Voila, la metta

Wir haben heute ganz dekadent bis halb 11 (!) geschlafen, bis viertel 12 gekuschelt („Mama, komm bisschen tuscheln!“) und um halb 12 gefrühstückt. Boah, war das geil! Danke, Nono! Das war mein Weihnachtsgeschenk. Selten einen entspannteren ersten Ferientag gehabt. Dafür war natürlich dann mit Mittagsschlaf nicht viel zu machen, ich hab’s gar nicht erst versucht… Letztens hat sie im Auto gesagt: „Mama, mein Auge is ganz müde!“ Süß! Nach dem Frühstück haben wir unseren Tannenbaum geschmückt. Es ist (noch) nichts zu Bruch gegangen, glücklicherweise war auch Einiges an silberglänzendem Plastikkram dabei, das durfte runterfallen. Sie hat dann ganz alleine Stellen gesucht, wo man die Hängerchen anbringen kann. Mein Auge wollte zumindest versuchen, ein kleines bisschen Symmetrie in die ganze Sache zu bringen. Ihre Augen wollten alles was glänzt auf einem Haufen sehen, d.h., alles vorne in Kleinkindgreifhöhe auf ein und demselben Zweig. Nach hitzigen Diskussionen und dank meiner Überredungskunst („Du darfst dafür das Lametta alleine anhängen, ok?“) konnte ich wenigstens ein bisschen mitentscheiden. Durch den vielfarbigen Bastelkram ist der Baum eher Marke „tellerbunte Knete“ statt rot-silber-elegant. Hauptsache dem Nonchen gefällt’s: „Ooooh, der is aba ssöön!! Hat Nono gesmückt!“
Naja, neues Jahr, neues Schmück ^^

Passend zum Thema ist vor ein paar Tagen ein bestelltes Buch angekommen namens „Die kleine Chefin – ein Trostbuch für versklavte Eltern“. Manchmal ist bei mir ein einziger Satz im Klappentext oder in einer Bewertung ausschlaggebend, dass die Maushand automatisch „in den Einkaufskorb“ anclickt. Bei diesem Buch war es die Beschreibung: „Tobias Kaufmann erzählt mit grandiosem Witz die schönsten Geschichten aus der dramatischen Epoche, als seine Tochter die Herrschaft über die Familie ergriff.“ Herrlich! „In den Einkaufskorb“! Wenn das Buch so gut ist wie die Beschreibung, werde ich es euch wissen lassen.
Ein anderes Buch, was definitiv so gut ist wie seine Beschreibung, wenn nicht sogar besser, heißt „Das Lichterketten-Massaker und andere Weihnachtskatastrophen“ von Stefan Albus. Für Weihnachtsmuffel, die der ganzen stillen Nacht und der von ihr verursachten Konsumgeilheit der Deutschen nicht so viel abgewinnen können, ist das ein wunderbares Buch zum einfach-mal-laut-darüber-lachen. Ein kleiner Auszug zum Thema „Weihnachtsbaum kaufen“ (was ja offensichtlich das Potential hat, Ehen zu zerstören. Man sollte es nicht meinen!):

„Der Typ hinter dem Zaun, der sich bis eben noch die Hände an einem kleinen Holzofen neben seinem Bauwagen rieb, hatte mich entdeckt. Kein Wunder: die Reihen der Tannenbäume, die eigentlich an dem Zaun lehnen müssten, waren arg gelichtet. Es war spät. Auch im Jahr. Nur: eben hatte Claudia mit strahlender Beiläufigkeit gesagt: „Eigentlich wäre so ein Baum doch auch mal…“ Weiter hatte ich nicht zugehört. „Aber…….“, hatte ich gestammelt, „wollt ich ja, aber DU fandest die doch immer ….“. Claudia hatte mich einen Moment angesehen wie jemand, der jetzt ganz schnell eine Sauerstoffflasche gereicht haben möchte. „Das ist nicht dein Ernst jetzt?“ Ich sah Claudia an. Claudia sah den Verkäufer an. Der Verkäufer sah erst mich, dann Claudia an. Dann nickte er: „Kommense ruhig rein, ich hab noch viele schöne da…“. Okay, das war eine Untertreibung, die selbst Saddam Husseins Pressesprecher („Es gibt keine amerikanischen Panzer in Bagdad“) nicht besser hinbekommen hätte: was der Wettergott zwei Tage vor Weihnachten noch gnädig unter einigen Zentimetern Schnee zu verstecken suchte, war ungefähr so aufregend wie die Weltnachrichten kurz vor einem Kinoabend mit der Liebsten. Das letzte Aufgebot. Trostlos wie Stalingrad, nachdem der letzte Flieger raus war. Diese Bäume gehörten in die Kategorie im-Sportunterricht-immer-als-Letzter-in-die-Fußballmannschaft-gewählt: schiefe, unförmig ausgetriebene Gewächse ohne Spitze, zum Teil mit halbseitiger Nadelglatze. Wären sie Menschen, wären sie linkisch, hätten Pickel und würden sich mit Computern auskennen.“

Gestern habe ich eine Spam-Email bekommen mit dem Betreff: „Potent im Advent“, das schreit nach einem offenen Brief:

Liebe Leuten-das-Geld-aus-der-Tasche-Zieher,

wo auch immer ihr meine Emailadresse her habt, lasst euch eins gesagt sein:
euer Marketingchef, der sich ausgedacht hat, dass eure schwachsinnigen Produkte mit einem hübschen Reim im Betreff besser an den Mann gebracht werden können, gehört gefeuert. Außerdem ist mein einzige Ständer der vom Weihnachtsbaum im Wohnzimmer: ich bin eine Frau, ihr Affen! Potent im Advent? Ausgelacht zur Weihnacht!

Letztens kam im Frühstücksfernsehen eine (hoffentlich nicht repräsentative!) Umfrage auf Weihnachtsmärkten deutscher Großstädte. Bevorzugt befragt wurden Jugendliche zum Thema „Weihnachten“.
„Wann wurde denn Jesus geboren?“
„Äh….na man sagt ja „soundsoviel vor Christus“. Also ich rate mal: 400 vor Christus?!“

Next! Andere Herangehensweise:
„Wer wurde denn an Weihnachten geboren?“
„der Highlander?!“

Mööööp! Next.
„Wie hießen denn die heiligen drei Könige?“
„Wart mal, das weiß ich! Das waren doch Achmed, Mohammed und……auf den dritten komm ich nicht!“

Ja, und die Eisheiligen heißen Lagnese, Schöller und Doktor Oetker. Power off!
Soviel Dummheit am frühen Morgen war selbst für mich zu viel…

Fiona hat heute Abend den Vogel abgeschossen, was haben wir gelacht.! Sie sollte sich ausziehen und fertig machen zum in’s-Bett-gehen. Jacke und Schuhe aus hat auch ganz gut funktioniert. Dann kam die nächste Schicht, bei der sie für gewöhnlich sagt: „Mama macht“.
Heute musste Mama nicht machen. Stolz zog sie ihre Strumpfhosen aus, hielt sie mir hin und rief: „Ich hab die Bumshose auszozogen“ ^^

Später, wenn sie größer ist, werde ich ihr vielleicht mal erklären, dass, wenn man vergisst, sie auszuziehen, es eher eine Anti-Bums-Hose ist. Ihr kennt den Witz?
Er zu ihr: „Wenn ich gewusst hätte, dass du noch Jungfrau bist, hätte ich mir mehr Zeit gelassen.“
Sie zu ihm: „Wenn ich gewusst hätte, dass du es so eilig hast, hätte ich vorher meine Strumpfhose ausgezogen…“

Und damit: schöne Weihnachten!
Voila, la metta!

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

1 Kommentar zu „Voila, la metta“

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