Heldin in Strumpfhosen

„Nona, kannst du die Legosteine bitte alle wieder einräumen?“
„Niemals.“
(zu viel „Simsims“ auf ProSieben geguckt?!)

Am Wochenende gibt es oft morgens Omelett. Das macht Papa. Mama schläft dann noch.
Nein, Spaß, aber Mama isst seit einer Low-Carb-Diät von vor 3 Jahren keine Eier mehr, jedenfalls nicht, wenn es sich vermeiden lässt. Prinzessin und Papa essen das aber nach wie vor sehr gerne. Am letzten Wochenende brachte sie ihm das „rohe“ Ei aus ihrem Spielzeuglebensmitteleimer, der übrigens gemeinsam mit der Registrierkasse immernoch sehr hoch im Kurs steht bei der Spielzeugbeliebtheit. Heute hörte ich sie schlaftrunken (ich, nicht sie) vom Kinderzimmer in die Küche poltern, in der Hand das Spiegelei aus dem Eimer: „Da, Papa! Eier machen! Bitte.“ Mehr Eier sind meines Wissens nach nicht drin im Eimer. Man darf gespannt sein, was es nächstes Wochenende zum Frühstück gibt…

Ihre Affinität zu Eiern wird besonders beim Einkaufen sehr deutlich. Dass man Überraschungseier schüttelt, weiß sie. Warum man das tut, weiß sie nicht. Anders kann ich mir nicht erklären, warum sie sonst so zielstrebig zu dem Stand mit den Hühnereiern ging und eins nach dem anderen auf Inhalt abklapperte, ohne es sich an’s Ohr zu halten…
Dass sie Sätze von uns gern wiederholt, habe ich ja schon mal geschrieben. So bekommt man dann vorgehalten, was man scheinbar zu oft im Alltag sagt, ohne es wirklich zu merken. Sie ruft schon mal: „Jahaaa, ich pomme deich!“ oder lässt ein fast schon genervtes „Meine Düüte!“ los… Letztens sagte sie ganz wichtig: „Ich hab en dd“ (Betonung auf dem zweiten „d“) und ich rätselte, was sie haben könnte. dd?!
„Was hast du? Eine CD?“

„Nein, Mama! Ich hab en dd!!“

Und während ich noch drüber nachdachte, wofür die Abkürzung „dd“ stehen könnte, ging mir ein Licht auf: „Ich habe eine Idee!“
Welche Idee es war, habe ich bis heute nicht erfahren, gehe aber stark davon aus, dass die „dd“ war, zu „Maxspiele“ zu gehen. Schließlich saßen wir im Einkaufscenter unseres Vertrauens direkt vor SpieleMax im Eiscafé und sie liebäugelte schon eine ganze Weile mit den Adventskalendern im Eingang…
Heute bei REWE waren sie wieder da – die unzähligen bunten Haribo-, Lindt- und Kinderschokolade-Adventskalender in allen Formen und Farben. Nona kommentierte das mit: „Nono ein Haus haben, bitte.“ Tja, liebes Kind, wenn du wüsstest, dass dein „Haus“ schon längst eine Tür neben deinem Kinderzimmer auf dem Schrank auf dich und den 1. Dezember wartet…
Normalerweise bin ich ein Adventskalender-am-30.11.-Käufer. Da ich damit aber im letzten Jahr ziemlich auf die Nase gefallen bin, weil es am letzten Novembertag KEINEN einzigen Kalender mehr gab, nicht mal so einen einfachen Schokotäfelchenspender, wartet er nun schon eine Weile auf seinen Einsatz, in der Hoffnung, dass die Schokolade bis dahin keinen Bart hat und die Türchen von innen alleine aufmacht…
Gestern früh hat Nona mich beobachtet, wie ich im Bad mit einem Gerät (der Gerät, haha^^ wer guckt Stefan Raab?) meine Wimpern eingeklemmt und sie geformt habe (wie heißt der Gerät? Wimpernzange, wa? Egal, die Frauen wissen sicher, wovon ich spreche). Sie guckte eine Weile leise zu und forderte mich dann laut und mit erschreckender Entschlossenheit auf: „Sneid ab, Mama!“
Wenn sie selbst schneiden möchte (nicht Wimpern, Papier natürlich), sagt sie höflich: „Bitte eine Sneide!“
Vor Kurzem hat Madame ihren Wäschekorb ausgeräumt, alle Klamotten im Zimmer verteilt und hatte sichtlich Spaß dabei. Ich kam dazu und sagte mit herunter gezogenen Mundwinkeln: „Nicht machen, Nona. Räum das bitte wieder ein, sonst bin ich traurig.“
Da sagte sie, die sie noch ein leichtes tr-Ausspracheproblem hat, doch glatt zu mir: „Nein, Mama!!!! Nono staubig!!!“
Apropos Wäsche – vor nicht allzu langer Zeit habe ich über meine Waschmaschine berichtet; über Vorlieben und Abneigungen, über Geldausspucken und Taschentücherfressen. Sie liest offenbar nicht nur meinen Blog, sondern beginnt jetzt auch mit der Kontaktaufnahme! Glaubt ihr nicht?! Nachdem Stephan nach dem Waschen mal wieder einen rot-rosa (statt rot-weißen) Bettbezug aus der Maschine geholt hatte, zeigte er mir verblüfft ihre Botschaft:
Immerhin, höflich ist sie. Ich erwarte demnächst „Sorry, my fault“, „Wer träumt, der schäumt“ o.ä.
Sobald sie mit Zettel und Stift umgehen kann, muss sie 100x schreiben: „Ich verfärbe keine Socken. Ich verfärbe keine Socken. Ich ver….“
Jetzt wird’s ja langsam wieder kalt draußen, gefällt mir im Übrigen gar nicht! Für Nona heißt das: Strumpfhosenzeit kommt wieder. Strumpfhosen sind, wie ich finde, eine ziemlich unangenehme aber ungemein praktische Angelegenheit. Selbst tragen kann ich sie nicht. Das letzte Mal war mit 16, als ich bei eisigen -13°C (!!) mit dem Motorroller zur Schule gefahren bin. Lieber Eisblumen auf dem Helm als Bus fahren. Nach der Ankunft in der Schule ging’s erstmal auf’s Klo, die vielen Schichten Klamotten abpellen ^^
Jedenfalls habe ich mit dem Kinderkriegen die Strumpfhose wiederentdeckt. Es ist lustig mit Kindersachen. Wenn man noch kein Kind hat, weiß man in der Regel nicht, was Kinder so anziehen und es ist einem auch herzlich egal. Strampler, halt. Bis sie in die Schule kommen. Wenn man dann einen zweiten Strich auf seinem Test sieht, der erste Schock überwunden ist und der Frauenarzt einen mit den Worten „Herzlichen Glückwunsch“ begrüßt, geht man shoppen. 9 Monate lang. Tag und Nacht, online, offline, BabyWalz, Babymarkt, Otto, Neckermann, Amazon, Toys’R’Us, Spielemax, Dawanda, C&A, H&M, Dick&Doof – wir hatten sie alle! Ein Paradies in Größe 50. Vorher war der unbedarften Durchschnittsfrau nicht bewusst, was so ein Baby alles braucht. Von wegen Luft und Liebe! Laut diversen Ratgeberbüchern, Zeitschriften und dem Internet kann man glückliche, intelligente, durchschlafende, nicht quengelnde, zufriedene, satte Kinder nur ranzüchten, wenn die Erstausstattung stimmt. Von dem Geldwert der ersten Ausstattung könnte ein Student locker das gesamte Studium finanzieren… Mit dem Zweiten sieht man besser, nein, bei dem Zweiten weiß man’s besser! Badeeimer, Windeltwister, Stillkissen (dazu später mehr), Babykostwärmer, Pucksack, Schnuller, Thermolöffel, Tragetuch, Teesauger, umbaubarer, teurer Kinderwagen mit allen Extras, Schlafsack, etc. sind alles Dinge, auf die wir hätten verzichten können. Ich schreibe bewusst das „wir“ fettgedruckt, denn es gibt sicher Eltern, die Lobeshymnen auf Tragetuch und Nuckel singen und den Herstellern auf ewig dankbar sein werden. Ist eben bei jedem anders.
Der Eimer, namens Tommy Tub, war viel zu schnell viel zu klein und die Schweinerei beim Baden war größer als der Sauberkeitseffekt beim Kind, aber Stephan wollte ihn gerne anschaffen, damit er ein Foto machen und drunter schreiben kann:
Alles im Eimer.
Ähnlich verhielt es sich mit dem „Hygiene Plus Komfort Windeltwister“. Ein interessantes System, das. Jede nicht so lecker riechende Windel wird eingeworfen und dann darf Mama ein Mal am Glücksrad drehen, was die Windeln sozusagen innerhalb des Eimers einzeln einschnürt, so soll Geruchsaustritt verhindert werden. Und für 9,99€ kann man ja nichts falsch machen. Denkste! Also erstens kosten die Scheißbeutelnachfüllkassetten 10x so viel wie der Eimer an sich und außerdem kommt das böse Erwachen, wenn der Eimer zum ersten Mal voll ist. Schön groß war er ja, aber schön groß war auch die Windelschlange im Inneren, die erst nicht abging, sich dann aufgerollt hat und zu groß für unsere kleine, fast randvolle Mülltonne war… Konnte also weg, ein (haha) stinknormaler Treteimer mit Müllbeutel tut’s auch.
Die Baby-Puck-Technik heißt tatsächlich so, da wurde kein „s“ vergessen. Spucken müssen die auch nicht lernen. Ist eine angeborene Fähigkeit, die im Verlauf der ersten 6 Monate bis zur Perfektion gebracht wird. Unser Pucksack ist, glaube ich, noch originalverpackt. Pucken ist eine spezielle, ziemlich straffe Einwickeltechnik zur Beruhigung. Seit noch nicht allzu langer Zeit gibt es nun auch Pucksäcke, damit man die Wickeltechnik nicht lernen muss und nichts falsch machen kann. Die vertraute Enge soll Geborgenheit vermitteln und ungewollte bzw. unkontrollierte Bewegungen verhindern, von denen das Baby aufwachen könnte. Vor der Geburt denkt man als werdende Mama: Babys schreien. Babys essen und weinen (das denkt Fiona) und man müsste viele Beruhigungstechniken auf Lager haben. Schon Wochen vor dem berechneten Geburtstermin lernt Mama fleißig Schlaflieder aus längst vergessenen Zeiten und gibt Geld aus für Pucksäcke und Ratgeberbücher. Und dann ist das Baby da und…..schläft! Es trinkt und schläft. Und trinkt und schläft. Ab und zu kommt der Windeleimer zum Einsatz. Und dann? Trinkt und schläft. Jedes Kind ist anders. Unseres war sehr pflegeleicht und zufrieden, wenn es im Stubenwagen im Wohnzimmer schlummern konnte, während wir daneben auf der Couch saßen und redeten, Fernseh guckten, etc. Keine Schlaflieder, keine nächtlichen Wohnungswanderungen mit Tragen, Wiegen und Schaukeln. Nix.
Eine sehr sinnvolle Anschaffung war trotz seines Preises das BabyBay-Bettchen. Ein Beistellbett, was man an’s Elternbett einhängen kann. Mit Rollen drunter und dem kleinen Gitter zum Anklemmen ist es ein Stubenwagen und nachts kann man das Baby mal schnell zu sich rüber holen zum Stillen. Bevor es sich eingeweint hat, hat’s den Mund schon voll und Mama spart sich das Aufstehen. Daumen hoch dafür.
Stillkissen haben wir auch eins. Meins ist gelb, samtig und sieht aus wie eine gigantische Banane. Als Stillhilfe habe ich es in der Tat nie benutzt, dafür waren Körper- und Kissenform irgendwie nicht kompatibel. Aber zum nachts drauf schlafen, Arm oder Bein drüber legen, Kopf anlehnen zum bequemeren Fernsehen war das schon toll…
Kinderwägen werden beworben mit ihrer Umbaubarkeit zum Buggy, wenn das Kind größer ist. Kombikinderwagen nennt sich sowas. Ist Quatsch, weiß ich jetzt.
Am Anfang war das Baby. Und es lag. Flach im Wagen.
Wagen hat tolle Fahreigenschaften, stabile Kurvenlage, schwenkbare Räder, Turbolader, Autositzadapter und Klimaanlage. Wenn man seine ersten Monate als Mama damit verbringt, sich für die tägliche Ausfahrt zu rüsten und Gefährt + Nachwuchs durch die Gegend zu kutschieren, ist noch alles gut. Aber das Kind wird größer und möchte nicht mehr liegend gefahren werden. Man möchte die Welt sehen und braucht jetzt einen Buggy. Also wird der Kombi umgebaut. Der nun entstandene Buggy hat aber nach wie vor die gleichen Eigenschaften wie der große Wagen.
Er ist also vor allem eins: schwer.
Sinn und Zweck eines Buggys ist nun aber das schnelle Ausklappen und Losfahren. Klein, handlich, leicht. Außerdem möchte man ja auch die Gelegenheit nutzen, sein Elterngeld an den Mann zu bringen und einen von diesen kleinen, niedlichen 19,95-Buggys in rot, blau oder lila zu kaufen (wir unterhalten übrigens 3 kleine Buggys, einen größeren Buggy, einen Liegewagen aus Babyzeiten [gebraucht gekauft für 40€ – der beste, ever!], einen Puppenliegewagen und einen Puppenbuggy. Der ursprüngliche allererste Kombiwagen *hust* ist mittlerweile verkauft…) Aber wie bin ich eigentlich von den Strumpfhosen zum Kinderwagen gekommen?! Was ich eigentlich schreiben wollte, war was ganz anderes. Am Anfang tragen Babys normalerweise Strampler. Strampler in allen Größen, mit Winnie Poohs, Kittys, Mickey-Mäusen, etc. Dann schließt sich irgendwann nahtlos die T-Shirt/Longsleeve + Strumpfhosenzeit an. Ich erinnere mich dunkel an meine eigene Kinderstrumpfhosenzeit. Meine Oma, die mittlerweile die 3. Generation Kinder durchmacht, hat mit ihren Fingernägeln immer so reingepiekt in die Strumpfhose, um sie zu raffen und straff hochzuziehen. Dieses Fingerziepen und -zotteln ist wohl mit Schuld an meiner Abneigung gegen die engen Höschen. Jedenfalls weiß ich jetzt, dass man das ja machen muss, wenn die Strumpfhose nicht auf halb 8 in der Kniekehle hängen soll. Als Musikerin habe ich sehr kurze bzw. so gut wie gar keine Fingernägel, weil die sonst beim Spielen für einen zusätzlichen, ungewollten Percussioneffekt auf den Tasten sorgen, d.h., das Strumpfhosenzotteln kann gar nicht so pieksen, wie bei mir damals. Und trotzdem sagte Noni heute beim Anziehen des Corpus‘ Delicti: „Mamas Finger bebissen! In Bein!“
Hier noch abschließend ein Bild aus der Strumpfhosenzeit, Fiona mit 8 Monaten:
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Saures

So, heute kommen wie versprochen – reichlich zu spät – die 7 Sachen vom vergangenen Wochenende… (Danke, Caro, für die Idee mit dem Salzteig – Bild 4)

…und unser kleines aber feines Halloween – hhhhhhuuuuuuhhhhhhh!        

Mit 2 Jahren muss man ja noch kein großes Gruselfest feiern, deshalb wurde nur bei 2 Nachbarn geklingelt, nächstes Jahr werden es dem Alter entsprechend mehr… Freundin Lilly war gerade selber auf „Tour“, aber da kam die große Schwester mit einem Körbchen Süßigkeiten zum Aussuchen: Nono sagte höflich „Danke!“ und griff beherzt den Korb am Henkel, entschied sich aber dann nach Aufklärung des Missverständnisses für „Swai Lutssa“.
Bei den älteren Nachbarn gab es Kekse und einen Schluck Unterwegs-Wein – pardon, es ist Halloween, ich meine natürlich: Bluuuut – für das Mama-„Schpebenst“ (=Gespenst) und den Sasa-Räuber. Der Sasa-Räuber wollte erst gar nicht mitgehen, hat sich dann doch überreden lassen. Aber so ganz ohne Monstermontur ist ja auch langweilig. Also die Kinderschminkfarben raus und hoch den Stift. Von mir gab’s einen Zwirbelpiratenbart und von Nona („Nono auch Sasa malen!“) noch eine rote Schramme aus der letzten Schlacht… Der in letzter Sekunde gebastelte Dracula-Kochlöffel durfte natürlich auch nicht fehlen, nur sind ihm leider schon beim ersten Einsatz die (Wackel-)Augen rausgefallen ^^ Das Lernen des Librettos zu Halloween gestaltete sich etwas schwieriger als gedacht. Den Zungenbrecher „süßessonstgibtssaures“ habe ich ein bisschen vereinfacht und erklärte Nona nun, was sie sagen soll, wenn sie geklingelt hat: „Sag mal Süßes oder Saures!“
Nona: „Saures.“
Ich: „Nein. Sag mal das Ganze: Süßes oder Saures“
Nona: „Saures.“

Gestern Morgen fuhr neben uns ein Auto mit Michelin-Werbung drauf. Was sagt Nona, passend zu Halloween? „Oh, ein Schpebenst, Mama!“

Die Kinder aus meiner musikalischen Früherziehung haben (zum Glück) den Hintergrund des Süßes-oder-Saures-Spruchs noch nicht verstanden. Sie erklärten mir diese Woche, dass man klingelt und dann geben einem die Leute entweder Süßes oder Saures, also Gummibärchen, Bonbons oder saure Schlangen, etc. Von Klopapier-mit-Zahnpasta-am-Briefkasten-festkleben (wer war das, bitte?!) hatten sie scheinbar noch nichts gehört und bevor ihr fragt, ich habe ihnen das auch nicht erklärt. Schließlich wohnen alle in der näheren Umgebung und werden auch mal größer 🙂
Ich habe gefragt, ob sie denn auch Kostüme angezogen haben. Viele ja, wenige nicht. Meine Puppe Lucy hat sich in der Geschichte als Hexe verkleidet, ihr Kumpel Benjamin als Gespenst. Und Cousin Nick war noch auf Ideensuche für ein Kostüm.
Kreative Vorschläge kamen von „meinen“ Kindern genug:
Vampir, Skelett, Teufel, Fledermaus, Katze, Kürbis, Spiderman, Bob der Baumeister, Marienkäfer und eins der 7 Geißlein.

Mit den vielen Kindernamen habe ich immernoch Schwierigkeiten. Am Peinlichsten ist es, wenn sich zu Beginn der Stunde jeder nochmal schnell vorstellen soll, ich die Namen wiederhole und sie akustisch nicht richtig verstehe, d.h. auch nicht korrekt wiederholen kann.
Aber wer kann auch ahnen, dass „Itzi“ und „Demmi“ in Wirklichkeit Jessie und Jeremy heißen?!
Ein Mädchen stellte sich mal vor als „leMarie“, das „le“ aber nicht mit langem „eee“, sondern klanglich so wie der bestimmte männliche Artikel im Französischen. Le soleil, le voyage, le petit déjeuner – der Sonne, der Reise und der Frühstück, soviel ist hängengeblieben aus der Schulzeit. Ich wiederholte „le Marie?!“, sie nickte zufrieden. Die Stunde begann und mein Kopf rätselte weiter. Wenn schon mit Artikel, warum dann der männliche? Irgendwann, wir saßen im Kreis, streckte sie ihre Füße aus und ich konnte ihre Schuhe von unten sehen. Vielen Dank, liebe Mama von l.M., dass du sie – die Schuhe, nicht das Kind – beschriftet hast. Dort stand in großen, dicken Lettern „LYNN“.

Ihr erinnert euch an meine Großen aus der Grundschule? Die Oma eines Schülers mit Migrationshintergrund wohnt so weit weg, dass sie „voll lange, 15 Stunden oder so“ mit der Autobahn fahren müssen, wenn sie sie besuchen wollen. Auf meine Bemerkung, dass sie dann sicher nicht in Deutschland wohne, entgegnete er, sie wohne nicht im Land, nur in so einem kleinen Dorf.
Diese Woche fragte ich, ob sie die Oma inzwischen besucht hätten. Er verneinte und erklärte nochmals, dass sie ja weit weg wohne, was sein bester Kumpel kommentierte mit: „Ey, du Oschi, die wohnt in Spandau!!“
Selten so gelacht ^^

Stolz erzählte mir Mr.Oma-Spandau (3.Klasse) später, er bekomme ein iPhone zu Weihnachten. Naja, dann muss er nicht mehr warten, bis seine handgeschriebenen Briefe nach wochenlanger Odyssee mit der Post seine Oma erreichen, sondern kann schnell und komfortabel ne SMS nach Spandau schicken…

In besagter Grundschule hat nach den Oktoberferien wieder mein Grundkurs für Tasteninstrumente angefangen. Viele willige Erstklässler (nein, sorry, Saft– SaPh-Klässler) samt aufgeregter Muttis stehen um halb 2 vor der Tür und warten auf Einlass. Einige Mamas bringen Sack und Pack, Hunde, Schildkröten, Lenkroller und kleinere Geschwister mit. Das Phänomen Mamas-haben-acht-Arme dürfte euch ja bekannt sein. Ist einfach so. Nun stand da also so eine Tintenfisch-Mutter und redete auf ihr Saft-Kind ein, warum es seine Heftmappe nicht benutzt und das Rechnenheft schon Eselsohren hat…In der Zwischenzeit hatte das 1-jährige Geschwisterkind die Chance genutzt und sich langsam und noch ein bisschen wacklig in Richtung groooßer schweeerer Schultreppenflurtür aus dem Staub gemacht. Gerade noch rechtzeitig bemerkte Mama den Schwund und rief über den Gang: „Kimbaaly, komm weg von die Tüür!!“
Auuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuaaaaaaaaaaaaaaaaaa.

Kurze Zeit später war am Ende des Ganges der Schulleiter zu sehen. Saftkind sagte: „Guck mal, Mama, da ist der Hausmeister.“
Ups ^^

?!

So many stories, so little time…

Eigentlich wollte ich am Montag einen 7-Sachen-Post schreiben. Noch eigentlicher wollte ich gestern unsere Halloween-Bilder posten. Und am Eigentlichsten wollte ich aufschreiben, was das Nono-Kind gerade so alles Herrliches loslässt. Meine iPhone-Notizblock-App ist praktisch im Dauereinsatz und permanent geöffnet. Das Handy klebt und schmiert und riecht nach Zwiebeln, Knoblauch und Basilikum, weil ich ihre Aussprüche sofort festhalten muss, egal wobei ich gerade bin.
(Der große Koch bin ich gewiss nicht, Fähigkeiten beschränken sich auf: „Fleisch kurz anbraten. Gießen Sie 300ml Wasser und 50ml Sahne dazu. Dann rühren Sie das Pulver ein und schieben die ganze Sache für 30min in den Backofen…“ ABER heute habe ich gekocht. Jawohl! Nach einem Rezept von Frau Schlitzie, deren weltbeste Tomatensauce diesen Titel wirklich verdient hat! Danke für’s Teilen!)

Ich ärger mich grün und blau, wenn ich überlege, was sie gesagt hat, was ich mir unbedingt merken wollte und es mir ne Stunde später dann einfach nicht mehr einfallen will… Ich muss mein Brain schon in der Früherziehung oft genug joggen lassen, denn da käme das „Moment, wartet kurz, der Spruch war cool, das schreib ich mir kurz auf *tipp*“ nicht so gut…
Das ständige Aufschreiben hat nun aber zur Folge, dass mein digitaler Notizblock im Handy gut gefüllt ist und gebloggt werden will.

Heute Morgen in der Mittwochskita:
9.00 Uhr Unterrichtsbeginn. Keiner da außer mir und einem neuen Bällebad *grrr*
9.05 Uhr höre ich die Tür zum Vorraum aufgehen, kindererwartend rufe ich raus: „Kommt rein!“ und sehe dann zwei verlegene 5-Jährige, die seitlich zu Boden guckend im Türrahmen stehen bleiben.
Ich: „Oh, seid ihr nur zu zweit?“
Kinder: „Ja.“
Ich: „Wo ist denn eure Gruppe?“
Kinder: „Oben. Die kommen nicht.“
Ich: „Und eure Erzieherin? Kommt die?“
Kinder: „Nein.“
Ich (langsam skeptisch): „Seid ihr hier zum Musikunterricht?“
Kinder: „Nein. Wir sollen was fragen.“
Ich: „Was wollt ihr denn fragen?“
Kinder: „Wissen wir noch nicht.“

Öh?! Sekunden später kommt ihre Erzieherin rein mit den Worten:
„Ey, ihr Pappnasen! Ihr solltet nur gucken, ob die Musiklehrerin da ist. Wir warten oben auf euch!!“
Tja, ist schon schwierig, wenn man was fragen will und gar nicht so richtig weiß, was.
Ging mir in der Schule in manchen Fächern auch so. Ich wollte die Chemielehrerin wirklich gerne was fragen, um Interesse zu bekunden und meine mündliche Mitarbeitsnote zu verbessern, aber ich wusste einfach nicht, was!
Chemie und ich sind leider nie Freunde geworden. Irgendwas ganz Simples und Grundlegendes muss ich in der 8.Klasse verschlafenäumt haben („Kapitel 1: wie stellt man eine Reaktionsgleichung auf?“), so dass es mit jeder Stunde und jedem weiteren Jahr schlimmer und unverständlicher wurde. Die Lehrerin – ich gebe zu, Sympathie ist was anderes – hatte eine ganz blöde Angewohnheit. In Tests oder Klausuren hat sie beim Korrigieren mit ihrem roten Lehrerstift Fragezeichen an die Aufgaben gemacht, die ich ausgelassen habe (weil: isch nischt wissen, was die H mit die O und die N machen, wenn die sich gern haben, Alter! Lan-Party vermutlich. Heute wäre ich schlagfertiger!).
Jedenfalls haben mich ihre Fragezeichen so geärgert (jaaa, schlimm genug, dass ich’s nicht wusste! Die Fragezeichen sagten provokativ zu mir: „Hä?! Hä?! Hä?! Warum hast du da nichts hingeschrieben?! Hä?! *schubs*), dass ich während des Testes/der Klausur begonnen habe, selbst Fragezeichen hinter die Aufgaben zu setzen, die ich nicht beantworten konnte. Sozusagen als Pöbelei in ihre Richtung à la „Was soll denn bitte die Frage? Hä?! Hä?! *zurück schubs* Ende vom Lied war, dass ich mich gut fühlte (Hab ich’s ihr aber gezeigt! Ha!) und sie sich ärgerte. Ich dachte, wenn ich das Fragezeichen selbst schreibe, kann sie es nicht mehr machen. Denkste! Wütende, motzige Ausrufezeichen hat sie hinter jedes einzelne meiner Fragezeichen gemalt. In Rot! Das waren unsere Unterhaltungen: ?! ?! ?!
Und ich bin mir sicher, die Aktion hat mich einen, wenn nicht sogar zwei Notenpunkte gekostet. Aber man muss schließlich Opfer bringen. Chemie war das erste Fach, das weichen musste, als man in der 12. ein bisschen aussortieren durfte. Denn laut Facebook saß ich ja eh nur im Chemieunterricht, weil ich wartete, dass etwas explodiert ^^
Und jetzt könnt ihr mal lachen – als ich letztes Jahr in der Gesamtschule gearbeitet habe und Musiktests der 7.Klassen korrigieren musste (natürlich mit einem roten Stift, ha!), habe ich manchmal auch Fragezeichen gesetzt. Kleine, mittlere, große, gerade oder schiefe Fragezeichen (je nach Qualität der restlichen Antworten, z.B. Wie lang ist eine Viertelnote? „5cm?!“ *aaaaaaaaaaaaaaahhhhhhh*) und ich habe dabei ganz fest an meine Chemielehrerin gedacht 🙂

Aber halt, wie ist das jetzt wieder passiert? Ich wollte eigentlich gar nichts von Chemie erzählen, sondern von Nona!

Ihr Wortschatz explodiert regelrecht (oh, und wieder Chemie! Menschenskinder!). Mit jedem Tag wird es auffallend mehr. Ich habe manchmal das Gefühl, es ist ihr ein innerstes Bedürfnis, alles zu kommentieren, was sie sieht, macht, isst und was andere machen/machen sollen.
Heute im Auto:
Die Ampel sprang auf Grün, ich rollte langsam ein paar Meter geradeaus, musste als Linksabbieger aber warten und den Geradeaus-Verkehr durchlassen. Nono: „Fahr weiter, Mama!“
Einige Minuten später tönte es aus den hinteren Sitzreihen: „Schneller, Mama!“

Heute haben wir den Laternenstab mit in die Kita genommen für den Martinsumzug am 11.11.11. Nona nahm ihn in die Hand, schwang das Lämpchen am Stil bedeutungsschwer hin und her und sagte (wirklich wahr!): „Hex hex“ Soviel zum Namen dieses Blogs. Mehr als berechtigt, wenn ihr mich fragt.

Gestern haben wir beim Autofahren diskutiert. Es ging nicht um schneller oder langsamer bzw. weiter fahren oder an roter Ampel anhalten, sondern um Sonne und Mond. Wir fuhren der untergehenden, orangeroten Sonne entgegen,
Nona sagte: „Ooh, der Mond ist da!“
Ich: „Nein, das ist die Sonne.“
Sie: „NEIN, Mama! Der Mond ist das. Da!“
Ich: „Noni, das ist die Sonne. Es ist doch noch hell, guck mal raus! Wenn der Mond kommt, ist es dunkel draußen. Der macht kein so helles Licht.“
Es ging noch eine Weile so weiter. Am späten Abend, es war schon dunkel draußen, gingen wir noch mal raus. Sie sah den Mond und kommentierte ihn mit den Worten: „Da, Mama! Die Sonne….“
Das gehörte, glaube ich, auch in die Kategorie „war Spaß!“.

Als wir morgens auf dem Weg in die Kita am Bahnhof vorbeigefahren sind, lief dort ein Mann mit einem großen Bagpackerrucksack.
Das Kind zeigte raus und sagte: „Guck mal, ein Hirsch!“ Wer weiß, warum…

Bei ihren Töpfchensitzungen wird ja immer gelesen. Erfolgreiche Sitzungen setzen vernünftige Lektüre voraus. Nur angucken reicht nicht, meistens folgt dem Hinsetzen ein: „Mama, vorlesen! Bitte lesen!“ Als sie schon eine ganze Weile gethront und ich langsam wirklich ernsthaften Hunger bekommen hatte (vor dem Frühstück!), bat ich sie, aufzustehen. Da guckte sie mich böse an und sagte ganz ernst: „Nein, Mama. Ich lese auch!“
Jawoll, mein Kind.

Eine Story noch vom Wochenende: gegen 10 wurden wir wach (ja, meistens ein Langschläferkind *strike*), es roch nach Croissants und anderen Leckereien vom Bäcker. Kind kommentierte das mit: „Mama, aufheben! (aufstehen) Fische Bötchen!“

So, jetzt wünsche ich euch schöne Träume und vertage das weitere Notizblockerleichtern auf morgen.
Guts Nächtle!