Frederick

Nachdem ich mich gestern über den Tag mit dumpfen, nicht schlimmen aber nervenden, Zahnschmerzen rumgequält habe, die dann abends schlimmer wurden und vom Ohr bis in die Nase gezogen haben, ging’s heute früh auf den heißen Stuhl zu meinem Onkel Tossi, von Beruf Zahnarzt.
Warum lassen sich Zähne/Blinddärme/Gallen sowas immer kurz vor’m Urlaub einfallen?!
Der denkbar ungünstigste Zustand – weder tot noch lebendig. Er ist schon im Hospiz, sagte Tossi. Ich fragte, ob er Sterbehilfe leiste. Er antwortete:
„Manche sagen so, manche sagen so“ ^^
Jetzt kann ich nur hoffen, dass das Zähnchen sich beruhigt und eine Woche Pause macht, bevor es Anfang Februar in die zweite Runde geht im Kampf um (oder mit?) den Zahn. Denn blaues Gesicht und dicke Backe nach einer Wurzelspitzenresektion hatte ich eigentlich nicht unter den Vorsätzen für’s neue Jahr…
Bei Tossi trafen wir meine Cousine Claudi, deren Tochter Emily nur ein paar Monate älter ist als Nona. Es gefiel dem Fräulein Müller gar nicht, dass Emily nicht dabei war und so konnte sie sich nur mit iPhone-Fotos vertrösten. Unter den Fotos war auch ein Ultraschallbild. Ich erklärte Fiona später, dass Emily einen Bruder bekommt und dass in Claudis Bauch ein Baby drin ist. Nona zeigte auf ihren eigenen Bauch, strahlte und verkündete stolz: „Bei mir sind Mäuschen drin!!“ Als wenn man sich aussuchen könnte, mit was man schwanger werden will. Ich nehm‘ einen Hund! Ich will lieber ’ne Katze. Aaach, langweilig, bei mir sollen Schildkröten rein ^^

Letzte Nacht fing Nona aus bisher unbekannten Gründen an zu quengeln. Ich wankte schlaftrunken in’s Kinderzimmer, fand sie sitzend im Bett und fragte, was passiert ist. Sie legte sich sofort wieder hin, zog sich die Decke bis an’s Kinn und sagte leise: „Mama soll Fiona gucken“. Ich versprach ihr, dass ich „Fiona gucken“ würde und blieb neben ihrem Bett sitzen. Sekunden später öffnete sie die Augen und sagte vorwurfsvoll: „…und streicheln!“ Weitere Sekunden später war sie wieder eingeschlafen und ich konnte zurück in mein warmes Bett. Das unangenehmste Aufwachen ist ja nicht das mitten in der Nacht, nein. Nicht um 2, nicht um 3, nicht um 4. Ist alles kein Problem, die Nacht ist ja noch lang. Aber wenn der Wecker auf 6:50 Uhr gestellt ist, und Fiona um 6:32 Uhr eine Flasche trinken will, fühle ich mich wie gerädert. Zum nochmal Einschlafen zu spät, zum gleich Aufstehen zu früh. Argh!
Als ich sie dann morgens geweckt habe, guckte sie mich mit großen Augen an und sagte streng: „Mama! Geh zum Bäcker.“ Was habe ich gelacht. Bei uns wird nie zum Bäcker gegangen, höchstens mal am Wochenende und dann auch nicht Mama, sondern Papa.

Gestern ist endlich unser Tröstifant angekommen! Der ist so toll und riesengroß!
Eignet sich ideal als Nackenkissen (siehe Foto rechts) oder auch als normales Kissen und wurde diese Nacht auch direkt „beschlafen“. Nach dem Aufstehen fragte ich, ob sie auf dem Trösti geschlafen hat, da antwortete Nona: „Ja, ich hab‘ den schon getröstet!“ So süß!
Bestellt habe ich ihn bei Melanie, die neben den Tröstifanten noch viele andere schöne Dinge in ihrem Shop hat. Die Monsterpullover haben es mir ja angetan. Was für eine coole Idee! Schaut mal rein, sie freut sich bestimmt.

Heute Nachmittag waren wir nochmal im „Friedrichpalast“, wie Nona ihn nennt, um erneut die Geschichte von der Schneekönigin zu hören und zu sehen. Nona hat es sich sehr gewünscht und da das junge Ensemble mit der aktuellen Kinderrevue nur noch bis Ende Januar zu sehen ist, sind wir kurzerhand noch mal hingegangen. Schon nach ihrem ersten Theaterbesuch war sie hin und weg, sagte beim Rausgehen: „Ich möchte noch mal in’s Theater!“ und freute sich jetzt umso mehr. Sie überrascht mich immer wieder, wenn sie zwar nicht die komplette Geschichte, aber einzelne Szenen genau beschreiben kann und weiß, was da passiert ist: „Dann sind die alle weiß geworden, von der Sneekönigin! Natürlich!“
Gestern Abend ist mir noch ein Buch eingefallen, was den Rahmen des Blogparaden-Posts aber dann wirklich gesprengt hätte. Dazu heute noch kurz:
im Geburtsvorbereitungskurs bestand die erste Aufgabe nach der Vorstellungsrunde darin, Stichwort-Kärtchen aus Körben an eine Tafel zu hängen. Es sollten nicht alle Karten hängen, sondern in erster Linie die mit den Begriffen, die uns werdende Mamas zu dem Zeitpunkt interessierten. Es standen Wörter drauf wie „PDA“ (das hing als erstes!), „Hausgeburt“ (das hätte ich wieder in den Korb gelegt…aber gut), „Atemtechniken“, „Stillen“ und anderer Hebammenkram. „Unser“ Exemplar war eine ziemliche Öko-Amme, die – wie sich später rausstellte – der große Theoretiker ist, denn sie selbst hat keine Kinder. Um den Wehenschmerz zu simulieren, mussten wir Dickbäuche uns lang auf die Seite legen und einen Tennisball unter den Oberschenkel zwischen Hüfte und Knie platzieren. Der vorher auf den Arm abgestützte Körper wurde dann langsam „auf den Ball“ runter gelassen. Während selbiger sich unermüdlich in die krampfadergeplagten Schenkelchen bohrte, durften wir den Schmerz veratmen. Direkt danach hatten auch die mitgebrachten Männer mal kurzzeitig „Tennis-Wehen“. Die Frauen stöhnten schon nach kurzer Zeit und entfernten den Ball (ja, wenn es unter der Geburt so einfach wäre!), wohingegen die Männer Zähne und Arschbacken zusammen kniffen und auch ohne Atmen eine Superfigur machten. Konnte sich ja nun schließlich keiner die Blöße geben, dass der Mist tatsächlich weh tut, wenn 8 weibliche und 8 intrauterine Augenpaare auf sie gerichtet waren ^^ Das Namentanzen, was ich nur aus Witzen über Waldorfschulen kenne, war auch eine eher fragwürdige Technik zur Vorbereitung auf die Geburt. Passanten, die beim Vorbeigehen nur flüchtig durch’s Fenster geguckt haben, müssen gedacht haben, da tanzen die Weight Watchers einen Anmach-Samba (Tanz mal einen i-Punkt!). Aber zurück zu den Begriff-Kärtchen vom Anfang. Auf einer Karte stand „Frederick“. Keiner konnte sich was darunter vorstellen und so blieb die Karte im Körbchen, bis die Hebamme sie zu unseren Interessenkarten pinnte und erzählte, was es damit auf sich hat.
Die Geschichte von Frederick (Leo Lionni) ist die Geschichte einer kleinen Maus, die nicht wie die anderen Feldmäuse Essensvorräte für den bevorstehenden Winter sammelt, sondern sich auf den ersten Blick nur faul die Sonne auf den Bauch scheinen lässt. Später im Winter, als alle Vorräte aufgebraucht und die Mäuse frierend am Ende ihrer Kräfte sind, packt Frederick seine gesammelten Vorräte aus und wärmt damit sich und die Herzen seiner Mäusefreunde: mit Sonnenstrahlen, Farben, Wörtern, Gedichten und Träumen, die er im Sommer „eingefangen“ hat.
Diese Geschichte sollte uns helfen, in den Wehenpausen neue Kraft zu schöpfen und alles Schmerzhafte auszuhalten mit der Hoffnung auf die nächste Pause zum Erholen. Denkste! Ich hatte keine Pausen, das ging zack zack und dann war sie da.
Egal, berührt hat mich die Geschichte trotzdem und ich habe etwas für mich mitgenommen von Frederick.
Ich versuche auch jetzt im Alltag, besondere Momente, Gefühle, Bilder oder Ereignisse zu „konservieren“ und auf der Kopf-Speicherplatte abzulegen, um sie bei Gelegenheit abzurufen. Das klappt immer öfter ziemlich gut, ist alles eine Frage der Übung 🙂
Weshalb ich das schreibe? Weil ich mich genau an den 3.Januar des letzten Jahres erinnere, den letzten Tag unseres Über-Silvester-Urlaubs in Ägypten, an dem Stephan und ich auf vierrädrigen Quads in der Weite der Wüste dem Meer und der Sonne am Horizont entgegen fuhren. Dieses Gefühl – frei, glücklich, entspannt, warm und zufrieden – wollte ich behalten und das ist mir gelungen! Ein grauer, nasser, trauriger Wintertag kann mir gar nichts, denn ich bin nicht in meinem Auto an der Ampel und warte auf Grün, sondern fahre mit Arabertuch um den Kopf und Sand in den Augen im T-Shirt durch die Wüste. So! Probiert es aus, das klappt!
Samstag ist es endlich wieder soweit – die Sonne ruft! „Wasserschuhe“ (Art Badelatschen), kurze Hosen, Sandmühle, Flugzeugbücher und aufblasbares Wassertier sind angekommen, jetzt kann’s losgehen – wir verlassen euch für eine Woche und bringen ganz bestimmt Rotes-Meer-Wasser, Sand, Muscheln, Steine, bunte Fotos und farbige Erinnerungen mit, die dann im Blog mit euch geteilt werden – versprochen! Bis dahin: lasst es euch gut gehen und sammelt fleißig, wenn ihr dem kleinen oder großen Glück begegnet 🙂
Bis d
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Blogparade #3

Es ist wieder Zeit für einen neuen Blogparaden-Post. Diesmal ist das Thema wie für mich gemacht, was habe ich gejubelt beim Lesen:

„Bücher damals und heute“

Was für eine tolles Motto – dazu fällt mir Einiges ein, also holt euch einen Kaffee/Tee und eine Tafel Schokolade, flackt euch auf’s Sofa und öffnet parallel euren Amazon-Warenkorb 🙂 Ich werde alle genannten Buchtitel direkt verlinken, damit ihr es leicht habt, falls euch das ein oder andere Buch interessieren sollte. Wenn dem so ist, freue ich mich natürlich, wenn ihr das im Kommentar erzählt.
Hierda und dort sind die Sponsoren dieser Woche verlinkt.

Bücher kann man nie genug haben, ich jedenfalls nicht. In meinem Schrank warten unzählige von ihnen darauf, gelesen zu werden (Asche auf mein Haupt), aber wenn mir online oder im Buchladen etwas Schönes über den Weg läuft, muss es eben mit. Für später…Die Billy-Regale platzen aus allen Nähten, manchmal denke ich, es wäre „billy“ger (haha! sorry, der musste einfach sein…), sich einfach mit ein paar Stunden Zeit in eine Buchhandlung zu setzen… So many books, so little time.
Die Faszination für Bücher liegt bei uns wohl in den Genen. Als meine Mama in ihrer Kindheit mehr zufällig an einen Stapel alte Kinderbücher gekommen ist, war sie Feuer und Flamme dafür. Sie liebte Bücher schon, bevor sie welche besessen hatte und reiste unermüdlich ein um’s andere Mal mit Peggy nach Ägypten. Neben vielen anderen, die in der Zwischenzeit dazu gekommen sind, besitzt sie dieses Buch auch heute noch; es ähnelt mittlerweile aber eher einer losen Seitensammlung. Kurz vor ihrem 60.Geburtstag bin ich zufällig auf Band 2 der Peggy-Reihe gestoßen, den eine Online-Buchhandlung für 1,30€ los werden wollte. Ein kleines Geld für die Menschheit, ein unschätzbarer Wert für meine Mama. Die Tränen bei der feierlichen Übergabe am Geburtstag sagten mehr als 1000 Worte…

Die Möglichkeit, mit einem guten Buch völlig abzutauchen, sich entführen zu lassen, mitzufiebern, -zu lachen und -zu weinen und dann wie aus einem Traum aufzuwachen, begeistert mich immer wieder auf’s Neue. Wobei ich sagen muss, E-Book-Reader oder Kindle-App sind nicht das gelbe vom Ei. Klar, es geht schnell (Click, Buy, Read), es ist komfortabel, es ist individuell (schließlich kann man sich die Schriftgröße einstellen) aber es ist eben doch kein Buch. Für zwischendurch ganz nett und auf dem Handy auch immer dabei, aber wenn ich mich hinsetze um zu lesen, möchte ich mein Buch auch in der Hand halten. Ich möchte es riechen, ich möchte die Seiten anfassen, ich möchte blättern, ich möchte mir Seitenzahlen merken und sie sofort nach dem Zuschlagen wieder vergessen und ich möchte sehen, wie viel ich schon gelesen habe und wie viel noch kommt.
Meine ganz persönliche Büchermacke ist die, dass ich Bücher nicht gebraucht lesen kann. Für andere sind gerade Bücher mit Geschichte interessant, die seit Jahrzehnten in Bibliotheken rumstehen und immer mal wieder mit jemandem nach Hause gehen. Für mich nicht. Schulbücher mit Jahresstempeln und 20 krakligen Kinderunterschriften verlangten große Überwindung, wenn ich aus ihnen lernen sollte (ein Hoch auf das Internet!). Wenn man dem Bio-Buch angesehen hat, wie viele „Generationen“ sich mit seiner Hilfe schon über Sexualkunde informiert hatten (diese inzwischen sogar mit Erfolg angewandt hatten!), schüttelte es mich und ich war froh, es Ende des Schuljahres den Nächsten überlassen zu können.
Ein Buch muss jungfräulich sein und aussehen wie neu. Büchervergewaltigungen wie extremes „Aufbiegen“ zum Lesen oder gar das falschrum Ablegen auf die Liege am Strand (statt Lesezeichen) fügen mir körperliche Schmerzen zu. Wenn ich Bücher lese, dann schlage ich sie so wenig auf, dass es gerade so zum Lesen genügt, damit sie auch für ein eventuelles zweites Lesevergnügen noch wie neu sind. Ihr lacht jetzt vielleicht, aber es hat ja so jeder seine Macke ^^
Ich lese am Liebsten Bücher aus der Ecke „Humor“, also Tommy Jaud, Axel Hacke, Tobias Kaufmann, Markus Barth, Horst Evers, etc. und genieße es in vollen Zügen, witzige Stellen zwei oder sogar drei Mal zu lesen und immer wieder laut loszulachen. Ein wirklich gutes Buch ist es, wenn es mich entweder zum Lachen oder zum Weinen bringen kann. Aber lieber Ersteres.

Kinderbücher sind ja eine ganz besondere „Spezies“. Ich fand sie schon toll, bevor ich Mama geworden bin. Meine absoluten favourites als Kind waren die Bücher vom Hasen Felix, der auf Weltreise ist und seiner Sophie mit der typischen Hasen-Krakelschrift Briefe aus fernen Ländern schreibt….Hach, schön!
Seitdem Nona auf der Welt ist, kann ich diese Vorliebe für Kinderbücher nun endlich auch ausleben. Das Motto-Foto der Testmama vom Bücherregal ihrer 3 Kinder ließ mich ein bisschen grinsen, denn fast genau so sieht unser Bücherregal im Kinderzimmer aus, nur mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass hier nur ein Kind wohnt…Ich schätze, das Kindergeld aus einem ganzen Jahr Elternsein ist schon komplett in Bücher geflossen, aber es gibt einfach zu viel Schönes! Die Begeisterung für den Lesestoff habe ich schon erfolgreich an die Prinzessin weitergegeben. Mit einer stattlichen Sammlung von 3 vollen Regalen hat sie mit gerade mal 2 Jahren schon mehr Bücher, als manch einer, bis er volljährig ist. Lieblingsbücher gibt es einige, die sie sich ganz gezielt greift, wenn Schlafenszeit ist oder wenn eine längere zu erwartende Töpfchen-Sitzung ansteht. Die Beschränkung fiel mir dieses Mal wirklich schwer, aber ein einziges Lieblingsbuch gibt es einfach nicht. Es gibt eine Hand voll (oder zwei Hände…), die ich wirklich schätze und die Fiona auch immer wieder auf’s Neue „liest“. Nach Kategorien unterteilt möchte ich euch diese hier kurz vorstellen.
Erstes Lesen: Bilderbücher
Okay, zugegeben, das allererste Buch stand schon im Regal, bevor das Kind auf der Welt war. Ein Afrika-Pop-Up-Buch mit wilden Tieren, die einem entgegen kommen, wenn man die Seiten aufschlägt. Als Special sind kleine Reinschiebe-Rauszieh-Kärtchen in einer Lasche am Seitenrand versteckt mit Informationen über Vorkommen, Nahrung, natürliche Feinde, etc. Das interessierte mein Mausekind herzlich wenig. Man beschränkt sich seither also auf die Information „Löwen? Afrika“, denn die Karten wurden fein säuberlich in ihre Einzelteile zerlegt. In den ersten 2 Lebensjahren (also bis vor kurzem) hatte ich nur damit zu tun, das Buch vor non’schen Übergriffen zu schützen, denn zu gerne hätte sie zusätzlich zu den Karten noch dem Elefanten den Rüssel und der Giraffe den langen Hals entfernt. Es hat überlebt und wird mittlerweile gerne gelesen. Das wirklich erste „Lesen“ fand im zarten Alter von etwa 6 Monaten statt. Quietschige Badebücher sind sicher auch in jeder Familie vorhanden, die stelle ich jetzt hier nicht extra vor. Fionas erstes, wirklich großes Buch war „Diese Tiere kenn ich schon“ von Maria Wissmann, ein sogenanntes Fühl- und Streichelbuch. Diese Bezeichnung trifft’s: vernachlässigbar wenig Text, keine zusammenhängende Geschichte, nur unglaublich niedliche Tiere mit Anfass-Faktor, d.h., Fell, Schuppen, Panzer, etc. zum Streicheln und Fühlen. Dieses Buch ist unkaputtbar und entlockte ihr eines der ersten Küsschen (auf’s Krokodil).
Ein Buch namens „Piep, Piep, Piep“ von Soledad Bravi erfreute sich ebenfalls großer Beliebtheit. Die Zeichnungen sind allesamt ein bisschen abstrakt und nicht so klischee-schön, wie man sie vielleicht erwartet. Gerade das macht den Reiz dieses Buches aus. Auf jeder Seite sind ein Tier oder ein Gegenstand und der dazugehörige Laut abgebildet/beschrieben. Die erste und letzte Seite enthalten alle Bilder des Buches im Mini-Format und eignen sich hervorragend als Suchbild. Mit gerade mal 12 Monaten konnte Fiona zwar weder ihren Namen noch ihre Standard-Bedürfnisse artikulieren, aber „Wie macht der Löwe?“ – „Roooaaaaar“ klappte schon einwandfrei. mein persönliches Highlight in diesem Buch ist: „Wie macht die Steckdose?“ – „NEIN!“
Die Reihe „DUDEN Kennst du das?“ ist auch zu einem unverzichtbaren Begleiter geworden. Stellvertretend für viele schöne Themenbücher seht ihr hier „Die Tiere“. Sie sind nicht nur unterteilt nach Bauernhof und Wildnis, sondern auch nach „Stark“, „Groß“ oder „Schnell“.
Erstes Einschlafen: Gute-Nacht-Bücher
Gerade Gute-Nacht-Bücher gibt es ja wie Sand am Meer, darunter aber leider viele nicht so berauschende.
Ein Süßes, politisch wohl nicht ganz Korrektes, ist „Gute Nacht, Gorilla“ von Peggy Rathmann, gerade so lang, dass Mama nicht stundenlang an das einschlafende Kind im Bett gefesselt ist. Der Zoo-Wärter verabschiedet alle Tiere mit den Worten „Gute Nacht, …..“ und geht dann nach Hause. Praktischerweise wohnt er direkt gegenüber des Zoos ^^ Der Gorilla, der als erster verabschiedet wird, schnappt sich unbemerkt den Schlüsselbund, geht heimlich hinter dem Wärter her und lässt alle Tiere aus ihren Käfigen. Diese ganze Meute stapft dann gemütlich hinter dem Wärter hinterher bis in dessen Schlafzimmer 🙂 Ein wirklich schönes Buch, worüber sich Fiona schon oft amüsiert hat. Denn dass Giraffe, Hyäne & Co. nicht in’s Schlafzimmer gehören, das wissen auch schon die Kleinsten.
Das zweite Einschlaf-Buch, was ich vorstellen möchte, heißt „Wenn Kuscheltiere schlafen gehen“ und ist deshalb so schön, weil man den Text auf die Melodie des Liedes „10 kleine Negerlein“ singen kann (da „political correctness“ ja mittlerweile große geschrieben wird und man „Negerkuss“ bzw. „Mohrenkopf“ nicht mehr sagen darf, frage ich mich ernsthaft, wie dieses Lied umbenannt wurde… allen bekannt dürfte jedenfalls die Toten-Hosen-Version sein: 10 kleine Jägermeister…whatever).
Im Buch machen sich 5 Kuscheltiere langsam bettfertig und eins nach dem anderen knackt schon weg, bevor es im Bett ist.
(Zitat Giraffe aus „Madagascar“: „Ich glaub, ich muss…..*schnarch*)
„Zwei müde kleine Kuscheltiere waschen Hals und Beine. Beim Zähneputzen schläft eins ein, bleibt munter dieses eine…“
Sie schlafen z.B. ein beim Pullern, beim Zähneputzen, beim Singen und auf dem Teller beim Essen, weil sich „Brei“ so schön auf „drei“ reimt 🙂 Witzige Situationen, die Madame immer wieder einen herzhaften Lacher entlocken.
Erstes Lernen: pädagogisch wertvoll
Als Lehrer (und Sprachfetischist) fährt man natürlich besonders auf pädagogisch wertvolle Bücher ab, die neben dem gut vermittelten Lerninhalt auch noch ansprechend aussehen und schön gezeichnet sind. Korrekte Sprache ist nicht immer selbstverständlich, so bin ich schon im einen oder anderen Buch über ein nicht existentes Versmaß gestolpert und musste ein Buch kopfschüttelnd zurück in’s Regal stellen. Das ist vielleicht jetzt wieder ein Macke, die nicht von allen nachvollzogen werden kann, aber wenn Sprache, dann bitte richtig.
Zu 100% unterschreiben würde ich Inhalt, Ausdruck und Darstellung des Büchleins „Vier auf großer Fahrt“ von Hans-Christian Schmidt („Ein Hund packt seine sieben Sachen. Er will an’s Meer, mal Urlaub machen…“). Dem einen zu-Fuß-Hund begegnet ein Hund auf einem Roller, der ihn kurzerhand mitnimmt. En paar Kilometer später hat der Roller einen Platten und es hält ein dritter Hund im Auto. Beim Umklappen der Seite sieht es so aus, als säßen die Hunde nun im Auto, weil ihre Schnauzen durch die vorher leeren Fenster gucken. Als dann auch noch das Auto seinen Geist aufgibt, kommt ein Hund im Bus und nimmt die anderen 3 mit. Gemeinsam fahren sie an’s Meer und gehen baden. Auf der letzten Seite gibt es sogar eine Welle zum Umschlagen. Wirklich ansprechend und uneingeschränkt zu empfehlen:
Ein herrliches Quatschbuch mit verstecktem Lernfaktor ist „Eins zwei drei Tier“ von Nadia Budde. Als ich diesen Schatz vor einiger Zeit zufällig im Buchladen entdeckte, war die Freude dementsprechend groß. Mittlerweile brauche ich nur noch auf das letzte Bild jeder Seite zeigen und Fiona ergänzt das fehlende Reimwort alleine und amüsiert sich darüber.
„Am Fenster, im Bett, am Tisch – FISCH“
(Inzwischen haben wir alle Bücher von Nadia Budde zu Hause…auch „One two three – ME“, mindestens genauso schön. Das gleiche Buch und doch ganz anders! „Sue, Molly, Claire – BEAR“)
Englische Kinderbücher gibt es in Fionas Bücherregal auch ein paar, denn nie mehr wird ein Kind so frei und so selbstverständlich mit einer Fremdsprache umgehen, wie im zarten Kindergartenalter.
Nicht, dass ihr mich falsch versteht – das hat nichts mit zweisprachiger Erziehung zu tun (was in meinen Augen auch nur funktioniert, wenn Mama und Papa wirklich verschiedene Muttersprachen haben). Man kann so gut Englisch sprechen, wie man will. Einen echten „native speaker“ wird das nicht ersetzen. Aber ab und zu mal ein Buch auf Englisch lesen oder Originalfolgen der Muppet Show (sie liebt es!) gucken, kann nicht schaden.
Schöne und einfache englische Kinderbücher gibt es von Sandra Boynton.
Wir haben die „Birthday Monsters“ (sehr niedlich!), „The Going-to-bed-book“ und „Blue Hat, Green Hat“, ein kleines aber feines Büchlein mit wenigen, dafür aber sehr ausdrucksstarken Bildern. Die Tiere ziehen beispielsweise ihre Hosen an: einer eine rote (red pants), einer eine gelbe (yellow pants), einer eine grüne (green pants) und der Truthahn, der immer als letztes kommt, zieht sie sich über den Kopf. Darunter steht: „Oops!“. Die Farben wiederholen sich auf jeder Doppelseite, die Kleidungsstücke wechseln. Der Truthahn macht wie gesagt immer etwas falsch, dazu der Kommentar „oops“, über den sich Fiona wirklich krumm und schief lacht. Mittlerweile kommentiert sie das Ganze sogar so: „Hahaha hihihi, guck mal, Mama, der hat den Schuh auf dem Kopf. Der kommt doch an den Fuß!!“
Sehr richtig, mein Kind, sag das mal dem Truthahn!
Erstes Staunen: die Specials
Von der „Licht an!“-Reihe habe ich hier im Blog schon mal berichtet, das sind die Bücher mit der Taschenlampe. Diese handlichen, kleinen Bücher mit den dicken Seiten und den bunt bedruckten Folien vor schwarzem Hintergrund sind der Renner im Regal. Mit einer kleinen Papiertaschenlampe (weißer Lichtkegel vorne dran) kann man den Dschungel, die Stadt bei Nacht, den Zirkus, den Bienenstock, die Dinosaurier, die Burgen, etc. beleuchten und genauer untersuchen. Es hat ein bisschen was von Schlüsselloch-Gucken und übt eine wahnsinnige Faszination auf unsere Prinzessin aus. Am liebsten wird das „Tief im Meer“-Buch angeschaut. Inzwischen benennt sie zielsicher Fischarten, von denen ich vor dem Buch noch nie etwas gehört habe…Es ist so süß, wenn sie „Muräne“ sagt ^^
Da die Taschenlampe nach dem Raustrennen lose im Buch rumschwirrt, kann es schon mal vorkommen, dass sie in den Tiefen der kindlichen Spielzeugtruhe verschwindet. Dafür gibt es zwei Lösungen: die Billige – einfach eine Neue basteln aus Papier, hauptsache, vorne ist sie weiß oder die teure Müller’sche – genug Bücher von dieser Serie im Schrank haben. Irgendwo findet sich dann schon eine Lampe… *räusper*
Ein weiteres Special ist die Reihe von Guido Genechten mit dem kleinen weißen Fisch.
Das Besondere ist, dass die Grundfarbe der dicken Seiten schwarz ist und die bunten Farben dadurch viel strahlender und leuchtender erscheinen als auf weißem Hintergrund. Der kleine weiße Fisch hat seine Mama verloren und macht sich auf die Suche nach ihr. Dabei begegnet er dem Krebs („Bist du meine Mama?“ „Nein, ich bin der Krebs und ich bin rot“), dem Seestern, dem Tintenfisch, etc. Happy end gibt es natürlich! Lernschwerpunkt sind hier die Farben, bei anderen Büchern dieser Reihe Präpositionen, räumliches Denken, Emotionen.
Wenn Kinder krank sind, leiden Mama und Papa ja gleich mit. Da würde man der kleinen Maus oder dem kleinen Prinzen nur zu gern ein paar seiner Beschwerden abnehmen, wenigstens die laufende Nase… Krank sein ist doof! Man muss im Bett rumliegen, essen ist nicht das Wahre, man muss mehr trinken als einem lieb ist (und manchmal auch nicht sehr leckere Säfte!), ständig kommt einer mit dem Po-Piekser zum „Fieber nässen“, bei Fr.Doktor muss man den Mund aufreißen und so richtig Lust hat man weder auf die Eisenbahn noch auf’s Puppenhaus. Aber da gibt es was dagegen (nein, nicht von Ratiopharm): ein Buch namens „Hatschi“ von Cally Stronk, was wunderbar auf das Thema „Krank sein“ eingeht und zeigt, wie es einem schnell wieder besser geht. Da hilft der Tee von der Eule (Nona: „Oh, eine Tasse Kaffee!“), der Apfel von den Ameisen, die Sonne, die der Hirsch durch’s Fenster zeigt, die frische Luft, die der Vogel rein lässt und natürlich der Kuss von der lieben Mama.
Ewiger Dauerbrenner und wegen der Thematik ein Special ist „Luca fliegt in den Urlaub“ von Sonja Fiedler-Tresp.
Fiona ist ein absoluter Urlauber und genießt ihre „Ferien“ in der Sonne in vollen Zügen. Als ich erwähnte, dass wir ganz bald in den Urlaub fliegen, war sie hellauf begeistert, zog ihre Badelatschen an und wollte sofort losgehen. Es endete in Weinen, Kreischen und Jammern und letztendlich in einem Besuch im Reisebüro (!), bei der die nette Reisebürofrau in den Katalogen gezeigt hat, wo man überall Urlaub machen kann ^^ Wenn man fragt, was sie denn im Urlaub machen möchte, antwortet sie meistens mit „schwimmen“ und „am Strand liegen“, hat’s also im Wesentlichen erfasst 🙂 Flugzeuge machen ihr keine Angst, im Gegenteil! Das ganze hektische Treiben am Flughafen findet sie ungemein spannend und kommentiert jeden Arbeitsschritt des Bodenpersonals, den sie aus dem Buch mittlerweile aus dem EffEff kennt. Ein Mal musste ihr „Liemhasi“ auf das Laufband am Security Check zum Durchleuchten. Das erzählt sie bis heute!
Wer also vorhat, mit seinem Kind zu verreisen, sollte dieses lustige Klappen-Buch auf jeden Fall als Vor- oder Nachbereitung in der Sammlung horten ^^
An dieser Stelle frage ich mich ernsthaft, ob hier noch jemand liest oder ob schon alle runtergescrollt haben… Es ist echt lang geworden, aber da ist diesmal wirklich das Thema Schuld! Dafür werde ich mich beim Thema „Lieblings-Filme“ (falls das ein Thema der Blogparade sein sollte) sehr kurz fassen, versprochen. Für Filme fehlt mir das Sitzfleisch. Bin ja eher der Bücher-Typ, aber das wisst ihr wohl mittlerweile…
Ganz kurz noch was zu meinen Lieblingsbüchern rund um das Thema Schwangerschaft, Baby, Kind und Eltern:
ich stehe nicht sonderlich auf die klassischen Ratgeberbücher, weil ich grundsätzlich der Meinung bin, dass Eltern intuitiv wissen, was für ihr Kind das Beste ist und wie sie es beispielsweise dazu bewegen, vor Mitternacht dann doch mal schlafen zu gehen.
Reingeguckt habe ich Anfang der Schwangerschaft in „Wie ein Kind entsteht“ (tolle Fotos! Aber von der ziemlich genau bebilderten Geburt am Ende und dem schmerzverzerrten Gesicht der Mutter wollte ich im zarten, ersten Schwangerschaftstrimester dann doch nichts wissen…) und nach der Geburt in „Hilfe, ich wachse“ von Hetty van Rijt. Ansonsten sind die Ratgeber an mir vorbei gegangen. Ich wollte unterhalten werden (entertain me!) von Romanen oder Lexika, in denen mit einem Zwinkern und spitzer Zunge die Zeit als Eltern auf’s Korn genommen wird und die habe ich zu Genüge gefunden. Hier mein best of:
Lasst mich raten – euer Tee ist kalt, die Tafel Schokolade leer und euer Amazon-Einkaufskorb voll…?
Ziel erreicht 🙂 Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Gute Nacht.

Eigentlich…

Eigentlich….hatte ich vor 3 Tagen diesen Post begonnen und wollte zum ersten Mal beim Freitags-Füller mitmachen – schon oft gelesen und eine ganze Weile gerätselt. Warum Füller und nicht Kuli und warum ausgerechnet am Freitag?
Der Freitags-Füller ist entgegen meiner Vorstellung kein Schreibgerät, sondern eine Art Lückentext, zum Ausfüllen. Das tun begeisterte Anhänger jeden Freitag mit neuen „Fragen“. Nun gut. Wie so vieles in der Bloggerwelt (Blogparaden, Taggen, Mini-Mittwochs-Meinung, Sieben Sachen, etc) muss man ja auch das mal mitgemacht haben. Aber es wird nun doch eher einer der nächsten Freitage werden. Es gibt einfach momentan zu viel zu tun!
Eigentlich….habe ich seit dem Wochenende nicht mehr an diesen Entwurfs-Post gedacht, denn noch eigentlicher schreibe ich und veröffentliche sofort, hebe nichts auf für später. Ist wie mit Schokolade – muss man gleich essen. Aber da mir auf die Frage nach etwas, was in meinen Augen keinen Sinn macht, partout nichts einfallen wollte, wurde auf „Speichern“ geclickt und es dabei belassen.
Eigentlich….(apropos Schokolade) esse ich ja schon seit vielen Wochen sehr vernünftig, weitestgehend ohne Kohlenhydrate, komplett ohne Süßigkeiten. Das klappt mal mehr und mal weniger gut. Weniger gut klappte es, als ich vor ein paar Tagen bei meinen Eltern zu Hause auf den Postmann mit einer wichtigen Lieferung warten musste. Ohne Laptop und Klavier konnte ich nichts Sinnvolles tun, saß also vor dem Fernseher, trank einen Kaffee nach dem anderen und amüsierte mich über den klitzekleinen s-Fehler von Frau Burkhardt bei Punkt 12. Die schreiben ihr aber auch manchmal die Texte absichtlich mit viel s, glaube ich: „Martin Kesssici verliesss alssss ersssster freiwillig dasss Dschungelcamp! Sssonja SSietlowss ssspitze Bemerkungen darüber und wass ssonst noch ssso passsiert ist, hören Sssie nun…“
Während meines heiteren Wartens begegnete mir in dem Schrank, in dem ich das Brot vermutete (nein, kein Rückfall. Nono wollte eine „warme Stulle“, wie sie sagt, getoastet, also), eine Packung mit kleintütig verpackten Stückchen Luftschokolade. L-U-F-T-S-C-H-O-K-O-L-A-D-E! Puh, ganz ruhig, Vivi. Du machst den Schrank einfach wieder zu und hast nichts gesehen. Funktionierte natürlich nicht. Engelchen und Teufelchen lieferten sich kein Duell, im Gegenteil! Teufelchen erinnerte mich bei jedem Schritt an die Luftschokolade und rief immer lauter: „warm, wärmer, heeeeiiiiißßß“, wenn ich in die Nähe des verbotenen Schrankes kam. Das Engelchen meldete sich gar nicht zu Wort. War vermutlich gerade einkaufen, Luftschokolade holen ^^
In der Weihnachtszeit bin ich um leckeres Marzipan, bunte Plätzchen und sogar belgische Meeresfrüchte herumgekommen (hat sich in unserem Haushalt für alles ein Abnehmer gefunden. Und nein, wir haben keinen Hund ^^), aber weil die Luft in der Schokolade soooo gut schmeckt, musste Strunz mal beide Augen zu drücken 🙂
Eigentlich….wollte ich jetzt gar nicht meine Schokoladensünde beichten, sondern von der letzten Schulwoche berichten.

Vorletzte Woche ging es mir zwar körperlich gut, ich konnte aber trotzdem keine Früherziehungskurse im Kindergarten unterrichten, denn das ist ohne Stimme denkbar ungünstig. Das wäre so, als wenn eine Sekretärin ohne Hände zur Arbeit käme. Letzte Woche erwartete mich mit inzwischen wiedergefundener Stimme eine kleine Überraschung, als ich meinen Unterrichtsraum betrat (Dazu muss man Folgendes wissen: beginnen meine Sätze mit „Ich komm so in den Raum rein….“, folgt darauf meistens eine kleine Katastrophe. Entweder sitzt im Unterrichtsraum eine Horde klebender Bastelkinder oder im Nachbarzimmer wird DVD geguckt, weshalb ich nebenan nicht Musik unterrichten kann. Oder in den an meinen Raum angrenzenden Duschräumen werden wilde Kreisch-Wasserpartys gefeiert oder die Kinder sind alle im Garten und keiner hat mit mir gerechnet. Der eine Musiktermin, den man als Kita-Gruppe so hat, kommt immer so plötzlich jede Woche!)
Jedenfalls habe ich schon mehrfach über das Bällebad bzw. den großen Bällekäfig berichtet, der sich in meinem Raum befindet. Bisher stand er an der gegenüberliegenden Wand und störte nicht sonderlich, sofern ich 10min vor Unterrichtsbeginn da war und Tische + Stühle so vor den Bällebadeingang geschoben habe, dass die Kinder nicht rankommen konnten. Statt „hallo“ hörte ich anfangs oft „Gehen wir heute da rein?“ und ich bin nicht müde geworden, zu erklären, dass wir Musik machen wollen und (im wahrsten Sinne!) keine Ballpartys schmeißen werden.

In der Vorweihnachtszeit war der Käfig mit großen, weißen Laken abgedeckt und weihnachtlich dekoriert, toll! Und es hat funktioniert: was sie nicht sehen, ist nicht da. Kein Mensch hat im gesamten Dezember auch nur ein Mal das B-Wort in den Mund genommen. Bis letzten Mittwoch. Direkt neben der Tür steht das Bällebad nun so, dass die Kinder praktisch reinfallen, wenn sie den Raum betreten. Selbiges ist auch direkt in der ersten Stunde passiert bevor ich Luft holen und „HALT“ rufen konnte. Jegliche Versuche meinerseits, den Käfig wieder an seinen alten Platz zu schieben, scheiterten kläglich. Da muss jemand Bleibälle reingetan haben… Ich suchte die versteckte Kamera. Vergeblich.
Wenn die Kids gerade nicht versuchen, ein Bad zu nehmen, nesteln sie mit den Fingern permanent am Netz rum, während wir sitzen oder sie werfen ihre Papierflieger absichtlich rein, nur um zum Rausholen kurz einsteigen zu können. Versuchungen wurden scheinbar nur erfunden, um ihnen zu erliegen.
Im neuen Jahr gibt es natürlich auch ein neues Thema in der Früherziehung. Lucy ist jetzt nicht mehr auf dem Bauernhof, sondern geht mit ihren Eltern auf große Reise. Im neuen Begrüßungslied wird nun also nicht mehr gemolken und gegrunzt, sondern wir tanzen den Hallo-Twist und halten abwechselnd Arme und Beine in die Kreismitte, drehen uns, klatschen und schütteln dem Nachbarn die Hand. Letzteres bereitet den Kids einen Riesenspaß und entstand eigentlich nur zufällig, weil sich „hands“ auf „friends“ reimt ^^
Dass die genaue Zuordnung von „links“ und „rechts“ im Kindergarten noch nicht klappt, ist nichts Ungewöhnliches. Das kann man schon mal verwechseln. Aber ich konnte ein interessantes Phänomen feststellen, und zwar halten 80% der Kinder ihren rechten Arm in die Kreismitte, wenn ich zuerst „left arm in“ singe. Das gleiche passiert kurze Zeit später mit den Beinen. Wenn die dran sind, steht bei fast allen zuerst das rechte Bein im Kreis, auch wenn ich das linke besinge. Vielleicht sollte ich einfach den Text umkehren und zuerst den „right arm“ in lassen. Ich werde noch mal drüber nachdenken und euch über eventuelle Erfolge an der Links-Rechts-Front auf dem Laufenden halten 🙂
Da Puppe Lucy ja verreisen möchte, musste sie zuerst ihren Koffer packen. Es war wirklich interessant, was die Kinder so alles mitnehmen würden. An elementar wichtige Dinge wie Schlüppi, Hemd, Socken und Zahnbürste hat kaum jemand gedacht, dafür wollten die Mädchen ihren Schminkkopf und die Jungs ihre Feuerwehrwache mitnehmen. Naja, die Feuerwehrmänner können dann ja schließlich mit ihrem Schlauch die Zähne sauber spritzen ^^ Ein Mädchen aus der Gruppe der 3-4-Jährigen sagte, sie würde ein iPad mitnehmen. Von der Feuerwehrfraktion stirngerunzeltes Schweigen. Ich sah vor meinem geistigen Auge, wie vor deren geistigen Augen ein gekochtes Ei im Bett lag und die kleinen Gehirnchen den Zusammenhang einfach nicht herstellen wollten und musste laut lachen. Wobei mich die Tatsache an sich nicht weiter erstaunte, schließlich bedient meine 2-Jährige ihr iPhone sicherer, als manch Erwachsener seinen PC…
In der letzten Woche stand nun mit vorher gepackten Koffern Lucys Flugreise an. Durchsagen aus dem Cockpit imitierten wir mit zugehaltener Nase, ein Heidenspaß! Und auch wenn sie sich die Farben auf Englisch oder Wörter wie „sky“ und „plane“ nur nach millionenfacher Wiederholung einprägen, können nun alle – wirklich alle – Kinder nach der letzten Woche den Satz „Fasten your seat belt“ unfallfrei aussprechen. Ich erklärte, dass wir beim Refrain des Flugzeugliedes wie viele kleine Flugzeuge durch den Raum fliegen. Ein Junge setzte sich in die Mitte und rief: „Ich bin ein Flughafen“…
Zur nächsten Liedstrophe versammelten wir uns alle wieder im Kreis, bevor es dann erneut in die Luft ging. So ein Kreis ist schon eine tückische Sache. Denn wenn die Mia neben der Charlotte steht, fassen die sich nicht an. Mia fasst nur Lennox an, aber Lennox möchte Anthony und Dave anfassen. Anthony möchte wiederum nicht Sarah anfassen und Sarah ist gerade ganz schlecht auf Lea zu sprechen… Um ein zufälliges Nebeneinanderstehen mit denen, die gerade aktuell nicht in der Freundesliste stehen, beim nächsten Kreis zu vermeiden, flogen die kleinen Flugzeuge mehr in Flugscharen wie bei einer Luftshow. Lehrerhände sind im Kreis auch sehr begehrt, weshalb ich beim Fliegen mindestens 3 „Rettungsbote“ neben mir hatte, die nur auf meine Landung warteten und wegen derer ich mehrfach fast über meine eigenen Räder gestolpert wäre…
Auch spontane Küsse in die Armbeuge (= Mundhöhe) und ein „Du siehst hübsch aus, ich hab dich lieb“ *drück* sind in der letzten Woche vorgekommen. In solchen Momenten vergisst man dann, dass auch die liebsten Kinder der Welt mich in einem unbeobachteten Augenblick gegen ein paar Minuten Bällebad verkaufen würden ^^
Als sie nach der Stunde im Vorraum auf ihre Erzieherin warteten, hörte ich sie ein Klatschspiel spielen. Klatschspiele kenne ich noch aus der Grundschule. Wir haben immer „Bei Müllers hat’s gebrannt -brannt – brannt, ….“ dazu gesprochen.
Ich hörte nun:
„Ching Chang Chong, Chinese aus Karton. Chinese aus Papier und du bleibst hier….“
Ups! Das Witzige: Bao, Hui und Minh trällerten den Papierchinesen am Lautesten mit. Na dann…
Letzten Montag fiel in Berlin der erste Schnee in diesem Winter, er „hielt“ aber auch nur einen Tag. Fiona war ganz begeistert, wollte gleich ihren neuen Schneeanzug anziehen (den ich schon fast unter „Fehlkauf“ abgelegt hatte…) und kam aus dem Staunen nicht mehr raus.
Besonders niedlich beim Staunen war das fehlende „ch“, aber lest selbst:
„Oooh, Snee!! Guck mal, Mama, es sneit! Sneeflocken! Die sind aba sssön.
Da is Snee auf der Sseibe!“
Ich fand den Snee auf der Sseibe nicht ganz so toll wie sie, denn unter dem Snee war alles gefroren. Mit einem Eiskratzer kein Problem, auch nicht, wenn man es morgens ein bisschen eilig hat. Aber mein Problem war ein anderes: wie komme ich an den Eiskratzer ran? Alle Autotüren waren bombenfest zugefroren. Ich drückte wie besessen auf den automatischen Türöffner, mein Auto blinkte mich in freudiger Erwartung an, nur einsteigen konnten wir nicht. Ich versuchte es mit gut zureden, mit Hand auflegen und mit roher Gewalt. Keine Chance. Letzte Rettung war mein Papa, der das ganze Spektakel aus seinem Bürofenster mitangesehen hatte und dann mit der zündenden Idee kam: föhnen. Er holte die Verlängerungsschnur, ich den Fön und dann ging es dem Eis in den Türschlitzen an den gefrorenen Kragen…
Als übrigens am nächsten Morgen keine Spur von dem weißen Himmelszauber mehr zu sehen war, sagte Prinzessin Fiona wütend: „Ich will ein bisschen Snee! Sofort!“
Haha, als ob der letzte Satz eben Frau Holle erreicht hätte, sehe ich gerade beim aus-dem-Fenster-schauen ein paar kleine Flöckchen. Na bitte, geht doch 🙂
Seit Mitte letzter Woche ist das Nonchen zu Hause, nicht wegen Krankheit bei ihr, sondern wegen Krankenstand bei den Kita-Erzieherinnen, die die Eltern gebeten haben, ihre Kinder zu Hause zu lassen, wenn es irgendwie möglich ist. Vormittage bei Sasa sind was Tolles, also wurde es bei uns möglich gemacht. Pünktlich zum zu Hause bleiben waren morgens ihre Augen verklebt, sie hustete und – wen wundert’s – die Nase lief. Außerdem hatten wir eine absolut verkehrte Welt. Abends war nicht an schlafen zu denken und sie kam regelmäßig bis nach 22 Uhr mit den Worten: „Nono ist wach! Ich bin sson aufgestanden!“ in’s Wohnzimmer gestiefelt. Morgens beim Aufstehen wand sie sich wie ein Fisch im Netz, schickte mich weg und wollte einfach nur „noch ein bisschen sslafen“… An einem der nicht-einschlafen-wollen-Abende setzte ich mich zu ihr an’s Bett und las ihr noch eine Geschichte aus dem Mondbär-Buch vor. Sie strich mit ihrer kleinen Noni-Hand zärtlich über meine Wange und sagte: „Ich hab dich sooo lieb, Mama!“ Hach! Solche Momente entschädigen für alle ausgekippten Saftbecher, für alle Schokoladenflecken auf dem Sofa, für alle Schreianfälle in der Nähe des Süßigkeitenregals im Supermarkt und für die Kirschen im DVD-Player… Die matschige DVD-Hülle, in der mir beim Aufmachen weitere Kirschen entgegen kamen, war die von Angelina Ballerina, oder auf Nonisch: „Batterina Batterina“.
Am Sonntag kam zum allgemeinen Kränkeln der letzten Tage noch erhöhte Temperatur hinzu und eine Nacht, die eigentlich keine war (zumindest habe ich das Gefühl, überhaupt nicht geschlafen zu haben) und so ging es heute morgen dann doch zum Kinderarzt. Nichts Schlimmes, nur ein Infekt der oberen Atemwege, aber genug, um diese Woche noch mal komplett zu Hause zu verbringen… Hustensaft und Nasenspray nimmt sie ganz vorbildlich und ohne zu protestieren. Nur, dass man viel schlafen muss, wenn man krank ist, kann sie so nicht akzeptieren… Im Wartezimmer bei der Ärztin hat sie allen Anwesenden, ob die es hören wollten oder nicht, erzählt, dass sie krank ist und dass sie Fieber hat. Und ein erfundenes Aua am Bein kam noch dazu, der Glaubwürdigkeit wegen, vermute ich ^^
Eine Baby-Mama fragte, ob sie schon zeigen könne, wie alt sie ist. Ohne zu zögern zeigte mein liebes Kind prompt alle 10 Finger und strahlte. Man ist so alt wie man sich fühlt…
Nach der Nacht, die keine war, fand ich beim Aufwachen dieses Suchbild vor meinen Augen. Where is the baby?
(v.l.n.r.: „Büffelo“, „Titty“, „Höösch“, „Bruce“, „Lillypferd“, „Liemhasi“)
Vor nicht allzu langer Zeit (vorletzte Woche?) habe ich mich noch über das Filly-Imperium lustig gemacht und konnte mit dem Filly-Traumschloss, was viele Kinder unter’m Weihnachtsbaum hatten, nichts anfangen. Vor ein paar Tagen zog bei uns nun auch so ein Tier aus Plüsch ein. Ich werde auf die Umstände des Kaufes nicht näher eingehen (ich wurde gezwungen!). Feel at home, „Lilly“-Pferd…
Basteleien sind in der letzten Woche zu Hause auch nicht zu kurz gekommen. Löwensasa und Löwennono sind entstanden, in dem wir ein kleines Glas und eine größere Tasse auf Pappe gestellt und den Boden abgezeichnet haben. Anschließend wurden die beiden Pappkreise auf das weiße Papier gelegt und mit Wachsmalstiften hat Nona vom Kreisrand nach außen gemalt, viel kurzes und auch langes oranges, gelbes und braunes Mähnenfell. Die Wolken sind übrigens komplett in Eigenregie entstanden und waren eigentlich gar nicht vorgesehen ^^
Und um den Frühling ein bisschen zu locken, haben wir ihm schon mal ein paar Boten gebastelt. Wenig Aufwand, großer Farbenspaß, tolles Ergebnis! Sie wurden sofort nach dem „Bauen“ bespielt („Der fliiiegt! Huuuiiiii!“) und haben sowohl kleinere als auch größere Sturzflüge unbeschadet überlebt.
Und so geht’s:
Papiertaschentuch auseinanderfalten und eine (von 3) dünne Lage abziehen, dann wieder zusammenfalten (die abgezogene Lage wird nicht mehr gebraucht). Auf das wieder zusammengelegte Taschentuch von beiden Seiten mit Filzstiften viele Punkte in verschiedenen Farben tupfen, dann einen Pinsel mit Wasser befeuchten und auf das Taschentuch drücken, bis es feucht ist und die Farben verlaufen. Bis dahin kann der kleine Künstler alles alleine machen. An dieser Stelle kommen Mama oder Papa ins Spiel, die das nasse Taschentuch vorsichtig auseinanderfalten (be careful – reißt leicht!) und für wenige Minuten zum Trocknen über die Heizung legen. In der Zeit wird ein Chenilledraht (Pfeifenreiniger) in der Mitte geknickt und vom Knick aus ein Stück um sich selbst gedreht. Das getrocknete Taschentuch wird in der Mitte gerafft, so dass Flügel entstehen. Jetzt legt man es auf den Draht und dreht selbigen noch ein Stück weiter. Die beiden Enden werden stehen gelassen und als Fühler auseinander gedrückt. Fertig ist der Schmetterling 🙂

Blogparade #2

Die Blogparade geht in die zweite Runde, diesmal mit den Themen Schwangerschaft, Geburt und Babyzeit. Als roter Faden sollen ein paar festgelegte Begriffe im Text auftauchen, die dann nachher fett gedruckt sind.
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Schwangerschaft, Geburt und Babyzeit sind 3 so umfassende Bereiche, dass sicher jede Mama zu jedem der Themen einen halben Roman schreiben könnte, die Kunst liegt wohl hier in der Beschränkung auf das Wesentliche. Deshalb erspare ich euch das „Juhu, 0,257cm mehr Bauchumfang“ aus den ersten Wochen der Schwangerschaft, das „VERDAMMTE SCH****, tut das weh, das mach ich niiieee wieder!!!“ von der Geburt und das „Schau mal, wie süß, sie hat gepupst“ aus den ersten Babywochen.
Wen doch tatsächlich der ausführliche (und teils minutengenaue…haha) Geburtsbericht interessieren sollte:
er schwirrt in den Tiefen meines Blogs rum, genauer gesagt hier.
Aber beginnen wir chronologisch:
Als ich vom Frauenarzt nach dem Schwangerschaftstest den Mutterpass, einen Stapel Infobroschüren und einen „Herzlichen Glückwunsch“ in die Hand gedrückt bekommen hatte, ging ich sofort in den nächsten Schreibwarenladen und kaufte ein Tagebuch. Ohne weiter darüber nachzudenken, griff ich ein Schweinchenrosafarbenes und begann zu schreiben (5.Woche!). Einige Wochen später kam mir erst in den Sinn, dass ein rosa Büchlein für einen eventuell hellblauen Thronfolger nicht ideal ist, wenn er es zum 18. geschenkt bekommt. Ich schrieb deshalb: „Lieber Blubb. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du ein Mädchen wirst. Falls nicht, entschuldige ich mich hiermit in aller Form für das rosa Buch…“
5.- 10. Woche
„Meine Hormone haben gerade bunte Partyhütchen auf und stoßen auf dich an. Ohne mich, natürlich.“
„Du bist weder ein Zellhaufen noch ein weißer Punkt auf einem Monitor. Du bist ein Wunder, du bist unser Kind!“
„Dein Herz schlägt schon, aber ganz anders als meins. Anders und doch irgendwie zusammen <3"
„Ich muss jeden Tag 2-3 Std schlafen am Nachmittag und es kostet mich sehr viel Überwindung, Dinge wie einkaufen gehen zu erledigen. Oh man!“
„…und du bist es auch, die mich zu McDonalds fahren lässt und das mindestens 1x die Woche. Das mache ich nicht aus freien Stücken, nur um das mal festzuhalten!“
„Am Wochenende wolltest du Pizza. Ich esse ja normalerweise nur Schinken + Ananas. Aber nein, was hast du über meinen Mund geordert? Salami und ZWIEBELN! Bah….geht’s noch?!“
„Wir haben schon Namen überlegt, für ein Mädchen FIONA. Wie findest du den? Sag doch auch mal was!“
„Was ich heute Ekliges gegessen habe: Toast mit Schinken, Ei, sauren Gurken und Käse überbacken….“
„Ich habe heute geträumt, du wärst geboren (Mädchen) und als ich dich stillen wollte, kam keine Milch. Du hast gesagt (!), du hättest Hunger, ich hatte keine Fertignahrung da und es war Sonntag. Geschäfte zu…“
11. – 30. Woche
„Ultraschall gehabt: du bist so wunderschön!! Ich hatte Tränen in den Augen, du hast uns gewunken mit deinen Mini-Ärmchen“
„Warum bewegt es sich denn so wenig??“
„Ihr Baby ist so groß wie ein Gummibär. Mit so kurzen Armen und Beinen kann es nicht wild um sich schlagen…“
„1.Umstandshose gekauft. Saubequem!“
„15.Woche – ich wurde zum ersten Mal gefragt, ob das Bäuchlein eine andere Ursache hat als Essen.“
„18.Woche – Ich glaub, ich hab dich gestern zum ersten Mal gespürt. Es war unbeschreiblich, so ein Blubbern, als wenn ein Wurm durch den Bauch kriecht. Nochmal! Tanz für mich :)“
„Habe deinen ersten Body bestellt. Steht drauf: iPood. Haha.“
„Seit einer Weile lege ich abends vor’m Schlafen immer eine der Spieluhren auf den Bauch. Anhand der Tritte würde ich sagen, du magst „Somewhere over the rainbow“ lieber als „Schlaf, Kindlein, schlaf“. Jazzkind :)“
30.+
„Alle 15 min einen harten Bauch. Vorwehen. Nicht gut. Bleib drin, Hasi. 4 Wochen mindestens!“
„Ärztin sagt, zierliches Kind. Schmaler Kopf, schmaler Bauch. Das ist guuuut…“
„Humorfreie Zone beim Wochenend-Geburtsvorbereitungs-Crashkurs. 7 dicke Bäuche steigen in den Fahrstuhl ein. Stephan kommt dazu und zählt „2, 4, 6, 8, …“. Totenstille. Lachen ist gesund, ihr Hupen!“
„Jetzt sind wir schon bei den Waagen angekommen. Ob du dich bald auf den Weg machst? Ich kann kaum mehr meine Socken alleine anziehen.“
„Heute bleibt alles liegen. Fühle mich zu dick für alles. Manövrierunfähig.“
„Morgen kommt wieder die Frau mit den Nadeln im Bein (also in meinem, nicht in ihrem) – Akupunktur.“
„Noch genau 2 Wochen. Mir tut sooo der Rücken weh bei jedem Schritt! Aber Wehen hab ich noch keine.“
„07.10., 14 Uhr: FA-Termin. CTG ohne Befund.“
Rückblende: 07.10., 23.59 Uhr – Herzlich Willkommen, kleine Fiona
2 Tage alt:
Im Krankenhaus hast du schon dein erstes Wort „gesprochen“. Wenn du Hunger hast und ich dich hochnehme, lässt du deinen Kopf wütend auf meine Brust fallen und pickst wie ein Vogel. Das hast du im Krankenhaus auch gemacht und dabei einen Laut losgelassen, der klang wie „effm“, also „essen“ ^^ Ganz klar, das Kind hat Hunger.
6 Wochen alt:
Mein Baby hat heute Post vom Finanzamt bekommen, die persönliche Steuernummer. Na da sind sie aber hinterher…
Du hast jetzt schon den Spitznamen „Penny“ weg, weil du den ganzen Tag schläfst. Du hebst fleißig deinen Kopf, reagierst auf die Somewhere-over-the-rainbow-Spieluhr, die ich in der Schwangerschaft immer gehört habe und du LÄCHELST! Was für ein schönes Gefühl, das eigene Kind lächeln zu sehen! Unbeschreiblich! Am Anfang musste die Hebamme jeden Tag kommen, weil du abgenommen und relativ wenig gegessen hast. Bist eben ein Etappensäufer. Das sieht so aus: 40ml – 30min schlafen – 40ml – etc. Wenn dann einiges an Trinkmenge zusammengekommen ist, schläfst du 4 Stunden, da kann man die Uhr nach stellen. Und was mache ich in der Zeit? Statt etwas Sinnvolles zu tun, sitze ich an deinem Stubenwagen, gucke rein und grinse dämlich…
Eines der ersten, aber noch lange Zeit später heißgeliebten, Spielzeuge war übrigens er hier:
Frei nach René Mariks liebevollem Maulwurf mit Sprachfehler („Rapante, Rapante!“) benannt: Schmettekage.
Ein Kau-Zieh-Hup-Knister-Reiß-und-Beiß-Spielzeug vom Feinsten, den würde ich immer wieder kaufen. Laut Amazon heißt er Freddy und ist eigentlich ein Glühwürmchen, aber wir mögen ihn als Schmetterling lieber. Sowas Tolles! Wäre der nicht auch was für dich, lieber Herr Bohne? 😉

F-Post: von Fischen, Fragen, Freuden und dem Friedrichstadtpalast

Bevor ich von den neusten Ereignissen im Hause Müller berichte, möchte ich mich erstmal für die vielen lieben Kommentare unter dem Blogparaden-Post bedanken! Ihr seid toll! Da macht das Schreiben gleich noch viel mehr Spaß! Und dann freue ich mich über mittlerweile 36 Leser! Herzlich Willkommen, feel at home, everyone!
Einen der Kommentare las ich gestern mit einem großen Fragzeichen im Gesicht: ich wurde getaggt. Das letzte, was ich aus der sogenannten Jugendsprache noch im Hinterkopf habe, ist, dass man „du Horst“ oder „du Herrmann“ zu jemandem sagt, um auszudrücken, dass dessen Kommentare o.ä. mehr in die Kategorie „Verbaldurchfall“ gehören. Scheint aber schon völlig veraltet, denn wenn ich heute (heute ist Sonntag, sagen wir besser „morgen“) über einen Schulhof laufe, höre ich weder Horst noch Herrmann, sondern da wimmelt es von „Opfern“ und „Kanacken“. Jede Generation hat ihren eigenen Jugendjargon, denn man möchte ja cool sein und sich vom spießigen Elternvolk abheben (in deren spießige Fußstapfen man 10 Jahre später sowieso tritt, man weiß es zu dem Zeitpunkt nur noch nicht…). Wenn früher das Wort „geil“ schon genug Anlass zum Rotwerden und Kopfschütteln geboten hat, so war es in den 90ern vielleicht „pornös“ (Superlativ von geil), „krass“ und „du hast den Arsch offen“. Heutzutage benutzen sie nicht nur ihre eigenen Wörter („Ghettofrühstück“ – Joint auf leeren Magen – oder „Alimentenkabel“ – männl. Geschlechtsteil), sondern eine komplett andere Sprache: türkisch! Wenn „ganz normale“ deutsche Jugendliche (mit vermutlich 10 Generationen ebenso deutscher Vorfahren) sprechen, dann ist das türkisch mit deutschen Worten – wtf?! Das entscheidende Merkmal, also das „ü“, wird eingebaut so oft es geht und statt „ch“ immer noch ein „s“ davor, das kommt dem Ganzen schon „voll fett krass“ nahe: „Üsch hab dür phat pornös de Fresshöhle eingelocht, du Opfer!“
Aber darum sollte es jetzt gar nicht gehen. Vielleicht kehrt sich das Ganze irgendwann mal wieder um, dann heißen die Kinder statt Jayden und Georgina wieder Johann und Gerda und die beiden gehen nicht in den Fummelbunker, sondern schlicht und ergreifend in ein Tanzlokal ^^ We’ll see.
Aber zurück zum „Taggen“: selbiges war mir noch aus meiner Zeit als Musiklehrerin an der Oberschule im Hinterkopf, hatte ich doch mit der unglaublich charmanten und liebevollen 8a („Ey, du Muschi, geh kacken!“) das Thema Hip-Hop im Lehrplan und kaute mit ihnen auch Begriffe rund um’s Thema „Grafitti“ durch, damit die armen in der Musikarbeit wenigstens ein paar Anstandspunkte sammeln konnten, wenn sie schon bei Noten nur an Dollarzeichen in den Augen dachten… „Taggen“ gehörte dort jedenfalls auch dazu und bezeichnet eine Art Unterschrift, das Kürzel eines Sprayers (wieder was gelernt!). Ich wurde getaggt vom lieben ErDbEeR_KeKs, darf nun ein paar Fragen beantworten und dann ebenfalls andere Blogs taggen und mir Fragen ausdenken und so weiter…
Hier die Regeln:

1. Verlinke die Person, die dich getaggt hat. [check]
2. Beantworte die Fragen, die gestellt worden sind. [check]
3. Tagge anschließend 5 weitere Leute. [check]
4. Gib den „Getaggten“ bescheid. [in progress]
5. Stelle 11 Fragen an die „Getaggten“. [check]

Jetzt zu den Fragen:

1. Dorf oder Stadt, wo wohnt ihr?
– Stadt. Berlin, auuuuus Berlin!
2. Vanille-, Erdbeer- oder Schokomilch?
– mein Strunz guckt schon ganz böse, wenn ich nur an eine der drei Alternativen denke ^^ Am ehesten aber Schoko.
3. Frühling oder Herbst, was mögt ihr lieber?
– beides ganz nett. Frühling, weil ist fast Sommer. Herbst, weil ist noch nicht Winter. Schöne Bastelzeit mit kleinen Mäusen!
4. Welches Buch lest ihr gerade?
Die kleine Chefin – Tröstbuch für versklavte Eltern – sehr witzig und so wahr!
5. Was für Musik mögt ihr?
– grundsätzlich eher alt als neu, 50er-80er. Aber manchmal hat auch das neue Jahrtausend ganz Nettes zu bieten…
6. Fernseh oder Radio?
– TV
7. Was trinkt ihr lieber, Tee oder Kaffee?
– Kaffeejunkie! Morgens, mittags, abends, vorm Schlafengehen und dazwischen.
8. Wie sieht das Wetter aktuell bei euch aus?
– wolkig, ein bisschen grau, fast noch hell und insgesamt viel zu warm für Januar. Ein Glück!
9. Strand oder See, was gefällt euch besser?
– Strandstrandstrandstrandstrandstrandstrandstrand
10. Was nascht ihr am Liebsten?
– siehe Frage 2. Ansonsten alles in greifbarer Nähe. Marzipan, Schokolade, Gummibärchen,…
11. Duschen oder baden, was macht ihr lieber?
– duschen, weil’s einfach schneller geht. Beim Baden frieren entweder die Schultern oder die Füße. Sollte man mal drüber nachdenken….Körper zu groß oder Wanne zu klein ^^

So, nun kommen meine 11 Fragen an die Auserwählten. Ich stelle bewusst keine konkreten Fragen nach Hobbies, Lieblingsessen, o.ä., sondern halte sie sehr allgemein, damit jeder sie auf das beziehen kann, was er möchte…“Groß oder klein“ muss also nicht auf die eigene Körpergröße bezogen werden, sondern könnte auch die Vorliebe für eben große oder kleine…Stifte sein 😉 Viel Spaß euch!

1. Einsam oder gemeinsam?
2. Schwarz oder weiß?
3. Halbvoll oder halbleer?
4. Meer oder Schnee?
5. Groß oder klein?
6. Wort oder Zahl?
7. Hund oder Katze?
8. Quergestreift oder kleinkariert?
9. Psycho oder logisch?
10. Morgen oder gestern?
11. Lachen oder Weinen?

Ich würde mich freuen, wenn ihr aus den Antworten auf die Fragen kleine Geschichten oder Anekdoten macht als Alternative zur eintönigen ein-Wort-Antwort, ist sicher auch für eure Leser spannend! Das sind meine 5 getaggten Blogs:

Jetzt aber zu unseren neuen Mitbewohnern: 17 an der Zahl!
Wir sind jetzt sozusagen eine WG 🙂

5 bunte Mickey-Mouse-Platys, die sich anscheinend vermehren wie Unkraut, sie hatten schon am Tag des Einzugs wilden, hemmungslosen Platysex und Floyd, der Wels (unten links), musste alles mit ansehen! Als Folge dieses tief traumatischen Erlebnisses knutscht er jetzt Scheiben (von wegen, Max Raabe, „küssen kann man nicht alleine“! Kann man wohl!) und geht völlig in seinem Putzwahn auf. Wenn er nicht mit den Lippen an der Scheibe klebt, hängt er an der Heizung. Muss wohl ’ne Frau sein, permanent kalte Füße! Auch den Mini-Baumstamm und die kaputte Vase hat er gleich auf’s Gründlichste gesäubert. Danke, Floyd!
Oben rechts sind 10 Neonfische, im Sprachgebrauch nur „der Schwarm“ genannt. Sie sind im Gegensatz zu den Platys wunderbar zu fotografieren, denn sie stehen einfach im Wasser ganz dicht zusammen wie ein großer Fisch und harren der Kiemen, die da kommen. Unten rechts ist der Star des Aquariums zu sehen: Garnele Jacques. Fast durchsichtig und sehr klein, hält er sich meistens in einer Pflanze auf, während die Platys in der Mitte des Beckens wahre Balztänze oder actionreiche Verfolgungsjagden vollführen. Nach einer solchen Szene schwebt Nummerngirl Jaques grazil und elegant mit seinen vielen klitzekleinen Füßchen wedelnd von links unten nach rechts oben durch’s Bild, um von dort die nächste Platy-Show sehen zu können. Die Neons sind eigentlich gar nicht da, wenn die Platys auf der Bühne tanzen. Sie beobachten das ganze Szenario aus dem Schutz ihres sicheren Farns und kollidieren nur manchmal versehentlich mit dem Nummerngirl, wenn es sehr hektisch zu geht. So ertappte ich Herrn und Frau Müller eines Abends kurz nach dem Einzug des Aquariums, wie sie im dunklen Wohnzimmer mit nichts an (kein Fernseher, kein Radio ^^) auf Stühlen saßen und mit den Nasen dicht an der Scheibe mit einem Glas Wein Aqua-TV schauten. Schön! Nonos Reaktion auf den Einzug der Fische war zuerst eher nonverbal: sie schnappte sich den Kescher, ruderte wild mit den Armen, holte sich ihren kleinen größer-mach-Hocker und rief dann begeistert: „Oh ja, yuppi! Fische angeln! Nono will die rausholen!“ War ein schwieriges Unterfangen, dem Kind zu erklären, dass Enten angeln auf dem Weihnachtsmarkt etwas gaaanz ganz anderes war und dass man hier für geangelte Fische keine Barbies bekommt…

Beim Fischeholen ist mir übrigens etwas sehr Peinliches passiert. Voll im Fischkaufrausch wollte ich nach Platys und Wels nun unbedingt noch meinen Jaques haben, eine Garnele. Garnelen werden von Platys ignoriert, andersrum ebenfalls. Na bestens! Also rein in den Laden (keine Zoohandlung diesmal, sondern ein Baumarkt) und in die Tierabteilung. Da waren sie, die süßen roten Garnelchen: Louisiana Sumpfbabys, so groß wie ein Daumennagel – wie niiieeeedlich *quietsch*

„So eins möchte ich, kann man die auch allein halten?“ (meinte statt paarweise eben einzeln im Gesellschaftsbecken), da antwortete die genervte Verkäuferin nur: „die muss man allein halten“. Ok, schien wohl ein Einzelgänger zu sein, wie Floyd, der Wels.“ Sie holte ein Sumpfbaby aus seinem Sumpf, verpackte es im Beutel und ließ uns ziehen. Zu Hause angekommen sagte Stephan auf ein Mal: „…aber du weißt schon, dass das ein Krebs ist und keine Garnele?“

„Krebs?! Aber Garnelen sehen doch so aus, oder nicht?“ Vorsichtshalber googelte ich das Louisiana Sumpfbaby und musste feststellen, dass wir uns eine 15-20cm groß werdende Kampfmaschine in’s Haus geholt hatten. Oh oh! Einzelhaltung im 60l-Becken, aber so richtig einzeln. Nur der Krebs, keine Fische. Wird wie gesagt sehr groß und macht alles andere platt. Na toll! Was machen wir jetzt mit dem? Im Extrabecken wachsen lassen und mal kurz in die Platys halten, wenn diese ergebnisorientierte Vermehrung betrieben haben? Nein, das geht nicht. Aussetzen? Nein, das geht auch nicht. Da Klospülung für mich erst recht nicht in Frage kommt, konnten wir nur zurück in’s Geschäft. Nun war mir die ganze Sache aber mehr als peinlich und mein Kopf wäre im Laden so rot geworden, wie mein „falscher Jaques“, also musste ich warten, bis Stephan wieder zu Hause war und dann sind wir zusammen gefahren. Sie haben ihn anstandslos aber mit breitem Grinsen auf dem Gesicht zurückgenommen und ihn uns gegen eine richtige Garnele getauscht. Jetzt kenne ich also den Unterschied auch: Krebse haben Scheren, Garnelen nicht…
Wir haben in der letzten Woche mal wieder gebastelt, ich war ja stimmlos und demzufolge mehr zu Hause als sonst.
Stimme ist mittlerweile fast (!) wieder ganz okay; morgens noch ziemlich belegt und krächzig, aber über den Tag dann wieder normal. Habt ihr schon mal ohne Stimme eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen? Das war ein Spaß. Man flüstert ja dabei nicht, sondern man liest eben einfach sehr leise und trotzdem mit schöner Satzmelodie und interessant für das Mäusekind zum Zuhören. Was andere als Intonation bezeichnen, war bei mir eine heitere Kratzparade; sie reichte vom tiefgekratzen Bär über den mittelkrächzigen Mond bis hin zum hochkratzigen Vogel, aber immerhin – ich kann über 2 Oktaven krächzen! Ist jetzt aber trotzdem nix, was ich in eine Bewerbung schreiben würde ^^
Die Maus ist aus einer grau bemalten Rolle Klopapier entstanden mit angeklebten Filzfüßen, dreieckigem Filzkopf, runden Filzohren, schwarzen Tonpapier-Barthaaren, einem schwarzen Pfeifenreinigerschwanz und einer roten Pom-Pom-Nase. Wackelaugen dürfen – as usual – natürlich nicht fehlen. War ein großer Spaß! Ebenso der Fisch (wer ihn erkannt hat oder auch nicht – es ist einer unserer bunten Platys!), dessen Körper aus buntem Tonpapier gemacht wurde. Flossen sind mit Wasser befeuchtete, stinknormale Kaffee-Filtertüten, deren Farben wunderschön verlaufen, wenn sie mit Pinsel und Tuschkasten bearbeitet werden. Aus dem Prinzip „bunte Filtertüten“ lassen sich viele tolle Sachen zaubern, die werden dann ebenfalls zum Bestaunen auf dem Blog freigegeben, sobald sie gebaut wurden.
Auf dem Bild unten links ist der von Madame bestellte Milchreis mit Kirschen, den sie beim Einkaufen UNBEDINGT (wenn sie „unbedingt“ sagt, meint sie: es gibt Tote, wenn die Forderungen nicht erfüllt werden!) haben wollte. Kaum war er auf dem Teller und 2 Löffel voll im Mund, hieß es: „Mama essen. Da bitte!“ und ich blieb auf einem Topf süßem Brei sitzen (wie ging doch gleich das Märchen? 😉 Strunz hin oder her, schlecht werden lassen konnte ich ihn nicht. Also Augen zu und durch genießen – mmmhhhhh……….
Badewannenzubehör (hier unten rechts im Bild: Badekonfetti) ist was Tolles. Sie geht ja ohnehin gerne in die Wanne, aber wenn es entweder knistert wie ein Stück Fleisch in der Pfanne oder das Wasser rot, gelb oder lila ist, machen die Wasserfestspiele in unserem Badezimmer gleich doppelt so viel Spaß. „Nono! Nicht spr….ach egal…“
Vor kurzem war ich schon auf der Suche nach einem Faschingskostüm, denn in der Kita wird ja richtig gefeiert. Letztes Jahr um die Zeit konnten alle „Raupen“ gerade so laufen, das war dann doch ein bisschen witzig, als die Minimäuse verkleidet als Bienen, Käfer und Piraten durch den Gruppenraum stolperten. Dieses Jahr ist das schon etwas ganz Anderes. Sie laufen, sie rennen, sie springen, sie turnen, sie bauen, sie spielen, sie waschen, sie essen, sie „lesen“, sie malen, sie labern einem eine Tasche an’s Ohr und sie tragen Auseinandersetzungen aus wie richtige Kindergartenkinder: mit den Fingernägeln 😉
Bei C&A hingen ganze Kleiderständer voller süßer Kostüme, bei denen ich ein halbes Pfund erschrockene Spucke verdauen musste, nachdem ich das Preisschild gesehen hatte: ein Eisbär in Größe 104 für 29,95€ ?! Sogar ein schlichter Leopardenumhang, so groß wie ein Bolero, mit kleiner Kapuze sollte 24 Euro kosten! Und dann zieht man ihn ja doch nur ein Mal an. Schließlich will das Mäusekind im nächsten Jahr nicht nochmal der Eisbär sein. Und bis der letzte Eisbärenfasching vergessen ist und das Kostüm rein theoretisch wieder aufgetragen werden könnte, beschäftigt sich der kleine Eisbär inzwischen lieber mit Jungs, BHs, Mascara und Dr.Sommer…
Dann sind wir aber glücklicherweise doch noch fündig geworden, bei Spielemax. Ganz standesgemäß wird zur Kitafaschingsparty eine waschechte Prinzessin Fiona das Haus verlassen, „Prepessin“, wie sie sich selbst nennt. Sollte sie mal irgendwann in der Zukunft ein kleines Brüderchen bekommen, hat der ein hartes Los, ich seh‘ schon. Wer will denn freiwillig als „Shrek“ gehen?!
Die passende Handtasche, auf die die Bezeichnung „Glitzerblingbling“ eher passen würde, haben wir zufällig auch noch gefunden. Die ist jetzt der tägliche Begleiter, gefüllt mit allem, was in so eine Frauenhandtasche eben gehört: Handy (!), Gummibären, Schokolade, Taschentücher und Stifte. Das Geld muss sie sich dann aber von ihrem Prinz Charming besorgen, das gibt’s nicht von mir ^^
Heute Vormittag waren wir zur Kinderrevue „Die Schneekönigin“ im ausverkauften Friedrichstadtpalast Berlin, der weltweit größten Theaterbühne. Es war wahnsinnig toll und absolut sehenswert. Obwohl die Altersempfehlung „ab 5“ lautet, hat die etwas über 2-jährige Prinzessin 2 Stunden stillgesessen, mitgefiebert, geklatscht und gestaunt. Sie ist noch immer begeistert, hat die dazugehörige CD sofort zum Mittagsschlaf hören wollen und sagte beim Rausgehen aus dem Theater: „Ich will nich nach Hause! Ich will noch mal Sneekönigin hören!!“ Unten rechts im Bild sind übrigens Papa, erleuchtet, und Mama, halberleuchtet, mit brezelessendem Theaterkind und liem Hasi.
Zitate der Woche:
(Nona steht am Aquarium und zeigt auf einen Fisch)
„Guck mal, Mama, der winkt mit dem Schwanz!“
„Was habt ihr heute zum Mittag gegessen in der Kita?“
– „Was anderes.“
„Na was denn?“
– „nur ein bisschen Soße…“
(Englischnachhilfe in der Grundschule, ich höre, wie Lehrer zu Schüler sagt:)
„Was heißt denn „big sister“?“
– „dicke Schwester“
Nono: „Ich war bei Mama im Bauch mit Kitty zusammen!“
– „Nein, in Mamas Bauch war nur Nono drin, als sie ein Baby war.“
– „Ja, doch. Nono ein Baby war und mit Kitty im Bauch. So war dis!“
Die Gefolgen vom Sandmann („Samba“) heißen:
„Plittiplatz, Moppi und Batterienchen“
„Was für ein Buch ist das?“
– „Ach, wo der Mond abgefliegt ist.“
„Ich hab Fische im Akkorjon!“
(rutscht in ihrem Hochstuhl ein bisschen zur Seite und sagt:)
„Ich hab einen Platz gemacht. Mama soll da sitzen!“

Blogparade #1

Mehr durch Zufall bin ich vor ein paar Tagen über die Seite vom Herrn Bohne gestolpert, einem über den Alltag mit Kind bloggendem Papa, wie ich annahm. Ich las mich ein bisschen rein, mochte ich den Schreibstil doch sehr. Aber irgend etwas stimmte nicht… Unauffällig im Nebensatz beigemischte Formulierungen wie „rund um meinen Futternapf“ oder „ich musste mir das Hundegrinsen“ verkneifen machten mich stutzig – bis ich begriff: da bloggt ein Hund, der Herr Bohne eben! Sina, so heißt des Herrn Bohnes Frauchen, schrieb in einem Post etwas von einer Eltern-Kind-Blogparade, bei der man sich anmelden kann und dann 12 Wochen lang jede Woche eine Aufgabe erfüllen soll. Mal werden Fragen beantwortet, mal wird gezeichnet, mal werden Bilder gezeigt und so weiter. Die Anmeldefrist war schon vorbei und es sind auf der Seite der „Paraden-Mama“ schon weit über 100 Blogs zusammengekommen, die mitmachen werden (sie muss alle jede Woche lesen, oha!). Eine kurze liebguck-bitte-bitte-Nachricht später durfte ich nun auch noch mitreinrutschen und in der Blog-Parade tanzen. Sinn und Zweck ist es, andere Blogger kennenzulernen und über den Tellerrand zu gucken. Das machen wir doch gerne!
(Preise gibt es auch zu gewinnen, Sponsoren werden verlinkt in den Posts).

Die erste Aufgabe heißt „wer seid ihr?“, d.h., es geht um eine kurze Vorstellung, wer hier warum mit wem über wen und was bloggt.
Von den fertigen Bildchen trifft keines auf uns zu, wobei die Frau mit Baby mir äußerlich schon recht nahe kommt ^^
Ich hab mich deshalb mal im Zeichnen versucht (bin aus gutem Grund Musikerin geworden…als Architektin wäre ich verloren und sogar die Brücke unter der ich säße, würde einstürzen, wäre sie von mir konstruiert. haha…)

Ladies & Gentlemen, I proudly present: Familie Müller

Zu Familie Müller gehören Mama Vivi, gerade 25 geworden, hier links im „Bild“, Papa Stephan – rechts – und in der Mitte unsere zweieinvierteljährige Prinzessin Fiona mit ihrem „Liem Hasi“, dem Kuschelhasen. In unserem Leben dreht sich fast alles um Musik, denn wir sind beide Musiker und Musiklehrer, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Selbst die kleine Madame schleppt ab und an den runden Behälter ihrer Holzeisenbahn in’s Arbeitszimmer, schnappt sich Papas Drumsticks und haut drauf los (und das nicht mal unrhythmisch!). Schon zu pränatalen Zeiten hat sie die volle Dröhnung abbekommen, denn ich war im 7.Monat schwanger, als ich meine staatliche Abschlussprüfung vom Studium im Hauptfach „Jazz-Akkordeon“ gespielt habe. Die schicke schwarze Hose ging nicht mehr zu und die Akkordeonriemen mussten um ein paar Löcher verstellt werden, damit der dicke Bauch hintendran Platz hat, aber wir haben das zusammen und durchaus erfolgreich gemeistert. Kann sie also theoretisch schon in ihre Vita schreiben, die fängt dann nicht mit der Geburt im Oktober 2009 an, sondern mit Mamas Abschlussprüfung im Juli ^^
Charakteristisch für Mama sind wohl die Haare; ansonsten lacht sie gerne, laut und viel; kann zwar nicht besonders gut organisieren, dafür aber gut kreativ sein. Sie ist ein typischer Steinbock: ehrgeizig und mit dem Kopf durch die Wand. Andere nennen es stur, ich nenne es beratungsresistent 🙂
Papa Stephan ist *rechne* 33, trägt Pferdeschwanz und oft Basecap, spielt alles außer Geige und Blasinstrumente, lacht ebenfalls gerne und kommt ursprünglich aus der Nähe von Freiburg in Baden-Württemberg. Wir haben mit einigen Jahren „Zeitverschiebung“ gemeinsam studiert; also er Ende der 90er, ich Mitte der 00er (das sieht ja blöd aus! Wie WC…), aber da er noch in der kleinen, aber feinen Musikstadt Trossingen gewohnt und gearbeitet hat und ich mit „seiner“ WG befreundet war, liefen wir uns zwangsläufig über den Weg. Und dann kam der ausschlaggebende Moment, ohne den es Fiona heute nicht geben würde: eine SMS.
Ihr erwartet jetzt: „Du bist so toll, deine Augen, dein Mund, deine Nase, deine Br….auen, deine Stimme….Ich hab mich in dich verliebt…“ oder so? Nein, falsch.
In der SMS stand schlicht und ergreifend: „Dein Licht geht nicht.“
Ich fuhr im Auto vor ihm und guckte verbotenerweise noch während der Fahrt herzklopfend und mit großen Erwartungen auf mein Handy. Dieses erste, wirklich laute Lachen über diese noch nie dagewesene, ganz eigene Art von Romantik war der Grundstein für alles, was noch kommen sollte… Ja, was dann eine Weile später kam, war Fiona, die mit ihren 2 Jahren unser Zuhause und die dort herrschenden Strukturen völlig auf den Kopf stellte. Sie ist der Chef, ganz klar. Die ersten Worte waren demzufolge „Mama“ und „Papa“, denn man sollte sein Personal schon beim Namen rufen können ^^ Beim Namen Fiona, so dachten wir, könne man nichts falsch machen. Man schreibt ihn wie man spricht, einfache Buchstabenfolge, nichts Exotisches und trotzdem nicht alltäglich. Denkste! Von „Viola“ bis „Wiona“ ist alles dabei. Fogel-F, ihr Lieben! Fogel-F bitte 🙂 Spitznamen hat sie viele, die gebräuchlichsten sind „Nona“ (den gab sie sich selbst), „Nono“ und „Nonchen“. In frühster Kindheit war sie nur „Hasi“, wogegen sie sich jetzt aber mit Händen, Füßen und Mund wehrt: „Ich bin nich ein Hasi, Opa!!! Ich bin FIONA!“ Ach, und wenn irgendwo etwas geschrieben steht, ganz egal was, und es nach Fiona geht, dann steht überall: „Nonomüller“ (ist ein Wort). Bäcker Schmidt, Ristorante Rossini oder Deutsche Post – alles Nonomüller.
Sie ist ein absoluter Sonnenschein, erzählt den ganzen Tag, so dass ich kaum mit Mitschreiben hinterher komme, sie hat ihren eigenen Kopf, ganz klare Vorstellungen und wird fuchsteufelswild, wenn etwas nicht so klappt, wie sie sich das vorstellt, und wenn es nur das Schuhe ausziehen ist… Das Gute ist, dass sie nicht mehr nur weint wie ein Baby, bei dem man dann am Glücksrad dreht und hofft, das richtige getroffen zu haben: Hunger, Zähne, Windel. Sie kann sich schon ziemlich klar ausdrücken und man kann durchaus mit ihr verhandeln. Bedingungen à la „wenn-dann“ versteht sie. Nachteil ist, sie wendet sie bei uns ebenfalls an. Sprachlich noch nicht in Vollendung, aber sie meint „wenn-dann“, wenn sie sagt: „Mama hat Kaffee? Nono kriegt ein Eis. Nein, zwei Eisse!“
Ich glaube, in ein paar Jahren können wir uns warm anziehen. Aber ganz ehrlich – wir machen nichts lieber. Ein Mal kurz aus Versehen geflucht, läuft sie „Ssseisse“-trällernd durch die Wohnung…Ups!
Vielleicht noch ein Wort zu Fionas Hobbys: sie liebt ihre vielen Bücher über alles (mein Tick…Kinderbücher, hach!), macht Musik auf allem, was sie findet; steht total auf Fische, schläft gerne und lange aus (yes!!!) – allerdings nicht nur am Wochenende, ist eher Einzelgänger als Gruppenkind und ist sehr besorgt um ihre Mitmenschen („Mama hat verbrannt am Ab-Ofen! Du musst das Kühlmonster raufmachen!“; meine Oma namens Jauli liegt zum Chillen auf der Couch, Nono kommt rein und sagt mit ernstem Gesicht: „Was ist los, Wauli?“) Mit einem Wort zusammenfassend finde ich unser Leben einfach nur „schön“ und würde für kein Geld der Welt mit jemandem tauschen.
Wenn man als Noch-Nicht-Eltern wüsste, wie anstrengend es tatsächlich ist, würde man keine Kinder bekommen.
Wenn man als Noch-Nicht-Eltern wüsste, wie schön, wie bunt, wie emotional, wie lebendig, wie spannend und wie „wundervoll“ (im wahrsten Sinne!) das Leben mit Kindern ist, hätte man schon längst welche.
In diesem Sinne, habt ein buntes Wochenende und wir lesen uns bald – gestern sind unsere Fische eingezogen! Bilder folgen. *Applaus*

Me & my Mummy

Ich schicke euch herzliche Grüße von der Couch, auf der ich gerade meinen Vormittag verbringe und mit heißer Milch mit Honig, Gelo-ReVoice-Tabletten und gut Zuflüstern versuche, meine Stimme zum Zurückkommen zu bewegen, bevor am Nachmittag der reguläre Dienstagsunterricht ansteht. Bisher ohne Erfolg. Oh oh!

Meine Geburtstagsparty am Samstag war wirklich toll (ob ich die Stimme dort vergessen habe?!), es waren viele liebe Leute da, die mit mir das Vierteljahrhundert gefeiert haben und meine Eltern und meine Jauli („Oma“ sagt man nicht ^^) haben sehr leckeres Essen gemacht und mir viel Vorbereitung abgenommen. DANKE! Der Renner am Buffet waren stinknormale, einfache Pellkartoffeln mit Dip, man sollte es nicht meinen! Mein persönlicher favourite war allerdings die Soljanka, von der ich über den Abend verteilt bestimmt 6 Schüsseln gegessen habe o_O
Erdbeerbowle und selbstgemachte Pfannkuchen gehen auch auf mein Konto. Beim morgendlichen Wiegen las ich im Display:
„Bitte die Waage nicht in Gruppen betreten!“ ^^
Links ist übrigens ein Spiegel-Bild unseres Partnerlooks, Shirts haben nahezu gleich viel gekostet!
Wir hatten viel Spaß beim DDR-Quiz (Was war das „Tal der Ahnungslosen“? Wer bekam den letzten Trabant? Wo befand sich das Stasi-Hauptquartier?), bei dem die bis 1975 geborene Generation nur als Joker eingesetzt werden durfte und das Jungvolk mal durch gute Vorbereitung glänzte und sich ein anderes Mal komplett ahnungslos zeigte, sehr zur Erheiterung der 35-Plus-ler.
Neben vielen interessanten Ostfakten lernten wir an diesem Tag auch, dass FDJ-Blusen ungemein kleiden und dass Ampelmännchen eigentlich „Mantelmännchen“ heißen. Fiona war der Star des Abends, wie eigentlich immer, wenn sie irgendwo auftaucht. Aber von ihr lasse ich mir gerne die Show stehlen. Sie lernte u.a., dass man mit kleinen Flaschen vor dem Trinken klopfen muss und sich dann den Deckel auf die Nase steckt. In ihrem Fläschchen war natürlich nur alkoholfreie Bowle, obwohl sie zu gerne die „richtige“ probiert hätte. Hoffentlich macht sie das Klopfen nie in der Kita vor!

Am Morgen meines Geburtstages kam Fiona an mein Bett und ich sagte:
„Nono, Mama hat heute Bokatz. Was sagt man da?“
– „Frohe Weihnachten!“
„Nein, das andere…“
– „Alles Duute!“

Ich könnt‘ sie nur so knutschen. Bis einen Abend vorher war sie ja noch der festen Überzeugung, dass nicht Mama, sondern Nona Bokatz hat und die „Scheschenke“ bekommt. Sie wurde zum Teil richtig wütend, wenn ich das Ganze richtig stellen wollte! Am Geburtstagsmorgen gab sie dann aber ernüchtert zu, dass doch Mama Bokatz hat und Nono noch dauert…
Auf einem Stasi-Block wurden während der „Paaty“ auffälliges Verhalten und regime-kritische Äußerungen notiert. Ob und wann die zur Veröffentlichung kommen, wird sich noch zeigen. Unter Umständen geht er auch einfach an den Meistbietenden 😉
Hier noch ein paar Impressionen aus dem „Osten“:

Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Posts: Julia von Löckchenzauber hat eine Aktion ins Leben gerufen, die so heißt wie dieser Post: Me & my Mummy. Es sollen die Gesichtshälften von Mama und Kind auf einem Bild zusammengefügt werden, um evtl. Ähnlichkeiten festzustellen. Ich finde, bei uns ist das ganz gut gelungen. Ich war auf dem Bild 9 Monate alt, bei Fiona war es an ihrem 1.Geburtstag. Vielen Dank für die schöne Idee, ich bin auf eure Bilder gespannt!