Willy und sein Traumschloss…

Die erste (ok, zugegeben, die erste halbe) Arbeitswoche ist geschafft und ich bin fix und alle 🙂 Fiona sagte Mittwoch Morgen zu einer relativ humanen Aufstehzeit (7.30 Uhr): „Nein, Mama. Nono heiert noch. Ich will noch nich wach werden!“
Aber die nächsten Ferien sind ja zum Glück schon wieder in Sicht, juhu!

Die Kita-Kinder haben natürlich alle ganz aufgeregt von ihren Weihnachtsgeschenken erzählt. Einziges Problem war nur, dass ich mitunter nicht verstanden habe, WAS sie geschenkt bekommen haben. Artikulationsbedingte, sprachliche Unschärfen waren allerdings nur in wenigen Fällen die Ursache („Kleemobil! Alles von Kleemobil!“). Die meisten Wörter habe ich noch nie zuvor gehört, ehrlich! Und ich dachte noch, ich wäre durch unsere kleine Hausherrin ganz gut vorgebildet, was „Hello Kitty“, „Bob der Baumeister“, „Meister Manny“ & Co. angeht. Tja, weit gefehlt! Viele Geschenkebezeichnungen klangen wie aus einer Phantasiesprache, so, dass ich sie nicht mal annähernd wiederholen kann. Die 3-Jährigen waren nicht so sehr redselig, was ihre Geschenke anging. Nachdem ein Mädchen einen „Kommbuda zum Rechnen“ bekommen hatte, hatten plötzlich alle Kinder dieser Gruppe spontan besagten Rechencomputer bekommen. Da war der alte Mann aber nicht gerade kreativ in der Geschenkeauswahl…Tz tz tz. Typische Jungsgeschenke wie „Feuerwehrwache“, „Polizeiauto“, „Bagger“ und „Ritterburg“ standen ganz hoch im Kurs, bei den Mädchen gleichermaßen „Barbie“, „Puppe“, „Kuscheltier“ und „Schmink – bzw Frisierkopf“. Extrem klischeehaft, aber wahr.
Lego wurde geschlechterübergreifend genannt. Daumen hoch, cool stuff!
Rätsel aufgegeben hat mir Willy mit seinem Traumschloss, den überwiegend die jungen Damen auf ihren Wunschzetteln hatten. Ich stellte ihn mir vor, den Willy, sehr wahrscheinlich stockschwul, rosa Hemd, bunt geblümte Hose (Dirk Bach in schlank?), von Beruf entweder Wedding-Planner, Friseur oder Verkäufer in einer Damen-Boutique. So saß er da in seinem Traumschloss, lud sich ab und an den smarten, aber leider heterosexuellen, Ken auf ein Tässchen Tee ein (oder eine Latte? hö hö) und hing den Rest der Zeit am Telefon mit seinen Freundinnen Barbie, Cinderella und Malibu Stacy, um sich für die nächste Beauty-Session zu verabreden. „Wer weiß, Tempora mutantur, oder so, Zeiten ändern sich“, dachte ich, bis mich eines der Vorschulkinder aufklären konnte. Willy heißt in Wahrheit „Filly“ und ist ein eitles, vermutlich glitzerausscheidendes Einhorn mit Krone. Okay, so hat sie es nicht ausgedrückt…etwas rosaner vielleicht. Und dann werden die armen Eltern noch genötigt, diverses „Zubehör“ dazuzukaufen, wie den Regenbogenturm, den Beauty Salon, das Fairy Fantasy Haus und besagtes Traumschloss. Wer dann noch nicht genug hat, wünscht sich noch das Filly-Haarschmuckset, die Filly-Bücher, das Filly Plüsch-Einhorn, den Filly-Sammelkoffer, das Filly-Riesenrad und die Filly-Bettwäsche. Na, genug? Ich will niemandem Kinder ausreden, auf keinen Fall! Aber sagt hinterher nicht, ihr wärt nicht gewarnt worden 😉
Ich glaube, ich werde heute Nacht nicht Schafe, sondern rosa Einhörner zählen, die aus dem Filly-Garten über den Filly-Zaun in mein Hello-Kitty-Bett springen. Ha, fail.

Kennt ihr zufällig das Bild, auf dem der Wunschzettel des 11-jährigen Kevins und daneben die Antwort des Weihnachtsmannes zu lesen ist? Kevin schreibt:
„Meine Wünsche:
1. THQ Wii Schmackdown
2. Dragon Ball Budokai
3. War Republic Heroes“
Der Weihnachtsmann antwortet:
„Lieber Kevin, ich habe keine Ahnung, wovon du sprichst.
Kriegst ein Buch.
Dein Weihnachtsmann“

Als ich fragte, ob denn jemand den Weihnachtsmann sogar gesehen habe, meldeten sich fast alle. Gut, kann ja wirklich sein. Manche verdonnern Opa, anderen holen sich einen willigen Studenten in Haus, der gegen ein bisschen wortwörtliches Trinkgeld nix hat, womit er den Abend dann hochprozentig in der nächsten Dorfdisco ausklingen lassen kann. Die Beschreibungen der Kids trafen auch ziemlich genau auf den Weißbärtigen zu. Als ich fragte, ob auch jemand den groooßen Schlitten mit den Geschenken gesehen habe, meldeten sich wieder fast alle und bestätigten mir sehr wichtig und mit weit aufgerissenen Augen, dass sie das Weihnachtsmanngefährt vom Fenster aus draußen gesehen haben. Nun gut. Utopisch waren dann aber die Rentierzahlen: von 3 bis 60 alles vertreten. Bei dem mit den 60 Rentieren, die er mit eigenen Augen gesehen hat („Wirklich!!“), waren sie stolze 100m groß! Warum ich dann weder Weihnachtsmann noch Rentierschlitten gesehen habe, frage ich mich dann allerdings ernsthaft. Bei einem 100m großen Rentier müsste ja allein Rudolphs Nase ausreichen, um die Haushalte von ganz Biesdorf ein halbes Jahr mit Strom zu versorgen…

Heute habe ich es doch tatsächlich genau einen Tag vor meinem 25er noch geschafft, mein erstes Möbelstück zusammenzubauen!
Weil der Teppich im Kinderzimmer zusätzlich zu den vom Hersteller vorgesehenen bunten Blumen nachträglich auch noch mit anderen farbigen Mustern verziert wurde und bastelbedingte übergelaufene Tropfen Flüssigkleber und mit Bonbonspucke befestigte Tonpapierreste nicht zur Regel werden sollen, musste ein kleiner Schreibtisch mit Stühlen her. Amazon bot mir welche für 50, 60 oder gar 70€ an, aber wo gehobelt wird, fallen Späne und wo gemalt wird, wird übergemalt. Mein liebster Onlineshop verhökert ja mittlerweile auch die Schwedenmöbel, also wurde es ein schlichter Ikeatisch namens „Lätt“ für 28€ und ein paar Zerquetschte, kann man nicht meckern!

Nach zu vernachlässigenden Startschwierigkeiten (Abbildung 3: Wie hält man die Konstruktion, wenn noch nichts mit nichts befestigt ist und man eine Schraube reindrehen will?!) lief das Ganze wie am Schnürchen und ich konnte mir Punkt 4 der oberen Abbildung sparen ^^
Fiona war ganz aufgeregt des neuen Schreibtisches wegen und setzte alle ihre Kuscheltiere nacheinander auf die süßen Stühle. Die Box mit den Stiften (Fasermaler & Buntstifte – ein grober Fehler: „Mama, aufmachen…wieder zumachen…..den aufmachen, bitte….zumachen wieder…“) wurde sofort in Beschlag genommen, so dass ich ihr nicht mal Jacke, Mütze und Schal ausziehen konnte. Ich schärfte ihr noch ein, dass nur auf dem Papier gemalt wird und nicht an der Tapete, denn an meine Tapetenmalzeit erinnere ich mich noch ganz gut. Ich hatte eine weiße ALF-Tapete mit farbigen Buchstaben und Zahlen drauf. Als ich der Meinung war, sicher im Umgang mit Beidem zu sein (letzteres übrigens bis heute nicht!), ergänzte ich Plus und Minus und machte kurzerhand falsch gelöste Rechenaufgaben aus den Zahlen und abenteuerliche Wörter aus den Buchstaben, die Sprache vom Planeten Melmac. Nun ja, Nona jedenfalls nickte verständig, aber kam kurze Zeit später an und präsentierte mir stolz ihre bunten Handinnenflächen. Selbst schuld, denn wenn wir Handabdrücke mit Acrylfarbe machen, malen wir die ja auch an… Hier nun also der neue Schreibtisch:

So, jetzt freue ich mich erstmal auf das Wochenende und die morgige Mottoparty „Ostalgie“ (weil gerade noch in der DDR geboren). Ostrock-Sampler, Halloren-Kugeln, Knusperflocken, Rotkäppchensekt, Bowle und Winkelemente (was für ein Wort!) liegen bereit, es kann los gehen. Fiona und ich tragen morgen Partnerlook, Bilder folgen…
Kurz noch das Nono-Zitate-Best-Of der vergangenen Woche:
„Ich geh heute zu REWE einkaufen. Was soll ich dir mitbringen?“
– „einen Elefant“
Starker Wind draußen, sie ist auf dem Arm, greift plötzlich in meine Haare, drückt meinen Kopf an ihren kleinen Körper und sagt:
„Mamas Kopf soll nich wegfliegen!“
Sie: „Ich fahr zu die Sasa.“
Ich: „Ich fahr zu DER Sasa.“
Sie: „Ja, ich auch.“
Auf der Straße liegt eine breitgefahrene McDonalds-Tüte.
Nona: „Guck mal, da steht Pommes drauf“
„Mama hat bald Geburtstag.“
– „Nein, Nona hat Bokatz!“
„Nono hat nich Bokatz. Mama hat Bokatz.“
– „Ja, Mama hat Bokatz. Nono kriegt Scheschenke.“
„Ich komm auch zu deinem Bokatz, Mama“
„Das ist aber schön. Was sollen wir denn da spielen, mein Schatz?“
– „eine Paaaty!“
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"Ist so schön, wenn alles brennt…"

Juhu, heute hat die Schule wieder angefangen…. aber allem voran erstmal ein GLÜCKLICHES NEUES JAHR all meinen Lesern!
Da wir alle nicht so die Partylöwen sind, gab es dieses Jahr – letztes Jahr – eine tolle, entspannte Silvesterparty im kleinen Kreis, bei der wir trotz guter Vorsätze wieder nicht geschafft haben, Activity ab 18 zu spielen ^^
Es wurde herzlich gelacht über Freddy Frinton in seiner Paraderolle als „James“ an Miss Sophies 90.Geburtstag und es wurden fleißig bunte Raclettepfännchen gefüllt. „Dinner for One“ gehört zu Silvester so dazu, wie der Tannenbaum zu Weihnachten. Wenn man’s nicht hat, fehlt was! Das letzte Silvester haben wir ja in Ägypten verbracht. 30°C im Schatten, Meeresrauschen, ein gigantisches Silvesterdinner und barfuß im Sand laufen zum Jahreswechsel war auch wirklich schön, aber so ganz ohne Miss Sophie und Feuerwerk ist auch nix. Feuer fasziniert die Menschen ja seit je her, so auch am Silvesterabend die in unserem Wohnzimmer. Keine Angst – Vorhänge sind noch, Tischdecke ist auch noch heil und die Feuerwehr musste nicht anrücken.

Es gab Feuerzangenbowle von Stephan, unserem „Lord of the flames“. Ist übrigens kaum Alkohol drin, „ist ja alles verbrannt“. Meine Mama kommentierte das brennende Wein-Zimt-Orangen-Nelken-Schnaps-Gemisch im Topf mit den Worten: „Es ist so schön, wenn alles brennt!“
Für’s Nono-Kind war es das erste erlebte Raketenfest, bei dem sie unbedingt geweckt werden wollte, wenn Marco (btw, der „Herzens“-Fotograf) für sie „Feuerberg“ macht. Bis 22 Uhr sprang sie vergnügt durch die Gegend, guckte Chartshow und wusste sowohl sich als auch die Gäste zu beschäftigen („Nono rennt! 1 2 3 looooos!“). Als ihre Manöver immer waghalsiger wurden und das Schwanken nicht dem Alkoholkonsum zuzuschreiben gewesen sein konnte, ließ sie sich sogar mit nur wenig Widerrede ins Bett legen. Nach dem mitternächtlichen Prosten, schnappten sich alle ihre Raketen und ich mir das Nonchen, bei der ich mir nicht mehr 100% sicher war, ob sie wirklich geweckt werden wollte. Aber gefahrlaufend, dass sie mir die nächsten 365 Tage vorhält, warum ich sie beim Feuerberg nicht geweckt habe, tat ich es trotzdem. Im Schlafanzug rein in den Schneeanzug und raus. Direkt nach Mitternacht kann man auf Straßenlaternen ja praktisch verzichten, weil es so hell am Himmel ist. Staunend, wie viel Geld die Leute so in den „Wind“ schießen, betrachteten wir – natürlich auf dem „Arm-Arm“ bei Mama – das bunte Spektakel und erlebten so die ersten Minuten des neuen Jahres Wange an Wange und händchenhaltend mit Blick in den Himmel. Das ganze Geballere schien ihr nicht wirklich geheuer. Sogar die ihr angebotene Wunderkerze vom Opa hat sie ausgeschlagen (dafür würde sie sonst den „Liem Hasi“ und ihr Handy verkaufen!). Irgendwann sagte sie „Ich hab eine Angst, Mama“ und „Ich will reingehen“ und das taten wir dann auch. Schnell wieder ins Bett und Augen zu. Aber sie erzählt noch heute, dass sie die Raketen gesehen hat und wie die machen: „bumms“ und „füüüüüü“ 🙂
Das postmitternächtliche Bleigießen verlief auch durchaus erfolgreich. Und wenn jemand eine „Trennung vom Partner“ gegossen hätte, wäre die einfach gnadenlos wieder eingeschmolzen worden. Manchmal muss man dem Glück auch etwas nachhelfen… Ohne Blei-Recycling gab es bei uns alles von „Erfreulichen Nachrichten“ über „Urlaubsreisen“ bis hin zu „häuslichem Glück“. Ich hatte eine Art R2-D2 aus Star Wars. Bedauerlicherweise stand der nicht auf der Liste ^^

Außerdem waren wir in den Ferien in einer Zoohandlung gucken, weil evtl. bald ein Fisch bei uns einziehen soll.

Bei dem Bild oben links fragt sich, wer da wen nachmacht. Unten links ist eine „Biene“, meinte Nona und unten rechts ist einfach nur „iiiieeeeeehhhh“, weil die Kiste kriechen konnte und dort so offen rumstand…
Wir haben Hasen, Vögel, Fische, Mäuse, Schildkröten, Geckos („Hallooo, Gecko!“ *wink*) und Schlangen gesehen, Vogelspinnen und Hamster erahnt (schliefen?). Hinter der letzten Scheibe saßen ziemlich große „Tatalaken“, die mir nur beim Anblick einen Schauer über den Rücken jagten. Nona ist noch unvoreingenommen den lieblichen Tierchen gegenüber und sagte: „Oh, die sind aba ssön!“
Ich flüsterte leise: „Nee, dis is nich so lecker…“, woraufhin sie von einer Scheibe zur nächsten ging und laut durch den Laden posaunte: „Dis is nich lecker!“
Gestern haben wir für Fionas Fischmobile noch eine Krabbe gebastelt.
Oranger Farbmatsch, Hand rein, abdrücken, Pfeifenreiniger und Augen ankleben, fertig.

Neue Kindergartenstories folgen in Kürze, denn wie gesagt: heute ging’s wieder los. Bis dahin, macht’s gut!