einreiben
* bei Ohrenentzündungen hackt man eine Zwiebel klein, wickelt sie in ein dünnes Baumwolltuch und erhitzt das Säckchen, z.B. über Wasserdampf –> die erwärmte Zwiebelpackung legt man dann auf das schlimme Ohr und lässt es 30min einwirken
* bei verstopfter Nase nachts eine gehackte Zwiebel neben das Bett stellen –> die Zwiebeldämpfe machen die Nase frei
* bei Husten Zwiebelsaft: 1-2 Zwiebeln schälen und würfeln, in ein sauberes Glas (z.B. Marmeladenglas) geben, ca. 2 EL Zucker dazu, das Glas fest verschließen und schütteln. Nach einiger Zeit bildet sich ein süßer Saft, der Kindern gut schmeckt und hilft!

Vorbeugen kann man, speziell wenn man ein Kita-Kind zu Hause hat, ja nicht wirklich. Irgendeiner hat immer Rotze. Und da so kleine Kinder ja auch erst lernen müssen, dass man beim Husten die Hand vor den Mund hält oder versuchen sollte, seinem Gegenüber nicht direkt in’s Gesicht zu niesen, ist allerlei fieser Erkältungskleinkram von Zeit zu Zeit unumgänglich.
Nicht nett ist es, wenn einem im Kindergarten eine Gruppe mit 4 statt 10 Kindern zum Musikmachen geschickt wird (alle anderen krank), von denen ein weiteres Kind dem Lehrer – mir – während der Stunde vor die Füße kotzt und die Erzieherin mit Handschuhen reinkommt, denn in der Gruppe ist Scharlach. Oh toll, danke!
Aber mit viel, viel gründlichem Händewaschen nach jeder Stunde versuche zumindest ich, sämtliche Kitakeime auch dort zu lassen.

Unsere Allheilmittel zu Hause möchte ich euch noch kurz vorstellen. Denn auch, wenn keine gemeinen Bakterien oder Viren herumschwirren, gibt es genug Möglichkeiten, für AUA zu sorgen. Da hätten wir Sofalehnenkletterer, Tür-auf-und-zu-Macher, Zeh-an-der-kante-Stoßer-weil-Barfußlaufer und viele mehr. In so einem Fall hört man meistens ein dumpfes Geräusch, etwa so: „BONCK“ und kurze Zeit später ein herzerweichendes Wein-Schrei-Rede-Gemisch bestehend aus „auamamaauanonoauagestoßenaua“. Ein gestoßener Zeh kann manchmal subjektiv schlimmer empfunden werden, als eine ausgewachsene Lungenentzündung.
In so einem Fall hilft das mit Traubenkernen gefüllte „Aua-Weg-Monster“, was im Kühlschrank wohnt und in besonderen Fällen zum Kühlen rauskommen darf. Den Namen hat Fiona auf „Aua-Monster“ verkürzt. Jetzt trifft es den Kern nicht mehr so ganz, klingt es doch nach genau dem Gegenteil, aber seine Funktion hat es behalten. Bei richtigen Bauchschmerzen oder „Ich hab ein bisschen Bauchschmerzen“ (Übersetzung: „Ich möchte morgen nicht in die Kita gehen“) hilft der „U-i“, ein weicher, schwerer Pinguin, gefüllt mit allerlei Kernen, die sich wunderbar in der Mikrowelle erwärmen lassen. Schnell und unkompliziert kommt er als kuschliger Begleiter mit in’s Bett und macht Bauchschmerzen den Garaus.

Das Buch mit dem Bären zeigt, dass auch andere beim Spielen mal hinfallen, sich am Zaun den Bauch aufkratzen oder den Zeh stoßen. Jedes Tier hat ein rotes Klett-Aua an verschiedenen Körperteilen, auf die das Kind ein Klettpflaster kleben kann, was an einer Schnur am Buch befestigt ist. Den meisten Spaß hat Fiona nach wie vor am Abreißen des Pflasters, wenn man nach der Lache geht. Dummerweise ist sie nun der Meinung, dass man auf jedes Aua, auf jeden blauen Fleck ein Pflaster kleben müsste. Mit der Erklärung „nur wenn es blutet“ gibt sie sich lange nicht zufrieden! Sie wird sehr, sehr wütend, wenn ich auf ihren eingerissenen Fingernagel kein Pflaster klebe und deshalb sind neben Fieberzäpfchen die wohl wichtigsten Utensilien in der Hausapotheke die bunten Kinderpflaster. Verbraucht haben wir schon einige Packungen; ernstere Wunden, die tatsächlich bluteten, hatten wir bisher *klopf auf Holz* zum Glück noch keine. Ja, und was bei mir eine Aspirin ist (hilft mit einem bisschen guten Willen gegen alles: Kopf-, Zahn-, Rücken-, Gliederschmerzen, Fieber, Unwohlsein, …), ist bei Fiona alles, was nur genügend Zucker beinhaltet. Auf direktem Wege bohren sich die konzentrierten Kohlehydrate in die Blutbahn und vernichten dort schmerzmittelartig alles, was mal vorhatte, ein Aua zu werden…
In diesem Sinne – bleibt gesund!

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"Guck mal, hier ist ein Urlaub!"

Wenn man im bunten Bikini tausende Kilometer von zu Hause entfernt vor dem Fernseher sitzt und Peter Kloeppel von einer Kältewelle mit bis zu -30°C in Deutschland berichtet, denkt man „oh“ und schaltet lieber schnell den Fernseher aus. Die Rückflugtickets, die einen daran erinnern, dass man selbst auch bald wieder in die Winterlandschaft muss, kommen in die hinterste Ecke des Zimmer-Tresors. Tick, tick, tick, tick, piiiieeeep: zu.
Dann ölt man sich ausgiebig mit Sonnencreme ein, schnappt sein Buch, das Kind und die Schwimmflügel und eilt zurück in Richtung Strandbar. Die nackten Füße im Sand, die Sonnenbrille auf der Nase, der letzte Cocktail und die Shisha-Bar gefrieren einem im Hirn, wenn sich nachts um 4 die Flugzeugtüren öffnen und einem Peter Kloeppels Vorhersage eiskalt entgegenweht. Nicht mal „oh“ kann man noch denken, weil die Zähne im Rhythmus von Gayanes Säbeltanz klappern.
Was für ein Empfang! Hallo Deutschland.
Fiona: „Wo ist der Urlaub?!“

Ein kleiner Rückblick:

ich habe euch ja versprochen, dass ich ein bisschen Sonne, viele bunte Erinnerungen, Sand, Wasser, Steine, Muscheln und Cocktails mitbringe. Bei der Sache mit der Sonne muss am Flughafen irgendwas schief gelaufen sein. Ich könnte schwören, dort hatte ich sie noch! Aber ich bin mir sicher, sie kommt nach! Sand habe ich dabei, hübsch verpackt in kleinen Einzelportionen, zu finden in und an Schuhen, umgekrempelten Hosenbeinen, Rucksack-Ritzen, Bikinihöschen und an Schippe, Harke, Eimer & Co. Muschelschätze gab es auch in allen Farben und Formen. In Scharen haben sie den Weg in meine Tasche gefunden… Besonders angetan haben es mir ja die kleinen Eistütenmuscheln, sowas Süßes! Gefunden auf der Giftun-Insel, traumhaft!! Mitte der Woche sind wir mit einer Yacht rausgefahren zu besagter Insel, sie wird auch „die ägyptische Karibik“ genannt und das kann ich nur bestätigen. Weißer Sandstrand, türkisfarbenes Wasser, weiße Boote, Sonnenschirme aus getrockneten Palmenblättern, strahlend blauer Himmel, ein Riff direkt vor der Insel und Fische, von denen ich beim Schnorcheln nicht glauben konnte, dass ich sie tatsächlich gerade mit eigenen Augen gesehen habe. Als ich dem am Land gebliebenen Nonchen hinterher triefnass und noch mit Taucherbrille auf dem Kopf aufgeregt erzählte, dass ich einen echten Nemo gesehen habe, wie er aus seiner Seeanemone kam, konnte sie es gar nicht glauben und sagte immer wieder: „Oh jeee! Oh jee! Ein Clownfisch, Mama? Aus der Mone?“
Cocktails wollte ich für alle Leser mitbringen, das scheiterte aber an der Flüssigkeiten-Regelung am Flughafen. Hätte ja Sprengstoff sein können…manno!
Aber die vielen bunten Erinnerungen, die habe ich dabei und freue mich jedes Mal auf’s Neue, wenn ich sie angucke. Natürlich möchte ich sie mit euch teilen und ein bisschen arabischen Bauchtanz, Meeresluft und Wellenrauschen verbreiten: have fun watching!

Direkt nach der Ankunft am Flughafen sagte Fiona freudig erregt: „Guck mal, hier ist ein Urlaub!!“

Den Buggy hatten wir zu Hause vergessen, was bis dahin noch kein größeres Problem dargestellt hatte. Nona hüpfte fleißig von Köpfen zu Armen ihrer Mitreisenden und bequemte sich sogar ab und zu, ein paar Meter selber zu laufen. Abendliche Spaziergänge über Hurghadas Promenade mit den vielen kleinen Läden mit allerlei Staubfängern wurden mit dem bekannten „1, 2, 3 – hopp“-Spiel bewältigt, andernorts auch bekannt als „Engelchen, flieg“. 2 Erwachsene nehmen ein Kind in die Mitte, zählen gemeinsam und lassen es dann ein paar Meter weit fliegen, natürlich an den Händen festgehalten, versteht sich. Die Flugstrecke wurde mit jedem Mal weiter und unsere Arme immer länger. Wir weiteten dann schon das Zählen auf „bis 5“ aus, aber Fiona hat da ihre ganz eigenen Methoden und zählte plötzlich: „Eiiiinns, Viiieer, Fünf!“ und ließ sich fallen… Nach ein paar Tagen kam sie mit der bloßen Aufforderung „Arm-Arm“ nicht mehr weit und musste ihren kleinen Kopf anstrengen, wenn sie ihr Ziel erreichen wollte. Eines Abends auf dem Weg zum „Esstaurant“ (viel passender, der Name!) musste ich innehalten und erstmal wieder nach Luft schnappen, nachdem ich ihre Ausrede für „Arm-Arm“ gehört hatte. Durch meine Lachtränen guckte ich auf eine verschwommene Nona, die allen Ernstes wenige Sekunden vorher erklärt hatte, sie müsste auf den Arm-Arm, denn sie hätte „eine kaputte Flosse“. Zu viel „Findet Nemo“, würde ich sagen ^^
Das wird noch interessant, wenn sie in der Schule mal begründen muss, warum sie keine Hausaufgaben hat oder zu spät gekommen ist. Man darf gespannt sein!
Unser Hotel ist bekannt für seine Katzen. Manche Leute fahren sicher deswegen nicht dorthin, andere kommen gerade deswegen. So auch meine Mama. Beim Essen konnte man manchmal fast nicht schnell genug gucken, wie der Kellner (unser hieß „Alaa“ – wie schön 🙂 „Finish?“ fragte und man Teller samt Besteck noch ein letztes Mal vom Tablett winken sah. Fleischreste von den Mahlzeiten wurden bei uns auf einem Extrateller gesammelt. Als er den „Katzenteller“ mitnehmen wollte und meine Mama mit vollem Mund energisch den Kopf schüttelte, fragte Alaa: „Alles für die Katz?“ Hach, eine wundervolle Doppelbedeutung. Alles für die Katz.
Einen Tag ging es mir nicht so gut, mit Kopf- und Rückenschmerzen, geschwollenen Mandeln und allgemeiner Schlaffheit, die mich zwangen, ein Essen auszulassen und im Bett liegen zu bleiben. Meine Mama Sasa und meine Oma Jauli übernahmen den „Kinderdienst“ und erzählten mir hinterher, dass Fiona auf dem Weg zum Restaurant die ganze Zeit sehr besorgt von ihrer kranken Mama sprach und sagte: „Ist doch meine Mama! Die hört mir! Die hört doch Fiona!“ *knutsch*
Bei der Minidisco war sie auch ganz vorne mit dabei. Durch ihre wöchentlichen Besuche in der „Miezschule“ (Musikschule) bei meinen Früherziehungskursen ist sie schon gut auf’s Mitmachen programmiert und kann den Bewegungsabläufen und Aktionen verblüffend schnell folgen und diese ausführen. Ich war wirklich baff! Und wie süß ist es, wenn eine 2-Jährige das Lied vom Cowboy tanzt und dabei auf einem Pferd reitet, das Lasso wirft und Mary einen Kuss schenkt…?

Von einem der Animateure wurde ich aufgrund meiner Hautfarbe liebevoll „Mozzarella“ genannt, als Nono und ich das erste Mal den Pool unsicher machten. Der große Pinguin, in Fionas Sprachgebrauch auf die wesentlichen Wortmerkmale „U-i“ reduziert, begleitete uns dabei und war auch sonst das beste Erkennungsmerkmal. Du suchst die Familie am Strand? Da hinten, im Schatten des großen U-i s.

Unser „Stammjuwelier“ freute sich riesig, uns zu sehen (Ich glaube, im letzten Jahr konnte er getrost zumachen, nachdem wir abgereist waren…) und fragte gleich nach meinem Mann. „Wenn du anrufen deinen Mann oder SMS, sagst du schönen Gruß!“
Einige niedliche Schmuckstücke haben auch dieses Jahr wieder den Weg an unsere Ketten gefunden und sogar Fiona trägt nun stolz ein kleines Geschenk vom Juwelier um den Hals: Sammy, eine silberne Schildkröte, ihr Ein und Alles. Stolz wie Oskar (so heißt übrigens das bunt geschmückte Strandkamel) kam sie aus dem Laden und präsentierte allen Passanten ihre „Beute“. Sie machte auch keinen Halt vor einem schwarzen Umhang, aus dem nur zwei weibliche Augen hervorguckten. Wenn die kleine Prinzessin nicht so schnell gewesen wäre, hätte ich sie die verhüllte Frau nicht unbedingt ansprechen lassen. Aber warum eigentlich nicht? Wer sagt das? Denn wider Erwarten lachten diese Augen, als sie von dem kleinen weißen Mädchen die Sammy-Schildkröte gezeigt bekamen. Und wieder ein Mal hat ein Kind bewiesen, dass Vorurteile und Klischees nur in den Köpfen der Erwachsenen entstehen.
In Sachen Kinderfreundlichkeit sind die Ägypter den Deutschen um Einiges voraus! Vom Zimmermädchen über den Wachposten bis zum Hotelmanager – jeder hat ein Lächeln, eine Blume, ein paar nette Worte oder sogar einen Papierflieger übrig! Nach dieser Woche hat sie ohne Mamas Simultanübersetzung im Ohr auf die Frage „What’s your name?“ wie aus der Pistole geschossen mit „Fiona“ geantwortet. Na wenn das nix is 😉
Bei Facebook habe ich einen Kommentar gelesen, ob es Zufall ist, dass immer dann Unruhen in Ägypten sind, wenn wir da waren ^^ Dazu muss ich mal sagen, dass man der deutschen Berichterstattung in etwa soviel glauben kann, wie den Spam-Emails, die einem Autogewinne oder kostenlose Penisverlängerungen versprechen. Ja, es gab dieses Fußballspiel in Port-Said und ja, es gab Ausschreitungen in Kairo. Aber für Schlagzeilen wie „Ganz Ägypten versinkt im Chaos“ und „Gibt das dem Tourismus den letzten Knacks?“ gehören die Journalisten, die sich das abends bei einem Glas Rotwein an der Heizung ihrer Kölner 2-Raum-Wohnung ausgedacht haben, in Hurghada eine Nacht an ’ne Palme gefesselt. So!