Blogparade #1

Mehr durch Zufall bin ich vor ein paar Tagen über die Seite vom Herrn Bohne gestolpert, einem über den Alltag mit Kind bloggendem Papa, wie ich annahm. Ich las mich ein bisschen rein, mochte ich den Schreibstil doch sehr. Aber irgend etwas stimmte nicht… Unauffällig im Nebensatz beigemischte Formulierungen wie „rund um meinen Futternapf“ oder „ich musste mir das Hundegrinsen“ verkneifen machten mich stutzig – bis ich begriff: da bloggt ein Hund, der Herr Bohne eben! Sina, so heißt des Herrn Bohnes Frauchen, schrieb in einem Post etwas von einer Eltern-Kind-Blogparade, bei der man sich anmelden kann und dann 12 Wochen lang jede Woche eine Aufgabe erfüllen soll. Mal werden Fragen beantwortet, mal wird gezeichnet, mal werden Bilder gezeigt und so weiter. Die Anmeldefrist war schon vorbei und es sind auf der Seite der „Paraden-Mama“ schon weit über 100 Blogs zusammengekommen, die mitmachen werden (sie muss alle jede Woche lesen, oha!). Eine kurze liebguck-bitte-bitte-Nachricht später durfte ich nun auch noch mitreinrutschen und in der Blog-Parade tanzen. Sinn und Zweck ist es, andere Blogger kennenzulernen und über den Tellerrand zu gucken. Das machen wir doch gerne!
(Preise gibt es auch zu gewinnen, Sponsoren werden verlinkt in den Posts).

Die erste Aufgabe heißt „wer seid ihr?“, d.h., es geht um eine kurze Vorstellung, wer hier warum mit wem über wen und was bloggt.
Von den fertigen Bildchen trifft keines auf uns zu, wobei die Frau mit Baby mir äußerlich schon recht nahe kommt ^^
Ich hab mich deshalb mal im Zeichnen versucht (bin aus gutem Grund Musikerin geworden…als Architektin wäre ich verloren und sogar die Brücke unter der ich säße, würde einstürzen, wäre sie von mir konstruiert. haha…)

Ladies & Gentlemen, I proudly present: Familie Müller

Zu Familie Müller gehören Mama Vivi, gerade 25 geworden, hier links im „Bild“, Papa Stephan – rechts – und in der Mitte unsere zweieinvierteljährige Prinzessin Fiona mit ihrem „Liem Hasi“, dem Kuschelhasen. In unserem Leben dreht sich fast alles um Musik, denn wir sind beide Musiker und Musiklehrer, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Selbst die kleine Madame schleppt ab und an den runden Behälter ihrer Holzeisenbahn in’s Arbeitszimmer, schnappt sich Papas Drumsticks und haut drauf los (und das nicht mal unrhythmisch!). Schon zu pränatalen Zeiten hat sie die volle Dröhnung abbekommen, denn ich war im 7.Monat schwanger, als ich meine staatliche Abschlussprüfung vom Studium im Hauptfach „Jazz-Akkordeon“ gespielt habe. Die schicke schwarze Hose ging nicht mehr zu und die Akkordeonriemen mussten um ein paar Löcher verstellt werden, damit der dicke Bauch hintendran Platz hat, aber wir haben das zusammen und durchaus erfolgreich gemeistert. Kann sie also theoretisch schon in ihre Vita schreiben, die fängt dann nicht mit der Geburt im Oktober 2009 an, sondern mit Mamas Abschlussprüfung im Juli ^^
Charakteristisch für Mama sind wohl die Haare; ansonsten lacht sie gerne, laut und viel; kann zwar nicht besonders gut organisieren, dafür aber gut kreativ sein. Sie ist ein typischer Steinbock: ehrgeizig und mit dem Kopf durch die Wand. Andere nennen es stur, ich nenne es beratungsresistent 🙂
Papa Stephan ist *rechne* 33, trägt Pferdeschwanz und oft Basecap, spielt alles außer Geige und Blasinstrumente, lacht ebenfalls gerne und kommt ursprünglich aus der Nähe von Freiburg in Baden-Württemberg. Wir haben mit einigen Jahren „Zeitverschiebung“ gemeinsam studiert; also er Ende der 90er, ich Mitte der 00er (das sieht ja blöd aus! Wie WC…), aber da er noch in der kleinen, aber feinen Musikstadt Trossingen gewohnt und gearbeitet hat und ich mit „seiner“ WG befreundet war, liefen wir uns zwangsläufig über den Weg. Und dann kam der ausschlaggebende Moment, ohne den es Fiona heute nicht geben würde: eine SMS.
Ihr erwartet jetzt: „Du bist so toll, deine Augen, dein Mund, deine Nase, deine Br….auen, deine Stimme….Ich hab mich in dich verliebt…“ oder so? Nein, falsch.
In der SMS stand schlicht und ergreifend: „Dein Licht geht nicht.“
Ich fuhr im Auto vor ihm und guckte verbotenerweise noch während der Fahrt herzklopfend und mit großen Erwartungen auf mein Handy. Dieses erste, wirklich laute Lachen über diese noch nie dagewesene, ganz eigene Art von Romantik war der Grundstein für alles, was noch kommen sollte… Ja, was dann eine Weile später kam, war Fiona, die mit ihren 2 Jahren unser Zuhause und die dort herrschenden Strukturen völlig auf den Kopf stellte. Sie ist der Chef, ganz klar. Die ersten Worte waren demzufolge „Mama“ und „Papa“, denn man sollte sein Personal schon beim Namen rufen können ^^ Beim Namen Fiona, so dachten wir, könne man nichts falsch machen. Man schreibt ihn wie man spricht, einfache Buchstabenfolge, nichts Exotisches und trotzdem nicht alltäglich. Denkste! Von „Viola“ bis „Wiona“ ist alles dabei. Fogel-F, ihr Lieben! Fogel-F bitte 🙂 Spitznamen hat sie viele, die gebräuchlichsten sind „Nona“ (den gab sie sich selbst), „Nono“ und „Nonchen“. In frühster Kindheit war sie nur „Hasi“, wogegen sie sich jetzt aber mit Händen, Füßen und Mund wehrt: „Ich bin nich ein Hasi, Opa!!! Ich bin FIONA!“ Ach, und wenn irgendwo etwas geschrieben steht, ganz egal was, und es nach Fiona geht, dann steht überall: „Nonomüller“ (ist ein Wort). Bäcker Schmidt, Ristorante Rossini oder Deutsche Post – alles Nonomüller.
Sie ist ein absoluter Sonnenschein, erzählt den ganzen Tag, so dass ich kaum mit Mitschreiben hinterher komme, sie hat ihren eigenen Kopf, ganz klare Vorstellungen und wird fuchsteufelswild, wenn etwas nicht so klappt, wie sie sich das vorstellt, und wenn es nur das Schuhe ausziehen ist… Das Gute ist, dass sie nicht mehr nur weint wie ein Baby, bei dem man dann am Glücksrad dreht und hofft, das richtige getroffen zu haben: Hunger, Zähne, Windel. Sie kann sich schon ziemlich klar ausdrücken und man kann durchaus mit ihr verhandeln. Bedingungen à la „wenn-dann“ versteht sie. Nachteil ist, sie wendet sie bei uns ebenfalls an. Sprachlich noch nicht in Vollendung, aber sie meint „wenn-dann“, wenn sie sagt: „Mama hat Kaffee? Nono kriegt ein Eis. Nein, zwei Eisse!“
Ich glaube, in ein paar Jahren können wir uns warm anziehen. Aber ganz ehrlich – wir machen nichts lieber. Ein Mal kurz aus Versehen geflucht, läuft sie „Ssseisse“-trällernd durch die Wohnung…Ups!
Vielleicht noch ein Wort zu Fionas Hobbys: sie liebt ihre vielen Bücher über alles (mein Tick…Kinderbücher, hach!), macht Musik auf allem, was sie findet; steht total auf Fische, schläft gerne und lange aus (yes!!!) – allerdings nicht nur am Wochenende, ist eher Einzelgänger als Gruppenkind und ist sehr besorgt um ihre Mitmenschen („Mama hat verbrannt am Ab-Ofen! Du musst das Kühlmonster raufmachen!“; meine Oma namens Jauli liegt zum Chillen auf der Couch, Nono kommt rein und sagt mit ernstem Gesicht: „Was ist los, Wauli?“) Mit einem Wort zusammenfassend finde ich unser Leben einfach nur „schön“ und würde für kein Geld der Welt mit jemandem tauschen.
Wenn man als Noch-Nicht-Eltern wüsste, wie anstrengend es tatsächlich ist, würde man keine Kinder bekommen.
Wenn man als Noch-Nicht-Eltern wüsste, wie schön, wie bunt, wie emotional, wie lebendig, wie spannend und wie „wundervoll“ (im wahrsten Sinne!) das Leben mit Kindern ist, hätte man schon längst welche.
In diesem Sinne, habt ein buntes Wochenende und wir lesen uns bald – gestern sind unsere Fische eingezogen! Bilder folgen. *Applaus*
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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

11 Kommentare zu „Blogparade #1“

  1. ersten Absatz gelesen und den letzten Satz, Rest heute abend wenn Kyra schläft 😀 klingt toll! Muss ich mir ansehen diese Blogparade! =)

    Fische?? 😀 wir haben auch ein Aquarium bekommen, das steht allerdings noch leer da…Fische hab ich aber schon ausgesucht die dann hinein kommen! 🙂

    Seid lieb gegrüßt!
    Jenny

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  2. Ich bin über die Blogparade bei Dir gelandet und werde Dich sicherlich öfter mal als Ziel auswählen.
    Dein Schreibstil zauberte des öfteren ein Grinsen in mein Gesicht.

    Liebe Grüße sendet elsie

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  3. Hey,

    ich weiß gar nicht mehr wie ich vor 3 Tagen hier hin gefunden habe,aber ich finde es toll hier. Seitdem lese ich den ganzen Blog und finde ihn toll.
    Er hat mich die Tage oft zum Lachen gebracht. 😀

    LG Maraike

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  4. Ich finds immer lustig, wenn du erzählst, was du neues in deinen Blog schreibst und ichs hinterher hier lese ^^

    Ich bin gespannt auf die weiteren Aufgaben.

    <3

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  5. Hi, sehr schöner Artikel. Habe einige Male geschmunzelt und genickt, weil es anscheinend tatsächlich viele Ähnlichkeiten bei uns gibt 😉 Danke für Deinen lieben Kommentar bei „uns“. Mit deiner fröhlichen Art hast du hiermit einen weiteren Leser gewonnen 😉
    Ganz liebe Grüße
    Sabrina vom Babykeks-Blog

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