Von Sonnenblumen, Fetzenfischen und grünen Monstern

Letzten Dienstag schrieb ich vom Fasching und dass es schneit, als wäre es am nächsten Tag verboten. Scheinbar traf das den Nagel auf den Kopf, denn einen Tag später, etwa zur selben Uhrzeit, guckte ich wieder aus dem Fenster und stellte fest: alles weg. Oder wie Nona beim Rausgehen morgens sagte: „Oooh, der Snee ist weggelauft!“ (Nein, das Auto im Bild ist nicht durch die plötzliche Wärme von Variant auf Normalgolf geschrumpft – links ist mein Flitzer, rechts der meines Schwagers ^^). Und im Wetterbericht Ende letzter Woche hieß es, der Winter käme auch nicht noch mal wieder. Glauben kann ich das allerdings erst, wenn sich der Osterhase nicht bei Minusgraden seinen kuscheligen Arsch abfriert… Nachdem wir besagten Wetterbericht gehört hatten, wurde am Wochenende gemeinschaftlich beschlossen, die bunte Papierschneeflockenkette von der Haustür abzunehmen und sie durch frühlingshaftere Deko zu ersetzen. Also wurde gebastelt. In meinem Jahreszeitenbastelbuch fand ich eine süße Idee zum Thema „Sommer“ – okay, das ist es draußen noch nicht ganz, aber vielleicht kann man ihn damit ein wenig locken. Kurzerhand wurde die neu erstandene Bastelschürze eingeweiht und ein bisschen mit Fingerfarben gemanscht; heraus kam eine komplett aus Handabdrücken bestehende Sonnenblume 🙂 Als wir das Bild stolz meiner Mama gezeigt haben, meinte die nur, dass Sonnenblumen aber ein Symbol für den Herbst seien…What?! Wie immer, wenn ich nicht weiter weiß, befragte ich Google und fand eine akzeptable Aussage: wer Sonnenblumen zum Blühen bringen will, muss die Kerne im Frühjahr pflanzen (Punkt für mich), sie erblühen im Juli/August und sind „Teil des Sommerflairs“ (2 Punkte für mein Bastelbuch) und im Herbst sieht man sie meist mit hängenden Köpfen (halber Punkt für Mama). Damit kann ich leben, so haben wir alle ein bisschen Recht.
Wir hatten jedenfalls großen Spaß beim Klecksen und werden uns an den Märzwochenenden an die Osterhasenbasteleien machen, yippie! (Links unten ist übrigens zu sehen, wie sie spontan und völlig mühelos ihre Fingerakrobatik vollführt. Macht das mal nach, ist gar nicht so leicht!)

In der Kita geht gerade zum ersten Mal ein Freunde-Buch rum. Wusste gar nicht, dass man so früh schon damit anfängt. Jedenfalls sind schon einige Raupenkinder vor uns eingetragen worden von Mama und Papa und es ist wirklich witzig, das zu lesen. Erstens sind die Fragen „Das mache ich gerne“ und „meine Hobbies“ so ziemlich das gleiche (gut, da ist das Buch „schuld“) und zweitens bin ich mir nicht immer sicher, ob die Eltern die Fragen im Sinne ihrer Kinder beantwortet haben. Okay, „malen, tanzen und Hello Kitty“ und „Nudeln mit Tomatensoße“ ordne ich schon eher dem Nachwuchs als der Mama zu (naja, bei manchen….wer weiß ^^) aber bei der Frage nach dem allergrößten Wunsch, halte ich „Reich werden“ für zweifelhaft, was die primären Interessen des Kindes angeht…Die Auswirkungen von Mamas Geldsegen (Spielzeug, Spielzeug, Spielzeug) treffen dann schon eher den Kern. Fionas größter Wunsch ist übrigens „Urlaub am großen Wasser und ein Gummibärchen“, ich habe sie gefragt. Reichtum würde mir für Ersteres zwar auch nicht schaden, aber dafür reicht der Platz im Freundebuch nicht aus…

Am vergangenen Samstag haben wir Papas Geburtstag gefeiert, Prinzessin F. natürlich mittendrin statt nur dabei. Beliebtestes Partyspiel war der Crash-Lauf. Spielregeln:
1.) Man suche sich 2 willige (zur Not tun’s auch unwillige, wenn man nur lieb genug guckt) Mitspieler und nehme sie an jeweils eine Hand
2.) Man wähle sich ein Opfer aus, was auf einer der vorderen Bierbänke sitzt
3.) Man stelle sich in einigen Metern Entfernung auf und zähle laut bis 3
(Ein Opfer mit Bitte um Verschnaufpause: „Jetzt zähl mal bis 10“ – Fiona: „Okay. Eins, zwei, zehn!“)
4.) Man renne los, bremse kurz vor dem ausgewählten Opfer, behalte aber noch so viel Geschwindigkeit um mindestens einen kleinen Crash auszulösen
5.) Man lache laut und rufe: „Nochmal!!!“

Stargast dieses Abends war Om Nom, das kleine grüne Süßigkeiten-Monster aus dem Handystrategiespiel „Cut the Rope“ (wer das nicht kennt – ist ein Must-Have und macht süchtig!) Om Nom ist so niedlich, den möchte man gerne als Haustier haben. Mit seinen 4 großen Zähnen am Grinsemund sitzt er auf dem Bildschirm und wartet darauf, dass der Spieler mit seinem Finger das Seil (rope) durchschneidet (cut), damit er an den daran befestigten Bonbon kommt. Auf dem Weg dahin sollte man möglichst noch mit dem fallenden Bonbon alle 3 Sterne einsammeln. Dauert Om Nom die ganze Sache zu lange, zeigt er mehrmals ungeduldig mit seiner kleinen Monsterhand auf den geöffneten Mund. Fällt die Süßigkeit daneben statt in seinen Mund, kriegt er große Augen wie der gestiefelte Kater aus Shrek, schiebt die Unterlippe vor und zieht die Mundwinkel nach unten wie Angela Merkel, um seine Traurigkeit zu demonstrieren.
Nicht nur ich stehe auf Om Nom, sondern seit einiger Zeit auch Fiona, die dieses Spiel auf meinem alten/ihrem iPhone gefunden hat. Ich dachte, ich gucke nicht richtig, als ich sah, wie sie mit ihrem kleinen Nono-Finger die Seile durchschnitt und herzhaft lachte, wenn Om Nom nach erfolgreicher „Challenge“ auf dem Bonbon kaute. Also nahm ich all meinen Nähmaschinen-Mut zusammen, erstellte einen Screenshot von Om Nom, zeichnete auf dieser Grundlage ein Schnittmuster und stellte danach fest, dass in meinem bescheidenen Nähanfängersortiment zwar grünes Garn, aber kein grüner Stoff vorkommt… Ich bestellte weichen, grüngepunkteten Nicki-Stoff, wartete sehnsüchtig auf die Post und begann zu nähen. Herausgekommen ist tatsächlich ein ganz ansehnlicher Om Nom, der nach einigen Schwierigkeiten (Schnur mit Bonbon auf der falschen Seite angenäht…wäre innen gewesen nach dem Wenden ^^ immer dieser Mist mit dem logischen Denken!) von Mamas Schreibtisch in die Arme seiner rechtmäßigen Besitzerin umziehen konnte. Diese konnte ihr Glück kaum in Worte fassen: „Mama! Ein Om Nom! Ist der für Nono? Hast du den für mich geknäht? (sie denkt nach wie vor, ich mache sowas mit ihrer Knet-Eismaschine. Das Verb ist demzufolge eine Mischung aus kneten und nähen) Der ist aber weich! *reibt Om Nom an der Wange* Danke, danke Mama! Du bist aber lieb!“

Um das Wochenende, was immer viel zu schnell vorbei ist, gefühlsmäßig ein bisschen zu verlängern, habe ich am Vormittag auf dem Sofa bei der Sendung mit der Maus beschlossen, meine Familie nachmittags in’s SeaLife einzuladen. Sehr zur Freude des Kindes ging’s mit der U-Bahn in die Berliner Mitte und dann in besagtes großes Aquarium. Gut, die 2€ extra für’s VIP-Ticket (ohne Anstellen) hätten wir uns klemmen können, denn die Schlange der Wartenden bestand aus ca. 8 Personen. Aber ich gehe da immer lieber auf Nummer Sicher, denn wer Kind(er) hat, der weiß, an was man alles denken muss, wenn man aus dem Haus geht: Kuscheltier, Trinken, Kekse, Buch für die Fahrt, Windeln, Feuchttücher, Mütze, Schal, etc. Ist man als Paar unterwegs und trifft z.B. an einem schönen Tag unerwartet auf eine längere Schlange vor dem Fernsehturm, ist man flexibel und kann stattdessen einen Kaffee trinken gehen und den Fernsehturmbesuch auf einen anderen Tag verschieben. Mit Kind ist das unmöglich. Gesagt ist gesagt: Nono geht in ein großes Aquarium! Lange Wartschlangen mit sekündlich quengeliger werdendem Kleinkind – womöglich in strömendem Regen – belasten Elternnerven bis nahe an die Zerreißgrenze. Andererseits zählt Absagen oder Verschieben zu den 70 Todsünden mit Kind. Noch zur Jugendweihe kriegst du dann wahrscheinlich auf’s Brot geschmiert, dass du damals nicht die 2 Stunden im Regen in Kauf genommen hast, wo du doch wusstest, wie sehr sich dein Kind auf Krabbe, Oktopus & Co. gefreut hat. Also besser ein VIP-Ticket und mal 2 Euro aus dem Fenster geschmissen als Diskussionen zur Jugendweihe ^^
Ob der Eintrittspreis für einen normalen Erwachsenen ohne Hartz Sieben, Schwerbehindertenausweis, Uni-Stempel oder Gruppenrabatt gerechtfertigt ist, darüber lässt sich streiten. Ein schönes Erlebnis war es auf jeden Fall! In einem kleinen Becken durfte man Seeigel, Seesterne und Seeanemonen sogar anfassen! Seeigel sind zwar nicht gerade kuschlig weich, aber sie pieken den Finger auch nicht direkt blutig, wenn man sie berührt. Harte, glatte Stacheln, auf die man besser nicht treten sollte… Seesterne fühlen sich so rauh an wie Katzenzunge und Seeanemonen sind so glitschig-wabblig wie Götterspeise mit Fangarmen. Nona quietschte vor Freude und wollte gar nicht mehr weg vom Anfass-Becken. Von kleinen Haien über Tintenfische bis Quallen und lachende Rochen („Guck mal, ein Knochen!“) haben wir alles gesehen und bestaunt. Wusstet ihr, dass Fionas Lieblingsfische, also Steinbutts (Steinbutte?! Steinbutten?!) und Schollen, nach der Geburt wie andere Fische aussehen und erst später platt werden? Während sie flach werden, wandert das „untere“ Auge zu dem anderen auf die Oberseite und von da an schwimmen sie platt weiter. Coole Sache, wieder was gelernt! An einem Kuschelsteinbutt und einem blauen Glibber-Professor-Inkling (so heißt der Tintenfisch bei den Oktonauten, ihrer Lieblingssendung…“Ink“ von engl. Tinte) konnten wir im SeaLife-Shop einfach nicht vorbeigehen. Bald kann Nona zu Hause ihr eigenes Kuscheltieraquarium aufmachen und Eintritt nehmen. Aus dem Tropical Islands hatten wir Ende Dezember ja „Bruce“, einen weichen Hai, mitgenommen (nachzulesen hier) und bei ihren 10 Wasserspritztieren ist von Orca bis Seepferdchen alles dabei, was das Aquarianer-Herz begeistert!
Der Eintritt zum Aqua-Dom ist bei den SeaLife-Karten gleich mit dabei, er befindet sich im Gebäude gegenüber, dem Radisson SAS Hotel: ein gläserner Fahrstuhl, der durch ein 25m hohes, zylinderförmiges Aquarium mit über 2.500 Fischen fährt (Bild: unterste Reihe, 2.v.l.)! Im Schneckentempo fuhr der 40-Mann-Lift an der Artenvielfalt aus dem Roten Meer vorbei und mehr als ein Mal schwamm eine Dorie aus „Findet Nemo“ direkt vor unserer Nase. Den Fischen muss sich ja auch einige hundert Male täglich ein witziges Bild bieten: plattgedrückte Menschennasen an dicken Scheiben, die langsam und staunend hoch und runter fahren ^^

Ich habe es doch tatsächlich geschafft, meinen Handyakku von anfänglichen 60% Leistung auf den roten Bereich (<20) zu schrumpfen, und das, obwohl man nicht mal mit Blitz fotografieren durfte. Ein Tier muss ich euch noch auf einem Extra-Bild zeigen, leider rein anatomisch schon schlecht zu erkennen und dann noch die ungünstigen Lichtverhältnisse dazu, aber das muss man einfach gesehen haben, das fetzt im wahrsten Sinne des Wortes! Darf ich vorstellen: der Fetzenfisch!
Er gehört zu den Seenadelartigen, sieht aber eher aus wie eine ausgerissene Pflanze. Selten eine bessere Tarnung gesehen!
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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

1 Kommentar zu „Von Sonnenblumen, Fetzenfischen und grünen Monstern“

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