Blogparade #7

*klopf klopf*
Ein neues Blogparadenthema steht vor der Tür und es trägt eine weiße Toga und Ledersandalen – „Brot & Spiele“! Die Sponsoren dieser Woche sind hier, da und dort verlinkt.

Ich musste ein bisschen schmunzeln, als ich bei einigen Teilnehmern las, dass sie sich wundern, wie die Testmama auf so ein Thema gekommen ist, wo Brot mit Spielen doch gar nichts zu tun hat.
„Populum Romanum duabus praecipue rebus, annona et spectaculis, teneri“ – keine Angst, auch trotz zu Gymnasialzeiten erworbenem Latinum kann ich nur ahnen, dass die Römer irgendetwas mit Spektakel zu tun haben. Wikipedia, meine dritte Gehirnhälfte, kann da weiterhelfen: das römische Volk lasse sich besonders durch 2 Dinge im Bann halten, Getreide und Spiele. Das schrieb einst der römische Dichter Juvenal.
Bei Kleinkindern (oder auch größeren!) ist es ganz ähnlich. Robbie Williams schmetterte in der Werbung für einen privaten TV-Sender sein berühmtes „Let meeeee entertain yoouuu!“, das ist wohl die Hymne aller Mütter. In unserem allgegenwärtigen Medienzeitalter machen sich viele Eltern das „Entertainen“ der Kids ein bisschen zu leicht, parken sie einfach vor dem Fernseher und wundern sich dann über viereckige Augen (was hatte ich früher Angst davor!) und ein Allgemeinwissen, was sich auf „Können wir das schaffen? Jo, wir schaffen das!“ beschränkt. Versteht mich nicht falsch, ich gehöre weder zu den alternativen wir-haben-keinen-Fernseher-und-wir-wollen-auch-keinen-Nervbacken noch zu den Junkies, bei denen der Fernseher von morgens um 8 bis Mitternacht im Dauerbetrieb läuft. Wichtig ist bei der Röhre (oder sollte ich besser sagen: dem Flatscreen?), dass man vor allem mit Kindern einen gesunden Mittelweg findet zwischen No-Go und Dauerberieselung. Fiona guckt auch gerne mal Kindersendungen, dazu gehören Angelina Ballerina, die kleine ehrgeizige Ballettmaus, die sich den ganzen Tag mit Tanzen und klassischer Musik beschäftigt, und ihre absoluten Favourites: die Oktonauten – eine Mischung aus Hello Kitty und Unterwasser-Star-Wars. Von der Titelmelodie trage ich regelmäßig einen Ohrwurm mit mir herum ^^ Auch Sandmännchen und die Sendung mit der Maus dürfen natürlich geguckt werden, am Liebsten gemeinsam auf dem Familiensofa. Manchmal kommt sie nach einem anstrengenden Tag aus dem Kindergarten und möchte weder malen noch basteln oder anderweitig entertaint werden, sondern einfach mit Liemhasi un den Oktonauten auf ihrer kleinen Couch chillen. Das kann ich gut nachvollziehen. Von Seifenblasen über Stifte, Knete und Brettspiele haben wir im Kinderzimmer alles, was das kleine Herz begehrt. Es ist mir manchmal unerklärlich, wie sich im Laufe von noch nicht ein mal zweieinhalb Jahren so viel Zeug ansammeln kann! Wahrscheinlich ist es aber auch der Elternkopf, der nun gnadenlos zuschlägt und alles kauft, was er selbst begehrt hätte als Kind. Kein Betteln, kein „ich-möchte-aber-bitte-bitte“ oder „ich-brauche-diese-Puppe-aber-unbedingt!“ mehr, stattdessen nur ein vorsichtiges Schielen auf’s Konto, was die Kaufentscheidung als Einziges beeinflussen kann. Manchmal musste man als kleiner Mensch einfach etwas Bestimmtes haben und konnte Mama oder Papa nicht plausibel genug erklären, warum man es haben musste. Das konnte sein, weil Puppe Lisa mit 2 Püppchenfreundinnen nicht glücklich war, die drei sich ständig stritten und deshalb unbedingt noch eine vierte, eine Streitschlichterin, her musste. Es gibt Dinge, die verstehen eben nur Puppenmütter oder kleine Autohausinhaber (warum noch mehr Matchbox?! Na Jahresumsatz, Prämienzahlungen, ganz klar, ihr Lieben!). Öffnet man heute die Tür zu Spielemaxx, Toys’r’us oder einem vergleichbaren Spielwarenparadies, nimmt einem das gigantische Angebot an buntem Plastikkram fast den Atem und schon Eltern von 4 Wochen alten Babys – die noch absolut zufrieden mit Mamas Stimme, Mamas Busen und ein paar Windeln wären – wird suggeriert, sie müssten das interaktive Winnie-Pooh-Lernbuch und das 3-stöckige Badewannenschiff sofort kaufen, um ihren Nachwuchs von Anfang an optimal zu fördern. Warum ich das schreiben darf? Weil es mir selbst so ging. Es heißt ja, beim Zweiten ist man relaxter, glaubt nicht mehr alles und ist nicht mehr so besessen davon, alles richtig machen zu wollen, weil man im Grunde weiß, dass man intuitiv alles richtig macht, wie schon Eltern einige viele Generationen vorher. Fakt ist, dass man Kinder fördern sollte, aber ohne sie zu überfordern. Schlaue Worte, die man mir nicht abnimmt, wenn man einen Blick in unsere Spielzeugkiste wirft (ja, hier wohnt wirklich nur ein Kind). Die schlauen Worte warten auch bei mir noch darauf, in die Tat bzw. in einen blauen Sack in den Keller umgesetzt zu werden. Ich glaube, das Geheimnis liegt in der Beschränkung. Wenn das Spiel-Angebot im Kinderzimmer zu groß ist, weil aus der einen Ecke Detlef Jöcker „1,2,3 im Sauseschritt“ trällert, in der anderen Ecke Legomännchen, Playmobilfiguren und Barbies dazu tanzen, in der dritten Ecke die Kuscheltiere ungeduldig vor der Knetmaschine sitzen und auf Input warten und in der vierten Ecke das vom Überangebot erschlagene Kleinkind sitzt, verliert es seine Phantasie und verlernt, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Das fällt mir auch bei meiner Arbeit im Kindergarten bzw. beim Gespräch mit den Erzieherinnen auf. Zu viele Kinder können sich nicht mehr mit sich selbst oder mit anderen Kindern beschäftigen ohne ständig „Hilfe“ von außen in Anspruch zu nehmen à la „wir wissen nicht, was wir spielen sollen“. Schade! Und während man selbst noch völlig euphorisch den frisch erworbenen Schminkkopf für’s Kind bestaunt, den man vielleicht selber so gerne gehabt hätte, sitzt die Beschenkte schon wieder mit dem Lieblingsbuch auf dem Bett und genießt beim 1000. Angucken die altvertrauten Bilder. Big Schminkkopf is watching you und wird seinen Platz oben auf dem Schrank finden, gleich neben dem nervigen Kinderlaptop und der eingestaubten Eismaschine…Weniger ist eben tatsächlich manchmal mehr 🙂
Was bei uns seine Daseins-Berechtigung in der Spielkiste hat, sind die Maltafel, der Arztkoffer, die Registrierkasse, die Plastik-Lebensmittel, diverse Legobausätze und ein paar Kinderspiele ab 2 oder 3 Jahren.
Absoluter Hit ist das Obstgartenspiel, was ich nur jedem mit Kleinkind empfehlen kann (ist auch auf dem Mottobild der Testmama abgebildet).

Äpfel, Birnen und auch Pflaumen,
wachsen nur bei grünem Daumen,
oder in dem Kinderspiel,
Obst zu pflücken ist das Ziel.
Achtung, Achtung, kein Gelaber,
würfelst du den Rab‘ aber,
frisst er dir die Bäumchen kahl,
und dein Kind ruft: noch ein Mal!

Dieser Vers über das Obstgarten-Spiel diente dazu, die Pflichtwörter dieser Woche („Rhabarber“ und „Kinderspiel“) unterzubringen. Wer den Rhabarber gefunden hat, darf ihn behalten, denn wir mögen ihn alle nicht ^^

Dass Fiona mein abgelegtes – weil teilweise defektes – iPhone benutzt, darüber habe ich ja auf dem Blog schon öfter berichtet. Darauf befinden sich keinerlei Jump & Run spiele, die in meinen Augen nichts außer die Beweglichkeit der Daumen trainieren. Alle installierten Apps (ok, bis auf Om Nom und sein legendäres „Cut the Rope“) drehen sich entweder um das Thema Tiere/Tierlaute/Geräusche oder Sprache (Griechisch, Italienisch, Englisch), also pädagogisch sinnvolle Beschäftigung. Eine App, die ich anfangs löschen wollte, weil ich dachte, sie sei noch nutzlos und viel zu schwer für Fiona, ist mittlerweile zu einem ihrer Lieblingsspiele geworden und Nonos Demonstration dessen sorgte bei den ägyptischen Kellnern für wahre Begeisterungsstürme: Tiernamen buchstabieren. Bei allen 5 Tieren der Lite-Version (darunter z.B. auch „Giraffe“) kann sie die durcheinandergewürfelten Buchstaben fehlerfrei und ziemlich zügig an die richtige Stelle ziehen, wo sie blass vorgezeichnet sind. Die angetippten Buchstaben werden laut erst von der Frau im Handy ^^ und dann von Fiona wiederholt. Inzwischen erkennt Nona in ihrem Mutter-Gans-lehrt-das-Alphabet-Buch schon viele Buchstaben und benennt sie auch richtig, z.B. „Eff wie Fiona“ 🙂 Wenn wir unterwegs sind und die Apple-Geheimwaffe gegen Quengeln aus der Tasche gezogen wird, gucken die Leute schon manchmal komisch in Anbetracht einer 2-Jährigen, die gezielt mit den kleinen Fingern auf dem Touchscreen hantiert. Ein älteres Ehepaar in der Schlange vor uns sagte mal staunend: „Die fangen auch immer früher an…“ Peinlich ist es nur, wenn man bei einer Adventsfeier im Kindergarten zwischen vielen anderen Eltern und Kindern auf viel zu kleinen Stühlen sitzt, die Veranstaltung gerade gewaltige Durchhänger hat und das eigene Kind dann gelangweilt ruft: „Mama, ich will mein Handy!“ ^^

Zum Thema Essen gibt es bei uns nicht so viel zu sagen. Fiona war ein unproblematisches Baby, die zwar in Breiangelegenheiten recht mäklig gewesen ist, aber ihre eine Sorte – die Möhrenpampe – dafür gerne und viel gegessen hat. Das Apfel-Bananen-Gläschen zum Nachtisch und den Vanille-Grieß am Abend haben wir immer schwesterlich geteilt. Sau lecker, das Zeug! Selber gekocht habe ich nicht, weil die Wahrscheinlichkeit, dass sie es nicht isst prozentual höher war, als die, dass es tatsächlich in den kleinen Magen wandert. Mein Vertrauen habe ich in der Babyzeit Herrn Hipp geschenkt, der sein Sortiment meinetwegen auf eine Sorte orangefarbenes Allerlei und Obst-Nachtisch hätte beschränken können 😉
Seit Nono „Menschenessen“ isst – seit dem 1.Geburtstag etwa – hat sie sich zu jeder Tages- und Nachtzeit auf Kartoffeln mit Butter eingefahren. Wenn ich sehe, wie sie ein kleines Stück Butter pur isst und eine Weile später erst das nackte Kartoffelstück hinterher schiebt, schüttelt es mich zwar, aber solange es ihr schmeckt…
Bouletten, Pommes und Nudeln mit Tomatensauce stehen bei uns – wie bei fast allen Kindern – ebenfalls hoch im Kurs. Gekocht wird nur am Wochenende, da sie unter der Woche mittags im Kindergarten is(s)t. Ungewöhnlich finde ich ihre Vorliebe für saure Gurken, die sie nach wie vor „grüne Wurst“ nennt. Generell kann man ihr, im Gegensatz zum Papa, mit einer Scheibe Wurst eine große Freude machen. Egal ob Salami, Bärchenwurst oder eine Wiener auf die Hand – ohne kommen wir nicht am Fleischerstand beim Einkaufen vorbei. „Waftiger“ (Saft-Tiger bzw. Frucht-Tiger) muss auch bei jedem Einkauf in den Korb, genau wie „Pornflakes“ (oha! da rappelt’s in der Kiste ^^) und Fruchtzwerge. Eier gibt es entweder in rot-weißer Knisterfolie oder aber meistens ohne Schokolade als Omelett am Sonntag Morgen von Papa und man sollte nicht meinen, wie viel Ei in den kleinen Mädchenbauch passt! Wenn dann 2 große blaue Augen vom eigenen, leeren Teller auf Papas halbvollen rübergucken und zwischen den prall gefüllten Bäckchen ein zuckersüßes „Moch mehr..?“ raus kommt, wer kann da schon nein sagen…?

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and the Oscar goes to…

Zwei Blogeinträge an einem Tag – das kam hier bisher auch noch nicht vor. Heute gibt’s allerdings genügend Anlass dazu, denn wie ihr wisst, nehme ich seit einigen Wochen an der tollen Eltern-Kind-Blogparade bei der Testmama teil. Diejenigen Teilnehmer, die vor dem Start der Parade keinen Ankündigungsartikel geschrieben hatten, konnten in der letzten Woche freiwillig die Aufgabe 0.2 bearbeiten, bei der es galt, kreativ zu werden und die eigene Familie zu basteln; aus Knete, Papier, Joghurtbechern, oder was einem sonst noch so einfällt. Auf der Suche nach passenden Bastel-Materialien sind mir leere Toilettenpapierrollen in die Hände gefallen und so entstand kurzerhand Familie Müller aus buntem Tonpapier, Filzresten und Klopapierrollen (wer’s noch nicht gesehen hat, hier lang). Diese Idee (und die Fotos der Klopapier-Müllers in Alltagssituationen) kam nicht nur bei den anderen Paradenteilnehmern gut an, sondern auch beim Sponsor der letzten Woche: Ballon4You. Die fanden den Beitrag so klasse, dass sie beschlossen haben, einen Sonderpreis zu vergeben! Schon allein über die Tatsache, einen Kreativitätspreis zu erhalten, freute ich mich ohne Ende. Aber als heute das Paket ankam, war die gesamte Familie Müller sprachlos!!!
Nach dem Öffnen des großen (aber leichten) Pakets stieg uns ein goldener Herzheliumballon entgegen, den Fiona sich gleich glücklich unter den Nagel riss und mit den Worten: „Oh, ein Ballong für mich?!“ von dannen zog…

In dem großen Paket befand sich noch ein Kleineres, was locker den ersten Platz in der Kategorie „gut verpackt“ hätte gewinnen können. Mehrere Lagen Klebeband erschwerten den „Zugang“ und ließen die Spannung in’s Unermessliche steigen. Die Klopapierfamilie Müller versammelte sich neugierig um das Paket….
Und während Fiona mit Liemhasi ausgelassen im Verpackungsmaterial („Guck mal, Mama, ein E!“) Verstecken spielte, widmete Mama sich dem Inhalt des noch kleineren, mit rotem Schleifenband verpackten, Päckchens innerhalb des kleinen Päckchens 🙂
Es war Liebe auf den ersten Blick: gebettet auf rotem Krepppapier. Sie schauten sich tief in die Augen – so gut das bei einem goldenen, nackten Mann mit nichts außer einem Lorbeerkranz in den Händen eben geht ^^ -, strahlten sich an und wussten sofort, dass sie füreinander bestimmt sind.
Ladies & Gentlemen,
 and the Oscar goes to…*oh my gosh* … me!
Anschließend wollte sich natürlich die ganze Familie voller Stolz mit der über-lebensgroßen Statue ablichten lassen:
„Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“
In diesem Sinne hoffe ich, dass ich euch ein bisschen Freude über meine ganz persönliche Oscar-Nacht abgeben konnte und bedanke mich ganz herzlich bei Ballon4You für den tollen Sonderpreis, bei der Testmama für ihr Engagement in der Blogparade, bei all meinen Lesern für die vielen, lieben Kommentare (ich freue mich über jeden einzelnen!) und bei meiner 2-jährigen Tochter, die sich seelenruhig und ganz alleine mit Oktonauten und Angelina Ballerina vor dem Fernseher vergnügt und mir dadurch heute Nachmittag eine Stunde Zeit geschenkt hat, um diesen Blogbeitrag zu verfassen.
Mille grazie 🙂

Von Sonnenblumen, Fetzenfischen und grünen Monstern

Letzten Dienstag schrieb ich vom Fasching und dass es schneit, als wäre es am nächsten Tag verboten. Scheinbar traf das den Nagel auf den Kopf, denn einen Tag später, etwa zur selben Uhrzeit, guckte ich wieder aus dem Fenster und stellte fest: alles weg. Oder wie Nona beim Rausgehen morgens sagte: „Oooh, der Snee ist weggelauft!“ (Nein, das Auto im Bild ist nicht durch die plötzliche Wärme von Variant auf Normalgolf geschrumpft – links ist mein Flitzer, rechts der meines Schwagers ^^). Und im Wetterbericht Ende letzter Woche hieß es, der Winter käme auch nicht noch mal wieder. Glauben kann ich das allerdings erst, wenn sich der Osterhase nicht bei Minusgraden seinen kuscheligen Arsch abfriert… Nachdem wir besagten Wetterbericht gehört hatten, wurde am Wochenende gemeinschaftlich beschlossen, die bunte Papierschneeflockenkette von der Haustür abzunehmen und sie durch frühlingshaftere Deko zu ersetzen. Also wurde gebastelt. In meinem Jahreszeitenbastelbuch fand ich eine süße Idee zum Thema „Sommer“ – okay, das ist es draußen noch nicht ganz, aber vielleicht kann man ihn damit ein wenig locken. Kurzerhand wurde die neu erstandene Bastelschürze eingeweiht und ein bisschen mit Fingerfarben gemanscht; heraus kam eine komplett aus Handabdrücken bestehende Sonnenblume 🙂 Als wir das Bild stolz meiner Mama gezeigt haben, meinte die nur, dass Sonnenblumen aber ein Symbol für den Herbst seien…What?! Wie immer, wenn ich nicht weiter weiß, befragte ich Google und fand eine akzeptable Aussage: wer Sonnenblumen zum Blühen bringen will, muss die Kerne im Frühjahr pflanzen (Punkt für mich), sie erblühen im Juli/August und sind „Teil des Sommerflairs“ (2 Punkte für mein Bastelbuch) und im Herbst sieht man sie meist mit hängenden Köpfen (halber Punkt für Mama). Damit kann ich leben, so haben wir alle ein bisschen Recht.
Wir hatten jedenfalls großen Spaß beim Klecksen und werden uns an den Märzwochenenden an die Osterhasenbasteleien machen, yippie! (Links unten ist übrigens zu sehen, wie sie spontan und völlig mühelos ihre Fingerakrobatik vollführt. Macht das mal nach, ist gar nicht so leicht!)

In der Kita geht gerade zum ersten Mal ein Freunde-Buch rum. Wusste gar nicht, dass man so früh schon damit anfängt. Jedenfalls sind schon einige Raupenkinder vor uns eingetragen worden von Mama und Papa und es ist wirklich witzig, das zu lesen. Erstens sind die Fragen „Das mache ich gerne“ und „meine Hobbies“ so ziemlich das gleiche (gut, da ist das Buch „schuld“) und zweitens bin ich mir nicht immer sicher, ob die Eltern die Fragen im Sinne ihrer Kinder beantwortet haben. Okay, „malen, tanzen und Hello Kitty“ und „Nudeln mit Tomatensoße“ ordne ich schon eher dem Nachwuchs als der Mama zu (naja, bei manchen….wer weiß ^^) aber bei der Frage nach dem allergrößten Wunsch, halte ich „Reich werden“ für zweifelhaft, was die primären Interessen des Kindes angeht…Die Auswirkungen von Mamas Geldsegen (Spielzeug, Spielzeug, Spielzeug) treffen dann schon eher den Kern. Fionas größter Wunsch ist übrigens „Urlaub am großen Wasser und ein Gummibärchen“, ich habe sie gefragt. Reichtum würde mir für Ersteres zwar auch nicht schaden, aber dafür reicht der Platz im Freundebuch nicht aus…

Am vergangenen Samstag haben wir Papas Geburtstag gefeiert, Prinzessin F. natürlich mittendrin statt nur dabei. Beliebtestes Partyspiel war der Crash-Lauf. Spielregeln:
1.) Man suche sich 2 willige (zur Not tun’s auch unwillige, wenn man nur lieb genug guckt) Mitspieler und nehme sie an jeweils eine Hand
2.) Man wähle sich ein Opfer aus, was auf einer der vorderen Bierbänke sitzt
3.) Man stelle sich in einigen Metern Entfernung auf und zähle laut bis 3
(Ein Opfer mit Bitte um Verschnaufpause: „Jetzt zähl mal bis 10“ – Fiona: „Okay. Eins, zwei, zehn!“)
4.) Man renne los, bremse kurz vor dem ausgewählten Opfer, behalte aber noch so viel Geschwindigkeit um mindestens einen kleinen Crash auszulösen
5.) Man lache laut und rufe: „Nochmal!!!“

Stargast dieses Abends war Om Nom, das kleine grüne Süßigkeiten-Monster aus dem Handystrategiespiel „Cut the Rope“ (wer das nicht kennt – ist ein Must-Have und macht süchtig!) Om Nom ist so niedlich, den möchte man gerne als Haustier haben. Mit seinen 4 großen Zähnen am Grinsemund sitzt er auf dem Bildschirm und wartet darauf, dass der Spieler mit seinem Finger das Seil (rope) durchschneidet (cut), damit er an den daran befestigten Bonbon kommt. Auf dem Weg dahin sollte man möglichst noch mit dem fallenden Bonbon alle 3 Sterne einsammeln. Dauert Om Nom die ganze Sache zu lange, zeigt er mehrmals ungeduldig mit seiner kleinen Monsterhand auf den geöffneten Mund. Fällt die Süßigkeit daneben statt in seinen Mund, kriegt er große Augen wie der gestiefelte Kater aus Shrek, schiebt die Unterlippe vor und zieht die Mundwinkel nach unten wie Angela Merkel, um seine Traurigkeit zu demonstrieren.
Nicht nur ich stehe auf Om Nom, sondern seit einiger Zeit auch Fiona, die dieses Spiel auf meinem alten/ihrem iPhone gefunden hat. Ich dachte, ich gucke nicht richtig, als ich sah, wie sie mit ihrem kleinen Nono-Finger die Seile durchschnitt und herzhaft lachte, wenn Om Nom nach erfolgreicher „Challenge“ auf dem Bonbon kaute. Also nahm ich all meinen Nähmaschinen-Mut zusammen, erstellte einen Screenshot von Om Nom, zeichnete auf dieser Grundlage ein Schnittmuster und stellte danach fest, dass in meinem bescheidenen Nähanfängersortiment zwar grünes Garn, aber kein grüner Stoff vorkommt… Ich bestellte weichen, grüngepunkteten Nicki-Stoff, wartete sehnsüchtig auf die Post und begann zu nähen. Herausgekommen ist tatsächlich ein ganz ansehnlicher Om Nom, der nach einigen Schwierigkeiten (Schnur mit Bonbon auf der falschen Seite angenäht…wäre innen gewesen nach dem Wenden ^^ immer dieser Mist mit dem logischen Denken!) von Mamas Schreibtisch in die Arme seiner rechtmäßigen Besitzerin umziehen konnte. Diese konnte ihr Glück kaum in Worte fassen: „Mama! Ein Om Nom! Ist der für Nono? Hast du den für mich geknäht? (sie denkt nach wie vor, ich mache sowas mit ihrer Knet-Eismaschine. Das Verb ist demzufolge eine Mischung aus kneten und nähen) Der ist aber weich! *reibt Om Nom an der Wange* Danke, danke Mama! Du bist aber lieb!“

Um das Wochenende, was immer viel zu schnell vorbei ist, gefühlsmäßig ein bisschen zu verlängern, habe ich am Vormittag auf dem Sofa bei der Sendung mit der Maus beschlossen, meine Familie nachmittags in’s SeaLife einzuladen. Sehr zur Freude des Kindes ging’s mit der U-Bahn in die Berliner Mitte und dann in besagtes großes Aquarium. Gut, die 2€ extra für’s VIP-Ticket (ohne Anstellen) hätten wir uns klemmen können, denn die Schlange der Wartenden bestand aus ca. 8 Personen. Aber ich gehe da immer lieber auf Nummer Sicher, denn wer Kind(er) hat, der weiß, an was man alles denken muss, wenn man aus dem Haus geht: Kuscheltier, Trinken, Kekse, Buch für die Fahrt, Windeln, Feuchttücher, Mütze, Schal, etc. Ist man als Paar unterwegs und trifft z.B. an einem schönen Tag unerwartet auf eine längere Schlange vor dem Fernsehturm, ist man flexibel und kann stattdessen einen Kaffee trinken gehen und den Fernsehturmbesuch auf einen anderen Tag verschieben. Mit Kind ist das unmöglich. Gesagt ist gesagt: Nono geht in ein großes Aquarium! Lange Wartschlangen mit sekündlich quengeliger werdendem Kleinkind – womöglich in strömendem Regen – belasten Elternnerven bis nahe an die Zerreißgrenze. Andererseits zählt Absagen oder Verschieben zu den 70 Todsünden mit Kind. Noch zur Jugendweihe kriegst du dann wahrscheinlich auf’s Brot geschmiert, dass du damals nicht die 2 Stunden im Regen in Kauf genommen hast, wo du doch wusstest, wie sehr sich dein Kind auf Krabbe, Oktopus & Co. gefreut hat. Also besser ein VIP-Ticket und mal 2 Euro aus dem Fenster geschmissen als Diskussionen zur Jugendweihe ^^
Ob der Eintrittspreis für einen normalen Erwachsenen ohne Hartz Sieben, Schwerbehindertenausweis, Uni-Stempel oder Gruppenrabatt gerechtfertigt ist, darüber lässt sich streiten. Ein schönes Erlebnis war es auf jeden Fall! In einem kleinen Becken durfte man Seeigel, Seesterne und Seeanemonen sogar anfassen! Seeigel sind zwar nicht gerade kuschlig weich, aber sie pieken den Finger auch nicht direkt blutig, wenn man sie berührt. Harte, glatte Stacheln, auf die man besser nicht treten sollte… Seesterne fühlen sich so rauh an wie Katzenzunge und Seeanemonen sind so glitschig-wabblig wie Götterspeise mit Fangarmen. Nona quietschte vor Freude und wollte gar nicht mehr weg vom Anfass-Becken. Von kleinen Haien über Tintenfische bis Quallen und lachende Rochen („Guck mal, ein Knochen!“) haben wir alles gesehen und bestaunt. Wusstet ihr, dass Fionas Lieblingsfische, also Steinbutts (Steinbutte?! Steinbutten?!) und Schollen, nach der Geburt wie andere Fische aussehen und erst später platt werden? Während sie flach werden, wandert das „untere“ Auge zu dem anderen auf die Oberseite und von da an schwimmen sie platt weiter. Coole Sache, wieder was gelernt! An einem Kuschelsteinbutt und einem blauen Glibber-Professor-Inkling (so heißt der Tintenfisch bei den Oktonauten, ihrer Lieblingssendung…“Ink“ von engl. Tinte) konnten wir im SeaLife-Shop einfach nicht vorbeigehen. Bald kann Nona zu Hause ihr eigenes Kuscheltieraquarium aufmachen und Eintritt nehmen. Aus dem Tropical Islands hatten wir Ende Dezember ja „Bruce“, einen weichen Hai, mitgenommen (nachzulesen hier) und bei ihren 10 Wasserspritztieren ist von Orca bis Seepferdchen alles dabei, was das Aquarianer-Herz begeistert!
Der Eintritt zum Aqua-Dom ist bei den SeaLife-Karten gleich mit dabei, er befindet sich im Gebäude gegenüber, dem Radisson SAS Hotel: ein gläserner Fahrstuhl, der durch ein 25m hohes, zylinderförmiges Aquarium mit über 2.500 Fischen fährt (Bild: unterste Reihe, 2.v.l.)! Im Schneckentempo fuhr der 40-Mann-Lift an der Artenvielfalt aus dem Roten Meer vorbei und mehr als ein Mal schwamm eine Dorie aus „Findet Nemo“ direkt vor unserer Nase. Den Fischen muss sich ja auch einige hundert Male täglich ein witziges Bild bieten: plattgedrückte Menschennasen an dicken Scheiben, die langsam und staunend hoch und runter fahren ^^

Ich habe es doch tatsächlich geschafft, meinen Handyakku von anfänglichen 60% Leistung auf den roten Bereich (<20) zu schrumpfen, und das, obwohl man nicht mal mit Blitz fotografieren durfte. Ein Tier muss ich euch noch auf einem Extra-Bild zeigen, leider rein anatomisch schon schlecht zu erkennen und dann noch die ungünstigen Lichtverhältnisse dazu, aber das muss man einfach gesehen haben, das fetzt im wahrsten Sinne des Wortes! Darf ich vorstellen: der Fetzenfisch!
Er gehört zu den Seenadelartigen, sieht aber eher aus wie eine ausgerissene Pflanze. Selten eine bessere Tarnung gesehen!

Blogparade #6

Als Erstes möchte ich mich bei euch für die vielen, lieben Kommentare zum letzten Blogparaden-Post bedanken. Über so viel positives Feedback freut sich das Blogger-Herz und die gesamte Klopapierfamilie!
In dieser Woche lautet das Motto „Auf Schritt und Tritt“. Es geht um…. *trommelwirbel* …Schuhe und um die vielen ersten Male im Leben eines Kindes und den damit verbundenen Mama- und Papastolz. Sponsoren dieser Woche sind hier, da und dort verlinkt.

Zum Thema Schuhe kann ich nicht soo viel sagen. Bei uns vor der Haustür stehen zwar sagenhafte – Moment, ich geh zählen – 16 Paar Schuhe (in Worten: sechzehn!!), davon gehen aber nur 4 Paar auf meine Kappe und 2 auf Fionas, der Rest gehört dem Papa. Nono bunkert in ihrem Zimmer noch Schuhe, davon sind die meisten aber mittlerweile zu klein. In Sachen Schuhe sind wir also wie ihr seht keine typische Klischee-Familie. Ich besitze weder teure Schuhe noch ist es mein größter Herzenswunsch, ein Mal im Leben Manolo Blahniks zu tragen. Bevor Sex and the City (noch nie gesehen, ehrlich!) und eben diese Schuhe in aller Munde waren, hätte ich wahrscheinlich vermutet, dass es sich bei o.g. Marke um ein medizinisches Fachwort handelt, wer weiß. Diese Nicht-Begeisterungsfähigkeit für Schuhe lässt sich auf meine unmögliche Größe zurückführen. Schon als Teenie trug ich nicht die hypermegasuperangesagten Plateaus wie alle anderen, sondern kam mit unspektakulären, aber dafür passenden Turnschuhen zur Schule. Bei einer Körpergröße von gerade mal 1,68m sind mir Füße in Größe 42 ein Rätsel. Dass es nicht immer leicht ist und vor allem nicht immer Spaß macht, Schuhe zu kaufen, brauche ich wohl nicht extra erwähnen. Meine 4 Paar vor der Tür sind Stiefel, Winterschuhe in schwarz mit Fell, Herbstschuhe in braun ohne Fell und schwarze, jahreszeitenübergeordnete Alltagsschuhe mit kleinem Absatz. Im Schuhschrank finden sich noch ein paar Badelatschen, Hauslatschen und die guten Konzertschuhe. Das war’s im Großen und Ganzen. Ich erinnere mich noch daran, dass meine Mama mich als Jugendliche oft genug in einen Schuhladen schleifte mit der Aufforderung: „Komm, wir gehen Schuhe für dich kaufen.“ Meine Antwort lautete mehr als ein Mal: „Nee, warum? Ich hab‘ doch welche…“ Pragmatisch, praktisch, gut ^^
Den großen Fuß hat Prinzessin Fiona wohl von uns geerbt. Die ersten Babyschühchen, die ich vor der Geburt gekauft hatte, um sie ihr bei den Wagenausfahrten im Herbst/Winter anzuziehen, sind noch heute nagelneu und unbenutzt, denn – ihr werdet es nicht glauben – sie waren schon direkt nach der Geburt zu klein…
Die ersten richtigen Schuhe habe ich aufgehoben, sie hat sie im Winter ihres ersten Geburtstages getragen: rotes Leder, innen Fell und außen Klett. Es gibt fast nichts Anstrengenderes als Schnürsenkel an Kinderschuhen! Sollte man beim Kleinkind wenn möglich vermeiden. Es spart Zeit und Nerven. Heute kaufe ich hauptsächlich Elefanten-Schuhe. Die haben eine gute Qualität, sind ziemlich robust und Fiona steht auf den kleinen roten Rüsseltier-Anhänger…
Kennt ihr die schöne Tradition, die ersten richtigen Kinderschuhe an den Rückspiegel des Autos zu hängen? Wenn ich das täte, könnte ich nicht mehr aus der Scheibe gucken, weil die Schuhe so groß sind 🙂 Nein, Spaß, aber sie sind definitiv zu groß, um als süße kleine Babyschuhe durchzugehen. Nevermind. Die anderen Kinder in der Kita trugen um den ersten Geburtstag rum etwa Größe 17-18. Fionas Treter waren 21. Im letzten halben Jahr haben ihre Füße einen ziemlichen Sprung gemacht – im übertragenen Sinne – und jetzt sind wir bei 25/26 angekommen. Wenn das so weitergeht, wird das jugendliche Turnschuh-Schicksal wohl ein zweites Mal zuschlagen 😉 Aber wer weiß, was bis dahin modern ist. Vielleicht gibt’s dann schon Schuhe mit Motor, damit man nicht mehr selber laufen muss. Who knows. Rollen und Blinker am Schuh gibt es ja jetzt schon. Die ca. 8 – 12-jährigen „Rollschuh“-Fahrer erschrecken mich jedes Mal zu Tode, wenn sie im Einkaufscenter Millimeter neben mir oder Fiona vorbeischlittern und man vom Luftzug überrascht wird, den sie hinter sich her ziehen…
Nun zu den berühmten ersten Malen:
besonders im ersten Lebensjahr des Kindes gibt es unzählige erste Male, die einem die Tränen in die Augen treiben; vor Stolz, vor Freude, vor Rührung, vor Liebe. Bevor ich Mama geworden bin, konnte ich mir nicht vorstellen, dass man so viel für einen Menschen empfinden kann. Ich möchte da gar nicht ein spezielles Gefühl nennen, sondern es ist eher die Vielfalt, die ganze Bandbreite an Emotionen, die der kleine Mensch aus dem eigenen Fleisch und Blut bei Mama und Papa (und bei Oma, Opa, Uroma, Tante, Onkel, Cousine, ….) hervorrufen kann. Das eigene „Baby“ – was es zeitlebens bleiben wird – ist zu viel Glück auf einem Haufen, das kann der Kopf gar nicht richtig begreifen. Es riecht nach Erdbeersahnebonbons (Fionas Babygeruch werde ich nie vergessen….mmmmhhhhh) und man findet alles schön, was es macht, das ist eben das eigene Rudel. Und wenn der „Welpe“ nur auf dem Rücken liegt und Spuckebläschen macht. Hach, ist doch toll, dass sie das schon kann! ^^ Ja, kinderlose Paare erleben wohl eine ziemliche Muttifizierung bei einem befreundeten Paar, was frisch Eltern geworden ist. Es ist mit dem gewissen Abstand auch sicher schwer nachzuvollziehen, wenn Eltern fast vor Stolz platzen, wenn der Nachwuchs die Windel gefüllt hat. Ist doch sowas Selbstverständliches! Klar, aber wenn man als Mama 4 Tage und 5 Nächte Kilometergeld hätte kassieren können, weil man das Baby wegen verhinderten Darmwinden durch die Wohnung getragen und das Mini-Bäuchlein im Uhrzeigersinn massiert hat, sieht man die Welt ein bisschen anders. Und außerdem ist das Stoffwechselendprodukt des Neugeborenen durch die berühmte rosa Brille betrachtet eben auch nicht wirklich braun… rein metaphorisch gesehen.
Jetzt aber mal konkret zu den ersten Malen mit großen Gefühlen in unserem gemeinsamen Leben:
Das erste……ULTRASCHALLBILD war für mich wie ein kleines Wunder. Kaum was zu sehen – hätte auch Staub auf dem Monitor sein können, war’s aber nicht.
Denn Staub pocht nicht ❤
(für Ungeübte: das rot Umrandete am unteren Ende der schwarzen Blase ist das, was nach 38 Wochen 50cm groß war…)
Die ersten……BABYSACHEN wollte ich eigentlich erst kurz vor der Geburt kaufen, wenn das Bauchkind „greifbarer“ geworden ist und ich im Babyladen nicht mehr mit aller Kraft den Bauch rausstrecken muss, damit die Leute sehen, dass ich auch wirklich schwanger bin. Besonders in den gefürchteten ersten 3 Monaten hält man sich ja noch sehr zurück, was das Babyshopping angeht. Aber das mit der Greifbarkeit ging dann irgendwie doch schneller als gedacht und so kamen schon ganz bald nach den 12 kritischen Wochen zu Beginn der Schwangerschaft die ersten süßen Sachen in’s Haus (Bauchrausstrecken konnte ich mir übrigens sparen, habe online eingekauft ^^). Einiges waren auch weitergegebene Shirts und Hosen meiner Nichten (sind heute 13 und fast 16 Jahre alt!), aber den iPood-Body, den felligen Bären-Overall (mit Ohren!) und ein Lätzchen mit „Spit happens!“ drauf (leider nicht auf dem Bild), konnte ich mir einfach nicht verkneifen.
Das erste……LACHEN ist eher zufällig im Milchkoma entstanden. Es war noch kein bewusstes Lächeln, sondern eher ein tiefenentspanntes, sattes, zufriedenes Babygrinsen, aber ein toller Mama-Moment, den ich zufällig mit der Kamera festgehalten habe. Das erste richtige Lächeln folgte mit etwa 6 Wochen. Und, mal ehrlich Leute, gibt es etwas Schöneres als das eigene Kind lachen zu hören…?
„Lass die Engel bei uns wachen, dass wir wie die Kinder lachen.
Dass wir wie die Kinder weinen, lass uns alles sein, nichts scheinen.“
(J.v.Eichendorff)
Den ersten……ZAHN konnte man mit einem bisschen guten Willen im März 2010, also mit 5 Monaten, durchblitzen sehen. Ab dann ging es steil bergauf und die Zähne gaben sich sozusagen die Klinke in die Hand. Bernsteinkette, Veilchenwurzel, Dentinox und Osanit hatten wir alles. Ob es geholfen hat? Man weiß es nicht. Manchmal glaube ich, mit dem Zahnen ist es wie mit einem ordentlichen Schnupfen: mit Medikamenten dauert er 2 Wochen und ohne 14 Tage. Fakt ist, raus müssen sie irgendwann und auch die rotbäckigste, quengelige Zahn-Fieber-Nacht geht mal vorbei. Und dann, mit ca. 2-einhalb Jahren, grinst einen ein vollständiges Milchzahngebiss an, was mühelos alles von zähem Fleisch bis harten Kaubonbons zerkleinern kann ^^ Das tägliche Zähneputzen ist auch trotz pinkfarbener Miezekatzen-Zahnbürste und Prinzessinnen-Glitzer-Zahncreme manchmal mit sehr viel Überzeugungsarbeit verbunden. Totschlagargument sind die Zahnmonster Karius und Baktus, die sich in den hintersten Ecken verstecken und nur darauf warten, die Zähne kaputt zu fressen. Passend zum Thema habe ich einen Liedtext auf die Melodie von „Bruder Jakob“ geschrieben, den sie perfekt vortragen kann. Die 3. und damit letzte Strophe geht so: „Zähne putzen, Zähne putzen, das muss sein! Das muss sein! Karius und Baktus, Karius und Baktus: ich sag Nein!, ich sag Nein!“ Ich wünschte, Fiona würde sich abends vor’m Schlafengehen am Waschbecken öfter mal daran erinnern, wie energisch und überzeugend sich ihr kleiner Zeigefinger beim „Nein“ zu Karius und Baktus hin und her bewegt…
(Letztens sagte sie: „Ich hab Aua am Po! Da sind Karius und Baktus!“ ….haha, wohl eher Kacktus ^^)
Den ersten……BREI gab es mit 4 Monaten. Pastinake, Zucchini und andere Experimente kamen bei der Kurzen nicht sonderlich gut an, deswegen beließen wir es bei Möhrenpampe. War oft mehr Schweinerei als Nahrungszufuhr, besonders weil Babys über die besondere Fähigkeit verfügen, den Inhalt eines gesamten Glases irgendwo in den hintersten Backentaschen zu bunkern und in einem passenden Moment alles – wirklich alles – mit einer geschickten Zungendrehung wieder hinaus zu befördern. Tadaa…und dann stiegen sie alle wieder aus ^^

Der erste……URLAUB war im April 2010 und führte uns in das schöne Land am Nil: Ägypten. Sie passte mit 6 Monaten gerade noch so in das Flugzeug-Babykörbchen, das man vom Bordpersonal bekommt und an der Wand vor der ersten Sitzreihe einhängen kann. Mittlerweile war sie schon 3 Mal am Roten Meer und sowohl Kellner als auch Zimmerpersonal im Hotel begrüßen sie mit Namen 😉 Zum ersten Mal im Leben den feinen Sand zwischen den Zehen und die Wellen an den kleinen Füßchen spüren – das gehört zweifelsfrei in die Liste der großen ersten Male…

Das erste……WORT folgte unmittelbar auf den ersten Urlaub und klang in Etwa so: „mababamabamabababama“. Einig sind wir uns dabei, dass besagtes erstes Wort ihr Personal, also uns, beim Namen nennt. Ob es nun eher Mama oder doch Papa gewesen ist, weiß man nicht so genau. Diese Streitfrage ließ sich nie abschließend klären, deswegen beließen wir es bei Maba und stellten rückblickend fest, dass die phonetische Bildung dessen auch einfach beim stimmhaften Mund-auf-und-zu-machen passiert sein könnte…

Der erste……KITATAG war kurz nach ihrem Geburtstag, Ende Oktober 2010. Das erste Mal mein Baby in fremden Händen war wohl eher für mich ein großes erstes Mal. Fiona dagegen war schon nach ca. 3 Wochen stundenweiser Eingewöhnung überzeugt davon, dass Kita was Cooles ist, während Mama noch vor der Tür stand und sehnsuchtsvoll und ungläubig staunend durch’s Schlüsselloch guckte. Die Kinder (nicht altersgemischt, d.h., alle etwa gleichalt) gucken sich viel von den anderen ab und so lernte sie im Kindergarten z.B. das einigermaßen unfallfreie Essen mit Besteck und ich hoffe, auch bald das windelfreie Dasein. Die laufende Nase ist ein Dauergast bei uns, seitdem sie in den Kindergarten geht und auch sonst kriechen aus der Brotbüchse nicht nur Vesper-Essensreste, sondern von Zeit zu Zeit wohl auch diverse Virchen und Bakterinchen. Naja, spit happens! Es heißt, ab 3 nimmt das rapide ab. We’ll see.

Der erste……GEBURTSTAG war ein einschneidendes Erlebnis, bei dem eine salzige Mama-Träne auf dem Kuchen landete, während selbige mit Lebensmittelstiften FIONA und eine große 1 auf das Backwerk pinselte. Obwohl in diesem einen Jahr so viel passiert ist, kommt es einem plötzlich so vor, als wäre die Geburt erst gestern gewesen und man kann es gar nicht fassen, dass das eigene „Baby“ auf ein Mal Kuchen isst, Kerzen auspustet, Geschenke aufreißt und einen witzigen Hut mit einer „1“ drauf auf dem Kopf trägt…

Die erste……LIEBE, diesen Stempel trägt „Liemhasi“ – der liebe Hasi – im übertragenen Sinne auf der Stirn. Er geht mit ihr durch dick und dünn, durch dreckig und sauber, durch Tag und Nacht, durch Sand und Mee(h)r. Ich wurde schon oft, hauptsächlich von Nicht-Eltern, gefragt, ob ich Hasi nicht mal waschen will und den verblüfften Gesichtsausdruck auf die Antwort „nein“ müsste man eigentlich mal bildlich festhalten. Mal davon abgesehen, dass Fiona mittlerweile weiß, dass Hasi und Wasser nicht die besten Freunde sind (nachdem er Ohren und Füße mal in die Badewanne gehalten hat und hinterher geföhnt werden musste…), wäre er nach dem Waschen nicht mehr der „Alte“. Auf der Seite Elterngeheimnisse gibt es Tipps und Tricks von und für Eltern, unter anderem auch den, das liebste Kuscheltier eben nicht zu waschen, auch wenn es verfilztes Fell und stumpfe Augen hat. Denn „es speichert in seinem Geruch eine Mischung aus Tränen, Mamas Parfüm, Milchsäure, Papas Rasierschaum, etc. und alle Nächte, die es gemeinsam mit seinem kindlichen Besitzer durchgestanden hat. Dieser Geruch ist ein Schild, ein Trost, ein Schutzwall gegen die Welt. Eine Wäsche ersetzt diesen vertrauten Geruch durch generischen Waschpulverduft und nimmt dem Tier die Seele. Genauso gut könnten sie ihm auch den Kopf abreißen.“
Hätte damals (oder auch heute noch!) jemand mein liebstes Kuscheltier gewaschen, ich wäre ohne Rücksicht auf Verluste hinterher gesprungen in die Wäschetrommel…
Hier nun also die erste Liebe, der Liemhasi: links das Original und rechts in Neu

Helau!

Während in den Karnevalshochburgen die Welt Kopf steht, schulfrei ist, das Rathaus gestürmt und die bunte 5. Jahreszeit zelebriert wird, fällt in Berlin Schnee und die Leute gehen zur Arbeit, als wär nix. Ist ja auch nix hier.

Bestimmt haben sich in der Berliner Innenstadt ein paar zugezogene Kölner und anderes Fasnachtsvolk zusammengeschlossen und werfen ein paar Bonbons, aber wenn es im Kindergarten nicht angekündigt wäre – man würde es nicht merken. Mit dem (selbstverständlichen) Glauben, dass Fasching ein Fest ist, bei dem sich Kinder (und nur die!) in Schule und Kita ein lustiges Kostüm anziehen und im Fernsehen seltsame Sendungen kommen, bei denen die Leute lachen, bin ich in meiner Zeit im Süden des Landes ganz schön auf die bunte Nase gefallen. Da steht die Welt still an diesen Tagen! Mensch und Tier sind schon Wochen vorher im Fasnachtswahn, bereiten sich akribisch auf Veranstaltungen und Umzüge vor und bringen ihr Kostüm (das gleiche wie letztes Jahr, na sowas!) wieder auf Hochglanz für die neue Saison. Das Kostüm heißt auch nicht einfach Kostüm. Kostüme sind wirklich was für Kinder. Die Erwachsenenverkleidung nennt man „Hääs“. Selbiges wird wie gesagt nicht jedes Jahr willkürlich ausgewählt, sondern entsteht aus einer langen Tradition, in der sich bestimmte Cliquen oder Zünfte zusammengeschlossen und ihr Hääs als Erkennungsmerkmal etabliert haben. Anzug und Maske kosten einige Hundert Euro. Ich glaube ja, nur deshalb fängt der Karneval schon am 11.11. an. Muss ja genügend Zeit sein, um den teuren Fummel oft genug auszuführen, bis er im Schrank zusammen mit den Motten auf den nächsten November wartet 🙂 Meine Familie zählt – geschichtlich und ortsbedingt – nicht zu den Karnevalisten. Verkleiden finden sie doof und als ich mal an Silvester eine Märchenwald-Mottoparty in’s Leben gerufen habe, ließen sie sich zwar widerwillig schminken, sind dann aber um 22 Uhr mit André Rieu auf die Couch verschwunden ^^
Ja, und als ich dann in meiner Studienzeit mitten im Fasnachtsgebiet gelandet bin, saß ich plötzlich selber mit Teufelsumhang und Hörnern am Schlagzeug auf einer dieser lustigen Veranstaltungen, bei denen die Leute lachen und die ich bis dato nur aus dem Fernsehen kannte. Dialektbedingt brauchte ich etwa 3 Jahre, bis aus dem verlegenen Anstandsgrinsen ein lautes Lachen über die Witze der Rhiischnooge (der Schnaken vom Rhein) geworden ist, denn erst dann habe ich wirklich alles verstanden, was auf der Bühne gesagt wurde…

Prinzessin Fiona ist standesgemäß und wie es sich gehört heute morgen in dem von ihr schon lange angekündigten „rosa Kleid“ in den Kindergarten gegangen. Perfektioniert wurde die „Prepessin“ mit Krönchen und Zauberstab, Glitzerschuhen und Schminke. Ich freue mich schon auf das Gruppenbild aus der Kita. Erstens, weil aus den fast noch Krabbelkindern vom letzten Jahr („Mama“, „Babba“, „Ball“) richtige, echte Kinder geworden sind (die singen, spielen, klettern, bauen, hauen und sich gegenseitig die Schuld in die Schühchen schieben: „Linus war das!“) und zweitens, weil ich gespannt bin, wie viele Bienen diesmal rumschwirren. Letztes Jahr waren es 4 und nein, Madame war keine davon. Eine Mama hat sich wirklich Mühe bei dem gelb-schwarzen Summ gegegeben und einen Hummelkörper aus Pappmaché gebastelt. Wirklich süß, die runde Murmel, aber wie hat das Kind gesessen…? Man weiß es nicht, jedenfalls existiert ein Foto, auf dem besagte Papphummel mit meinem Käferkind tanzt. Herzallerliebst ❤

Ich selbst habe mich zur Feier des Tages mit einem harmlosen Ornament auf der einen Gesichtshälfte geschmückt und hoffe sehr, dass meine Schüler auch ein bisschen faschingslike gekleidet/bemalt sind, sonst wird das peinlich. Habe mich kurzerhand doch gegen den Vampir entschieden. Es sind z.T. Erstklässler. Nachher rennen die schreiend weg ^^

Gestern hat sich Madame gewünscht, mal wieder Bus und Bahn zu fahren. Andere, die das jeden Morgen haben, würden sich mal ein Auto für einen Tag wünschen. Anders die Prinzessin. Auto ist langweilig. In Bus und Bahn passiert wenigstens was. Also hat sich Mama gestern mit dem schlanken Gelben auf in Richtung Kita gemacht, sehr zur Freude des Kindes. Die 200m bis zur Haltestelle waren zwar mit größeren Arm-Arm-Diskussionen verbunden, aber als wir es dann endlich geschafft hatten, war sie nicht mehr zu bremsen.
„Sasa, Nono ist S-traßenbahn, U-Bahn und Bus gefahren!“
– „Echt? War das schön?“
„Ja, natürlich!“
In der U-Bahn hat sie jedesmal nach der Stationsansage gefragt, was die Frau gesagt hat und wenn die Bahn angehalten hat und wir sitzen geblieben sind, meinte sie fröhlich: „Wir fahr’n noch eine Runde!“
Im Bus, kurz vor’m Ziel, spielte sie Tourist-Guide und erklärte den anderen Mitreisenden lautstark, dass hier der Italiener ist und dort das Einkaufen ^^

Gestern ist auch unsere Klotreppe angekommen, es ist so süß, wenn sie das sagt 🙂
Eine Mama aus Fionas Gruppe hat gemeint, dass ihre Tochter damit vom einen auf den anderen Tag trocken geworden ist, weil sie selber raufklettern kann. Außerdem kriegen Kinder Verstopfung, wenn sie beim K***** nicht mit den Füßen auf den Boden kommen.
Nono hat gestern Abend beim Ausprobieren und in Betrieb nehmen der Treppe ein Verfahren entwickelt, ihren Blaseninhalt zu portionieren, damit der Spaß des Raufkletterns länger währt. Das sieht so aus: klettern, klettern, klettern, feststellen, dass man falschrum auf der Treppe steht, rückwärts klettern, umdrehen, Fuß hoch, festhalten, doch wieder runter klettern, umdrehen, wieder rauf klettern, in einem waghalsigen Manöver eine ein-Fuß-Drehung auf der Treppe ausführen, festhalten, Po platzieren, tropf tropf tropf, „Nono is ssson fertig!“, runterklettern, abwischen, Toilettenpapier in’s Loch schmeißen, spülen, hinterhergucken, „Nochmal pullern?“ und das Ganze von vorn. Wozu haben wir eine Truhe voll Spielzeug im Zimmer? Die Treppe hätt’s völlig getan.
Einen kleinen Frühlingsboten (aus bemaltem Fruchtzwergbecher, Ü-Ei, Zahnstochern, Papier und Pompoms) haben wir auch schon gebastelt, weil es draußen langsam in den Plus-Grade-Bereich rutschte und die Straßen schon seit Tagen pupstrocken waren. Als Antwort auf unser Bienchen hat es heute früh angefangen zu schneien, als wäre es morgen verboten. Tja, liebe Summse, das dauert wohl noch ein bisschen….

Blogparade #0.2

Ja, ihr habt richtig gelesen, statt Aufgabe 6 folgt in dieser Woche Aufgabe 0.2. Als ich von der Blogparade noch keinen blassen Schimmer hatte, haben die meisten Teilnehmer schon einen Ankündigungsartikel geschrieben (Aufgabe 0.1) um die Werbetrommel zu rühren. In dieser Woche haben die, die das nicht getan haben, nun auch die Chance, Aufgabe 0 nachzuholen.
Einen Sponsor gibt es ebenfalls wieder, er ist hier verlinkt. Ich erkläre euch die Aufgabe, in dem ich sie beantworte 🙂

Basteln, das war heut‘ das Ziel,
Material haben wir viel.
Mama Müller, links im Bild,
mit den Locken ziemlich wild,
wollt‘ nie schneiden oder kleben,
doch mit Kind, so ist das eben,
backt sie Plätzchen und sie näht,
seht mal an, was alles geht…
Papa Müller, rechts zu seh’n,
will gern hinter’s Schlagzeug geh’n.
Er spielt Saiten, Tasten, Fell,
selten langsam, öfter schnell.
Fährt VW und trinkt gern Wein,
kommt aus Neuenburg am Rhein.
Lehrer sind sie alle beide,
und tun keinem was zu Leide.
Musiker, weil es gefällt,
schönstes Hobby dieser Welt!
Dann, im Jahr Zweitausendneun,
gab es wirklich Grund zum Freu’n:
rosa Baby, zart und klein,
alles dran, ob Arm ob Bein.
Lächelte, vergaß den Schmerz,
schenkte ihr mein Mama-Herz.
Seitdem muss ich damit leben,
– kann es etwas Schön’res geben? –
dass mein Herz nun, wie ihr wisst,
außerhalb des Körpers ist.
Wie man ahnt, seit dieser Zeit,
gibt’s Fiona nur zu zweit.
„Liem Hasi“, der muss mit,
stets bei ihr, auf Schritt und Tritt.
Hasi hat viel durchgemacht,
kuscheln, trösten, nachts bewacht.
Die „vier“ Müllers, das sind wir,
allesamt aus Klopapier ^^

Es sollte also, wie ihr seht, die eigene Familie gebastelt oder ein Gedicht über sie geschrieben werden. Ich habe kurzerhand die Aufgaben miteinander verbunden; wenn’s läuft, dann läuft’s 🙂 Aus etwas Tonpapier, Klopapierrollen und Filz sind ziemlich originalgetreue Müllers entstanden, die ich bei typischen Tätigkeiten im Alltag abgelichtet habe:

Im letzten Post habe ich erwähnt, dass ich versuchen wollte, der Krankheit den ausgestreckten Mittelfinger zu zeigen. Das hat leider nicht funktioniert, bzw. hat es doch funktioniert, aber andersrum: Bakterien und Viren streckten mir die Zunge raus und zwangen mich, gestern über 2 Stunden im Wartezimmer einer Arztpraxis zu verbringen, mit dem Ergebnis, dass es heute noch nicht gut, aber schon etwas besser ist. Mein gefühlt 2m breiter Kopf ist auf 1m geschrumpft und den grünen Tieren, die da wohnen, wird mit Antibiotika und Kamillenteeinhalieren der Mietvertrag fristlos gekündigt. Hoffe auf baldige Genesung damit die oben abgebildeten Tätigkeiten wieder Spaß machen…
Ach, und wer’s noch nicht entdeckt hat – unter meinen Posts wartet ab sofort ein Facebook-I-like-Button auf euren Click, wenn’s euch gefallen hat. Merci :)

Life lately according to my iphone pictures…

Gesundes gegessen und über Loriots Nudel am Kinn gelacht („ein U“)
Urlaubs-Geburtstagsfotoalben für Sasa und Jauli gestaltet und dabei Lust auf eine Fotowand im eigenen Flur bekommen
Stullengesichter kreiert und aufgegessen
gearbeitet
Musik gemacht mit Papa
feuchtfröhliche Badefeten mit den Spritztieren gefeiert
(„Warum legst du die Tiere denn alle da hoch, Nono?“
„Die feiern eine Party!“)
 
Stifte-Pferd und Geburtstagsherz gebastelt
pinke Glitzerhausschuhe und anderes, lebenswichtiges Prinzessinenzubehör besorgt – in der Kita hat sie schon erzählt, dass sie zum Fasching ein rosanes Kleid anzieht…what else ^^
endlich eine Nähmaschine gekauft und trotz 2 linker Handarbeitshände einen zur Baby-Born-Mütze umfunktionierten Mini-Kissenbezug und einen ganz ansehnlichen (und funktionsfähigen!) Loop-Schal genäht!!! Zu viele schöne Blogs mit zu vielen schönen kreativen Näh-Ideen waren „Schuld“ 🙂
Farben geübt und die Schnecken flitzen lassen
trotz des kommerziellen Hintergrundes dieses Tages am 14.02. über einen gedeckten Frühstückstisch und Blumen gefreut

Seitdem wir aus dem Urlaub zurückgekommen sind, schwächelt die gesamte Familie gesundheitstechnisch ein bisschen. Meine melonengroßen Mandeln samt Schluckbeschwerden haben sich ohne ärztliche Hilfe in Luft aufgelöst bzw. sind die Beschwerden einfach weiter gewandert. Über’s Wochenende war der Hals innen wie wund und seit gestern sind Nasennebenhöhlen und Stirn ein einziges Rotzeasyl. Nachdem ich dann letzte Nacht trotz Heizdecke erst gefroren habe wie ein Schneider und dann mitten in der Nacht nach dem ein-Fläschchen-bitte-Mama des Kindes eine Stunde wach war und vergeblich versucht habe, wieder einzuschlafen, bemühe ich mich jetzt, mit viel Tee, Rotlichtlampe und einer Decke auf dem Sofa zu entspannen und dem hartnäckigen Infekt den ausgestreckten Mittelfinger zu zeigen…
Nono geht’s *klopf auf Holz* bis auf den obligatorischen Schnupfen gut, sie verblüfft mich momentan mit immer neuen und längeren Sätzen und Wendungen wie z.B. „Ich freu mich, dass mein Hasi wieder da ist!“ oder „Der is schön, nich wahr?“. Außerdem benutzt sie auffällig oft das Wort „unheimlich“, aber nicht in der Bedeutung von gruslig, sondern als Steigerungsform: süß, süßer, unheimlich süß.
Und unheimlich süß klingt es wirklich, wenn sich so ein kleiner Mensch beim Essen über den Bauch streichelt und beteuert: „Dis is unheimlich lecker!“ Fiona hat ja eine Vorliebe für’s Manschen. Wenn sich das auf den Strand und die Sandmodderpampe beschränken würde, wäre das schön. Ist aber nicht so. Sie manscht gerne mit flüssigen Lebensmitteln, so landet schon mal ein Rest Stulle in der Milch oder eine Scheibe Gurke im Saft. Auch Mixgetränke (Fruchttiger + Kakao, Milch + Saft) entstehen in letzter Zeit häufiger. Dabei ist sie so verflixt schnell, dass Mama erst schimpfen kann, wenn es schon längst passiert ist. Ich nenne sie dann immer „Ferkel Ferdinand“ und sage ihr, dass ich nicht möchte, dass sie Schweinerei macht, als aktives Verb schweinern. Heute morgen sah es so aus, als würde Ferdinand mit seinem Löffel wilde Rührparties in der Cornflakesschüssel feiern. Vorbeugend bat ich sie, auf Schweinerei zu verzichten. Da antwortete mein kleiner Ferdinand: „Nono nich sweinert! Ich muss umrühren, das wird Kakao!“
Die aktuelle Sprechphase ist auch wieder besonders niedlich. Es stimmt schon vieles und es erstaunt mich, wie viele Wörter sie kennt und sicher verwenden kann. Und wenn sie dann Analogien bildet und diese selbstbewusst quer über den Tisch schmettert, muss ich mir ein Lachen doch verkneifen: „Ich hab aufgegesst!“ Logisch, denn es heißt ja auch „Ich habe gespielt“ oder „Ich habe gelacht“.
Ganz groß ist sie auch im Erfinden von Phantasiewörtern. Sie reiht scheinbar beliebig Wortfetzen aneinander und freut sich dann, wenn zufällig ein neues Wort entsteht. Das posaunt sie dann stolz durch die ganze Wohnung und durch die Kita (fragende Blicke in meine Richtung – ich gucke ebenso fragend zurück). Eines dieser Wörter ist der/die/das „Flattlatt“. Ich habe in diversen Befragungen versucht, etwas über diese scheinbar seltene Spezies herauszufinden. Fiona sagt, sie selbst sei ein Flattlatt. Hasi sei auch ein Flattlatt. Mama und Papa seien ebenfalls Flattlatts. Als ich fragte, ob ihre Kuschelkitty auch ein Flattlatt sei, brach sie in schallendes Gelächter aus und antwortete dann mit „nein“. Hm.
„Enzoättädätt“ ist auch so ein Wort, aber eher die Bezeichnung einer Tätigkeit. Wenn sie Enzoättädätt macht, dreht sie sich im Kreis, bis sie sich mit Drehwurm in einer Art Sitzhocke dem Fußboden nähert. Das Ganze ähnelt einem kleinkindlichen Breakdance und wird vielleicht in ein paar Jahren mal die Tanzschulen stürmen, wer weiß ^^
Wenn Enzoättädätt in vollem Gange ist, hilft auch kein „nicht auf den Fußboden!“. Auch nicht, wenn nassdreckige Schuhe und Hundetatzen den Winter mitreingetragen haben und dieser droht, in den nächsten Sekunden das süße rosa Kleid anzuspringen…Einen echten Breakdancer juckt das wenig.
Wissenschaftlich nachgewiesen ist ja, dass das Wörtchen „nicht“ von Kindern überhört wird und aus Mamas „Bitte nicht kleckern“ demzufolge nur die Kerninformation „KLECKERN!“ beim Nachwuchs ankommt. Aus diesem Grund sollte man seine Bitten andersrum formulieren, sprich: statt „Nicht die Tür aufmachen“ sagen „Die Tür bleibt zu“. Während ich also am Lamentieren bin, warum irgendetwas mal wieder besser nicht gemacht werden sollte, fällt mir die Nicht-Studie ein und ich versuche beim Sprechen zu Denken und mein Anliegen umzuformulieren. Manchmal klappt das gut und manchmal aber auch gar nicht. Einem auf der Couch hopsenden Kind zu erklären, dass es stehen/liegen/sitzen bleiben soll, wenn es dem Erwachsenen doch grundsätzlich egal ist, mit welcher dieser Tätigkeiten sich der Sprössling beschäftigt, halte ich für vergebene Liebesmüh. Da bleibt’s dann eben doch beim simplen „nicht hüpfen“ und der Hoffnung, dass die Schwerkraft ein besserer Lehrmeister ist und in der B-Note höchstens ein kleiner blauer Fleck beim Lernprozess rausspringt…

Kitakinder haben letzte Woche gut mitgemacht, die Geschichte mit Puppe Lucy in Amerika fasziniert sie irgendwie. Und auch die New-York-Postkarten mit Freiheitsstatue, Brooklyn Bridge und Scyscrapers erfreuen sich bei den unter-5-Jährigen großer Beliebtheit. Beim Bild der Brooklyn Bridge erklärte ich, dass Autos über diese große Brücke fahren und darunter Wasser ist. Ein Kind antwortete ganz trocken: „…und da schwimmen die Entchen!“ Ja, vermutlich.
Ein Junge war laut eigenen Angaben zwar nicht in Amerika, aber in Asien, im Skiurlaub… *Melodie von Kung Fu Fighting*
Als ich kurz Pause hatte, hörte ich, wie im Nebenraum zwei Erzieherinnen („Warst du in der Schule?“ – „lange her“ „Merkt man!“) mit ihrer Gruppe ein Ratespiel spielten. Scheinbar zeigten sie Bilder hoch und die Kinder sollten den passenden Beruf dazu nennen. Ich hörte sie brüllen: „Giraffe!!“ Und die Erzieherin: „Ja, so heißt das Tier. Aber wie heißt denn der Beruf dazu?“ Es dauerte eine Weile, bis sie das Prinzip Giraffe – Tierpfleger geschnallt hatten. Anschließend ging es um männliche Berufe und das passende weibliche Gegenstück dazu, also beispielsweise Bäcker und Bäckerin. Die Kinder haben größtenteils richtig geantwortet, stutzten aber beim Rennfahrer. Dessen Gegenstück ist ganz klar: die Rennfahrerfrau…
Apropos Kinder, vor ein paar Tagen stand beim Einkaufen vor mir eine Schwangere an der Kasse. Ich musste breit grinsen als ich sah, was sie auf das Band legte: 12x Joghurt mit der Ecke und ein Big-Pack Sandwich-Eis. Soviel zum Thema gesunde Ernährung. Sagt das mal den Bauchbewohnern! Meiner hat damals nämlich auch regelmäßig Eis bestellt, aber nicht irgendeins! McFlurry mit Daim UND Karamellsoße, drunter ging nix. Ja ja, so war das…

Eine kurze Unterrichtsstory hab ich noch für euch:
nach meinen Melodikaschülern der ersten Klasse kommen die „großen“ Viertklässler zum Akkordeonunterricht. Während ich gestern noch die Notenständer aufbaute, hörte ich, wie 3 kleine Mädels sich beim Einpacken unterhielten:
„Was ist denn das eigentlich für ein Instrument?“
„Das ist ein Okordion.“
„Nein! Das heißt Ohrkadium!“

Herrlich, ich musste es gleich aufschreiben, sonst hätte ich diese tollen Wortneuschöpfungen bis heute vermutlich vergessen. Ohrkadium klingt für mich zwar eher nach einem neuen Element im Periodensystem oder einem meteorologischen Phänomen, aber sei’s drum…