von schwarzen Keksen und bunten Kerzen

Diese Woche gibt es leider keine 7 Sachen vom Wochenende, wir haben nämlich nur sehr wenig bis nichts gemacht. Ich habe das Gefühl, einer von uns Dreien kränkelt immer. Am Wochenende war ich’s, diese Woche ist es das Nonchen…
Den ersten Advent, den ich bei bis zu 11 Grad PLUS (will mich nicht beschweren!) nicht wirklich als solchen wahrgenommen habe, haben wir trotzdem ein bisschen zelebriert. Das Plätzchenbacken war eine kleine Katastrophe, deshalb gibt’s nur Vorher-Bilder. Ich gehöre einfach nicht in die Küche. Als letztens sogar das Eierkochen schief ging (zu wenig Wasser!), schenkte mir Stephan einen Eierkocher. Ungemein praktisch und wirklich idiotensicher. Aber ich glaube, ich bin der einzige Mensch auf der ganzen Welt, bei dem das Ding seine Daseinsberechtigung hat… Beim Teigrollen war noch alles gut, beim Ausstechen auch. Die ersten Monde, Sternschnuppen, Herzen und Notenschlüssel landeten auf dem Backblech. Auf dem Tisch ein Haufen Mehl und Teigreste, die wir zu einem neuen Haufen manschten, um nochmal ausstechen zu können. Von meinem chemischen Unverständnis (sorry, Kaja) habe ich ja schon mal erzählt, demzufolge kannte ich den Effekt von Mehl auf Teig nicht und wunderte mich also sehr, dass er – der Teig – immer krümliger wurde und ein Ausstechen unmöglich schien. Immer brach der Ente der Kopf und dem Stern die Schnuppe ab. Die folgenden Engel, Lokomotiven, Noten und Rentiere (ja, Formen haben wir zu genüge) wurden also etwas dicker als die aus der ersten Stech-Runde. Irgendwie haben wir sie dann also alle auf das Backblech gebracht und vor dem heißen Ofen gewartet…Nach den empfohlenen 8 Minuten Backzeit waren die ersten Plätzchen zart gebräunt und die zweiten dem Aussehen nach noch roher Teig. Also weitere 4 Minuten gewartet. Auf ein Mal ging alles ganz schnell. Die Dicken sahen nun goldig-lecker aus, die Dünnen waren plötzlich dunkelbraun und steinhart, dass wir sie locker als Weihnachtsbaumfiguren hätten benutzen können. Als Krönung des Ganzen kam der Papa nach Hause, guckte auf das Backblech und sagte: „Oh, schön! Schokokekse und normale!“

Aber ich kann das erklären… Wenn früher, ganz früher in den 90ern ^^, gebacken wurde, dann verlor ich schnell die Lust, weil es mir a) entweder nicht schnell genug ging oder ich es b) nicht so lecker fand, wenn die Finger schmadderig waren. Ich schleppte dann mein kleines Keyboard an, stöpselte mich in den Strom und spielte Weihnachtslieder als musikalische Untermalung für die Backenden…
Der Satz: „Soll ich lieber spielen?“ begleitet mich schon ein Leben lang und sorgt bis heute für Gelächter bei den Anwesenden.

Apropos „lieber spielen“ – am Montag fand unser Jahresabschlusskonzert statt. Viele Wochen fließenden Übungsschweißes fanden ihren Höhepunkt in einem rundherum gelungenen, erfolgreichen Konzert mit glücklichen Kindern und zufriedenen Eltern.
Das Highlight meines Schülerorchesters „VIVAccordia“ war die Filmmusik zum Fluch der Karibik, die wir zum ersten Mal öffentlich aufgeführt haben. Was haben wir mit Captain Jack Sparrow gelitten, geflucht, gelacht und geweint. Aber es hat sich wirklich gelohnt! Der Tontechniker fragte beim Soundcheck, ob wir „Nebel des Grauens“ spielen wegen der Nebelmaschine. Aufgrund der nicht sehr umwerfenden Generalprobe ein paar Tage vorher, sagte ich: „Ja, mal sehen, ob es heute Nebel des Grauens oder doch Fluch der Karibik wird…“ Aber es war glücklicherweise doch der Fluch, und was für einer… (unten rechts)

Auf dem ersten Bild sieht man den Entstehungsprozess des Kerzen-Bildes. Ein toller Effekt, ganz ohne Bügeleisen und Wachsmalstifte.
Wir haben Acrylfarbe in Tuben auf eine Hälfte eines vorgefalteten Blattes gekleckert, dann das Blatt zusammengeklappt und mit den Händen rübergewischt. Danach klappt man das wieder auf und lässt es ein paar Stunden trocknen.
Aus den getrockneten Bildern schneidet man eine Kerzenform aus und klebt diese und die Flamme aus gelbem und orangem Tonpapier auf ein Extrablatt. Wir haben das Ganze noch gepimpt mit silbernem Glitter.
Fionas kleine Glöckchen-Schneekugel hat den Sturz von der 30cm hohen Couch auf den Teppich (!) leider nicht überlebt, also hieß das Motto „Do it yourself“, denn am Sonntag kommt man ganz schlecht an eine neue Schneekugel ran. Kurzerhand wurde ein sauberes Marmeladenglas umfunktioniert, die Figur aus der alten Kugel am Deckel angeklebt, Wasser und Glitter rein, zumachen, schütteln, fertig. Den Deckelrand sollte man ebenfalls mit Sekundenkleber am Glas befestigen. Wenn der kleine Schüttler nämlich mal den Bogen raus hat, wie man einen Schraubverschluss öffnet, werden nicht nur euer Nachwuchs, sondern auch Mama und Papa glitzrig staunen, wie viel Wasser in so ein Glas passt und wie hoch die Saugfähigkeit des neuen weißen Teppiches ist…
Meine liebe Nona, die eigentlich sehr traurig über den Verlust der Schneekugel war, belohnte meine Do-it-yourself-Bemühungen mit den Worten: „Dis is der schönste Schnee!“ beim Schütteln der neuen „Kugel“ 🙂

Das kränkelnde Nono-Kind wollte letztens Orangensaft zum Frühstück trinken. Weil mir der aber zu scharf für den kratzigen Hals schien, verdünnte ich ihr den Saft mit Wasser, mit ungeahnten Folgen:
„Hier, bitte, Nono.“
(trinkt)
„Dis is nich Saft! Dis is Wasser!“
(Sekunden später)
„Dis kann nich waaa sein!!!“

Auf dem iPhone kennt sie sich ja besser aus als viele erwachsene Apfel-Nutzer. Sie weiß genau, in welchem Ordner ihre Spiele sind und sucht sich gezielt das Tier-Memory, das Safari-Puzzle oder das Buchstabieren-Spiel aus. Mittlerweile kommentiert sie den unfreiwilligen Besuch im App-Store, um gebührenpflichtige Zusatzfunktionen zu bestellen (was glücklicherweise ohne Passwort nicht funktioniert), schon selbst mit: „Nich einkaufen!“ Letztens kam sie an und sagte mit gerunzelter Stirn ganz entrüstet: „Mein Handy schüttelt!“
Ich dachte, sie meint den Vibrationsalarm, guckte rauf und musste lachen, denn es schüttelte tatsächlich. Wenn man Apps löschen will, muss man sie lange antippen, dann beginnen sie mit einem kleinen Entfernen-Kreuzchen zu wackeln und genau das taten sie. Schütteln, eben!

Nach Nonas letztem Vollbad holte ich nach dem Abtrocknen das Puder für die empfindlichen Kinder-Fältchen in den Achselhöhlen. Staunend beobachtete Nona diesen Vorgang und kommentierte ihn mit den Worten: „Oooh, Zucker!“

Meine Kindergartenkinder staunten letzte Woche über ein Instrument namens „Rainmaker“, ein ca. 25cm langes Kaktusrohr mit nach innen gerichteten Dornen. Dieses Rohr wird mit kleinen Kieseln gefüllt und an beiden Enden verschlossen. Dreht man das Rohr nun um, fallen die Kiesel von einem Stachel zum nächsten und es klingt tatsächlich wie ein kleiner Regenschauer. Ein besonders fasziniertes Kindergesicht fragte mich, ob ich den Regen gesammelt und da rein gemacht habe. Sehr süß!
Wenn jedes Kind den Rainmaker ein Mal umdrehen darf, um Niesel- bzw. Platzregen zu erzeugen, weise ich schon vorbeugend darauf hin, dass das Instrument VOR dem Körper vorsichtig gedreht wird, ohne es dem Nachbarn an den Kopf zu schlagen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste; leider schaut die im Kindergarten höchst selten vorbei. Es passierte also trotz Warnung oft genug, dass der Eine dem Anderen mit einer ruckartigen Bewegung den Regen an den Kopf donnerte (haha, was für ein Wortspiel). Ein besonders aufmerksames Kind sagte zu einem stürmischen: „Pass auf! Sonst haust du Lena den Kopf ab!“
Schlecht ist, wenn der Musiklehrer in so einer Situation laut zu lachen beginnt ^^
Also, wenn irgendwo mal Köpfe rollen, dann ist mein mallorquinischer Rainmaker mit hoher Wahrscheinlichkeit das Corpus Delicti…

Zum Thema „Köpfe rollen“ fällt mir ein Cartoon ein.
Der Weihnachtsmann sitzt am Computer und liest bei FB einen Post von
Rudolph: „The sleigh would be a lot more fun to pull if the driver didn’t weigh 700lbs“
— Prancer, Vixen, Comet and 5 others like this —
Blitzen: „He weighs only 700 pounds?“
Cupid: „LOL!“
Dasher: „Seriously! How about that practice run yesterday? He’s all „I’m tired of these sluggish take-offs.“ Well, I’m tired of hauling a hippo!“
Denkblase bei Santa Claus: „Heads will roll.“

„Weißt du, Vivien, als ich heute in den Kindergarten gekommen bin, war schon Nacht!“

„Meine Mama hat gestern angefangen zu arbeiten und heute möchte sie nicht mehr hingehen.“

„Was fressen denn Enten?“
„Eier.“

„Enten fressen auch kleine Tiere, die so am Boden kriechen“ (mache mit Finger vor)
Kind: „Ach, ich weiß, eine Spinne!“

„Um die Enten wieder anzulocken, holt Nick ein kleines Säckchen. Was meint ihr, was da drin ist?“
„Spielzeug…?“

„Nono, halt mal deinen Hasi fest.“
„Deht nich, ich hab die Hände voll!“

„Nona, wollen wir zu REWE einkaufen fahren?“
„Ja! Super Idee!“

Ich hole sie vom KiGa ab. Sie begrüßt mich mit: „Na du Hosensseisser“ ^^

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

2 Kommentare zu „von schwarzen Keksen und bunten Kerzen“

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